Ein Matrose auf grosser Fahrt
Martin Schneider will als neuer Direktor der Publisuisse den Marktanteil der TV-Werbung mit innovativen Kundenkonzepten ausbauen.
Martin Schneider will als neuer Direktor der Publisuisse den Marktanteil der TV-Werbung mit innovativen Kundenkonzepten ausbauen.«In den Ferien muss ich Zeitungen kaufen. Ich bin fast süchtig nach News und Medienerzeugnissen», gesteht Martin Schneider. Eine dieser News galt jüngst auch ihm. Der bisherige Verkaufsleiter Publisuisse ist zum neuen Direktor des grössten Schweizer Werbezeitvermarkters befördert worden. Die Überraschung war positiv. «Ich spürte einen grossen Rückhalt bei den Mitarbeitern», freut sich der Nachfolger von Ingrid Deltenre.Der 1967 geborene Solothurner hat in St.Gallen Betriebswirtschaft studiert. Seinen ersten Job trat er bei Kraft Foods an. Dort war er im Product Management zuständig für eine Kaugummi-Linie und hat «alle klassischen Marketing-Geschichten» kennen gelernt. Als 1996 bei der SRG SSR in Bern die Stelle des Assistenten des Finanzdirektors vakant wurde, hat sich Schneider beworben, weil er dachte, «dass man eine sehr gute nationale Übersicht auf das Mediengeschäft bekommt». Drei Jahre hat er an diesem Posten «mehr oder weniger als Assistent» von François Landgraf gewirkt. Dieser war als Finanzdirektor der SRG zugleich VR-Präsident der Publisuisse.
In diese Zeitspanne fiel auch eine Reorganisation der SRG. Schneider wurde zum Verantwortlichen «Kommerz» berufen und leitete die Erarbeitung und die Umsetzung der kommerziellen Strategie der SRG. In dieser Funktion hatte er engen Kontakt zu den Tochtergesellschaften der SRG SSR. «Ich habe Marktabklärungen für die Publisuisse betrieben sowie betriebswirtschaftliche Beratung geleistet.»
Das führte dazu, dass der damalige Direktor André Hofer ihn ganz zur Publisuisse holte. Das Unternehmen war am Diversifizieren. Man ging etwa eine Beteiligung an RMB für das internationale Geschäft ein, die aber noch vor der grossen Werbekrise wieder abgestossen wurde.
Anfang 2000 ist, nach Hofers Pensionierung, Ingrid Deltenre zur neuen Fernsehdirektorin gewählt worden. Sie wollte Schneider behalten, und er wollte bleiben, weil es ihm bei Publisuisse «sehr gut gefällt». So übernahm er die Verantwortung für den Verkauf. Und als Deltenre zur neuen Direktorin berufen wurde, befand sich auch Schneider gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben – kurz: er stellte sich für ihre Nachfolge zur Wahl.
An der Direktoren-Stelle lockte ihn die Tatsache, dass ihm die Publisuisse und ihre Mitarbeiter ans Herz gewachsen sind. «Wir haben eine tolle Firma und sind auf dem richtigen Weg.» Ingrid Deltenre habe einen starken «Drive» ins Unternehmen gebracht und die Akzente richtig gesetzt. In diese Richtung will Schneider «Garant für eine gewisse Kontinuität sein».
Er hat aber auch eigene Vorstellungen: «Ich will nicht nur den Publisuisse-Anteil an der TV-Werbung ausweiten. Im Sinne eines Gattungsmarketings fürs TV möchte ich auch erreichen, dass der Anteil der TV-Werbung innerhalb des gesamten Werbekuchens ausgedehnt wird.» Als eine von vielen Möglichkeiten sieht er etwa Aktionswerbung und branchenspezifische Konzepte der TV-Werbung. «Es muss heute mehr geboten werden für das gleiche oder sogar für noch weniger Geld.»
Nebst den Herausforderungen hat ihn auch die Aussicht gelockt, dass er «den Focus noch einmal weiter aufmachen kann». Neben Sales sind auch Marketing sowie Finanzen und Controlling ein wichtiger Teil seiner neuen Tätigkeit.
Entspannung findet Schneider beim Segeln. Dort ist er allerdings «nur Leicht-Matrose». Kapitän ist seine Frau, denn diese besitzt den Segelschein. Sie ist Partnerin in einer Solothurner Anwaltskanzlei und darum wohnt das Paar in der Ambassadorenstadt. Das Pendeln sei aber nicht aufwändiger, als eine Stunde im Zürcher Stau zu stehen. Und falls mal «eine Werber-Party etwas länger dauern» könnte, hat Martin Schneider auch eine Wohnung in der Limmatstadt.
Andreas Panzeri
In diese Zeitspanne fiel auch eine Reorganisation der SRG. Schneider wurde zum Verantwortlichen «Kommerz» berufen und leitete die Erarbeitung und die Umsetzung der kommerziellen Strategie der SRG. In dieser Funktion hatte er engen Kontakt zu den Tochtergesellschaften der SRG SSR. «Ich habe Marktabklärungen für die Publisuisse betrieben sowie betriebswirtschaftliche Beratung geleistet.»
Das führte dazu, dass der damalige Direktor André Hofer ihn ganz zur Publisuisse holte. Das Unternehmen war am Diversifizieren. Man ging etwa eine Beteiligung an RMB für das internationale Geschäft ein, die aber noch vor der grossen Werbekrise wieder abgestossen wurde.
Anfang 2000 ist, nach Hofers Pensionierung, Ingrid Deltenre zur neuen Fernsehdirektorin gewählt worden. Sie wollte Schneider behalten, und er wollte bleiben, weil es ihm bei Publisuisse «sehr gut gefällt». So übernahm er die Verantwortung für den Verkauf. Und als Deltenre zur neuen Direktorin berufen wurde, befand sich auch Schneider gerade an einem Wendepunkt in seinem Leben – kurz: er stellte sich für ihre Nachfolge zur Wahl.
An der Direktoren-Stelle lockte ihn die Tatsache, dass ihm die Publisuisse und ihre Mitarbeiter ans Herz gewachsen sind. «Wir haben eine tolle Firma und sind auf dem richtigen Weg.» Ingrid Deltenre habe einen starken «Drive» ins Unternehmen gebracht und die Akzente richtig gesetzt. In diese Richtung will Schneider «Garant für eine gewisse Kontinuität sein».
Er hat aber auch eigene Vorstellungen: «Ich will nicht nur den Publisuisse-Anteil an der TV-Werbung ausweiten. Im Sinne eines Gattungsmarketings fürs TV möchte ich auch erreichen, dass der Anteil der TV-Werbung innerhalb des gesamten Werbekuchens ausgedehnt wird.» Als eine von vielen Möglichkeiten sieht er etwa Aktionswerbung und branchenspezifische Konzepte der TV-Werbung. «Es muss heute mehr geboten werden für das gleiche oder sogar für noch weniger Geld.»
Nebst den Herausforderungen hat ihn auch die Aussicht gelockt, dass er «den Focus noch einmal weiter aufmachen kann». Neben Sales sind auch Marketing sowie Finanzen und Controlling ein wichtiger Teil seiner neuen Tätigkeit.
Entspannung findet Schneider beim Segeln. Dort ist er allerdings «nur Leicht-Matrose». Kapitän ist seine Frau, denn diese besitzt den Segelschein. Sie ist Partnerin in einer Solothurner Anwaltskanzlei und darum wohnt das Paar in der Ambassadorenstadt. Das Pendeln sei aber nicht aufwändiger, als eine Stunde im Zürcher Stau zu stehen. Und falls mal «eine Werber-Party etwas länger dauern» könnte, hat Martin Schneider auch eine Wohnung in der Limmatstadt.
Andreas Panzeri
