Vorsichtiger Optimismus

Nur dank sieben neuen Mitgliedern haben die BSW-Agenturen das Ergebnis stabil halten können

Nur dank sieben neuen Mitgliedern haben die BSW-Agenturen das Ergebnis stabil halten könnenVon Andreas Panzeri Eine durchzogene Jahresbilanz präsentierten René R. Hürlimann, Präsident, und Walter Merz, Geschäftsführer des BSW, an einer Medienkonferenz: Die Erträge der klassischen Agenturen sind im Schnitt um 5,6 Prozent zurückgegangen.
Die 74 im Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) zusammengeschlossenen Beratungs- und Kreativagenturen haben die Auswirkungen des Krisenjahres 2001 deutlich zu spüren bekommen. Dank der Aufnahme von sieben Neumitgliedern (zwei Media-, drei Dialogmarketing- und zwei Werbeagenturen) konnte die Statistik aber ein wenig «geschönt» werden: Die gesamten BBE wuchsen um 0,1 Prozent auf 436,2 Millionen Franken gegenüber dem Ausnahmejahr 2000.
Der Verband ist aber gerüstet für die kommenden Aufgaben und den erwarteten Aufschwung. Dieser «vorsichtige Optimismus» lässt vor allem auf den kommenden Herbst hoffen, wenn die Budgets für das Jahr 2003 gesprochen werden. Deshalb sprach Hürlimann von «kleinen Siegen» und «schrittweisem Erholen».
Für 2002 rechnen die klassischen Werbeagenturen im BSW mit einem Wachstum von 1,9 Prozent, während die nichtklassischen Mitgliedagenturen mit 5,1 Prozent ein stärkeres Wachstum erwarten. Der Vorstand zeigte sich überzeugt, dass es ein richtiger Entscheid war, den Verband für solche nichtklassischen Agenturen aus den beiden Gruppen Media und Dialogmarketing zu öffnen.
Was die allgemeinen Trends betrifft, sieht Hürlimann in Zukunft zwei Tendenzen. Eine geht in Richtung Spezialisierung mit kleinen Gruppen. Die zweite Tendenz ist das One-Stop-Shopping mit Fullserviceagenturen, die dem Kunden sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand anbieten können. «Die Spezial-agenturen wachsen dabei schneller als die alten Fullserviceagenturen», analysierte der BSW-
Präsident die Statistik.
In dem weltweit für die Werbebranche schwierigen Jahr 2001 hat sich der BSW als führender Branchenverband der Schweizer
Werbe- und Kommunikationsagenturen zusammenfassend aber zufrieden stellend gehalten.
Erstmals hat der Verband das alljährlich mit grossem Interesse erwartete Ranking seiner Mitglieder nach den einzelnen Agenturkategorien aufgeteilt und auch ein separates Ranking für Agenturgruppen erstellt. Damit ist eine bessere Übersicht über die Struktur des Verbandes gegeben. Die im BSW zusammengeschlossenen Kommunikationsagenturen realisieren rund 70 Prozent des gesamten in der Schweiz über Agenturen getätigten Werbegeschäftes.
Viel versprechende Zukunft mit Modulschulen
«Die Ausbildung in der Schweiz ist international ein Prunkstück. Nirgends ist der zweite Bildungsweg so ausgebaut wie hier», leitete der Präsident stolz zu einem weiteren Schwerpunkt der Verbandstätigkeit über.
Der BSW engagiert sich sehr stark in der Aus- und Weiterbildung, um für seine Mitglieder weiterhin die Basis für qualitativ hoch stehende Arbeit zu schaffen. So geben denn einerseits sehr viele der führenden Leute in BSW-Agenturen ihr Wissen an öffentlichen Fachschulen und Seminaren weiter, andererseits organisiert der Verband eigene Weiterbildungskurse und -seminare exklusiv für die Mitarbeiter seiner Mitglieder auf verschiedenen Stufen: ADC/BSW-Kreativschule für junge Grafiker und Texter; Seminar für strategische Planung; Marbach Academy für Führungsleute, zusammen mit dem deutschen Verband der Kommunikationsagenturen, GWA; Management- Tools-Seminare für Agenturleiter, Finanzverantwortliche und Berater sowie zusammen mit dem ADC (Art Directors Club) und dem IAA (International Advertising Association) das Managementseminar 03 für die obersten Führungsgremien der Agenturen.
Das neue Berufsbildungsgesetz bringt neue Anforderungen an die Ausbildung mit sich. Auch hier arbeitet der BSW aktiv an der Neuausrichtung der Branchen-Ausbildungsmodule und steht im Kontakt mit den interessierten Verbänden und Ausbildungsstätten. BSW-Geschäftsführer Merz ist mindestens einmal pro Woche «irgendwo in Sachen Ausbildungspolitik unterwegs». Der attraktive Reiz der modularen Ausbildung wird in Zukunft darin bestehen, dass die verschiedenen Prüfungsteile für ein Diplom auch an verschiedenen Schulen abgelegt werden können.
Ein ungelöstes Problem vor allem für KMU-Agenturen wird hingegen sein, dass nicht nur Lehrlinge in Zukunft für ihre Schule noch mehr freigestellt werden müssen. Auch die Lehrmeister sollten gemäss kommenden Konzepten wieder regelmässig die Schulbank drücken, weil sie sonst keine Lehrlinge mehr betreuen dürfen.
Der BSW ist als Verband ebenfalls besorgt um die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für seine Mitgliedagenturen. In diesem Zusammenhang werden zurzeit die Arbeitsgrundsätze des Verbandes revidiert. Das Papier, dessen Vorgänger den Status einer Branchenusanz erlangt hat, soll an der Mitgliederversammlung vom 11. April in Luzern verabschiedet werden.
Die im letzten Jahr lancierte Stellenvermittlung auf Internet, bswjobs.com, hat sich als Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Lage vorerst weniger dynamisch entwickelt als geplant. Im ersten halben Jahr ist der Service rege genutzt worden. Seit dem 11. September «läuft aber überhaupt nichts mehr», erklärte Merz. Die Projektleiterin Evelyne Masson ist jedoch zuversichtlich, bsw jobs.com für Kommunikationsfachleute und Agenturen als vertrauliche Anlaufstelle bei der Stellen- und Personalsuche im laufenden Jahr wieder kontinuierlich ausbauen zu können. «Wir hoffen auf den Frühling.»
Das neue Ranking lässt noch keine Vergleichszahlen zu
In den offiziellen Tabellen des neuen Rankings fehlen in diesem Jahr absichtlich die Vergleichszahlen aus dem Jahr 2000, weil viele Agenturen sich in neuen Seilschaften strukturiert oder sonstwie verändert haben. «Man hätte hier Äpfel mit Birnen vergleichen müssen», rechnete Merz und präzisierte: «Man hätte die Zahlen nur mit rund 40 Fussnoten erklären können.» Für gewiefte Statistiker mit entsprechenden Hochrechnern hat die Werbe-Woche die Vergleichszahlen trotzdem abgedruckt.
Noch einmal andere Zahlen finden sich im AdAge, weil hier auch Nicht-BSW-Mitglieder (einzelne Töchter) der Gruppen eingerechnet worden sind. Kommentieren lässt sich hingegen eindeutig, dass im Bereich Dialogmarketing und Spezialagenturen sich erstmals die Branchenleader sehen lassen.
An der Monitorumfrage bei allen BSW-Agenturen beteiligten sich 70 Prozent, davon 90 Prozent der Top-20-Agenturen. Aus den ermittelten Zahlen lässt sich errechnen, dass die Top 10 rund 45 Prozent der jährlichen Gesamtbudgets realisieren.
2003 erwartet fast die Hälfte der Agenturen mehr Income. Die klassischen rechnen auch hier mit weniger Zuwachs als die Dialog- und Spezialagenturen. Bei den Wachstumsbranchen haben Banken und Telekommunikation die beiden ersten Plätze vertauscht. Die Pharmaindustrie ist nach oben gerutscht und IT deutlich nach unten.
Gute News für die Mitarbeitenden: 70 Prozent der Agenturen haben für dieses Jahr eine Lohnerhöhung ausgesprochen. Im Schnitt beträgt sie 2,5 Prozent. 95 neue Stellen sind 2001 gegenüber 160 im Vorjahr geschaffen worden.
BSW-Ranking 2001 Werbeagenturen

(Zahlen nicht in jedem Fall mit 2000 vergleichbar)
BBE in Mio.
Rang Agentur Ort 2001 2000 1999
 1 Publicis Werbeagentur AG 1) Zürich 31.743 33.108 32.097
 2 Advico Young & Rubicam AG Zürich 30.800 31.317 26.630
 3 Wirz Werbung AG Zürich 25.070 24.850 23.100
 4 Lowe AG 2) Zürich 21.097 20.338 14.300
 5 McCann-Erickson SA Genève/Zürich 19.562 39.014 40.223
 6 TBWA Switzerland AG 3) Zürich/Bern 15.500 15.550 14.400
 7 Euro RSCG Switzerland Zürich/Genève/ 14.551 14.862 14.314
Basel
 8 Contexta AG Bern 13.620 10.350  7.300
 9 Grey Worldwide AG Zürich/Genève 13.100 14.800 11.300
10 FCB Leutenegger Krüll AG Wallisellen 12.650 10.546  6.420
11 Burson-Marsteller AG Bern 10.800  9.870  8.465
12 Jung von Matt/Limmat AG 4) Zürich 10.205  8.484  6.321
13 JWT+H+F Werbeagentur AG 5) Zürich  8.890  8.341  7.971
14 Young & Rubicam Business Genève  8.475  8.008  7.200
Communications SA
15 Grendene, Ogilvy & Mather AG Zürich  8.315  7.586  8.037
16 Lang Gysi Knoll Werbeagentur AG Bern  8.115  7.150  6.750
17 Favo Corporate Communications Arlesheim  6.425  7.279  5.610
18 Saatchi & Saatchi Nyon/Zürich  6.126  5.360  5.055
19 Metzgerlehner AG 6) Erlenbach  5.400  5.900  6.000
20 Cosmic Werbeagentur AG Zürich  5.400  4.900  4.500
21 GGK Zürich Zürich  4.800  5.400  5.200
22 Lesch + Frei Werbeagentur AG Zürich  4.710  5.061
23 cR DDB Basel cR Werbeagentur AG Basel  4.440  3.860  3.217
24 Polyconsult Bern AG 7) Bern  4.000  2.600  3.665
25 Matter & Partner AG Zürich  3.900  3.300  2.960
26 Sulzer, Sutter AG Zürich  3.857  3.362  3.082
27 Erat, Thoma & Herzog Werbeagentur AG Rorschach  3.750  4.120  3.543
28 Schneider, Berthoud Werbeagentur AG Basel  3.620  2.942  3.024
29 Zogg.Kettiger.Gasser. Werbeagentur AG 8) Zürich  3.600  4.600  4.880
30 Pucci Sulzer Werbeagentur AG 9) Zürich  3.299
31 Schmid Riedmann & Partner Luzern  3.165
32 Guye Benker Werbeagentur AG 10) Zürich  3.018  4.438  3.711
33 Ottiger & Partner AG Reussbühl  2.900  2.650
34 Scotti Werbeagentur AG Zürich  2.740  3.200  2.595
35 Heads Corporate Communication AG Zürich  2.530  2.230  1.521
36 FKP&Partner AG, Zürich 11) Dietikon  2.400  4.300  4.250
37 Hilfiker AG Luzern  2.380
38 Wyss & Partner AG Zürich  2.320  2.308  2.315
39 S&W Werbeagentur AG Baden-Dättwil  2.022  2.200  2.115
40 Trio Communication marketing SA Lausanne  1.865  1.980  2.253
41 Bonaparte Werbeagentur AG 12) Zürich  1.650  3.100  3.560
42 Synthèse SA Ecublens  1.480  1.400  1.200
43 Kobalt AG 13) Luzern    740
44 Thomas Vetter Werbeagentur Zürich    398  0.500  0.570
BSW-Ranking 2001 Mediaagenturen

(Zahlen nicht in jedem Fall mit 2000 vergleichbar)
BBE in Mio.
Rang Agentur Ort 2001
1 Optimedia Schweiz 1) Zürich 5.162
2 Universal McCann SA 2) Genève/Zürich 5.011
4 MediaCom Zürich 2) Zürich 2.800
3 OMD Zürich AG 3) Zürich 2.500
5 The Media Edge Zürich 1.534
BSW-Ranking 2001 Dialogmarketing- und Spezialagenturen

(Zahlen nicht in jedem Fall mit 2000 vergleichbar)
BBE in Mio.
Rang Agentur Ort 2001 2000
1 Fisch Meier Direkt AG Adliswil 14.651 14.251
2 Futurecom Interactive AG 1) Zürich 10.855
3 Alex Schmid AG 2) Zollikon  5.528 10.300
4 WBO OgilvyOne AG 1) Zürich  4.152
5 Grey Direct Concept AG 1) Baden  2.900
6 Target Group AG Zürich  2.322  2.260
7 Catapult AG Zürich  2.229  3.514
BSW-Ranking 2001 Agenturgruppen

BBE in Mio.
Rang Agentur Ort 2001 2000
1 Young & Rubicam Gruppe Schweiz 62.464 50.812
Advico Young & Rubicam AG Zürich 30.800 31.317
Futurecom Interactive AG Zürich 10.855
Burson-Marsteller AG Bern 10.800  9.870
Young & Rubicam Business Communications SA Genève  8.475  8.008
The Media Edge Zürich  1.534  1.617
2 Publicis Gruppe Schweiz 57.682 42.981
Publicis Werbeagentur AG Zürich 31.743 33.108
Fisch Meier Direkt AG Adliswil 14.651 14.251
Saatchi & Saatchi Nyon/Zürich  6.126  5.360
Optimedia Schweiz Zürich  5.162 u. a.
3 McCann Gruppe Schweiz 26.895 41.274
McCann-Erickson SA Genève/Zürich 19.562 39.014
Universal McCann SA Genève/Zürich  5.011
Target Group AG Zürich  2.322  2.260
4 Grey Gruppe Schweiz 18.800
Grey Worldwide AG Zürich/Genève 13.100 14.800
Grey Direct Concept AG Baden  2.900
MediaCom Zürich Zürich  2.800
5 Euro RSCG Switzerland Gruppe 16.780 18.376
Euro RSCG Switzerland Zürich/Genève 14.551 14.862
Catapult AG Zürich  2.229  3.514
6 Ogilvy Gruppe Schweiz 12.467
Grendene, Ogilvy & Mather AG Zürich  8.315  7.586
WBO OgilvyOne AG Zürich  4.152

Aufgefallen: Was ist eigentlich dran am Mann – wenn nicht von Muskeln, behaarter Brust und viel, viel Geld die Rede ist?

AufgefallenWas ist eigentlich dran am Mann – wenn nicht von Muskeln, behaarter Brust und viel, viel Geld die Rede ist? Jawohl, ein Joystick. Dieser lässt sich sowohl in einer Versace-Jeans als auch in einer schwarzen Baumwollhose prima verpacken

Aufgefallen Was ist eigentlich dran am Mann – wenn nicht von Muskeln, behaarter Brust und viel, viel Geld die Rede ist? Jawohl, ein Joystick. Dieser lässt sich sowohl in einer Versace-Jeans als auch in einer schwarzen Baumwollhose prima verpacken. Und da er im Zentrum des männlichen Wesens steht, ist er natürlich besonders pflegebedürftig. Es liegt in der Natur des Mannes, dass er zwischendurch mal die Funktionsfähigkeit seines Nintendo-Vorläufers überprüft. Und zwar in allen Deklinationen. Und damit Spielsüchtige ihre persönliche Playstation nicht überstrapazieren, bietet Nokia eine perfekte Lösung an. Beim Kauf eines Telefons im Onlineshop gibts einen Joystick gratis dazu. Autsch! Casinos braucht das Land…
Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Mehr Bauch
Von Michael Barney
Wenn es der Wirtschaft in Krisenzeiten nicht gut geht, schlägt ihre Stunde: die der Erbsenzähler, Korinthenkacker, Besserwisser und Kopfmenschen. Denn nur sie wissen ja, wie man gute Werbung macht, wie richtige Werbung auszusehen hat. Dabei gehen sie davon aus, dass alle um sie herum entweder einfältig oder begriffsstutzig sind. Diese Elite behauptet, dass man bei Anzeigen nur die Headlines liest, zum Beispiel. Was völliger Blödsinn ist. Denn entweder interessiert das Thema einer Anzeige, dann liest man runter bis zum Coupon. Oder man blättert schnell weiter. Bei TV-Spots wirds noch heikler: Kein Mensch hockt sich vor den Fernseher und wartet fiebrig auf ganz bestimmte 30 Sekunden, die sich irgendwo in einem Reklameblock verstecken. Aber den Kopfmenschen ist das enorm wichtig. Kriegt der Betrachter alles, wirklich alles von Anfang bis zum Ende dieser 30 Sekunden mit? Haben wir alle kritischen Aspekte (auch die, auf die nur Idioten kommen können) berücksichtigt, vereitelt, ausgemerzt? Ist der Spot, die Idee, die Story endlich so gestrichen, ausgewogen und kompromissvoll, dass wir alle (auch Kleinkinder, Rentner, Farbenblinde, Christgläubige, Konsumverächter, Bettnässer usw.) erreicht haben? Na, endlich. Und deshalb sind 90 Prozent der Werbung auch so, wie sie sind: stinklangweilig, banal – eben zum Wegschauen. Denn Werbung, die nicht auffällt, hilft keinem. Weder dem, an den sie sich richtet, noch dem, der sie bezahlt. Würden die Verantwortlichen öfter aus dem Bauch heraus entscheiden, hätten Witz und Charme, Emotionen und Verblüffung mehr Platz in unseren Werbebotschaften. Dann machte es wieder Spass, Plakate länger anzuschauen und sich sogar auf die Werbepausen zu freuen. Aber testet das auch jemand? Und wie! Denn wenn Sie jetzt mit dem Kopf zustimmend nicken, dann haben wir doch schon ein respektables Testergebnis, oder?
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei der Werbeagentur Lowe, Zürich.
Business Lunch

Leicht heisst auch so viel wie fast schon verdampft
Wenn einer eine Reise tut, auch in die so genannte Werbeprovinz hinaus (Zürich, typisch!), kann er auch mal was über Bern erzählen. Kann er. Zum Beispiel über das «Moléson» an der Aarbergergasse. Die umfangreiche Dokumentation auf dem Tisch erzählt etwa davon, dass sich das 1865 gegründete Lokal seit 82 Jahren im Besitz der gleichen Familie befindet. Mon Dieu! So viel Konstanz gibts nur noch in Bundesbern.
Das «Moléson» führt den Zusatz «Gourmanderie» im Namen. Das schmeckt ein bisschen wie Gendarmerie. Man sitzt etwas gar eng beeinander und sieht auf dem Flammekueche des Tischnachbars, ob die Speckwürfeli auch schön kross gebraten sind. Die Tische werden mit einem Set aus Papier, aber mit Stoffserviette belegt. Dazu steht pro Persona ein Rechaud bereit, und die Butter zum fabelhaften Brot (eine Klasse für sich!) wird nicht in Plastikbadewännchen samt Foliendach gequetscht.
Auf der Karte findet sich eine schöne Zahl französischer Bistro-Gerichte wie etwa «Schweinsfüessli in Morchel-Nidlesauce». Kneipiers sind ja von Berufs wegen nicht zuletzt auch ein bisschen viel Werbetexter, darum sollte man sich diesen Satz zum Fondue Strassbourg (38.50) schön langsam auf der Zunge zergehen lassen: «Die Mariage vom Moitié Moitié mit schwarzem Trüffel. Daraus entsteht das Edelste vom Edlen: noir et blanc.»
Wunderbar frisch und ebenso herrlich zart waren die «Natura-Kalbsleberli im Anke», goldbraun die Rösti – eine Augenweide dieses Gericht. Das dazu angepriesene «Märitgemüse» aber bestand gerade mal aus ein paar von Hand geschnetzelten Karotten (23.50). Auch das Natura-Schweinsfiletmedaillon und der Kalbsbraten an leichter Calvadossauce (29.50) überzeugten – bis auf die Sauce. Weil: Leichte Calvadossauce heisst ja auch so viel wie fast schon verdampft. So war es auch. Der bunte Blattsalat mit «Chnoblibrötli» gefiel optisch, doch mangelte es sehr am Öl zur Salatsauce. Lecker indes die Linsensuppe in der Terrine und mit Sahnehäubchen.
Für diese Preise muss einer weit reisen, bis er so viel währschaft Gutes auf den Teller kriegt, plus eine schöne Auswahl an Top-Offenweinen und dazu auch noch nett bedient wird. Und es ist so gemütlich im «Moléson», dass man gar nicht in Versuchung kommt, das Handy zu benützen. Für notorisch Telefonierende hat man nämlich eigens einen Raum eingerichtet: Er befindet sich draussen vor der Türe…
Carlo Bernasconi [email protected]
Gourmanderie Café MolésonAarbergergasse 24
3011 Bern
Tel. 031 311 44 63
Fax 031 312 01 45
Keine Parkplätze weit und breit

News: Mex am Kiosk

Die Zeitschrift Mex (Musenalp Express) ist neu auch am Kiosk erhältlich.

Die Zeitschrift Mex (Musenalp Express) ist neu auch am Kiosk erhältlich.News Mex am Kiosk
Während das Magazin für junge Erwachsene in ausgewählten Läden gratis aufliegt, kostet es im Zeitschriftenhandel 2.50 Franken. Von der Februarausgabe gelangten 7000 Exemplare in den Kioskverkauf.
Huber Verlag kauft Regional Zeitung Der Frauenfelder Huber Verlag hat die Zeitungs-Verlag AG mit ihrem Titel Regional Zeitung gekauft. Die Zeitung erscheint weiterhin fünfmal pro Woche in einer Auflage von rund 5900 Exemplaren und wird als eigenständige Firma weitergeführt.
Privatradios und -TVs an der Expo Auf Initiative des Bieler Senders Canal 3 richtet der Verband Schweizer Privatradios (VSP) an der Expo.02 ein gemeinsames Produktions- und Sendestudio bei der Arteplage Biel ein. Es besteht aus einer Zentralredaktion mit vier fest angestellten Journalisten. Die Kosten werden einerseits durch die Eigenleistungen der an der Produktion beteiligten Sender, andererseits durch Sponsorenbeiträge gedeckt. Das Bundesamt für Kommunikation hat eine Defizitgarantie zugesprochen. Ausserdem werden die privaten TV-Sender TeleBielingue (Biel), Canal Alpha (Neuenburg) und Canal Nord Vaudois (Yverdon) während der Expo.02 wöchentlich ein Magazin namens «Expo TV» produzieren. Das Bundesamt für Kommunikation unterstützt das Projekt mit 1,2 Millionen Franken aus den Radio- und TV-Empfangsgebühren.
BaZ und FC Basel Vermarkten den FCDie Basler Zeitung (BaZ), der FC Basel (FCB) und die Stadiongenossenschaft St. Jakob haben gemeinsam die FCB Media AG gegründet. Sie übernimmt die kommerzielle Verwertung der Ausstrahlungsrechte von bewegten Bildern des FCB im Fernsehen, auf Video und im Internet. Der FCB hat sämtliche entsprechenden Rechte, soweit sie nicht vertraglich bei SF DRS oder Sat 1 liegen, an die neue Gesellschaft übertragen.

Schoschos Homepagetaufe

Wenn bei Rufener Events etwas angepackt wird, hat das Ergebnis Hand und Fuss.

Wenn bei Rufener Events etwas angepackt wird, hat das Ergebnis Hand und Fuss.So auch die neue Homepage, welche diesen Monat aus der Taufe gehoben wurde. Weil die Agentur aus Zürich-Wiedikon in der Szene bestens eingeführt ist – unter anderem organisiert man das Rahmenprogramm der Screen-up und zeichnet für viele weitere grosse Kisten inner- und ausserhalb der Kommunikationsbranche verantwortlich –, fand sich auf der Gästeliste zur Taufparty einiges an bekannten Namen.Mit dabei, als Schoscho Rufener die Korken knallen liess, waren unter anderen RMB-CEO Matthias Luchsinger in Begleitung seiner ehemaligen Mitarbeiterin Jana Nyvltowa, die sich eben selbstständig gemacht hat, Roger Baur von Qualiclick, Andi Hess von Instanz AG, Marc Schürmann, Inhaber der Promo-agentur Mosaik, eine Delegation des Lokalsenders Tele Züri und viele andere aus der Werbe- und Partyszene.
Die Gäste waren von der Site ebenso beeindruckt wie von der ziemlich verrückten Performance der Kultband Cuban Brothers, mit der sie präsentiert wurde. Anschliessend sorgte MTV-Moderator und Jungstar der deutschen Literaturszene, Benjamin von Stuckrad-Barre, mit einer Lesung aus seinem letzten Werk auch noch für einen Happen intellektuelles Hirnfutter.
Natürlich stellt man Ansprüche, wenn eine Eventagentur einlädt. Sie wurden erfüllt. Das Team von Kim Hilario leistete ganze Arbeit. In Zusammenarbeit mit der Cateringabteilung von Bongusto Kommunikation kredenzte man neben perlendem Prosecco zwei portugiesische, bei uns nahezu unbekannte Spitzenweine: einen im Barrique angebauten Chardonnay von Alorna und einen Roten aus dem Douro, produziert von Alves de Sousa, in Portugal eben zum Winzer des Jahres gewählt. Dazu gabs Gurkensuppe, würzige Falafel, exotischen Glasnudelsalat sowie Gänseleber- und Gemüsemoussebrötchen, die auf der Zunge schmolzen.

TR7 bleibt sich treu

JWT+H+F versammelte Promis zur Relaunch-Kampagne

JWT+H+F versammelte Promis zur Relaunch-KampagneVon Markus Knöpfli TR7 rüstet sich mit einem Relaunch, denn der Schweizer TV-Zeitschriftenmarkt ist umkämpfter denn je. Das Programmheft hebt seinen USP hervor: den Fokus auf die Schweizer TV-Welt und ihre Stars. Fünf von ihnen – darunter Kurt Felix – danken und wirken bei der Kommunikation mit.
Die zweitgrösste Schweizer TV-Zeitschrift TR7 (407000 Leser) ist am 27. Februar in neuer Aufmachung erschienen. Das Auffallendste daran: TR7 erhielt ein neues Logo. Das grosse rote Quadrat mit den weissen, neu nicht-schattierten Buchstaben TR lehnt an die Schweizer Flagge an und betont visuell, was auch im Untertitel hervorgehoben wird: «Das TV-Magazin der Schweiz». Die gelbe Sieben hingegen verweist deutlicher als bisher auf den Erscheinungsrhythmus – eine Form der Abgrenzung gegenüber TV-Magazinen, die vierzehntäglich oder monatlich erscheinen.
Sonst aber hat das von der Hamburger Agentur Pfadfinder erneuerte TR7 gegenüber seiner Konkurrenz im In- und Ausland keine «Konzessionen» gemacht. Ziel des Relaunches sei auch keine Neupositionierung gewesen, sondern das Erstrahlen der Marke in neuem Glanz, sagt Verlagsleiter Sandro Rüegger.
So wird sich das Heft weiterhin auf die Medien TV, Film und Kino ausrichten und dabei primär Schweizer Aspekte und Schweizer Film- und TV-Stars ins Visier nehmen. Genau das hebt denn auch die von JWT+Hostettler+Fabrikant konzipierte Kampagne hervor, die den Relaunch begleitet. Sie nimmt das Bedürfnis der Leser auf, noch mehr über die Schweizer Stars erfahren zu wollen. Fünf solche Stars konnte die Agentur für Testimonials gewinnen. Gezeigt werden sie in Mailings, auf Inseraten, Wildplakaten und in einem TV-Spot: Patricia Boser, René Rindlisbacher, Hans Schenker mit Isabelle von Siebenthal – und last but noch least – Kurt Felix. Immer wieder wird der Betrachter entweder durch die Kameraführung oder durch ein kleines Textquadrat im Gesicht der Promis nahe an den Star herangelockt – und erfährt dann, dass erst TR7 die gesuchte Nähe schafft. Für Konzept und Umsetzung zeichnen Remy Fabrikant (CD) und Paolo Tonti (AD) verantwortlich.
Ein kleiner Leckerbissen auch für Anzeigenkunden
Neben dem neuen Logo bestehen die wichtigen Neuerungen vor allem in einer konsequenten Bündelung der Inhalte und Rubriken und einer stark optimierten Leserführung. Zwei Pretest-Serien mit Abonnenten hätten bestätigt, das dies gelungen sei, erklärt Rüegger. Die Rubriken und ihre Titel wurden weit gehend beibehalten, einige neue kamen jedoch hinzu. So etwa die doppelseitige Servicerubrik «Best of…» mit Wochentipps zu Büchern, Websites, DVD/Videos und Musik-CDs. Oder die Doppelseite «Lifestyle» mit einem wöchentlichen Menü zu einem ausgewählten Film, Vorstellungen von Produktneuheiten und anderes mehr. «Lifestyle haben wir extra für unsere Anzeigenkunden geschaffen. Die Auswahl der vorgestellten Produkte trifft allerdings die Redaktion», sagt Rüegger.
Neu ist die Rubrik «Nachspiel», eine Seite, auf der jeweils zwei Köpfe von Promis aus Film-, Show- und TV-Szene fototechnisch zusammenmontiert werden.
Im ganzen März werden zur üblichen TR7-Auflage von 173038 Exemplaren unter anderem jede Woche noch gut 20000 weitere Exemplare an ehemalige Abonnenten und potenzielle Neuabonnenten im Grossraum Zürich verschickt. Diese Zusatzleistung wird gar noch mit einer Preisvergünstigung kombiniert: Inserenten, die bis 27. März drei Inserate buchen, erhalten diese zum Preis von zwei. Im Übrigen gelten weiterhin die Tarife 2002.
Neue Besitzer änderten nichts

Trotz des Anfang Februar überraschend erfolgten Besitzerwechels bei der Jean Frey AG kam es beim TR7-Relaunch weder zu Verzögerungen noch zu Änderungen. «Wir haben das Konzept der neuen Geschäftsleitung vorgestellt, und diese befand es für gut», bestätigt Verlagsleiter Sandro Rüegger.

«Impulse aus der Schweiz vermitteln»

Kurt Schmid, CEO von Lowe, über die Kreativpläne der BSW-Agentur

Kurt Schmid, CEO von Lowe, über die Kreativpläne der BSW-AgenturLowe, die schweizerische Niederlassung der weltweit tätigen Agenturgruppe, hat im letzten Jahr in der Schweiz 4 Prozent in einem Markt dazugewonnen, der insgesamt um 6,9 Prozent geschrumpft ist. Für Kurt Schmid, CEO von Lowe, ist dies keine Überraschung.Was hat Lowe anders gemacht?
Kurt Schmid: Für mich sind es eigentlich weniger die 4 Prozent im letzten Jahr, die so überraschend sind. Interessanter finde ich das Wachstum, das wir in den letzten drei Jahren verzeichnen konnten. Bereits im Jahr 2000 sind wir über 30 Prozent gewachsen. Seit wir nach Zürich gezogen sind im Jahr 1996 und mit etwa 10 Millionen Franken angefangen haben, hat sich unser Income innerhalb von fünf Jahren auf 21,1 Millionen Franken verdoppelt.
Und das Erfolgsrezept?
Schmid: Was wir anders gemacht haben, weiss ich nicht genau. Sicher hat uns der Orange-Etat-gewinn geholfen. Wichtig ist auch unsere Diversität. Wir haben einen Amerikaner und einen Australier als Creative Directors sowie einen Franzosen als Strategischen Planer. Wir versuchen nicht nur schweizerisch zu denken, sondern wir wollen eine internationale Agentur in der Schweiz sein. Ohne ein solch internationales Team wäre es nicht möglich, unsere internationalen Kunden so erfolgreich zu betreuen.
Sieht die Rechnung so positiv aus, weil sie mit Lowe international besonders aktiv gewesen sind?
Schmid: Bis jetzt haben wir praktisch kein internationales Business aus der Gruppe übernommen, sondern alles aus eigener Kraft realisiert. In diesem Jahr werden wir erstmals eine Zusammenarbeit mit Unilever starten. Sonst haben wir keine Kunden aus der Gruppe übernommen.
Welches sind die wichtigsten Neukunden?
Schmid: Sicher Orange. Wir haben eine Präsentation gewonnen für Credit Suisse Life and Pension, dazu sind neu Läkerol, Kraft Food Rama und bei Lowe direct Mastro Lorenzo gekommen.
Was erwarten Sie vom internationalen Geschäft?
Schmid: Schwierig zu sagen. Vielleicht im Bereich Unilever. Ich möchte aber nicht darauf spekulieren und lieber als Lowe unabhängig bleiben. Mein Ziel ist es, mehr Impulse aus der Schweiz heraus zu vermitteln, als nur Impulse aus London, Paris oder Mailand zu empfangen. Ich bin sehr interessiert daran, aus der Schweiz heraus ins Ausland zu exportieren, so wie es früher die GGK auch gemacht hat.
Ist der Namenswechsel per Januar von Lowe GGK zu nur noch Lowe eigentlich positiv aufgenommen worden?
Schmid: Ja. Sowohl Lowe als auch GGK stehen beide für etwas Ähnliches, nämlich für das Creative Committment. Es gibt also keine Notwendigkeit für uns, das doppelt zu sagen. Lowe verkörpert unsere Philosophie ideal, wie das GGK auch tut. Man hat uns früher häufig verwechselt mit Hermann Strittmatters GGK Zürich. Ich habe somit nur positive Reaktionen erlebt, weil wir uns entschieden haben, wer wir eigentlich sein wollen. Man kann nicht immer alles offen lassen.
Bei so viel positiven Meldungen: Haben Sie auch Abstriche machen müssen?
Schmid: Es war ein echter Kampf im vergangenen Jahr. Unsere Kunden, die eigentlich die Helden sind, haben genauso zu kämpfen gehabt wie wir auch. Schwierig war der Sunrise-Verlust nach der ganzen Aufbauarbeit. Das war unser grösster Kunde. Dass wir dann Orange gewonnen haben, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Interview: Andreas Panzeri

Bitte nicht gleich spülen

Die Agentur Face verschafft sich Gehör am stillen Örtchen

Die Agentur Face verschafft sich Gehör am stillen ÖrtchenVon Bruno Amstutz Die Umsätze der klassischen Werbung müssen seit Monaten Einbrüche hinnehmen, doch die Werbung in Toiletten scheint davon nicht betroffen: Die Klommunikation blüht trotz Krise.
«Gehört die einer Sekte an?» war der erste Gedanke des frisch gekrönten Werbers des Jahres Dominique von Matt, als ihm eine Unbekannte nach der Preisverleihung gratulierte und ausdrücklich betonte, sie habe die Hände vorher gewaschen. Zwei Begegnungen mit ungewöhnlich intensiver Betonung der Körperhygiene später war das Rätsel gelöst: Von Matt verdankte das reinliche Händeschütteln nicht rituellen Waschungen, sondern der Agentur Face, welche die Umgebung der Kloschüssel als idealen Ort für Werbung ausgemacht hat. «Bitte Hände waschen, bevor Sie mir gratulieren» forderte eine Sprechblase neben von Matts Kopf auf Kleinplakaten über Pissoirs und Schüsseln im Zürcher Xtra Limmathaus.
Klommunikation nennt die Ostschweizer Agentur Face diese Form der Below-the-line-Werbung. Sie hat sich den Begriff sogar schützen lassen. Mit ihrem Konzept, an ungewöhnlichen Orten ungewöhnliche Werbemedien einzusetzen, verbucht Face Erfolge von Klowand zu Klowand. Sales Manager Thomas Back freut sich schon zu Jahresbeginn über volle Auftragsbücher, und die Agentur wird von 18 auf 23 Mitarbeiter ausgebaut. Zu den Neukunden zählen Novartis, Nokia, Coca-Cola und andere renommierte Unternehmen.
Von der Krise der klassischen Werbung scheint Face nicht betroffen zu sein. «Wir entwickeln immer wieder neue Ideen und gehen gezielt auf die Kundenbedürfnisse ein», erklärt Back die viel versprechende Lage. Die Werbeträger von Face haben sich mittlerweile von den Nasszellen her ausgebreitet und bevölkern nun auch Aufzüge und Mietautos.
«Die Leute haben Spass an guter Werbung an originellen Orten», ist Back überzeugt, «und unsere Produkte sollen immer auch zum Schmunzeln anregen.» Am Werber des Jahres haben sie dieses Ziel zweifellos erreicht. «Von der Kommunikationsleistung her war es ein Erfolg», anerkennt Dominique von Matt, «Klommunikation ist ein Medium, das gut funktioniert, aber es kommt aufs Produkt an. Für meinen Kopf zum Beispiel kann ich mir auch noch andere Orte vorstellen als ein Pissoir.»

Muse & Musse: Tobias Trevisan

Muse & Musse Tobias TrevisanWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Tobias Trevisan: «Die schöne Müllerin» im Schiffbau, weil ich das Stück einfach sehen wollte! Hat mir dann auch sehr gut gefallen.Was lesen Sie gera

Muse & Musse Tobias Trevisan
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Tobias Trevisan: «Die schöne Müllerin» im Schiffbau, weil ich das Stück einfach sehen wollte! Hat mir dann auch sehr gut gefallen.
Was lesen Sie gerade?
Trevisan: «Die vierte Hand» von John Irving. Irving ist einer der Autoren, dessen Bücher ich sofort lese, wenn sie neu erscheinen.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Trevisan: Ach, nichts Besonderes. Im Moment am meisten Kruder & Dorfmeister, aber nur so im Hintergrund.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Trevisan: Alle Filme von Tarantino, Almodóvar und Jarmusch. Das sind einfach super Geschichten, wunderbar erzählt und brillant verfilmt.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Trevisan: Ich würde wohl bei den meisten Sendungen einschlafen, wenn ich nicht bei laufendem TV Zeitung lesen würde.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Trevisan: Keine bestimmte Site, sondern die Tatsache, dass Inhalte immer öfters etwas kosten.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Trevisan: «Kronenhalle», «Conti», «Caduff», etc. sowie all die Freunde, mit denen ich mich dort treffe.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Trevisan: Egal, einfach raus aus dem Büro!
Liebe ist…?
Trevisan: …wenn ich aufhöre zu denken!

Wird Thomson Multimedia Europas neuer Kinogigant?

Régie Media Belge International (RMBI) ist daran, sein derzeit noch bestehendes europäisches Multimedianetzwerk zu einem grossen Teil an den französischen Elektronikhersteller Thomson Multimedia

Régie Media Belge International (RMBI) ist daran, sein derzeit noch bestehendes europäisches Multimedianetzwerk zu einem grossen Teil an den französischen Elektronikhersteller Thomson Multimediazu verkaufen. Mit einem weiteren, noch ungenannten Interessenten verhandelt RMBI separat über die RMBI-Töchter Switzerland und Austria. Dies sagte Terry Focant, Sprecherin von RMB Belgium, auf Anfrage. Von Thomson Multimedia war bislang keine Stellungnahme erhältlich. Thomson Multimedia ist weltweit der viertgrösste Anbieter von Heimelektronikgeräten. Der Konzern setzte im Jahr 2000 mit 73000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern 9,1 Milliarden Euro um, 36 Prozent mehr als noch 1999.Focant betonte, dass die Gespräche mit Thomson keineswegs abgeschlossen seien, sie könnten bis Ende März dauern. Mit Thomson werde über die RMBI-Gebiete Eastern Europe (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn), Northern Europe (Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen), Western Europe (Frankreich, Niederlande, Belgien) sowie Southern Europe (Spanien, Portugal, Italien) verhandelt. Mit zwei Ausnahmen: Die Vermarktung von drei TV-Sendern in Spanien, RMBs grösster TV-Bereich ausserhalb Belgiens, sei von den Gesprächen ausgeklammert. In Belgien wolle die Muttergesellschaft RMB Belgium nur den Kinobereich verkaufen, die Bereiche TV, Radio, Presse und Online jedoch behalten.
Sollten die Deals mit Thomson und dem ungenannten zweiten Interessenten zu Stande kommen, würde vom RMBI-Netzwerk nur noch die belgische Muttergesellschaft übrig bleiben. Das ganze Kinonetz hingegen – mit Ausnahme der RMBI-Area Central Europe (Deutschland, Schweiz, Österreich) – ginge an Thomson, womit dieser zum neuen Kinovermarktungsriesen Europas würde. Zwei Angaben deuten darauf hin: RMBI ist in 17 Ländern präsent, in zwölf davon kommt es auf Marktanteile zwischen 50 und 100 Prozent. Im Jahr 2000 setzte RMBI allein mit Kino knapp 150 Millionen Euro um.
Das RMBI-Gebiet Central Europe ist bereits zerstückelt, RMB Germany wurde per Ende 2001 an die bisherigen Teilhaber Apax und Pricoa verkauft (WW 5/02). Matthias Luchsinger, Chef von RMB Switzerland und Area-Manager Central Europe, verhandelt nun seitens RMBI mit dem zweiten Interessenten über RMB Switzerland und Austria. (mk)

News: SRG fährt Formel 1 bis 2004

Die TV-Sender der SRG werden weiterhin Autorennen der Formel 1 übertragen.

Die TV-Sender der SRG werden weiterhin Autorennen der Formel 1 übertragen.News SRG fährt Formel 1 bis 2004
Die SRG und die Formula One Administration Ltd. (FOA) haben den nach der vergangenen Saison ausgelaufenen Vertrag bis Ende 2004 verlängert. Darin enthalten sind die Live- und Nachverwertungsrechte sowie Drehbewilligungen für die Produktion von zusätzlichem Sendematerial mit eigenen Kameras. Über die finanzielle Abgeltung wurde Stillschweigen vereinbart. Die SRG überträgt seit 1969 die Autorennen der Formel 1.
Ringier verkauft DW-Bogenoffset Das Medienhaus Ringier treibt seinen Plan, die Druckerei Winterthur AG (DW) zu schliessen, voran. Der Bereich Bogenoffset der DW wird auf Anfang April an die ebenfalls in Winterthur angesiedelte Druckerei Mattenbach verkauft. Rund die Hälfte der 22 Mitarbeitenden finden bei Mattenbach eine neue Anstellung, einige Mitarbeiter werden vorläufig innerhalb der DW Winterthur weiterbeschäftigt oder frühzeitig pensioniert. Der zur DW gehörende Vorstufenbetrieb ColorServ AG wird per Ende März in Winterthur geschlossen und in die Zürcher Firma Specter integriert, die Ringier Ende Januar gekauft und der Ringier Print Zofingen angeschlossen hat. Ringier hat die traditionsreiche Druckerei Winterthur im Juli 2001 von der Basler Mediengruppe übernommen.
Bloomberg-TV mit «Index Schweiz»
Seit Montag ist auf dem Börsensender Bloomberg-TV Deutschland täglich die halbstündige Sendung «Index Schweiz» zu sehen. Moderatorin Tanja Sutter präsentiert aktuelle Unternehmensnachrichten und informiert über die Entwicklungen an der Schweizer Börse. Studiogäste und zugeschaltete Experten bewerten die Meldungen live. «Index Schweiz» wird von Montag bis Freitag um 14 Uhr ausgestrahlt. Damit ist es auch auf Tele Züri zu sehen, das seit Anfang Jahr das Bloomberg-Programm von 6 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr aufschaltet.

Kopf der Woche: «Ich glaube nicht an einen Vertrauensverlust in den Werbemarkt»

Hansruedi Bichsel ist seit Anfang Jahr CEO der Publimag AG

Hansruedi Bichsel ist seit Anfang Jahr CEO der Publimag AGKopf der Woche «Ich glaube nicht an einen Vertrauensverlust in den Werbemarkt»
Vom Publimag-Hauptsitz in Glattbrugg aus sieht Hansruedi Bichsel die Flugzeuge in Kloten starten. Ein Hauch von Kerosin begleitet ihn so auch heute noch bei der Arbeit. Ursprünglich bestimmte die Faszination für die Fliegerei seine Berufswahl. Flugverkehrsleiter zu werden war das Ziel. Wegen eines Rekrutierungsstopps blieb ihm dieses aber verwehrt. «Heute bin ich froh, dass das nicht geklappt hat», verrät der 42-Jährige, «die Belastungen in diesem Beruf sind zu extrem.»
Als Alternative startete er 1977 die Luftverkehrslehre bei der Swissair und blieb der Fluggesellschaft 13 Jahre lang treu, bevor er 1989 zu neuen Ufern aufbrach. «Böse Zungen behaupten, seither ginge es mit der Swissair bergab», scherzt Bichsel.
Er absolvierte die Ausbildung zum Marketingplaner und fand eine Anstellung als Direktionsassistent bei der Ofa Orell Füssli Werbe AG. Der Übergang vom hoch technisierten Flugbetrieb ins Anzeigenmarketing empfand der damals 30-Jährige als Erkundung unbekannten Territoriums. «Man sagte mir, das Einzige, was die Ofa mache, sei, weissen Raum zu verkaufen», erinnert sich Bichsel. «Der Satz stimmt auch heute noch, aber die Komplexität des Geschäftes hat in den letzten zehn Jahren ständig zugenommen.»
In den zwölf Jahren im Unternehmen hat Bichsel die Karriereleiter der heutigen Publimag AG bis zuoberst erklommen: Nach einem kurzen Stage bei der Ofa Schaffhausen wechselte er als Anzeigenleiter Fachpresse nach Glattbrugg und baute nach der Verselbstständigung des Zeitschriftenbereichs innerhalb der Ofa den Innendienst und die Logistik auf. Anschliessend an die Ausbildung zum diplomierten Marketingleiter übernahm er 1996 die Bereichsleitung Fachpresse. Nach der Fusion von Ofa Zeitschriften mit der Publimag und der Erweiterung des Niederlassungsnetzes in Basel und Bern waltete er ab 1999 als operativer Leiter der Publimag Glattbrugg. Auf Anfang Januar 2002 folgte schliesslich die Ernennung zum CEO der Publimag AG.
In dieser Funktion will Bichsel die Integrationsarbeit seines Vorgängers Stefan Staub fortsetzen, die vier Publimag-Filialen noch näher zusammenbringen und den Marktanteil in den nächsten fünf Jahren markant steigern.
Dabei hilft ihm sein Optimismus: «Ich glaube nicht an einenVertrauensverlust in den Werbemarkt», betont der neue CEO, «ich denke, dass sich die Lage bis Mitte 2002 wieder beruhigt.» Auch dem 11. September 2001 will er keinen zu gewichtigen Einfluss auf den Werbemarkt zuschreiben: «Es war natürlich der ideale Zeitpunkt, um sämtliche Leichen aus den Kellern zu holen», vermutet Bichsel, «aber das sollte uns ja positiv stimmen für das kommende Jahr.» Bruno Amstutz

Ausserdem: Kenneth Angst, Weltwoche-Co-Chefredaktor, verlässt die Zeitung per Ende Februar.

Ausserdem Kenneth Angst, Weltwoche-Co-Chefredaktor, verlässt die Zeitung per Ende Februar. Auch Produktionschef Andreas Dietrich, von Roger Köppel zur Wochenzeitung geholt, hat wieder gekündigt und geht zu NZZ Folio.Pfarrer Simon Weber wi

Ausserdem Kenneth Angst, Weltwoche-Co-Chefredaktor, verlässt die Zeitung per Ende Februar. Auch Produktionschef Andreas Dietrich, von Roger Köppel zur Wochenzeitung geholt, hat wieder gekündigt und geht zu NZZ Folio.
Pfarrer Simon Weber wird am 1. Juni neuer Kommunikationsleiter des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Er löst Andreas Stauffer ab, der das Amt interimistisch ausübte.
Bei der Zürcher Internetagentur Die Argonauten hat Dominique Hess als neuer Managing Director angeheuert. Hess war zuletzt Head of Consulting und Managing Director bei der Niederlassung von Pixelpark in Zürich.
Publisuisse vermarktet seit kurzem auch Sponsoring auf den zwölf Radiosendern der SRG. Die neu gegründete Unit mit sieben Angestellten wird ab 1. März von Beatrice Kniel geleitet.
Peter Sorg, zuletzt Leiter Group Relations bei Ciba Spezialitätenchemie, wird geschäftsführender Partner der Basler Werbeagentur Lucky Lack. Der bisherige Partner und Geschäftsführer Bruno Steiger hat die Agentur bereits verlassen und baut seine Marketingberatungsfirma Steiger Partner auf.
Der frühere Marketingleiter der Getränkegruppe Feldschlösschen, Urs Keiser, wird am 1. März Geschäftsführer/CEO der BRO-Gruppe, die im Bereich Kundenbindung und Sportevents tätig ist. Firmengründer Bernhard Rutz will sich vermehrt mit der Kundenpflege und Kundenakquisition befassen.
Die Zürcher Werbeagentur Ruf Lanz baut aus: Seit 1. Februar verstärkt Matthias Städeli die Beratungsabteilung. Städeli hat sich sein Rüstzeug bei AY&R, Publicis und WHS sowie zuletzt bei der TV- und New-Media-Produktionsfirma Frame eleven geholt.
Die Peter Bütikofer & Company erweitert ihr Beratungsteam um den Kommunikationsprofi Hilmar Gernet. Er war früher Korrespondent in Brüssel, stellvertretender Chefredaktor der Neuen Mittelland Zeitung und Generalsekretär der CVP Schweiz.
Emil Mahnig wird neuer Chefredaktor und Geschäftsführer der Senioren-Zeitschrift Zeitlupe. Bis Ende letzten Jahres war Mahnig Chefredaktor von GesundheitSprechstunde.
Peter Eriksson wird am 1. April Marketingleiter bei Unique, der Betreibergesellschaft des Flughafens Zürich-Kloten. Eriksson ist derzeit Managing Director für Südeuropa beim Flughafen-Shopping-Anbieter The Nuance Group, der 1992 aus den Duty-free-Tätigkeiten von Swissair und Crossair entstanden ist.
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