Zahl der Woche: 92 Prozent

Kundenkarten Der gläserne Konsument ist Wirklichkeit geworden: 85 Prozent der Schweizer Haushalte verfügen über eine Migros-Cumulus-Karte, 92 Prozent haben eine Coop-Supercard. Von anderen Verkaufsgeschäften besitzen gut die Hälfte aller Haushalte ei

Kundenkarten Der gläserne Konsument ist Wirklichkeit geworden: 85 Prozent der Schweizer Haushalte verfügen über eine Migros-Cumulus-Karte, 92 Prozent haben eine Coop-Supercard. Von anderen Verkaufsgeschäften besitzen gut die Hälfte aller Haushalte eine Treuekarte. Bleibt da die Frage: Ist kumulierte Treue wieder als Untreue zu bezeichnen? Immerhin geben Besitzer von Supercards bei Coop 36 Prozent mehr Geld aus als Kunden ohne Karte. Bei Cumulus sind es 33 Prozent.

Talfahrt mit Handbremse

Werbeaufwand Adressbuchverleger und Direktwerber trotzen dem Trend: In einem schrumpfenden Werbemarkt nahmen sie letztes Jahr deutlich mehr Werbegelder ein.

Werbeaufwand Adressbuchverleger und Direktwerber trotzen dem Trend: In einem schrumpfenden Werbemarkt nahmen sie letztes Jahr deutlich mehr Werbegelder ein.Was die Bilanzen der Verlage fürs vergangene Jahr bereits schonungslos ausgewiesen haben, schiebt nun die Werbestatistik in nüchternen Zahlen nach: Zwar schrumpfte insgesamt der Nettowerbeaufwand 2002 um 4,8 Prozent – doch gibts in diesem Trend auch Gewinner, und nicht zu knapp. Das ist die gute Nachricht.Die neueste Erhebung der Stiftung Werbestatistik, die den Netto-Werbeumsatz (ohne Produktionskosten) misst, ermittelte für die Direktwerbung ein Umsatzplus von 31 Millionen Franken oder
2,7 Prozent. Sie schliesst damit ans Glanzresultat 2001 an. Damals verzeichnete die Direktwerbung das mit Abstand stärkste Wachstum unter allen Medien (+48 Mio. Franken). Stark zugelegt haben 2002 die Adressbücher (Directories) mit einem Plus von 26 Millionen Franken (+16,8 %). Aber auch die Veranstalter von Messen und Ausstellungen verspürten Aufwind: Sie legten acht Millionen Franken (+3,4 %) zu.
Zu den Werbeträgern, die ungeschoren davongekommen sind,
gehören auch Teletext (+1,9 %) und Radiowerbung (+0,5 %). Die Aussenwerbung dagegen, die 2001 noch bei den Wachstumskandidaten mitsegelte, verlor im vergangenen Jahr 32 Millionen Franken (–5,3 %). Bei den Kinobetreibern betrug das Minus drei Millionen Franken oder 6,3 Prozent.
Sonnenschein nur am SonntagDie schlechte Nachricht trifft am stärksten einmal mehr die Presse. Mit einem Verlust von 339 Millionen Franken (–11,8 %) hat sich der Einbruch gegenüber dem Vorjahr (–146 Mio. Franken) mehr als verdoppelt. Mit dem tiefsten Taucher innerhalb der letzten zwölf Jahre fallen die gedruckten Medien wieder aufs Niveau von 1998 zurück.
Doch auch in der gebeutelten helvetischen Presselandschaft gibt es aufmunternde Nachrichten: Weiter gewachsen ist der Markt der Wochen- und Sonntagszeitungen: plus 12 Prozent (23 Mio.). Die Ausweitung des sonntäglichen Inseratemarktes geht in der Deutschschweiz vorab aufs Konto der NZZaS. Auch in der Westschweiz und im Tessin zeigte sich der Markt der Wochen- und Sonntagszeitungen mit einem Zuwachs von vier Millionen Franken (7,8 %) in guter Verfassung.
Und noch ein Lichtblick ist in der trüben Zeitungslandschaft auszumachen: Die Lokalzeitungen (Auflagen unter 10000 Exemplare) der Deutschschweiz konnten drei Millionen Franken (+5,6 %) mehr Werbegelder einstreichen.
Hauptverantwortlich für den Inserateeinbruch der grösseren Zeitungen waren im vergangenen Jahr die Stellenanzeigen: Mehr als zwei Drittel des Verlustes von 339 Millionen Franken geht auf deren Konto (–232 Mio.). Innerhalb der letzten zehn Jahre war dieser Anzeigenmarkt noch nie so stark eingebrochen wie 2002, nämlich um satte 42,1 Prozent. Der Aderlass traf vor allem die grossen Zeitungen in städtischen Agglomerationen, die in den Boomjahren mit dicken Stellenanzeigern das grosse Geschäft machten. Laut Werbestatistik sind dies in erster Linie Zeitungen mit Auflagen von mehr als 50000 Exemplaren: Diese verloren 2002 insgesamt 238 Millionen Werbefranken (–19,6 %).
Auch die Wirtschafts- und Frauenpresse traf es hart: Vom Gesamtverlust des Zeitschriftenmarktes in der Höhe von 42 Millionen Franken (–12 %) gingen allein 35 Millionen Franken bei ihnen weg. Die Wirtschaftstitel bekamen das frostige Klima deutlich zu spüren – sie verloren happige 20 Millionen Franken (rund 20 %).
Ähnlich dramatisch präsentiert sich die Entwicklung bei den
Frauentiteln, deren Werbeerlöse sich um 15 Millionen Franken (–21,1 %) verringerten. In diesem Resultat spiegelt sich aber auch die Einstellung des ehemaligen Traditionstitels Meyers im Spätsommer 2001. Vergleichsweise gut gehalten haben sich unter den Zeitschriften lediglich die General-Interest-Titel, die «nur» vier Millionen Franken (–3,2 %) gegenüber 2001 einbüssten.
Daniel Schifferle
Billig, aber effizient: Direktwerber sorgten 2002 mit ihren Streusendungen für ein Umsatzplus.
Wieder auf dem Niveau von 1998: Die Nettowerbeumsätze der Printmedien sanken 2002 um insgesamt 11,8 Prozent.
Nettowerbeumsätze in der Schweiz(ohne Produktionskosten) in Mio. Fr. gerundet Differenz
01/02
Presse 1997 1998 1999 2000 2001 2002 in %
– Zeitungen verkauft/Gratiszeitungen 1850 1926 2118 2250 2150 1863 – 13,3
– Publikumszeitschriften 229 243 337 379 346 304 – 12,0
– Fachpresse 365 397 380 404 390 379 –  2,7
Total Presse 2444 2566 2835 3032 2886 2547 – 11,8
Fernsehen (inkl. Sponsoring) 370 402 486 520 494 527 1)
Radio (inkl. Sponsoring) 107 114 120 139 129 129 0,5
Kino 39 40 42 45 40 38 –  6,3
Teletext 13 14 13 14 14 14 1,9
Aussenwerbung 447 468 502 592 603 571 –  5,3
Adressbücher 121 118 128 150 155 181 16,8
Messen und Ausstellungen 207 218 220 227 235 243 3,4
Total erhobene Werte 3747 3940 4346 4720 4555 4250 –  6,7
Direktwerbung 976 1061 1109 1140 2,7
Gesamttotal 5322 5781 5665 5390 –  4,8
1) Nicht mit Vorjahr vergleichbar, da bis 2001 im Umsatz der öffentlich rechtlichen Sender die Beraterkommission nicht enthalten ist. Quelle: Stiftung Werbestatistik/Wemf
Fehlerhafte Zahlen: Kein TV-Vergleich

Die Entwicklung der Werbeeinnahmen beim Fernsehen können nur im Reich der Spekulationen gemessen werden. Zwar wird für 2002 ein Wachstum um 33 Millionen auf 527 Millionen Franken ausgewiesen – mit dem Vorjahr ist dieser Betrag aber nicht vergleichbar. Denn bis und mit 2001 war beim Umsatz der öffentlich rechtlichen Sender die Beraterkommission nicht eingerechnet worden: Erst ab 2002 ist diese mit dabei.
Da die Stiftung Werbestatistik keine rückwirkenden Korrekturen für Fehler in vorausgegangenen Jahren vornimmt, verbietet sich ein Vergleich.
Ein ähnliches Problem ergab sich 2002 auch bei den Gratiszeitungen. Einer der Grossen dieser Kategorie habe seinen Anzeigenumsatz im Vorjahr um 20 Millionen Franken zu hoch angegeben, so Rolf Blum, Leiter der Werbestatistik. Dies erkläre zumindest teilweise den aktuellen rechnerischen Verlust von 27 Millionen Franken (–21,8 %) bei den Gratiszeitungen.
(dse)

Die Eskapisten

Die spassorientierten Unangepassten verweigern sich Konventionen der Leistungsgesellschaft und planen ihr Leben kurzfristig, immer auf der Suche nach starken Erlebnissen und dem nächsten Kick.

Die spassorientierten Unangepassten verweigern sich Konventionen der Leistungsgesellschaft und planen ihr Leben kurzfristig, immer auf der Suche nach starken Erlebnissen und dem nächsten Kick.In der Zielgruppe der Eskapisten werden bürgerliche Werte und Konventionen abgelehnt. Eskapisten haben kein Interesse daran, sich den Leistungsidealen der Mittelschicht anzupassen. Sie suchen stattdessen intensive emotionale Erlebnisse, bis zu extremen Grenzerfahrungen. Die bürgerliche Gesellschaft wird als spiessig empfunden; von ihr will man sich abgrenzen, ausbrechen und möglichst frei und ungebunden leben. Dennoch besteht zugleich eine Art «Underdog»-Bewusstsein, das sich auch in Ressentiments gegenüber anderen sozialen Gruppen und Ausländern äussern kann. Lebensplanung ist kein Thema für Eskapisten. Weder bestehen langfristige Sicherheitsbedürfnisse, noch ist man bereit, sich beruflich zu engagieren, um die materiellen Verhältnisse zu sichern. Der Umgang mit Geld ist eher unkontrolliert, man lebt spontan, auch Konsumziele werden vorab kurzfristig formuliert. Die Freizeit wird mit Videospielen, in Diskotheken oder beim Sport verbracht.
Zu den Eskapisten zählt man rund 670000 Personen oder elf Prozent des Kundenpotenzials* der Schweiz; ein kleiner Schwerpunkt ist in der Westschweiz zu erkennen. Der Altersschnitt liegt unter 40 Jahren, der Männeranteil beträgt 60 Prozent. Viele Eskapisten wohnen noch im Elternhaus, 29 Prozent sind Schüler oder Studenten. Mittlere Bildungsabschlüsse dominieren, und häufig ist noch kein eigenes Einkommen vorhanden. In diesem Milieu finden sich viele Arbeiter und einfache Angestellte, aber auch überdurchschnittlich viele Arbeitslose.

Bolero will Annabelle-Specials beerben

Mit Sonderkonditionen will die Frauenzeitschrift Bolero Anzeigenkunden anlocken, die bisher in Annabelle Wohnen und Annabelle Business inseriert haben.

Mit Sonderkonditionen will die Frauenzeitschrift Bolero Anzeigenkunden anlocken, die bisher in Annabelle Wohnen und Annabelle Business inseriert haben.Nachdem Tamedia die Einstellung der beiden Titel angekündigt hat, präsentiert Bolero jetzt ein Angebot mit diversen Rabattstufen, insbesondere in Kombination mit dem Sonderheft Sign. Das Special zum Thema Design realisiert Bolero im November zusammen mit der Wohnzeitschrift Ideales Heim. Mehr Informationen sind bei Bolero unter 01 454 82 24 erhältlich.

Bündner ÖV-Betriebe lancieren Magazin

Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) in Graubünden können sich in einem neuen Magazin über Angebote, Routen und Sehenswürdigkeiten informieren.

Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) in Graubünden können sich in einem neuen Magazin über Angebote, Routen und Sehenswürdigkeiten informieren.Das Heft Reisen in Graubünden erscheint zweimal jährlich in einer Auflage von 50000 Exemplaren. Finanziert wird die Publikation durch Beiträge der Transportunternehmen, den Kanton Graubünden und Inserate. Produziert wird es von einer neu gegründeten Verlagsgemeinschaft in Chur. Dahinter stehen Stefan Bühler mit seinem Druckunternehmen Casanova, das auch die Anzeigen akquiriert, und die Journalistin Karin Huber, die die redaktionellen Inhalte erstellt.

Die Statusorientierten

Das intensive berufliche Engagement der aufstiegsorientierten, statusbewussten Mittelschicht dient vor allem dem Erreichen angesehener sozialer Positionen.

Das intensive berufliche Engagement der aufstiegsorientierten, statusbewussten Mittelschicht dient vor allem dem Erreichen angesehener sozialer Positionen.Das Leben der Statusorientierten wird von klaren materiellen Zielen geprägt. Diese Ziele verfolgen sie sehr selbstbewusst – sie wissen, dass sie für ihren Erfolg selbst verantwortlich sind. Das tägliche Handeln ist getrieben vom Wunsch nach einer angesehenen sozialen Stellung, dafür ist man gerne bereit, sich auf gesellschaftliche Veränderungen einzustellen. Neue Entwicklungen werden mit Interesse verfolgt. Auffallend ist in diesem Segment die fast schon demonstrative Statussymbolik: Natürlich möchte man ein komfortables und bequemes Leben führen, aber der durch harte Arbeit erworbene Wohlstand soll vor allem auch nach aussen sichtbar sein. Man will zeigen, was man hat, auch wenn man dafür andere Bedürfnisse vielleicht zurückstellen muss. Das Streben nach sozialer Anerkennung und Sichtbarkeit wird auch bei Freizeitaktivitäten deutlich: Man lässt sich im Fitnessstudio oder auf dem Tennisplatz sehen, und im Winter präsentiert man sein Können (und die neue Ausrüstung) auf der Skipiste. Ausserdem besuchen die Statusorientierten gerne Sportveranstaltungen, suchen im Internet nach Online-Angeboten oder bilden sich weiter.
Zum Milieu der Statusorientierten zählen rund zehn Prozent des Kundenpotenzials* der Schweiz, das heisst etwa 610000 Personen. Besonders häufig ist dieses Segment in der Deutschschweiz zu finden, hier machen die Statusorientierten zwölf Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren aus, in der Westschweiz und dem Tessin sind es je nur fünf Prozent. Das Segment umfasst alle Altersklassen zwischen 30 und 70 Jahren, der Männeranteil ist mit 66 Prozent besonders hoch. Die Statusorientieten sind überwiegend verheiratet, haben Kinder und leben in Drei- bis Vier-Personen-Haushalten.
Mittlere bis hohe Bildungsabschlüsse überwiegen in dieser Zielgruppe, häufig haben Statusorientierte auch höhere Fach- und Berufsausbildungen absolviert. Beruflich sind sie vorab als Handwerker, Gewerbetreibende oder als Angestellte in leitenden Positionen tätig. Hohe und höchste Einkommen finden sich in diesem Segment überdurchschnittlich häufig, fast ein Drittel der Statusorientierten kann monatlich netto über mindestens 7800 Franken verfügen.

Von der Sonne geküsst

Prächtigstes Kaiserwetter stand letzte Woche den beiden Verbänden Idée-VfW (Verein für Werbekommunikation) und der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) für ihre Anlässe Pate.

Prächtigstes Kaiserwetter stand letzte Woche den beiden Verbänden Idée-VfW (Verein für Werbekommunikation) und der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) für ihre Anlässe Pate.Idée lud zum Boule-Spiel auf den Zürichberg, die ASW wurde 40 und bat zur Jubiläums-GV auf den Bürgenstock.«Lasst die Kugeln fliegen», lautete das Motto am ersten Pétanque-Abend der Idée. Gleich neben Jacky Donatz’ Gourmetlaube auf dem Sonnenberg hatte man dafür ein lauschiges Plätzchen ergattert. WoZ-Anzeigenleiter Kilian Gasser und Claudia Wilden von Cinecom, verantwortlich für den neuen Event im Idée-Programm, haben ganze Arbeit geleistet. Sie wurden mit einem Bilderbuchabend belohnt.
Über 30 Gäste folgten der Einladung und genossen eine ungezwungene Soirée à la française samt Chanteuse. Clara Moreau sorgte mit Gesang und Akkordeon für die musikalische Untermalung. Die Teams formierten sich laufend zu neuen Paarungen – übertriebener Ehrgeiz oder gar Streitigkeiten blieben aus, da es sich nicht um ein Turnier handelte. Vielmehr ging es darum, einen Anlass zu etablieren, an dem Idée-Mitglieder und -Gäste zwanglos beisammensitzen konnten. Das taten diese denn auch ausgiebig: Gespielt wurde, bis man die Kugeln der Dunkelheit wegen nicht mehr sehen konnte; und das gemütliche Zusammensein dauerte noch einiges länger. Möglich gemacht haben den Anlass Pernod-Ricard, die grosszügig Anislikör und das Käsebuffet sponserte, der Internetdienstleister Adlink sowie der Facts-Verlag, von dem die Idée genügend Pétanque-Sets fürs uneingeschränkte Spielvergnügen ausleihen konnte. Nicht zu vergessen Jacky Donatz vom Restaurant Sonnenberg, der unkompliziert eine seiner Steckdosen samt Gratisstrom und Gratisaussicht aufs nächtliche
Zürich zur Verfügung stellte.
Ebenfalls bei eitel Sonnenschein begrüsste die ASW ihre Gäste zur Jubiläums-GV. Der Verband der Inhaber-geführten Werbeagenturen feierte heuer den vierzigsten Jahrestag seiner Gründung (siehe auch WW 25/03). Zum Treffpunkt erkoren die Werber das Tagungshotel Fürigen ob Stansstad am Bürgenstock. Ein gut gewählter Ort, auch wenn sich die letzte Etappe der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher abenteuerlich gestaltet. Nach einem mehr oder weniger langen Fussmarsch (je nach Kartenkenntnissen) gelangt man vom Bahnhof Stansstad zur Fürigen-Standseilbahn in der Harissenbucht. Sie wurde 1925 in Betrieb genommen und hat sich seither nicht verändert. Eine echte Oldtimer-Bahn also. Bei einer Steigung von zeitweise über 50 Prozent war man sich nie ganz sicher, ob das Teil nicht demnächst aus den Schienen springe. Belohnt wurde man für die Strapazen allerdings mit einer absolut atemberaubenden Aussicht schon während der Fahrt und erst recht bei Ankunft auf dem Berg.
Dies machte sich auch die ASW zu Nutze und hielt Begrüssungsapéro und Jubiläumsumtrunk unter den Schatten spendenden Kastanienbäumen gleich neben der antiken Seilbahn-Bergstation ab. Weisswein und Prosecco schmeckten einem dank Rundblick doppelt. Die eigentliche GV wurde im Schnellzugtempo durchgepeitscht. Bei sämtlichen Voten folgten die Mitglieder den Empfehlungen des Vorstands. Erwähnenswert: Da das Präsidium der ASW im Rotationsprinzip funktioniert, übergab Diego Bally sein Präsidentenamt an Carmelo Buffoli, um im nächsten Jahr als Past-President zu figurieren. Als Future-President wurde Andy Ruf gewählt. Der neue Beisitzer, der an der nächsten GV in den Vorstand gewählt werden kann, heisst Patrick Lack von der Basler Lucky Lack Communications.
An der Abendgala gabs für jeden Geschmack etwas. Fans der eher derben Komik konnten beim Festtagsgruss von Prof. Dr. Dr. Rüdiger Knuse aus Nüdlingen herzlich mitlachen. Während des Hauptgangs wiederum – Tournedos Rossini gab es – kamen Gänseleberliebhaber voll auf ihre Kosten. Weil die fettbeladene Innerei nicht jedermanns, vor allem aber nicht jederfraus Sache ist, konnte man von den Tischnachbarinnen grosszügig erben. Freunde des fein- und hintersinnigen Humors wiederum wurden mit einem Auftritt von Werner Widmer alias Blues Max zufrieden gestellt. Der Höhepunkt, weil niemand – nicht einmal der beste Werbetexter – des Schweizers Wurstleibspeise so poetisch schön beschreiben kann wie der Künstler mit den Zürischnurre-Chansons: «So wohl geformt, so nahtlos braun, und kein Fältchen, wohin man schaut – oh du schöner Cervelat.» Die Dada-Anarcho-Mixtur vom Blues Max ist eigentlich das ideale Werberprogramm.
Auf der Heimreise konnten geschickte Ausflugsplaner gleich noch das Luzerner Altstadtfest oder mal wieder das Verkehrshaus besuchen. Momentan gibts im Imax-Kino das ideale Vergiss-die-Hitze-Programm – eine Dokumentation über Alaska. Einen Abstecher ins Tagungshotel Fürigen können wir hingegen nur bedingt empfehlen. Fahren Sie mit Ihrer besseren Hälfte für ein Kuschelweekend dorthin und geniessen Sie die Aussicht wie auch die gute Küche – aber meiden Sie unbedingt (!) die Hotelbar. Man verlangt dort für einen 2cl-Bacardi mit Cola happige 15 Franken. Ergab für die übliche 4cl-Portion – sogar in Zürichs abgehobeneren Spots pure Normalität – satte 25 Franken pro Drink. Das hat den Gastro-erfahrenen Shortlistautor dann doch aufs Massivste irritiert, ist dies doch der Tarif, der auf der «Martinez»-Terrasse während des Werbefestivals in Cannes gilt. Und die Croisette am Mittelmeer oder der Bürgenstock am Vierwaldstättersee, das ist dann vielleicht doch noch ein kleiner Unterschied – wenn auch anscheinend kein pekuniärer!
Durfte nicht fehlen: ASW-Geburtstagstorte.

Die Migros gibts

Detailhandel Der grösste Schweizer Werbeauftraggeber ist wieder Migros vor Coop.

Detailhandel Der grösste Schweizer Werbeauftraggeber ist wieder Migros vor Coop.Coop und Migros blieben auch in den ersten fünf Monaten die beiden grössten Werbeauftraggeber der Schweiz – wobei sich die Migros knapp an die Spitze setzen konnte. Im Gegensatz zur Vorjahresperiode haben beide Grossverteiler bei ihren Werbeausgaben enorm zugelegt. Die Migros hat um 21,9 Prozent mehr Werbung geschaltet, wie Media Focus errechnet hat. Coop steigerte seine Werbespendings um 13,1 Prozent.Ein Teil dieser Werbegelder wird sicher auch dafür verantwortlich sein, dass die Migros «das beste Firmenimage der Schweiz» hat. Dies hat eine repräsentative Befragung in der West- und Deutschschweiz ergeben. Die Imagestudie wird seit 1983 vom Marktforschungs-Institut IHA-GfK durchgeführt. In einem Inserat zum Thema Werbeausgaben erklärt die Migros den ersten Platz mit dem Umstand, dass sie «sich mit Leidenschaft für die Lebensqualität ihrer Kundinnen und Kunden einsetzt». Dazu gehörten Qualitätsprodukte zu günstigen Preisen, Arbeits- und Produktionsbedingungen im In- und Ausland, die auf ökologische und soziale Standards setzten, sowie auch das Kulturprozent. Beim Image-Barometer des IHA-GfK ist Coop auf Rang drei zu finden, erstmals überholt von Rivella, dem «Aufsteiger des Jahres», der heuer sein 50-Jahr-Jubiläum feiert.
Andreas Panzeri

Publisuisse verschiebt Nachfolgewahl

Entgegen früherer Ankündigungen entscheidet der Verwaltungsrat der Publisuisse, Werbezeitenvermarkterin der SRG SSR idée suisse, nicht mehr vor den Sommerferien

Entgegen früherer Ankündigungen entscheidet der Verwaltungsrat der Publisuisse, Werbezeitenvermarkterin der SRG SSR idée suisse, nicht mehr vor den SommerferienVermarkter über die Nachfolge von Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre. Erst bei seiner nächsten Sitzung, die für den 27. Juli angesetzt ist, werde der VR den Vorschlag der Findungskommission entgegennehmen – und dann entscheiden, wie Markus Hollenstein, Marketingleiter der Publisuisse, auf Anfrage erklärte. Die Findungskommission ist zusammen mit dem Zürcher Headhunter Egon Zehnder bereits seit Monaten am Evaluieren möglicher Kandidaten. (dse)

Pool 2000 verschenkt New-York-Tickets

Privatradio Der Pool 2000 geht neue Wege in der Kontaktpflege zu Agenturen.

Privatradio Der Pool 2000 geht neue Wege in der Kontaktpflege zu Agenturen.Nachdem bereits im März die Website www.pool2000.ch ins Netz ging, folgt nun der nächste Schritt: Der Radiopool lanciert einen Pool-Letter. Dieser soll regelmässig über «Aktualitäten und Neuerungen im Radiomarkt» berichten, erklärt Martin Muerner, Geschäftsleiter Pool 2000. Damit sich möglichst viele für den Newsletter einschreiben, werden unter den Anmeldungen zehn Gratis-Flüge nach New York verlost – ab Juli jeden Monat einer. «Das ist eine Marketingaktion nicht nur für den Pool 2000, sondern für die Gattung Radio», so Muerner. Der Pool 2000 ist der älteste Radiopool der Schweiz. Christian Stärkle gründete ihn bereits 1993, im Markt aktiv wurde er aber erst nach 1995.

Coninx neuer VR-Präsident der SDA

Die Generalversammlung der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) hat Hans Heinrich Coninx zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrats (VR) gewählt.

Die Generalversammlung der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) hat Hans Heinrich Coninx zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrats (VR) gewählt.People Der Tamedia-Verleger folgt auf Fritz Latscha von der Basler Mediengruppe, der das Amt zwölf Jahre lang versehen hat. Neu in den VR gewählt wurden Martin Breitenstein, der als Nachfolger von Kenneth Angst die Neue Zürcher Zeitung vertritt, Matthias Hagemann für die Basler Mediengruppe und Antoine Exchaquet, der statt Jacques Demont die Westschweizer Verlagsgruppe Edipresse repräsentiert.

Im Freiluftkino ist der Himmel orange

Sponsoring Lowe stieg in die Hollywood-Bilderkiste, um das Orange-Sponsoring für Open-air-Kinos zu visualisieren.

Sponsoring Lowe stieg in die Hollywood-Bilderkiste, um das Orange-Sponsoring für Open-air-Kinos zu visualisieren.Die Swisscom setzt aufs Renommé des internationalen Filmfestivals von Locarno – Konkurrent Orange hat dafür ein Auge auf Openair-Cinemas geworfen: Die Mariage von Telecom-Provider mit Cinéphilen scheint image- und absatzmässig Erfolg zu versprechen. Bereits zum zweiten Mal ist Orange als Hauptsponsor von Peter Hürlimanns Cinerent engagiert, wenn es in diesen lauen Sommernächten heisst: Film ab! Zum cineastischen Genuss unter dem freien Himmel von Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf hat Orange die passenden Plakate und Inserate von Lowe gestalten lassen. Die Zürcher Agentur, die demnächst auch mit einer internationalen Kampagne für Orange aufwarten darf, hat dazu in die Trickkiste mit opulenten Filmbildern aus den schönsten Hollywood-Schinken gegriffen.
Wie «Vom Winde verweht» wirken die Kinostühle im wehenden Kornfeld. In einem zweiten Sujet darf man die Füsse so hautnah ins Wasser stecken, dass man fast Angst haben muss, vom «Weissen Hai» gebissen zu werden. Die Kinostühle in unberührter Natur dramatisieren das Freiluft-Kinoerlebnis mit solchen Kameraeinstellungen fast eins zu eins. Trotzdem lassen
die Sujets mit derartigen Regieeinfällen viel Raum für filmische Fantasien. Alle Kommunikationsmassnahmen für OrangeCinema werden auch von den Ko-Sponsoren Migros und Postfinance adaptiert und eingesetzt. Die Sujets laden neben den Plakaten und Inseraten auch auf Cards for Free zum Sammeln ein.
Openair-Kinos Telecom-Provider schätzen Kinogänger. Swisscom sponsort das Internationale Filmfestival in Locarno, Lowe setzt für Orange aufs cineastische Frischlufterlebnis.

Andreas Panzeri

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