Wild auf Wildeisen

AZ-Medien-Gruppe lanciert Multichannel-Projekt mit Annemarie Wildeisen

AZ-Medien-Gruppe lanciert Multichannel-Projekt mit Annemarie WildeisenVon Daniel Schifferle Mit einer geballten Kombination von Magazin, TV-Sendung und Internet buhlt die AZ-Medien-Gruppe um die Aufmerksamkeit von Publikum und Werbern im dicht besetzten Segment der Kochpublikationen.
Im Markt der Kochpostillen werden im Moment neue Süppchen gekocht, was das Zeug hält. Gerade erst wartete die Chuchi mit einem Neukonzept auf. Für Mitte März ist das neue La Tavola angekündigt (WW 3/02). Das ambitionierteste Projekt zum Thema Kochen startete zweifellos die AZ-Medien-Gruppe am 6. März. Ziel des Multimediaprojektes aus dem Rüebliland: dem umworbenen Publikum der Hobbyköchinnen und -köche publizistische Feinkost servieren.
Gelingen soll dies mit einer Alternative zum bestehenden Angebot. «Wir sprechen die modernere Köchin an, die schnell und unkompliziert, aber trotzdem gut kochen will», grenzt AZ-Verleger Peter Wanner das anvisierte Publikum etwa gegenüber dem Giganten Betty Bossi ab (siehe auch Interview auf Seite 5).
Für sein Projekt hat sich Wanner die erfolgserprobte Annemarie Wildeisen in die AZ-MedienKüche geholt, Gründerin und bis Ende 2001 Chefredaktorin der Chuchi. Mit Wildeisen arbeitet auch ihre gesamte in Bern domizilierte Redaktion inklusive Kochstudio neu im Auftragsverhältnis für Kochen. Sogar der Ex-Anzeigenleiter von d’Chuchi, Dieter Maier, wird mitgezügelt.
Entstanden ist ein Projekt mit einem Magazin, einer TV-Sendung und einem Internetauftritt. Aber nicht nur das: Für das Multichannel-Projekt stehen zusätzlich Wildeisens rund zehn im AT Verlag erschienenen Kochbücher für Werbezwecke bereit. So können Kunden personalisierbare Kochbücher als Geschenk-Edition bestellen. Zudem steht dem Publikum eine kostenlose Hotline für kulinarische oder küchentechnische Fragen zur Verfügung.
Im Zentrum des Multichannel-Projektes steht aber auch bei Kochen das Magazin. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Rezeptsammlung «für Leichtes, Schnelles und Unkompliziertes». Darum herum wird reichlich garniert mit Infos und Tipps rund um Produkte und Küchen-Know-how. Alles ist appetitlich illustriert, wie es sich für einen Kochtitel gehört. Kochen erscheint 10 Mal pro Jahr mit Doppelnummern im Januar/Februar und Juli/August. Die ganze Anzeigenseite kostet einheitlich 6590 Franken.
Ein täglicher Kochclip (ausser Sonntag) von gut 3 Minuten Dauer bringt die Philosophie von Kochen in Kurzform auf den Fernsehschirm. Allerdings sind vorderhand lediglich Tele M1 und Tele Tell mit von der Partie. Ausgestrahlt wird der Kochspot jeweils vor den News um 16.55, 17.55 und 18.55 Uhr. Mittwochs zusätzlich um 19.55 Uhr und in der Stundenschlaufe. Ganz ähnlich wie der Kochsendung kommt auch der Site www.wildeisen.ch in erster Linie eine Promotionsfunktion zu. Neben einem Forum für Erfahrungsaustausch und diversen Leserangeboten enthält die Site ein Kochbuch, das exlusiv Abonnenten des Magazins zugänglich ist. Die Zielgruppe des Multimediaprojektes: Personen zwischen 20 und 65 Jahren, die gerne kochen. Dabei wird ein Mix von 70 Prozent weiblichem und 30 Prozent männlichem Publikum erwartet.
Huckepack mit Marmite sorgt für komfortable Startauflage
Projekt- und Verlagsleiter ad interim ist Ueli Eckstein, stellvertretender CEO der AZ-MedienGruppe. Von den beiden ersten Ausgaben werden 80000 Exemplare gedruckt und im Zielversand an Hobbyköchinnen und -köche verschickt. Ab der dritten Nummer wird auf 40000 Exemplare heruntergefahren.
Als bequeme Starthilfe dient die Zeitschrift Marmite aus dem eigenen Haus. Die knapp 20000 Abonnenten des weinlastigen, im oberen Segment positionierten Gourmettitels erhalten seit dem 6. März auch Kochen zugeschickt. Das ab diesem Jahr von sechs auf vier jährliche Ausgaben reduzierte Marmite wird neu als Beilage mitgeliefert. Mit diesen Vorgaben dürfte es nicht schwer fallen, die in ein oder zwei Jahren anvisierten 40 000 bis 50 000 verkauften Exemplare zu erreichen.
Marktplatz der Kochmagazine

Titel Auflage 2000 Auflage 2001
Betty Bossi 920 000 920 000
Saisonküche (dt.) 142 970 140 373
Chuchi 106 591 106 652
Le Menu (dt.) 30 992 44 566
Marmite 20 817 19 324

Etat-News: Hesskiss trinkt Klosterbräu

Die Zürcher Werbeagentur Hesskiss betreut neu das Original Ittinger Klosterbräu.

Die Zürcher Werbeagentur Hesskiss betreut neu das Original Ittinger Klosterbräu.Etat-News Hesskiss trinkt Klosterbräu
Das Amber-Bier wird heute in Winterthur bei Heineken produziert. Die Agentur hat sich zuerst ein Redesign der Etikette und des Six-Packs vorgenommen.
Viel neue Arbeit für Eugster Die Agentur Eugster Kommunikation, Rorschacherberg, meldet als neue Kunden den liechtensteinischen Breitbandkabelnetzanbieter Lie-Comtel. Er überträgt Eugster sämtliche Kommunikationsarbeiten. Zudem wurden die Ostschweizer von den Firmen Aepli Metallbau AG und Aepli Stahlbau AG mit der Umsetzung ihrer Markenstrategie beauftragt.
Dynamite gewinnt Zuger Messe Die Werbeagentur Dynamite Advertising in Cham hat in einer Agenturevaluation die Zuger Messe als neuen Kunden gewonnen. Sie wird für den gesamten Werbeauftritt der Messe verantwortlich sein und übernimmt auch PR und Media.
BK schreibt Broschüren aus Die Bundeskanzlei sucht einen Partner für die Realisation ihrer Infobroschüren während der Legislaturperiode 2003 bis 2007. In einer Evaluationsphase werden vier Agenturen oder Bietergemeinschaften ermittelt, die zu einem bezahlten Wettbewerb eingeladen werden. Anschliessend soll ein Generalunternehmer alle Broschüren während einer Legislaturperiode realisieren. Interessenten beziehen Unterlagen bei Felix Spahr von der Bundeskanzlei.
deutsche McCann für CSMcCann-Erickson, Frankfurt, hat nach einem Pitch den internationalen Werbeetat der Credit Suisse gewonnen. Die Agentur wird eine internationale, imagebetonte Publikumskampagne in Print und TV sowie Below-the-line-Aktivitäten für die Credit Suisse und ihre Tochter «Winterthur»-Versicherungen entwickeln. Der Etat soll in zweistelliger Millionenhöhe liegen.

«L’appétit vient en mangeant»

Die Verlagsgruppe Hersant zeigt Begehrlichkeiten für den Westschweizer Pressemarkt

Die Verlagsgruppe Hersant zeigt Begehrlichkeiten für den Westschweizer PressemarktVon Anita Vaucher Der westschweizer Lokalmatador Edipresse bekommt definitiv ernsthafte Konkurrenz. Bereits im letzten Sommer hat die französische Verlagsgruppe Hersant Fuss gefasst in der Romandie. Die beiden Regionalzeitungen in Neuenburg dürften nicht die letzten sein, die Hersant kaufen will.
Die Société Neuchâteloise de Presse (SNP), welche die beiden Regionalzeitungen L’Express de Neuchâtel und L’Impartial herausgibt, verhandelt zurzeit mit der französischen Verlagsgruppe Hersant um eine Mehrheitsübernahme des Neuenburger Verlags. Hersant hat bereits im vergangenen Jahr in der Romandie das Regionalblatt La Côte erworben.
Fabien Wolfrath, der 1978 zusammen mit seinem Bruder Christian das Familienunternehmen SNP von seinem Vater übernommen hat, entschloss sich zu diesem Schritt, weil keine geeigneten Nachkommen den Verlag weiterführen können.
Überrascht von den Verhandlungen waren vor allem einige Partner von SNP, wie PubliGroupe oder das Journal du Jura, das die News am Vorabend der offiziellen Bekanntgabe vernahm. Zum definitiven Vertragsabschluss soll es aber erst in einigen Monaten kommen, heisst es von Seiten der SNP.
Für die regionalen Zeitungen wäre dieser Deal, wenn er denn tatsächlich zu Stande kommt, eine Warnung und gleichzeitig eine unmissverständliche Aufforderung, noch enger zusammenzuarbeiten, um gemeinsam Stärke zu zeigen.
In Gefahr wäre in Zukunft schliesslich auch das Romandie-Combi, die gemeinsame Inserateplattform der verschiedenen Westschweizer Regionalzeitungen, wenn der Westschweizer Pressemarkt inskünftig zwischen der französischen Gruppe und Edipresse aufgeteilt würde.
Letztere verfolgt die neuesten Verhandlungen mit einigem Stirnrunzeln. Die Übermacht der grössten Westschweizer Verlagsgruppe weckt unweigerlich das Interesse der Wettbewerbskommission. Dies musste Edipresse bereits im vergangenen Jahr bitter erfahren, als der Verlag ebenfalls Interesse an La Côte zeigte, von der Wettbewerbskommission aber ein Njet signalisiert bekam. Und da die Wettbewerbskommission weiterhin die Aktivitäten von Edipresse im Visier hat, besitzt Hersant zumindest im Moment eindeutig die besseren Karten und kann sich in der Westschweiz vorläufig ungehindert nach weiteren Kaufobjekten umsehen.

Mehr BaZ zum Lesen

Frontseite der Basler Zeitung wird weniger «newsgeil»

Frontseite der Basler Zeitung wird weniger «newsgeil»Unter dem Motto «Mehr zum Lesen – die BaZ hebt sich ab» hat die Basler Zeitung (BaZ) ihre Front, die zweite Seite und auch die Aufschlagseite des Regionalbundes umgestaltet. Diese kommen nun eher textlastiger daher.Der Zeitpunkt für die Neuerungen ist nicht zufällig: BaZ-Chefredaktor Hans-Peter Platz will sein Blatt vom Konkurrenten 20 Minuten abheben und potenziellen Basler Lesern der NZZ am Sonntag als Werktagspendant empfehlen. Ein bisschen intellektueller Touch kann da nicht schaden.
Auf der Front werden nicht mehr drei bis fünf Themen aus allen Bereichen mit grossen Lettern und Bild angerissen, sondern nur noch in einer Nachrichtenspalte mit Seitenverweisen. Auf der Front findet sich somit nur noch ein einziger, dafür gleich vierspaltiger Artikel, der nicht einmal der Tagesaktualität folgen muss. Thematisiert, analysiert und reflektiert wird dort, was die Redaktion als Haupt(Hintergrund-) thema des Tages bestimmt.
Auf der zweiten Seite folgt ein Kopf des Tages, eine Glosse, eine Karikatur sowie ein sinnierender Beitrag eines Korrespondenten. Auf Seite drei breitet sich wie üblich das Tagesthema aus, gefolgt von zwei Auslandseiten und dem Inland. Die Aufschlagseite des Regionalbunds ist ähnlich aufgemacht wie die Front, neu mit einer Kopfleiste und mit einem vier- bis fünfspaltigen Artikel zum «Thema der Region» und Anrissen.
Das teils neue Layout ist gewöhnungsbedürftig, weil die Nachrichten erst auf Seite vier oder fünf folgen. Doch Platz widerspricht: Man habe diesen neuen Aufbau gewählt, weil die erste Seite praktisch überlesen werde. Dies habe eine Studie gezeigt. Markus Knöpfli

News: Hanf hat neue Blätter

Die Zeitschrift Hanf verfügt neu über eine Schweizer Redaktion.

Die Zeitschrift Hanf verfügt neu über eine Schweizer Redaktion.News Hanf hat neue Blätter
Das Magazin, das sich nicht nur mit Cannabis als Rauschmittel, sondern auch mit dem Anbau und mit anderen Verwendungszwecken der Hanfpflanze befasst, erscheint im ganzen deutschen Sprachraum. Da in der Schweiz die Legalisierung am weitesten vorangeschritten sei und Hanf sich grosser Beliebtheit erfreue, habe die Herausgeberin Hanf Medien AG ihre Geschäftsleitung schon vor einiger Zeit hierher verlegt. Nun soll mit der eigenen Redaktion auch die Berichterstattung über die Schweiz verstärkt werden. Gegenwärtig wird zudem an einem Redesign der Zeitschrift gearbeitet. Eine Nullnummer wird zurzeit in ausgewählten Hanfshops verteilt, am 21. März erscheint das erste reguläre neue Hanf.
Ringier streitet weiter um Jean Frey Der Streit zwischen Ringier und der Basler Mediengruppe (BM) um die Jean Frey AG geht weiter. Jetzt hat Ringier in einem Brief an das Basler Verlagshaus und die Bank Swissfirst seine Forderungen schriftlich festgehalten. Von der Reaktion auf den Brief hänge es nun ab, ob der Verkauf der Jean Frey AG an Swissfirst ein juristisches Nachspiel habe, sagte Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger der SDA. «Wir rechnen jedoch weiterhin damit, dass die Sache gerichtlich geregelt wird», präzisierte er eine Meldung von Hitradio Z.
AZ-Medien-Gruppe hält Gewinnniveau Die AZ-Medien-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2001 nach eigenen Angaben ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt. Der konsolidierte Gruppenumsatz nahm um knapp 2 Prozent auf 201 Millionen Franken ab. Der Betriebs-Cashflow konnte auf 15 Prozent gesteigert werden, wie die Aargauer Zeitung schrieb. Der Reingewinn bewege sich auf Vorjahresniveau; damals war der Gewinn auf 8,7 Millionen Franken beinahe verdoppelt worden. Der Konjunkturrück- gang im zweiten Halbjahr 2001 habe massgeblich dazu beigetragen, dass die Umsatzziele nicht erreicht worden seien.

Gläserne Litfasssäule mit Gehirn Artware Litefast präsentiert sich als Werbesäule mit Panoramabildschirm

Gläserne Litfasssäule mit Gehirn Artware Litefast präsentiert sich als Werbesäule mit Panoramabildschirm Von Bruno Amstutz Wenn das E-Board im Zürcher Hauptbahnhof das elektronische Plakat darstellt, entspricht Artware Litefast der elektr

Gläserne Litfasssäule mit Gehirn Artware Litefast präsentiert sich als Werbesäule mit Panoramabildschirm
Von Bruno Amstutz
Wenn das E-Board im Zürcher Hauptbahnhof das elektronische Plakat darstellt, entspricht Artware Litefast der elektronischen Litfasssäule. Das neue Medium will das Publikum an hoch frequentierten Standorten mit Werbung und News beliefern.
Nicht nur der Name Litefast, auch die Zylinderform erinnert auf den ersten Blick an die gute, alte Litfasssäule. Statt Plakate locken aber auf Augenhöhe Texte und Bilder, die in einer transparenten Röhre zu schweben scheinen. Einblick wird von allen Seiten gewährt.
Das Phänomen wird durch drei senkrechte LED-Leisten ermöglicht, die zwar nicht mit Licht-geschwindigkeit, aber immerhin mit rund tausend Umdrehungen pro Minute die Scheibe entlang rotieren. Durch die hohe Geschwindigkeit kann das Auge die Projektoren nicht wahrnehmen, die roten, grünen und blauen Leuchtdioden erzeugen jedoch beliebige zusammenhängende farbige Bilder. Der Zylinder wird so zum 1,2 Quadratmeter grossen Panoramabildschirm mit einer Auflösung von 160 mal 512 Pixeln.
Erste Erfahrungen werden in Kinos gesammelt
Ähnlich wie das E-Board werden die Säulen von einer Zentrale aus mit Inhalten gespeist. Diese betreibt die Firma Artware-Network GmbH, die so eine ständige Betriebskontrolle sowie eine rasche Anpassung der Inhalte garantieren will. In weiterer Analogie zum E-Board sollen sich die Rundbildschirme nicht ausschliesslich auf Werbebotschaften konzentrieren. «Das Medium soll Werbung mit tagesaktuellen Informationen kombinieren», betont Marcel Meester, Geschäftsführer von Artware-Network, «so können wir ständig einen attraktiven Blickfang bieten.»
Die zentrale Steuerung ermöglicht den Einsatz der elektronischen Säulen auch zur Mitarbeiter- oder Besucherinformation in Firmen. Während in Deutschland schon rund 80 Einheiten in Betrieb sind, hat hier zu Lande die erste Säule erst Ende Januar ihren Standort gefunden: Im Maxx Kinocenter in Emmenbrücke LU.
In Zusammenarbeit mit der Kinovermarkterin RMB sollen ab Mitte März weitere Kinos der deutschen Schweiz mit Artware Litefast bestückt werden. Rund 10 Standorte sind vorläufig in Multiplexkinos geplant. Jean-Claude Bruhin, Chief Communication Officer bei RMB, sieht Litefast gerade für Kinos als Medium mit Mehrwert: «Für die Kinobetreiber bieten die Säulen einen guten Service, da sie zum Beispiel auch Vorankündigungen auf Filme aufschalten können.» In deutschen Kinofoyers, die gemäss Bruhin stärker als in der Schweiz als Kommunikationsarena genutzt werden, sind bereits über 40 Exemplare im Einsatz.
Neben elektronisch erzeugten Bildern und Animationen bieten die Säulen traditionelle Werbeflächen an: Der Schaft kann ober- und unterhalb der Projektionsfläche mit hinterleuchteten Plakaten bestückt werden, und der Bildschirm selbst dient nicht nur als Projektionsfläche, sondern gleichzeitig auch als Vitrine.

Einmal tief Luft holen

White Lion baut der Region Disentis Sedrun ein authentisches Markendach

White Lion baut der Region Disentis Sedrun ein authentisches MarkendachSchweizer Berggemeinden haben die Marketingfusion entdeckt, damit sie im harten Kampf um die Gunst der Touristen konkurrenzfähig bleiben. Auch die beiden Bündner Ferienorte Disentis und Sedrun wollen gemeinsam Stärken nutzen und ihre Position im Markt festigen. Obwohl schon vor drei Jahren beschlossen, wurde die neue Ferienmarke Disentis Sedrun erst diesen Winter gelauncht. Für die gesamte Kommunikation zeichnet die in Zürich domizilierte Werbeagentur White Lion verantwortlich. Disentis Sedrun setzt mit Authentizität auf Gäste, die Ruhe und Erholung suchen. Seite 12

20 Minuten ist wieder weg von den Kiosken

Crossair-Swissair-Modell. Für 50 Millionen Franken übernimmt die gesunde WoZ die kranke Weltwoche und führt diese nach ihren geschäftli-chen und publizistischen Grundsätzen auf den Boulevard des Erfolgs zurück. Finanziert wird das Projekt von den

Die Pendlerzeitung 20 Minuten, die 13 Monate lang in Zürich, Basel und Bern an je 60 Kiosken gratis auflag, ist dort seit dem 1. März nicht mehr erhältlich.Rolf Bollmann, Verlagsleiter von 20 Minuten, erklärt diesen Umstand so: Die Kiosk AG habe 20 Minuten Mitte Februar beschieden, dem Gratisblatt den Vertrieb über die 180 ausgewählten Kioskverkaufsstellen bis auf weiteres zu verwehren. Laut Bollmann hat der Pressegrossist den Stopp mit dem Bedürfnis begründet, die letzten 13 Monate vertiefter analysieren zu wollen. Die Kiosk AG, die das Auflegen von Gratiszeitungen von Anfang an als Versuch bezeichnet hatte, hat 20 Minuten aber keine definitive Absage erteilt. Bollmann wird noch diesen Monat mit der Kiosk AG zusammensitzen.Ringier dementiert Druck auf die Kiosk AG
Von der Kiosk AG, die einen Entscheid per Ende Februar angekündigt hatte, war keine Stellungnahme erhältlich. Dieses Verhalten nach dem negativen Bescheid sowie die eher dürftige Begründung überraschen, zumal der Versuch mit den Pendlerzeitungen von ihr initiiert worden war. Zudem war öfter zu hören, dass Kioske mit 20 Minuten trotz Gratisabgabe mehr Umsätze zu verzeichnen hatten. Bollmann glaubt denn auch den wahren Grund für den Stopp zu kennen: «Ich habe gehört, dass die Kiosk AG von Blick unter Druck gesetzt worden ist, den Test abzubrechen, weil an den Kioskstellen mit 20 Minuten der Verkauf der Blick-Exemplare massiv rückläufig gewesen sei.» Ringier-Konzernsprecher Fridolin Luchsinger bestreitet dies jedoch. Weder habe der Blick unter den Pendlerzeitungen gelitten, noch habe man Druck ausgeübt. Auf Anfrage der Kiosk AG habe Ringier lediglich die Gratisabgabe von 20 Minuten an Kiosken negativ beurteilt. Luchsinger: «Solange die Provisionsregelung nicht derjenigen der verkauften Titel entspricht, bestehen ungleiche Spiesse.»
Die Pendlerzeitungen an den Kiosken sorgten bereits im letzten Februar für Aufregung unter den Verlagen. Anfänglich lag an einigen Verkaufsstellen auch das Gratisblatt Metropol auf, dieses zog sich jedoch bald zurück. Einige lokale Gratiszeitungen zeigten ebenfalls Interesse am Versuch. 20 Minuten setzte gemäss Verlagsleiter Bollmann pro Kiosk und Tag rund 100 Exemplare ab. (mk)

Affichage-Rekord

Offene Fragen im Verhältnis zu Partner JCDecaux vor Klärung

Offene Fragen im Verhältnis zu Partner JCDecaux vor KlärungVon Markus Knöpfli Nach dem Rekordumsatz im Jahr 2000 konnte die Affichage-Gruppe ihre Einnahmen noch einmal steigern. Der konsolidierte Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 320,3 Millionen Franken, das Konzernergebnis ging dagegen um 3,5 Prozent auf 27,4 Millionen Franken zurück.
Prozentual am schnellsten wächst derzeit das Osteuropa-Geschäft bei Europlakat (EPI), bei der Affichage eine Beteiligung von 49 Prozent hält. Der Affichage-Anteil am osteuropäischen Verkaufserlös stieg auf 33,3 Millionen Franken, was einer Steigerung um 19,8 Prozent entspricht. Damit macht EPI 10,4 Prozent des Affichageumsatzes aus, vorletztes Jahr waren es noch 9 Prozent gewesen. Gemäss Affichage-CEO Christian Kauter entwickle sich das Geschäft in Ungarn, Kroatien und Bosnien positiv, weniger erfreulich dagegen in Polen. Dort herrsche im Aussenwerbemarkt ein Überangebot, was eine Marktbereinigung nötig mache. EPI müsse deshalb erwägen, sich aus Polen zurückzuziehen. Zwar habe sich EPI mit einem Übernahmeangebot an die Aktionäre der Firma AMS auch schon als Marktbereiniger versucht, doch hätten diese überhöhte Preisforderungen gestellt. «EPI will nicht zu jedem Preis mitbereinigen», sagt Kauter.
Ein weiteres Thema bei EPI sind die 100-prozentigen Osteuropa-Töchter von EPI-Mehrheitsaktionär JCDecaux. JCDecaux möchte diese bei EPI integrieren. Wie dies geschehen soll, wird gemäss Kauter demnächst bekannt gegeben.
Und wie steht es um JCDecaux’ Forderung nach mehr Mitspracherechten bei Affichage selbst? Trotz seiner 30-Prozent-Beteiligung stehen JCDecaux wegen Vinkulierungsbestimmungen in den Affichage-Statuten nur 5 Prozent der Stimmrechte zu. Kauter bestätigte, dass dieses Thema auch seitens Affichage «ein Traktandum geblieben ist». Umso mehr, als die Wettbewerbskommission seit letztem Sommer die JCDecaux-Beteiligung an Affichage definitiv nicht als wettbewerbsrechtliche Absprache qualifizieren mag.
Affichage in Zahlen (in Mio. Fr.)

2001 2000 Veränderung in %
Verkaufserlös 320,3 307,5 +  4,2
Schweiz 287,0 279,7 +  2,6
Europlakat (49%) 33,3 27,8 + 19,8
Betriebsergebnis 36,7 39,3 –  6,6
Konzernergebnis 27,4 28,4 –  3,5
Cashflow 56,4 55,3 +  2,0

In Coiffeurs Chuchi

Wo in den Räumen der Duktus AG, Agentur für Media-Consulting und Editorial-Services, sonst Betriebsamkeit herrscht – die meisten Seiten der nächsten Ausgabe der Chuchi hingen schon am Layoutplan –, gab es für einmal di

Wo in den Räumen der Duktus AG, Agentur für Media-Consulting und Editorial-Services, sonst Betriebsamkeit herrscht – die meisten Seiten der nächsten Ausgabe der Chuchi hingen schon am Layoutplan –, gab es für einmal diVon Beat Frtisch e feinen Spezereien nicht auf Papier, sondern auf dem Teller. Hanspeter Eggenberger und sein Team luden zum Apéro. Der Zeitpunkt war günstig: Nach geglücktem Start und damit verbundener Anfangshektik ist etwas mehr Ruhe eingekehrt: Duktus betreut seit November Chuchi aus dem Verlag Meyer und die Lifestyle-Sonderbeilagen der Bilanz.
Bei Jamon Serrano und anderen Tapas, inklusive Wein, liessen es sich die Gäste in den hell eingerichteten Räumen gut gehen. Darunter PR-Fachmann und Filmjournalist Christoph Soltmannowski, dessen Buch über die Street Parade nächstens erscheinen wird. Er betreut auch die Pressearbeit für den eben eröffneten Filmladen von Thomas Hitz im Niederdorf und diskutierte eifrig mit dem ebenfalls anwesenden Musikjournalisten Michael Lütscher.
Einen Augenschein nahmen auch Monica Glisenti und Urs Peter Naef, beide Pressesprecher beim Migros-Genossenschafts-Bund. Nicht ganz unpikant, der Besuch, nachdem Naef letzte Woche des Öfteren zum Thema chinesische Poulets in den Medien zu hören und zu sehen war. Hoffentlich hats in der nächsten Chuchi nicht zu viele Rezepte mit Huhn drin.
Eine Vernissage stand am späteren Abend bei Marc Menden auf dem Programm. Er hat den Ruf, einer von Zürichs Top-Partyorganisatoren – unter anderem Backstageclub im Q – zu sein. Zudem ist er Inhaber von Mad und somit einer der angesagten Szenecoiffeure. Daneben überrascht er immer wieder auch mit kleinen Events, die mit gut durchmischtem Publikum aufwarten. Darunter auch einige Werber, die sich sonst von ihm die Haare frisieren lassen.
Die Ausstellung von Andreas Zivkovic trägt den Namen Kügeliloo und ist die erste des jungen Künstlers überhaupt. Die Bilder beeindruckten die anwesenden Gäste anscheinend, denn allseits lautete der Tenor, dass man von Zivkovic wohl auch künftig was zu sehen bekomme. Und da die Bilder jetzt noch erschwinglich seien – tatsächlich kosten die meisten weniger als 1000 Franken, echte Schnäppchen also –, könnte sich ein Kauf lohnen (was der Shortlistautor denn auch gleich nutzte und ein Aktbild erwarb).
Die Party ging ziemlich ab, ohne je überfüllt zu sein; Michael Schädler unterstützte die groovige Stimmung mit seiner Plattensammlung, und Menden mixte hinter der Mad-Bar reichlich alkoholhaltige Drinks.
Das fand neben vielen anderen auch die Dreierdelegation von Frank Baumanns Entertainmentagentur Wörterseh oder Arti Mathur, Ex-AD bei Kenzo und jetzt Geschäftsführerin der neu eröffneten Boutique Teinture d’Iode. Ebenfalls zugegen war Alain Mehmann, der bei der Cablecom in der Abteilung Brand Strategy & Customer Communication arbeitet. Ansonsten ist er auch als Peaplefotograf fürs Szenemagazin Forecast an Partys in Zürich oder in Laax zu sehen.
Als ruhigen Partyausklang zum Wochenende gabs in der Helferei Grossmünster feinere Töne. WerbeWoche-Redaktor Ernst Weber, ein begnadeter Gitarrist, verschönerte den Abschluss mit einem Konzert zur Taufe seiner neuen CD «Rotes Harz», eines musikalischen Waldmärchens. Von dessen Erlös kommt via WWF und Pro Natura ein Teil des Obolus den Bäumen zugute.
Beat Frtisch

auf dem nassen Stuhl an der Party von Marc Menden bei Mad, wo er sich vom Starfigaro mangels zu schneidender Haare eine Friction verpassen lässt. Um die Verdauung anzuregen, denn vorher hatte er sich bei Duktus AG, welche die Kochzeitschrift Chuchi gestaltet, den Bauch mit allerlei Köstlichkeiten vollgeschlagen.
Wer an Partybuffets gesehen wird oder wem in der Branche der Kopf gewaschen wird, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.

Goldbach neu auch in Österreich

Die Crossmedia-Holding schafft übersichtlichere Strukturen

Die Crossmedia-Holding schafft übersichtlichere StrukturenVon Markus Knöpfli Seit kurzem fährt der Crossmedia-Dampfer Goldbach Media auch in Österreich unter eigener Flagge: Die Ende Juli 2001 übernommene ActiveAgent Holding AG mit Sitz in Wien wurde in Goldbach Media AG umbenannt.
Dazu war der bisherige Verwaltungsrat anlässlich von Generalversammlung und Closing am 6. Dezember zurückgetreten, und es wurde ein neuer dreiköpfiger VR gewählt. Neuer VR-Präsident ist Klaus Kappeler, sein Vize heisst Mario Hrastnig.
Innerhalb der Holding wird die Goldbach Media Österreich zu einer Tochtergesellschaft der gleichnamigen Schweizer Finanz-Holding Goldbach Media AG mit Sitz in Küsnacht ZH und eine Schwester der Goldbach Media Management AG.
Die bisherigen ActiveAgent-Töchter in Österreich, Deutschland, Ungarn und der Schweiz werden nun zu Tochterfirmen von Goldbach Media Österreich, firmieren aber weiter als Active- Agent. Neu gegründet wird Such treffer.at, womit Goldbach Media nun auch in Österreich unter der gleichen Marke wie in Deutschland und der Schweiz Suchmaschinenmarketing anbietet. Beabsichtigt ist zudem, dass auch der Goldbach-Partner Net-Promotions (modulare Onlinepromotionen und Customer-Care-Lösungen) in Österreich Fuss fasst und die Angebotspalette erweitert. Die Gründung weiterer Schwesterfirmen etwa von Media- Agent (Beratung) oder Swisscontent Corp. ist laut Goldbach-Sprecher Paul Riesen zwar «angedacht, aber weder entschieden noch terminiert». Absehbar ist zudem, dass zumindest in Deutschland ein weiterer Goldbach-Ableger gegründet wird.
Weil trotz beginnender Neuordnung Teile der Goldbach-Strukturen weiterhin «unlogisch» (Riesen) bleiben, will man wenigstens den Kunden Übersicht ermöglichen. Dazu werden die Onlineangebote in der Schweiz künftig zentral verkauft. Damit erhalten Goldbach-Kunden für die Firmen ActiveAgent, MediaAgent, Net-Promotions und Suchtreffer sowie Swisscontent (Commerce, Content) und Moneycab künftig einen Ansprechpartner.
Mit der neuen Dienstleistung Goldbach Media Online als One-stop-Shop und einem Competence&Fulfillment-Center hinter der Verkaufsfront wird die Produktkoordination wahrgenommen. Die Führung von Goldbach Media Online liegt bei Michi Frank. Managing Director Rolf Suter leitet die Sales-Crew; für das Competence-Center wird Peter Strassmann zuständig. Die Unternehmensverantwortung von Suter für Suchtreffer und Strassmann für MediaAgent bleibt aber erhalten. Auch zeichnen für die weiteren Unternehmen nach wie vor die Geschäftsleiter verantwortlich. Ein ähnlicher One-stop-Shop ist auch in Österreich geplant, sobald dort Net-Promotions ihre Tätigkeit aufnimmt. Auch fürs internationale Geschäft gibt es eine Ansprechperson: Als Managing Director hat das Unternehmen den früheren Accenture- und KPMG-Berater Andy Sattlberger verpflichtet.

Frühlingsboten im Werbestrauss

Die kommerzielle Werbung begann sich im Januar aufzurappeln

Die kommerzielle Werbung begann sich im Januar aufzurappelnNach der unerfreulichen Gesamtbilanz des vergangenen Jahres vermeldet Media Focus für den Januar versöhnlichere Zahlen: Die Bruttowerbeeinnahmen liegen knapp über dem Vorjahresmonat.Anlass zum Jubeln ist allerdings noch nicht gegeben. Das Gesamtplus der kommerziellen Werbung beträgt gerade einmal 0,1 Prozent, und die diversen Mediengattungen sind sehr unterschiedlich ins neue Jahr gestartet.
Eine Kehrtwende konnten die Internetbanner vollziehen. Nach Monaten der Baisse mit Verlusten im zweistelligen Prozentbereich und einem glanzlosen Jahresabschluss von minus 38,1 Prozent haben sie die rasende Talfahrt mit quietschenden Reifen gestoppt. Die Bruttowerbeausgaben für Banner wuchsen im Januar sogar um 2,9 Prozent. Ein positives Zeichen, aber noch kein Garant für eine Trendwende – monetär beträgt der Gewinn gerade einmal 30000 Franken.
Auch die Tageszeitungen bekommen wieder etwas mehr Luft: Ihre Verluste gegenüber dem Januar 2001 haben sich auf minus
3 Prozent oder 3,5 Millionen Franken vermindert. Die Gewinner des Monats sind die Plakate, die stolze 13 Prozent oder 4 Millionen Franken mehr Bruttowerbeeinnahmen generierten. Die Publikumszeitschriften steuerten 2,9 Millionen Mehreinnahmen bei und steigerten sich um 7,6 Prozent. Positiv verlief der Januar auch für die Radiostationen, die 12,3 Prozent oder 972000 Franken zulegten.
Weniger glorreich sieht die Lage bei den Fernsehsendern aus. Bereits den zweiten Monat in Folge steckten sie Rückgänge ein. Im Januar beliefen sie sich auf minus 1,5 Prozent, das entspricht 621000 Franken.
Am untersten Ende der Rangliste haben Fachzeitschriften die Banner abgelöst. Ihre Bruttowerbeeinnahmen brachen um 19,3 Prozent ein, und 2,9 Millionen Werbefranken weniger flossen in die Kassen. Auch Kinos wurden einmal mehr auf einen Schattenplatz verwiesen. Gegenüber dem Dezember vergrösserten sich ihre Verluste und beliefen sich im Januar auf minus 18,6 Prozent. Teletext rutschte nach einem positiven Ergebnis im Dezember wieder in den roten Bereich und verlor 4 Prozent.
Die zaghafte Vorwärtsbewegung des Werbemarktes nährt Hoffnung, zeigt sich aber erst als eine zarte Knospe. Zu inkohärent sind die Ergebnisse der einzelnen Mediengattungen – die Mehreinnahmen von 367000 Franken gegenüber dem Vorjahresmonat sind den Zugpferden Plakat und Publikumszeitschriften zu verdanken. Über eine reale Trendwende müssen Werbeauftraggeber in den nächsten Monaten entscheiden. Bruno Amstutz
Bruttowerbeaufwand nach Medien

Januar 2001/Januar 2002 im Vergleich
in 1000 Fr. 2001 in 1000 Fr. 2002 +/– in %
Tageszeitungen 116 578 113 078 –  3,0
Publikumszeitschriften 38 634 41 562 7,6
Fachzeitschriften 15 030 12 135 – 19,3
TV 41 977 41 356 –  1,5
Radio 7 894 8 866 12,3
Kino 2 323 1 892 – 18,6
Teletext 3 202 3 074 –  4,0
Plakat 30 860 34 872 13,0
Internetbanner 1 046 1 076 2,9
Gesamt 257 544 257 911 0,1
Quelle: Media Focus

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