Bedürfnisgerecht

Mediabox bietet Werbung in den Pissoirs von McDonald’s anDie Zürcher Firma Mediabox, Agentur für Sonderwerbeformen, baut ihr Angebot weiter aus und dringt auch in intimere Zonen vor.

Mediabox bietet Werbung in den Pissoirs von McDonald’s anDie Zürcher Firma Mediabox, Agentur für Sonderwerbeformen, baut ihr Angebot weiter aus und dringt auch in intimere Zonen vor.Mediabox bietet Werbung in den Pissoirs von McDonald’s an Die Zürcher Firma Mediabox, Agentur für Sonderwerbeformen, baut ihr Angebot weiter aus und dringt auch in intimere Zonen vor. Erstmals kann in der Schweiz Werbung in den Pissoirs von McDonald’s platziert werden. Das Medium dazu heisst Infomat. Geworben werden kann mit einem Leuchtdisplay im Format 8 cm mal 20 cm, das oberhalb der Pissoirschüssel angebracht ist und bei Eintritt ins Örtchen über einen Sensor aktiviert wird.
Diese Geräte sind laut Mediabox «hygienischer und im Unterhalt günstiger als herkömmliche Toilettenanlagen». Zudem brauchen sie auf Grund eines hydrostatischen Geruchsverschlusses keine Chemie und verschwenden kein Trinkwasser. Dank dieser umweltfreundlichen Erfindung hat die Agentur für Sonderwerbeformen auch McDonald’s als ersten Partner für ihre neue Plattform gewonnen.
Erste Daten sind bereits greifbar, und «wer McDonald’s kennt, kann die hohen Frequenzen erahnen», verrät Mediabox. Einziger Wermutstropfen: Es gibt noch keine funktionierenden Infomaten für sitzende Empfängerinnen der Werbebotschaft.
Dank eines Exklusivvertrags mit der Infomaten-Herstellerfirma Urimat kann Infomatwerbung in der Schweiz nur bei Mediabox gebucht werden. Als weitere Netze neben McDonald’s arbeitet die Agentur an einem Sportstadienpool und ist auch in Verhandlung mit einer Kinokette. Das neue Werbeangebot wurde bereits genutzt von Swisscom Mobile Skyline sowie Buena
Vista Home Entertainment.
Ein weiteres Tool für eine gezielte Ansprache des jüngeren Publikums bringt Mediabox auch mit 200 neuen Baby-B12-Plakatstellen. Platziert sind diese in Top Locations der gehobenen Trendszene in der deutschen Schweiz. Das Infodisplay «mit vergrösserter optischer Präsenz» bietet neben Platz für Werbung auch einen Dispenser für Trendmagazine und Flyer, «was die Publikumsaufmerksamkeit nochmals erhöht». Andreas Panzeri

Neue Kampagnen Nokia

Ziel: Bekanntmachung des neuen MMS-Handy mit integrierter Cam.

Ziel: Bekanntmachung des neuen MMS-Handy mit integrierter Cam.Nokia Werbemittel: Banner, Videostreams, Interstitials. Einsatz: Seit August bis Oktober.
Auftraggeber: Nokia GmbH, Wien. Media-agentur: Mediacom, Wien; Planung/Beratung: Adlink Internet Media AG, Zürich; Danilo Monteduro.

Punk fährt wieder ein, aber mit Diesel

Legalize the 4 day weekend», «Kiss your neighbour» oder «More green traffic lights»

Legalize the 4 day weekend», «Kiss your neighbour» oder «More green traffic lights»– mit diesen und weiteren vier Parolen riefen Unbekannte zum grotesk-originellen Protest auf. Die dadaistisch inspirierte Aktion fiel letzte Woche in ganz Europa auf. Die Parolen waren mit wasserlöslicher Farbe auf Trottoirs verschiedener Grossstädte gepinselt worden. Hinter den Street-Graffitis, so viel wurde diese Woche klar, steht Diesels Hausagentur KesselsKramer. Sie liess auf diese eher ungewöhnlichen Teaser eine APG-Plakatkampagne folgen. Darauf sind Jugendliche zu sehen, die auf Transparenten oder auf Mauern genau dieselben Botschaften unter die Leute bringen. Vermittelte die italienische Jetset-Jeansmarke in ihrer letzten, ebenso schrägen Kampagne ideenreiche Anstösse zu den Themen Genuss, Freiheit und Glück, so wird sie jetzt mit allen Insignien des Punk zur Vorreiterin einer Retro-Welle hochstilisiert. Für zusätzliche Credibility sorgen die Laienmodels, die während eines Streetcastings in Paris gebucht wurden, so die Ausführungen von Nomad Communication in Lausanne, die für die Diesel-Presse in der Schweiz verantwortlich ist. Begleitet wird der Aufstand gegen alles und nichts auf der Website von Diesel. In der Rubrik «Global Protest Guide» werden weitere absurde Aktionsideen angeboten.
Auf Grund des sprunghaft auf neun Millionen Franken angestiegenen Umsatzes im Jahr 2001 und einer erneut erfreulichen Zunahme der Bestelleingänge (plus 25%) im laufenden Jahr ist Geraldo Egitto, Verkaufs- und Marketingleiter für die Schweiz, überzeugt, die Früchte seines auf 700000 Franken verdoppelten Marketingbudgets zu ernten. Dass Punks ein hohes Absatz ankurbelndes Potenzial besitzen, haben ja schon die Sex Pistols eindrücklich bewiesen. Noch steht allerdings der Beweis aus, ob Diesel diesen Jugendtrend der Siebzigerjahre für seine Marketingziele gewinnbringend reanimieren kann. Luca Aloisi

Zur Not tuts auch Reklame

Günstige Preise und eine einfache Strategie:

Günstige Preise und eine einfache Strategie:Unter dem Namen Reklame Büro haben Gabriella Flury und Andreas Krause Anfang Juli 2002 eine neue Werbeagentur gegründet. Ihr Ziel ist es, auf alles, was Werbung so richtig teuer macht – Shootings mit Starfotografen, Strategie Booklets, aufwändige Präsentationen und Teilnahmen an Wettbewerben – zu verzichten. «Unsere Kunden brauchen dieses Brimborium nicht. Sie brauchen keine Beratung. Sie wissen, welche Werbemittel sie einsetzen wollen und was darauf stehen und zu sehen sein soll. Wir liefern – ganz nach dem Motto ‹quick and clean› – sauberes, einfaches Handwerk ab», so Flury. Dazu gehört auch, dass weitgehend Stockbilder verwendet werden, auf die kein Copyright angemeldet ist. Zusammengearbeitet wird mit «günstigen Freelancern». «Starfotografen oder Startexter haben bei uns nichts verloren», sagt Flury. Entsprechend tief sind die Preise des Reklame Büro: Ein TV-Spot kostet 7999 Franken, eine Namensentwicklung gibts bereits für 2999 Franken, für die Gestaltung eines B12- oder B4-Plakats verlangt das Reklame Büro 2999 Franken. Vorerst besteht das Team der Agentur aus Flury und Krause und einigen Freelancern. Sobald die Agentur «gut angelaufen ist» will sich Flury aus der Agentur zurückziehen, in der sie derzeit die Supervision übernommen hat, und sich wieder ihrer eigenen Agentur, der Aaron Advertising, widmen. «Ich behalte am Reklame Büro aber sicher meinen Anteil», sagt die Mitinhaberin.
Einen ersten Kunden hat das findige Team bereits an Land gezogen: Das Teppichunternehmen Brunner aus Zürich konnte den Discountpreisen des unkonventionellen Werbebüros aus dem Zürcher Stadtkreis 2 nicht widerstehen. (ew/af)

Neue Kampagnen www.athanasius-burre.ch

Ziel: Breitere Bekanntmachung des Dienstleistungsangebotes und Relaunch Internet.

Ziel: Breitere Bekanntmachung des Dienstleistungsangebotes und Relaunch Internet.www.athanasius-burre.ch Werbemittel: Website, Imagebroschüre, Mailing. Einsatz: Seit August bis auf weiteres.
Auftraggeber: Institut für Supervision und Organisationsentwicklung, Oberwil ZG; Verantwortung: Athanasius Burre. Werbeagentur: ANA, Luzern; CD/Konzept/ Text/Beratung: Andrea Bussmann; AD/Grafik: Natascha Mächler.

Rico Brazerol startet Publishing-Tochter für Contract

Die Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media hat eine Tochterfirma für Unternehmenspublikationen gegründet.

Die Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media hat eine Tochterfirma für Unternehmenspublikationen gegründet.Geschäftsführer und bisher einziger Angestellter der Contract Media Publishing AG ist Rico Brazerol, früherer Medialeiter und Chefredaktor von 20 Minuten sowie Sportchef von Blick und SonntagsBlick. «Wir waren schon bisher im Publishing tätig, zum Beispiel für Swisscard und SBB», erklärte Contract-Media-Geschäftsführer Sacha Wigdorovits. «Mit Rico Brazerol wollen wir diesen Bereich nun ausbauen, von Kundenzeitschriften bis zu Websites.» Contract Media Publishing übernimmt dabei vor allem das Projektmanagement. Für die Umsetzung bestehen Partnerschaften mit der Webagentur Update und der Publicis Factory. (sm)

Kopf der Woche: «Im heutigen moralischen Korsett sind globale Marken verletzlich geworden»

Dominik Imseng ist neuer CD von McCann-Erickson, Zürich, und schärft jetzt seine Sicht auf globale Marken

Dominik Imseng ist neuer CD von McCann-Erickson, Zürich, und schärft jetzt seine Sicht auf globale MarkenKopf der Woche «Im heutigen moralischen Korsett sind globale Marken verletzlich geworden»
Ja, er habe wohl so manches der Werbung zu verdanken, scherzt Dominik Imseng (34), macht es sich im Ron-Arad-Stuhl bequem und zählt auf: seinen Job – er wird im September neuer CD bei McCann-Erickson, Zürich –, seine Frau, die ebenfalls in der Branche tätig war, und Sohnemann Finian, sein ganzer Stolz. Der frisch gebackene CD wurde am 14. Juli zum ersten Mal Vater.
Auf Imseng wartet das strategische Mitlenken von bedeutenden Kunden. Künftig werde er «globale, aber keine imperiale Brands» wie Coca-Cola oder American Airlines in der Schweiz betreuen. Respektable Marken, «die auf viele eine fast schon spirituelle Anziehung haben», sagt Imseng. Selten und beiläufig nur dringt sein abgeschlossenes Philosophie-Studium durch. Viel lieber ist ihm, mehr Lakonik in die Werbung einzubringen, sie soll «sensibel, aber nicht sentimental» sein.
Dass man als tief schürfender Denker in einer «oberflächlichen» Branche wie der Werbung landen könne, findet Imseng nicht aussergewöhnlich. In der Komplexität einer Marke gäbe es durchaus philosophische Dimensionen. «Es ist faszinierend, wie diese immateriellen Gebäude errichtet werden. Man kann über eine Marke auf genauso hohem Niveau nachdenken wie über die Freiheit, das Schöne oder das Gute.»
Im heutigen moralischen Korsett gehe es nicht nur darum, Brands wachsen zu lassen, sondern sie wachzurütteln. So liegt es auf der Hand, dass Imseng «geistvolle Werbung machen will». Den gestiegenen Netzwerkanteil der Zürcher Agentur weiss er zu relativieren: «In guten Geschäftsjahren war ein Klumpenrisiko durchaus vertretbar». Viel wichtiger sei, dass man von der Agentur zwar weniger, aber nicht Schlechteres gesehen hat. Ohnehin sei die Durststrecke bald ausgestanden. Demnächst rollen aus McCanns Zürcher Büro gleich mehrere Kampagnen übers Land.
So geschliffen die Erklärung klingt, nahtlos rutschte Imseng nicht in die Werbung. Nach seinem Studium arbeitete er noch während vier Jahren als freier Journalist für mehrere Blätter wie Das Magazin, Weltwoche oder SonntagsZeitung, bevor er 1998 bei WHS anheuerte. Wie sein Curriculum ist auch seine Persönlichkeit nur bedingt Branchen-affin. «Ich habe das Rampenlicht immer gemieden, in der Hoffnung, dass die Karriere in der Werbung auch ohne Partys und Kapriolen in Gang kommt.»
Nach dem prägenden Einstieg beim anspruchsvollen Mentor, Reini Weber, weiss Imseng, dass intelligente Kreativität im Grunde vor allem von der Einschränkung und der Kunst lebt, «das Gleiche aus Tausend verschiedenen Warten anzugehen». Zentral sei dabei der Consumer Benefit, der immer der Wahrheit zu entsprechen habe, weshalb dem Ethiker McCanns Agenturmotto behagt: «Truth
well told». Luca Aloisi

Der Menschen Feind

FCBLK bewirbt die neue Saison des Theaters Neumarkt mit Wildplakaten

FCBLK bewirbt die neue Saison des Theaters Neumarkt mit WildplakatenVon Ernst Weber Seit drei Jahren betreut die in Wallisellen ansässige Werbeagentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) die Kampagnen zur Eröffnung der neuen Spielzeiten des Theaters Neumarkt. Dieses Jahr hat die Direktion ihre Stücke unter das Motto «Jeder Mensch ist ein Abgrund» gestellt. Die dunklen Seiten der menschlichen Existenz präsentiert die Agentur auf Wildplakaten.
FCBLK realisiert ihre Kampagnen für die Bühne in der Altstadt Zürichs zu «sehr reduzierten Konditionen». Dies hat aber nicht zu bedeuten, dass die Walliseller nur mit halber Kreativkraft inszenieren – im Gegenteil. Für die verschiedenen Stücke scheuten sie sich nicht vor makabren und zynischen Umsetzungen.
Das Motiv zur Ankündigung des Stückes «Gesäubert» der britischen Autorin Sarah Kane etwa stellt das Herz als zu entsorgenden Unrat dar. Das Stück handelt von der Unfähigkeit zu wahrer Liebe. Durch einen Benzinkanister in Form eines Sarges wird Daniel Danis’ Stück «Kieselasche» visualisiert. Darin geht es um einen Mann, der am Tod seiner Frau – sie wurde ermordet – zerbricht. Von der Verzweiflung in den Wahnsinn getrieben, steckt er sein Haus in Brand und kommt in den Flammen um.
Und für die Uraufführung von «Stabat Mater» wirbt das Kreuz Christi. Dargestellt wird es durch eine mit einem zweiten Griffbrett versehene Violine, das quer zum regulären verläuft. In «Stabat Mater» bringt das Amar-Quartett die Passion Christi und die Schmerzen Marias in der Musik Pergolesis mit einem Text von Andreas Sauter und Bernhard Studlar «in eine ergreifende musikalische Form».
«Die Kampagne soll signalisieren, dass diese Spielzeit noch mehr als die beiden vorhergehenden unter die Haut geht», erklärt CD Mike Krüll die rigorosen Sujets.
Die Kointendanten Crescentia Dünsser und Otto Kukla scheinen offenbar durch die Ereignisse der vergangenen zwölf Monate zum diesjährigen Spielzeitmotto inspiriert worden zu sein. Der 11.September und die darauf folgenden Ereignisse wie der Gotthardtunnel-Brand, das Swissair-Grounding und der Amoklauf im Zuger Rathaus liessen die Direktion nach Stücken Ausschau halten, in denen die Abgründe menschlichen Handelns in extremis dargestellt werden.

Neue Kampagnen Theater Neumarkt

Ziel: Bekanntmachung der Theaterstücke und deren Premierentermine.

Ziel: Bekanntmachung der Theaterstücke und deren Premierentermine.Theater Neumarkt Werbemittel: A2-Plakate. Einsatz: September bis Mai 2003.
Auftraggeber: Theater Neumarkt, Zürich; Verantwortung: Crescentia Dünsser, Otto Kukla, Direktion; Uwe Heinrichs, Werbeleitung. Werbeagentur: FCB Leutenegger Krüll, Wallisellen; CD: Mike Krüll; AD: Heinz Schwegler; Grafik: Isabelle Hauser; Beratung: Petar Dakovic; Foto: Felix Streuli.
Besprechung siehe Seite 10

News: Jugendparlament will Radio 105

Das Präsidium des Forums Jugendsession hat in einem Brief an Bundesrat Moritz Leuenberger

Das Präsidium des Forums Jugendsession hat in einem Brief an Bundesrat Moritz LeuenbergerNews Jugendparlament will Radio 105 und an das Bakom Stellung zu einer UKW-Konzession für ein Jugendradio im Raum Zürich klar Stellung bezogen: «Laut Umfragen hat Radio 105 bei den Jugendlichen die Nase vorn. Wenn fair entschieden wird, muss Radio 105 die Frequenz erhalten».
SHZ renovierte OnlineauftrittDie Verlagsgruppe HandelsZeitung (SHZ) hat eine neue Informationsplattform im Internet lanciert. Sie vereinigt die Onlineangebote der SHZ- Titel in einer einzigen Website. Das Angebot teilt sich in die Bereiche «Money» und «Management» und enthält Archivdaten aus HandelsZeitung, Stocks, Schweizer Versicherung, Schweizer Bank und New Management. Der grösste Teil des Angebots ist kostenpflichtig.
NewsByte.ch mit US-Trendreport
Der Internet-Newsdienst NewsByte.ch erweitert sein Angebot um einen monatlichen Trendreport aus den USA. Der kostenpflichtige Report wird als PDF-File an die Abonnenten versandt. Verfasst wird er vom Journalistenbüro New Tech Reporters in New York.

«Krise des Internets war Teil unserer Motivation»

Markus Britschgi verwahrt sich gegen Vorwurf des Kopierens

Markus Britschgi verwahrt sich gegen Vorwurf des KopierensMit seinem psychografischen Test will der ehemalige Demoscope-Forscher Markus Britschgi nicht nur in der Internetforschung eine Offensive fahren. Ein rascher Export nach Deutschland ist geplant.Wenn keiner im Internet werben will, besteht auch kaum Nachfrage nach zusätzlicher Forschung. Kommt Bluemind nicht zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt?
Markus Britschgi: Überhaupt nicht. Die Krise des Internets war ein wesentlicher Teil unserer Motivation, Bluemind jetzt zu lancieren. Internetangebote können sich der Werbewirtschaft nicht überzeugend genug verkaufen, weil sie über keine tauglichen Forschungstools verfügen. Die heute ausgewiesenen Zahlen interessieren Werbetreibende nicht, denn sie sagen zu wenig aus über die Zielgruppe. Online-Werbung hat Zukunft, aber dazu braucht sie eine differenziertere Forschung.
Die Sites haben aber im Moment kein Geld für teure Forschung übrig. Haben Sie die Rechnung ohne Ihre Kunden gemacht?
Britschgi: Jetzt braucht es viel Überzeugungsarbeit, um den Website-Betreibern beizubringen, dass sie mit Bluemind im Werbemarkt mehr Chancen haben. Was die Kosten betrifft, sind wir extrem günstig. Ein Online-Test in dieser Dimension kam einen Site-Betreiber bisher zwischen 8000 und 9000 Franken zu stehen. Zusammen mit dem Igem-Angebot bekommt man es bei uns für die Hälfte. Ich bin überzeugt, dass auch die anderen nachziehen werden, sobald einige Sites mitmachen, denn sonst würden sie rasch an Konkurrenzfähigkeit verlieren.
Wie viele Sites sind notwendig, damit Sie das Tool starten und kostendeckend betreiben können?
Britschgi: Zwanzig Sites müssten wir für die erste Welle im Oktober haben. Das wäre mein Traum. Aber es ist natürlich schon so: Je mehr mitmachen, desto interessanter wird es. Erst mit einer angemessenen Auswahl an Sites macht das Vergleichen Sinn. Kostendeckendes Arbeiten wäre für Bluemind mit rund 30 teilnehmenden Sites möglich. Aber unsere Ideen gehen weiter. Wir wollen das Tool so rasch wie möglich nach Deutschland exportieren, diesbezüglich reden wir bereits mit Interessenten. Das Besondere an unserem Psychografietest ist ja, dass man ihn für jede beliebige Marktforschung einsetzen kann. Ganz egal, von welchem Institut eine Studie durchgeführt wird.
Andere Marktforschungsinstitute werden an der neuen Konkurrenz wenig Freude haben. Was unterscheidet Bluemind vom Demoscope-Marketradar, für den Sie noch bis vor anderthalb Jahren arbeiteten?
Britschgi: Bluemind ist ein völlig neues Produkt, mit völlig anderem Ansatz als jener von Demoscope. Wir verfolgen zwei Hauptziele: Die Online-Tauglichkeit und die gerade erwähnte freie Einsetzbarkeit unseres Tools. Zugegeben, auch Parallelen mit anderen Marktforschungen sind vorhanden. Das hat aber nichts mit Kopieren zu tun. Alle Studien mit psychografischen Segmentierungen ähneln sich in einem gewissen Sinne, das liegt in der Natur des Ansatzes.
Welche besondere Wirkung erwarten Sie von Bluemind für die Internetwerbung?
Britschgi: Wenn im kommenden November die erste Welle von Bluemind durch ist, wird deswegen im Internet noch kein Werbeboom folgen. Das ist auch uns klar. Aber unser Tool macht die Zielgruppen im Internet transparent, und das ist ein notwendiger erster Schritt, damit das Internet gezielt und effizient eingesetzt werden kann.
Interview: Daniel Schifferle

Nichts tragen ist schöner…

Normalerweise investiert die Modekette Bernie’s ihre Werbegelder vorwiegend in ihre Sonderverkäufe.

Normalerweise investiert die Modekette Bernie’s ihre Werbegelder vorwiegend in ihre Sonderverkäufe.Mit der Bekanntmachung der neuen Herbstkollektion sollte aber wieder einmal die Marke in den Vordergrund gerückt werden. Für die Aktualisierung von Bernie’s hat CD Patrick Lienert bei DDB Zürich deshalb nach einer möglichst abstrakten Lösung gesucht. Seine Idee könnte für verschiedenste Modelabels stehen. Zu Bernie’s passt sie indes am besten. Die Mode dieser Boutiquen wird schon lange mit einer eleganten Frechheit und ihre Werbung mit einer kecken Schrägheit in Verbindung gebracht. Früher wurde die Werbung für Bernie’s bei Hesskiss und zuvor bei Honegger von Matt kreiert. «Nur nichts kaufen ist billiger», hatte zu jenen Zeiten der Claim für Bernie’s geheissen. «Nur nichts tragen ist schöner», könnte einem beim Anblick der neuen Sujets von DDB Zürich in den Sinn kommen. Die Agentur in Zollikerberg betreut den modischen Kunden schon seit einem Jahr. Die Sujets mit den nackten Models – Mann und Frau – illustrieren die bisher grösste Kampagne. Als wichtiges Detail soll neben der jungen Zielgruppe auf das herbstliche Feigenblatt hingewiesen werden. Andreas Panzeri
AD–Rating

Bernie’s-Kampagne
Selbst wenn nur wenige Werber den Com-&-Com-Video gesehen haben, kommt er gut an. Kann erst recht Bernie’s passieren – kennt doch jeder diese Ladenkette? In die Hosen, Adraters, und klickt auf www. werbewoche.ch/adrating
Com-&-Com-Kampagne
Top: 63,86
Flop: 36,14%
Lob und Tadel der Ad-Raters zusammengefasst auf www.werbewoche .ch/adrating/comments

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