Gläserner Kaufakt

Konnex ergänzt Demoscope Marktradar mit Forschungsprojekt

Konnex ergänzt Demoscope Marktradar mit ForschungsprojektVon Daniel Schifferle Mit einem eigenen Forschungsprojekt durchleuchtet die Winterthurer Konnex AG den wichtigsten Moment im Leben eines Produktes: Den Kaufakt. Innerhalb von drei Jahren sollen acht Branchen unter die Lupe genommen werden.
Die Konnex AG realisiert, was sie bereits bei ihrer Gründung vor rund einem Jahr ankündigte: «Ein eigenes Forschungsprojekt war von Anfang an Teil unserer Strategie», sagt Peter Döbeli, Geschäftsleiter der Winterthurer Mediaagentur. Die nun vorliegende Studie fokussiert auf den wichtigsten, aber bisher wenig erforschten Moment im Leben eines Produktes, auf den Kaufakt.
«Die Art und Weise, wie ein Produkt ausgewählt und gekauft wird, ist für Erfolg oder Misserfolg von entscheidender Bedeutung», erklärt Döbeli. Deshalb müsse die Kommunikations- und insbesondere die Mediastrategie so stark wie möglich auf die Beeinflussung des Kaufprozesses ausgerichtet sein. Dieses Ziel verfolgt die Konnex-Kaufaktstudie.
Die exklusive Studie vermittelt Informationen darüber, wie die unterschiedlichen Zielgruppen beim Einkaufen vorgehen. Sie liefert Informationen über die Kraft von Marken und Handelskanälen und zeigt, wie kommunikativ am besten auf den Kaufprozess eingewirkt werden kann. Unter anderem werden mit der Studie folgende Fragen beantwortet: Welche Zielgruppen kaufen wie ein? Wie stark beeinflusst die Kraft der Marke den Kaufentscheid? Beeinflusst die Marke die Wahl des Kaufortes oder ist es gerade umgekehrt?
Kompatibel mit Demoscope Radar sowie mit PAM
Erstellt wird die Studie nicht nur in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope. Die Kaufaktstudie lehnt sich darüber hinaus auch präzise an die Systematik des Demoscope Market-Radar an. Das heisst, sie fügt sich nahtlos in die Arbeitsprozesse mit dem bewährten und breit genutzten Tool ein. Des Weiteren ist die Kaufaktstudie selbstverständlich auch mit allen anderen Instrumenten kompatibel, die sich an den Market-Radar anlehnen. So zum Beispiel mit dem Print Advertising Monitor (PAM) der Publimedia.
Anders gesagt: Die Kaufaktstudie macht auch Werbung für die Demoscope-Tools. Das wirkt sich auf die Kosten aus, die das Marktforschungsinstitut der Konnex AG verrechnet. «Natürlich erhalten wir einen Vorzugstarif», verrät Döbeli. Trotzdem sei der Gesamtbetrag von rund 200000 Franken für die drei Jahre dauernde Zusammenarbeit mit Demoscope ein happiger Brocken für eine Agentur mit lediglich 4,4 Vollzeitstellen.
Die Studie zum Thema Milchfrischprodukte war nur der Anfang. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen acht verschiedene Branchen bzw. Produktegruppen unter die Lupe genommen werden (siehe Kasten). Der zweite Akt der Konnex-Studie ist für den Herbst angekündigt. Dann sind Schokolade/Süsswaren an der Reihe.
Themen und Preise

Über drei Jahre erstreckt sich die Konnex-Kaufaktstudie. In deren Verlauf werden folgende acht Branchen und Produktegruppen erforscht: Auto, Food (aufgeteilt in neun verschiedene Produktegruppen), Kosmetik, Unterhaltungselektronik, Elektro-Grossgeräte, Telekommunikation, Waschmittel, Bekleidung und Wäsche.
Kunden können auf zwei Arten von der Kaufaktstudie profitieren. Variante ohne Beratungsmandat: Kauf des Rohdatensatzes. Der Preis richtet sich nach der Komplexität der jeweiligen Teilstudie. Für den ersten Case, die Milchfrischprodukte, beträgt er 12900 Franken plus eine zusätzliche Lizenzgebühr für Agenturen von 5000 Franken. Variante mit Beratung: Strategische Beratung durch Konnex, in deren Rahmen auch die Daten gekauft werden. Die Kosten für die Daten sind dabei Teil einer individuellen Offerte für das Beratungsmandat.

Nur noch ein Panel misst die Internetnutzung

In Deutschland wird das Netratings- mit dem MMXI-Panel zusammengelegt

In Deutschland wird das Netratings- mit dem MMXI-Panel zusammengelegtNur noch das Panel von MMXI Switzerland misst in der Schweiz die Nutzung des Internets ab Heimcomputer. Nielsen Netratings (NNR), seit Mai 2001 ebenfalls mit einem Panel auf dem Markt, hat dieses per Ende Mai 2002 geschlossen. Die Mai-Daten werden nicht mehr veröffentlicht. Dies erklärte Sandra Wüest, Kommunikationsverantwortliche von ACNielsen Schweiz auf Anfrage.Die Londoner NNR-Zentrale begründete die Schliessung mit einer zu geringen Kundenzahl. Aus demselben Grund wurden auch die Panels in Finnland und Norwegen geschlossen. Andere, etwa dasjenige in Österreich, würden überprüft. In weiteren Ländern, so in Deutschland, werden die Panels von MMXI und NNR derzeit zusammengelegt. Gegenwärtig wird bei NNR auch ein Panel für den gesamten deutschsprachigen Raum oder etwa für ganz Skandinavien erwogen.
NNR hat Anfang Mai die Patentrechte von Jupiter Media Metrix und die europäischen Kundenverträge von MMXI erworben und ist darum an einer Konsolidierung der Internetpanels interessiert. In der Schweiz wurden die Panels aber nicht zusammengelegt, weil Jupiter über die Tochter MMXI Europe nur zu 20 Prozent bei MMXI Switzerland beteiligt ist. Der Rest gehört der IHA-GfK. Zudem seien hier die Lizenzen bis Ende 2005 speziell geregelt, erklärte Urs Wolfensberger, Geschäftsführer MMXI Switzerland. Dadurch habe NNR keine Verfügungsgewalt über MMXI Switzerland. Eine künftige Kooperation mit NNR schloss Wolfensberger aber nicht aus. Markus Knöpfli
German Work Pannel

Nielsen Netratings ist in Deutschland mit einem Panel gestartet, das die Internetnutzung am Arbeitsplatz misst. Die ersten Resultate (für Juli 2002) werden Mitte August veröffentlicht.
Top-20-Domains mai 2002 MMXI

Rang Domain Besucher Reichweite
in 1000 in %
 1 bluewin.ch 1 372 50,4
 2 msn.ch 919 33,8
 3 google.ch 851 31,3
 4 msn.com 839 30,8
 5 microsoft.com 814 29,9
 6 passport.com 708 26,0
 7 search.ch 630 23,1
 8 sbb.ch 590 21,6
 9 yahoo.com 564 20,7
10 sunrise.ch 506 18,6
11 google.com 474 17,4
12 msn.de 339 12,5
13 yahoo.de 337 12,4
14 gmx.de 320 11,8
15 microsoft.de 258 9,5
16 ubs.com 250 9,2
17 microsoft.fr 230 8,4
18 yellownet.ch 217 8,0
19 swissonline.ch 209 7,7
20 amazon.de 206 7,6
Quelle: MMXI

Pflege auch deine lokalen Kunden

Mitten im Inseratetief machte die Publicitas-Verlegertagung Mut

Mitten im Inseratetief machte die Publicitas-Verlegertagung MutVon Markus Knöpfli Die Talsohle ist erreicht, wirtschaftlich gehts wieder aufwärts – so lautet der Grundtenor der Wirtschaftsprognosen. Ab wann auch die Verleger in der Schweiz den Aufwärtstrend spüren werden, versuchte die Publicitas-Verlegertagung aufzuzeigen.
Während überall und immer lauter von einer konjunkturellen Erholung gesprochen wird, präsentiert sich den Verlegern in der Schweiz derzeit ein düsteres Bild. Im Mai brachen die Stellenanzeigen weiter ein. Dabei ging der Stellenumsatz nicht nur verglichen mit dem Wonnemonat des Vorjahres zurück, sondern liegt sogar tiefer als 1999. Aber auch die kumulierten Werte von Januar bis Mai sind so schlecht wie seit vier Jahren nicht mehr. Dies stellte Publicitas-Generaldirektor Ernst Grab zu Beginn der Publicitas-Verlegertagung in Bern klar. Die Tagung war denn auch mit der bangen Frage «Gehts ab 2003 wieder aufwärts?» überschrieben.
Trotzdem überwogen in Bern die tröstenden Worte. «Es wird eine Erholung geben, doch fällt der Konjunkturaufschwung moderater aus als der Einbruch», sagte etwa Marc Büdenbender, Associate Director und Group Economist der UBS AG. Er schätzt, dass die Verlegerbranche in etwa zwei bis drei Jahren bezüglich Werbeumsätze wieder das Niveau von 2000 erreichen wird. Gestützt auf Faktoren wie Ölpreis, Weltwirtschaft, Bruttoinlandprodukt, Fiskalpolitik und auf diverse Statistiken folgerte Büdenbender, dass es ab Ende Jahr im Werbemarkt wieder aufwärts gehen dürfte.
Dies geht auch aus einem mehrjährigen Vergleich des Publicitas-Index mit dem Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hervor. Deren Kurven verliefen in der Vergangenheit zwar zeitlich etwas verschoben, sonst aber sehr ähnlich, so dass sich gemäss Büdenbender davon folgende Faustregel für Verleger ableiten lässt: Ein vom KOF-Barometer angezeigter Konjunkturwechsel wirkt sich etwa sechs Monate später bei den Werbeumsätzen aus (siehe Grafik).
Hinwendung zu lokalen Kunden als neue Strategie
Auch Markus Ehrle, Marketingdirektor bei der Publimedia, ging von einer Erholung per Ende Jahr aus. Er wies allerdings warnend darauf hin, dass sich der Mediamix zu Ungunsten der Printmedien entwickeln könnte. Zwar würden die Auftraggeber weiterhin Print bevorzugen, die Mediaagenturen hingegen tendierten gemäss einer Umfrage eher hin zu TV – wohl weil sie sich mit TV-Kampagnen besser profilieren könnten, wie Ehrle vermutete.
Er rief deshalb die Verleger dazu auf, keineswegs im Gattungsmarketing nachzulassen. Das Inserieren müsse «flexibel, einfach und kostengünstig» gestaltet werden, die Presse müsse Leistungsausweise wie etwa den Print-Advertising-Monitor der Publimedia erbringen sowie Planungs- und Dispositionshilfsmittel anbieten, die auch für kleine Mediaagenturen erschwinglich seien. Die Titel sollten ferner Verknüpfungen mit andern Medien, der Telekommunikation und der Informationstechnik ermöglichen.
Daniel Hofer, CEO Publicitas Promotion Network, berichtete von einer Tagung der US-Verleger. Auch dort gehe man von einer wirtschaftlichen Erholung aus, sei aber der Überzeugung, dass «die Zeiten vorbei sind, in denen man mit 10 oder 15 Top-Kunden 40 bis 50 Prozent des Umsatzes generieren konnte». In den USA würden sich die Verleger von Zeitungen und Zeitschriften deshalb wieder vermehrt den kleinen, lokalen Kunden zuwenden. Hofer empfahl deshalb, lokale Kunden auch in Zeiten der Hochkonjunktur zu pflegen.

Muse & Musse: Hans Heierli

Muse & Musse Hans Heierli Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht? Hans Heierli: Den Appenzeller Kirchentag, weil ich Revisor der evangelischen Kirchgemeinde bin.Was le

Muse & Musse Hans Heierli Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Hans Heierli: Den Appenzeller Kirchentag, weil ich Revisor der evangelischen Kirchgemeinde bin.
Was lesen Sie gerade?
Heierli: «Im Kreise des Wolfes» von Nicholas Evans. In jeder Wildnis gibt es einen Platz der Hoffnung.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Heierli: Das «Neue Original Appenzeller Streichmusik Projekt».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Heierli: «40 days and 40 nights». Ein herrlich erfrischender Sommerfilm.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Heierli: Bei der Fussball-WM.
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Heierli: www.auchgratulieren.ch
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Heierli: Auf Freiheit, Weite, Pferd und Hund.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Heierli: Relaxen, eine Zigarre und einen kühlen Appenzeller Alpenbitter geniessen.
Liebe ist…?
Heierli: …jedem die benötigte Freiheit zu gewähren.

Mini verleiht Grösse.

Der Trend ist international zu beobachten: Immer mehr Zeitschriften versuchen, ihren Auflagenschwund mit Ausgaben im DIN-A5-Format zu stoppen.

Der Trend ist international zu beobachten: Immer mehr Zeitschriften versuchen, ihren Auflagenschwund mit Ausgaben im DIN-A5-Format zu stoppen. Und was Glamour, Joy, Allegra und sogar PC-Welt oder PC Magazin hilft, sollte auch Kult nicht schaden. Zwar zählt beim Schweizer Szenemagazin das Argument nicht, dass die Miniausgaben mit Kampfpreisen bis zu 60 Prozent unter den grossen Heften an den Markt gehen, denn Kult liegt in den Szenetreffs nach wie vor gratis auf. «Die Mini-Ausgabe ist ein einmaliges Sponsoring-Projekt für Mini-Cooper», verrät Herausgeber Rainer Kuhn. Form und Inhalt – nämlich im ganzen Anzeigenbereich fast ausschliesslich Werbung für den neuen Mini – verschmelzen hier in geradezu idealer Weise zu einem New-Media-Projekt. Die nächste Ausgabe von Kult wird aber wieder «normal» erscheinen. Zum Bedauern vieler Frauen allerdings, denen das neue Kult besser in die Handtasche passt. Der Winzling erscheint in einer Auflage von 35000 Exemplaren und wird nach Hochrechnung des Verlages von 100000 Leuten gelesen. Millionenpool wird umbenannt. Wenn der Schein nicht allzu sehr trügt, kommt es am 20. Juni, zu einer Lösung zwischen dem Pool 2000 und seinen drei abtrünnigen Mitgliedern Hitradio Z, Argovia, Sunshine, die mit Top, Ri, 32, Grischa und Central vorzeitig den Millionenpool gegründet haben. Unklar ist seither, ob bis Ende 2002 der Pool 2000 gilt oder ob ab Juli der Millionenpool verkauft wird. Gemäss Roland Baumgartner (Argovia) liegt nun ein Lösungsvorschlag vor, über den heute entschieden wird. Alles deutet darauf hin, dass sich die bisherigen Pool-2000-Module Bern und Basel dem neuen Pool anschliessen. Baumgartner wollte jedoch nichts verraten. So viel ist klar: Ab nächster Woche wird ein neuer Pool kommuniziert, der aus rechtlichen und wohl auch Imagegründen (poolinterner Zwist) nicht mehr Millionenpool heissen wird.
Hochparterre über drei Stockwerke. Im Juli 2000 haben sich 13 Redaktoren, Designerinnen und Verlagsleute zur ersten Retraite in der Geschichte des Verlags Hochparterre zurückgezogen. Im Oktober 2001 folgte ein zweites Treffen. Jetzt liegt das Resultat vor. In seinem 15. Jahrgang hat sich die Zeitschrift für Architektur und Design ein neues Outfit mit auffallend neuem Logo verpasst. Das neue Layout ist von Susanne Kreuzer geprägt, unterstützt und begleitet von Barbara Erb, die fürs neue Logo verantwortlich zeichnet. Bis jetzt ist das Heft alle fünf Jahre neu gestylt worden. Bei der ersten Renovation war es das Format, später die Auslegung der Rubriken. Heute ist am markantesten das neue Logo. Ein «Buchstabenspiel mit Augenzwinkern», nennt es Chefredaktor Köbi Gantenbein. Bei den inhaltlichen Neuerungen ist ein ehrgeiziges Detail der Architekturwettbewerb, über den Hochparterre in Zukunft kontinuierlich und breit berichten will. Dazu ist auf www.hochparterre.ch neu ein Nachrichtendienst über ausgeschriebene und entschiedene Wettbewerbe eingerichtet worden.
Neue Magazine für die Westschweizer Männer. Die Westschweizer Männer werden mit neuen Publikationen umworben. Gleich zwei Verlagshäuser – Ringier Romandie und Audace Publishing – bereiten die Lancierung von Männerzeitschriften vor. Ringier Romandie will bereits im Herbst mit der Zeitschrift Type in den Markt für Leser zwischen 25 und 45 Jahren gehen. Type versteht sich als Heft mit guten Adressen und Tipps für Wellness und Mode. Wie oft und mit welchem Umfang das Magazin erscheinen wird, steht noch nicht fest. Bei Audace Publishing wird derweil an der Wiedergeburt von Untel gearbeitet. Das Männermagazin, das im Frühjahr 2000 lanciert worden war und bereits nach einem Jahr wieder verschwand, soll im Frühjahr 2003 neu auf den Markt kommen. Vorgesehen sind eine neue Heftstruktur und möglicherweise auch ein neuer Name. Es seien je eine deutsch- und eine französischsprachige Ausgabe vorgesehen. Ein Standbein in Zürich sei geplant. Zurzeit sucht der Kleinverlag noch Partner.
RadioDay 2002 erst im September. Der RadioDay 2002 findet am Donnerstag, 5. September 2002, im Lakeside Casino Zürich statt, von 10 bis etwa 19 Uhr. Dies bestätigte Rolf Müller, Leiter der PublicaData. Ursprünglich war der RadioDay auf den 29. August geplant gewesen. Anmeldungen über die Website Radio day.ch sind derzeit noch nicht möglich.
Provokative Coupons. Filmreif synchron mit dem Beginn der alljährlichen Löwenjagd in Cannes macht die Zürcher Film- und Videoproduktion Blood Sweat & Tears mit ungewöhnlicher Werbung auf sich aufmerksam: Agenturen und Auftraggebern wird eine WC-Rolle zugeschickt mit der nicht unprovokativen Schlagzeile «Cannes-Rolle statt Scheiss-Filme». Dabei sind die Cou-pons der WC-Rolle für einmal nicht nur zum Abreissen, sondern auch zum Ausfüllen und Abschicken zwecks Gratis-Bestellung der neuen Show-Reel von Blood Sweat & Tears. Auf der Rolle findet sich auch der Tibet-Spot mit den Einschüssen, die derzeit am häufigsten ausgezeichneten Schweizer Filmproduktion. Die Werbeidee mit dem Klopapier stammt aus dem Hause Euro RSCG Switzerland.
Schweiz schliesst Tourismus-Partnerschaft mit Liechtenstein. Die Tourismusorganisationen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein arbeiten in Zukunft enger zusammen. Schweiz Tourismus will Liechtenstein neu als Partner im weltweiten Marketing mitführen. Mit der Partnerschaft soll das Liechtensteiner Ferienangebot mit Broschüren, Messeauftritten sowie im Internet zusätzlich beworben werden, teilte Schweiz Tourismus mit. Über den Schulterschluss baut die Schweiz ihr touristisches Angebot aus, und Liechtenstein wird über die bereits bestehenden Kanäle der Zugang zu ausgewählten Märkten erleichtert.
Das Radio-Eis von Extra Bern. Radio Extra Bern nutzt die Sommertage, um die jüngste Zielgruppe anzusprechen: Vom 17. bis 28. Juni geht der Lokalsender gemeinsam mit der Eiscrememarke Cornetto (Pierrot Lusso) auf Tour durch die Schulhäuser der Region Bern. Ein Sendewagen fährt auf insgesamt 16 Pausenplätzen vor und verteilt gratis Glace für alle. Daneben sind laut Extra Bern «Action, Fun und Wunschkonzert angesagt».
Vegetarische Freundschaft. Dieses Plakat müsste eigentlich im kommenden Jahr in Cannes unbedingt einen Löwen gewinnen. Wenn auch nur einen pflanzenfressenden. Denn Kamuniak, die stolze Löwin aus Kenia, gilt als bekannteste Vegetarierin der Welt, weil sie seit Monaten friedlich vereint mit einer Antilope durch die Steppe zieht anstatt sie zu fressen. «Ein schönes Beispiel dafür, dass auch eingefleischte Fleischfresser langsam vom Fleischverzehr abkommen», meinen Markus Ruf und Danielle Lanz. Ihre Agentur will das Sujet wirkungsvoll für das vegetarische Restaurant «Pot au vert» im Hotel Limmathof in Zürich auf Kinodias, Postkarten und POS-Plakaten einsetzen.
Gesellschaft für professionelles Campaigning gegründet. Am 12. Juni wurde in Zürich die Gesellschaft Procampaigning gegründet. Mitglieder sind die Agenturen 4C, Kampagnenforum (beide Zürich) und Afpa (Bonn/Berlin). Unter dem strategischen Ansatz des Campaigning sei eine neue, interdisziplinär tätige Branche im Entstehen, heisst es in einer Mitteilung. Dies will Procampaigning unterstützen, indem sie das Verständnis des neuen Ansatzes fördert und sich für Erfahrungsaustausch und die Qualitätssicherung in Ausbildung und Praxis einsetzt. Kurzfristig sollen Richtlinien für die Qualitätsbeurteilung erarbeitet, langfristig eine umfassende interdisziplinäre Ausbildung mit entsprechendem Diplom angestrebt werden. Mit verschiedenen Bildungsinstituten, weiteren Agenturen und Anwendern wurden nach Angaben von Procampaigning bereits Gespräche aufgenommen. Eine erste Generalversammlung zur Vorbereitung der operativen Tätigkeiten ist für Juli 2002 geplant. Erster Präsident von Procampaigning ist Peter Metzinger, Inhaber der Agentur 4C und Urheber eines Campaigning-Konzepts, das seit 1998 in verschiedensten Bereichen angewendet wird.
Das blaue Feeling vertieft. Blue Balls Music, der Veranstalter der Blue Balls Nights und des Luzerner Blue Balls Festivals, authentisiert sein Image. Dazu werden die Randangebote der Konzerte ausgebaut und der Impact der vom Zürcher Grafiker Beda Achermann konzipierten Werbung durch bessere Fotos und die freie Anwendung des Signets als grafisches Element verstärkt. Namhafte Fotografen sollen in Zukunft die abgebildeten Main-Acts schiessen. Das Luzerner Blue Balls Festival etwa, das dieses Jahr vom 19. bis 27. Juli stattfindet, «soll nicht einfach eines von rund 250 Festivals in der Schweiz sein, an dem eine Band nach der anderen auftritt, sondern den Besuchern auch Begegnungen rund um die Musik bieten», meint Organisator Urs Leierer. So werden an einer Festival-Ausstellung unter dem Titel «Michel and his friends in music» Bilder aus dem Schaffen des Schweizer Starfotografen Michel Comte gezeigt. Im Session-Club im Hotel Schweizerhof werden die Festivalbesucher ein Bierchen mit den Musikern trinken und sie hautnah beim Jamming erleben können. Das Key Motiv des Blue Balls Festivals 2002 – es zeigt George Clinton – stammt von Isabel Snyders. Eine Schweizer Fotografin, die seit zwölf Jahren in Los Angeles lebt.

Etat-News: Universal McCann gewinnt Roche

Die Roche Pharma (Schweiz) AG hat das Mediabudget ihrer Division Consumer Health an Universal McCann, Zürich, vergeben. Die Agentur gewann den Gesamtetat im zweistelligen Auswahlverfahren.

Die Roche Pharma (Schweiz) AG hat das Mediabudget ihrer Division Consumer Health an Universal McCann, Zürich, vergeben. Die Agentur gewann den Gesamtetat im zweistelligen Auswahlverfahren.Etat-News Universal McCann gewinnt Roche Zu Roche Consumer Health gehören Marken wie Aleve, Bepanthen, Berocca, Redoxon und Supradyn.
Swiss evaluiert acht Agenturen Für die Ausarbeitung einer langfristig gültigen Kreativstrategie lädt Swiss acht Agenturen zur Evaluation ein: Advico Young & Rubicam, Euro RSCG Switzerland, Jung von Matt/Limmat, Lesch+Frei, Lowe, Publicis, Weber Hodel Schmid und Wirz Werbung. Vier davon sollen in die zweite Runde gelangen, in der die Aufgabenstellung konkretisiert werde. Zuständig bei Swiss sind Peter Zeller, Vice-President Marketing & Communications, Reto Meister, General Manager Marketing Communications, und Katrina Rölli, Advertising Manager. Meister war früher Werbeleiter der Crossair, Zeller Marketingleiter der Swissair und davor als Account Director bei Advico Young & Rubicam für das Swissair-Budget verantwortlich.
Spar wirbt weltweit mit TBWA Südafrika Die Supermarktkette Spar International hat TBWA Hunt Lascaris in Südafrika mit ihrer ersten weltweiten BrandingKampagne beauftragt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden betreibt 17000 Geschäfte in 31 Ländern. Laut einem Bericht von Adage Global setzte sich TBWA Hunt Lascaris, Spars Stammagentur in Südafrika, im Pitch gegen fünf Konkurrenten durch. Spar habe alle seine Agenturen weltweit gebeten, ein Showreel einzusenden, und danach sechs zur Präsentation eingeladen, erklärte ein TBWA-Sprecher. Spar wolle sich jünger und multikultureller positionieren, wozu die südafrikanische Kampagne gut passe, die junge, gemischtrassige Konsumentenfamilien zeigt. TBWA Hunt Lascaris realisiert für 500000 Euro einen TV-Spot, der von den weltweiten Spar-Agenturen mit passenden Voice-overs versehen werden soll.
Contexta gewinnt Piz Buin Mountain In einer Konkurrenzpräsentation gegen drei Zürcher Agenturen hat sich die Greiter (International) AG – ein Unternehmen der Johnson & Johnson Gruppe – für die Berner Agentur Contexta entschieden. Die Aufgabe umfasst die Kreation und das Artwork für die nächste Winterkampagne der Produktelinie Piz Buin Mountain. Die Kampagne kommt in der Schweiz und in Europa zum Einsatz.
Ranz punktiert Die Basler Werbeagentur Ranz hat das Budget für den Schweizer Gesamtauftritt von China Medical GmbH, dem Importeur von Evergreen, gewonnen. Dank der Grosshandelslizenz für chinesische Extrakte kann der wachsende Bedarf der traditionellen chinesischen Medizin mit qualitativ hoch stehenden Heilmitteln abgedeckt werden. Evergreen ist seit Jahren auf dem nordamerikanischen Markt erfolgreich und geniesst vor allem bezüglich Qualität (GMP- zertifiziert) einen guten Ruf.

Die Sprache der Weltblätter

«English Editions» rechnen sich nicht, bringen Qualitätstiteln aber viel Prestige

«English Editions» rechnen sich nicht, bringen Qualitätstiteln aber viel PrestigeVon Oliver Classen Der Spiegel hätte gern eine, die NZZ beschränkt ihre momentan aufs Internet und die FAZ stellt sie Ende Juni gar ganz ein: Konjunktureller Kostendruck lässt englischsprachige Ausgaben für renommierte Verlagshäuser vom Wunschobjekt zum Sorgenfall werden.
Dass die Neue Zürcher Zeitung in den Neunzigerjahren zum Leibblatt von Marathonkanzler Helmut Kohl avancierte, hatte sie neben ihrer konservativen Gesinnung auch dem Umstand zu verdanken, dass sie deutsche Debatten neutraler und nüchterner resümierte als die Konkurrenz aus Frankfurt (FAZ), München (Süddeutsche Zeitung) oder Hamburg (Der Spiegel). Aus demselben Grund sei die FAZ bei den angloamerikanischen Botschaftern, Parlamentariern und sogar Regierungsmitgliedern auf immenses Interesse gestossen – seit ihre «English Edition» täglich der International Herald Tribune (IHT) beiliegt. Der dies behauptet, heisst Berthold Kohler, ist politischer Herausgeber des Frankfurter Edelblatts und weiss also, wovon er spricht: Von grenzübergreifender Meinungsmacht.
Und von einem publizistischen Wettbewerbsvorteil gegenüber Verlagen, die traditionell auch über den deutsch(sprachig)en Tellerrand hinaussehen, wie zum Beispiel der Spiegel. Dessen Führungscrew um Chefredaktor Stefan Aust und Verlagsleiter Fried von Bismarck liebäugelt schon länger mit einer auf Wirtschaftsführer und Politiker zielende Überseeversion des Nachrichtenmagazins. Mitte März streute das Branchenblatt Kontakter einmal mehr das Gerücht, eine solche befinde sich bereits in der Pipeline. Auf Anfrage der WerbeWoche winkt Spiegel-Chef von Bismarck jedoch ab. «Eine solch schöne, aber aufwändige Expansion des Spiegels in den englischsprachigen Raum übersteigt bei weitem unsere derzeitigen Verhältnisse».
«English FAZ» steigerte IHT-Auflage um 30 Prozent
Ganz ähnlich tönt es neuerdings bei der FAZ, deren acht bis sechzehnseitige English Edition am 30. Juni zum letzten Mal erscheint. Indes, Kohler bleibt dabei: «Wer im Konzert der Grossen gehört werden will, muss heute die globale Lingua franca sprechen respektive schreiben.» Entsprechend erfreut war er denn auch, als die IHT seine Zeitung (wie ein Dutzend weitere Blätter, unter anderen El País und die israelische Ha’aretz) Mitte 1999 zum «Publishing Partner» erkor und zugleich die gesamte Finanzierung eines «German Supplement» übernahm. Verhandelt hatten die Amerikaner damals übrigens auch mit der NZZ.
Inhaltlich lag die Verantwortung für die im April 2000 erstmals – und dann gleich in einer Auflage von 30000 Exemplaren – erschienene Beilage jedoch ganz bei der FAZ, die das prestigeträchtige Projekt nach einem «konjunkturbedingten Teilrückzug» (Kohler) der IHT letztes Jahr massiv bezuschussen musste.
Als die Tribune im April nun ganz aussteigen wollte, senkte FAZ-Geschäftsführer Jochen Becker den Daumen. Bei einem erstmaligen Fehlbetrag von 27 Millionen Euro im Geschäftsjahr haben die Frankfurter einfach keine Mittel mehr für Extravaganzen, und seien sie noch so imageträchtig. Aber auch den Amerikanern muss das Wasser bis zum Hals stehen, sonst hätten sie gewiss weiter in ein Produkt investiert, das ihnen in Deutschland innert zwei Jahren einen Auflagensprung von 30 Prozent bescherte. Ebenfalls nur mit akuter Geldnot ist zu erklären, dass auch der englischsprachige Internetableger Faz.com eingestellt wird. «Wenn das eine wegfällt, ist das andere auch nicht mehr zu halten», lautet Kohlers lakonischer Kommentar zu einem Entscheid, der nach den 10 Printredaktoren weitere 6 Webeditors arbeitslos macht.
«Low costs and high quality» lautet das NZZ-Credo
Weit weniger personal- und damit kostenintensiv ist das in der linken unteren Ecke von NZZ Online offen stehende English Window. Mit 150 Stellenprozenten bietet das im Frühjahr erstmals prominent platzierte «Schaufenster zur Schweiz» neben aktuellen Übersetzungen wichtiger Artikel der Printausgabe mit der «Swiss Week» auch eine von Expatriates und ausländischen Geschäftsleuten gleichermassen geschätzte redaktionelle Eigenleistung. Diesen Schluss legen jedenfalls die laut Kurt Busslinger, Leiter Marketing Neue Medien, täglichen 3500 bis 4000 Pageimpressions nahe, mit denen sich das English Window nutzungsmässig «etwa auf Augenhöhe mit den NZZ Online-Sektionen Sport oder Inland bewegt».
Hervorgegangen ist der 1997 aufgeschaltete Internetdienst aus der sechs Monate später (und nach 45 Jahren!) eingestellten Bleiwüste «Swiss Review of World Affairs». Von dessen 32 Schwarz-Weiss-Seiten waren jeweils maximal vier mit Werbung belegt. Aber rechnen musste sich das damals schon antiquiert wirkende Magazin auch nicht. Schliesslich wollte man damit ja «bloss» die Meinungsführerschaft bei jenen in der Schweiz domizilierten Entscheidungsträgern, die des Deutschen nicht mächtig sind.
Die Kontinuität ihres englischsprachigen Ablegers verdankt die NZZ nicht zuletzt der Aufhebung der Distributionskosten durch das Internet. «Als Extra-Printprodukt könnte er in Zeiten wie diesen auch bei uns schnell einmal dem Rotstift zum Opfer fallen», so Busslinger mit Blick auf die entsprechende Ankündigung aus Frankfurt. Ein weiterer Kostensenkungsfaktor ist die enge Kooperation mit Swissinfo. Der in Bern domizilierte internationale Dienst der SRG liefert laufend die «Breaking News in English», zu denen die NZZ die Hintergründe aufbereitet.
Diese Synergieleistung dient indessen nicht nur der Information von Ausländern und Expatriates, sondern auch der Selbstdarstellung der Schweiz im globalsten aller Medien: Wer auf die Swiss Links im English Window von NZZ Online klickt, hat von dort Zugriff auf alle Institutionen und Organisationen, die für Touristen, potenzielle Investoren und weitere Wirtschaftsentscheider von Interesse sein könnten. Von refinanzierender Werbung fehlt freilich auch hier jede Spur. Aber was tut man in staatserhaltenden Medienhäusern nicht alles fürs nationale Standortmarketing? – wenn’s sein muss auch zum Nulltarif.

Appenzeller Schnapsideen

FCBLK umdribbelt für den 100-jährigen Alpenbitter Werberestriktionen für Alkoholika

FCBLK umdribbelt für den 100-jährigen Alpenbitter Werberestriktionen für AlkoholikaDer nationale Auftritt der Walliseller Werbeagentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) für den 100 Jahre alt gewordenen Alpenbitter aus Appenzell umgeht mit viel Witz eidgenössische Alkoholwerberestriktionen. Und enttarnt die von Werbern oft vorgebrachte Behauptung als Impotenz, wonach die Auflagen des Gesetzes keine herausragenden Kampagnen für Alkoholika zuliessen. Die Motive von FCBLK stellen den Jubilar im Vollbesitz seiner Kräfte dar. Die unverkrampften Umsetzungen sollen vorab beim jüngeren Publikum, das eher alkoholischen Kräuterprodukten mit urbanerem Image zuspricht, Freunde für den «Flaschengeist aus Appenzell» gewinnen. Seite 6

Wasser bis zum Hals

Der Meyer Druck AG steht das Wasser bis zum Hals.

Der Meyer Druck AG steht das Wasser bis zum Hals.Der Meyer Druck AG steht das . «Wir haben mit Kunden und Lieferanten Verträge abgeschlossen, damit diese weder Aufträge noch Lieferungen zurückziehen», umschreibt Stefan Wenkebach die ungemütliche Situation. Er hatte die Druckerei bereits am 23. Mai für einen symbolischen Franken übernommen.Eine Woche später erhielten
30 von 80 Mitarbeitenden die Kündigung. Kurz darauf kam neues Ungemach von der Pensionskasse: Die kantonalen Behörden setzten den Stiftungsrat ab. Es wird vermutet, dass Liquiditätsengpässe zu Unregelmässigkeiten geführt haben könnten.
Der Frage, wann Meyer Druck schwarze Zahlen schreibe, weicht Wenkebach aus. «In 2 bis 3 Wochen oder in 2 bis 3 Jahren», sagte er der WerbeWoche und verwies auf die Marktlage. Allerdings ist die Marktposition von Meyer Druck AG alles andere als komfortabel. Der Druckereibetrieb ist ausgerechnet in der aussterbenden Gattung Tiefdruck die Nummer zwei in der Schweiz. (dse)

Übers Leben reden

GO&M regen zum Nachdenken über Organtransplantation an

GO&M regen zum Nachdenken über Organtransplantation anVon Bruno Amstutz An ein heikles Thema wagt sich die Agentur Grendene Ogilvy & Mather (GO&M): Im Auftrag des Universitätsspitals Zürich macht sie auf die Problematik des Organspendens aufmerksam.
Der akute Mangel an Spenderorganen in der Schweiz lieferte den Anlass zu einer Kampagne mit ungewöhnlichem Thema. Auf eine Million Einwohner kommen lediglich vierzehn Organspender, Tendenz sinkend. Spenderausweise sind dünn gesät, und eine zentrale Datenbank von Organspendern existiert nicht.
Um die Spendebereitschaft abzuklären, müssen die Verwandten von Verstorbenen als Informationsquelle herangezogen werden. Diese wiederum können nur verlässlich Auskunft geben, wenn vorher ein Dialog zum Thema stattgefunden hat. Über Organspende muss zu Lebzeiten geredet werden, mit Angehörigen, Freunden, Bekannten – so lautet die Botschaft der Kampagne.
Auf die ungewöhnliche Aufgabe stürzte sich das Team von GO&M mit Elan und entwickelte gemäss Texter Guillermo Garcia rund fünfzehn verschiedene Kampagnen unterschiedlichster Couleur: «Das Spektrum reichte von informativ bis schockierend, von Grabsteinen über Heiligenbildern bis zu Kindern, die ein neues Organ brauchen.» Auch der Einsatz von Prominenten stand zur Diskussion. Das Vorbild zu diesem Ansatz lieferten die USA, wo Basketballstar Michael Jordan seit 1996 seinen berühmten Namen für Transplantations-Kampagnen spendet.
Mehr Kommunikation mit existenziellen Fragen
«Man stösst bei einem solchen Thema allerdings sehr schnell an Grenzen», befindet Senior Berater Peter Roth, «die Kampagne soll zwar Aufmerksamkeit erregen, aber niemanden verletzen.» Die Konsequenz war, von allen ablenkenden Faktoren Abstand zu nehmen, nicht nur von schockierenden Todesbildern, sondern auch von Prominenten. Geblieben ist eine sehr sachliche und schlichte Kampagne, die klar und deutlich sagt, was sie will: Mehr Kommunikation zum Thema Organtransplantation.
Als erste Welle sind seit Mitte Juni Teaserplakate und -inserate im Raum Zürich zu sehen, die existenzielle Fragen aufwerfen: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Ist der Mensch noch zu retten? Macht das Leben einen Sinn? Ein Hintergrund aus zerknülltem Papier macht klar, dass solche Fragen vor allem bei der jüngeren Generation häufig unbearbeitet im geistigen Papierkorb landen.
Eine gemeinsame Antwort liefert die Agentur in den darauffolgenden Wochen und verweist auf die lebensrettenden Qualitäten von Organspenden. Der Zeitpunkt ist so gewählt, dass die Kampagne einen Rahmen um den europäischen Tag der Organspende vom 22. Juni bildet. Neben dem Print- und Plakatauftritt hat GO&M Begleitmassnahmen geplant, von Cards for free über Karten mit Spenderausweisen bis zur eigenen Website www.organtransplant.ch.

News: NordWest 5 wird belebt

Dem Baselbieter Lokal-TV-Sender NordWest 5 (NW 5) wird neues Leben eingehaucht – durch die Zusammenarbeit mit der dafür gegründeten Produktionsfirma NordWest Medien AG.

Dem Baselbieter Lokal-TV-Sender NordWest 5 (NW 5) wird neues Leben eingehaucht – durch die Zusammenarbeit mit der dafür gegründeten Produktionsfirma NordWest Medien AG.News NordWest 5 wird belebt Geschäftsführer ist der Journalist Beat Alder, Chef des Content Providers Internet Medien AG und des Regionalportals Netzpress.ch. Aktionäre sind die EBM (ehemals Elektra Birseck Münchenstein) und die Internationale Treuhand AG (Itag) von Fritz Schuhmacher, Vize-VR-Präsident der Basler Mediengruppe. NW 5 strahlt in 25 Baselbieter Gemeinden aus, nicht aber nach Basel (130000 potenzielle Zuschauer). Bis in einem Jahr will Alder tägliches Fernsehen machen.
Basler WC-Deal zurückgewiesen Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat ein Konzept für öffentliche Toiletten einstimmig an die Regierung zurückgewiesen. Vorgesehen war, dass die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) selbstreinigende WC-Anlagen finanziert und im Gegenzug die Rechte an 254 neuen Leuchtplakatstellen erhält. Der Grosse Rat ist der Ansicht, die Regierung habe sich von der APG übervorteilen lassen.
«P»-Index sinkt erneut Nachdem der Publicitas-Index, der die Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse misst, im April seinen Rückgang etwas bremsen konnte, ging es im Mai wieder steiler bergab. Der Index verlor 2,1 Punkte und liegt mit 116,2 Punkten auf dem Stand von April 1999. Bei den kommerziellen Inseraten wurde aber beinahe das Niveau von 2001 erreicht, teilt die Publicitas mit.
PWA-Index stagniert Der Publimedia-Webadvertising-Index (PWA-Index) blieb im Mai praktisch auf Vormonatsniveau: Er verlor 0,1 Punkte und liegt nun bei 101,7 Punkten. Damit wurde die Abwärtstendenz der letzten drei Monate gebremst.

Weltoffen bilanzierte Kunst

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschÀ la bâloise» startete die Shortlistwoche, nämlich mit dem Besuch der international angesehensten Kunstmesse der Welt, der Art in Basel. Es ging mit der Bilanz und der Weltwoche ans Eingemachte. Die Vorpremiere zur kunstvollen Ausstellung in den Messehallen am Rheinknie besuchten denn auch einige Zürcher Werbewürdenträger – nicht zuletzt, um dem profanen Publikum die teure und im Wert steigende Kultur an der Vorzugsveranstaltung vor der Nase wegzukaufen. Der «Tag davor» geniesst – man weiss davon – nicht zu Unrecht Kultstatus. Leider beinahe zu viel! Die Frage muss erlaubt sein, ob denn am Dienstag (inoffizielle Eröffnung) oder am Mittwoch (offizielle Eröffnung) mehr zahlungskräftige Leute erwartet würden? Zumal ja die echt reichen Insider eh schon am Montag einkaufen gehen! Und dienstags folgen die geladenen Honorablen, die im letzten Börsenjahr ärger gebeutelt wurden als sämtliche vertretenen Künstler und Restbesucher miteinander. Das war den umherpilgernden Anwälten ebenso anzusehen wie den Schönheitschirurgen, Möchtegernkunstsammlern, Weinhändlern, In-Restaurateuren und Werbern. Zwar war deren Zahl wiederum Legion und somit grösser denn je. Die langen Gesichter, hervorgerufen durch die Preisetiketten an den Outlets, stammten nicht nur vom Blick auf Munchs und Picassos. Die zu bezahlenden Preise auch für Gegenwartskünstler überstiegen offensichtlich jedwelche Budgets irgendwelcher Schnäppchenjäger.
Was allerdings die Gäste des Jean Frey-Verlags nicht hinderte, die gewieften Kunstführer und Referenten nach Trouvaillen zu fragen. Andy Illien beispielsweise führte darauf hin seine Gruppe ins Outlet der Galerie de France, wo er einen chinesischen Künstler namens Chong zeigen liess und über alle Massen auslobte. Preis pro Bild jetzt – 3500 Franken, geschätzter Preis in zehn Jahren: mindestens das Dreifache. Doch keiner dieser Kunst-Flight-Teilnehmer – darunter immerhin Peter Kettiger, Theophil Butz, Marion Wagner, Hans Tanner oder auch Victor Zahn – befanden sich in Kauflaune.
Auf eine neue Art – man verzeihe das Spiel mit dem Wort – präsentierten sich letzte Woche die Verantwortlichen des Magazins Hochparterre. Mit feinsten Würsten vom Grill, mit diversesten Fleischfüllungen, und mit viel Wein wurde das Redesign gefeiert. Hinter der Theke stand kein Unbekannter: Marco Valpiani haben wir letztes Jahr noch in Sachen Film- und Spotproduktion gesehen und erwähnt. Mittlerweile führt er die Geschäfte der Spezerei Buonvicini & Söhne, Anbieterin von allerlei vergorenen Rebensäften italienischer Provenienz und gaumenmundigen Leckereien. Ebenfalls mit dabei: Pia Schleiss, Studienleiterin an der HGK Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Mit ihr konnte man sich trefflich über vorgelagertes Produkte- und Industriedesign unterhalten. Und diese Fachrichtung stellt immerhin die glänzenden Folien, die anschmiegsamen Stoffe, die perlenden Rohstoffe bereit – aus denen Designer ihre preisgekrönten Arbeiten herstellen.
Einen Geburtstag gabs letzte Woche auch noch zu feiern. Die Forecast-Bar am Limmatquai wurde dreijährig und ist dem Windelalter entwachsen. Na sowas! Was unter anderem Andi Hess vom Forecast, diverse Exponenten der Eventagentur Rufener und viele andere Szenis anzog und zum Feiern brachte. Die Location war voll. Die Anwesenden auch!
Beat Fritsch

betätigte sich letzte Woche als «Raider of the lost Art». In Basel natürlich. Immerhin ist die Art die grösste Kunstmesse weltweit, die neben allen Galerien mit Rang und Namen auch ein ebensolches Publikum anzuziehen vermag. Dank Bilanz und Weltwoche musste man nicht einmal auf fachkundige Erklärungen verzichten. Ein bekannter Galerist (Andy Illien), anerkannte Kuratoren (Christoph Doswald, Guido Magnaguagno, Gerald Matt, Christoph Vitali) und ein hoch geschätzter Künstler (John Armleder) erläuterten den Gästen auf einem begleiteten Rundgang die Exponate.
Wer in der Kommunikationsszene Ausstellungen hält, mit Launches oder Relaunches oder Geburtstagen aufwartet, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

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