News: Coop bald mit eigener TV-Show?

Der Grossverteiler Coop will offenbar mit einer halbstündigen Konsum- und Quizshow ins Schweizer Fernsehen.

Der Grossverteiler Coop will offenbar mit einer halbstündigen Konsum- und Quizshow ins Schweizer Fernsehen.News Coop bald mit eigener TV-Show?
Dies behauptet der SonntagsBlick ohne Angabe von Quellen. Für den Sendeplatz um 12 Uhr vor dem «Mittagsmagazin» blättere Coop jährlich 5 bis 7 Millionen Franken hin. Als Produzentin der Show, die «Telescoop» heissen werde, nennt der SonntagsBlick B&B Endemol.
AZ Medien kauft Kromer Medien AG Das Lenzburger Verlagshaus Kromer Medien AG wird von der AZ-Medien-Gruppe übernommen. Kromer gibt die Wochenzeitungen Lenzburger Bezirks-Anzeiger, Der Seetaler/Der Lindenberg, Der Unterfreiämter und Die Wyna heraus. Inhaber und Verleger Theo Kromer habe seine Nachfolge regeln wollen und sich schliesslich für den Verkauf an die AZ Medien entschlossen. Damit sei eine «Aargauer Lösung» gefunden worden, heisst es in einer Pressemitteilung. Gedruckt werden die Kromer-Titel ab dem 1.März im AZ-Zeitungsdruckzentrum in der Telli in Aarau. Die 20 Mitarbeitenden der Kromer Medien werden von der AZ-Medien-Gruppe weiterbeschäftigt.
Stadt Bern vergibt Plakatkonzession erneut an APG Eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe des Berner Gemeinderates hat der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) für die Periode 2003 bis 2009 den Zuschlag für die Plakatierung auf öffentlichem Grund erteilt. Die APG war schon bisher Vertragspartnerin der Stadt. Gemäss Inge Blatter, Generalsekretärin der Direktion für Finanzen, Personal und Informatik (FPI), waren insgesamt vier Offerten eingegangen. Die Konzession umfasst insgesamt 1933 Plakatstellen sowie etwa 30 Flächen an Baustellen und maximal 35 Kultursäulen. Nicht einbezogen sind die Tram- und Buswartehallen, die gemäss separatem Vertrag aber ebenfalls von der APG betreut werden. Die Stadt hatte bei der Ausschreibung eine jährliche Grundgebühr von mindestens 1,3 Millionen Franken erwartet.

Aufgefallen: Lockstoffe spielen im sexuellen Bereich bekanntlich keine unwesentliche Rolle.

AufgefallenLockstoffe spielen im sexuellen Bereich bekanntlich keine unwesentliche Rolle. Eine ebenso wichtige Funktion spielen sie übrigens auch in der Parfümindustrie. Allerdings wurde bisher über die Herkunft der Pheromone – auch Sozialhormon

Aufgefallen Lockstoffe spielen im sexuellen Bereich bekanntlich keine unwesentliche Rolle. Eine ebenso wichtige Funktion spielen sie übrigens auch in der Parfümindustrie. Allerdings wurde bisher über die Herkunft der Pheromone – auch Sozialhormone genannt – in der Parfümwerbung mehr oder weniger diskret geschwiegen. Verständlich, denn manch dauerparfümierter Zeitgenossin würde der Griff zum kleinen Fläschchen bestimmt nicht mehr so einfach fallen, wenn sie wüsste, womit sie sich eigentlich besprayt. Denn der wichtigste Träger für die teuersten Parfüms stammt tatsächlich aus dem Analgebiet der Zibetkatze oder des Moschushirsches. Dieses männlich röhrende Exemplar der herrlichen Tierwelt ist derart gefragt, dass diese Hirschgattung, die unter anderem im Himalajagebiet zu Hause ist, fast bis aufs letzte Huf ausgerottet wurde. Das kam auch den Produzenten des Pariser Parfüms Caron zu Ohren und veranlasste sie zu einem äusserst innovativen und tierfreundlichen Akt. Es gelang ihnen, einen ähnlich wirksamen Stoff aus dem Analbereich des Homo sapiens zu gewinnen, einer Gattung, die bekanntlich auch damit beschäftigt ist, sich selbst auszurotten. Und damit Caron-Kundinnen beim Kauf eines Caron-Flakons sichergehen können, dass ihr Pheremon nicht von einem Vierbeiner stammt, verdeutlicht die neue Kampagne seine wirkliche Herkunft …
Chandra Kurt, die aus Prinzip Herrenparfüms benutzt
Kolumne

Erdings
von Martin Lanz
Jeden Morgen kommt die alte Tante zu mir. Immer neu. Darum heisst sie Neue Zürcher Zeitung. Dumm ist, wenn man eine alte Neue Zürcher Zeitung liest. Dann ist das Neu nicht mehr angebracht. Davon ist hier die Rede. Wie lange ist eine neue Waschmaschine neu? Oder ein Weltrekord? Oder ein Präsident? Oder ein Jahr?
Ist die Nouvelle Cuisine wirklich neu? Der Nouveau Franc war neu, bis der Euro kam. Und die Neureichen? Früher wurden sie geächtet. Aber ihre Kinder sind jetzt altreich. Lieber erben als selber schaffen. In Neu-Glarus in den USA singen die Menschen eine Sprache, welche die Glarner hier zu Lande vor 200 Jahren intoniert haben. Und was ist ein Ling? Frage ich. Was heisst Erdings? Einfach Neu davor setzen, und schon hat man etwas Uraltes.
Waren Sie schon in Neuenstadt? Oder in Neuenburg? Etwas vom Ältesten, was es an Häuserhaufen überhaupt gibt. Neu ist ein magisches Wort. Die Werbung lebt davon. Jetzt neu: Coca-Cola wieder in der alten Flasche! Jetzt neu: Die Dreiviertelhosen kommen wieder. Die Nierentischchen. Die Holzküchen. Die Parkettböden. Die Nazis. Neumodisch.
Blocher ist kein Neonazi. Würde nicht zu ihm passen. Alles Neue lehnt er ab. Auch die Uno. Obwohl die fast so alt ist wie er. Blocher meint, die Schweiz habe sich bewährt. Dass eine Sauerei nach der andern ans Licht kommt, muss er ignorieren, weil es für ihn neu wäre. Und irgendeine schöne Agentur wird jetzt für den Uno-Beitritt schöne Inserate machen. Wie damals für den EU-Beitritt. Und dann werden wir wieder schmerzhaft erleben, dass Blocher mehr von Werbung versteht als die Schöngeister. Ja, diese News werden um die Welt gehen. Bei uns heissen die News Nachrichten. Wir richten etwas nach. Auch die Uhren. Da müsste mal ein Rologe in diese Köpfe schauen. Rologen gibts schon lange. Und heissen Neu. Also hemmungslos: Es guets Nöis!
[email protected]
Martin Lanz ist freier Texter und Leiter der KRAZ in Zürich.
Business Lunch

Fusionsfuror an der Bahnhofstrasse
Montag ists, die Welt grau getupft, die Bahnhofstrasse ihres nachweihnächtlichen Lichterglanzes beraubt, die Tristesse sagt fast an jeder Hausecke «Bonjour!». Die Schritte der Hungrigen führen ins Carlton Restaurant & Bar, dort, wo weiland Ueli Prager seine Laufbahn begann. Nach einer Renovation der Renovation präsentiert sich das Carlton im provenzalischen Ton. Und der behagt. Mittags ist das Lokal bis auf den letzten Platz besetzt, und schön auch, dass man hier in einer getrennten Zone als Flüssigesser bedient wird, wenn man nicht in der graudumpf eingerichteten Bar sitzen und damit dem Geplapper junger und brillantinierter Banklümmel entgehen will.
Business Lunch nennt sich korrekt die umfangreiche Lunchkarte. Das komplette Dreigangmenü ist für 50 Franken zu haben, und das ist ein gerechter Preis. Auch wenn die Waldpilzterrine noch etwas kräftiger hätte schmecken dürfen, die zum Entrée rasch serviert wurde. Der gefüllte Kaninchenrücken passte gut in Konsistenz (etwas mehr Sauce, bitte!), auch das Gemüse-Couscous wäre wohlwollend quittiert worden, hätte ihm nicht etwas Substanzielles gefehlt – das Gemüse…Die grillierten Zucchini, kunstvoll unter die Kaninchenstückchen gelegt, wunderbar. Nur hatten sie eine seltsame Eigenschaft angenommen: Sie saugten, in der Grillpfanne getrocknet, die Sauce auf, die das Kaninchen hätte begleiten dürfen. Mein Tischnachbar delektierte sich derweil an Kartoffelgnocchi mit Oliven, Pinienkernen, Peperoni und Tomatenragout. Wunderbar. Zum Schluss gehörte ein Brot-und-Butter-Pudding mit Vanillesauce zum Menü: lecker, lecker – aber auch schön schwer.
Wohlanständige Preise, fürwahr. Und der Gast hat die Wahl: Elemente des angebotenen Business Lunches kann er gegen Elemente aus den Lunches 1 bis 3 tauschen, übrigens schon fast klassische Fusionsküche – ein bisschen Asiatisches und Mediterranes. Dazu fordert die Karte auch expressis verbis auf. Das nennt man Dienst am Gast, das ist Klasse – denn die Spesenbudgets werden damit nicht schon zu Jahresbeginn gesprengt. Ausser man verirre sich in der besten Weinkarte im Kreis 1. Da können die Winebars rund um diese Oase noch so laut protestieren, was Daniela und Markus Segmüller-Reuss im Keller gestapelt haben, lobte sogar die US-Zeitschrift Wine Spectator. Aus den rund 400 Positionen im Keller liegen an die 15 zumeist Top Crûs zum Offenausschank bereit.
Das macht Spass, wenn man weiss, dass die Tische schön weiss gedeckt sind, die Servietten aus Stoff und keiner die Mundwinkel verzieht, wenn man eine Zigarre anstecken will, denn zwischen den Tischen gibts viel Platz, und man hört auch mit gespitzten Ohren nicht, was der Nachbar nuschelt, weil der Raum hoch ist. Typisches Business-Lunch-People bevölkert das Carlton, viel Dunkelblau, dazwischen sitzen auch einige Sekretärinnen, die vielleicht andere Gesprächsinhalte haben als die krawattierten Jungs, bisweilen auch schon mit grauer Schläfe…Handys darf man klingeln lassen, kein Problem. Carlo Bernasconi
Carlton Restaurant & BarBahnhofstrasse 40
8001 Zürich
Tel. 01 227 19 19
Fax 01 227 19 27
www.carlton-zuerich.ch
Parkplätze hats so gut wie keine.

Top Three (3. Quartal 2001)

Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfm

Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 3. Quartal 2001 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt.
Uhren/Schmuck Zenith Chronomaster 1,3

Informatik Microsoft Office XP (McCann-Erickson) 1,4
Banken/Kreditkarten/Post Postfinance Pinguin (Publicis) 1,8
Tourismus BeYou London (Advico) 1,5
Auto Toyota Yaris (Wirz) 1,4
Advertising-Index

Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Ein Sonnenkönig der Konsumenten

Matteo Cheda lanciert im Tessin bereits den dritten Konsumententitel innerhalb von sechs Jahren

Matteo Cheda lanciert im Tessin bereits den dritten Konsumententitel innerhalb von sechs JahrenVon Daniel Schifferle Ohne viel Lärm hat Matteo Cheda seit 1996 im Tessin zwei Konsumententitel aufgebaut. Jetzt kommt mit Scelgo Io bereits das dritte Heft. Erstaunlich: Trotz kleinem Südschweizer Markt und trotz fehlender Werbeeinnahmen schreibt das Zeitschriftenkonglomerat schwarze Zahlen.
Matteo Cheda macht vor, dass man auch im kleinen Tessiner Markt erfolgreich neue Printtitel etablieren kann. Sogar dann, wenn diese werbefrei sind und nur mit den Abo- und Einzelverkaufseinnahmen auskommen müssen. Anfang 1996 gründete er Spendere Meglio, bereits 1999 folgte L’Inchiesta. Jetzt, zwei Jahre später, rollt der dritte Südschweizer Konsumententitel von der Druckerpresse. Sein Titel: Scelgo Io. In diesen Tagen legt der neue Titel mit einer Startauflage von 150000 Exemplaren los, die in alle Tessiner Haushalte verteilt wird. Cheda rechnet damit, von Scelgo Io innert drei Jahren 10000 Exemplare abzusetzen.
Die Überlegung, die dem jüngsten Zeitschriftenbaby des Tessins Pate gestanden hatte: «Das Bedürfnis der Konsumenten nach noch mehr unabhängiger Konsumenteninformation wächst ständig», erklärt Cheda. Doch warum ein weiteres Heft und nicht Periodizität oder Seitenzahlen der bestehenden beiden Titel ausbauen, wie es bei anderen Printmedien üblich ist? Der Grund liege in der Bezahlbereitschaft der Abonnenten. «Mit einem Ausbau der bestehenden Hefte hätten auch deren Abopreise erhöht werden müssen», sagt Cheda. Dies wäre aber von einem Teil der Abonnenten nicht akzeptiert worden. «Deshalb haben wir uns zur Lancierung eines weiteren Titels entschlossen.»
Sich ergänzende Hefte bringen viele Doppelabonnenten
Cheda hat dieselbe Philosophie, die auch René Schuhmacher mit seinen Deutschschweizer Konsumententiteln verfolgt: mehrere Hefte, die aber unterschiedliche Themen behandeln und sich deshalb ergänzen. Aber auch hinsichtlich Erscheinungsbild und Umfang gleichen sich die Magazine wie ein Ei dem anderen. Auch Chedas Titel haben Tabloidformat und beschränken sich pro Ausgabe auf 32 Seiten Umfang, genau gleich wie K-Tipp oder Saldo. Und auch die Druckerei ist dieselbe (Ziegler Druck, Winterthur).
Die Unterschiede zeigen sich vor allem in der geringeren Periodizität. Denn jedes Heft von Cheda erscheint lediglich sechs- mal pro Jahr. Dies aber gestaffelt. Das heisst, wer alle drei Titel abonniert hat, hält rund alle 20 Tage ein neues und inhaltlich eigenständiges Konsumentenmagazin in den Händen.
Damit die ergänzende Rolle möglich ist, sind die drei Titel geringfügig unterschiedlich positioniert. So hat Scelgo Io den Fokus bei der Lebensqualität und stellt die Wahlfreiheit der Konsumenten in den Mittelpunkt. Gesundheit, Ernährung und Umweltthemen sind die zentralen Themen. Aber auch das Testwesen hat mit 10 bis 12 Seiten pro Ausgabe einen prominenten Platz in Scelgo Io. Spendere Meglio hingegen ist der klassische Konsumententitel. Sein Anspruch: den Konsumenten helfen, damit sie ihr Geld für die «richtigen Produkte» ausgeben und ihre Rechte als Konsument besser wahrnehmen können. Im Zentrum von Spendere Meglio stehen Vergleiche von Produkten und Dienstleistungen. L’Inchiesta weitet den Fokus zusätzlich auf behördliche und amtliche Willkür aus, wobei vor allem Missstände im Tessin aufgedeckt werden.
Dass die Positionierung als ergänzende Hefte bisher bestens funktioniert hat, spiegelt sich in der Anzahl der Doppelabonnenten. Laut Cheda hat «mehr als ein Drittel der Abonnenten von L’Inchiesta auch Spendere Meglio abonniert». Eine ähnliche Entwicklung erwartet er auch für Scelgo Io.
Vom Start weg schwarze Zahlen
Das Erstaunlichste an den Tessiner Konsumententiteln: Cheda hat sie nicht nur mit einem Minimum an Eigenkapital aufgebaut, sie schrieben auch vom Start weg schwarze Zahlen. «Sogar im Jahr der Lancierung von Spendere Meglio, das war 1996, habe ich als selbstständiger Journalist und Verleger mehr als 68000 Franken verdient», erinnert sich Cheda.
Doch wie schafft man das in einem Markt, der rund 17-mal weniger Einwohner hat als die Deutschschweiz? Möglich macht dies vor allem die Zusammenarbeit mit Schuhmachers KI Konsumenteninfo AG, von der ein grosser Teil der Inhalte zugekauft wird. So übernimmt etwa Spendere Meglio zwei Drittel der Heftinhalte von K-Tipp, Saldo und Puls-Tipp. Und auch bei L’Inchiesta und Scelgo Io machen die übernommenen Artikel und Tests beinahe die Hälfte der Heftinhalte aus. Nur Dank dieser Synergien ist es möglich, dass Cheda für alle drei Hefte mit lediglich fünf Journalistenstellen plus drei Mitarbeitenden in der Administration auskommt.
Herausgeberin der drei Tessiner Konsumententitel ist seit 1997 die Consumedia GmbH, die zu 100 Prozent Cheda gehört. Das heisst, Schuhmacher ist daran nicht beteiligt. Umgekehrt hält aber Cheda einen 20-Prozent-Anteil an Saldo. «Die Aktien und damit die Stimmrechte sind jedoch bei Schuhmacher geblieben», schränkt Cheda ein.
Eine Spezialität der Consumedia, die erstaunt, ist der Geschäftssitz. Dieser ist nicht in Bellinzona, wo die Verlags- und Redaktionsräumlichkeiten sind, sondern in Zürich. Das hat laut Cheda aber lediglich mit dem Gerichtsstand zu tun. Dieser spiele bei Konsumententiteln, die oft Klagen am Hals haben, eine wichtige Rolle. «Es ist deshalb besser, wenn ein unabhängiges Gericht ausserhalb des Tessins zuständig ist», erklärt Cheda.
Konsumententitel: Matteo Chedas Kleinimperium

Titel Start Abopreis AuflageSpendere Meglio Febr. 1996 28 Fr. 20 900
L’Inchiesta Nov. 1999 29 Fr. 14 200
Scelgo Io Jan. 2002 34 Fr. —

News: APG steigerte Umsatz auch 2001

Die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) hat ihren Nettoumsatz im Schweizer Aussenwerbegeschäft 2001 noch einmal gesteigert.

Die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) hat ihren Nettoumsatz im Schweizer Aussenwerbegeschäft 2001 noch einmal gesteigert.News APG steigerte Umsatz auch 2001
Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2000 stieg der Umsatz um 2,2 Prozent auf 254,4 Millionen Franken. Der Zuwachs sei intern und bei identischen Preisen wie im Vorjahr erfolgt, teilte die APG mit. Mit dem Buchungsstand für das erste Halbjahr zeigte sich die APG den Umständen entsprechend zufrieden. Der Trend zu kurzfristigen Buchungen setze sich allerdings weiter fort, heisst es in einer Mitteilung.
NZZ-internet-Archiv kostenpflichtig Das seit 1993 digitalisierte Archiv der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) mit fast 700000 Artikeln ist neu über die NZZ-Website zugänglich (www.nzz. ch/gbiarchiv). Suche und Trefferlistenanzeige sind kostenfrei, die Anzeige von Dokumenten im Volltext kostet pro Artikel 2 Euro, der minimale Rechnungsbetrag 4 Euro. Die Bezahlung erfolgt mit Kreditkarte. Auf einen späteren Zeitpunkt hin sind Vergünstigungen für NZZ-Abonnenten vorgesehen. Für professionelle Nutzer werden neben einer detaillierteren Suchfunktion auch andere Vorteile wie Rabatte, Push-Dienst oder Bezahlung per Rechnung angeboten.
Grösseres Sendegebiet für Tele Tell Das Zentralschweizer Privatfernsehen Tele Tell darf sein Sendegebiet vergrössern: Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat ein entsprechendes Gesuch bewilligt und die Regionen Wiggertal, Entlebuch, Willisau/Wolhusen, Einsiedeln, Ausserschwyz und Andermatt sowie Teile der Bezirke Zofingen und Reinach zum Konzessionsgebiet von Tele Tell hinzugefügt. Damit könne der Sender mit Ausnahme von einigen wenigen Gemeinden in der ganzen Zentralschweiz verbreitet werden, teilte Tele Tell mit. Das Potenzial erhöht sich um rund 100000 auf 620000 Zuschauer.
Jvm gründet Event- und PR-Agentur Die deutsche Werbeagentur Jung von Matt hat in Köln einen neuen Ableger gegründet. Jung von Matt/Momentum ist eine Spezialagentur für PR, Event, Sponsoring und Promotion. Sie wird als eigenständige Gesellschaft unter dem Dach der Jung von Matt AG operieren. Jung von Matt/Momentum startet mit acht Mitarbeitenden und sieht ihre Kernkompetenzen in den Bereichen PR und Event, wie Horizont.net berichtete. Das Agenturnetz von Holger Jung und dem Schweizer Jean Rémy von Matt umfasst damit bereits zwölf Mitglieder. Dazu gehören mit Jung von Matt/ Frontend auch eine Internetagentur und mit Jung von Matt/1:1 eine Tochter für Dialogmarketing.
Tabakfirmen mit Kanada im clinch In Kanada wehren sich die Tabakfirmen gegen Beschränkungen beim Zigarettenmarketing. Wie Adage Global berichtet, haben Imperial Tobacco, JTI-Macdonald und Rothmans, Benson & Hedges beim Obersten Gerichtshof Klage gegen die Tabakgesetze eingereicht. Diese griffen exzessiv in die Redefreiheit der Konzerne ein und hinderten sie daran, ein legales Produkt zu vermarkten. Zu den besonders umstrittenen Massnahmen zählt die Vorschrift, dass Zigarettenpackungen zu 50 Prozent mit Warnhinweisen bedruckt sein müssen. Tabakfirmen haben die Effizienz dieser Warnungen mehrfach in Zweifel gezogen, während eine Studie der Kanadischen Krebsgesellschaft zum umgekehrten Ergebnis kommt: 43 Prozent der Raucher seien besorgter über die gesundheitlichen Auswirkungen von Tabak, und 44 Prozent seien von den Fotohinweisen zum Aufhören motiviert worden.
Kofler neuer Chef von Premiere World Der langjährige Vorstandschef von ProSieben, Georg Kofler, übernimmt neu den Vorsitz der Geschäftsführung beim Kirch-Sender Premiere World. Kofler, der Anfang 2000 ProSieben überraschend verlassen hatte, wird den verwaisten Posten an der Spitze des defizitären Bezahlfernsehens am 1. Februar übernehmen. Derzeit ist Kofler noch Vorstandsvorsitzender der europäischen Transaktions-TV-Gruppe Hot Networks AG. Nach seinem Wechsel zu Premiere verbleibt er bei Hot in der Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden.

Reklamation ist auch Reklame

Barbara Haas-Schöttli lehrt in ihren Kursen den richtigen Umgang mit unzufriedenen Kunden

Barbara Haas-Schöttli lehrt in ihren Kursen den richtigen Umgang mit unzufriedenen KundenVon Anita Vaucher Seit über 16 Jahren widmet sich Barbara Haas-Schöttli mit ihrem Einfraubetrieb BHS dem düsteren Kapitel der Reklamationen, einem Bereich der Unternehmenskommunikation, der von der Mehrzahl der Firmen immer noch sträflich vernachlässigt wird.
Die Kernaufgabe der Kundenbindung beginnt beim richtigen Handling der Reklamationen. 91 Prozent der enttäuschten Kunden kommen nie mehr. Schlimmer noch: Jeder verlorene Kunde erzählt es zehn weiteren Personen, so die Erfahrung der Reklamationsspezialistin.
Barbara Haas-Schöttli verkündet keine Theorie. Sie hat erste praktische Erfahrungen in jungen Jahren hautnah am Comptoir in Lausanne gesammelt, als sie an einem Verkaufsstand aufmüpfigen Kundinnen Red und Antwort stehen musste.
Als sie später in einem Unternehmen den Kundendienst betreute und die ausgefallensten Schimpftiraden über sich ergehen lassen musste, denen sie mehr oder weniger hilflos und ohne griffiges Gegenargument ausgeliefert war, wurde ihr bewusst, wie wichtig der richtige Umgang mit unzufriedenen Kunden war. Dort habe sie begriffen, dass es sich beim Kundendienst nicht um ein Kosten-, sondern um ein Profitcenter handle.
Nach intensiver Weiterbildung und dem Erwerb des PR-Berater-Diploms stand für die ehemalige Miss Schweiz und einstige Soldatin der Schweizer Armee fest, dass sie ihr eigenes Unternehmen gründen würde.
Aggressives Verhalten habe in den letzten Jahren eher zugenommen, ist sie überzeugt. Der Stress dringe in sämtliche Lebensbereiche ein. Und doch hätten wir nie richtig gelernt, mit aggressivem Verhalten umzugehen, stellt Haas-Schöttli fest, die übrigens pro Woche mindestens ein Fachbuch verschlingt. Schliesslich sei auch niemand von Natur aus begabt, Stresssituationen zu meistern, meint sie weiter. Das Resultat sei eine freizeitorientierte Schonhaltung und völlige Demotivation bei der Arbeit.
Niemand lässt sich gerne von Kunden anpflaumen
Um dieser Ohnmacht nicht länger hilflos ausgesetzt zu sein, bietet das BHS-Training nebst Standardkursen hauptsächlich massgeschneiderte Lösungen für Unternehmen an, die die Bedeutung des richtigen Umgangs mit unzufriedenen Kunden erkannt haben. Jährlich schreiben sich ungefähr 1000 Teilnehmer für das BHS-Training ein. Dieses richtet sich sowohl an die Telefonistin und Sekretärin als auch an das Kader. Haas-Schöttli besteht darauf, dass die ganze Abteilung am Kurs teilnimmt, um auf allen Stufen Verständnis für das vernachlässigte Gebiet Kundendienst zu schaffen.
Wenn sie jeweils die Kursteilnehmer nach der schwierigsten Situation im täglichen Kundenkontakt frage, komme die Antwort wie aus der Pistole geschossen, meint Barbara Haas-Schöttli. Es sind die Reklamationen, die den Angestellten im Kundendienst schlaflose Nächte bereiten. Und wer es nicht anders gelernt hat, hält dem Druck des Kunden Gegendruck entgegen und schon sei der Konflikt vorprogrammiert und die Stimmung hoch geladen, weiss Haas-Schöttli zu berichten.
Sie gibt in ihren Kursen aber auch zu bedenken, dass es zum Streiten immer zwei brauche und nicht nur der Kunde auf der Anklagebank sitze. Antworten vom Kundendienst wie «Tut mir Leid, da kann ich nichts tun» oder «Das geht doch nicht von alleine kaputt, sicher haben Sie es fallen lassen» würden dem Kunden sauer aufstossen. Zusammen mit dem Kunden die beste Lösung suchen, sodass beide Seiten als Gewinner hervorgehen, ist das Credo von Haas-Schöttli.
Kunden in die Problemlösung mit einbeziehen
So rät sie zum Beispiel bei Lieferverzögerungen, nicht zu warten, bis der Kunde nach dem Verbleib der Ware fragt. Die Initiative muss das Unternehmen ergreifen, indem es den Kunden kontaktiert und ihm verschiedene Lösungen vorschlägt. So muss sich der Kunde mit den vorgeschlagenen Optionen auseinander setzen und hat gar keine Zeit und Gelegenheit zu reklamieren. Und weil er in die Lösung des Problems mit einbezogen wurde, fühlt er sich nicht als ein im Stich gelassener Kunde, sondern als Partner des Unternehmens.
Und wenn Haas-Schöttli Wortspielereien wie «Kundendienst heisst im Dienste des Kunden» oder «Ich mag Reklamationen, weil sie mir Gelegenheit bieten, Reklame zu machen» an ihre Kursteilnehmer weitergibt, müssen diese das Gefühl bekommen, dass der Kundendienst die absolut interessanteste und wichtigste Abteilung eines Unternehmens ist.

«Schweizer Käse ist im Werbeblock attraktiver als französischer Käse»

IPM-Chef Michi Frank kämpft beim M6-Werbefenster weiter gegen Kabelnetzbetreiber

IPM-Chef Michi Frank kämpft beim M6-Werbefenster weiter gegen KabelnetzbetreiberIn Sachen M6-Werbefenster ist die Front der Neinsager unter den Westschweizer Kabelnetzbetreibern nach wie vor gross. Noch viel Überzeugungsarbeit ist zu leisten. Trotzdem ist IPM-Chef Michi Frank überzeugt, dass das Image des Werbefensters im nun bereits monatelangen Seilziehen keinen Schaden genommen hat.Ohne die Agglomerationen Genf und Lausanne macht das Werbefenster auf M6 wenig Sinn. Weshalb sind Sie trotzdem gestartet?
Michi Frank: Es ging um unsere Glaubwürdigkeit. Das Wichtigste, was die Kunden von uns wissen wollten, war: Startet ihr oder startet ihr nicht? Ursprünglich wollten wir ja bereits im Oktober loslegen, wir konnten jetzt nicht mehr länger zuwarten. Wir haben richtig gehandelt, denn die Kunden kommen und zeigen Interesse, trotz unseren Distributionsproblemen in Genf und Lausanne.
Weshalb sind Genf und Lausanne so schwer zu knacken ?
Frank: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ein sehr wichtiger ist, dass beide Städte lokale Fernsehsender haben, Léman Bleu in Genf und TVRL in Lausanne. Die fürchten, sie würden Werbeeinnahmen verlieren. Was natürlich nicht stimmt. Aber die Angst ist da. Kommt hinzu, dass der Präsident des Genfer Kabelnetzes auch der Vizepräsident von Léman Bleu ist. Deshalb verfolgen die Besitzer des Genfer Netzes auch noch andere Interessen.
Wie viel Abdeckung erreicht das M6-Werbefenster im Moment?
Frank: Unsere Kalkulation beruht auf 40 Prozent. Heute sind wir bei 33 Prozent. Das Ziel ist, bis Ende Februar bei 50 Prozent Reichweite anzukommen. Wir sind sehr zuversichtlich dass wir das zusammen mit Swisscable schaffen werden. 100 Prozent Abdeckung erreicht kein Werbefenster, das Maximum haben wir in der Deutschschweiz mit RTL, das 84 Prozent hat. In der Romandie ist, die 23 Prozent Anteil Satellitenempfang abgezogen, 77 Prozent Abdeckung das absolute Maximum. Ziehen wir davon Genf und Lausanne ab, die zusammen 25 Prozent der Westschweizer Bevölkerung ausmachen, erreichen wir 53 Prozent.
Die Westschweizer Städte Lausanne und Genf sind aber für die Werbeauftraggeber äusserst wichtige Gebiete.
Frank: Wir werden dafür eine Alternative anbieten. In Lausanne und Genf gibt es die erwähnten lokalen TV-Veranstalter, mit denen man das Loch überbrücken könnte. Kunden, die mit unserer Reichweite nicht zufrieden sind, könnten die Sender als Möglichkeit nutzen, um die beiden Zentren trotzdem gezielt abzudecken. Wir sind diesbezüglich in Verhandlungen mit Léman Bleu und TVRL. Ich weiss, es ist paradox. Einerseits werden wir von diesen Sendern blockiert, und andererseits bringen wir ihnen mit einem solchen Angebot Werbeeinnahmen.
Aber Léman Bleu und TVRL sind nicht die definitive Lösung für die Abdeckung von Genf und Lausanne?
Frank: Nein, aber wir müssen die Angst nehmen, dass wir abzocken. Konkret heisst das, wir müssen den Kabelnetzbetreibern in Genf und Lausanne beweisen, dass wir den Schweizer TV-Sendern in der Romandie keine Gelder wegnehmen, sondern den Markt bereichern. Das kann man leicht zeigen. Zum Beispiel haben sich die Werbeeinnahmen von TSR seit dem Start des RTL-Werbefensters 1993 gerade verdoppelt. Der Grund: Wenn das Zielgruppenangebot breiter und spezieller wird, machen die Kreativen häufiger TV-Spots.
Aber ist denn das Interesse der Auftraggeber für M6-Werbefensterplätze überhaupt in genügendem Masse vorhanden?
Frank: Das Interesse ist gross. Der Grund ist klar: TSR ist ausgebucht und hat zudem eben erst um
8 Prozent aufgeschlagen. Wir hätten mit M6 keine Chance, wenn die Werber den Sender nicht attraktiv finden würden. Er füllt eine Lücke bei den jüngeren Zielgruppen, als Ergänzung zu TSR. Wir verstehen uns nur als Ergänzung, wie das ja auch mit unseren Deutschschweizer Werbefenstern der Fall ist. Auch was die viel gefürchteten Dumpingpreise betrifft, gibt es keinen Grund zur Sorge. Wir sind bei M6 nur rund zwanzig Prozent unter TSR.
Wie viel haben die Verbände dazu beigetragen, um die Sorgen der Kabelnetzbetreiber zu zerstreuen? Sie haben diese ja zur Mithilfe aufgerufen. Hats genützt?
Frank: SWA und IGEM haben in Briefen an die Netzbetreiber für unser Anliegen geworben. Das hat wohl beim einen oder anderen kleinen Kabelnetz etwas gebracht, bei den grossen in Lausanne und Genf noch nichts. Den Verbänden ist es jedoch sicher gelungen, etwas von der Angst zu verscheuchen, die gegen das Werbefenster geschürt wird.
Wie viele Kunden haben bereits bei M6 gebucht?
Frank: In der ersten Phase hatten wir drei oder vier Kunden. Jetzt sind die Offerten draussen, die Detailverhandlungen laufen. Ich rechne, dass wir aktuell so zwischen 12 und 15 Kunden haben sollten.
Aus den Augen verlieren darf man aber auch das Image des Fensters nicht. Haben Sie keine Sorge, das Werbefenster könnte auch bei den Zuschauern auf Ablehnung stossen, nachdem die halbe Westschweiz dagegen zu sein scheint?
Frank: Das Image bereitet mir keine schlaflosen Nächte. In der Deutschschweiz herrschte damals vor neun Jahren, als die ersten Werbefenster lanciert wurden, eine ähnliche Situation. Es wurde aufgewiegelt. Das ist nicht die Meinung der Bevölkerung. Man hat versucht, ein Angstsyndrom zu produzieren. Es ist umgekehrt: Die Zuschauer profitieren vom Werbefenster, denn die Werbeblöcke werden aufgewertet, wenn man dort Schweizer Produkte sehen kann. Es ist doch klar: Wenn der Schweizer Käse im Werbeblock ist, ist das für das Westschweizer Publikum attraktiver, als wenn der französische Käse drin ist.
Wie stehts um ein nächstes Werbefensterprojekt in der Westschweiz, ist das denkbar nach den erlebten Turbulenzen?
Frank: Es wäre infam, bereits jetzt über so etwas nachzudenken. Eine zentrale Argumentation der Gegner des Werbefensters war ja: Wenn M6 kommt, dann kommen alle anderen französischen Sender auch mit einem Werbefenster. Das ist nicht unser Ziel. Wir haben kein weiteres Projekt, keinen Business Case, wir haben nicht einmal einen Gedanken.
Wie viel Zeit geben Sie sich, um die Kabelnetzabdeckung dorthin zu bringen, wo Sie sie haben wollen?
Frank: Wir müssen beweisen, dass in der Westschweiz insgesamt mehr Werbegelder ins Fernsehen fliessen. Erst wenn diese Hürde übersprungen ist, wird man in der Westschweiz sehen, dass zusätzliche TV-Plattformen den TV-Werbemarkt insgesamt dynamisieren und dass es keine Verlierer gibt. Interview: Daniel Schifferle

Best of North-East (3. Quartal 2001)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «Alternativkultur»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «Alternativkultur»Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2001 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die
bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 3. Quartal 2001 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt.

Posse um Westschweizer Werbefenster

Das Gerangel um das M6-Werbefenster gerät zur Posse.

Das Gerangel um das M6-Werbefenster gerät zur Posse.Nur zögerlich kommt die Aufschaltung in den Kabelnetzen voran. Eine Woche nach dem Start am 14. Januar betrug die Abdeckung gerade mal 33 Prozent. M6 und IPM kämpfen um jedes zusätzliche Prozent.Die Lücke in den Agglomerationen Genf und Lausanne wird noch länger offen bleiben. Die beiden Kabelnetzbetreiber haben harte Bedingungen gestellt. Das M6-Werbefenster müsse zuerst beweisen, dass die versprochene Vermehrung der Westschweizer TV-Werbung auch wirklich eintritt. Wie aber soll das M6-Werbefenster den Beweis erbringen, wenn ihm die Verbreitung vorenthalten wird?
Die Kabelfürsten in Genf und Lausanne spielen ihre Macht aus. Sie wittern eine Chance, die bei-den Lokalsender Léman Bleu und TVRL mit Werbung aufzurüsten, und bieten sie als Ausweichplattform für die verweigerte Übernahme des Werbefensters an. Ob diese Rechnung für die Auftraggeber aufgeht, steht dahin. Die Zuschauer der beiden Lokalsender können M6 zahlenmässig und soziodemografisch nicht aufwiegen. Léman Bleu erreicht pro Tag gerade mal 27930 Zuschauer, TVRL sogar nur 20700 Zuschauer.
Immerhin erhalten die Auftraggeber, die beide Lokalsender mitberücksichtigen, ein spezielles Zückerchen: Für die wochenweise zu buchenden Varianten gibts zwischen 30 und 40 Prozent Rabatt. (dse) Seiten 5 und 13

News: Gratiszeitungen: Kiosk AG zögert

Bis Mitte Januar wollte die Kiosk AG entscheiden, ob sie die Pendlerzeitung 20 Minuten weiterhin gratis an Kiosken auflegen will – und möglicherweise auch andere Gratisblätter.

Bis Mitte Januar wollte die Kiosk AG entscheiden, ob sie die Pendlerzeitung 20 Minuten weiterhin gratis an Kiosken auflegen will – und möglicherweise auch andere Gratisblätter.News Gratiszeitungen: Kiosk AG zögert
Doch der Entscheid ist erneut verschoben und der laufende Test mit 20 Minuten verlängert worden, und zwar bis Ende Februar, wie Edi Perret, Bereichsleiter Presse/Logistik auf Anfrage erklärte. Die Kiosk AG wolle zudem die Testresultate mit dem Verband Schweizer Presse diskutieren.
P-Index schliesst knapp über 1999 Im letzten Monat des Jahres 2001 hat der Publicitas-Index nochmals deutlich nachgegeben. Der Index, er misst die Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse, sank um 1,7 auf den Jahresschlussstand von 125,5 Punkten. Damit liegt er noch zwei Punkte über dem Stand von Dezember 1999. Im März 2001 hatte er einen Rekordwert von 136,1 Punkten erreicht. Der Gesamtrückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt 6,9 Prozent, was laut Publicitas etwa 160 Millionen Franken entspricht.

Kopf der Woche: «Die neue Identität von Meyer’s und Chuchi ist noch zu schwach»

Ramona Meisser ist seit 1. Dezember Anzeigenleiterin von Meyer’s und Chuchi

Ramona Meisser ist seit 1. Dezember Anzeigenleiterin von Meyer’s und ChuchiRamona Meisser, neue Anzeigenleiterin von Meyer’s und Chuchi, blickt auf ein intensives und anstrengendes Jahresende zurück. Kein Grund allerdings für die quirlige 39-Jährige, den Kopf hängen zu lassen, sondern vielmehr Anlass, die Ärmel hochzukrempeln: «Es gibt viel zu tun. Let’s do it!» Bis zum bitteren Ende, am 30. November, betreute sie als Sales Manager das Onboard-Magazin der Swissair und wirkte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an der letzten Ausgabe, einer Special Edition, mit: «Die ganze Angelegenheit war für alle Beteiligten emotional sehr belastend», erinnert sie sich. Da bereits Mitte Oktober klar geworden war, dass alle Angestellten entlassen würden, liebäugelte Meisser zuerst mit der Selbstständigkeit: «Nachdem ich verschiedene Angebote geprüft hatte, die mich allesamt nicht richtig zu begeistern vermochten, hatte ich mich faktisch schon für den Alleingang entschieden.» Denn für Meisser war klar, dass ein Grosskonzern für sie nicht mehr in Frage kam. Und: «Ich bin weder ein Zeitungs- noch ein TV-Mensch, deshalb haben mich diese Bereiche gar nicht interessiert.» Als sie jedoch erfuhr, dass bei Meyer’s eine neue Anzeigenleiterin gesucht wird, beschloss sie, ganz unverbindlich an deren Tür anzuklopfen.
Danach ging alles sehr schnell: Innerhalb von nur zwei Wochen wurde sie eingestellt. So kam es praktisch zu einem fliegenden Wechsel, doch die fehlende Verschnaufpause scheint Meissers Tatendrang überhaupt nicht beeinflusst zu haben. Die Branche ist ihr schliesslich bestens vertraut: Bei Tamedia verbuchte sie als Annabelle-Gebietsverkaufsleiterin erste Erfolge im nationalen Anzeigenverkauf. Diese Zeit bezeichnet Meisser als ihren Einstieg in die Zürcher Medienlandschaft.
Nach zwei Jahren verspürte sie den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Meisser, deren zweite Muttersprache Englisch ist, wechselte zur Target Publishing, wo sie als Sales Manager für die Swissair Gazette verantwortlich zeichnete. Dort schätzte sie vor allem die Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen und das internationale Zielpublikum.
Die neue Anzeigenleiterin ist überzeugt, dass es sowohl Meyer’s als auch der Chuchi an Markenpräsenz fehlt: «Die neue Identität der beiden Produkte ist noch zu schwach und muss unbedingt gestärkt werden, damit die Kunden genau wissen, welche Zielgruppen sie mit ihrer Werbung in diesen Titeln erreichen.» Die verstärkte Kommunikation hat sich die zweifache Mutter deshalb besonders auf die Fahne geschrieben.
In ihrer Freizeit hält sich Ramona Meisser in der Natur auf oder geniesst entspannt ein gutes Essen, das sie gerne auch mal selber kocht. Daniela Zivadinovic

Neuer Name für Giordano Felder

Die St.Galler Kommunikationsagentur Giordano Felder ASW firmiert neu unter dem Namen GFS Communications.

Die St.Galler Kommunikationsagentur Giordano Felder ASW firmiert neu unter dem Namen GFS Communications.Ausserdem wurde das Unternehmen von einer GmbH in eine AG umgewandelt. Neben dem Agenturgründer Bruno Giordano und seinem Partner Andreas Felder ist jetzt auch Roman Spiess, seit letztem Jahr Teilhaber der Agentur, im Firmennamen vertreten.Mit der Namensänderung soll auch eine neue Positionierung einhergehen. «Ursprünglich stand die klassische Kommunikation im Mittelpunkt des Angebots der Agentur, heute haben aber Internetprojekte einen grossen Anteil eingenommen», kommentiert Roman Spiess die Entwicklung der Agentur. Fullservice soll künftig auf den Fahnen von GFS Communications stehen.
Die drei Teilhaber haben innerhalb des breiten Spektrums ihre Spezialgebiete besetzt: Giordano kümmert sich hauptsäch-lich um Internetlösungen und
E-Commerce, Felder um Dienstleistungs- und Konsumgüterkommunikation und Spiess um Corporate Identity und Business-to-business-Kommunikation.
Spiess sieht die GFS Communications stark in der Region Ostschweiz verwurzelt. In dieser Gegend betreut die Agentur verschiedene Kunden im Tourismusbereich sowie die Grossfirmen Swisscom, Migros, Leica Geosystems und andere Unternehmen. (ba)
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