Im Kanton Waadt dürfen Ärzte, Hebammen und Physiotherapeutinnen auch in Zukunft nicht für ihre Dienste werben. Der Waadtländer Grosse Rat hat entsprechende Gesetzesänderungen auch in zweiter Lesung abgelehnt. Bereits in der ersten Lesung im Januar war der Vorschlag des Regierungsrates verworfen worden. Euro RSCG Genf startet InternetUnit. Die Genfer Werbeagentur Euro RSCG Balladur & Giger hat eine eigene Internetabteilung lanciert. Unter dem Namen Euro RSCG Interactive soll sie Fullservice für interaktive Medien bieten. Sie arbeitet zusammen mit Euro RSCG Interactive Lyon (Frankreich), die bereits seit sechs Jahren im Internetmarkt tätig ist.
Wunschlos. Mit ein bisschen Extra-Cash erfüllt man sich Wünsche, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Bei einer Gewinnrange zwischen 5 und 50000 Franken liegt mit einem Roulette Express Rubbellos vieles drin. Beispielsweise der Wunsch, die Welt rosarot zu erfahren. Diese Kampagne ist jetzt auf B12- und POS-Plakaten zu sehen. Auftraggeber: Seva Lotteriegenossenschaft Bern, Andreas Guggisberg, Marketingdirektor, Sabine Dombrowski, Produktewerbung. Agentur: Freiburghaus und Partner BSW, Barbara Bürgy, Sue Buri (Beratung), Sabine Zaugg (Text), Fabian Wicki (AD/ Grafik), Simon Freiburghaus (CD). Foto: Stock.
Swiss Traveler gibts bei Swiss. Die Fluggäste der neuen Schweizer Fluglinie Swiss Air Lines können sich ab April auf Linienflügen mit einem neuen Bordmagazin unterhalten. Es erscheint unter dem Titel Swiss Traveler zehnmal jährlich unter der Leitung von Regina Maréchal-Wipf, die bereits seit sieben Jahren für die Bordmagazine der Crossair verantwortlich ist. Das Design von Swiss Traveler wird zurzeit entwickelt – aber nicht von Tyler Brûlé, der in Interviews Interesse daran bekundet hatte, sondern von «talentierten Schweizer Grafikern», wie Regina Maréchal gegenüber der WerbeWoche erklärte. Im Mai folgt ein weiteres Inflightmagazin für die Passagiere von Charterflügen. Für die Vermarktung der Bordpublikationen von Swiss ist künftig exklusiv die neu gegründete Inhouse-Agentur Swiss Inflight Media AG zuständig. Geschäftsleiter der neuen Akquisitionsfirma ist Roger D. Müller, bisher Anzeigenleiter der Crossair-Bordmagazine.
Rosen ohne Dornen. Auch eine Wurst kann richtig fotografiert als Zeugnis liebestoller Empfindungen hinhalten. Was, wenn einen am Valentinstag niemand zum Dessert oder sogar nicht einmal zum Essen einlädt? Der «Vordere Sternen» am Zürcher Bellevue verspricht Ersatzbefriedigung. DDB Zürich hat zum Tag der Liebsten ein eindeutig zweideutiges POS-Plakat kreiert. Das Unikat soll am 14. Februar über dem Durchschnitt liegende lange Warteschlangen vor dem Grillstand evoziert haben, was natürlich einiges, aber nicht alles über die hohe Singledichte in der Werberstadt Zürich verrät.
Molly wirbt fürs Tivoli. Ist das Sauglattismus oder eine an Schafshaaren herbeigezogene Idee? Tatsächlich, Miss Molly ist zum Coiffeur gegangen, nur weil es im Shoppi&Tivoli jetzt einen Streichelzoo gibt! Ziegen, Schafe und Hasen haben sich für das Publikum extra herausgeputzt, wie die Wyler Werbung in witzigen Anzeigen und Indoorplakaten – wahr wie im Märchen – den Kindern verspricht. Dass diese ihre Mütter zum Shoppen nun nach Spreitenbach statt Richtung Osten begleiten dürfen, finden alle glatt. CD Ruedi Wyler, der bis anhin exklusiv für das andere grosse Einkaufszentrum warb, wurde vom Shoppi&Tivoli bereits zum zweiten Mal angefragt, eine Kampagne für sie zu gestalten. «Beim ersten Mal hatte ich abgelehnt, doch weil das Glatt seine Werbeaktivitäten herunterschraubte, stimmte ich zu.»
Imagewerbung statt Kampfanzug. Ökologie, Terrorismus, Aids, Hunger oder Naturkatastrophen sind Themen, die nicht nur Regionen, sondern uns alle betreffen. Vor diesem Hintergrund ist die Uno ein Forum, in dem alle Länder gemeinsam Probleme ausdiskutieren und angehen können. In diesem «Weltparlament» keine Stimme haben zu wollen, ist so, wie wenn Schaffhausen nicht im Ständerat vertreten sein wollte. Wer nicht mitreden will, kann auch nichts bewegen und schon gar nichts verhindern. Basierend auf diesen Überlegungen, gewann Publicis das Initiativkomitee für den Uno-Beitritt (www.uno.ch) für die Idee eines separaten, grossformatigen Auftritts. Publicis wirbt für die Uno ohne die übliche Ja- oder Nein-Parole. Selbstredend ist ein Bild. Das Dessin eines Kampf- respektive Tarnanzuges ergibt in der Nahaufnahme eine Weltkarte. Dem setzt der Text nicht mehr und nicht weniger gegenüber als die Aufforderung: «Lieber miteinander reden. Uno.» Der Auftritt ausserhalb des Grabenkampfniveaus der Abstimmungskampagnen ist in Zeitungen und Zeitschriften sowie auf Plakatwänden zu sehen. Art: Ralf Kostgeld, Text: Jean Etienne Aebi, Grafik: Simon Kassewalder.
PiAr schliesst Westallianz. Die Zürcher Kommunikationsgruppe PiAr und die Westschweizer PR-Agentur Pielken & Partners in Gland VD sind eine strategische Allianz eingegangen. Sie bieten künftig ihre Dienstleistungen in beiden Sprachregionen an. Über den neuen Stützpunkt in Gland wird die zur PiAr-Gruppe gehörende Investor-Relations-Agentur Eurocom künftig ihre Dienstleistungen auch in der Romandie anbieten. Pielken & Partners übernimmt gleichzeitig die Vertretung der Genfer PR-Agenturmarke CBR (einer PiAr-Tochter) in der Westschweiz. PiAr gehört zum Netzwerk von Euro RSCG.
Wieder Lust auf Konsum. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen in diesem Jahr trotz der Ereignisse vom 11. September wieder vermehrt Geld ausgeben. Das ergab das Konsumentenpanel «Pulse», das die Werbeagentur McCann-Erickson regelmässig durchführt. Nach einer Denkpause in den Monaten nach dem Terrorangriff zeigen die Januar-Werte eine Rückkehr zu jenen, die vor dem 11. September erhoben worden sind.
Editorial
Die Erbschaft fällt wohl dürftig aus
Leere TV-Kanäle, verwaiste Zeitungsboxen – lässt man das letzte halbe Jahr mit seinen gestrandeten Medien-Start-ups Revue passieren, könnte man leicht in eine mittelschwere Depression verfallen. In der Krise wird gestrichen, was nicht überlebensfähig ist. Das ist eine Binsenweisheit, die jetzt auch für Metropol zum Aus geführt hat. Der aktivere und innovativere Titel hat das Rennen gemacht.
Wer im dicht besetzten Medienmarkt für Printprodukte ein genügend grosses Publikum erreichen will, muss alle Register ziehen. Diesbezüglich hatte das Multimediaprojekt 20 Minuten von Anfang an die besseren Spielkarten in der Hand.
Allerdings gibts auch für 20 Minuten kaum Anlass zum Jubeln. Zwar ist die Schlacht gegen den Erzrivalen gewonnen, doch die Erbschaft ist dünn und der Krieg noch lange nicht vorüber: Nur gerade mit maximal 30000 zusätzlichen Lesern rechnet 20 Minuten. Noch weniger
spürbar werden die Auswirkungen im Anzeigenmarkt sein, und wenn überhaupt, dann erst mit grosser zeitlicher Verzögerung.
Es war ein Lotteriespiel. Das haben die Pendlerzeitungen von Anfang an gewusst. Irgendwelche Rezepte, die irgendwo erfolgreich sind, müssen noch lange nicht die Bedürfnisse und Eigenheiten der hiesigen Publikumsmärkte treffen. Bei den Printmedien gilt noch stärker als anderswo: All business is local. Dies hat das Metropol-Desaster mit aller Deutlichkeit bestätigt.
Metro International rennt vom Schweizer Debakel bereits in die nächste ungemütliche Situation. Die Auslieferung der am vergangenen Montag in Paris und Marseille lancierten Ausgaben wurde massiv behindert. Gewerkschaften in unheiliger Allianz mit der linksliberalen Presse bewirkten, dass die Zeitungen kaum ihren Weg zum Publikum fanden. Womöglich hat Metro die lokalen Voraussetzungen auch hier zu blauäugig eingeschätzt. Daniel Schifferle