Von Beat FritschDen Auftakt zur Partywoche gaben die Leute von Goldbach-Media, die sich fast exakt alle zwei Monate von der spendablen und aktiven Seite zeigen. Jeweils in diesem Rhythmus flattert eine Einladung aus Küsnacht ins Haus. Aber auch sonst sind die Logos von IP Multimedia, Hitradio Z, Active Agent, Suchtreffer und wie weitere Labels heissen an Veranstaltungen zu sehen – so bei der Idée-VfW, Werbeclubs und anderen Organisationen, die Sponsoren jeweils mit offenen Armen willkommen heissen.Die Strategen vom Küsnachter Goldbach haben einmal mehr Neues ausprobiert – und geschaffen: die Mediarena, ein Kommunikationsforum für elektronische Off- und Onlinemedien. Viele externe Referenten und Podiumsteilnehmer sorgten dafür, dass der Vorwurf der Eigenwerbeveranstaltung schon gar nicht erst aufkam. Die Besucherfrequenz bestätigte die Veranstalter. Es scheint noch immer ein markantes Bedürfnis nach Information über elektronische Medien zu bestehen. Vor allem was den Onlinebereich und dessen crossmediale Einsatzmöglichkeiten betrifft.
Während zweier Tage schluckte man denn auch viel geistiges Futter, um sich am Donnerstagabend endlich den handfesten kulinarischen und liquiden Vergnügungen hinzugeben. Nach getaner Arbeit konnte man sich bei einer schönen Bootsfahrt entspannen und durch die Zürichseefluten tragen lassen; samt erstem Apéro. Der Transfer von Küsnacht zur Werfthalle fand per Schiff statt.
Diese auch als Theatersaal schon erprobte Halle war zu einem veritablen Partytempel umfunktioniert worden. Eventmanager Christian Bonnot hatte ganze Arbeit geleistet. Wo üblicherweise Schweissgeräte brennen und Mechaniker schwitzen, stiess man auf ein Festgelände im edelsten Stil. Die Kiste dürfte eine schöne Stange Geld gekostet haben! Blaue Teppiche, gediegene Bestuhlung und Tische mit erstem und zweitem Rang wie im Theater. Das Ganze wurde durch einen Bühnenaufbau abgerundet. Überdimensionierte Lampenschirme hingen über den Köpfen, und die Lichtanlage hätte einer Grossraumdisco alle Ehre gemacht.
Nicht nur die Gäste, auch das Catering wurde quer über den See angeliefert. Das «Lake Side Casino Zürichhorn» hatte den ersten Gastauftritt ausserhalb der eigenen Location – und vermochte einigermassen zu überzeugen. Das Buffet zur Sofortbedienung für schnell entschlossene und ausgehungerte Zeitgenossen fehlte ebenso wenig wie der gepflegte «Service-à-table» mit allerlei Feinheiten für die kulinarisch etwas Geduldigeren.
Zu hören gabs gediegenen Jazz, verlustieren konnte man sich in speziellen Sitzecken und Lounges, es war einfach genügend Platz für alle da. Mit drei Worten – eine wahre Freude!
Zu hören gabs News von personeller Seite: Andy Wild verlässt Swiss. Der frühere Swissair-Werbepilot, der nach Grounding und Zusammenbruch des «Nationalsymbols» bei der Swiss auf demselben Posten angeheuert hatte, hat die Nase definitiv voll vom Fluggeschäft. Er wird jetzt Kommunikationsleiter beim Stromanbieter Axpo. Neues auch von 3M-Werbeleiter Martin Vogel. Man adelte ihn mit dem Bandwurmtitel «Leiter Corporate Communication, Marketing & Advertising». Woraus wir schliessen, dass er mindestens zwei Stockwerke aufwärts befördert wurde (ohne dabei das Dach zu durchstossen).
Eine geballte Ladung Schönheit und Schönheiten gabs am Credit Suisse Prix Bolero zu sehen. Nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch im Publikum, das sich an den After-Show-Partys etwas genauer untersuchen liess. Viel Vorstadt-Chic lautete zwar das vernichtende Urteil eines Szenis – trotzdem gefiel der Event fast allen. Neu findet der Catwalk – da der Platz im Hauptbahnhof nicht mehr reichte – in der Saalsporthalle statt. Mit Non-Stop-Shows und Exhibitions in den Gängen und After-Show-Events für alle Zuschauer. Ebenfalls neu: Es führte nicht Bolero-Stammmoderator Kurt Aeschbacher, sondern die nicht minder charmante Mona Vetsch durch die beiden Shows.
An der elften Austragung des Credit Suisse Prix Bolero kamen neben der jährlich stattfindenden Prämierung der Schweizer Newcomer heuer italienische Designer zum Zug. Die heimische Ausmarchung gewann die 22-jährige Larissa Kramer, die unter ihrem Label Larika eine Kollektion im New-Romantic-Style, gepfeffert mit einer satten Prise Erotik, ins Rennen schickte. Dotiert war der Preis mit 25000 Franken.
Eine Neuheit gabs beim Bucherer-Publikumspreis – E-Voting in Reinkultur. Per SMS konnten die Zuschauer von der Tribüne aus ihren Favoriten die Stimme abgeben. Die 10000 Franken gingen an die Jung-Designerin Aleksandra Wisniewska.
Unter Strom stand man am Freitag auch im EWZ Unterwerk Selnau. Die St.Galler sind dabei, Zürich zu erobern. Im Presseland Schweiz gehts am einfachsten via Printprodukt. Der in St.Gallen erprobte und etablierte Ausgeh-ratgeber Faces wagt mit einem Redaktionssplit den Schritt in die Zürcher Szene, wo mit Forecast und Kult bereits zwei Partymagazine etabliert sind. Ein mutiger Schritt von Stefan Berger und Paddy Pierazzoli von Fairlane Consulting. Und eine gut genutzte Gelegenheit zum Redesign von Faces, weil man sich ja gegen die Etablierten durchsetzen will.
Die Lancierungsnummer ist den Machern gelungen. Viel hübsche Bilder und neu viel mehr Text hat die Blattauffrischung gebracht. Dafür verantwortlich zeichnete Jürg Zentner (Zentner Kreativproduktion GmbH), damals Mitbegründer des Kult, und seine ebenso kultige Partnerin Anka Wessely, die für die Art Direction zuständig ist. Weil Lesen ja bekanntlich bildet, empfehlen wir sogar Partygängern die Lektüre des Faces wärmstens.
Beat Fritsch
war in der vergangenen Woche vermehrt auf Pirsch. Es jährte sich die Einweihung des Goldbach-Centers, was mit einem Kommunikationsforum und einem grossen Fest gewürdigt wurde. Viel Schönes gabs auch am Credit Suisse Prix Bolero zu sehen, wo man sich am Rande des Catwalks zur Beurteilung der Schweizer Nachwuchsdesigner einfand. Und mit Faces drängt in Zürich ein weiteres Ausgeh- und Partymagazin in den Markt – was mit grossem Tamtam gebührend abgefeiert wurde.
Wer in der Kommunikationsszene Jubiläen feiert oder mit Launches und Relaunches aufwartet, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps wie auch viele weitere Shortlistbilder: www.werbe woche.ch