Glatteis nach dem Baregg

Einmal mehr hiess es Ende Januar «Guet Schtei». Das jährliche Curlingturnier des Werbervereins Idée-VfW stand auf dem Programm.

Einmal mehr hiess es Ende Januar «Guet Schtei». Das jährliche Curlingturnier des Werbervereins Idée-VfW stand auf dem Programm.Von Beat Fritsch Nach längerer Zeit wieder in der Curlinghalle Baregg, benannt nach dem gleichnamigen Tunnel. Nach Umfunktionierung der alten Halle in ein Trendsportcenter wurde mittlerweile gleich daneben eine neue erbaut. Darüber waren die Veranstalter von der Idée unter der Leitung von Heinz Egli auch nicht unglücklich, hat doch in Küsnacht, wo das Turnier während der letzten Jahre stattfand, die Bewirtung nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt.
Neben den alten Hasen wie den Iisfäger von Mosse oder den Beobachter-Curlern mit Markus Marchel, die den Eisevent seit Jahren frequentieren, gabs dieses Jahr etliche neue Teams. Suzanne Speich von Viva-Swizz ging mit Hans-Peter Scholl von Radiotele und zwei Juniors ins Rennen. Sie schliff ziemlich gekonnt übers Eis, obwohl sie sonst jeweils nur während der Winterferien in
St.Moritz spielt. Die Agentur Grey stellte eine Mannschaft, und weil Kilian Gasser den Job gewechselt hat, schlitterte auch ein Team der WochenZeitung durch die Halle. Nicht zu vergessen Goldbach-CEO Michi Frank, der mit Peter Lesch von Lesch + Frei und Frank Bodin von Euro RSCG Steine schob. Und weil beide Franks nicht gerne verlieren, holten sich die Goldbach-Bäse auch gleich den Titel der besten Werbecurler.
Sie zeigten sich allerdings als undankbare Gewinner. Eine alte Curlingtradition besagt nämlich, dass die Sieger die Verlierer jeweils zu einem Drink einladen. Wie sich aber leider im Nachhinein herausstellte, gilt das nur für die einzelnen Spiele, nicht fürs ganze Turnier. Die Goldbach-Geldbeutel blieben deshalb verschont, da die anderen Teilnehmer ihre Schlusszeche doch selber bezahlen mussten.
Mit den Verliererdrinks nach den Ends kam die Mannschaft der WerbeWoche, verstärkt durch Florian Biafori und Sandro Proietto von Mediabox, dieses Jahr glimpflich davon. Von vier Spielen wurden zwei gewonnen, eins davon gegen die Kollegen vom Persönlich. Dass diese Turnierpaarung bereits zum dritten aufeinander folgenden Male ausgelost wurde, lässt auf Schummelei im Spielplan schliessen. Trotzdem freuts, dass es im internen Duell der Kommunikationsfachzeitschriften jetzt 2:1 für die WerbeWoche steht. Es wäre aber schön, wenn man das nächste Mal erst im Final auf die Konkurrenz träfe! Die Flying Hearts mussten ebenfalls vor uns die Waffen strecken. Den Meister zeigten uns dann Die Netten, das Team der WoZ unter Kilian Gasser. Er holte sich allerdings fürs Finalspiel einen Profiskip aufs Eis, was ihn auf den dritten Schlussrang katapultierte.
Dass die Veranstaltung nicht ohne Sponsoren über die Bühne gehen kann, sagte Heinz Egli während der Preisverleihung. Weil das Turnier viel Spass macht, sind die meisten auch gleich mit einer Mannschaft mit dabei. Die von Rink-Sponsor Facts mit Gastskip Röbi Baier landete auf Platz sechs, die von Apéro-Sponsor Absolutturnus gar auf Platz zwei.
Nach Turnierende waren alle zufrieden, denn auch fürs leibliche Wohl war gesorgt. Der Spaghettiplausch war in Ordnung, zum Trinken gabs gar einen feinen Chianti. Dass Curling in die Knochen geht, dürften die Gelegenheitsspieler noch gemerkt haben. Steineschieben und Besenwischen können einen ganz schönen Muskelkater verursachen.
Beat Fritsch

stemmt einen Stein von rund 20 Kilogramm, der beim Curling möglichst genau im Zielbereich platziert werden muss. Unter Mithilfe eines Besens, mit dem vor dem Stein her gewischt wird. Für die WerbeWoche stellten sich der Shortlistautor und der Fotograf mit einer Zweimannverstärkung der Agentur Mediabox der Herausforderung.
Wer sich sonst aufs Glatteis begibt oder an Partys rumrutscht, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Immer weniger neue dipl. Marketingleiter

Der Beruf des Marketingleiters scheint immer weiter an Glamour zu verlieren:

Der Beruf des Marketingleiters scheint immer weiter an Glamour zu verlieren:17 Kandidatinnen und 79 Kandidaten haben im Dezember 2001 die höhere Fachprüfung zum eidgenössisch diplomierten Marketingleiter bestanden. Angetreten waren 128 Männer und 28 Frauen. Damit bestätigt sich der Trend zu abnehmenden Prüfungsbewerbungen seit 1997, als mit 177 Kandidatinnen und Kandidaten der bisherige Höhepunkt erreicht war. Vergangenes Jahr liessen sich 164 Absolventen ein Diplom in die Hände drücken.Die Erfolgsquote lag bei 61,5 Prozent, die Durchschnittsnote der Diplomierten hatte 4,4 betragen. Drei Kandidaten erreichten einen Notendurchschnitt von 5 oder darüber. Es sind dies Dieter Aeschimann aus Bern (5,1), Urs Dummermuth aus Lohn (5,0) und Christian Hermle aus Bonstetten (5,0).
Seit 1981, als die Prüfung zum Marketingleiter erstmals durchgeführt wurde, sind insgesamt 654 Diplome verteilt worden. (ba)

Herr der Ringe.

Für das Genfer Piercingstudio Red Light District hat die in der gleichen Stadt domizilierte Agentur Label Communication eine Vorher-Nachher-Kampagne entwickelt, die die Veränderungen seit dem Bestehen des Studios visualisieren soll.

Für das Genfer Piercingstudio Red Light District hat die in der gleichen Stadt domizilierte Agentur Label Communication eine Vorher-Nachher-Kampagne entwickelt, die die Veränderungen seit dem Bestehen des Studios visualisieren soll. So zeigen Löwenkopf und Haken – stellvertretend für alle anderen Ringträger –, wie sich die Calvinstadt seit 1995 verändert hat: erst mit dem entsprechenden Ring erhält der Türklopfer seine wahre Bestimmung. Stechmeister ist Richard Anex, der bisweilen seinen Kundenkreis mit roten Guerillaaufklebern erweiterte, die im neuen Auftritt den Claim ersetzen. Getreu diesem Vorbild sind seit Ende Januar neben Anzeigen vor allem Wildplakate und Flyers im Einsatz. CD: Patric Bütikofer; Grafik: Sylvain Baumgartner; Beratung: Ioana Pop; Foto: Vladimir Marti.20 Prozent Verlust. 2001 war für die Anleger ein Verlustjahr. 20 Prozent der Aktienwerte, so steht es in der ersten Ausgabe von Cashvalue zu lesen, sind an der Börse vernichtet worden. «In solch unsicheren Zeiten rückt die Langfristperspektive wieder in den Vordergrund», schreibt Guntram Rehsche, Redaktionsleiter Value, im ersten Editorial. Keine weitere Publikation zur Börse, sondern «vielmehr ein Magazin zum langfristigen Aufbau von Vermögen» will Cashvalue sein. Gefeiert wurde das erste Erscheinen des neuen Magazins stilgerecht: Das Verlagskader begab sich mit den VIPs ins «SixtyOne». Das Fussvolk der Zeitung cüpelte im «Kaufleuten».
Gold und Bronze in New York für Schweizer Effektivität. Am Wettbewerb für Advertising/Marketing Effectiveness (AME) erhielt Euro RSCG für die «Olympia mit Tibet»-Kampagne in der Kategorie «Local Low Budget» Gold. Mit Bronze wurde die Kampagne von Jung von Matt/Limmat für Cablecom Hispeed ausgezeichnet (Kategorie Telecom Services and Equipment).
Grand Award für die Schweiz an den NY Festivals. Am Wettbewerb für TV- und Kinospots der New York Festivals haben die Schweizer Agenturen hervorragend abgeschnitten. Advico Young & Rubicam (AY&R) wurde für «Borders» (Médecins sans Frontières) mit einem von nur fünf Grand Awards ausgezeichnet. Für diesen Spot erhielt AY&R auch Gold in der Kategorie Frieden & Menschenrechte. Silber gewann in dieser Kategorie Euro RSCG für «Die Spiele von Peking. Mit Tibet». Gold gab es auch für McCann-Erickson, Zürich: Der «Hitchhiker»-Spot für Randstad wurde in der Kategorie Professional Services prämiert. Bronze bei den Haushaltprodukten gewann nochmals AY&R mit Werbung für das Waschmittel Elan. Zudem wurden neun Finalists vergeben an McCann (2), Euro RSCG (2), Jung von Matt/Limmat, Publicis, AY&R (2) und Lowe Lintas GGK.
SWISS MADE. «Swissness» – Die Welt will Schweizer Marken. Von dieser Chance ist Steven Loepfe überzeugt. Der Inhaber der Loepfe & Partner, Identity/Reputation in Basel, hat deshalb rund um die Taufvorbereitungen für die neue Airline ein Traktat verfasst, in dem er über «Entstauben statt neu Erfinden» nachdenkt. «Atraxis, Unaxis, Galexis – alles nix!», meint er und fordert deshalb: «Bouws und Brûlés braucht das Land.» Markengurus, die als Holländer oder Kanadier schätzen, welchen Wert Swissness tatsächlich hat. Die Schweiz steht für Qualität, Sicherheit, Pünktlichkeit, Einfachheit oder Reduktion. «Eine Kombination von Eigenschaften, um die uns andere beneiden», meint Loepfe.
Stimme Europas. Unter dem Titel «Voix d’Europe» organisiert die Landesausstellung Expo.02 in Zusammenarbeit mit dem Ringier Verlag am 6. und 7. September einen Event, der Europa gewidmet sein wird. Chef des Projekts bei Ringier ist Jacques Pilet, Ex-Chefredaktor von L’Hebdo und Nouveau Quotidien und zurzeit im Konzernstab für Medienentwicklung zuständig. Laut Expo.02-Sprecher Laurent Paoliello stehen am Event Chorgesänge, Foren und Diskussionen auf dem Programm.
Konstant glücklos. Von den 31 Schweizer Einreichungen, die es dieses Jahr auf die Shortlist des Kreativpreises Eurobest geschafft hatten, ist nur eine einzige mit einem Award prämiert worden: Die Plakatkampagne für die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) von Advico Young & Rubicam. Die Schweiz hat damit seit 1997 konstant jedes Jahr genau einen Eurobest gewonnen.
Lieber billig als schäbig. Wenn Neuwagenverkäufe im Winterschlaf versinken, hadern Autohändler gerne mit dem Schicksal und übertrumpfen sich dabei mit ruinösen Sparaktionen. Der Konsequenz solcher Aktionen, die aufs Werbebudget drücken, trägt jetzt die Zürcher Renault-Agentur Publicis Rechnung. Für eine augenfällige Fake-Kampagne schlüpften CD Daniel Krieg, Texter Rolando Baron und AD Daniel Kobi in die Haut von Autoverkäufern, die eine Kampagne selber konzipieren: Aus Spargründen haben sie selbst zu Schere und Filzstift gegriffen und sich ihre Werbemassnahmen im Do-it-yourself-Verfahren kreiert. Aufs Beste kommuniziert die absichtlich schlampige Kampagne das Motto: Lieber billige Werbung als schäbige Angebote.
Kolumne

Effizienz hat ihren Preis
Im Vergleich zu heute dürften sich Regional-TVs in drei bis vier Jahren wie in Schlaraffia fühlen. Nicht zusätzliche Werbeminuten, sondern in Aussicht gestellte Gebührenmillionen werden die Szene umkrempeln.
Geht es nach dem Willen des Bundesrates, wird die Struktur der Schweizer Regional-TV-Szene neu aufgegleist, und auch die Marktchancen werden neu verteilt. Das ist Sprengstoff. Denn in diesem an Effizienz orientierten Modell haben nur zehn bis zwölf Konzessionäre Platz. Von den 17 grösseren Regional-TVs werden diverse durch den Raster fallen.
Den Sendern in den betroffenen Regionen bleibt nur die Fusion. Was auf die Schnelle kaum denkbar ist. Oder sie kämpfen, jeder für sich, um die jeweilige Konzession. Auf dem Spiel steht viel. Denn die Verlierer würden neben dem mit Millionen gestärkten Konkurrenten einen schweren Stand haben. Zumal der Sieger dann auch noch in ihr eigenes Sendegebiet eindringen würde.
Trotz allem bedeutet das neue Modell einen Fortschritt. Damit soll das Rezept der Sendegebietszuteilung nach Kommunikationsräumen, die sich an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren, konsequent auf die ganze Schweiz angewendet werden. Das macht auch werbetechnisch Sinn und wird das TeleNewsCombi als Partner der Werbewirtschaft stärken.
Freilich, ein Wermutstropfen bleibt. Der Leistungsauftrag für private Veranstalter, den man eigentlich mit der RTVG-Revision ad acta legen wollte, wird doch fortgeschrieben. Wahrscheinlich sogar verschärft und noch stärker kontrolliert. Die Lokal-TVs werden somit noch deutlicher als bisher Teil des Systems SRG mit klar zugewiesenen Rollen im TV-Markt. Das ist der Preis, der zu zahlen ist. Daniel Schifferle

C-Matrix fusioniert mit Syntagme

Die C-Matrix Group AG, Baar, eine der führenden Schweizer PR-Agenturen, schliesst sich mit der Syntagme MS&L Genève zusammen.

Die C-Matrix Group AG, Baar, eine der führenden Schweizer PR-Agenturen, schliesst sich mit der Syntagme MS&L Genève zusammen.Daraus entsteht die C-Matrix Group mit Niederlassungen in Baar und Genf und der exklusiven Schweizer Partnerschaft mit Manning, Selvage & Lee (MS&L), New York, einem der weltweit grössten PR-Netzwerke. Das neue Unternehmen beschäftigt 25 Mitarbeitende, 18 in Baar und 7 in Genf. Der konsolidierte Nettohonorarertrag 2001 beläuft sich auf rund 5,4 Millionen Franken. Durch den Anschluss ans globale PR-Netzwerk verstärkt C-Matrix Group die Kompetenz für die Abwicklung auch internationaler Mandate. MS&L gehört mit 100 Niederlassungen und Partnern zur weltweit viertgrössten Kommunikationsgruppe Bcom3. Die C-Matrix Group in Baar wird wie anhin von Alfred Köcher, Managing Partner, geleitet. Die frühere Syntagme MS&L, Genf, wird als C-Matrix Genève SA vom bisherigen Direktor Luc Giacobino weitergeführt. (pan)

Auch Privatradios wollen Geld

TV-Gebührensplitting weckt zusätzlich Begehrlichkeiten bei den Radioveranstaltern

TV-Gebührensplitting weckt zusätzlich Begehrlichkeiten bei den RadioveranstalternVon Daniel Schifferle Die vom Bundesrat in Aussicht gestellten Gebührenmillionen stellen nicht nur die Lokal-TVs vor eine neue Situation. Bereits melden die Privatradios ihre Begehrlichkeiten an, die nun ihren eigenen Gebührenanteil ebenfalls massiv erhöht haben wollen.
Noch offen ist, wie viele Gebührenmillionen für die Regional-TV-Szene zur Verfügung stehen werden. Und noch genau so unklar ist, nach welchem Schlüssel der Geldsegen unter den zehn bis zwölf auszuscheidenden Konzessionsgebieten dereinst zu verteilen sein wird. Das Seilziehen um diese entscheidenden Fragen beginnt jetzt erst.
Als Reaktion auf die angekündigten Millionen fürs TV hat jetzt auch der Verband Schweizer Privatradios (VSP) zusätzliche Gebührenforderungen angemeldet. Martin Muerner, Vizepräsident des VSP und zuständig für Gebührensplitting, verlangt «als Ausgleich eine massive Verbesserung des Splittingbeitrags für die Privatradios». Dieser müsse «in etwa die Hälfte des Betrages ausmachen, den das Fernsehen bekommen wird». Gegenüber den rund 7 Millionen Franken, die heute ins Privatradio gehen, würde dies eine beträchtliche Aufstockung bedeuten. Muerners Argumente: «Fernsehen, Privatradios und Verlage sind in der Schweiz zum Teil derart vernetzt – mit dem angekündigten Gebührensplitting würde nicht nur das TV, sondern jeweils eine ganze Gruppe unterstützt. Wenn also in einer Stadt zwei Privatradios senden, wovon eines noch eine TV-Station hat, müsste auch das ohne TV einen Ausgleich bekommen.»
TeleNewsCombi fährt Integrationskurs rasch weiter
Wie werden sich die Gebührenmillionen auf das TeleNewsCombi (TNC) auswirken? Wird der Regional-TV-Pool seinen Integrationskurs weiter so gezielt fortsetzen wie bisher oder wird der Geldsegen den Druck zur Zusammenarbeit nehmen? Für TNC-Geschäftsführer Christian Stärkle ist klar: «Wir müssen so weiterarbeiten, wie wir 2001 angefangen haben, wir müssen diesen Prozess sogar möglichst beschleunigen, damit wir die Synergien rasch nutzen können.» Ziel sei, auch ohne Gebührensplitting rasch eine optimale Leistung für die Zuschauer auf die Beine zu stellen.
Stärkles Bedenken leuchten ein: «Je mehr Mittel man hat, umso eher neigt man zur Eigenbrötelei, das zeigen die Erfahrungen mit den Lokalradios. Deshalb wäre eine Verschnaufpause jetzt fehl am Platz.»
Über die Bier- und Weinwerbung, die der Bundesrat lokalen Veranstaltern zugesteht, mag sich Stärkle noch nicht wirklich freuen. «Das würde erst richtig interessant, wenn auch der Marktleader SRG Radiowerbung machen könnte», wendet er ein.

Aufsteller: «Es braucht die harten Daten»

Aufsteller «Es braucht die harten Daten» Ist die Einigung in Sachen Plakatforschung für Sie ein Aufsteller oder Absteller?Fritz Zimmermann: Ein klarer Aufsteller. Die SBB hat seit Jahrzehnten das Plakat als eines der wichtigsten Werbemedi

Aufsteller «Es braucht die harten Daten»
Ist die Einigung in Sachen Plakatforschung für Sie ein Aufsteller oder Absteller?
Fritz Zimmermann: Ein klarer Aufsteller. Die SBB hat seit Jahrzehnten das Plakat als eines der wichtigsten Werbemedien eingesetzt. Deshalb begrüssen wir harte Daten, die uns bei Planungsvorgängen und Intermediavergleichen helfen.
Sie glauben, dass die Pilotstudie nun wirklich zu Stande kommt?
Zimmermann: Die Hauptfrage wird aber sein, wie aussagekräftig die Zahlen sein werden.
Die Werbeauftraggeber setzen das Medium Plakat sowieso ein, harte Daten hin oder her.
Zimmermann: (lacht) Es ist so, dass man das Plakat wegen seiner Einzigartigkeit ohnehin im Mediakonzert führen muss. Dennoch waren wir bisher immer in einem gewissen Argumentationsnotstand und mussten aus dem Bauch heraus entscheiden. Jetzt aber wollen wir endlich erfahren, was wir wirklich erreichen. Es braucht die harten Daten; diese Lücke muss gefüllt werden.
Falls das Forschungsprojekt noch scheitern sollte: Würden Auftraggeber längerfristig auf andere Medien umschwenken?
Zimmermann: Eine Protestaktion der Einkäufer ist nicht absehbar. Sicher aber würde der Druck auf die Aussenwerber noch weiter zunehmen. Ich nehme an, dass sie daran interessiert sind, ihre Branche im Blick auf Werbeleistungsdaten vorwärts zu bringen. Die Plakatierer haben erkannt, dass sie Zahlen liefern müssen. Interview: Markus Knöpfli

Neuer Pool in Sicht?

Die Radios 24, Top, Zürisee und Grischa führen Gespräche über einen neuen Pool.

Die Radios 24, Top, Zürisee und Grischa führen Gespräche über einen neuen Pool.Dies sagte Grischa-Chef Hanspeter Lebrument gegenüber der WerbeWoche. Ende Februar wird weiter darüber beraten.Theodor Gut, VR-Präsident von Zürisee, erklärte, es sei naheliegend, dass man nach den Differenzen um den Powerpool noch dieses Jahr eine Lösung mit Grischa und Top suche. Der Powerpool war im November von 24 und Zürisee lanciert worden, wurde aber auf Druck der Leaderpool-Mitglieder Top und Grischa sistiert.
Fest steht: Falls Radio 24 eine Allianz mit Zürisee eingeht, redet auch die Wettbewerbskommission mit. So wollte sie von 24 und Zürisee wissen, ob sie im Werbemarkt kooperierten, weil die neue Belcom-Besitzerin Tamedia in Zürich marktbeherrschend werden könnte. Dies wollte die Weko verhindern, als sie von der Tamedia den Verkauf der Zürisee-Anteile verlangte. (mk)

Aufgefallen: Die Inszenierung von Körperteilen zu Werbezwecken weckt nach wie vor Aufmerksamkeit…auch wenn dahinter nicht das Konzept von Ex-Benetton-Werber Oliviero Toscani steckt.

AufgefallenDie Inszenierung von Körperteilen zu Werbezwecken weckt nach wie vor Aufmerksamkeit…auch wenn dahinter nicht das Konzept von Ex-Benetton-Werber Oliviero Toscani steckt. Es genügen die Lippen von Miss Schweiz Jennifer Ann Gerber (verst

Aufgefallen Die Inszenierung von Körperteilen zu Werbezwecken weckt nach wie vor Aufmerksamkeit…auch wenn dahinter nicht das Konzept von Ex-Benetton-Werber Oliviero Toscani steckt. Es genügen die Lippen von Miss Schweiz Jennifer Ann Gerber (versteckt hinter reichlich viel Farbe) oder ein paar Dutzend männlicher Handflächen (in unbemaltem, natürlichem Zustand) und wir schauen hin und fragen uns im ersten Moment: Was will uns diese Anzeige verkaufen? Popkunst, Handlesen, Reduktion aufs Wesentliche, Handschuhe, Multikulti…? Falsch. Es geht hier vielmehr um geschlechtsspezifische Spielzeuge für Erwachsene: Für die Frauen den Alfa und für die Männer den Pocket-PC. Interessant ist nur, dass die Alfa-Anzeige sehr wahrscheinlich mehr das männliche Hirn als das weibliche zum Träumen bringt. Oder etwa nicht? Chandra Kurt
Kolumne

Zuckerbäcker, Zuckerschnee
Von Mike Müller
Bergler sind die besten Patrioten. Sie bringen unbekannte Namen wie Auf den Blatten in unser Bewusstsein zurück. Am härtesten sind die Walliser: Sie sind erzkatholisch (Zurbriggen), fahren mit Weisswein Ski (Colombin), winden sich aus vertrackten Skandalen (Blatter) und verteidigen ihren genetisch bedingten Autonomiestatus, wenn sie uns anderen als «Usserschwizer» bezeichnen. Sie haben uns auch schöne Sängerinnen beschert (Sina) und feinen Wein (Heida). Zugegeben, die Bündner haben zum Teil besseren Wein (Herrschäftler), mehr Literaten (Camartin), unschlagbare Liederer (Bardill), aber die Bündner sind so sehr auf Zürich ausgerichtet, dass sie mental zu Unterländern degeneriert sind. Früher sind die armen Engadiner noch nach Oberitalien ausgewandert, um als Zuckerbäcker das grosse Geld zu machen, heute bleiben sie faul zu Hause und produzieren mit Kanonen Zuckerschnee. Das ist wie Assugrin im Kafi Luz. Die Gründe sind volkswirtschaftlicher Natur: Natürlich natürlich, Arbeitslose auf grünen Wiesen sind kein attraktives Motiv, und schliesslich haben die Engadiner an der Uni Zürich Betriebswirtschaft und an der ETH Schneekanonik studiert. Die Walliser sind anders, die fuhren für acht Semester nach Fribourg, haben nach der Abendmesse weitergesoffen wie zu Hause und nach billigem Lizentiat als Politiker in Bern den teuersten aller Tunnels durchgeboxt. Gut, die Bündner haben auch einen Tunnel gekriegt, der jeden Preisüberwacher ins Delirium tremens treibt, aber sie lassen sich immer sehr auf das Niveau des Gastes herab: Die Bündner tun alles, um vom Subaru-Image wegzukommen und endlich mit Audi A8 assoziiert zu werden. Mit ihren Grossinvestitionen im Zuckerschneesegment haben sie es geschafft, sie sind gern gesehene Gäste in Zürichs Kreditinstituten (wo sie ihre Studienkollegen treffen). Ich möchte meine Bergler lieber stur und mürrisch.
[email protected]
Mike Müller ist Darsteller.
Business Lunch

Ein Kalb, wer hier kein Kotelett isst José Estevez ist Wirt eines Restaurants im Kreis 4 (Zürich, schon wieder Zürich!?), das ganz mediterran Pergola heisst. José ist spanischer Herkunft. José bietet in der Pergola aber auch italienische Gerichte an. Und für einen, der mit Gnocchi al ragù, Tortellini in brodo, Arrosto di vitello und anderen Köstlichkeiten erzogen worden ist, zählen Lokale, in denen Spanier italienische Gerichte servieren, zu denen, die man eigentlich meiden sollte. Konsequent sogar. Bei José ist das anders.
Der erste Grund: Er ist ein grundehrlicher Mensch. Das steht ihm ins Gesicht geschrieben. Das liest man aus seiner Speisekarte. Die Menüs sind über Mittag um die 20 Franken teuer, und das kann sich heute auch ein Mann im Überkleid leisten. Sie sind proper gekocht, will sagen: Kalorien- und kohlehydrathaltig nähren sie den Hungrigen. Dass er zudem eine nette Auswahl von Pastagerichten anbietet, die man gegen einen geringen Aufpreis auch als Hauptspeise verzehren kann, sollte man nicht weitersagen. Wir wollen diesen Kneipier ja nicht ruinieren, denn es gibt in dieser Stadt genügend andere Vertreter seines Berufsstandes, die einen rücksichtslos abzocken und dabei noch die Unschuld vom Lande mimen.
Das Lokal ist seit einem Vierteljahrhundert fester Bestandteil meines privatimen Restaurantguides. Vor allem der Wandmalerei wegen, die auf einen ehemals Tessiner Wirt schliessen lässt. Das Murales ist von einer selig machenden Kitschigkeit. Die Tische sind relativ eng gesetzt, indes mit feinem weissem Baumwollstoff gedeckt, auch die Serviette dazu. Freilich, einige Tische erlauben eine intimere Konversation und auch das Studium von Akten, sofern notwendig – aber deswegen kommt man nicht unbedingt in ein Restaurant. Man sitzt doch eher etwas eng.
Josés Karte ist ein Eldorado für Karnivoren – Liebhaber fleischloser Kost müssen mit
Pasta und wenigen Salaten vorlieb nehmen. Ist halt so bei den Italospaniern, und bei den Hispanoitalos erst recht. Ergo sitzt Mann unter Seinesgleichen, und ergo ist der Geräuschpegel relativ hoch. Vor allem über Mittag, wenn das Lokal bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Was soll da noch ein Handy? Abschalten ist zwar kein Muss, aber doch ratsam.
Josés Küche hat den Umgang mit den gut abgehangenen Muskelteilen der Rinder und Kälber gut im Griff. Vorzugsweise die Filets zählen zu den Bravourstücken der Küche. Und natürlich das immer wieder sagenhafte und auf den rosa Punkt gebratene doppelte Kalbskotelett für 39.50 Franken pro Person. Das ist so lecker in der Butter gebraten, dass auch der Knochen mit in den Teller kommt, und sei es nur darum, sich in paläontologisch korrekter Haltung den saftenden Fleischresten zu nähern…Langer Rede kurzer Sinn: ein Kalb, wer hier kein Kotelett bestellt. Zweimal wird der Teller zudem gefüllt (als Begleitung kommen Breitbandnudeln dazu – ein wenig Gemüse könnte aber auch nicht schaden…), grad so, dass ein kleiner Salat voraus zur Einstimmung genügt.
Alles paletti, also? Na gut, die Bedienung hätte etwas mehr Dampf aufsetzen können an diesem Montag. Lag jetzt halt nicht drin. Schluckt man einfach runter, am besten mit spanischen Crûs, von denen einige exzellente auch offen angeboten werden, ebenso günstig wie die Speisen. Hat der Service mal gepatzt, versucht er mit Charme die verlorene Runde wie beim Sechstagerennen wieder aufzuholen.
Alles paletti? Ja. Vorausgesetzt, man reserviert einen Tisch. Aussichtslos, über Mittag ohne Reservation hier hereinzuplatzen. Schliesslich gehören die meisten der hier Tafelnden zum mittleren Kader mit entsprechendem Budget. Und hier passt die Pergola haargenau hinein. Parkplätze hats einige wenige rings ums Haus. Carlo Bernasconi
Restaurant PergolaKanzleistrasse 121
8004 Zürich
Telefon 01 241 12 21

Niemandes Pfeife

Der Beobachter wird 75 Jahre jung

Der Beobachter wird 75 Jahre jungDamals war er 38 Jahre alt, der Basler Reklamefachmann Max Ras, als er 1927 voller Tatenlust 660000 Exemplare des Schweizerischen Beobachters in alle Haushaltungen der deutschen Schweiz verteilen liess. Er wollte auf diesem Weg vor unseriösen Geschäftemachern warnen. Gleichzeitig wollte Ras sein publizistisches Credo kommunizieren: Sein Beobachter sollte «nach niemandes Pfeife tanzen». Der Rest ist Pressegeschichte. Der Beobachter blickt in diesen Tagen auf 75 erfolgreiche Jahre zurück. Heute ist die vierzehntägliche Publikation aus dem Jean Frey Verlag mit 1059000 Leserinnen und Lesern das führende Informations- und Beratungsmagazin der Schweiz. Das Unternehmen um den inzwischen multimedialen Beobachter ist vernetzt mit TV («Quer», «konsum.tv») und Radio (Sendungen in über zehn Stationen), betreut ein grosses Beratungszentrum (20 Experten für 70000 Anfragen pro Jahr), produzierte 40 Ratgeberbücher und leistet jährlich soziale Hilfe für rund 3 Millionen Franken. Die Happy-Birthday-Party steigt am 2. Februar im Zürcher Volkshaus. Gleichzeitig wird an diesem Abend in Anwesenheit von Bundesrätin Ruth Dreifuss zum fünften Mal der Prix Courage verliehen.
In der Jubiläumsnummer ist neben vielen überraschenden Beobachtungen aus der Geschichte des erfolgreichen Hefts auch zu lesen, dass der inzwischen in Hollywood verfilmte Roman «Der Richter und sein Henker» von Dürrenmatt ursprünglich im Auftrag des Beobachters entstanden ist. Unterbrochen durch Werbung für Ovomaltine, Knorr-Suppen und Haferflöckli hat der Beobachter ab Dezember 1950 den Krimi in mehreren Folgen erstmals gedruckt. Honorar für Fritz, «das junge Talent», damals: 3000 Franken. Andreas Panzeri

«Bei fünf Prozent wäre die Schmerzgrenze überschritten»

SRG-Generaldirektor Armin Walpen rüstet zur Schadensbegrenzung

SRG-Generaldirektor Armin Walpen rüstet zur SchadensbegrenzungDas angekündigte Gebührensplitting für Lokal- und Regionalfernsehstationen will die SRG nur hinnehmen, wenn sie dafür Kompensationen erhält. Die Radiowerbung ist dabei nur eine von mehreren möglichen Forderungen, die SRG-Generaldirektor Armin Walpen auf den Tisch legt.Sofort nach der Bekanntgabe der bundesrätlichen Pläne zum Gebührensplitting brachten Sie Ihre Forderung nach Radiowerbung auf den Tisch – offensichtlich ist es Ihnen jetzt sehr ernst damit.
Armin Walpen: Sollte es zu einem Gebührensplitting in grösserem Ausmass kommen, dann muss man akzeptieren, dass wir die Frage nach der Kompensation stellen. Darauf haben wir schon immer hingewiesen; diese Forderung ist nichts Neues. Ein weiterführendes Gebührensplitting bedeutet weniger finanzielle Mittel für die SRG SSR idée suisse; eine mögliche Kompensation dafür wäre die Radiowerbung.
Allerdings stehen die Chancen schlecht. Denn der Bundesrat sagte noch am gleichen Tag, an dem er die Splittingpläne kommunizierte, er wolle keine Werbung in den SRG-Radios. Schreckt Sie diese Aussage nicht ab?
Walpen: Die Frage wird sich erst stellen, wenn das neue Radio- und Fernsehgesetz in Kraft tritt. Andererseits handelt es sich hier um eine passive Forderung. Das heisst, bei gleich bleibenden Rahmenbedingungen hätten wir die Radiowerbung nicht thematisiert. Ich habe eine allfällige Forderung der Radiowerbung immer verknüpft mit einem signifikant höheren Gebührensplitting. Die SRG SSR kann durchaus auf die Radiowerbung verzichten. Damit könnten wir leben, wie wir das ja auch heute tun. Aber wenn man uns Geld wegnehmen will, muss ich als Generaldirektor die Frage stellen, wo ich dieses Geld wieder hereinholen kann. Wir sind nicht ein Unternehmen mit enorm viel Geld. Im Gegenteil: Wir kommen an unsere Grenzen.
Trotzdem wird der Bundesrat das letzte Wort haben, denn, ob die SRG-Radios werben dürfen oder nicht, ist in deren Konzessionen festgelegt. Für Konzessionsänderungen ist aber der Bundesrat zuständig.
Walpen: Selbstverständlich ist es an der Landesregierung, darüber zu befinden. Wenn der Bundesrat Nein sagt, dann ist das ein Nein, und dann hat auch die SRG SSR idée suisse dies zu akzeptieren. Aber wenn er Ja sagt, dann würden wir das auch akzeptieren.
Mit dem Drohmittel Radiowerbung geht es jetzt doch vor allem darum, den noch festzulegenden Betrag für das Gebührensplitting möglichst tief zu halten. Gibt es eine Schmerzgrenze, bei der Sie auf die Forderung nach Radiowerbung verzichten würden?
Walpen: Es werden jetzt verschiedenste Zahlen herumgeboten. Ich meinerseits gehe davon aus, dass im Moment noch völlig unklar ist, wie hoch der Gebührenanteil für lokale und regionale Veranstalter sein wird. Klar ist für mich: Fünf Prozent wären eindeutig zu viel. Bei dieser Grössenordnung wäre die Schmerzgrenze überschritten, bei der wir nicht nur die Frage nach der Radiowerbung stellen würden.
Haben Sie weitere Kompensationsforderungen im Visier?
Walpen: Es sind mehrere denkbar; zum Beispiel eine Gebührenerhöhung, die Marc Furrer, Direktor des Bundesamtes für Kommunikation, zumindest nicht ausschloss. Diese Anhebung wäre indessen nicht von der SRG SSR zu verantworten. Eine andere Kompensationsmöglichkeit wäre mehr unternehmerische Freiheiten für die SRG SSR.
Nun kommt ja aber der Bundesrat der SRG auch entgegen, kann sie doch das Sponsoring in Radio und Fernsehen und damit rund 40 Millionen Franken Jahresumsatz behalten. Das ist gerade etwa die Grössenordnung, von der jetzt beim Gebührensplitting die Rede ist. Genügt Ihnen das nicht?
Walpen: Solche Aufrechnungen gegenüber einem allfälligen Ausfall von Gebühren lehne ich ab. Diese 40 Millionen Franken haben wir ja heute schon. Wenn man uns das Sponsoring weggenommen hätte, dann hätten wir nochmals einen erheblichen Anteil unserer Einnahmen verloren.
Welche Bedeutung hat es für die SRG, wenn sie nun das Sponsoring behalten kann?
Walpen: Ich bin dem Bundesrat äusserst dankbar dafür, dass er auf diesen Entscheid zurückgekommen ist. Sponsoring ist für uns sehr interessant. Und es geht hier nicht nur einfach um die SRG SSR. Beim Sponsoring gehts in erster Linie auch darum, dass die Kultur sowie der Sport und die Wirtschaft davon profitieren. Tatsache ist heute, dass es viele Events gibt, die ohne Sponsoring gar nicht mehr durchgeführt werden könnten oder die zumindest stark davon abhängig sind.
Gerade bei der Radiowerbung sind aber die Meinungen bezüglich Wünschbarkeit und Auswirkungen für die Privatradios gespalten.
Walpen: Ich bin mir bewusst, dass es zwei Meinungen gibt. Es ist wie bei der Einführung der TV-Werbung, nur war es damals die Presse, die Befürchtungen hegte. Aber auch heute ist ein Teil der Privatradios der Meinung, sie würden Einnahmen verlieren, falls auch die SRG Radiowerbung anböte. Ein anderer Teil hingegen ist überzeugt, es werde genau umgekehrt sein. Sie sagen, wenn der Marktleader Radiowerbung anbiete, werde die Radiowerbung insgesamt mehr Bedeutung erhalten. Diese Meinung wird sowohl von der Wirtschaft als auch von der Werbeakquisition vertreten. Unter den Radioveranstaltern gibt es in der deutschen Schweiz zumindest einige, die es ebenfalls so sehen. In der Westschweiz teilt man mehrheitlich diese Auffassung. Aber letztlich lassen sich beide Positionen heute nicht beweisen. Es sind und bleiben vorläufig Annahmen.
Welches ist Ihre Meinung?
Walpen: Ob jetzt das eine oder das andere zutreffen wird, weiss ich auch nicht. Man kann Argumente für beide möglichen Entwicklungen bringen. Für mich ist, wie gesagt, die Frage entscheidend, wie wir allenfalls wegbrechende finanzielle Mittel wieder hereinholen können. Interview: Daniel Schifferle

Vor dem TV sind (noch) alle Romands gleich

TSR verliert aber weiter Marktanteile

TSR verliert aber weiter MarktanteileVon Anita Vaucher Das Westschweizer Fernsehen verliert seit 1998 zwar leicht, aber beständig Marktanteile. Dafür legen der französische Privatsender M6 und die kleinen Spartensender zu. Bei den Media- und Werbefachleuten hat TSR ein Imageproblem, das mit verbesserter Kommunikation gelöst werden soll.
Alles wie schon immer gehabt, ist man versucht zu sagen, wenn man die Zuschauerzahlen 2001 der Télévision Suisse Romande (TSR) einer genaueren Betrachtung unterzieht. Knapp über eine Million Romands schaut täglich auf TSR fern. Die Westschweizer bleiben ihrem Fernsehen treu. Einzig «Loft Story», das Pendant zu «Big Brother», liess vor allem die jüngeren Zuschauer während der Sommermonate vermehrt auf M6 zappen. Ältere Zuschauer scheinen indessen den Verlockungen von M6 kaum zu erliegen.
M6 nimmt bei den 15- bis 44-jährigen Zuschauern hinter TSR und TF 1 den dritten Platz ein. Der Marktanteil von M6 hat sich von 7,4 Prozent im Jahr 2000 auf 8,8 Prozent im vergangenen Jahr erhöht. Derjenige von TF1, dem Hauptkonkurrenten der TSR, hat sich von 16 auf 15,9 Prozent etwas abgeschwächt.
Fehlende Sportereignisse lassen Marktanteile sinken
Gesunken ist auch der Marktanteil von TSR, nämlich von 32,2 auf 31,1 Prozent. Damit sackt der Westschweizer Sender noch etwas mehr in Richtung jener magischen Grenze, von der TSR-Direktor Gilles Marchand kürzlich in einem Interview gesagt hat, dass der Marktanteil keinesfalls unter 30 Prozent liegen dürfe.
Raymond Vouillamoz, Programmdirektor von TSR, hat für diese erneute Baisse auch gleich eine, wenn auch nicht ganz überzeugende Erklärung zur Hand: Ungerade Jahre seien mit internationalen Sportveranstaltungen seit je wenig gesegnet, zudem habe der Westschweizer Sender mit seiner Programmgestaltung während der Ausstrahlung von «Loft Story» nicht rechtzeitig ein Gegengewicht gesetzt. Wie dem auch sei, die Direktion im Genfer Fernsehturm muss sich etwas einfallen lassen, wenn sie ihren Marktanteil langfristig über der 30-Prozent-Marke halten will.
Media- und Werbe-Agenturen ins Visier genommen
Gilles Marchand will den Sender künftig den Media- und Werbeleuten besser verkaufen. In dieser Branche herrsche ein völlig falsches Bild von der Positionierung von TSR im Markt, verglichen mit TF1 und M6, meint er gegenüber der WerbeWoche. Und nicht ohne Stolz weist er auf das neueste Ergebnis hin, wonach TSR in allen Altersklassen überlegener Leader bei den Zuschauern sei. In der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen dominiert die TSR mit 23 Prozent Marktanteil gegenüber TF1 mit 18 und M6 mit 16 Prozent, und in der Altersklasse der 25- bis 44-Jährigen beträgt der Vorsprung auf M6 gar 16 Prozent.
Neu überdenken will man auch die Struktur des zweiten Sendekanals TSR2, der je nach Bedarf abwechslungsweise als Plattform für Sport oder kulturelle Ereignisse dient. Die Platzierung von Werbezeit auf diesem Kanal gestaltet sich deshalb entsprechend schwierig.

Leicht unterkühlte Liebe

Exxtra Kommunikation dramatisiert das breite Tiefkühlangebot der Migros

Exxtra Kommunikation dramatisiert das breite Tiefkühlangebot der MigrosVorgefertigte Gerichte einfach in den Ofen schieben ist nach wie vor eher verpönt. Trotzdem zeichnet sich eine steigende Tendenz im Konsum von Tiefkühlprodukten ab. Mit 48,3 Prozent Marktanteil und über 200 Produkten ist der Grossverteiler Migros unbestrittener Leader im Frozen-Food-Segment. Um das breite Angebot nachhaltig zu kommunizieren, ist die Hausagentur Exxtra Kommunikation mit der Produktion von zwei Spots betraut worden. Die unter der Regie des Norwegers Hans Petter Moland entstandenen Kurzgeschichten umschiffen gekonnt die in diesem Segment üblichen Werbesünden, indem sie auf Klischeebilder und -aussagen bewusst verzichten. Ausgerechnet zum romantischen Date werden Leckereien aus dem Kühler aufgetischt – mehr oder weniger erfolgreich. Die inszenierten Situationen unterstreichen auf witzige Art den Consumer Benefit, dass das Migros-Sortiment für jede Situation das passende Schnellgericht bereithält. Seite 6
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