Kein Jekami zum Sozialtarif

ADC-Vorstandsvorsitzender Andreas Prokesch zur aktuellen Entwicklung bei Pitches

ADC-Vorstandsvorsitzender Andreas Prokesch zur aktuellen Entwicklung bei PitchesDie Werbebranche sitzt auf dem tiefen Konjunkturtalboden. Mit allen Mitteln kämpfen Agenturen um Kommunikationsetats. Dass die Pitch-Politik darunter gelitten hat, ist auch dem Branchenverband BSW nicht entgangen. Eine Pitch-Liste soll den Massenpitches einen Riegel schieben. Andreas Prokesch, Autor dieser Zuschrift und ADC-Vorstandsvorsitzender, beschreibt die Situation am Beispiel der Kampagne für den Zürcher Zoo. Stellen Sie sich vor: Irgendeine Ziege blickt Sie gesenkten Hauptes an. Dazu gesellt sich eine Headline, die Ihnen auf intelligente Art eine überraschende Botschaft vermittelt: «Wo Kinder und Tiere sich näher kommen.»
Damit die werberelevante Zielgruppe der Papis, Göttis und Omis die Botschaft auch wirklich versteht, wird das Consumer Promise zusätzlich mit Fotos ins rechte Bild gerückt. Glücklicher Vater mit glücklichem Kind und andere Schnappschüsse, die man in eidg. dipl. Kreisen gern als emotional bezeichnet. Schliesslich finden auch noch die Sponsoren ihr Plätzchen – die Axpo und die Zürcher Kantonalbank. Das alles tummelt sich auf Plakaten der Dimension B4 und B12, die derzeit in Zürich herumhängen und für den Diminutiv von Zooh! werben sollen – den Zooh!lino.
Warum mir der Aushang trotzdem ins Auge gestochen ist? Weil der Zoo zuvor zehn Werbeagenturen zu einer Konkurrenzpräsentation antanzen liess. Weil er sich dafür mit je 1000 Franken bedankte. Und weil 10 Werbeagenturen das mit sich machen liessen.
Hätte man die oben beschriebenen Bestandteile von einem Desktopper zusammenbasteln lassen, wäre das Plakat 20-mal billiger hergestellt worden – wobei man sich auch das hätte sparen und direkt die Druckerei beauftragen können. Doch so läuft die Sache in unserer Branche nicht. Sondern so: Zuerst wechselt die Marketingleitung, dann das Budget inklusive Agentur. In diesem Fall stammt sie aus dem Kanton Solothurn.
Das mag aus rein geografischen Gründen verwundern, weil lange Reisewege mehr Geld verschlingen als kurze, und weil der Zoo seine Mittel zu einem schönen Teil bei der öffentlichen Hand und grossen Sponsoren und kleinen Gönnern aller Art zusammenkratzen muss. Auch über die rein kreativen Aspekte lässt sich wie immer diskutieren. Allerdings würde das konkrete Beispiel nach meiner Erfahrung weder bei der ADC- noch bei der Effie-Jurierung die geringste Meinungsverschiedenheit provozieren.
Ein bisschen stutzig bin ich dann aber doch geworden. Nämlich als die Werbebranche immer klarer zur Erkenntnis kam, dass die neue Agentur und die neue Marketingfrau des Zürcher Zoos gute alte Bekannte sind und schon in der Vergangenheit zusammenarbeiteten. Zwar ist es nicht verboten, Geschäftsbeziehungen zu pflegen und unter neuen Vorzeichen fortzusetzen. Doch leise Zweifel, ob diese Konkurrenzpräsentation nicht schon entschieden war, bevor sie stattgefunden hat, werden dadurch eher verstärkt als entkräftet.
Fragwürdige Qualifikationen der Marketingentscheider
Ich kann Konkurrenzpräsentationen seit über 20 Jahren nicht viel abgewinnen. Weil sie in der Regel einen Aufwand verursachen, den man sich nur vorstellen kann, wenn man ihn schon einige Male mitgemacht hat – auf der Auftragnehmer-, und nicht auf der Auftraggeberseite.
Dazu gesellt sich ein doppeltes Risiko: a) den neuen Kunden nicht zu gewinnen – beim Zoo betrug dieses zehn Prozent – und b) einen alten Kunden womöglich zu verlieren, weil man ihn vorübergehend vernachlässigen muss. Dazu kommt der Faktor Geld. Egal, ob die Präsentation gewonnen oder verloren wird: Den Aufwand dafür begleichen immer die bestehenden Kunden.
Das alles nähme man vielleicht noch in Kauf, aber nicht auch noch den ganzen Frust. Angefangen von hilflosen Briefings bis hin zu den Entscheidern, von denen man oft nicht weiss, wer sie sind und welche Qualifikation sie in Fragen der Kommunikation haben.
Beim Zürcher Zoo weiss man es: Dr. Alex Rübel, Direktor des Zoo Zürich, war Pfadiführer, hat ein Studium der Veterinärmedizin absolviert und durfte nach seiner Wahl zum Zoodirektor für kurze Zeit nach Harvard. Ein Kurs in der Migros-Klubschule «Werbung für Anfänger» hätte ihm bestimmt genauso viel gebracht. Denn offensichtlich wissen weder er noch seine Marketingleiterin, wie man eine Konkurrenzpräsentation professionell veranstaltet: In einem mehrstufigen Verfahren unter laufender Reduktion der Teilnehmer – und nicht als Jekami zum Sozialtarif.
Was ich noch sagen will, um nicht als schlechter Verlierer dazustehen: Ich habe mich am Wettbewerb um das Budget des Zürcher Zoos weder direkt noch indirekt beteiligt und bin mit den teilnehmenden Agenturen auch nicht anderweitig verbandelt.

Lounge ist nicht nur für Romands

Die Romands lassen sich von der Werbemarktkrise nicht die Lust an Print-Neulancierungen vergraulen.

Die Romands lassen sich von der Werbemarktkrise nicht die Lust an Print-Neulancierungen vergraulen.Waren es im Juni die Männer, für die Ringier Romandie und Audace Publishing neue Magazine ankündigten (WW 24/02), widmet sich die nächste Neulancierung dem trendigen Wohnen. Lounge, so der Titel des am 1. Oktober erstmals erscheinenden Heftes, wird bei Artist Edition SA herausgegeben. Aus dem Kleinverlag von Nicole Steffen stammen bereits das Musikmagazin Eveil Culturel und der zweisprachige Festivalführer.Auch Lounge wird zweisprachig (deutsch/französisch) auf den Markt gelangen. Die Unterzeile im Titel – Zeitschrift für Lifestyle, Design, Living & Music – skizziert das inhaltliche Programm des Heftes, das Wohntrends mit Mode und Lifestyle zusammenführen will. Das mit 110 Seiten Umfang angekündigte Heft startet mit einer Auflage von 30000 Exemplaren und ist sowohl im Abo als auch am Kiosk erhältlich. Die erste Ausgabe wird den Abonnenten von Eveil Culturel gratis beigelegt. Für das kommende Jahr sind laut Verlag vier bis sechs Ausgaben geplant. (av)

Neue Kampagnen Bernie’s

Ziel: Bekanntmachung der neuen Herbstkollektion und Aktualisierung der Marke.

Ziel: Bekanntmachung der neuen Herbstkollektion und Aktualisierung der Marke.Bernie’s Werbemittel: Anzeigen in Publikums- und Special-Interest-Zeitschriften. Einsatz: Ende August bis September.
Auftraggeber: Bernie’s AG, Zürich; Verantwortung: Bernie und Andrea Lehrer, Sandra Haus. Werbeagentur: DDB Zürich; CD: Patrick Lienert; AD: Martin Bettler; Grafik: Karin Hauser; Text: Stefan Beck; Beratung: Martin Zurbuchen; Produktion: Urs Gangel; Art Buying: Flavia Schlittler; Foto: Patricia von Ah.
Besprechung siehe Seite 6

Viva-Swizz rückt näher zu den Kids

Der Musiksender schaltet mit dem kommenden Herbstprogramm ein paar Gänge rauf

Der Musiksender schaltet mit dem kommenden Herbstprogramm ein paar Gänge raufVon Daniel Schifferle Mehr Drive und mehr Schweizer Inhalte im Programm sollen Viva-Swizz zur führenden Jugendmarke der Schweiz machen. Mit diesem Ziel übernimmt der erst 23-jährige Giovanni Zamai ab September die Programmleitung des Musiksenders.
Mit dem Herbstprogramm, das am 2. September startet, wird die Handschrift der neuen Geschäftsleitung von Viva-Swizz erstmals auf dem Bildschirm sichtbar. «Kantiger, dynamischer, frecher» werde sich der Sender präsentieren, kündigt Asta Baumöller an, die per Anfang Juli die Geschäftsleitung von Viva-Swizz-Mitgründerin Suzanne Speich übernommen hat (WW 27/02).
Für die Ära nach Speich bekommt der Sender mit Giovanni Zamai den jüngsten Programmleiter der Schweizer Fernsehlandschaft. Der Eidgenosse mit Jahrgang 1979 ist in Italien, der Schweiz und Deutschland aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte er ein Praktikum bei Ogilvy & Mather in Düsseldorf, wechselte aber bereits 1998 zu Viva in Köln, wo es für ihn rasch steil aufwärts ging. Im November 2000 wurde er für das Projektteam Viva Italien ausgewählt, welches den Aufbau des Tochtersenders koordinierte und betreute. Seit Juli dieses Jahres ist er Assistent der neuen Geschäftsleitung von Viva-Swizz in Zürich.
«Die Sendungen werden durchwegs etwas kürzer, dafür aber intensiver. Mit mehr Dynamik im Programm werden wir den Ansprüchen der Kids von heute gerechter», erklärt Zamai. Dies bedeutet aber auch eine Konzentration der Ressourcen. Statt wie bisher 31 verschiedene Formate wird das Herbstprogramm lediglich 28 haben. Ebenfalls leicht zurückbuchstabiert wird bei den Live-Sendungen. Deren Anteil werde noch rund 12 Prozent ausmachen, bis anhin waren es 17 Prozent. Damit werde eine Qualitätsverbesserung angestrebt. «Wir können die Themen besser aufbereiten und weichen der Gefahr langweiliger Sequenzen aus, denn bei Live-Sendungen kann man den Flow nicht steuern», erklärt Zamai.
Mehr Schweizer Clips – falls die Plattenindustrie mitmacht
Trotz geringfügiger Reduktion der Anzahl Formate werde das Programm aber insgesamt reichhaltiger. «Mehr Themenbereiche, neue Rubriken und viel zusätzliche Grafik werden die Inhalte aufwerten.» So sollen künftig nicht weniger als 18 neue Grafik-Packages in sämtlichen Sendungen für Auflockerung sorgen.
Viel stärker als bisher will sich der Sender ab Herbst jugendrelevanten Themen wie Sport, Mode, Lifestyle und Trends zuwenden. «Das ist auch marketingtechnisch interessant, denn so kann sich Viva-Swizz bei den entsprechenden Events künftig häufiger als Partner anbieten», erklärt Baumöller.
Noch offen ist, ob es gelingt, den Anteil Schweizer Musikclips weiter auszubauen. Damit dies möglich wird, muss die Plattenindustrie ihre Clip-Produktion erhöhen.
Viva-Swizz werden die Ideen nicht so schnell ausgehen. «Man muss sich ständig neu erfinden, weil die Trends in der angesprochenen Altersgruppe viel kurzlebiger sind», sagt Zamai. Eine wichtige Änderung steht noch an. Das «sperrige Logo» werde nicht ewig so bleiben. «Hier müssen wir uns mittelfristig etwas Neues ausdenken», sagt Baumöller.

Neue Kampagnen Sunrise

Ziel: Info über neues Sunrise-Produkt, Neukundengewinnung, Upgrade bestehender Kunden.

Ziel: Info über neues Sunrise-Produkt, Neukundengewinnung, Upgrade bestehender Kunden.Sunrise Werbemittel: Fullsizebanner,Buttons, Split Screen, Page Takeover. Einsatz: 10. bis 30. September.
Auftraggeber: Sunrise TDC Switzerland AG, Zürich; Verantwortung: Corinne Lüscher, E-Business Sales; Monika Nievergelt, Marketing Communications. Agentur: Publimedia webadvertising AG, Zürich; Verantwortung: Tobias Fehrlin; Design und Programmierung: Sign4u.

Die schnelle Betty nährt alle

TBWA profiliert Coops Convenience-Marke Idee Betty Bossi mit leckeren TV-Spots

TBWA profiliert Coops Convenience-Marke Idee Betty Bossi mit leckeren TV-SpotsKochen gilt heute als Luxus, den sich nicht alle leisten können oder wollen. Fertiggerichte sind darum im Trend. Das belegen auch die von ACNielsen erhobenen Verkaufsdaten für den Detailhandel Schweiz (ohne Tessin): Von August 2001 bis Juli 2002 wurde mit Sandwiches und Fertigsalaten ein Umsatz von rund 76 Millionen Franken erzielt. Die Summe lässt das immense Absatzpotenzial der Ready-to-eat- und Ready-to-cook-Produkte erahnen. In diesem Umfeld hat Coop die Marke Idee Betty Bossi lanciert – ihr erstes Kind aus der Verbindung mit der Betty Bossi Verlag AG. Das Kampagnenrezept stammt von TBWA. Seite 7

Muse & Musse: Ursula Guhl

Muse & Musse Ursula Guhl Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Ursula Guhl: Ich wollte eine Aufführung am Theater Spektakel besuchen, doch da war kein Ticket mehr zu krie

Muse & Musse Ursula Guhl Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Ursula Guhl: Ich wollte eine Aufführung am Theater Spektakel besuchen, doch da war kein Ticket mehr zu kriegen! Schade, solche Veranstaltungen müssten mehr aus der Emotion heraus erlebt werden.
Was lesen Sie gerade?
Guhl: «Das Gesetz der Lagune» von Donna Leon.
Welche CD hören Sie zurzeit?
Guhl: Alicia Keys – «Songs in A-minor».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Guhl: Die Klassiker von Fellini: immer noch unübertroffen genial im Casting der schrillsten und schrägsten Charaktere.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Guhl: Ich beuge vor, indem ich das TV-Gerät gar nicht erst einschalte…
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Guhl: www.mallorca.com
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Guhl: Auf die Hängematte.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Guhl: Beim Hundespaziergang tagträumen.
Liebe ist …?
Guhl: …abheben und die Welt ringsherum vergessen.

News: Tamedia mit Umsatz-EinbruchDer Zürcher Medienkonzern Tamedia verzeichnet im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatzrückgang von 15,8% auf 335,9 Millionen Franken.

News Tamedia mit Umsatz-Einbruch Der Zürcher Medienkonzern Tamedia verzeichnet im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatzrückgang von 15,8% auf 335,9 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Abschr

News Tamedia mit Umsatz-Einbruch Der Zürcher Medienkonzern Tamedia verzeichnet im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatzrückgang von 15,8% auf 335,9 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) beträgt 45,9 Millionen (– 51,9%), das Konzernergebnis 26,9 Millionen Franken (– 29,2%). Für den Rückgang ist vor allem der Printmedienbereich verantwortlich. Hier brach der Umsatz um rund 75 Millionen Franken (– 21,5%) ein, während der Betriebsaufwand um 29,9 Millionen (– 11,9%) gesenkt werden konnte. Besonders stark von der Werbeflaute betroffen war der Tages-Anzeiger mit einer Einbusse von 29,7% oder 62,2 Millionen Franken. Die SonntagsZeitung hielt sich hingegen trotz NZZ am Sonntag vergleichsweise gut mit einem Minus von 11% oder 4,7 Millionen Franken.
TR 7 und Publimag trennen sichDie Programmzeitschrift TR 7 trennt sich per Dezember 2002 von der Publimag. Damit werden künftig sämtliche Jean-Frey-Titel (Bilanz, Weltwoche, Beobachter und TR 7) in Eigenregie vermarktet. Patrick M. Knecht, der für TR 7 in Zusammenarbeit mit Publimag schon seit Anfang Mai im Werbemarkt tätig ist, wird ab dem neuen Jahr die Funktion des Anzeigenleiters übernehmen.
Weltwoche wirbt um StudentenDie Weltwoche setzt weiter auf Zusatzauflagen, um neue Leser zu gewinnen. Besonders jüngere Jahrgänge werden anvisiert. So soll die Ausgabe 41 (10. Oktober) in einer Auflage von 14500 Exemplaren als Welcome-Package an die neu einsteigenden Studenten verteilt werden. Auch die Nummern 43 und 46 werden in einer Zusatzauflage von je über 11000 Exemplaren an Studierende in 15 Universitäten verteilt.
Jobpilot-Index zeigt weiter nach untenVon April bis Juni 2002 hat der Jobpilot-Index zwölf Punkte verloren und steht nun bei 65 Punkten. Der Index, der das Online-Stellenangebot der Schweiz misst, ist im Januar 2001 bei 100 Punkten gestartet und erreichte den Höchststand mit 113 Punkten im Juli 2001.

Ausserdem: Rainer Sauser wird Anfang September neuer Direktor Marketing von PubliPresse.

Ausserdem Rainer Sauser wird Anfang September neuer Direktor Marketing von PubliPresse. Er löst Urs Donatsch ab, der zur gleichen Zeit als Regionaldirektor zu Publicitas Léman wechselt. Am 1. September übernimmt Bryon Paul McCartney d

Ausserdem Rainer Sauser wird Anfang September neuer Direktor Marketing von PubliPresse. Er löst Urs Donatsch ab, der zur gleichen Zeit als Regionaldirektor zu Publicitas Léman wechselt.
Am 1. September übernimmt Bryon Paul McCartney die Leitung von Brandbakery, der Business Unit für Corporate Identity von Advertising Art & Ideas.
Anfang September eröffnet The Cover Media eine Niederlassung in Olten. Nach Basel und Zürich ist dies die dritte Geschäftsstelle der Vermittlerin von Radio- und TV-Werbung. Die Leitung der Filiale Olten übernimmt Giuseppe Sammartano, der seit einem Jahr bei The Cover Media tätig ist.
Nach rund fünf Jahren beendet Claude Catsky sein Teilzeitmandat als CD bei McCann-Erickson, Zürich, im September.
Fridolin Luchsinger wird Ende Jahr seine sechsjährige Tätigkeit als Generalsekretär und Kommunikationschef des Ringier-Konzerns beenden und in Pension gehen. Seine Nachfolge ist noch nicht geregelt. Die Ringier-Journalistenschule wird Luchsinger bis 2004 weiter leiten.
Nach zwei Jahren als CD verlässt Andi Albonico die Marketingagentur Wunderman und macht sich selbstständig.
Er eröffnet Anfang September seine Firma Albonico Creative Consulting in Zürich.

Besuch auf der Baustelle Kanal1

Kanal 1 TV bastelt derzeit am Konzessionsgesuch für seinen Sender

Kanal 1 TV bastelt derzeit am Konzessionsgesuch für seinen SenderVon Markus Knöpfli Dereinst soll das TV-Projekt Kanal 1 den ganzen deutschsprachigen Raum abdecken. Doch wie und in welcher Zeit dieses Ziel erreicht werden soll, bleibt völlig unklar. Derzeit feilt der Geschäftsführer für die Schweiz, Thomas Sadecky, am Konzessionsgesuch fürs Bakom.
Die österreichische Kanal-1-TV-Gruppe, die den Gebrüdern Erwin und Hanno Soravia gehört, hat vor zwei Monaten den «Ballungsraum»-Sender TV München übernommen und in der Schweiz das TV-3-Studio in Schlieren gekauft. Zudem wurde der frühere Wirtschaftsredaktor von Moneycab, Thomas Sadecky, zum Geschäftsführer für den Schweizer Zweig ernannt und mit der Gründung zweier Firmen beauftragt: Die Kanal 1 TV AG und die U1 TV Programm AG, mit je einem Aktienkapital (AK) von 100000 Franken und mit Sitz in Schlieren.
Sadecky will mit Kanal 1 eigene Formate kreieren
Sadecky, der seit 1999 der Beteiligungsfirma TST Qualitäts-Aktien Investor AG (AK: 2,2 Millionen Franken) vorsteht, hält zwar bei den neu gegründeten Firmen «einen kleinen Prozentsatz», wie er sagt, aber nicht über die TST. Trotzdem ist er der jeweils einzige Zeichnungsberechtigte. Als Drittes hat Sadecky auf Anfang September mit Patrick Schneider (Technik) und Sandra Tuttlies (Marketing) zwei ehemalige
TV-3-Mitarbeiter angestellt.
Momentan schleift Sadecky aber am Konzessionsgesuch, das er Mitte September einreichen will. Gemäss seiner Planung sollte Kanal 1 Schweiz im Frühling 2003 starten können – mit einem achtstündigen Vollprogramm für die «Kernzielgruppe» der 20- bis 45-Jährigen. Der Programmmix bestehe aus Sport, Unterhaltung, News, schweizerischen Spielfilmen sowie Reality-Shows, die in der Kanal-1-Gruppe selbst konzipiert und produziert würden.
Unter anderem nennt er die Show «Bettler und Millionär», die demnächst bei TV München starte und auch auf die Schweiz adaptiert werden könnte. Mit welchem Budget Kanal 1 arbeiten wird, welche Marktanteile bei Zuschauern und Werbegeldern erzielt und bis wann in der Schweiz der Break-even erreicht werden soll, das alles will er (noch) nicht sagen. Und wie will er das Problem von TV 3 (selig) umschiffen, das sich mühsam vom teuren Quoten-Highlight zum andern («Robinson», «Big Brother») hangelte, aber nur Flauten in seinem Vollprogramm aufwies? Sadecky verbietet sich den Vergleich mit TV 3 und weist darauf hin, dass Kanal 1 eigene Formate kreieren statt teure Spielfilme und Lizenzen einkaufen werde und zudem Synergien mit TV München nutzen könne. Zudem werde Kanal 1 gezielt Schweizer Jungtalente fördern.
Auch wenn Kanal 1 in der Schweiz starten kann, von der Idee, den ganzen deutschsprachigen Raum abzudecken, ist man weit entfernt: In Österreich hat Kanal 1 keine Konzession in Aussicht und in Deutschland mit TV München «bloss» einen Lokalsender. Dieser ist zudem Teil des Verbundes «Ballungsraum-TV», bei dem noch enger kooperiert wird als beim TeleNewsCombi.
Eine kurzfristige Umorientierung nach der Schweiz und Österreich ist deshalb kaum möglich. Sadecky sieht das anders: «Programmlich können wir mit TV München so eng kooperieren, wie wir es für richtig halten.» Des Weiteren verweist er auf den österreichischen Gesamtprojektleiter Peter Kölbel. Dieser aber ist nicht erreichbar.

U1 redet mit 20 Minuten

Thomas Sadecky, Geschäftsführer des Schweizer Zweiges des österreichischen Dreiländer-TV-Projektes Kanal 1

Thomas Sadecky, Geschäftsführer des Schweizer Zweiges des österreichischen Dreiländer-TV-Projektes Kanal 1, will ab Frühling 2003 die täglich erscheinende Gratis-Programmzeitschrift U1 lancieren. Ursprünglich wollte er das 16-seitige Blatt, das natürlich vorab den eigenen Kanal 1 promoten sollte, fünfmal pro Woche an Nachmittagen in ehemaligen Metropol-Boxen auflegen. Doch das könnte nun anders kommen. Sadecky und Rolf Bollmann, Verlagsleiter von 20 Minuten, verhandeln über eine Kooperation, wie beide bestätigen. Zwei Gespräche wurden bereits geführt, ein drittes ist terminiert. Die Idee: U1 wird als tägliche Beilage bei 20 Minuten eingeheftet.Bollmann zeigt sich aber wenig euphorisch: Eine Partnerschaft wäre ihm zwar willkommen, doch müsse das Heft alle Sender aufführen und zu 20 Minuten passen, sagt er auf Anfrage. Das Hauptproblem: Solange Kanal 1 in der Schweiz nicht startet, wird auch U1 kaum erscheinen. Wo Kanal 1 derzeit steht und welche offenen Fragen zum Projekt noch bestehen, lesen Sie auf Seite 15. (mk)

Coninx macht de Weck zur grauen Eminenz

Der ehemalige Chefredaktor des Tages-Anzeiger sitzt im neuen publizistischen Beirat der Tamedia

Der ehemalige Chefredaktor des Tages-Anzeiger sitzt im neuen publizistischen Beirat der TamediaDie Ankündigung des neuen Gremiums, das dem Tamedia-Verleger Hans-Heinrich Coninx ab sofort in allen Grundsatzfragen zur Seite steht, kam auf Samtpfoten: An der Anfang Juli vom frisch gebackenen CEO Martin Kall verkündeten Reorganisation, deren publizistisches Herzstück die Schaffung einer unter Coninx‘ und Kalls Leitung stehender Chefredaktorenkonferenz war, stellten die beiden obersten Inhaltsverantwortlichen in einem Nebensatz ein weiteres, rein konsultatives Beratungsorgan in Aussicht.Nun ist er da, der sechsköpfige «publizistische Beirat», und sorgt wegen eines personellen Paukenschlags für Aufsehen. Denn neben den unkontroversen Mitgliedern Pietro Suppino (Tamedia-Verwaltungsrat), Walter Stutzer (Alt-Tagi-Chefredaktor), Walter Blum (Coninx’ langjähriger PR-Berater), Unternehmenssprecher Peter Hartmeier und Martin Kall darf sich auch der 1997 als Tages-Anzeiger-Chef mit einem Eclat abgetretene de Weck nun wieder offiziell als strategischer Stichwortgeber betätigen.
Bereits durch die Berufung zum meinungsmächtigen Hauskolumnisten hat der Publizist seinen Weg an die Werdstrasse zurückgefunden. In seiner neuen Funktion hat er – wie übrigens der gesamte Beirat – keine Weisungsbefugnis, aber auch keine direkte Verantwortung zu tragen.
Die Konstellation erinnert an den seit der Borer-Affäre in Verruf geratenen «Publizistischen Ausschuss» von Ringier und dessen Leiter Frank A. Meyer. Weswegen intern auch wenig Begeisterung über das sich kommende Woche konstituierende Schattenkabinett herrscht. Schliesslich haben Coninx und Kall der Öffentlichkeit und ihren Mitarbeitern erst «eine übersichtlichere, eindeutigere Führungsstruktur» versprochen. Oliver Classen
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