Wechsel in der Führung von Cinergy

Nach knapp zwei Jahren verlässt der CEO Roman H. Schmid Cinergy auf eigenen Wunsch. Walter Zollinger übernimmt ab sofort die Geschäftsführung der gesamten Cinergy-Gruppe.

Zollinger ist heute Managing Director für die Businessunit Teleboy und Verwaltungsrat von Cinergy. Während seiner Tätigkeit hat Roman H. Schmid laut Mitteilung entscheidende Schritte in der Organisation, den Prozessen und der Ausrichtung von Cinergy verantwortet. Insbesondere die konsequente Ausrichtung des Premium-Publishers Cinergy im Werbemarkt, der Ausbau der Zusammenarbeit mit den Filmverleihern aber auch die Einführung von neuen transaktionsbasierten Businessmodellen wie das neue «Kino on Demand» Onlineportal Gokino.ch aber auch der bevorstehende Launch der Ticketing-Funktionalität auf dem marktführenden Onlineportal Cineman.ch gehören zu seinen Verdiensten in seiner Zeit als Geschäftsführer.
 

VgT reicht Klage gegen Fleischverband ein

Nächste Runde im Streit rund um den über die Festtage auf SRF ausgestrahlten VgT-Spot: Erwin Kessler hat Klage gegen den Fleisch-Fachverband SFF eingereicht. Kessler wirft dem Verband Verleumdung vor – und plant bereits den nächsten Spot.

Grund für die Klage ist eine Medienmitteilung, welche der SFF Ende Dezember veröffentlicht hat. Darin wird der über die Feiertage ausgestrahlte VgT-Spot als «böswillig irreführend, unlauter und völlig deplatziert» bezeichnet. Die «missionarisch anmutende Anpreisung des Veganismus» sei eine Missachtung der SRF-Richtlinien, da es sich hierbei um politische Werbung handle. Die «tendenziösen, einseitigen und rufschädigenden» Bilder würden zudem die Anstrengungen, welche die Schweiz in den letzten Jahren zur Erhöhung des Tierwohlstandards unternommen habe, völlig ausblenden.

VgT-Chef Erwin Kessler will sich die Anschuldigungen nicht gefallen lassen: «Nun läuft ein Gerichtsverfahren an gegen den Fleisch-Fachverband SFF, weil er mit einer verleumderischen Stellungnahme auf den Spot reagiert hat.» erklärt er gegenüber Werbewoche.ch (Vermittlungsbegehren, PDF).

Der zwischen dem 19. und 31. Dezember 2014 18 mal auf SRF 1 ausgestrahlte TV-Spot zeigt verschiedene Szenen der Schweizer Nutztierhaltung. Kessler betont dabei, dass alle Aufnahmen aus der Schweiz stammen und «wesentlich schlimmere» Bilder hätten gezeigt werden können. Einerseits, so Kessler, habe er SRF keinen Vorwand geben wollen, den Spot als «unzumutbar» abzulehnen, andererseits habe er es nicht nötig, mit besonders extremen Beispielen zu arbeiten. «Der ganz normale Wahnsinn ist schlimm genug», so der Tierschützer.

vgt-spot
Screenshots des im Dezember ausgestrahlten VgT-Spots

Die «Zurückhaltung» hat sich ausgezahlt: Der vom Fleischverband kritisierte Werbespot ist laut Kessler der erste, der von SRF/Publisuisse ohne Gerichtsverfahren angenommen wurde. 2013 hat sich Kessler eine Ausstrahlung über das Bundesgericht erkämpft (Werbewoche.ch berichtete). Diesmal habe Publisuisse verlauten lassen, die SRG habe keine Rechtsgrundlage, um den Spot zu verbieten. Dies, obwohl sich sich der SFF als «guter Kunde» – der Fleischverband ist Sponsor von «Giaccobo/Müller» – empört habe. Für Kessler ist klar: «Es bleiben damit auch keine Fragen mehr offen, warum SRF unsere Spots so hartnäckig abgelehnt hat und es zwei Verurteilungen der Schweiz durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof brauchte, bis das Bundesgericht hier endlich zum Rechten schaute.»

Ein Vorwurf, den SFF-Präsident Rolf Büttiker gegenüber Werbewoche.ch entschieden und in aller Deutlichkeit zurückweist: «Ein solches Vorgehen käme nicht in Frage, das würde mir meine liberale Grundhaltung verbieten. Wir arbeiten mit Argumenten, nicht mit Erpressung!» Es stehe daher nicht zur Diskussion, dass der Fleischverband aufgrund der Unstimmigkeiten betreffend VgT-Spot etwas am SRF-Sponsoring ändere. Die Klage seitens VgT nehme man «mit grosser Gelassenheit» zur Kenntnis. «Uns war bereits im Voraus bewusst, dass Auseinandersetzungen mit Herrn Kessler meist vor Gericht enden». Die rechtlichen Abklärungen des Verbandes seien immer noch am laufen. Für alt Ständerat Büttiker steht aber die politische Dimension des umstrittenen Spots ausser Frage. Die Dimension, die es dem Schweizer Fernsehen verbieten würde, einen Werbespot auszustrahlen.

Was sicher ist: Erwin Kessler und der VgT werden auch weiterhin mit Werbefilmen für Schlagzeilen sorgen. Auch ausserhalb der Gerichtssäle. Wie die Werbewoche exklusiv weiss, ist der nächste Spot bereits in Vorbereitung. Er wird sich diesmal nicht gegen die Fleischwirtschaft, sondern gegen die Eier-Industrie richten und pünktlich vor Ostern platziert werden. (hae)
 

Rosarot: Spot für Blick-Bingo mit Beat Schlatter

Nach zehn Jahren Pause wird wieder Blick-Bingo gespielt. Zur Bewerbung des Spiels wurde Rosarot beauftragt, einen TV- und Kino-Spot zu kreieren, der auf das Bingo aufmerksam macht und es zugleich erklärt.

Eine Aufgabe, die Beat Schlatter mit seinen kreativen Bingo-Auftritten wie auf den Leib geschneidert ist, wie es in einer Mitteilung heisst. Das vertraute Gesicht Schlatters wurde kombiniert mit verblüffenden Momenten, die den Zuschauer zwingen genau hinzuschauen. Ein Spiel mit Witz und Wahrnehmung – und natürlich mit grossen Gewinnen.

Das Blick-Bingo wird gespielt während vier Wochen vom 19. Januar bis 14. Februar 2015. Bereits ab Mitte Januar werden zwei Millionen Blick-Bingo-Karten verteilt als Beilage im Blick, Sonntagsblick und in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, in Briefkästen sowie gratis über K Kiosk und Press & Books. Die aktuellen Bingo-Zahlen werden täglich in der Print-Ausgabe des Blicks publiziert.

//www.youtube.com/watch?v=DzX8awLFtD8

Verantwortlich bei Ringier: Nicolas Pernet (Leiter Marketing Blick-Gruppe), Vera Baltensperger (Projektleiterin Marketing Blick-Gruppe). Verantwortlich bei Rosarot: René Karrer (Creative Director), Andreas Steiner (Konzept, Text, Beratung), Yolanda Lopez (Art Direction), Stephanie Steimer (Grafik, Layout), Chantal Jenny (Projektmanagement); Stylistin: Michelle Oberholzer; Produzent: René Da Rold Pictures.
 

Zu guter Letzt: Verwöhnerlis under Attack

Katzen würden nicht nur Whiskas kaufen, sondern auch Whiskas-Werbung mitgestalten. Wenn man sie denn lässt. So geschehen in England.

«Temptations» heisst eine Katzen-Snack-Linie von Whiskas. Der Name ist Programm: Dieser Versuchung können Katzen scheinbar nicht widerstehen. Vermutlich nennt sie Qualipet deshalb «Verwöhnerlis» – eine Wortkreation, die man auch als Nicht-Katzenbesitzer einmal gehört haben sollte. Das aussen-knackig-innen-weich-Prinzip scheint auch bei Stubentigern äusserst gut anzukommen. So gut, dass sich Katzen gerne über den Verpackungsbeutel hermachen, statt zu warten, bis der Mensch die Verwöhnerlis wohlrationiert rausrückt. Kein Werbeversprechen, sondern Realität – zeigt uns die Werbung. Die Londoner Agentur Adam&Eve DBB hat hungrige Katzen auf Temptations-Beutel losgelassen und das Resultat für eine Plakat-Kampagne verwendet. Herausgekommen sind ziemlich aussagekräftige Sujets, die eigentlich keine Fragen offen lassen. Und falls doch, werden sie im dazugehörigen, mit bemerkenswerter Musik unterlegten Making-of-Film beantwortet. (hae)

Unbenannt-16_27
Unbenannt-17_25
Unbenannt-18_22

//vimeo.com/112291264

Neuer Managing Director für Inhalt&Form

Einladung für die grosse Klappe sowie die Klappe der Grossen

Ende März wird in Hamburg wieder eine Klappe juriert. Filme können bis zum 9. März eingereicht werden. Die Einreichungsfrist für den Nachwuchswettbewerb «Die Grosse Klappe 2015» wird bis zum 16. Januar verlängert.

Die Klappe gilt als einer der wichtigsten Wettbewerbe für Auftragsfilme in der Region Deutschland, Schweiz und Österreich. Einreichen können Agenturen oder auch Filmproduktionen in fünf Kategorien. Diese sind auf Dieklappe.de detailliert beschrieben. Dort können die Filme auch hochgeladen werden. Die Jury setzt sich aus Auftraggebern, Agenturen und sonstigen Fachleuten (Medien, Regie, Filmproduktion, Post Production) zusammen. In diesem Jahr sind wiederum vier Juroren aus der Schweiz beteiligt mit Martin Spillmann (Serviceplan Suisse), Sonja Brand (Pumpkin Film), Thomas Wildberger (Publicis Communications) und Andreas Panzeri (Werbewoche).

Soeben verlängert bis zum 16. Januar wurde die Einreichungsfrist für den Nachwuchswettbewerb «Die Grosse Klappe». Auch hier können sich junge Kreative aus der Schweiz beteiligen. Gesucht werden noch keine fertigen Filme sondern die besten Ideen zu einem Projekt für die Marken Deichmann, Deutsche Bahn und Media Markt. Der Bezug zu den Briefings ist die Voraussetzung zur Teilnahme! Download der Briefings hier.

Die beste Idee für jede Marke wird dann von Profis umgesetzt und der beste der drei Filme wird mit der Grossen Klappe ausgezeichnet – die Gewinner fahren nach New York!

Unbenannt-4_56
 

Zu guter Letzt: Jackpot

In der TV-Show «Antiques Roadshow» bewerten Experten die Schätze der Zuschauer. Die Baseball-Karten einer älteren Dame erwiesen sich als ziemlich wertvoll.

«Antiques Roadshow» heisst die ursprünglich aus England stammende Show, in der Expertenteams durchs Land reisen und einschätzen, was ihnen die Lokalbevölkerung vorlegt. Auf BBC One läuft sie seit 1979. Das erfolgreiche Konzept hat sich seither in unzählige Länder der Welt ausgebreitet. In Deutschland läuft die Show seit 1985 unter dem Namen «Kunst und Krempel» auf BR. In erweiterter Form feiert die Idee aktuell auf ZDF in der Sendung «Bares gegen Rares» Quotenerfolge.

In vielen Fällen legen die Kandidaten den Experten vermeintliche Schätze vor und werden enttäuscht, weil sich der aktuelle Wert jenseits des ursprünglichen Kaufpreises bewegt. Bilder grosser Künstler erweisen sich als gefälscht, das feine Porzellan als Ausschussware der Manufaktur und die in den 70ern teuer erworbenen, vergoldeten Armaturen aus dem Badezimmer will jetzt eigentlich auch niemand mehr. Vieles, was in der Vergangenheit als renditereiche Investition angepriesen wurde, erweist sich heute als wertlos. Oder haben Sie Interesse an einer limitierten Gedenkmünze zur Hochzeit von Diana und Prinz Charles?

Der andere Fall – für den Zuschauer ein Wohlfühl-Erlebnis – ist, wenn die Kandidaten positiv überrascht werden. Dachbodenfunde erweisen sich als Goldgrube, der nächste Urlaub ist aus heiterem Himmel finanziert. Mit Taschengeld.

Mit etwas mehr Vermögen sah sich eine überraschte ältere Dame in Amerika konfrontiert. Die Show wird dort ebenfalls unter dem Namen «Antiques Roadshow» auf dem Sender PBS ausgestrahlt und von Schauspieler Mark Walberg gehostet. Der von der Expertin geschätzte Wert der paar alten Baseball-Karten der Boston Red Stockings aus den 1870er Jahren: Eine Million Dollar. Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Karten gehören zu den ersten überhaupt und die Sammlung umfasst auch einige Briefe der Spieler.
 

//www.youtube.com/watch?v=wACD_Nl8o4E

Falls Sie sich jetzt plötzlich an ein altes Panini-Album auf dem Estrich oder im Keller erinnern: Ganz so wertvoll ist es leider nicht. Je nach Jahrgang, Zustand und Vollständigkeit könnte ein Verkauf aber zumindest die kommenden Skiferien finanzieren. Wenn auch vielleicht nur im gastfreundlichen Österreich. (hae)

Wunderman: Im Beauty-Notfall Glas aufbrechen

Für Marionnaud entwickelte Wunderman eine Guerilla-Aktion für pflegebewusste Frauen.

Stellen Sie sich vor, liebe Damen: Sie machen sich fein für das erste Date oder den rauschenden Abend mit Freunden. Das Kleid sitzt wie angegossen, die Haare: mindestens so wallend wie das der Kardashians. Sie betreten das Lokal, entschuldigen sich rasch, gehen für kleine Mädchen (letzter Check), schauen in den Spiegel und…haben vergessen, Mascara zu tuschen! Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das war eine rhetorische Frage. Marionnaud kennt natürlich die kleinen und grossen Beauty-Malheurs seiner Kundinnen und hat mit Wunderman zusammengespannt und mit einer ganz schön cleveren Lösung vorgesorgt: Die Emergency Box speziell für in Not geratene Damen. Nebst dem Notfall-Klassiker «fehlender Mascara» findet Frau in ausgesuchten Zürcher Etablissements Emergency-Boxen mit jeweils einem Parfum oder einem Lippenstift. Hier die Sicherheits-Anleitung: Hammer entfernen, kräftig ausholen und das Glas aufbrechen. Aber aufgepasst: Unbefugtes Handeln wird bestraft…

MAR_EmergencyBox_1
MAR_EmergencyBox_2
MAR_EmergencyBox_3
MAR_EmergencyBox_4

Verantwortlich bei Marionnaud Switzerland: Martina Müller (Marketing Manager). Verantwortlich bei Wunderman (Member of Y&R Group Switzerland): Markus Gut (CCO), Thomas Engeli (CD), Sonja Gross, Laureen Zanotti (Kreation), Sonja Bernardi (Beratung).
 

RTVG-Referendum: Gewerbe uneinig

Weil die neue Mediensteuer in der Praxis viele Firmen entlastet, sind nicht alle Gewerbler zufrieden mit dem Referendum, das der Gewerbeverband am Montag einreicht.

Acht Wochen benötigte der Verband, um über 100'000 Unterschriften gegen die neue Radio- und TV-Gebühr zu sammeln. Bereits Anfang Dezember war das im Oktober beschlossene Referendum zustande gekommen (Werbewoche.ch berichtete). Wie die NZZ am Sonntag in der aktuellen Ausgabe schreibt, steht das Gewerbe aber alles andere als geschlossen hinter der Idee, die neue geräteunabhängige Medienabgabe zu bekämpfen. So würden sowohl der Restaurant-Verband Gastrosuisse, wie auch viele Bäckerbetriebe das Referendum nicht unterstützen.

Der Grund: 75 Prozent aller Unternehmen müssten gar keine Gebühr mehr zahlen, da sie unter der Grenze von 500'000 Franken Umsatz liegen. Für weitere neun Prozent würde der Betrag von 612 auf 400 Franken sinken. Laut Gastrosuisse-Chef Casimir Platzer (Bild) würden so rund 80 Prozent der seinem Verband angeschlossenen Betriebe weniger oder gar nichts mehr zahlen. CVP-Nationalrat Alois Gmür weist zudem darauf hin, dass viele Betriebe fleissig Radio und TV konsumieren würden. Der Gewerbeverband argumentiere rein ideologisch und blende diese Realität aus.

Gewerbeverband-Direktor Hans-Ulrich Bigler hingegen hält am Referendum fest. Es sei selten, dass der Verband geschlossen antrete und der grosse Sammelerfolg zeige den grossen Ärger über die Mediensteuer. Ausserdem befürchtet er, dass die Gebühren nach der Einführung rasch steigen würden und so die Rechnung von Gastrosuisse nicht aufgehe. (hae/NZZaS)

Bild: Gastrosuisse

 

Neue Ausgabe von Charlie Hebdo erscheint in mehreren Ländern

Die neue Ausgabe des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo soll neben Frankreich auch in mehreren weiteren Ländern erscheinen. Wie am Freitag aus Pressekreisen verlautete, soll das Magazin auf jeden Fall in Spanien und der Schweiz verbreitet werden.

Doch der Vertreiber MLP verhandle auch mit Partnern in weiteren Ländern wie Kanada. Die am kommenden Mittwoch erscheinende Ausgabe ist die Erste seit dem blutigen Anschlag am Mittwoch auf die Redaktion in Paris, bei dem zwei Islamisten zwölf Menschen töteten, darunter vier Zeichner. Die «Ausgabe der Überlebenden» soll statt der üblichen 60'000 Exemplare mit einer Auflage von einer Million gedruckt werden. Den Angaben zufolge wollen auch Länder, die sonst allenfalls eine Handvoll Exemplare abnehmen, dieses Mal mehrere tausend anfordern. Der neue Chefredaktor des Magazins, Gérard Biard, kündigte am Freitag an, dass die Ausgabe Zeichnungen der gesamten Redaktion, einschliesslich der vier getöteten Karikaturisten, enthalten werde.

Bildschirmfoto-2015-01-10-um-22.37.02
Screenshot Charliehebdo.fr

Die Ausgabe erscheint mit Unterstützung anderer Zeitungen sowie der Pressevertreiber, die für die neue Ausgabe kein Geld nehmen wollen. Charlie Hebdo litt bereits vor dem Anschlag unter schweren finanziellen Problemen. Am Freitag hat die englische Zeitung Guardian eine Spende von 100'000 Pfund für die Satire-Zeitschrift zugesagt, Google beteiligt sich mit 300'000 Dollar am Erhalt von Charlie Hebdo. Die überlebenden Mitarbeiter waren nach dem Anschlag gezwungen, ihre Redaktionsräume zu verlassen und bei der Zeitung Libération Zuflucht zu suchen. Charlie Hebdo ist für islamkritische Karikaturen bekannt. Die Attentäter gaben selber an, mit ihrem Anschlag den Propheten Mohammed «gerächt» zu haben. (SDA/hae)
 

Argovia-Logo: Schawinski prüft rechtliche Schritte

Roger Schawinski findet, das neue Logo von Radio Argovia erinnere zu stark an dasjenige seines Senders Planet 105. Die verantwortliche Agentur nimmt die Vorwürfe gelassen.

«Peinlich und ideenlos» – so kommentierte am Donnerstag Roger Schawinski das Anfang Januar präsentierte neue Argovia-Logo gegenüber 20 Minuten. «Offensichtlich wollten sie die gute Idee unseres neuen Logos kopieren». Grund des Ärgers: Eine der vorgestellten Darstellungsoptionen – weisses Logo auf schwarzem Kreis – erinnert in Schawinskis Augen an das Logo von Planet Radio. Dem Sender, der bis Mitte 2014 Radio 105 hiess und von Schawinski in letzter Sekunde vor dem Aus gerettet wurde. Im August konnten die Hörer per Voting über das neue Planet-Radio-Logo abstimmen, die beiden Finalisten wurden im Rahmen eines Design-Wettbewerbs ermittelt (Werbewoche.ch berichtete). Gewonnen hat der Vorschlag der Zürcher Agentur Resign.

Unbenannt-13_33

Wie Schawinski nun verkündete, prüft man bei Planet 105 rechtliche Schritte. Anwälte sollen klären, «ob dies legal ist». Der Medienpionier sieht besonders im Zusammenhang mit Medienpartnerschaften – nämlich wenn die Logos auf Plakaten oder Flyern gezeigt werden – eine mögliche Verwechslungsgefahr.

radio-argovia-2_0

Bei der verantwortlichen Agentur Schaerer und Partner betrachtet man Schawinskis Vorwürfe als «absolut haltlos», wie Inhaber Andy Schaerer gegenüber Werbewoche.ch erklärt. Das neue Logo baue auf den bisherigen Elementen Stern und Schriftzug auf, Schwarz auf Weiss, ohne Kreis. Der schwarze Kreis komme nur für die Marketingvisualisierung zur Anwendung – und dann immer zusammen mit den farbigen Elementen, welche die «alten» Farben des Argovia-Logos aufgriffen.

Unbenannt-14_35
Bild: ZVG

radio-argovia_0

Und wie Argovia-Geschäftsführer Roland Baumgartner betont auch Schaerer, der Logoprozess sei bereits Anfang 2014 gestartet worden, die neue Form habe schon lange vor dem Relaunch von Planet 105 gestanden. Wie Baumgartner gegenüber 20 Minuten angibt, habe man die Kampagne erst jetzt gestartet, weil man sich vorher noch in einem Rechtsstreit um Radiokonzessionen befunden habe. Mit Roger Schawinski, der im Juni ankündigte, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht zu akzeptieren und eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzureichen. Im Oktober 2013 hatte Schawinski die Bestätigung der Konzession durch das Uvek als das «nächste Kapitel in der Aargauer Radiokonzessions-Farce» bezeichnet. Im Streit um Radiokonzessionen wollten Schawinski und seine Partner eigenen Angaben zufolge die Medienmonopole in Graubünden (Somedia) und im Aargau (AZ Medien) knacken.

In Baden, wo die Full-Service-Agentur Schaerer und Partner beheimatet ist, nimmt man die aktuelle Diskussion um die Logos aber mit Humor: «Wir danken Roger Schawinski für diese PR-Welle», so Schaerer. «So viel Publicity hätte das Logo alleine nicht geschafft. Ob mit oder ohne Kreis.» (hae)
 

Sportreporter-Legende Sepp Renggli gestorben

Die Sportreporter-Legende Sepp Renggli ist am Freitagmorgen im Alter von 90 Jahren an Altersschwäche gestorben.

Der Krienser war unter anderem Sportchef von Radio DRS und Leiter des DRS-Radiostudios, wie SRF schreibt. Renggli erlebte als Reporter 16 Olympische Spiele und 45 Ausgaben der Tour de Suisse. Er war Autor von über 30 Sportbüchern und erfand die erfolgreichen Radiosendungen «Sport und Musik» und «Grand Prix Brunnenhof».

21302020
Sepp Renggli, links, kommentiert zusammen mit Fernseh-und Radiomoderator Maeni Weber einen Sportanlass (undatierte Aufnahme/Keystone)

Gestartet hatte Renggli seine Medienkarriere bei der Zeitung Sport, bei der er in kurzer Zeit vom Sekretär zum Hilfsredaktor aufstieg. Sein erster Artikel erschien laut Sportinformation jedoch am 11. Mai 1946 im Luzerner Tagblatt: Bei einem Sprachaufenthalt an der Südküste Englands schrieb Renggli unaufgefordert einen Matchbericht des Fussball-Länderspiels England-Schweiz und schickte diesen – mit dem Hinweis, sein Vater wäre treuer Abonnent – an die Zeitung.

12214674
Sepp Renggli interviewt an der Schweizermeisterschaft vom 3./4. August 1958 auf dem Letzigrund in Zuerich die zwei Rekordlaeufer Sepp Steger und Christian Waegli. (Keystone/Walter Scheiwiller)

Im April 2014 hatte der Vater zweier ebenfalls im Sportjournalismus tätigen Söhne noch seinen 90. Geburtstag gefeiert. Nach kurzem Spitalaufenthalt verstarb er am Freitag an Altersschwäche – und mit ihm einer der grössten Sportjournalisten der Schweizer Mediengeschichte. (hae)

26621297
Die ehemaligen Sportjournalisten Karl Erb, links, und Sepp Renggli, rechts, anlaesslich einer Medienkonferenz zur Route der 70. Tour de Suisse am Donnerstag, 15. Dezember 2005, in Baden. (Keystone/Alessandro Della Bella)

 

get_footer();