Zu nah und zu weit ist nicht gut

Publizistische Ausschüsse und Gremien brauchen eine klarere Positionierung in den Unternehmensstrukturen

Publizistische Ausschüsse und Gremien brauchen eine klarere Positionierung in den UnternehmensstrukturenVon Daniel Schifferle Publizistische Ausschüsse in Medienunternehmen kranken oft an zwei Dingen: Entweder sind sie zahnlose Alibigremien, oder sie nehmen ungebührlich starken Einfluss. Beides ist schädlich. Damit die Selbstkontrolle richtig spielen könne, plädiert die Medienwissenschaft für eine klare Trennung von strategischen und operativen Zuständigkeiten.
Die ständige Reflexion und Überwachung der eigenen journalistischen Arbeit gehört zu den zentralen Aufgaben jedes Medienunternehmens. Grosse Unterschiede bestehen jedoch in der Form, mit der die Unternehmen diese Verlegerpflicht heute erfüllen. In fast allen Schweizer Verlagen wird diese Aufgabe immer noch von den Verlegerfamilien selbst wahrgenommen. Bei dieser Mehrheit gilt die publizistische Qualitätskontrolle nach wie vor als selbstverständliche Pflicht, die mit zur Leidenschaft des Verlegerdaseins gehört. Dazu bekennt sich etwa Matthias Hagemann, VR-Präsident der Basler Mediengruppe, ganz klar. «Für unser Unternehmen haben wir kein Bedürfnis nach einem Beirat.
Die publizistische Verantwortung wird von der Familie selber wahrgenommen. Diese Aufgabe ist für uns seit je zentral, und wir erfüllen sie auch gerne.»
Doch diese traditionsreiche Form der publizistischen Selbstkontrolle stösst mit zunehmender Grösse der Medienunternehmen, bei denen es eine breite Produktepalette zu betreuen gilt, rasch an ihre Grenzen. Grossverlage im Ausland und im Inland legen sich deshalb oft publizistische Ausschüsse zu. Deren Aufgabe ist es, die inhaltliche Ausrichtung der Titel zu kontrollieren und aufeinander abzustimmen – und mitunter auch steuernd einzugreifen.
Meistens sind das Gremien mit rein beratenden Funktionen, die aber deshalb auch Gefahr laufen, als reine Diskussionsrunden ohne Wirkung aufs Tagesgeschäft vor sich hin zu debattieren. Dazu müsste eigentlich auch die neue publizistische Konferenz von Tamedia gerechnet werden, wäre da nicht Roger de Weck. Diese Art von Gremium spielt ihre Rolle klar auf strategischer Ebene, ohne konkrete Funktionen im operativen Bereich auszuüben. Die andere Variante eines publizistischen Ausschusses, die mehr Biss hat, war beziehungsweise ist bei Ringier am Werk. Allerdings hat die grössere Wirksamkeit dieser Version ihren Preis. Sie scheint nur möglich zu sein, wenn die Grenzen zwischen strategischer und operativer Einflussnahme übergangen werden.
Statt Beiräte können auch externe Experten ihr Gutes tun
Dass die Vermischung von strategischen und operativen Funktionen enorme Risiken birgt, hat der Fall Borer eindrücklich demonstriert. «Ein Problem bei Ringier ist, dass dessen publizistischer Ausschuss auch das eigentliche Machtzentrum im Medienunternehmen war», sagt der Zürcher Soziologieprofessor Kurt Imhof. «Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine unabhängige Reflexionsinstanz.»
Doch ironischerweise liefert ausgerechnet das im Moment viel kritisierte Haus Ringier jenes Beispiel, bei dem ein publizistischer Beirat bisher am effizientesten arbeitete. Gerade weil dieser Ausschuss besonders nahe am Tagesgeschäft agierte. Dieser Meinung ist auch der Unternehmensberater und Ex-Tamedia-Stratege Kurt W. Zimmermann. «Die journalisti-sche Qualitätskontrolle und die publizistische Diskussion müssen nahe bei der täglichen Produktion der Inhalte angesiedelt sein, sonst funktioniert das nicht.» Leider seien all diese publizistischen Gremien in der Regel aber nicht ständig verfügbare Ansprechpartner der Chefredaktoren.
Von sporadisch stattfindenden Auseinandersetzungen um die publizistische Ausrichtung, die meistens in Retraiten, Seminarien und allenfalls Blattkritiken stattfinden, hält Zimmermann nicht viel. «Meine Erfahrung als Chefredaktor hat gezeigt, dass es den täglichen Diskurs braucht», sagt er. «Mit Frank A. Meyer hatten die Chefredaktoren genau dies, nämlich einen täglich verfügbaren Ansprechpartner. Bei aller Kritik muss man diese Rolle anerkennen. Hier wurden publizistische Ziele konkret diskutiert, unabhängig davon, ob man nun die Ringier-Produkte gut oder schlecht findet.»
Doch die dort praktizierte Vermischung von operativen und strategischen Funktionen hat einen hohen Preis. Der Fall Borer habe die Problematik unzureichender publizistischer Führungsstrukturen sowie Defizite im Qualitätsmanagement besonders deutlich gemacht, sagt Professor Otfried Jarren, Direktor des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. «Die Tatsache, dass es überhaupt so weit hat kommen können, wirft ein schlechtes Licht auf den dort zuständigen publizistischen Ausschuss und das von ihm praktizierte Konzept.
Die Defizite und Missstände haben sich als so gravierend gezeigt, dass man sich fragen muss, ob die dort bestehende Struktur und Praxis alleine für das künftige Qualitätsmanagement noch taugt», kritisiert er. Solche Gremien müssten klar definiert sein, bezüglich ihrer Einflussmöglichkeiten als auch bezüglich ihrer Grenzen. Damit diese Instanzen effektvoll agieren können, plädiert er für eine möglichst weit gehende Distanz vom Tagesgeschäft.
Ganz im Sinne der im Moment intensiv diskutierten betriebswirtschaftlichen Konzepte rund um das Stichwort «Good Governance». Diese fordern für die Unternehmen unter anderem eine differenzierte Aussenperspektive. Jarren rät deshalb, die Beratung systematisch durch die personelle Zusammensetzung sicherzustellen wie auch fallweise und projektbezogen Experten von aussen hereinzuholen.
Dass sich bei Ringier etwas ändern müsse, davon ist auch Kurt Imhof überzeugt. Denn der Fall Borer sei noch nicht ausgestanden. «Der Reputationsschaden ist Tatsache. Aber auch im Innern des Medienhauses ist die Verunsicherung nach wie vor gross. Zusammengehörigkeitsgefühl und Orientierung der Mitarbeitenden sind beschädigt.» Mittlerweile sei mit dem Sabbatical von Frank A. Meyer aber immerhin bereits etwas getan. «Damit demonstriert das Medienunternehmen nach aussen eine geklärte Führungsstruktur – und offenbar die Bereitschaft, diese intern auch herzustellen.»
Ob diese Hoffnung trägt oder trügt, steht noch dahin. Der offizielle Wortlaut zu den Aufgaben und Funktionen von Frank A. Meyer nach seinen so genannten «Ferien» (siehe Kasten) lässt alles offen. Auch die Rückkehr in sämtliche bisherigen Rollen ist möglich. Dabei dürfte ihm vom Kader kaum nennenswerter Widerstand erwachsen. «Dort sitzen ja Leute, die praktisch alle die Jünger von Frank A. Meyer sind», meint ein Ringier-Insider.
Zukunft für Frank a. Meyer offen
Zu den künftigen Rollen und Funktionen von Frank A. Meyer geisterten in den Medien verschiedenste Varianten herum. Die offizielle Version, wie sie bei Ringier intern kommuniziert wurde, liest sich laut Ringier-Sprecher Fridolin Luchsinger wie folgt: «Im März 2003 nimmt Frank A. Meyer seine Arbeit wieder auf. Diese umfasst dann seine Tätigkeit als Kolumnist, als TV-Moderator, die Mitarbeit bei publizistischen Projekten oder Strategien und die journalistische Aus- und Weiterbildung.» Wie Luchsinger gegenüber der WerbeWoche sagte, wurde das verlagsinterne Communiqué von Michael Ringier persönlich so formuliert. Der wenig konkrete Wortlaut der Mitteilung lässt allerdings alle möglichen Schlupflöcher bezüglich der künftigen Positionierung von Frank A. Meyer offen.

Best of South-East (2. Quartal 2002)

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2002 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 2. Quartal 2002 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt.

News: Swisscom steigt bei Unit Net ein

News Swisscom steigt bei Unit Net ein Swisscom Enterprise Solutions hat 49,9% des Aktienkapitals der Zürcher Web-Broadcastingfirma Unit Net AG übernommen. Eine Option erlaubt der Swisscom, bis 2005 die Mehrheit zu übernehmen. Die Transaktion

News Swisscom steigt bei Unit Net ein
Swisscom Enterprise Solutions hat 49,9% des Aktienkapitals der Zürcher Web-Broadcastingfirma Unit Net AG übernommen. Eine Option erlaubt der Swisscom, bis 2005 die Mehrheit zu übernehmen. Die Transaktion erfolge im Rahmen einer Kapitalerhöhung der Unit Net AG. Weitere Aktionäre sind die Firmengründer und mehrere Investmentgesellschaften.
Internetgemeinde wächst weiterDie Zahl der Internetuser in der Schweiz steigt weiter. Gemäss der AG für Werbemedienforschung (Wemf) sind 2,375 Millionen Menschen mehrmals pro Woche im Netz. Im Vorjahr waren es 2,096 Millionen gewesen. 60,7% sind Männer, 39,3% Frauen. Mindestens einmal in den letzten sechs Monaten gesurft haben 3,195 (Vorjahr 2,917) Millionen Menschen. Dies sind 56,8% der Schweizer Wohnbevölkerung ab 14 Jahren.
FuW lanciert Push-Service Unter «MyFuW» liefert Finanz und Wirtschaft ihren Abonnenten per E-Mail Artikel der
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Globaler Kunde lokal umworben

Die Lancierung der Saab 9-3 Sport Limousine ist ein Modellfall für Dialogmarketing

Die Lancierung der Saab 9-3 Sport Limousine ist ein Modellfall für DialogmarketingVon Andreas Panzeri Nach der Übernahme von Saab durch General Motors will der schwedische Autokonzern nicht nur sein Händlernetz weltweit umkrempeln. Mit dem neuen Modell 9-3 will die Marke zudem aus der bisherigen Nische ausbrechen. Künftig soll einmal pro Jahr ein neues Modell auf den Markt kommen. Modellhaft ist auch das Werbekonzept für die neue Sport Limousine.
Einige diskrete Werber in der Schweiz, erfolgreiche deutsche Köche, englische Elchjäger oder sonstwie knorrige Einzelgänger haben bis jetzt die typische Kundschaft für die Nischenmarke Saab repräsentiert. Sie wollten sich im Bereich aktiver und passiver Sicherheit auf ein Auto der technischen Spitzenposition verlassen können. Das soll auch in Zukunft so bleiben.
Seit aber Saab vom dramatischen Zusammenbruch des weltweiten Automobilmarktes in den Neunzigerjahren an den Rand des Ruins getrieben worden war, waren im schwedischen Trollhättan nicht nur ein neuer Geldgeber, sondern auch ein neues Marketing mit einem etwas trendigeren Styling gefragt. Finanziell ist Saab seither zu 100 Prozent unter der Kontrolle von General Motors. Stilistisch wollen die Amerikaner mit Saab eine Premiummarke von GM für den europäischen Markt aufbauen.
«Wir wollen und können nicht länger die Marke für den totalen Individualisten sein», sagte Saab-Deutschland-Chef Johannes Cürten vor wenigen Tagen an der Eröffnung zweier neuer Saab-City-Center in Hamburg und München. Ähnlich wie inzwischen in vier deutschen Städten hat Saab solche Ausstellungs-Center direkt in der City auch in London und Paris geschaffen. Demnächst sollen San Francisco und Tokio folgen.
Saab will seine Werbemittel gezielter einsetzen
In der Schweiz besitzt Saab schon länger einen sehr hohen Marktanteil, nämlich den viertgrössten weltweit. Über ein Händlernetz von 49 Garagen wird der Verkauf zentral von Glattbrugg aus gesteuert. 25 Mitarbeiter, davon 4 im Marketing, haben bis jetzt rund 3000 Autos pro Jahr in die Nischen gebracht. Dieser Nischenmarkt soll nun auch in der Schweiz erweitert werden, wie Bruno Mettler, Project Leader Advertising & Direct Marketing bei Saab Automobile Schweiz AG, hofft.
Ein 150 – 210 PS starkes Tool dazu bietet ab September der neue Saab 9-3. Die Sport Limousine mit dem für Saab ungewohnten, aber trendigen Stufenheck ist im Preissegment der Premium Five zusammen mit Volvo, Audi, BMW und Mercedes positioniert. Als Wunschklientel sieht Saab die «karrierebewussten, gut verdienenden Individualisten um 40 Jahre».
Diesen neuen Saab-Fahrer will man mit einer dreistufigen Kampagne über die fünf verschiedenen Zielgruppen – Händler, Mitarbeiter, Medien, bestehende Kunden und neue Interessenten – erreichen.
Zum Abschluss der Positionierung ein TV-Spot
Die Prelaunchphase hat von Mai bis Juli gedauert und bis jetzt nach Testfahrten für ausgewählte Journalisten rund 33000 Internetuser angesprochen. Von denen haben sich über 300 für den Saab-Newsletter registrieren lassen, 87 haben bereits über das Web eine Probefahrt angemeldet, und 244 haben einen Prospekt bestellt.
In der ab September startenden Launchphase sollen mit einem adressierten Versand von 6000 persönlichen Einladungen an bestehende Kunden und andere Interessierte noch einmal 500 Probefahrten sowie mindestens 1000 ausführliche Prospektbestellungen angestrebt werden.
Und das Modellhafte daran? Gegenüber anderen Bewerbern im Autohandel will Saab entsprechend seinem Nischenpublikum auch die Werbemittel etwas anders gewichten und zielgerichteter einsetzen, wie Projektleiter Bruno Mettler meint. Nicht grossflächig wie die Werbung für Kleinwagen oder auch laut wie die Ankündigung neuer Modelle von grossen Marken sollte der Auftritt von Saab in der ersten Prelaunchphase sein. Klassische Mittel wie Inserate werden erst jetzt in der Launchphase von September bis Oktober folgen.
Ein TV-Spot zum Festigen des breiteren Images muss noch bis November warten, wenn die Launchphase von der abschliessenden Positionierungsphase abgelöst wird.
Sowohl Inserate als auch Prospekte und der Spot sind von der Saab-Zentrale in Schweden für den weltweiten Einsatz identisch kreiert worden. Mehr Freiheiten hat Saab Schweiz aber für das örtliche Dialogmarketing bekommen.
Das Konzept für diese bei Saab sehr wesentlich gewichtete Kommunikation der Lancierung lautet: Markt bearbeiten als Nischenmarkt. Wenn sich jemand als interessiert zu erkennen gibt, startet ein aktiver Dialog. Diese vorwiegend auf Direktmarketing aufgebaute Werbung wird für die spezielle Schweizer Kundschaft von Fisch Meier Direkt betreut.
Fast jeder Saab-Käufer hat sich den Kauf lange überlegt
Die zur Publicis gehörende DM-Agentur hat verschiedene Aktionen im Netz und auch direkt an der Verkaufsfront vorbereitet. Mit einer exklusiven Veranstaltung werden ausgesuchte Kunden am 5. und 6. September im Rahmen einer «Schweizer Vorpremiere» erstmals mit der Saab 9-3 Sport Limousine in Kontakt kommen – und dann hoffentlich als Opinionleader ihren Bekannten mit Begeisterung vom neuen Styling des Sportflitzers vorschwärmen können.
Ein breiteres, aber immer noch persönlich adressiertes Publikum von rund 40000 bestehenden Kunden hat eine Einladung für die nachfolgende offizielle «Schweizer Premiere» am Wochenende vom 7. und 8. September bei regionalen Saab-Händlern bekommen.
Klassische Kampagnen sowie eine Beilage mit einer Million Auflage in zielgruppenorientierten Titeln sollen dann im Spätherbst bis Winter noch einmal 150000 Kontakte mit definierten Medienzahlen generieren, aus denen sich schliesslich 1000 Probefahrten konkretisieren müssten.
In dieser Phase sind ebenfalls regionale Anzeigen mit Händlerinseraten terminiert. Bei allen Werbeaktivitäten soll allerdings auch beim persönlichen Nachfassen der Händler «nie ein unnötiger Druck erzeugt werden», wie Marketing-Manager Arno Gunsch erklärt. Personen «auf der Kippe zu einem Autokauf» sollten entsprechend dem noblen Ruf der Marke nicht mit billigem Marktgeschrei in die bis jetzt exklusive Welt des Saab eingeführt werden. Zudem steht man bei dieser Klientel auch nicht unter Zeitdruck. Drei bis neun Monate dauert es im Durchschnitt, bis sich jemand für ein neues Auto in der Saab-Kategorie des neuen 9-3 von mindestens 39000 für das Modell Linear bis 50000 Franken für den Aero entschliessen kann.

Kopf der Woche: «Auftraggeber habens gemerkt: Es muss nicht immer Zürich sein»

Peter Frey ist seit dem 1. Juli Mehrheitsinhaber von cR DDB, Basel

Peter Frey ist seit dem 1. Juli Mehrheitsinhaber von cR DDB, BaselKopf der Woche «Auftraggeber habens gemerkt: Es muss nicht immer Zürich sein»Seit Juli befindet sich cR DDB, Basel, zu 80 Prozent im Besitz ihres langjährigen Geschäftsführers Peter Frey. Er hat die Anteile seines Geschäftspartners Jürg Schaub übernommen, der mit 67 Jahren langsam ans Zurücktreten denkt. Die übrigen 20 Prozent der Aktien hält das amerikanische Netzwerk DDB.
Von einem Verkauf der Agentur, der ebenfalls diskutiert worden war, sah Peter Frey bald ab. Er hätte bedeutet, dass die Agentur wohl nach Zürich abgezogen worden wäre. Zu dieser Einschätzung gelangte der Mehrheitsinhaber nach ersten Gesprächen mit Interessenten, «die in Autos mit Zürcher Nummernschildern bei uns vorfuhren».
Der heute 53-jährige Frey fühlt sich dem Standort Basel verpflichtet. Die Stadt brauche gute Agenturen, um die Tradition fortzusetzen, die etwa durch die Kunstgewerbeschule Basel und die Gründung der damaligen GGK gewachsen sei. «Ausserdem haben Auftraggeber mit Sitz in anderen grösseren Schweizer Städten längst gemerkt, dass es nicht immer Zürich sein muss», so Frey.
In Therwil bei Basel geboren und aufgewachsen, verspürte Frey früh den Wunsch, in der Werbung zu arbeiten. Zur 1968 von Jürg Schaub und Horst Kepka gegründeten creativen Realisation (cR) stiess er 1972. Zuvor hatte er im Anschluss an seine kaufmännische Ausbildung bis zum Ausbruch der Studentenunruhen 1968 als Archivar in der Pariser Galerie Maeght gearbeitet und war danach in der Werbeabteilung von L’Oréal, Genf, beschäftigt.
«Am Geist der Agentur wird sich kaum viel ändern», sagt Managing Director Frey. Er will bestehenden und «neuen Kunden, die zu uns passen», das Gleiche wie in den vergangenen 30 Jahren bieten: nämlich eine starke Kreation und eine «Verhältniskultur», die einen toleranten Umgang auf allen Ebenen anstrebt. Um die Kontinuität fortzusetzen, hat er Hans Tanner als CD und Daniel Bürgi als Chef Kundenberatung und Strategie ins Boot und in die Geschäftsleitung geholt.
Ein Beispiel für das Funktionieren der «Verhältniskultur» ist übrigens die Geschäftspartnerschaft zwischen Peter Frey und Jürg Schaub. «Wir haben uns in all den Jahren nicht ein einziges Mal bekriegt und den Übergang ohne Berater und Jurist vollzogen», sagt Frey. Er ist überzeugt, dass diese Firmenkultur auf die zum Teil langjährigen Mitarbeitenden nicht ohne Einfluss geblieben ist.
Peter Frey behält auch in seiner Freizeit gern die Zügel in der Hand. Er besitzt zwei Pferde, mit denen er an Military-Prüfungen teilnimmt. Ein zweites Hobby ist der Jazz, den er nicht nur hört, sondern auch aktiv unterstützt: Die Agentur gestaltet die Monatsprogramme des Basler Liveclubs «The Bird’s Eye».
Ernst Weber

Der Skeptiker sind viele

Die GKB will mit Jung von Matt die Online-Berührungsängste ihrer Kunden abbauen

Die GKB will mit Jung von Matt die Online-Berührungsängste ihrer Kunden abbauenHeadlines wie «Hier entsteht eine neue Bank» teaserten 1999 im ganzen Kanton Graubünden die Neueinführung des Internetbankings bei der Graubündner Kantonalbank (GKB). Die von der damaligen Agentur Honegger von Matt konzipierten Plakate warben an UBS-Filialen oder Garagenhäuschen für die neue orts- und zeitunabhängige Dienstleistung. Heute macht das Onlinebanking gut ein Drittel des Zahlungsvolumens aus, gesamthaft wird der Service aber erst von knapp 10 Prozent aller GKB-Kunden genutzt – in absoluten Zahlen sind das rund 15000 User. Viele wissen zwar, dass das Onlinebanking existiert, einer Nutzung stehen sie aber zum Teil mit grosser Skepsis gegenüber. Diese Hemmschwellen soll nun die Hausagentur Jung von Matt/Limmat mit einer erneuten Teaserkampagne abbauen.
Jede technische Neuerung stösst zuerst auf Widerstand, sagte sich das Zürcher Kreativteam um CD Alexander Jaggy und visualisierte gleich vier Beispiele. So sehen sich die Bündner Kantonsbewohner seit zwei Wochen mit Zeitgenossen im Look der Achtziger- und Neunzigerjahre konfrontiert, die von Plakaten herab behaupten, weder CD noch Snowboard oder Tempo 50 würden sich je durchsetzen. Und schon gar nicht das Handy. Die Headline der Auflösung «Internet-Banking auch nicht.» entlarvt augenzwinkernd jeden Onlinebanking-Skeptiker als Menschen von vorgestern. Keine Überzeugungsarbeit hingegen war von Agenturseite nötig, um den für eine Bank eher unüblichen Kampagnentenor umzusetzen. Schliesslich wurde schon bei der Einführung vor drei Jahren auf Humor gesetzt – mit Erfolg. Simone Keller

Ausserdem: Ab 1. Oktober 2002 übernimmt Roselien Huisman die Leitung der Automobil-Revue-Gruppe bei der Espace Media.

Ausserdem Ab 1. Oktober 2002 übernimmt Roselien Huisman die Leitung der Automobil-Revue-Gruppe bei der Espace Media. Ulrich Utiger, der diesen Bereich bisher im Doppelmandat geführt hat, wird sich auf die Leitung des Agrar-Medienbereichs der Espa

Ausserdem Ab 1. Oktober 2002 übernimmt Roselien Huisman die Leitung der Automobil-Revue-Gruppe bei der Espace Media. Ulrich Utiger, der diesen Bereich bisher im Doppelmandat geführt hat, wird sich auf die Leitung des Agrar-Medienbereichs der Espace Media konzentrieren.
Personelle Änderungen für Trimarca in Chur: Die Beraterin Karin Waltenspühl übernimmt ab Oktober die Anzeigenleitung bei der Südostschweiz (Publicitas, Chur). Ihre Nachfolge bei Trimarca tritt Marco Balestra an. Ende September verlässt die Marketingplanerin Yvonne Scarpatetti das Team und wird durch Olivia Coray ersetzt, die bereits Mitte September zur Agentur stösst.
Per Ende August haben die Werbeagentur Dorland Zürich und die PR-Agentur GCI, Mitglied der Grey-Gruppe, zu Friday fusioniert. Die neue Agentur für vernetzte Kommunikation wird von den beiden Managing Partners Mark Sommerhalder und Philipp Welti geführt und gehört zur Grey Global Group.
René Kamm löst Anfang 2003 Jürg Böhni als Vorsitzender
der Gruppenleitung der Messe Schweiz AG (MCH) ab. Böhni und sein Stellvertreter Hanspeter Meyer gehen frühzeitig in Pension. Dessen Amt übernimmt Kurt Frischknecht, der den Geschäftsbereich Europäische Messen leitet. Als weitere Mitglieder des Verwaltungsrates (VR) der Messe Zürich sind Markus Haering (bisher) sowie neu René Kamm und Kurt Frischknecht vorgesehen. Das Trio wird auch den VR der Tochtergesellschaft Messe Basel AG bilden.
Nach seinem überraschenden Abgang beim Beobachter am Ende der Probezeit wird Tarkan Özküp (Foto) neuer Leiter Verkauf und Marketing bei TeleZüri. Özküp wird Andreas Meili, Bereichsleiter Elektronische Medien von Tamedia, direkt unterstellt. Er verantwortet den gesamten Verkauf von Werbezeit für den Lokalsender.
Zusammen mit Patrick Stoll gründet Patrick Spahr alias Patman in Zürich die Station AG. Die neue Agentur entwickelt digitale und klassische Kommunikationsmassnahmen.
Seit Anfang August ist Thomas Ziegler neuer Marketingleiter beim Zeitschriftenvermarkter Edipub SA in Zürich. Er tritt die Nachfolge von Fabiana De Cassan an, die neu die Funktion des COO bei der Edipresse-Tochter übernimmt. Seit Anfang August verstärkt zudem Jean-Claude Raemy das Verkaufsteam der Frauenzeitschrift Femina bei Edipub Zürich.

Aufgefallen

Kolumne

KolumneDa haben wirs. Kaum eine andere Anzeige hat jemals besser verdeutlicht, was Frauen und Männer in ihrem tiefsten Inneren eigentlich von ihresgleichen halten. Männer lieben ihre Gattung offenbar so sehr, dass sie sogleich auf Tuchfühlung gehen müssen, und Frauen bekämpfen sich (nachdem sie sich ausgezogen haben, aber nicht ganz nackt) für die Aufmerksamkeit Adams. Was die lieben Evas leider bis heute nicht begriffen haben: Nicht der Körper zählt für ihn, sondern das richtige Bier. Hätte ich aber die Wahl zwischen einem Miller Lite oder einem Peroncino, würde ich ein Carlsberg bestellen und dem Olympischen Komitee einen Brief schreiben unter Beilage der Anzeige fürs Peroncino. Inhalt: streng geheim. Chandra Kurt [email protected] Haben Sie Feuer?
Von Dominik Imseng
Glück ist eine warme Waffe, singt John Lennon, doch viele meiner Freunde sagen: Glück ist eine brennende Zigarette. Ein Freund aus Hamburg etwa meinte: «Zigaretten sind wichtig für mich, sie geben meinem Leben Ruhe und Konzentration, aber sie geben ihm auch den Tod. Bloss: Ist das überhaupt ein Widerspruch?»
Keine Ahnung, sagte ich und hörte nur noch, wie mein Freund an seiner Zigarette zog, ein Geräusch, das ich sehr mag, denn es ist so ein leicht schmatzendes Geräusch, und wann immer ich es höre, wünsche ich, ich würde selbst rauchen, nur um dieses Geräusches willen, dann rief ich ein paar Leute an.
A. gab an zu rauchen, damit er sich nach einem Unfall so richtig lässig eine anstecken könne.
B. erklärte, Rauchen helfe ihr, die Dinge richtig einzuordnen, denn habe nicht, genau betrachtet, die Welt in einer Zigarettenpackung Platz?
C. behauptete, gerade gestern mit dem Rauchen aufgehört zu haben.
D. sprach vom plötz-
lichen Wunder des Rauchringemachens, man müsse dazu nur ganz leicht die Zunge nach vorn schnalzen lassen.
E., der Künstler ist, sagte, keines seiner Werke gebe so viel von ihm preis wie die Marke, die er rauche, und die Art, wie er eine Zigarette halte.
Rauchen, dachte ich, kann also eine Einladung zum Denken sein, und Denken ist im Grunde nicht so schlecht. Dann ging ich hinunter auf die Strasse und blieb vor einem Zigarettenautomaten stehen. Ich gab ihm einen Tritt, eine Packung Marlboro Light flog heraus, und ich erinnerte mich, dass vor ein paar Jahren ein Bekannter seine Freundin verlassen hatte, weil sie eine Marke rauchte, die gerade mit grossem Aufwand eingeführt wurde.
Traurig, dachte ich, vom vielen Nachdenken müde, und ging zu Bett.
In der Nacht kam der Regen.
[email protected]
Dominik Imseng ist Creative Director bei McCann-Erickson, Zürich.
Business Lunch Welch lässige Heiterkeit im grünen Innenhof
Die Genfer sind wahrlich zu beneiden – keine andere Region verfügt über eine so hohe Dichte von ausgezeichneten Business-Lunch-Lokalen – ausser Zürich natürlich. Aber während an der Limmat der Nepp grassiert (nicht überall, gewiss), bekommt man
in der Westschweizer Metropole veritabel gut zubereitete Kost, die wenig kostet.
Führten also die Wege an den Boulevard Helvétique ins Herz der Rhonestadt, zum Haus Nummer 19, «Le Patio». Das heisst so viel wie Innenhof. Und tatsächlich verströmt das Interieur einen Hauch mediteranner Hofkultur: Grün gestrichene Gitter für imaginierte Kletterpflanzen, Sicht auf Natursteine (hab aber nicht überprüft, ob sie echt waren oder nur aufgemalt), und schliesslich ein «Sonnenschirm» mitten im Restaurant, der die Illusion des Freiluftvergnügens perfekt machte – weil er unscheinbar an der Decke klebt … Die gelben Tischtücher und die grünen Stühle vollendeten das Interieur.
Was gabs? «Papillote croustillante de gambas et Julienne de légumes au miel, gingembre et champignons chinois». Schmeckt genau so, wie es sich liest: Lecker. In Wahrheit handelt es sich um eine riesige Frühlingsrolle, die mit Crevetten gefüllt war. Okay. Und die Sauce war eben genau so, wie sie beschrieben wurde: Honig und Ingwer. Aber alles nicht dominant.
Zweiter Gang: «Aiguillettes de filet de canard rôties à l’ecorce d’orange, jardinière de légumes, haricots verts, timbale de riz sauvage». Bref: Die Entenbrust war perfekt gebraten, von der geriebenen Orangenhaut stieg ein leichter, angenehmer Duft in die Nase – Gemüse und Reis passten gut zueinander.
Chapeau! Für 42 Franken hat man ein mit viel Liebe gekochtes Menü von angenehm aufmerksamer Bedienung serviert bekommen und kann sich dabei ungestört aufs Gespräch konzentrieren. Gut, die Tische stehen etwas eng beieinander, also lasse man das mit dem Geschäftsgeheimnissen mal bleiben.
Kein Wunder, trifft sich hier ein eher «mittleres» Kader zum Lunch. Nicht der Preise wegen, bewahre, sondern auch darum, weil man in Ruhe eine Flasche guten Weins kosten darf, der ebenfalls (Achtung, der Kalauer kommt nochmals) kein Geld der Welt kostet. Die Offenweinauswahl ist beherzt und listet einige nette Franzosen auf.
Sie könnens halt irgendwie besser, angenehmer, die Welschen: Weil Michel Prato und sein Team nicht da sind, um den Blutzuckerspiegel zu heben, sondern weil sie viel davon verstehen, was anderswo unterzugehen droht: schlicht Gastgeber zu sein.
Carlo Bernasconi
[email protected]
Bar Restaurant Le Patio19, Boulevard Helvétique
1207 Genève
Tel. 021 736 66 75
Reservation angebracht
BewertungEssen …………………..4
Getränke ………………3
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……….2
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

Umgarnung ist geglückt

Die Kooperation von Publisuisse und TeleNewsCombi steht (fast)

Die Kooperation von Publisuisse und TeleNewsCombi steht (fast)Von Markus Knöpfli Das TeleNewsCombi (TNC) muss sich sputen: Das Angebot für 2003 steht noch nicht. Unsicher ist, ob alle Sender dem TNC treu bleiben. Indes scheint die Kooperation mit der Publisuisse perfekt zu sein.
Seit dem 30. August hat der Privat-TV-Verbund mit Marcel Geissbühler einen neuen Geschäftsführer. Die Neuwahl war nach Christian Stärkles Abgang nötig geworden. Geissbühler war von niemand Geringerem als Andreas Meili, bei Tamedia Leiter Elektronische Medien und neu auch Belcom-Chef, vorgeschlagen worden. Das überrascht insofern nicht, als Geissbühler nicht nur ein «alter Hase» ist, der im behäbigen TNC ein forscheres Tempo anschlagen will – über ihn kann Meili auch den Einfluss von Tamedia im TNC sichern. Schliesslich ist das Zürcher Medienhaus über seinen 49-%-Anteil an der Berner Zeitung auch an Conradio und Tele Bärn beteiligt. Der Wahl-vorschlag gab deshalb zunächst Anlass zu Diskussionen.
Ansonsten aber wackelt das TNC noch etwas. Ende Jahr läuft der TNC-Vertrag aus, ein neuer ist noch nicht unterschrieben. Zwar wird eine weitere Zusammenarbeit kaum bestritten, doch zumindest Tele Südostschweiz überlegt sich, ob es überhaupt weiter mitmachen will. Den Sinn der gemeinsamen Plattform stellt der zuständige Silvio Lebrument zwar nicht in Frage, doch unzufrieden ist er mit seinem Anteil am Werbeumsatz. «Wir haben vom TNC noch nicht das erhalten, was wir uns erhofften», sagt er. Trotz des Zögerns in Chur geht aber Geissbühler davon aus, dass das TNC 2003 «in der bisherigen Konstellation weitergeführt werden kann».
Noch nicht unter Dach und Fach, aber offenbar auf guten Wegen scheint die im Frühjahr vorgeschlagene Vermarktungs-zusammenarbeit mit der Publisuisse. Zur Diskussion stehen die Aufschaltung des TNC auf die Publisuisse-Buchungs- und Planungstools – Publiplan und Mediaoptimizer, was für das TNC ein riesiger Handlingvorteil wäre – sowie ein Werbekombi zwischen TNC und SF 1. Kombiniert würde ein SF-1-Werbeblock vor der «Tagesschau» mit dem TNC-Block vor oder nach den regionalen News. Die Publisuisse bietet zudem die Vermarktung dieses Kombis sowie Fakturierung und Geldverteilung an.
Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre ist bezüglich dieser
Zusammenarbeit zuversichtlich. «Geplant ist, dass der Vertrag bis Mitte September unterschrieben wird», sagt sie. Geissbühler, der sich selbst als «klarer Befürworter einer Partnerschaft mit der Publisuisse» outet, gibt sich dennoch zurückhaltender. «Auch die IP Multimedia hat uns Kooperationsofferten vorgelegt. Wir müssen uns noch entscheiden. Aber eine Präferenz für Publisuisse besteht schon», sagt er.
Allen TNC-Mitgliedern ist klar, dass ein Entscheid für die IP gleichzeitig ein Entscheid gegen Radiotele und Publisuisse wäre – und damit auch gegen Mediaoptimizer und Publiplan. Zudem hat die Publisuisse angekündigt, dass sie in jedem Fall ein Kombi mit Privaten machen würde – und dazu weiss sie offenbar die grösseren Stationen hinter sich.
Einen Haken hat die geplante Kooperation mit der Publisuisse aber für Vermarkter Radiotele: Er wird einen Teil seiner bisherigen Aufgaben abtreten müssen. Und darüber herrscht dort, gelinde gesagt, nicht nur eitel Freude.

News: Radio Freiburg kooperiert mit Biel

News Radio Freiburg kooperiert mit BielDas deutschsprachige Radio Freiburg sendet seit dem 2. September mehr Nachrichten. Durch eine Kooperation mit Radio Canal 3 aus Biel, das die internationalen und nationalen Bulletins liefert, kann sich d

News Radio Freiburg kooperiert mit Biel
Das deutschsprachige Radio Freiburg sendet seit dem 2. September mehr Nachrichten. Durch eine Kooperation mit Radio Canal 3 aus Biel, das die internationalen und nationalen Bulletins liefert, kann sich die Redaktion künftig noch mehr den regionalen Themen widmen. Die Hörerschaft wird in den stündlichen Nachrichten wieder in hochdeutscher Sprache und bei den Regionalnachrichten im Dialekt informiert.
keine 20 Minuten in Basler TramsDie Gratiszeitung 20 Minuten wird ab Montag nicht mehr in den Trams der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) aufgelegt. Nach Angaben des Verlags hat es «Ungereimtheiten in der Vertragsabwicklung» gegeben. Der Vertrag mit den BVB ist per Ende August aufgelöst worden. «Die BVB haben den Vertrag nicht so umgesetzt, wie er definiert worden ist», sagte Rolf Bollmann von der 20 Minuten Schweiz AG auf Anfrage. Die Gratiszeitung wird weiterhin in den Boxen sowie auf dem Netz von BLT und SBB verteilt.
Sozialplan für Dimanche.ch
Die Gewerkschaften und das Verlagshaus Ringier haben sich am Freitag auf einen Sozialplan für die zehn Anfang Juli entlassenen Mitarbeitenden von Dimanche.ch geeinigt. Ein bereits eingeleitetes Schiedsgerichtsverfahren wurde gestoppt.

Affichage steigert sich in Osteuropa

Der Plakatierungskonzern erwartet in der Schweiz für dieses Jahr keine Trendwende mehr

Der Plakatierungskonzern erwartet in der Schweiz für dieses Jahr keine Trendwende mehrVon Markus Knöpfli Der Konzernumsatz der Plakatierungsfirma Affichage ist im ersten Halbjahr 2002 gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr um 1,4% gesunken. Das Betriebsergebnis ging um 6,6% zurück. Das Konzernergebnis reduzierte sich um 11,5% auf 12,5 Millionen Franken.
Während im ersten Halbjahr 2002 der Verkaufserlös der Affichage in der Schweiz konjunkturbedingt um 5% auf 138,5 Millionen Franken gesunken ist, konnte die Osteuropa-Tochter Europlakat International (EPI) den Umsatz um 35,3% auf 19,1 Millionen Franken steigern. Damit trägt EPI nicht nur 13,8% zum gesamten Konzernumsatz bei, EPI sorgt auch dafür, dass der Rückgang mit minus 1,4% auf 157,6 Millionen Franken gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 moderat ausfällt.
Tatsächlich hat sich im ersten Semester im gesamten Osteuropageschäft der Affichage einiges getan: EPI hat die Beteiligung beim kleinen tschechischen Aussenwerber Usti von 16 auf 84% ausgebaut. Und in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana erhielt EPI den Zuschlag für die Stadtmöblierung. Der Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet, sagte Affichage-CEO Christian Kauter.
Umgekehrt hat die Affichage ihre nicht bei EPI integrierten Beteiligungen in Tschechien und der Slowakei an den EPI-Partner JCDecaux (JCD) abgetreten, was allerdings erst auf das Stichdatum 1. Juli rechtswirksam wurde. Ebenfalls erst nach dem 1. Juli stiessen in Ungarn und Bulgarien neue Gesellschaften zu EPI. In Ungarn handelt es sich dabei um den Grossflächenanbieter Avenir, den JCD neu bei EPI integriert hat.
In der Schweiz sorgte das im letzten Herbst gestartete Reorganisationsprojekt APGplus für den Abbau von 20 Stellen und damit für geringere Ausgaben im Personalbereich (minus 5,6%) und bei den Verwaltungskosten (minus 1,4%). Die Affichage erwartet im Heimmarkt für dieses Jahr keine Trendwende, hofft aber gemäss Aktionärsbrief, dass sie ihren Anteil am Schweizer Werbekuchen in etwa halten kann.
Affichage in zahlen (in 1000 CHF) 1. Halbjahr 1. Halbjahr Veränderung
2002 2001 in %
Verkaufserlös 157 631 159 911 –  1,4
Betriebsergebnis  17 453  18 689 –  6,6
Konzernergebnis  12 479  14 102 – 11,5

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Publicis wirbt für Publisuisse mit ungeschminkten Promis für mehr TV-Spot-Kunden

Publicis wirbt für Publisuisse mit ungeschminkten Promis für mehr TV-Spot-KundenVon Simone Keller Der Werbemarkt Schweiz verhält sich gegenüber der TV-Werbung stiefmütterlich: Ihr Anteil am Werbekuchen machte 2001 gerade mal 18 Prozent aus. Um diesen sukzessive zu vergrössern, holt sich Werbezeitvermarkterin Publisuisse Unterstützung bei den Kreativen von Publicis.
Trotz schlechter Voraussetzungen konnte die TV-Werbung 2001 ihren Marktanteil gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent steigern. Den Löwenanteil von 66 Prozent halten aber nach wie vor die Printprodukte, wie Zahlen von Media-Focus belegen. Während in den Nachbarländern zwischen 25 und 45 Prozent des gesamten Werbevolumens auf das Medium TV entfallen, erreicht dieses im Schweizer Markt nur gerade 18 Prozent.
Bei der Werbezeitvermarkterin Publisuisse ist man deshalb überzeugt, dass das Potenzial der Fernsehwerbung nicht optimal genutzt wird. Den aktuellen «Missstand» erklärt Marketingleiterin Barbara Kohler unter anderem damit, dass die TV-Werbezeit gesetzlich limitiert ist, nämlich auf 8 Prozent der gesamten Sendezeit und 12 Minuten pro Stunde.
Hinzu komme auch das generelle TV-Werbeverbot für Alkohol, Tabak, Politik, Religion und rezeptpflichtige Heilmittel. Dem gegenüber bestünden für die Printmedien keine vergleichbaren Regelungen. Trotz oder gerade wegen dieser Einschränkungen will Publisuisse mit gezielten Marktaktivitäten «die Vorzüge des Mediums TV besser bekannt machen» und den eigenen Marktanteil kontinuierlich ausbauen.
Publicis verpasste Publisuisse einen neuen Look
Teil dieser Aktivitäten ist eine Printkampagne, die Ende August in der Fachpresse angelaufen ist. Im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens – von der Werbezeitvermittlerin der SRG SSR zur unabhängigeren und flexibleren Vermarkterin – und der veränderten Kommunikationsstrategie hat sich Publisuisse nach einer Agenturevaluation von der langjährigen Etathalterin Lang Gysi Knoll in Bern getrennt.
Nachfolgerin ist die Zürcher Agentur Publicis, die für den neuen Auftritt gleich bei der TV-Prominenz an die Tür klopfte. Zur Visualisierung des Kampagnenclaims «Im Fernsehen sieht eben alles besser aus.» zeigt das Team um CD Markus Gut bekannte Gesichter so, wie man sie eben nicht kennt: ungeschminkt beim morgendlichen Blick in den Spiegel. Mit zerzaustem Haar und verschwollenen Augen zeigen Talkmaster Kurt Aeschbacher oder Wetterfrosch Thomas Bucheli den Deutschschweizer Werbeauftraggebern ihr «wahres» Gesicht. Für die Westschweiz demonstrieren eine verschlafene Lolita Morena und ein unrasierter Massimo Lorenzi, was sich im TV alles retuschieren oder hervorheben lässt.
«Im Fernsehen sieht eben alles besser aus, weil die Bilder bewegt und akustisch untermalt werden können, was im Print nicht möglich ist», erklärt Markus Gut den Claim und führt an, die Aufgabe habe nicht nur in der Entwicklung einer Kampagne bestanden. Ziel sei auch gewesen, «ein Motto, eine Haltung zu kreieren, die sich kommunikativ weiterziehen lässt».
Dafür haben die Zürcher Kreativen Publisuisse einen neuen grafischen Look verpasst: Durch alle Werbemittel zieht sich ein orangener Hintergrund, auf dem der Claim in schwarzen Lettern steht. Raffiniertes Detail: Der Schriftbalken ist der Form eines TV-Bildschirmes nachempfunden. Der Printauftritt sei erst der Anfang, verrät der CD, geplant seien diverse weitere Massnahmen. Eine davon kam bereits im Rahmen des AZ-Cups am vergangenen Freitag zum Einsatz: In den Duschen angebrachte Guerilla-kleber wiesen fussballbegeisterte Werberinnen und Werber darauf hin, dass selbst Fusspilz und Orangenhaut im Fernsehen besser aussehen würden.
Der Startschuss der Anzeigen fällt rechtzeitig zum Herbstanfang, der Zeit, in der die Mediaplanungen für das kommende Jahr vorgenommen werden. Zudem rückt auch der 11. September näher (siehe auch Seite 18). Für Publisuisse ist das ein ganz normaler Arbeitstag, wie Barbara Kohler informiert. «Wir haben allerdings bei der Zusammensetzung der Werbeblöcke speziell darauf geachtet, keine ‹sensiblen› Produkte wie Fluggesellschaften oder Spots mit ‹kritischen› Inhalten einzuplanen.»
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