Peter Gmür übernimmt RMB Switzerland und RMB AustriaVon Markus KnöpfliDer ehemalige Plakanda-Besitzer Peter Gmür hat über seine Peter Gmür Beteiligungen AG 100 Prozent der Kino- und TV-Vermarkter RMB Switzerland und RMB Austria übernommen. Gmür wird in beiden Ländern den Vorsitz der jeweiligen RMB-Gruppe übernehmen und diese demnächst umstrukturieren.
Zwei Aufgaben stehen dem frisch gebackenen Besitzer von RMB Switzerland und Austria bevor: Der Verwaltungsrat der aus
vier Tochterfirmen bestehenden RMB-Gruppe in der Schweiz sowie das Gesellschafter-Gremium der aus vier GmbH bestehenden RMB-Gruppe in Österreich müssen neu bestellt werden. Zudem will er die Strukturen der beiden Gruppen vereinfachen.
Offiziell ist immer noch der längst zurückgetretene RMBI-Chef Jean-Paul van der Sande oberster Boss bei den beiden ehemaligen RMBI-Töchtern. In den nächsten Wochen wird hier umbesetzt: Fest steht, dass Gmür selbst als VR-Präsident beziehungsweise Gesellschaftsvorsitzender fungieren und auch die derzeitigen CEO Matthias Luchsinger (CH) und Martin Kindermann (A) einbeziehen will. Über weitere Namen schweigt er sich aus. Jedenfalls wird Gmür aber in beiden Ländern dem jeweiligen Management einen Teil seiner 100-Prozent-Beteiligungen abtreten. Wie hoch die Anteile sein werden, wollte er nicht sagen, bestätigte jedoch, dass er die Mehrheit nicht aus der Hand geben werde.
Bei der Firmenstruktur, die in beiden Ländern organisch gewachsen und heute eher unübersichtlich ist, will Gmür Vereinfachungen durch Zusammenlegungen erreichen. So soll es in der Schweiz klare Units etwa für Kino- beziehungsweise TV-Werbung geben. An ein Zusammenlegen der beiden Länder-Gruppen denkt er jedoch nicht, die Märkte seien lokal und die Synergieeffekte zu klein, sagt er. Ein Namenwechsel zurück zu Cinecom sei im Übrigen noch nicht entschieden.
Schwierige Besitzverhältnisse – komplizierte Verhandlungen
Noch bis vor einem halben Jahr bildeten RMB Switzerland, Austria und Germany innerhalb des RMBI-Netzes die Area Central Europe, der Matthias Luchsinger vorstand. Ende 2001 wurde RMB Germany ohne Wissen Luchsingers als erste RMBI-Tochter verkauft, hat heute aber finanzielle Probleme. Denkt Gmür nun daran, RMB Germany in sein Boot zurückzuholen, um im ganzen deutschsprachigen Raum mit Kinowerbung präsent zu sein? Gmür gibt sich unverbindlich: Vorerst benötigten die Schweiz und Österreich seine ganze Energie, sagt er, fügt jedoch hinzu: «Den deutschen Markt muss man sicher prüfen, und wenns interessant ist, muss man schauen, was man machen kann.»
Mit der Übernahme von RMB Switzerland und RMB Austria durch Peter Gmür ist nach rund sechsmonatigen Verhandlungen der Verkauf des gesamten Netzes des belgischen Multimediavermarkters RMB International abgeschlossen. Doch warum dauerte dies so lange? Gmür verweist auf die komplizierte Teilhaberstruktur bei RMBI: Dort habe er mit dem Kinoeigner UGC (67%) und der staatlichen RTBF (33%) verhandeln müssen, zudem sei bei RMB Switzerland und Austria neben RMBI auch noch die Wegra mit 25% beteiligt gewesen.
Die Peter Gmür Beteiligungen AG
Nach dem Verkauf der Plakanda an Clear Channel gründete Peter Gmür im August 2001 die Peter Gmür Beteiligungen AG. Die Firma gehört ihm zu 100%, er ist auch ihr einziger Verwaltungsrat. Der Zweck wird so umschrieben: «Kauf, Halten und Verkauf von Beteiligungen sowie Erbringung von damit zusammenhängenden Dienstleistungen.» Der Einstieg bei den RMB-Töchtern sei die erste und bisher einzige Beteiligung, sagt Gmür. Er prüfe aber mehrere Projekte, auch im Bereich Medien, ziehe sich nun aber dort zurück, wo es mit seiner neuen Funktion als RMB-Chef zu Interessenkonflikten kommen könnte (siehe auch Seite 1). Dass er bis vor kurzem beim Internetvermarkter Qualiclick engagiert war, bestätigt er, betont aber, dass er beim Verkauf an Adlink ausgestiegen sei und keine Adlink-Aktien angenommen habe.