Haupteinnahmequelle des Ringier-Verlags ist zwar nach wie vor das klassische Printgeschäft. Doch der Umsatz bei den gedruckten Zeitungen und Zeitschriften zeigt deutlich nach unten. Mit Schweizer Print-Titeln wie etwa dem Blick erwirtschaftete Ringier im Jahr 2013 einen Umsatz von nur noch 115,2 Millionen Franken. 2012 waren es noch rund 153 Millionen, 2011 gar noch 220 Millionen Franken gewesen. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich der Umsatz aus Schweizer Zeitungen und Zeitschriften somit fast halbiert. Finanziell zufrieden ist Ringier im Print vor allem mit den Zeitschriften, etwa mit der Schweizer Illustrierten oder Landliebe. Die Zeitungen leiden hingegen weiter unter dem sinkenden Anzeigenmarkt, mit dem auch andere Verlage zu kämpfen haben.
Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, hat dafür der digitale Markt deutlich zugelegt. Mittlerweile erwirtschaftet Ringier bereits 25,7 Prozent des gesamten Umsatzes mit dem digitalen Geschäft, zu dem neben Nachrichtenplattformen auch Inserateportale sowie Radio und Fernsehen gezählt werden. 2012 waren es erst 18,3 Prozent. Man rechne damit, dass der Digital-Umsatz 2014 erstmals die 30-Prozent-Marke überschreite, sagte Ringier-Chef Marc Walder an der Medienkonferenz in Zürich. In den vergangenen Jahren investierte das Medienhaus 1,4 Milliarden Franken in die Weiterentwicklung – weg vom klassischen Print-Verlag, hin zum Digital- und Unterhaltungsanbieter. Einen Zeithorizont, bis wann sich dieser Umbau lohnen soll, gibt Ringier nicht an.
SBB-WLAN mit Blick-Startseite
Zum Ausbau des digitalen Geschäfts passt denn auch das jüngste Projekt, welches das Medienhaus publik machte: Wer das kostenlose WLAN-Angebot der SBB an den Bahnhöfen nutzen will, kommt künftig nicht mehr um Ringier herum. Auf der Login-Startseite des SBB-Free WiFi wird ab dem 14. April immer die Blick-Seite erscheinen. Bis um die Mittagszeit werden aktuelle Blick-Nachrichten erscheinen, ab Nachmittag dann das mobile Angebot von Blick am Abend. Man sei sehr glücklich, dass man mit der SBB diese Kooperation habe abschliessen können, sagte Walder. Die SBB bietet bereits an 23 Bahnhöfen kostenlosen WLAN-Zugriff. Bis Ende 2014 soll der Service an 50 Bahnhöfen aufgeschaltet sein. Auch in der Westschweiz wird Ringier an den Bahnhöfen die Landing-Page füttern, dort mit den Nachrichten von L‘Hebdo. Die Kooperation wird in der Romandie auf den 21. Mai umgesetzt.
Paywall für den Blick auf Eis gelegt
Abwarten will Ringier hingegen mit dem Thema Paywall für die Blick-Website, wie ein Sprecher auf Anfrage der SDA sagte. Die Bezahlschranke sei momentan auf Eis gelegt. Man wolle zuerst abwarten, welche Erfahrungen andere Verlage damit machen.
Ringier hat im vergangenen Jahr 26,5 Millionen Franken verdient, das sind 5,7 Millionen weniger als 2012. Damals erzielte der Verlag allerdings unter anderem mit dem Verkauf von Betty Bossi an Coop einen Sondereffekt. Der Umsatz sank 2013 leicht von 1,08 Milliarden auf 1,02 Milliarden Franken. Der operative Gewinn, also vor Zinsen und Steuern, stieg hingegen um 23,7 Prozent auf 123,1 Millionen Franken. Walder ist zufrieden mit dem Geschäftsgang: «Ein gutes Ergebnis, vor allem angesichts der momentanen Umbrüche in der gesamten Branche.» (SDA)
Kennzahlen 2013 Ringier
* Umsatz Ringier Axel Springer Media AG quotenkonsolidiert 50 Prozent
Ringier Medienkonferenz, 9. April 2014 (Fotos: Wewo)
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