Nur wenige Printmedien präsentieren eine echte Nullrunde bei den neuen TarifenVon Markus Knöpfli Zwei Hände reichen vollkommen aus, um alle Zeitungen aufzuzählen, bei denen auch im neuen Jahr das Preis-Leistungs-Verhältnis gleich bleibt – oder besser wird. Den Topaufschlag lanciert erneut das Konsumentenmagazin Bon à savoir: Die Preise steigen um satte 17,1%.
Zweifellos waren die Verlage diesmal vorsichtiger beim Tariffestlegen. Doch von einer Nullrunde, wie dies die Publimedia vor einem Monat angekündigt hatte, kann dennoch nicht gesprochen werden. Echte Nullrunden, also gleich bleibende Bruttotarife und Leserwerte, gibt es nur gerade bei L’Express, Anzeiger St.Gallen und Baslerstab.
Nach wie vor sind nicht alle grösseren Zeitungen und Zeitschriften in der Lage, ihre Tarife für das nächste Jahr anzugeben. In der nebenstehenden Tabelle fehlen etwa Das Magazin, TV 4, Lausanne Cités und die Aargauer Woche.
Einige weitere Titel verhalten sich geradezu mustergültig und sogar leicht streberhaft. Facts, Stocks, L’Hebdo und Giornale del Popolo zum Beispiel behalten die diesjährigen Bruttotarife bei, obwohl sie ihre Reichweiten leicht verbessern konnten. Allerdings steht der Giornale vor einem Neukonzept (siehe Seite 21) und verhält sich darum vorsichtig.
Vorbildlich ist auch Le Temps, das bei gleich bleibenden Leserwerten den Farbtarif – aber nur pro ganze Seite – um 5,7% senkt. Auch aus Idealismus, wie Anzeigenleiter Henri Robyr betont: Man wolle damit etwas zur Wiederbelebung der Wirtschaft beitragen und zudem Rücksicht auf schmale Budgets nehmen. Robyr gibt allerdings zu, dass damit auch der Anreiz erhöht werden soll, ganzseitige statt kleinere Inserate zu schalten.
Grosszügig verhalten sich Le Matin dimanche, 20 Minuten, Glückspost und Edelweiss: Sie erhöhen ihre Bruttopreise zwar, doch einige von ihnen bleiben damit stark unter dem Reichweitengewinn, was den Tausendleserpreis teils erheblich senkt.
Bei dieser Tarifrunde finden sich wiederum einige Titel (vor allem in der Westschweiz), die ihre Preise für Schwarzweissanzeigen jenen für Vierfarbeninserate angleichen. Dazu gehören Bilan, Femina, Télé Top Matin, TV Guide und in der Deutschschweiz TVtäglich. Bilan und Femina wagen die Angleichung gar unter gleichzeitiger Anhebung des Farbtarifs um 1,01 beziehungsweise 1,98%. Somit werden die Schwarzweisstarife dieser fünf Titel um 33,7% (TVtäglich) bis 86,51% (Femina) angehoben.
Puls-Tipp korrigiert den bisher «sehr tiefen» TKP
Völlig unterschiedlich verhalten sich Titel, die neu auf dem Markt sind. Die Mittelland Zeitung belässt ihre Tarife auf dem bisherigen Niveau, ebenso die Weltwoche, die NZZ am Sonntag dagegen wagt eine Erhöhung um 5,5%, obwohl sie noch keine «offiziellen» Leser ausweisen kann. Doch weil die Leserzahlen aus einer ersten internen Zwischenauswertung «sehr hoch» seien, habe man die Preise der Leistung angepasst, verlautete aus dem Verlagshaus an der Falkenstrasse in Zürich.
Die einzigen hier aufgeführten Titel, die ihre Tarife senken, sind der K-Tipp und das Radiomagazin, die beide von KI Media betreut werden. Beide haben allerdings auch deutlich Leser verloren. Anders der Puls-Tipp und Bon à savoir, ebenfalls aus dem Hause KI Media: Ihre Bruttopreise werden um 14,8 beziehungsweise 17,1% angehoben, womit sie in Sachen Preiserhöhung die absoluten Spitzenreiter sind.
Im Falle des Puls-Tipps begründet Verlagsleiterin Yvonne Müller den happigen Aufschlag damit, dass der Seitenpreis bisher «trotz stetig wachsender Leserschaft nur sehr zaghaft angehoben worden ist, sodass der Titel innerhalb der Konkurrenz einen sehr tiefen TKP aufwies». Dieser soll nun neu 18.20 Franken betragen und dennoch im entsprechenden Konkurrenzumfeld attraktiv sein. Ähnliches gilt für Bon à savoir, dessen Seitenpreis bereits letztes Jahr um 13,8% angehoben worden war. Zur Erinnerung: Diesmal betrug der Leserzuwachs wiederum rund 12%.
kantönligeist im Thurgau
Thurgauer Zeitung (TZ) und die Regionalzeitung Hinterthurgau, schon bisher im Kombi TZ plus locker miteinander verbunden, sind ein Zwangskombi für ausserkantonale Inserenten eingegangen: Ab 1. Januar 2003 erscheinen gemäss TZ-Verlagsleiter Urs Bucher «alle ausserkantonalen Inserate automatisch in beiden Titeln», was neu als TZ Gesamt bezeichnet wird. Die belegte Auflage wird so um 14% auf 47919 Exemplare erhöht. Der Preis: 1.43 Franken (bisher 1.59 Franken). Für kantonale Inserenten sind Splitbelegungen weiterhin möglich. (mk)
Brutto-Anzeigentarife für eine ganze Seite
schwarzweiss vierfarbig
2002 Veränder. in % 2002 Veränder. in %
Zeitungen
24 Heures 8 800.— 1,15 15 700.— 1,29
Aargauer Zeitung 13 332.–– — 18 819.–– —
Basler Zeitung 12 012.— — 16 512.— —
Berner Zeitung 14 608.— 0,91 20 509.–– 0,65
Blick 21 384.–– 1,3 31 482.— 0,8
Bund 7 876.— 1,13 11 566.— 1,12
Cash 12 920.— — 17 000.— —
Corriere del Ticino 4 532.— 1,94 7 382.— 1,6
Dimanche.ch 12 000.— 2,6 12 000.— 2,6
Finanz & Wirtschaft 9 900.— — 13 440.— —
Freiburger Nachrichten 3 696.— 1,2 4 946.— 2,47
Giornale del Popolo 4 092.— — 6 502.— —
HandelsZeitung 8 847.60 — 12 483.60 —
La Liberté 5 192.— 1,73 7 442.— 1,73
La Presse Riviera-Chablais N 5 016.— — 6 556.— —
La Regione Ticino 4 590.— 2 7 340.— 1,6
Le Matin dimanche 19 400.— 2,11 34 500.— 1,47
Le Matin semaine 6 500.— 1,56 13 300.— 2,31
Le Monde diplomatique CH 4 550.— — 6 350.— —
Le Nouvelliste 5 456.— 1,64 9 240.— 0,96
Le Temps 9 200.–– — 14 900.— – 5,7
L’Express 6 030.— — 9 930.— —
L’Hebdo 7 590.— — 12 820.–– —
L’Impartial 5 490.— — 8 730.— —
Mittelland Zeitung 20 460.— — 28 794.— —
Neue Luzerner Zeitung 13 156.— 1 18 466.— 0,7
Neue Zürcher Zeitung 12 936.— 1,73 19 446.— 1,78
NZZ am Sonntag 13 420.— 5,54 20 170.— 5,57
SonntagsBlick 14 352.— 4,9 25 468.— 2,7
SonntagsZeitung 18 530.— 1,5 27 123.— 1,45
St.Galler Tagblatt GES 11 132.— 0,8 15 722.— 0,8
Südostschweiz 15 840.–– 0,56 20 090.–– 0,43
Swisspool I 59 092.–– 0,6 86 959.–– 0,57
Swisspool II 74 536.–– 0,7 115 133.–– 0,8
Tages-Anzeiger 15 522.— — 24 549.— —
Thurgauer Zeitung 6 028.— 3 8 038.–– 2,6
Tribune de Genève 8 700.— 2,35 15 200.— 0,66
Walliser Bote 4 455.— 1 6 725.— 0,6
WochenZeitung 4 550.— — 6 350.— —
Brutto-Anzeigentarife für eine ganze Seite
schwarzweiss vierfarbig
2002 Veränder. in % 2002 Veränder. in %
Zeitschriften
Annabelle 18 750.— 3 18 750— 3
Beobachter 16 298.— — 22 326.— —
Bilan 10 000.— 57,48 10 000.— 1,01
Bilanz 18 300.— 3,4 18 300.— 3,4
Bon à savoir 9 600.— 17,1 9 600.— 17,1
CashValue 17 000.–– — 17 000.–– —
Edelweiss 9 200.— 3,4 9 200.— 3,4
Facts 18 700.— — 18 700.— —
Femina 22 120.— 86,51 22 120.— 1,98
GesundheitSprechstunde 12 500.— 10,3 12 500.— 10,3
Glückspost 12 630.— 2 12 630.— 2
Kochen 11 700.— — 11 700.— —
K-Tipp 21 800.— – 3,1 21 800.— – 3,1
L’Illustré 10 400.— — 18 700.— —
Puls-Tipp 12 400.— 14,8 12 400.— 14,8
Radiomagazin 4 250.— – 16,7 5 000.— – 16,7
Schweizer Familie 16 290.— 3 16 290.— 3
Schweizer Illustrierte 25 795.— 1 25 795.— 1
Stocks 8 895.–– –– 10 950.–– ––
Tele 16 200.— 2 16 200.— 2
Télé Top Matin 18 960.— 74,91 18 960.— —
TR 7 10 875.— — 10 875.— —
TV 8 3 843.— 4,6 6 800.— 4,6
TV Guide 12 970.— 75,03 12 970.— —
Weltwoche 13 728.— — 13 728.— —
Gratiszeitungen20 Minuten national 24 152.69 5 24 152.69 5
20 Minuten ZH 11 049.70 5 11 049.70 5
20 Minuten BS 6 827.26 5 6 827.26 5
20 Minuten BE 6 308.06 5 6 308.06 5
Anzeiger Region Bern 6 732.— — 9 012.–– —
Anzeiger St.Gallen GES 13 728.— — 16 140.— —
Baslerstab GES 9 837.— — 14 692.— —
Berner Bär 7 040.— 1,2 8 990.–– 0,8
Biel/Bienne 8 221.20 0,53 11 181.20 0,53
GHI 9 504.— 0,9 15 206.40 0,9
ZürichExpress 10 900.— 0,8 16 120.— 0,5
BeilagenTVtäglich 23 940.–– 33,7 23 940.–– —
Quelle: WerbeWoche/Verlage