Aufgefallen: Das Geheimnis weiblicher Schlankheit ist gelüftet. Richtig vermutet!
AufgefallenDas Geheimnis weiblicher Schlankheit ist gelüftet. Richtig vermutet! Es hängt direkt mit den Essgewohnheiten linienbewusster Frauen zusammen. Allerdings gehören Hollywood-Diäten und Slim-Fast-Köstlichkeiten längst der Vergangenheit an
PS: Die roten Lippen in der Alfa-Anzeige (WW 4/02) gehören dem russischen Topmodel Tatiana Rudenko und nicht der amtierenden Miss Schweiz, Jennifer Ann Gerber.
Kolumne
Euphorie Von Carmelo Buffoli
Typisches Merkmal umwälzender Veränderungen ist, dass wir deren wahres Ausmass erst später erkennen. Auch ich, so muss ich gestehen, bin diesen menschlichen Wahrnehmungsgrenzen unterworfen.
Fakt ist aber: Mein Leben wird immer schöner, bunter und einfacher! Zumindest arbeiten andere hart, um mich das glauben zu machen. Auch für die Lancierung der neuen Schweizer Fluggesellschaft wurde hart gearbeitet, und ich bringe diesem Einsatz durchaus gewisse Sympathie entgegen. «Reduziert, einfach und klar» ist das neue Erscheinungsbild unserer Airline. Und wie verlockend klingt erst, was sie verspricht: Grenzenlose Freiheit, wie sie selbst in Demokratien bisher undenkbar war. Mit neuem Namen, Outfit und Elan aus den Siebzigern will sie vom Trümmerhaufen zur viertgrössten Gesellschaft Europas aufsteigen! Einfach wunderbar! Selber schuld, wer diese Freiheit nicht nutzt!
Die Reaktionen fielen zahlreich und vielfach euphorisch aus. Obwohl, von Swiss haben wir bis heute vor allem Verpackung gesehen. Die Devise dafür lautet nicht mehr «Stillstand ist Rückschritt», sondern «Retrodesign ist Fortschritt» – dies könnte allenfalls stimmen, jedenfalls bis zum nächsten Trend!
Jetzt bin ich vor allem auf den Inhalt der neuen Airline gespannt – und auf das wahre Ausmass der Veränderungen.
PS: In der ganzen Euphorie ging noch etwas vergessen: Es steht schlecht um die Konjunktur – und das weltweit. Alle Fluggesellschaften leiden weltweit unter der schlechten Wirtschaftslage. Die Ökonomen sind sich einig, erst für das Jahr 2003 ist eine Verbesserung wahrscheinlich…!?
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Carmelo Buffoli ist Inhaber von Buffoli und Partner GmbH, ASW.
Business Lunch
Ganz nahe an die Perfektion ran
Beat und Nathalie Caduff haben sich mit ihrer Wine Loft einen Traum erfüllt und sagen es allen auf www.ca duffs.ch: «Wir sind glücklich, für unsere Träume von Gastlichkeit und Lebensfreude ein Zuhause gefunden zu haben.» Da macht das Surfen aber Spass. Aber Obacht! Im «richtigen» Keller liegen ganz andere schwergewichtige Tropfen herum, deshalb lohnt sich der Gang ins Untergeschoss. Nach dem Motto «what you see is what you get» lässt sich trefflich die Zeit zwischen Bestellung und Service mit Fachsimpeleien vertreiben und der Wein fürs Mahl auswählen – macht vielleicht mächtig Eindruck, wenn man einen noch unentschiedenen Businesspartner von der eigenen (oder abgekupferten) Eloquenz in der Beschreibung von Aromen beeindrucken will. Ich halte wenig bis überhaupt nichts von diesem linguistischen Fruchtsalat: Duftet jetzt dieser Sauvignon blanc nach einem Heuhaufen von Alpengräsern oder nach einem aus der voralpinen Hügelzone?
Caduff versteht etwas von Kommunikation. Das beginnt mit der Speisekarte, die typografisch keine Wünsche offen lässt: Groteske Grundschrift, leserfreundlich. Den milchglasigen Plastik um das 70 Gramm schwere Papier könnte man sich aber sparen. Links stehen die Offenweine, beeindruckend in Zahl und Preis pro Deziliter (bis über 20 Franken). Rechts das kulinarische Angebot. Das passt meistens in die momentane Gefühlslage – denn irgend- etwas daraus hat man schon mal gegessen. Caduffs Küche ist bekömmlich, leicht und verarbeitet Produkte zumeist aus einheimischen Quellen. «Verwendet werden ausschliesslich frühmorgens marktfrisch und saisongerecht eingekaufte beste Grundprodukte», schreibt er auf seiner Homepage. Dann wüsste ich nur allzu gerne, wo sich in Zürich und Umgebung der erste Markt für kanadisches Bisonfleisch befindet. Bisonfleisch ist lecker, sehr sogar. Schon mal gegessen in Chicago, irgendwo südlich der Loop-Area. Obs wohl marktfrisch in die Schweiz gelangt oder tiefgekühlt zwischengelagert wurde?
Kommunikation in der Gastronomie ist ein schwieriges Fach. Verzapft man nicht die Wahrheit, kommen naseweise Gastrokritiker vorbei und finden ein Haar in der Suppe, das sie vom eigenen Haupt geschnitten haben. Am besten, man reduziert sein Mitteilungsbedürfnis auf die Teller, die man dem Servierpersonal aus der Küche mitgibt, damit es rasch beim Gast auf dem Tisch steht.
Dazwischen delektiere man sich am wunderbaren Brot. Auch ein Stück Kommunikation: Rück ein Stück vom Alltag weg, und wirf auch einen Blick aufs Alltägliche, aufs Brot, will der Meister sagen. Eine in der Konsistenz überzeugende Kalbsterrine, Lammracks (etwas zu fest gebraten) mit ganz nahe an die Perfektion gekochtem Safranrisotto sowie ein zartes und saftiges Perlhuhn auf aromatisch abgeschmecktem Sauerkraut kamen zu Tisch – und waren am Ende bezahlbar. Ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
Es sind aufmerksam gepflegte Details, die den Besuch zur schätzenswerten Erfahrung machen. Da stört auch nicht dieser unsägliche Geräuschpegel, der sich aus der Architektur des Raumes ergibt. Geeignet ist das Caduff als Business-Lunch-Lokal weniger, weil es konzentriertes Arbeiten (was man, je nach Renitenz der Geschäftspartner, auch mit Gabel, Messer und Glas leisten muss) fast unmöglich macht. Piepst ein Handy, gibts keine bösen Blicke, denn hier speisen zumeist Leute, die darauf angewiesen sind.
Aufmerksam war die Bedienung zwar schon (auch wenn sie beim Eintreten furchtbar vertieft war in die Kassenstation), aber sie ist wohl bei Szenelokalen abgeworben worden und zeigt auch mal Bauch. Den, freilich, muss ich zuletzt sehen – weil er mit Kommunikation nichts zu tun hat. Carlo Bernasconi
Caduff’s Wine LoftKanzleistrasse 126
CH-8004 Zürich
Tel. 01 240 22 55
Fax 01 240 22 56
E-Mail: [email protected]
Parkplätze sind Glückssache.
