Die Suche nach einem Modell für eine Zusammenarbeit der Ostschweizer Regionalfernsehsender hat zu keinem Ergebnis geführt. Tele Ostschweiz und TV Schaffhausen sehen nach eigenen Angaben keine Möglichkeit zur Kooperation mit TeleTop. Der Grund: Dessen Bedingungen wären einer Übernahme gleichgekommen, teilten sie mit. Top-Chef Günther Heuberger will seine Türen für die Mitbewerber aus Schaffhausen und St.Gallen weiter offen halten.Typografische Monatsblätter. Das Museum für Gestaltung Zürich hat in einem Buch seine Grafische Sammlung zum Thema gemacht. Es handelt «von der Kunst, die Schrift in Form von Texten wirkungsvoll einzusetzen und mit Bildern zu komponieren». Aufsätze widmen sich der Kunst der Buchumschläge, die der Kunsthistoriker Konrad Farner in den Zwanziger- und Dreissigerjahren gesammelt hatte, der Arbeit der Basler GGK in den Sechzigerjahren sowie den Hintergründen typografischer Freiheiten von Schweizer Grafikern in den Neunzigerjahren. Das Buch wird am 5. Februar im Mu- seum vor- gestellt.
Mehr Werbefreiheit für Privat-TV. Private TV-Sender sollen Unterbrecherwerbung betreiben, Privatfernsehen und Privatradio für Wein und Bier werben dürfen. Die Ständeratskommission für Verkehr- und Fernmeldewesen (KVF) arbeitet an einer entsprechenden Vorlage. Die KVF setzt damit eine parlamentarische Initiative von Schweizer-Werbung-Präsident Carlo Schmid um, die das Plenum im vergangenen September gutgeheissen hat.
BBDO, O&M und Deutsch sind Agencies of the Year. Das Werbenetzwerk BBDO hat Grund zum Jubeln: Beide grossen amerikanischen Fachmagazine, Adweek und Advertising Age, haben es zur weltweiten Agentur des Jahres gewählt. Advertising Age zeichnet damit zum ersten Mal dieselbe Agentur in zwei aufeinander folgenden Jahren aus. Mit weltweit 1,3 Milliarden Dollar Neugeschäft dürfte BBDO das einzige Netzwerk sein, das 2001 ein zweistelliges Wachstum (11 Prozent) erreicht hat, heisst es in der Begründung. Zur US-Agentur des Jahres ernannte Advertising Age Ogilvy & Mather. Adweeks US-Agentur des Jahres wurde Deutsch.
Für kommende Grosseinkäufe. Ende März wird in Rapperswil ein «neuer Stadtteil», das Albuville, eröffnet. In der Albuville-Rondelle, dem «Albuville-Turm», wird auch Tower Sports zu Hause sein. Auf 1312 Quadratmetern findet man dort Nike Department, Adidas Department, Bikes, Outdoor, Skis und Snowboards, Fashion und Trends. Für dieses neue Sportparadies hat Publicis, Zürich, ein neues CI entwickelt, das natürlich mit dem Namen und dem realen Erscheinungsbild von Tower Sports spielt. Ausgehend davon realisierte Publicis ein Mailing, einen Messestandauftritt für die Expo Jona 02 sowie ein Aufmerksamkeit weckendes Give-away: doppelt so hohe Einkaufstüten wie normale. Des Rätsels Lösung liefert die Schlagzeile von Daniel Krieg auf der Rückseite: «Der passende Sack für kommende Grosseinkäufe». AD: Flo Wacker; Grafik: Corinne Stadelmann; Beratung: Caroline Peter.
Alternative zum Hotel. In München etabliert sich langsam, aber sicher ein touristisches Pilotprojekt: Statthotel, die Alternative zu Hotel und Pension in Form einer Privatzimmervermittlung. Beworben wird Statthotel aus der Schweiz von Department. Die junge Fullservice-Netzwerkagentur in Zürich hat seit ihrer Gründung vor einem Jahr schon einige stattliche Projekte abgeliefert. Identity und Test-Launch des Schweizer Fahrzeugs Sam, der komplette Launch der Marke Head Snowboards international und eine Onlineplattform für den deutschen Telekomanbieter T-Mobile sind einige der Kunden. Der Umstand, dass im Department-Portfolio viele internationale Mandate auftauchen, lässt sich über die Gründer erklären. Johne Eisenhut (Text) ist in den USA aufgewachsen und hat vor der Gründung in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich auf Marketingseite gearbeitet. Ollie Brunschwiler (Art) hat eine AD- und Freelance-Karriere hinter sich, bei der er immer wieder über die Grenzen geschaut hat. Begegnet sind sich die beiden schliesslich Anfang der Neunzigerjahre als Snowboardprofis.
15 Jahre Sonntag. Zu ihrem fünfzehnjährigen Bestehen hat die SonntagsZeitung eine Serie mit Inseraten lanciert, in denen Menschen porträtiert werden, die in diesen 15 Jahren «etwas bewegt und so wie viele andere auch zu einer lebendigen Schweiz beigetragen haben». Die Kampagne ist inhouse realisiert worden und «unser eigenes
Geburtstagsgeschenk», verrät Verlagsleiterin Sandra Geiger. Als AD wirkte Othmar Rothenfluh; Text: Peter Steiner; Foto: Daniel Boschung; Werbeleitung: Christine Lesnik. Eröffnet wurde die Reihe mit Franz Steinegger und Beatrice Tschanz. Die Kommunikationsfachfrau «und SonntagsZeitungs-Leserin über all die Jahre» verzichtet wie alle Porträtierten auf ihr Honorar und lässt es einem gemeinnützigen Zweck zukommen. Geschaltet wird die Anzeige in hauseigenen Titeln, aber auch in Bilanz und Weltwoche.
Novartis konzentriert Media bei MindShare. Der Schweizer Chemieriese Novartis konsolidiert laut US-Fachmagazinen seine Mediaetats bei der WPP-Agentur MindShare. Demnach hat sich MindShare gegen die Konkurrenten OMD und Starcom MediaVest durchgesetzt und betreut künftig das weltweite Gesamtbudget von 250 Millionen Dollar. Novartis-Sprecher Satoshi Sugimoto wollte die Berichte gegenüber der WerbeWoche nicht bestätigen: «Wir geben keine Auskunft zu Drittfirmen, von denen wir Dienstleistungen beziehen.» Auch Cosima Giannachi, Geschäftsführerin von MindShare Schweiz, gab sich bedeckt. Die Angelegenheit sei noch nicht entschieden, zumal MindShare in Europa auch den Novartis-Konkurrenten Pfizer betreue.
Editorial
Ein eher seltener Fall von Eintracht Die Leserinnen und Leser der WerbeWoche haben Dominique von Matt zum Werber des Jahres 2001 gewählt. Der promovierte Betriebswirtschafter und Agenturleiter von Jung von Matt/Limmat machte das Rennen mit gut 25 Prozent der Stimmen, gefolgt von
Frank Bodin und Martin Spillmann, die beide gleich viele Stimmen erhielten.
Dominique von Matt begann seine Werbelaufbahn auf Kundenseite als Marketingassistent und Product Manager; 1993 gründete er zusammen mit David Honegger die Agentur Honegger von Matt. Nach dem Ausscheiden seines Geschäftspartners erfolgte im April 2001 die «Verbrüderung» seiner Agentur mit derjenigen seines grossen Bruders
Jean Rémy von Matt in Deutschland zu Jung von Matt/Limmat. Heute arbeiten
55 Leute in der Agentur, die kürzlich vom Seefeld an die Wolfbachstrasse beim Zürcher Schauspielhaus umgezogen ist. Die Redaktion der WerbeWoche gratuliert Dominique von Matt ganz herzlich zu seiner Wahl. Mehr über den Preisträger lesen Sie auf den Seiten 12 und 14.
Zum dritten Mal wird die «Kampagne des Jahres» ausgezeichnet. Zur Auswahl standen 21 Kampagnen, die wir im letzten Jahr auf unserer Titelseite vorgestellt hatten. Neben den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche haben sich dieses Jahr erstmals auch die Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten und der Programmzeitschrift Tele an der Wahl beteiligt. Mit rund 18 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde die ZVV-Kampagne («ZVV – Richtig verkehrt») von Publicis, Zürich, zur Kampagne des Jahres gewählt.
Aufschlussreich ist an diesem Resultat, dass sowohl die Leserschaft der Fach- als auch der Publikumspresse zur selben Einschätzung gelangte. Die ZVV-Kampagne wurde im vergangenen Herbst zudem für ihre Effizienz mit einem Effie ausgezeichnet und hat gute Chancen, Ende Januar mit einem ADC-Würfel ausgezeichnet zu werden. Mit anderen Worten: Es handelt sich um den eher seltenen Fall, bei dem eine Kampagne alle drei involvierten Parteien zufrieden stellt: Werber, Werbeauftraggeber und Konsumenten. Wir gratulieren herzlich. Samuel Helbling, Chefredaktor