Höflich, normal und erst noch günstig
Sponsoring VI Für die meisten Schweizer Telecomfirmen bleibt Sponsoring ein wichtiger Pfeiler im Marketingmix und im Kampf um Mobilkunden.
Sponsoring VI Für die meisten Schweizer Telecomfirmen bleibt Sponsoring ein wichtiger Pfeiler im Marketingmix und im Kampf um Mobilkunden.Von einem solchen Lucky Punch träumt jeder Sponsorverantwortliche: Wenige Monate nach dem Einstieg von Swisscom als Hauptsponsor beim Schweizer Ski Nordischteam im vergangenen Jahr sprang Newcomer Simon Ammann in Salt Lake City völlig unerwartet auf zwei Goldmedaillenplätze und sorgte weltweit für Aufsehen. Dass Ammann in Gottschalks «Wetten dass …» und der amerikanischen Talksendung von David Letterman auf jegliches Productplacement verzichten musste, tat der Freude über den gelungenen Coup bei Swisscom keinen Abbruch. Der Skispringer war und ist auch ohne diese Auftritte mit dem Swisscom-Logo für den Telecomriesen ein Glücksfall. Er ist erfolgreich, höflich, normal, sympathisch – und erst noch günstig. Die Sponsoringkosten des Telecomkonzerns dürften weit niedriger sein als der Werbewert, den Ammann heute hat.
Aber auch die Erfolge der Konkurrenz lassen sich sehen: Nicht gar so günstig, aber zumindest ähnlich erfolgreich wie Ammann für die Swisscom ist das Kino-Engagement von Orange: Das Westschweizer Unternehmen übernahm 2000 von Philip Morris die Rechte als Hauptsponsor der Kino-Openairs in Zürich, Bern, Basel und Lausanne. Das Spektakel soll Orange einige Millionen Franken wert sein. Als Gegenleistung erhält Orange seither eine optimale Plattform für verschiedene Kommunikationsmassnahmen.
Orange nutzt diese mit Bus- und Tram-Posters, Billboards, einer
eigenen Internetsite (www.orange
cinema.ch), einer starken Präsenz vor Ort (Communications Center mit zahlreichen Verkaufsangeboten), Merchandising, Filmprogrammen via SMS und speziellen Events.
Ebenfalls ein gutes Händchen
in Sachen Sponsoring bewies Sunrise mit einem seiner neuen Sponsoring-Engagements: Seit März 2003 ist Sunrise offizielle Kommunikationspartnerin für die Super League der Swiss Football League und kann somit die besten Schweizer Vereine kollektiv für seine Kommunikations- und Marketingzwecke nutzen.
Gute Imageträger und eine weitsichtige Strategie sind darum die wesentlichen Erfolgsbestandteile der Sponsoring-Engagements helvetischer Telecomfirmen. Von Budgetkürzung hielten Swisscom, Orange und Sunrise im Gegensatz zu vielen Grossfirmen 2003 wenig. Swisscom und Sunrise beliessen ihr Budget auf gleicher Höhe wie letztes Jahr, nur Orange reduzierte seine Ausgaben leicht. Auch der Sponsoringmix ist bei den Big Three fast identisch geblieben. Mehrheitlich setzen sie auf Sport und Kultur, vereinzelt auf Sozio-Sponsoring, wie dies Orange beispielsweise für Unicef tut.
Mehr Image fürs Telecom-Geld
Neu sind hingegen bei allen drei die Erwartungshaltungen an die Empfänger ihrer Gelder: «Die Sponsoring-Engagements werden vermehrt auf einen unmittelbaren Return on Investment ausgerichtet», sagt Peter Boeni, Leiter Sponsoring von Swisscom. Und Sunrise-Kommunikationschefin Monika Walser ergänzt: «Der Sponsor erwartet von den Organisatoren mehr als nur jeweils mit einem Logo in der Kommunikation und vor Ort präsent zu sein.»
Statt wie Rolex still im Hintergrund zu bleiben, wollen die Telecombosse nun vermehrt auch Einfluss nehmen. Beispielsweise Swisscom mit ihrem neuesten Sponsoring-Engagement. Vor wenigen Monaten erwarb sie von der Sportart AG für schätzungsweise eine Million Franken pro Jahr die Namensrechte am Schweizer Fussballcup. Während vier Jahren wird Swisscom dem Schweizer Cup den Namen Swisscom Cup geben können. Vier BSW-Agenturen pitchten um den Auftrag, ein Corporate Design zu erarbeiten, gewonnen hat den Auftrag Unikat (siehe auch Seite 7).
Dass die Swiss Football League mit dem Verkauf der Namensrechte am Schweizer Cup ihr Label laut Marketingfachleuten, längerfristig gesehen, herunterwirtschaftet, braucht die Swisscom nicht zu kümmern. Die Swisscom hat, was sie will und wird es auch in Zukunft haben: Denn: «Auf Grund der Wirtschaftslage werden viele Sponsoring-Budgets zurückgebunden. Verbände und Institutionen werden es deshalb in Zukunft noch schwerer haben, Sponsoren zu finden», weiss Boeni.
Sport und Kultur: Erfolgreiche Kern-Sponsorings der Telecomfirmen.
Annelies Friedli
Aber auch die Erfolge der Konkurrenz lassen sich sehen: Nicht gar so günstig, aber zumindest ähnlich erfolgreich wie Ammann für die Swisscom ist das Kino-Engagement von Orange: Das Westschweizer Unternehmen übernahm 2000 von Philip Morris die Rechte als Hauptsponsor der Kino-Openairs in Zürich, Bern, Basel und Lausanne. Das Spektakel soll Orange einige Millionen Franken wert sein. Als Gegenleistung erhält Orange seither eine optimale Plattform für verschiedene Kommunikationsmassnahmen.
Orange nutzt diese mit Bus- und Tram-Posters, Billboards, einer
eigenen Internetsite (www.orange
cinema.ch), einer starken Präsenz vor Ort (Communications Center mit zahlreichen Verkaufsangeboten), Merchandising, Filmprogrammen via SMS und speziellen Events.
Ebenfalls ein gutes Händchen
in Sachen Sponsoring bewies Sunrise mit einem seiner neuen Sponsoring-Engagements: Seit März 2003 ist Sunrise offizielle Kommunikationspartnerin für die Super League der Swiss Football League und kann somit die besten Schweizer Vereine kollektiv für seine Kommunikations- und Marketingzwecke nutzen.
Gute Imageträger und eine weitsichtige Strategie sind darum die wesentlichen Erfolgsbestandteile der Sponsoring-Engagements helvetischer Telecomfirmen. Von Budgetkürzung hielten Swisscom, Orange und Sunrise im Gegensatz zu vielen Grossfirmen 2003 wenig. Swisscom und Sunrise beliessen ihr Budget auf gleicher Höhe wie letztes Jahr, nur Orange reduzierte seine Ausgaben leicht. Auch der Sponsoringmix ist bei den Big Three fast identisch geblieben. Mehrheitlich setzen sie auf Sport und Kultur, vereinzelt auf Sozio-Sponsoring, wie dies Orange beispielsweise für Unicef tut.
Mehr Image fürs Telecom-Geld
Neu sind hingegen bei allen drei die Erwartungshaltungen an die Empfänger ihrer Gelder: «Die Sponsoring-Engagements werden vermehrt auf einen unmittelbaren Return on Investment ausgerichtet», sagt Peter Boeni, Leiter Sponsoring von Swisscom. Und Sunrise-Kommunikationschefin Monika Walser ergänzt: «Der Sponsor erwartet von den Organisatoren mehr als nur jeweils mit einem Logo in der Kommunikation und vor Ort präsent zu sein.»
Statt wie Rolex still im Hintergrund zu bleiben, wollen die Telecombosse nun vermehrt auch Einfluss nehmen. Beispielsweise Swisscom mit ihrem neuesten Sponsoring-Engagement. Vor wenigen Monaten erwarb sie von der Sportart AG für schätzungsweise eine Million Franken pro Jahr die Namensrechte am Schweizer Fussballcup. Während vier Jahren wird Swisscom dem Schweizer Cup den Namen Swisscom Cup geben können. Vier BSW-Agenturen pitchten um den Auftrag, ein Corporate Design zu erarbeiten, gewonnen hat den Auftrag Unikat (siehe auch Seite 7).
Dass die Swiss Football League mit dem Verkauf der Namensrechte am Schweizer Cup ihr Label laut Marketingfachleuten, längerfristig gesehen, herunterwirtschaftet, braucht die Swisscom nicht zu kümmern. Die Swisscom hat, was sie will und wird es auch in Zukunft haben: Denn: «Auf Grund der Wirtschaftslage werden viele Sponsoring-Budgets zurückgebunden. Verbände und Institutionen werden es deshalb in Zukunft noch schwerer haben, Sponsoren zu finden», weiss Boeni.
Sport und Kultur: Erfolgreiche Kern-Sponsorings der Telecomfirmen.
Annelies Friedli
