Wechsel in der Chefetage bei Edipresse. Paul Miskiewicz, Generaldirektor von Edipresse Schweiz, tritt Ende Jahr in den Ruhestand.Sein bisheriger Stellvertreter Tibère Adler tritt am 1. Januar 2003 seine Nachfolge an, wie das Lausanner Medienunternehmen am Dienstag mitteilte. Miskiewicz bleibt im Verwaltungsrat von Edipresse.Dominik Kaiser muss bei viva plus gehen. Der Musik-TV-Konzern Viva Media AG positioniert seinen Sender Viva Plus neu. Das stärkere Engagement von AOL Time Warner bei Viva Media ermögliche eine Optimierung der Sendergruppe, lautet die offizielle Lesart. Dies bedeutet vor allem, dass Redaktion und Geschäftsführung von Viva und Viva Plus zusammengelegt werden. Laut Kölner Stadt-Anzeiger könnten die meisten der 70 Beschäftigten von Viva Plus entlassen werden, was der Konzern allerdings nicht bestätigen wollte. Seinen Job los ist jedenfalls der Basler Dominik Kaiser, der im November 2001 die Geschäftsleitung von Viva Plus übernommen hat. Viva Plus war erst Anfang Jahr als Joint Venture von Viva Media und AOL lanciert worden und war als «das erste voll integrierte Musik-TV Europas» mit interaktiven Inhalten und Onlinediensten geplant. Nun soll das Konzept an jenes der niederländischen Viva-Tochter The Box angepasst werden, die hauptsächlich Wunschclips spielt.
Nicht Zuschlagen beim Essen. Es darf nicht sein, dass das Restaurant «Rosaly’s» ein Schattendasein hinter dem legendären «Vorderen Sternen» fristet, sagten sich die Werber von DDB Zürich. Sie haben deshalb im wahrsten Sinne des Wortes kommunikativ zugeschlagen. GF-Plakate im Umfeld des Bahnhofs Stadelhofen in Zürich sollen den Passanten und insbesondere dem jüngeren Publikum wieder einmal drastisch vor Augen führen, welche Qualitäten die Küche des «Rosaly’s» aufweist. Das Sujet zeigt einen Boxhandschuh, der griffbereit zwischen Messer und Teller liegt. Für den Fall… weil «Rosaly’s» Menüs serviert, «die niemand gerne teilt», wie CD Patrick Lienert meint.
Die schönste Rückreise. Die Belair als neue Ferienfluglinie von Hotelplan unterscheidet sich von der Konkurrenz vor allem durch ihr Komfortangebot wie Sitzabstand, freie Menüwahl oder Gratisgetränke. «So fangen Ferien schön an», meint deshalb Publicis und bewirbt Neukunde Belair mit einem entsprechenden Doppelinserat. Zum Claim «Der schönste Ferientag» wird eine Belair-Maschine hoch über den Wolken beim Hinflug ins Ferienparadies gezeigt. Zum Text «Der zweitschönste» fliegt das Flugi wieder zurück zur Arbeit. Nur Werben ist schöner, könnte dazu in einem dritten Bild noch gesagt werden. Aber das haben die Kreativen um CD Markus Gut in ihrem hoch fliegenden Furor wohl vergessen.
Projekt wirbt mit gebügelten Hemden. Der Appenzeller Vermarkter von Sonderwerbeformen, Projekt GmbH, lanciert ein neues Angebot: die Hemdenwerbung. Wäschereien legen Kartons in frisch gebügelte Hemden, um sie in Form zu halten. Diese Kartons werden von Projekt jetzt mit Werbebotschaften bedruckt. Ganz neu ist die Idee nicht: Frank Bodin hat sie vor zwei Jahren als One Shot eingesetzt und dafür einen Direktmarketingpreis erhalten. Projekt hat das weiterentwickelt und kommerzialisiert. In einer ersten Phase wurden eine Wäscherei in Zürich und eine in Basel als Partner gewonnen, die je 7000 Hemden pro Monat in bügelfaltenfreie Form bringen. Das Netz soll auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden. Als Zielgruppe benennt Projekt Männer in gehobenen Positionen mit hohem Einkommen und Interesse an Produkten, die etwas teurer sind. Als erste Kunden wurden die Zeitschrift Bilanz und der Wäschehersteller Schiesser gewonnen.
Pfister entdeckt Afrika. «Mysteriös, leidenschaftlich und ursprünglich» sehen die Stylisten von Möbel Pfister den schwarzen Kontinent. Afrika ist mit diesen Attributen nach der internationalen Modewelt nun auch beim Schweizer Möbelhaus zum Thema geworden. Pfister zeigt diesen Herbst eine Fülle von Inspirationen, Ideen und Einrichtungstipps rund um das Trenddesign Afrika. Der Katalog wurde unter dem Motto «Pfister bewegt Sie ein Leben lang» gegliedert und reicht von flexiblen Jugendmöbeln über Trendline und italienisches Design bis hin
zu zeitlos eleganten Living-Ideen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Accessoires, mit denen das Thema Afrika spielerisch leicht umsetzbar ist. Als Einstimmung auf dieses Ethnoambiente ist dem Katalog auch eine CD mit «Sounds of Africa» beigelegt. Der Katalog mit der Afrika-Idee ist bei Möbel Pfister inhouse in Koproduktion mit Thomas De Monaco gestaltet worden.
Werbepauke.de zeigt internationale TV-Spots. Seit Donnerstag wird im Internet die Werbepauke geschlagen: Unter www.werbepauke.de startet eine Website, die ihren Besuchern das Abspielen, Bewerten und Versenden von aktuellen oder klassischen Werbespots aus aller Welt ermöglicht. Als erstes Highlight ist der Spot von Dentsu Tokyo für den Softdrink Pocari zu sehen, die erste Werbung, die im Weltraum realisiert wurde. Neben wöchentlich neuen Spots bietet die Werbepauke auch Making-ofs, Outtakes und Previews. Bis Ende Jahr sollen Showrooms für einzelne Marken und Agenturen eingerichtet werden. Die Website richtet sich nicht bloss an die Branche, sondern vor allem an die Werbefans unter den Konsumenten. Sie wird unter anderem vom Kinovermarkter WerbeWeischer und von Springer & Jacoby International unterstützt.
First Flush in der Grafik. Im Frühling beginnt im nordindischen Darjeeling eine Saison, die Teekenner mit Spannung erwarten: Es ist die Zeit des First Flush – der ersten Pflückung des Teejahres, bei der nur die ersten zwei Blätter und die Knospe sorgsam von Hand gepflückt und zu einem Tee verarbeitet werden, der für sein blumiges Aroma berühmt ist. «First Flush» nennt sich nun auch eine Ausstellung mit der handverlesenen «Ernte» von Plakaten junger Schweizer Grafikateliers, die sich auf lustvolle, provokante und auch virtuose Weise davon absetzen, was die regelstrenge «Schweizer Grafik» weltberühmt gemacht hat. Die starke Durchdringung von Musik-, Club- und visueller Kultur hat in den vergangenen Jahren viele junge Grafiker dazu ermutigt, neue Ausdrucksformen zu erproben und zu einem unbeschwerten Umgang mit dem Erbe des Schweizer Designs zu finden. Die Ausstellung ist «zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank» an der Fraumünstergasse in Zürich.
MTV sammelt Handynummern. Der Musiksender MTV will künftig die Mobilfunknummern seiner Zuschauer vermarkten. Wie Werben&Verkaufen berichtet, sammelt der Sender in den kommenden Monaten die Nummern der Teilnehmer von Gewinnspielen und anderen interaktiven Showformaten. Die Erlaubnis der Zuschauer vorausgesetzt, will MTV sie später mit Eigenwerbung per SMS versorgen. Auch werbungtreibenden Kunden soll dieser Kanal zur direkten Zielgruppenansprache offen stehen. Als Vermarkter und technischen Dienstleister kooperiert der Sender mit dem Mobile-Marketing-Spezialisten 12snap. Der Deutschlandchef von 12snap, Ingo Griebel, will erst mit einer Vermarktung beginnen, wenn sich 50000 Empfänger registriert haben. Spätestens zum ersten Quartal 2003 soll diese Zahl erreicht sein.