Zu guter Letzt: Heile mit Weile

20 Minuten konnte die Urteilsverkündung im Fall «Heiler von Bern» nicht erwarten und war wieder einmal allen einen Schritt voraus.

Am Freitag hat das Obergericht des Kantons Bern das Urteil gegen einen ehemaligen Musiklehrer nicht nur bestätigt, sondern verschärft. Das Gericht verurteilte ihn zu 15 Jahren Gefängnis, weil er 16 Personen bewusst mit dem HI-Virus angesteckt haben soll. Dass sich der Mann selbst als «Heiler» bezeichnete, imponierte den Medien derart, dass sie ihn seit Bekannwerden des Falles «Heiler von Bern» nennen. Differenzieren sie, setzen das Schlusszeichen bereits nach «Heiler», statt erst nach «Bern». Bei soviel Unheil, das der Angeklagte laut Gerichtsurteil über seine Opfer gebracht hat, wohl das Mindeste.

Für etwas Erheiterung in diesem ansonsten eher verstörenden Fall sorgte 20 Minuten Online. Um viertel ab acht – rund zweieinhalb Stunden zu früh – grüsste bereits ein «Breaking News»-Banner von der Startseite. Als Platzhalter für die zu ergänzende Anzahl Jahre wurden vier Zeichen reserviert – ob die Redaktion von einer dramatisch höheren Strafe ausgegangen ist? Sicher ist sicher.

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Screenshot 20min.ch

Die vermutlich im Eifer des Online-Zeitdrucks zu früh veröffentlichte Meldung verschwand wenig später wieder. Und auch auf der Mobile App waren die gröbsten Spuren bald beseitigt (siehe unten). So sind sie, die Onlinemedien: Schnell, dynamisch, flexibel – und manchmal aktueller, als die Polizei erlaubt. (hae)

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Screenshot 20 Minuten Mobile App
 

Numéro 10: Olivia Etter neu Client Servcie Director

Olivia Etter übernimmt neu die Rolle der Client Service Direction bei Numéro 10. Die Agentur wird damit ab April 2014 auf beratender und strategischer Ebene verstärkt.

Olivia Etter verfügt laut Mitteilung über sechs Jahre Werbeerfahrung auf Kundenseite. Zuletzt war sie als Projektleiterin Werbung für Milch und Milchprodukte und stellvertretende Abteilungsleiterin Werbung & Promotionen bei den Schweizer Milchproduzenten tätig. Dort war sie einerseits für die klassische Werbung mit Plakaten, Inseraten und TV Spots und andererseits auch für verschiedene Sonderwerbeformen (Lovely 3D Umsetzung Mega Poster, Milchtram in Basel, etc.) und Pilotprojekte mitverantwortlich.  Im Oktober 2014 absolvierte sie erfolgreich die Prüfung zur eidg. dipl. Kommunikationsleiterin. Nun kann sie das neu erlernte Wissen bei Numéro 10 in Bern unter Beweis stellen.

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Olivia Etter freut sich über die neue Herausforderung: «Nach mehreren spannenden Jahren auf Kundenseite bin ich sehr motiviert, bei Numéro 10 die Zukunft mitzuprägen und für bestehende und zukünftige Kunden mitzuwirken. Numéro10 ist eine innovative Kommunikationsagentur, welche nicht stehen bleibt. Die Methode der synchronisierten Kommunikation hat ein grosses Potenzial Firmen, Marken und Produkten noch mehr Energie zu verleihen um so die gewünschten Botschaften zu verstärken. Gute Werbung soll in erster Linie einfach, unterhaltend und überraschend sein».

Baz: Markus Somm neu auch Verleger

Markus Somm ist künftig nicht nur Chefredaktor, sondern auch Verleger der Basler Zeitung. Gleichzeitig nimmt er Einsitz im Verwaltungsrat der Baz Holding. Deren bisheriger Verwaltungsratspräsident, Filippo  Leutenegger, legt sein Amt nieder.

Grund für Leuteneggers Rücktritt ist dessen Wahl in den Zürcher Stadtrat. Neuer Verwaltungsratspräsident der BaZ Holding wird CEO Rolf Bollmann, wie die Basler Zeitung Medien (BZM) am Freitag mitteilte. Als Vertreter der Aktionäre verbleibt zudem SVP-Nationaltrat Christoph Blocher in dem auf drei Mitglieder verschlankten Gremium.Sechs weitere Persönlichkeiten – mit einer Ausnahme stammen alle aus dem Raum Basel – scheiden aus dem Verwaltungsrat aus. Gemäss der Mitteilung treten die Änderungen auf den 1. Mai in Kraft.

Wieder schwarze Zahlen

Das Ausscheiden Leuteneggers aus der Führungsetage fällt zusammen mit dem Abschluss einer jahrelangen einschneidenden Sanierung und Restrukturierung der BZM. Das Unternehmen, das in arge finanzielle Schieflage geraten war, schreibt heute wieder schwarze Zahlen und steht auf wirtschaftlich solider Basis, wie es in der Mitteilung heisst. Die Baz als «in der Region führende Tagesezeitung mit nationaler Ausstrahlung» sei damit gerettet. Die BZM konzentriert sich künftig auf die Herausgabe der Basler Zeitung und der im Februar lancierten «Baz kompakt». Alle übrigen
Aktivitäten wurden veräussert oder – wie etwa die unrentable Zeitungsdruckerei – eingestellt. Heute umfasst die BZM in Redaktion und Verlag noch 158 Vollzeitstellen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dem einfachen Geschäftsmodell werde nun auch die Führung angepasst. Zur BZM gehört neben der Baz Holding auch deren Tochter National Zeitung und Basler Nachrichten. Deren Verwaltungsrat setzt sich künftig aus Rolf Bollmann als Präsident sowie aus Markus Somm und Verlagsleiterin Sabine Galindo zusammen.

Leutenegger als Sanierer geholt

FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger war im Dezember 2011 als Sanierer nach Basel geholt worden. Damals wurde die Basler Zeitung nach 2010 ein zweites Mal von Tito Tettamanti übernommen, diesmal von dessen neu gegründeten Medienvielfalt Holding. Im Juli 2013 stieg Christoph Blocher mit der Übernahme eines Anteils von 20 Prozent offiziell bei der Baz-Holding ein. Markus Somm ist im August 2010 zum Chefredaktor der Basler Zeitung ernannt worden. Damals waren Vermutungen aufgekommen, dass Christoph Blocher bei der Basler Zeitung involviert sei. (SDA)

Bild: Keystone

Serranetga: Kampagne für Samsung Galaxy S5

Zum Verkaufsstart des Galaxy S5 lanciert Samsung Schweiz eine integrierte Kampagne mit digitalem Herz. Für Konzept und Umsetzung zeichnet die Zürcher Werbeagentur Serranetga verantwortlich.

Seit Freitag steht mit dem Galaxy S5 das neue Handy-Flaggschiff von Samsung in den Verkaufsregalen. Die mit der Lancierung einhergehende Kampagne dreht sich um die ersten unvergesslichen Erlebnisse mit dem neuen Galaxy S5. Von der ersten Berührung über das erste Foto, die erste Textmessage, den ersten Tweet und ersten Lauf bis hin zur ersten Dusche werden alle wesentlichen «First Moments» zwischen Mensch und Smartphone zum Leben erweckt.

Die von Serranetga entwickelte Kommunikationsstrategie führt dabei alle Kommunikationskanäle crossmedial zusammen und setzt auf hohe Interaktivität sowie emotional verpackte Inhalte. Bereits in der Pre-Launch-Phase hatten Kunden in sieben Shops in der Schweiz die Möglichkeit, sich die Geräte anzuschauen und die erste Berührung zu erleben. Parallel dazu wurde mit verschiedenen Social Media Aktivitäten die Vorfreude auf das neue Handy geweckt. Zum Launch finden nun in Zürich und Bern POS Aktionen statt, die per Live-Banner direkt in die Wohnzimmer der Kunden gestreamt werden. Neben einer nationalen Plakatkampagne darf man in den kommenden Wochen auf diverse weitere Aktionen gespannt sein: Ob Guerilla, am POS oder via Social Media – das Gefühl des ersten Mals soll so erlebbar wie möglich gemacht werden. Link zur Microsite: Firsttimes5.ch

//www.youtube.com/watch?v=VWTbbNBs8sQ

//www.youtube.com/watch?v=FnSm_c7L0Qc

//www.youtube.com/watch?v=0bTRo8Ua8-k

//www.youtube.com/watch?v=B25waCSLywM

//www.youtube.com/watch?v=heNqX9NWi6A

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Von der ersten Berührung über den ersten Tweet bis zum ersten Selfie werden alle wesentlichen «First Moments» zwischen Nutzer und dem neuen Galaxy S5 zum Leben erweckt.

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Zum Launch des Galaxy S5 finden in Zürich und Bern POS Aktionen statt, die per Live-Banner direkt in die Wohnzimmer der Kunden gestreamt werden.

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Die Einführung des Smartphones wird von einer nationalen Plakatkampagne begleitet.

Verantwortlich bei Samsung: Alexander Tschobokdji (Head of Marketing Switzerland), Anja Olsson (Head of Marcom), Jennifer Rimann (Marcom Specialist), Adrian Iten (Digital Marketing Manager), Jelena Noll (Digital Marketing Specialist). Verantwortlich bei Serranetga: Florian Beck (Creative Direction), Nicolas Hostettler (Beratung), Mitch Bekk (AD Film), Julia Miller (Screen Design), Mirjam Herms (Social Concepts), Florian Bosshard (Art Direction), Matthias Ziegler, Thomas Blumer (Text), Thomas Spreng, Tino Elsener (Technische Leitung), Diego Dirren, Erwan Eydt (Programming); Streuplan (Guerrilla), Ansichtssache (Bildbearbeitung), Media Broadcast (Streaming). Filmproduktion: Markenfilm: Laszlo Kadar (Regie), Cyrill Melcher( Producer) Heinrich Reinacher (Executive Producer), Ton (Kirschnermusik), Alex Kirschner (Composing). POS Launch Event: Kreienbühl und Vogler Werbeagentur (Idee, Konzept und Umsetzung), Spool (Promotion)
 

Protest vor Tamedia-Aktionären

Rund 100 Mitarbeitende und Unterstützende haben am Freitag vor der Aktionärsversammlung von Tamedia in Zürich an einer Kundgebung teilgenommen, die von Impressum und von der Gewerkschaft Syndicom organisiert worden war.

Sie forderten «Investitionen statt Dividenden!», denn wenn die vom Verwaltungsrat zur Ausschüttung beantragten 42,2 Millionen Franken ins Unternehmen investiert würden, wären sämtliche Sparprogramme unnötig. Auf den seit anfangs Jahr angekündigten Abbau von rund 50 Vollzeitstellen in Winterthur, Bülach, Stäfa, Lausanne, Genf und Bussigny könnte vollständig verzichtet werden, und bei Entlassungen könnte ein Sozialplan auf Augenhöhe mit den Betroffenen und den Verbänden verhandelt, statt von der Geschäftsleitung angeordnet werden, wie das der sozialpartnerschaftlichen Tradition des Unternehmens entspricht.

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So beantragten Impressum und Syndicom an der Generalversammlung der Tamedia-Aktionären, die Dividenden nicht auszuschütten und sie stattdessen in die Arbeitsplätze sowie die Qualität der Produkte zu investieren. Wie aufgrund der Besitz- und Stimmenverhältnisse zu erwarten, wurde der Antrag klar abgelehnt (1'600 Ja, 21'500 Enthaltungen und 9,8 Millionen Nein). Ein zweiter Antrag, der verlangte, die Vergütungsgrundsätze der Unternehmensleitung abzulehnen und deren Löhne und Vergütungen vom Gewinn unabhängig zu gestalten, wurde bei 512'000 Enthaltungen, 56'000 Ja-, und 9,25 Millionen Nein-Stimmen weit weniger deutlich abgelehnt: Erstmals wurde die Unzufriedenheit mit dem gierigen Geschäftsgebaren der Konzernleitung manifest.

Impressum und Syndicom werden sich laut Mitteilung weiterhin für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen und die erneut angekündigten Sparprogramme von 62 Millionen Franken in drei Jahren bekämpfen. Die Verbände fordern Tamedia im Schreiben auf, «endlich wieder mit den Sozialpartnern zu verhandeln.» Gerade angesichts der jetzt ausgeschütteten Gewinnanteile müssten die angekündigten Entlassungen zurückgenommen und Lösungen gesucht werden, die dem wirtschaftlichen Erfolg des Medienkonzerns gerecht würden und diesen auch für die Zukunft sicherstellten.

Weltweite Dove-Kampagne mit Musik aus Zürich

Nach dem riesigen Erfolg der letzten Dove-Kampagne «Beauty Sketches» wird nun die Nachfolgekampagne «Beauty Patches» lanciert. Die Musik dazu stammt aus der Schweiz.

Mit der Kampagne «Beauty Sketches» aus dem Jahr 2013 hat Dove das Frauenbild in der Werbung neu definiert. Das Video ging um die Welt, hat in Cannes den Titanium Grand Prix gewonnen und auf Youtube über 163 Millionen Views generiert.

Jetzt stellt die Pflegemarke aus dem Hause Unilever die offizielle Nachfolgekampagne vor: In verschiedenen Kurzfilmen wird aufgezeigt, wie Frauen dank des revolutionären Dove «Beauty Patches» zu neuem Selbstbewusstsein finden. Das überraschende Ende dieser Geschichten soll Frauen in ihrem Selbstbewusstsein bestärken und aufzeigen, dass wahre Schönheit im Kopf beginnt. «Beauty is a state of mind».

Die Musik dazu stammt aus der Schweiz. In enger Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Ogilvy & Mather, Sao Paulo (Agency of the Year – Cannes Lions 2013) hat das Zürcher Geschwister Trio Great Garbo die Musik zur Schönheitskampagne komponiert. Die intime und atmosphärische Musik unterstreicht die emotionale Reise der Protagonistinnen auf ihrem Weg zu mehr Selbstvertrauen und Ausstrahlung.

«Wir freuen uns sehr, dass wir nach dem grossen Erfolg der Vorgängerkampagne die Musik zu diesen bewegenden Filmen komponieren durften. Das zeigt das Vertrauen der Agenturen in unsere Arbeit. Die Zusammenarbeit mit den hochkarätigen Kreativ-Teams in LA, Sao Paulo und New York waren intensiv und bereichernd. Das Ergebnis ist eine sehr inspirierende Kampagne.» So Diego, Nora und Lionel Vincent Baldenweg von Great Garbo zur neuen Dove Kampagne.
  

//www.youtube.com/watch?v=EGDMXvdwN5c

Ringier sichert sich Mehrheit an Le Temps

Ein halbes Jahr lang hatten die Medienhäuser Ringier und Tamedia einen Käufer für die Westschweizer Tageszeitung Le Temps gesucht. Nachdem kein passendes Angebot einging, übernahm Ringier die Traditionszeitung.

Die beiden Medienhäuser Ringier und Tamedia waren bisher zu je 46,2 Prozent an Le Temps beteiligt. Damit waren sie beide nicht mehr zufrieden, da sie mit einem starken Besitzer bessere Aussichten für die Zeitung sahen. Bereits bei der Bekanntgabe der Verkaufsabsichten Anfang Oktober kündigten sie an, dass sie untereinander über eine Übernahme des Titels verhandeln würden, wenn kein überzeugendes Angebot eingereicht werde (Werbewoche.ch berichtete). Dieser Fall trat nun offenbar ein.

Le Temps ist die einzige überregionale Zeitung der Romandie. Ihr kommt trotz einer eher kleinen Auflage von 39'716 Exemplaren bei 109'000 Lesern eine grosse Bedeutung zu. Entsprechend laut war in der Romandie der Aufschrei über die Verkaufsabsichten. Seit Oktober bekundeten mehrere Kandidaten Interesse, darunter der Uhrenfabrikant Jean-Claude Biver oder die Wirtschaftszeitung L'Agefi. Die NZZ verzichtete trotz der Ähnlichkeit mit Le Temps darauf, ein Angebot einzureichen. In Genf wurde der Verein «Cercle des Amis du Temps» gegründet, dem sich über 700 Mitglieder anschlossen. Dieser Verein reichte ebenfalls ein Kaufangebot ein, das als letztes noch im Rennen blieb.

«Herzens-Sache» für Ringier

Nach einer sorgfältigen Prüfung der eingereichten Dossiers entschied sich Ringier, selber ein Übernahmeangebot einzureichen. Am Donnerstagabend wurden die Verträge zur Übernahme der Tamedia-Beteiligung durch Ringier unterzeichnet. Am Freitagmorgen sickerten erste Informationen durch. Kurz nach 10 Uhr gaben Ringier und Tamedia den Handwechsel per Medienmitteilung bekannt und luden kurzfristig zur Medienkonferenz ein. Dort sprach Ringier-CEO Marc Walder von einem «guten Tag für Ringier». Man sei bereit zu investieren, sagte Walder und bezeichnete die Übernahme als «Herzens-Sache». Von Verleger Michael Ringier überbrachte Walder die Worte, dass Ringier an die Zukunft der Presse glaube.
 
Führung nicht in Zürich
 
Walder betonte, dass die Zeitung nicht aus Zürich geführt werde. Ringier baut in der Westschweiz aus, wo das Medienhaus bereits L'illustré, L'Hebdo, TV8 und Edelweiss besitzt. Da Le Temps nun zu Ringier Romandie stösst, soll die Zeitung von «weitreichenden Synergien sowohl auf Redaktionsebene, im Marketing- wie auch im Anzeigenbereich profitieren können», wie es in der Medienmitteilung heisst. Ob Personal abgebaut wird, blieb offen. Es sei kurz nach den Übernahmeverhandlungen zu früh, darüber Angaben zu machen, sagte Walder. Mit dem «Cercle des Amis du Temps» habe man sich zu Gesprächen getroffen und werde diese fortführen. Ringier wolle Mehrheitsaktionärin bleiben, sei aber offen für eine Beteiligung des Vereins an der Zeitung, sagte Walder. Ringier hält nun 92,5 Prozent am Blatt. Den Rest teilen sich der Genfer Bankier Claude Demole (3 Prozent), die Personalvereinigung der Le Temps (2,4 Prozent) und der Verlag der französischen Zeitung Le Monde (2,1 Prozent).

Überwiegend positive Reaktionen

Die Reaktionen in der Westschweiz fallen mehrheitlich gut aus. Der «Cercle des Amis du Temps» bedauerte den Verkauf an Ringier. Valérie Boagno, Direktorin von Le Temps SA, zeigte sich erleichtert, dass die anstrengenden sechs Monate der Unsicherheit vorbei sind. Das Personal begrüsste die Übernahme, warnte aber, dass der Personalbestand nicht mehr weiter verringert werden könne, ohne die Qualität der Zeitung zu gefährden. Der Journalisten-Berufsverband Impressum pflichtete dem bei. Der Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien, Hanspeter Lebrument, sprach von der «besten Lösung» für die Zeitung. Auch der Waadtländer Staatsrat
Pascal Broulis bezeichnete die Übernahme als «gute Nachricht». Der Genfer Staatsrat Pierre Maudet nahm den Kauf «zur Kenntnis».

«Wir trennen uns nur ungern von unserer Beteiligung an Le Temps», wird Tamedia-Verleger und Verwaltungsratspräsident Pietro Supino in einer Medienmitteilung zitiert. Eine Übernahme durch Tamedia hätte aber zu einem langwierigen Verfahren mit der Wettbewerbskommission geführt. Tamedia besitzt in der Romandie bereits Le Matin, Tribune de Genève, und 24 heures. (SDA)

 

DD Com: Gesamtauftritt für Food Market

Basler Tageswoche trennt sich von Urs Buess

Urs Buess verlässt die Basler Tageswoche. Buess war bei der Lancierung im Oktober 2011 Co-Chefredaktor und zuletzt publizistischer Leiter. Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, hiess es am Donnerstag auf Tageswoche.ch.

Unüberbrückbaren Differenzen mit der Redaktions- und Geschäftsleitung hätten zur Trennung geführt, gab Thomas Gelzer im Redaktionsblog «Mittendrin» bekannt. Gelzer ist Verwaltungsratspräsident von Neue Medien Basel, der Herausgeberin der Tageswoche. Buess, der früher den Chefredaktionen von Tagesanzeiger und Basler Zeitung angehört hatte, war bis im Mai 2013 Co-Chefredaktor der Tageswoche. Danach wurde er zum publizistischen Leiter ernannt. Zudem nahm er Einsitz im neu  gegründeten Verlegerausschuss. Grund für den Umbau der Redaktionsleitung vor bald einem Jahr war die Forcierung des Digitalgeschäfts. Neuer Redaktionsleiter wurde damals Dani  Winter. Remo Leupin blieb Leiter Print. Die gedruckte Ausgabe der Tageswoche erscheint seit Ende Màrz in neuer Aufmachung. In die Schlagzeilen geraten war die TagesWoche im Februar wegen frisierter Auflagezahlen. Ein Auflagentrick veranlasste die Basler Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Betrug zur Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens. (SDA)

Bild: Tageswoche.ch

Bundesgericht: Logo der Post nicht schutzwürdig

Die Schweizerische Post kann das Wort «ePostSelect» in schwarzen Lettern auf gelbem Grund nicht als schützenswerte Marke eintragen lassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der Wortkombination und Gestaltung des Logos fehle es an besonderer Originalität.

Eine ganze Palette von Waren und Dienstleistungen wollte die Schweizerische Post unter der Marke ePostSelect anbieten: Sie reichen von Programmen für elektronische Datenverarbeitungsgeräte über Sprach- und Datenübermittlung bis zur Vermietung von Computersoftware und dem Design von Webseiten.Das für Markeneintragungen zuständige Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum lehnte das Gesuch der Schweizerischen Post jedoch ab.

Originalität vorausgesetzt

Mit einer Marke sollen Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens von solchen anderer Firmen unterschieden werden. Vom Markenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die Gemeingut sind. So sieht es das Markenschutzgesetz vor. Die Gestaltung eines Logos muss also eine gewisse Originalität aufweisen.Die Schweizerische Post hielt fest, die Kombination aus den drei Elementen «e», «Post» und «Select» sei eine Wortneuschöpfung. Sie werde mit grafischen Elementen kombiniert, nämlich der Fettmarkierung von «Select» und der Darstellung in der Farbe Schwarz auf gelben Hintergrund. Dieses Zeichen bilde alles in allem eine «komplexe Wort-/Bildkombination». Die Kombination habe im Zusammenhang mit den Waren und Dienstleistungen nicht nur einen beschreibenden oder sich aufdrängenden Sinngehalt. Wer ePostSelect verstehen wolle, müsse einen «beträchtlichen Gedankenaufwand betreiben».

Kein Schutz für Gemeingüter

Das Bundesgericht sieht das anders. Die Kombination «ePost» werde «ohne weiteres im naheliegenden Sinn als elektronische Post» verstanden. Die mit E-Mail im Zusammenhangstehenden Dienstleistungen gehörten zum Gemeingut. Zudem ist das Wort Select laut Bundesgericht als englisches Adjektiv gebräuchlich, insbesondere mit der Bedeutung von auserlesen und exklusiv, was lediglich anpreisend ist. Eine Marke soll laut Gesetz aber über eine  Werbebotschaft hinaus gehen. Fazit des Bundesgerichtes: Das von der Schweizerischen Post vorgelegte Zeichen wird von der dem Gemeingut angehörenden Wortkombination ePostSelect dominiert und enthält keine originellen Gestaltungselemente. Es kann deshalb nicht als Marke eingetragen werden. Die Schweizerische Post wird es auch ohne Schutz weiter verwenden, wie die  Medienstelle auf Anfrage erklärt. (SDA)

Ogilvy One: Facebook-Promotion für PKZ

Zeitgleich mit der Umbenennung von Feldpausch zu PKZ bekam der Fashion-Onlineshop Thelook.com ebenfalls einen neuen Namen: PKZ.ch. Um dies den PKZ-Fans auf Facebook nahezubringen, lancierte Ogilvy One die «Fashion Challenge».

Dabei treten die beiden PKZ.ch Style-Expertinnen und Fashion-Bloggerinnen Andrea Hug und Joy Oelen gegeneinander an. Sie wollen im Zeitraum von acht Wochen herausfinden, wer von den beiden den besseren Look hat, und stellen sich deshalb dem Voting der PKZ.ch Facebook-Community. Noch bis zum 6. Juni 2014 kann die Community über die Looks diskutieren und abstimmen. Unter allen Voting-Teilnehmern wird ein PKZ-Gutschein im Wert von 500 Franken verlost.

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Das Konzept und die Gestaltung der Facebook-Aktion stammen aus der Feder von Ogilvy One. Die «Fashion Challenge» reiht sich nahtlos in die umfassende Social-Media-Strategie ein und ist eng mit der Zusammenarbeit der Style-Experten aus der PKZ-Community verknüpft, zu denen auch die beiden Blogger Mi-Ji sowie Stéphane Mirão gehören.

Verantwortlich für die Facebook App bei PKZ: Nicolas Schibler (Leiter Marketing), Carola Strobl (Leiterin E-Commerce), Mario Laubi (E-Marketing Manager) und Joelle Terrien (Projektleiterin E-Marketing). Verantwortlich bei Ogilvy One: Björn Schneider (Head of Digital), Daniel Suter (Beratung), Karl Badde (AD Digital).
 

Zu guter Letzt: Kleinanzeigen ganz gross

Clevere Printwerbung: Diese Kleinanzeigen verkaufen nebenbei auch Küchen.

Die Einnnahmen im Printanzeigen-Verkauf schrumpfen – Lichtblicke sind da gern gesehen. Lichtblicke, die nicht nur dem Zielpublikum gefallen, sondern plötzlich viral verbreitet und bestaunt werden. So wissen wir dank Creative Director Felipe Salazar plötzlich, dass man bei Corona die besten Küchen der Welt kaufen kann. Oder zumindest die Besten Kolumbiens. Spielt eigentlich keine Rolle, denn Kunden werden wir vermutlich ohnehin nicht. Aber innovativ ist die ganzseitige Anzeige trotzdem.

Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine normale Kleinanzeigenseite der betreffenden Zeitung. Die kleinen Annoncen sind jedoch so angeordnet, dass durch den 3D-Effekt eine Küche sichtbar wird. Text: «Die Küche, die Sie sich vorstellen, finden Sie bei Corona.» Da ganas comprarse una nueva cocina! Oder wie man hierzulande sagt: Das kann nur ein Inserat. (hae)

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