Am Rheinknie bleibts heimelig

Kino Basler verwarfen gleich zwei Multiplex-Kino-Projekte.

Kino Basler verwarfen gleich zwei Multiplex-Kino-Projekte.Die Region am Rheinknie wird über Jahre ohne Grosskino auskommen müssen. Denn Alternativen sind weder geplant noch werden weitere Standorte ernsthaft evaluiert. Am letzten Wochenende hat das Stadtbasler Stimmvolk eine Regierungsvorlage mit Zweidrittel-Mehrheit abgelehnt, die die Aufwertung des Heuwaage-Areals in der Nähe des SBB-Bahnhofs vorsah. Da hätte es Raum für einen privaten 40-Millionen-Bau der Architekten Herzog & de Meuron mit 2300 Kinoplätzen gegeben. Daraus wird nun aber nichts. Das zweite Projekt in Pratteln ist schon vor einem Monat von der Landeigentümerin beerdigt worden. Zwar lag eine Baubewilligung für ein Multiplex mit 14 Sälen und 3260 Plätzen vor, den Initianten war es aber in drei Jahren nicht gelungen, Investoren zu finden. Obwohl die Initianten noch bis Ende November 2003 Zeit gehabt hätten, stellte die Landeigentümerin bereits im Oktober ein neues Baugesuch – für das Winterlager des Circus Gasser Olympia. Die Initianten liessen seither nichts mehr von sich hören.
(mk)

«Wir bauen strategische Allianzen auf»

Direct Marketing V The Body Shop beweist, dass mit ganzheitlichen DM-/PR-Konzepten Kommunikationsziele erreicht werden. Ivan C. Levy, Inhaber der Lizenzrechte von The Body Shop Schweiz, über Alternativen zur klassischen Werbung.

Direct Marketing V The Body Shop beweist, dass mit ganzheitlichen DM-/PR-Konzepten Kommunikationsziele erreicht werden. Ivan C. Levy, Inhaber der Lizenzrechte von The Body Shop Schweiz, über Alternativen zur klassischen Werbung. WW Ivan C. Levy, es scheint, dass The Body Shop eine Abneigung gegen klassische Werbung geradezu pflegt. Ivan C. Levy Nein, dem ist nicht so. Aber Body-Shop-Gründerin Anita Roddick. Sie hielt und hält nichts
von klassischer Werbung.
Sie hatte und hat kein Verständnis dafür, dass man für ein einfaches Produkt so viel Geld ausgeben soll.
Sie sassen drei Jahre lang in der Geschäftsleitung von The Body Shop und hätten das ändern können…Anita Roddick und ihr Mann lagen nicht falsch. Es macht für Body Shop keinen grossen Sinn, auf klassische Werbung zu setzen.
Weshalb nicht?Weil wir, anders als etwa Lancôme, uns nicht im Warenhaus oder einer Parfümerie gegen Konkurrenzprodukte durchsetzen müssen. Wir brauchen keine Produkte- oder Imagekampagnen. Unsere Läden, deren Lage und die Schaufenster sind unsere Werbung.
Und Sie glauben, dass das reicht?Zugegeben – wenn The Body Shop so aggressiv wie Benetton in den Neunzigerjahren geworben hätte, würden wir heute statt 2000 vielleicht 4000 Geschäfte weltweit haben. Doch die Roddicks woll-
ten das Geld lieber in Fairtrading und Kommunikation investieren. Ich bin da ähnlicher Meinung. Ich glaube nicht, dass sich bei The Body Shop die Investitionen in klassische Werbung auszahlen würden.
The Body Shop Schweiz wird also auch in Zukunft nicht klassisch werben?
Solange mir keine Agentur garantieren kann, dass ich mit einer klassischen Werbekampagne meinen Umsatz um fünf Prozent steigern kann: ja.
Mir ist keine Agentur bekannt, die eine solche Garantie übernimmt…Da liegt doch das Problem: Während wir, die Unternehmer, Unmengen von Geld in die Hand nehmen, um eine Werbekampagne zu lancieren, und ein grosses Risiko eingehen, kommen die Werbeagenturen mit irgendeiner Idee an und riskieren einzig, dass sie keine Nachfolgeaufträge von der gleichen Firma bekommen und ihr Ruf ein wenig Schaden nimmt.
Sie erwirtschaften mit The Body Shop Schweiz jährlich einen Umsatz von über 38 Millionen Franken.
Jede andere Kosmetikfirma dürfte angesichts solcher Zahlen neidisch werden. Was ist das Erfolgsrezept von Body Shop Schweiz?
Unsere Produkte, die Lage der Läden und die Ideologie des Konzerns. Einen grossen Anteil am Erfolg hat aber auch unsere Kommunikations- und DM-Strategie. Als ich von 1996 bis 1999 in der Geschäftsleitung von The Body Shop International sass, habe ich diese Strategie mitentwickelt. Ziel war und ist es, möglichst nahe an unserer Kundschaft zu sein. Indem wir beispielsweise den Kunden mit Wettbewerben oder Aktionsangeboten Vorteile verschaffen. Zu diesem Zweck haben wir weltweit Customer Clubs gegründet. Einer der erfolgreichsten ist der Schweizer Klub. Wir haben mit über 150000 Mitgliedern eine der umfassendsten Kundenkarteien in der Schweiz. Und wir lassen uns diesen Klub einiges kosten: Wir investieren jährlich 500000 Franken. Doch das zahlt sich aus: Schliesslich liegt der Response zwischen fünf bis zehn Prozent.
Wie viele Infos enthält die Kartei?Bislang beschränkte sie sich auf Kartonkärtchen mit den wichtigsten Angaben und der Info, in welchem Laden der Kunde dem Customer Club beigetreten ist. Wir beabsichtigen aber demnächst, unsere Kundendateien besser zu erfassen und zu ergänzen und schweizweit «Strategic Alliances» aufzubauen, sprich passende Firmen zu suchen, die sich an gemeinsamen Aktionen beteiligen, damit unsere Kunden nicht nur von Body-Shop-, sondern auch von anderen Aktionen profitieren können.
Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?Wir können uns gut vorstellen, dass wir dank der Zusammenarbeit mit einem Reisebüro unseren Kunden schweizweit künftig ein Spezialangebot für Gesundheitsferien anbieten werden.
Planen Sie weitere Aktionen? Ja, unter anderem beabsichtigen wir, im September 2004 mit einer Aktion rund um das Thema Gewalt zu Hause auf Missstände aufmerksam zu machen und aufzurütteln. Wie diese Kampagne genau aussehen wird, kann ich Ihnen derzeit allerdings noch nicht sagen.
Interview:
Roddicks soziale Ader The Body Shop wurde 1976 von
der Engländerin Anita Roddick und ihrem Ehemann Gordon gegründet. Nach einer Krise in den Neunzigerjahren kehrte The Body Shop zum Erfolg zurück und gehört heute zu den expandierenden Unternehmen der Kosmetikbranche. Die Firma verzichtet – laut eigenen Angaben – auf Tierversuche und setzt sich für gerechte Arbeitsbedingungen ein. The Body Shop International wirbt weder in Zeitungen noch im TV. Weltweit gibt es 2000 Läden. In der Schweiz hat The Body Shop 50 Geschäfte und beschäftigt 3000 Angestellte. 2003 wird The Body Shop Schweiz voraussichtlich einen Umsatz von über 38 Millionen Franken erwirtschaften. Die Lizenzrechte von The Body Shop Schweiz gehören Ivan C. Levy und seiner Frau Sheela. Die beiden erwarben sie 1983. Von 1996 bis 1999 war Levy in der Geschäftsleitung von The Body Shop International und fürs Marketing und den Detailhandel zuständig. Heute arbeitet er als Berater und Vorstandsmitglied für diverse Retailunternehmen und karitative Organisationen in England und Asien. (af)
Ivan C. Levy will kein Geld für klassische Werbung ausgeben, weil er nicht an deren Effizienz glaubt.
Annelies Friedli

TBS Identity verleiht P2S ein trendy Image

Die Zürcher Agentur TBS Identity hat die Zolliker Beratungsfirma P2S als neuen Kunden in einem Pitch gewonnen.

Die Zürcher Agentur TBS Identity hat die Zolliker Beratungsfirma P2S als neuen Kunden in einem Pitch gewonnen.Die Zürcher Agentur TBS Identity hat die Zolliker Beratungsfirma P2S als neuen Kunden in einem Pitch gewonnen. Die auf Persönlichkeiten aus Sport und Entertainment spezialisierte Firma bietet eine breite Service-Palette an – von Steuerberatung über Umsiedlungsberatung, Post-Career Development, Immobilien bis zu Lifestyleberatung. P2S will dazu ein neues, trendiges Corporate-Design-Programm entwickeln lassen.

Candino sponsert Swiss Tennis

Sportsponsoring Die Festina-Candino Watch AG und Swiss Tennis haben einen Partnerschaftsvertrag für die nächsten vier Jahre unterzeichnet.

Sportsponsoring Die Festina-Candino Watch AG und Swiss Tennis haben einen Partnerschaftsvertrag für die nächsten vier Jahre unterzeichnet.Sportsponsoring Die Festina-Candino Watch AG und Swiss Tennis haben einen Partnerschaftsvertrag für die nächsten vier Jahre unterzeichnet. Die zur Festina-Gruppe gehörende Schweizer Uhrenfirma wird neuer
Patronatsträger der Club Champion Trophy und unterstützt damit das Breitensportangebot von Swiss Tennis. Candino werde die Club Champion Trophy, die jedes Jahr über 700 Clubs vereinigt neu prägen, heisst es in einer Mitteilung.

«Erstaunlich hohe Response Rates»

Direct Marketing VII Die DM-Branche will sich vor imageschädigendem Spamming mit eigenen Mitteln befreien. Futurecom-CEO Andreas Widmer über die Vorteile von auf Kundenzustimmung beruhenden Werbefeldzügen.

Direct Marketing VII Die DM-Branche will sich vor imageschädigendem Spamming mit eigenen Mitteln befreien. Futurecom-CEO Andreas Widmer über die Vorteile von auf Kundenzustimmung beruhenden Werbefeldzügen.WW Das 6. Zielgruppen-Forum des SDV stellte Permission Marketing und Konsequenzen der aktuellen
Entwicklung für die DM-Branche in den Mittelpunkt. Was macht diesen Begriff zum populären Schlagwort?
Andreas Widmer Menschen geben einem Unternehmen die Erlaubnis, sie zu informieren. Daraus entsteht eine neue Lage in der Kommunikation: Konsumenten erheben die Hand und zeigen so, dass sie hinhören wollen. Eine solche Aufforderung ist der optimale Beginn einer Kundenbeziehung. Sie verpflichtet aber auch und ist durch den Datenschutz an klare Richtlinien gebunden. Als ideale Ergänzung zu den
bisherigen Dialog-Marketing-Massnahmen ist Permission Marketing auch so populär, weil es der Gegenpol zum Spamming ist.
Was genau steckt hinter dieser Methode?Beim Permission Marketing sind zwei Hauptaufgaben zu meistern. Erstens: Beim Konsumenten so viel Vertrauen zu schaffen, dass sie die Erlaubnis erteilen, informiert zu werden. Zweitens: Dieses Vertrauen muss mit jedem Newsletter oder Angebot neu erworben werden und soll zu konkreten Kundenbedürfnissen weiterentwickelt werden. Diese Voraussetzungen schaffen eine Dialogqualität, wie man sie bis heute eigentlich nicht kannte – eine Win-Win-Situation für Sender und Empfänger.
Welche Vorteile bringt Permission Marketing?Es gibt eigentlich keinen Streuverlust. Kommt hinzu, dass die Empfänger viel eher bereit sind, Werbung zu beachten. Deshalb erreicht man erstaunlich hohe Response Rates. So spart man Kosten und verbessert durch individuelle Kundenansprache das Unternehmensimage.
Das Konzept, beim Konsumenten den Wunsch auf Werbung zu wecken, setzt einiges voraus. Welche Aufgaben hat das Unternehmen denn zu bewältigen?
Unternehmen müssen ihre Mitteilungen mit echten Vorteilen, News und relevanten Tipps für die Zielgruppe füllen. Denken Sie nur an die unzähligen Last-Minute-Newsletter in der Reisebranche, die sich hoher Beliebtheit erfreuen.
Wie kommt man möglichst schnell und zielgerichtet zur Erlaubnis des Konsumenten?Indem diese bei bestehenden Kunden offiziell eingeholt wird – beispielsweise durch eine Umfrage. Oder man gelangt über eine Promotion zu neuem Adressmaterial. Daten erhält man viel eher, wenn man dafür einen Anreiz wie einen Wettbewerbspreis schafft. Die dritte Variante wäre, Adressen einzukaufen. Dies ist aber nicht empfehlenswert, da noch keine Beziehung zwischen dem Unternehmen und den Angeschriebenen besteht.
Was raten Sie, um eine langfristige Kundenbindung zu erreichen?Dies geht über das Permission Marketing hinaus. Hier sprechen wir von CRM-Programmen, die über den ganzen Lebenszyklus eines Kunden greifen sollten. Grundsätzlich gilt: den Kunden möglichst gut zu kennen. Sein Profil nicht mit einer Unmenge von Daten zu füttern, sondern mit den entscheidenden Eckdaten, aus denen man individuelle Angebote definieren kann. Dadurch fühlt sich der Kunde zuvorkommend bedient und die Kundenbindung steigt. Automatisierte Dialogmöglichkeiten und benutzerfreundliche Datenbanken helfen dem Unternehmen weiter.
Die Kundendatenbank steht jetzt, und wir haben die aktive Zustimmung der Kunden erhalten. Wie gehts weiter?
Alle Marketingmassnahmen sind nur so effizient wie die dahinter stehende Datenbank. Daten müssen gepflegt und geschützt werden. Entzieht ein Kunde die Erlaubnis, muss dies auch festgehalten werden. Hier sehen wir das grösste Problem: Die Datenpflege wird oft vernachlässigt.
Wie sieht ein optimal gestalteter Newsletter aus?Die hohe Verbreitung und Beliebtheit des E-Mails hat die Erfolgsresultate von Permission Marketing erst ermöglicht. Je mehr persönliche Elemente der Newsletter enthält, desto höher ist die Response Rate. HTML-Newsletter erreichen bis zu 100 Prozent höhere Klickraten als Plain-Text-Mails. Absender und Betreff sind das Erste, was der Kunde sieht, also entscheidend. Newsletter ohne Anforderungen zum Handeln sind nett, aber nutzlos.
Angesichts der Missbräuche beim Datenschutz droht der Staat mit schärferen Sanktionen. Davon ist auch Permission Marketing betroffen.
Permission Marketing ist die legale Antwort auf Spam, den wir alle nicht mögen. Nicht zu unterschätzen sind jedoch beim Permission Marketing gesetzliche Richtlinien zum Datenschutz und zur Datensicherheit. Hier haben die Marketingverantwortlichen einen Nachholbedarf. Es ist deshalb empfehlenswert, sich beim Start von Permission-Marketing-Initiativen an Spezialisten zu wenden.
Interview:
Die Kundenzustimmung führt die Direct-Marketing-Branche aus der Spam-Schmuddelecke.
Den Kunden gut zu kennen, steht für Andreas Widmer im Mittelpunkt des Permission Marketings.
Luca Aloisi

Schneider Berthoud gibt Privatbank ein Gesicht

Im Pitch der Privatbank Ehinger&Armand von Ernst konnte sich die Basler Schneider Berthoud als Werbeagentur durchsetzen.

Im Pitch der Privatbank Ehinger&Armand von Ernst konnte sich die Basler Schneider Berthoud als Werbeagentur durchsetzen.Im Pitch der Privatbank Ehinger&Armand von Ernst konnte sich die Basler Schneider Berthoud als Werbeagentur durchsetzen. Das Institut ist aus der Fusion der alteingesessenen Berner Privatbank Armand von Ernst, der Zürcher Cantrade-Privatbank und der Bank Ehinger entstanden.

Schwedische Gipfelstürmer

Outdoor Vier neue Kampagnensujets von Sennhauser Creative Consulting sollen Haglöfs im Schweizer Markt verankern.

Outdoor Vier neue Kampagnensujets von Sennhauser Creative Consulting sollen Haglöfs im Schweizer Markt verankern.«Steil bergauf», sind die Organisatoren der diesjährigen Outdoor-Messe in Friedrichshafen überzeugt, wird die Entwicklung der Branche führen. Das Besucherplus von rund 19 und der Ausstellerzuwachs von zehn Prozent sind den Verantwortlichen Indizien genug, dass der europäische Outdoor-Markt trotz des frostigen Wirtschaftsklimas floriert. Diese Einschätzung bestätigt auch Richard Bolt, Inhaber von Alpine & Climbing Equipment (ACE) in Amden. Vor zweieinhalb Jahren hat er die Bekleidungslinie des schwedischen Outdoor-Spezialisten Hag-löfs im hiesigen Markt eingeführt. Bolt schätzt, dass sich die skandinavische Marke bereits unter den Top Five positionieren konnte. Pünktlich zur Wintersaison hat der Schweizer Generalimporteur der «Alpin-Bekleidung, die man nicht spürt» vier neue Kampagnensujets schneidern lassen. Verantwortlich zeichnet die Zürcher Agentur Sennhauser Creative Consulting (SCC), die auch die vergangenen zwei Auftritte konzipierte. Dramatisiert wird erneut der USP der Marke, wie CD Rene Sennhauser erklärt: «Die Bekleidungsprodukte von Haglöfs sind so funktional, dass sie von ihren Trägern kaum wahrgenommen werden.» Diese behindern sie weder beim gemütlichen Jass noch beim Stillen oder Butterbrot-Essen. Das Konzept scheint sich sowohl für SCC als auch für ACE bezahlt gemacht zu haben: Richard Bolt rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent. Zudem sollen einzelne Sujets der Schweizer Kampagne auch in anderen Märkten eingesetzt werden. Im kommenden Winter will ACE eine weitere Produktelinie aus dem Hause Haglöfs in der Schweiz einführen: die speziell für den Alpenraum konzipierten Rucksäcke.
So bequem, dass man sie einfach vergisst: Haglöfs Alpin-Bekleidung.
Outdoor Sennhauser Creative Consulting sorgt dafür, dass man Haglöfs Alpin-Bekleidung sehr wohl spürt und sieht. >> S. 7
Simone Keller

SFLB kleidet Herren Globus ein

Modemarkt Ab 2004 betreut Spillmann Felser Leo Burnett die Modekette Herren Globus. Die Zürcher Werbeagentur soll den Herrenausstatter klar gegenüber der Konkurrenz abgrenzen.

Modemarkt Ab 2004 betreut Spillmann Felser Leo Burnett die Modekette Herren Globus. Die Zürcher Werbeagentur soll den Herrenausstatter klar gegenüber der Konkurrenz abgrenzen.Modemarkt Ab 2004 betreut Spillmann Felser Leo Burnett die Modekette Herren Globus. Die Zürcher Werbeagentur soll den Herrenausstatter klar gegenüber der Konkurrenz abgrenzen. Der Etat
umfasst sowohl klassische als auch nichtklassische Kommunikation.

Malstube für Betonsound

Die Agentur für visuelle Kommunikation Malstube ist von der Zürcher Audioproduktionsfirma Betonierwerk Tonproduktion GmbH mit dem Redesign ihrer Corporate Identity beauftragt worden.

Die Agentur für visuelle Kommunikation Malstube ist von der Zürcher Audioproduktionsfirma Betonierwerk Tonproduktion GmbH mit dem Redesign ihrer Corporate Identity beauftragt worden.Ziel sei es, einen schlichten und einheitlichen Auftritt zu erstellen, heisst es in einer Mitteilung.

Die «Schönheit des modernen Lebens»

Plakate Die Plakatsammlung, zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank, zeigt an der Fraumünstergasse in Zürich avantgardistische Werke von Cassandre.

Plakate Die Plakatsammlung, zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank, zeigt an der Fraumünstergasse in Zürich avantgardistische Werke von Cassandre.Plakate Die Plakatsammlung, zu Gast bei der Schweizerischen Nationalbank, zeigt an der Fraumünstergasse in Zürich avantgardistische Werke von Cassandre. Als Adolphe Jean-Marie Mouron in Russland geboren, etablierte sich der Plakatkünstler ab den Zwanzigerjahren in Paris unter dem Namen Cassandre. Auf seinen Plakaten spiegelt die Faszination für die «Schönheit des modernen Lebens». Um im schnellen Stadtrhythmus aufzufallen, entwickelte Cassandre besondere Wirkungsgesetze für seine Plakate mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und Montagen. Die Ausstellung dauert bis 15. März 2004.

Hinaus in die offene See

Aufgefallen Nie waren Überlebensregeln so wertvoll wie heute. Deshalb nachfolgend ein Achtpunkteprogramm, das zeigt, wie man Journalist wird, sich dabei treu bleibt und erst noch einen Redaktionsposten ergattert.

Kolumne Nie waren Überlebensregeln so wertvoll wie heute. Deshalb nachfolgend ein Achtpunkteprogramm, das zeigt, wie man Journalist wird, sich dabei treu bleibt und erst noch einen Redaktionsposten ergattert.Was höre ich, Mbwana, Sie wollen in den Journalismus einsteigen? Willkommen im Club! Im Grunde könnte diese Kolumne hier enden. Journalismus ist in dieser Beziehung wie Sex: Man kann es nicht lernen, man fängt eines Tages einfach damit an. Dieser Weg ist günstiger und aufregender als Journalistenschulen. Dort wird zwar Wissenswertes zur Theorie diverser Genitalien gelehrt. Und es werden fleissig Liegestützen geübt. Aber Sex ist das nicht. Und Journalismus auch nicht.Journalismus ist es erst, wenn es gedruckt wird. The proof of the pudding lies in its eating. Und gedruckt werden Sie erst, wenn andere Journalisten Ihren Text drucken lassen. Die besten Ratschläge für angehende Kollegen drehen sich also um zwei Dinge: Wie macht man sich einen Namen und – mindestens ebenso wichtig – wie geht man mit anderen Journalisten um.
1. Idiotisch ist, dasselbe Zeugs wie alle anderen zu schreiben. Sprich: Sie brauchen einen eigenen Stil. Den bekommen Sie, wenn Sie hartnäckig nur über Dinge schreiben, die Sie wirklich interessieren. (So einfach ist das? So einfach ist das!)
2. Das Gefährlichste für Ihren Stil: Dass er zu früh abgeschliffen respektive angeglichen wird, schon in den Schulen oder dann in den Zeitungen selbst. Denn mit den ersten hübschen Stilblüten wird normalerweise gleich das ganze Beet umgegraben. Und Rasen angepflanzt. Das Paradox ist: Um
zu überleben, muss man als Journalist fast als ausgewachsener Könner auf den Markt kommen. Nur wie?
3. Machen Sie es wie das Krokodil, suchen Sie für die ersten Schwimmübungen kleine Tümpel auf. Schreiben Sie so viel wie möglich in kleinen Zeitungen, die so gut wie nichts zahlen. Ihr Honorar besteht neben Freiheit aus dem härtesten Test der Welt: Sobald die Ihren Text gedruckt haben, sehen Sie schon, wie er wirkt. Und ob er wirkt. Kein Test ist grausamer als die Wirklichkeit.
4. Seien Sie nie, nie arrogant. Etwa, weil es kein Geld gibt. Arbeiten Sie für unbezahlte Aufträge, als ginge es um Ihr Leben. Niemand wird Sie wegen kleinen und mittleren Texten in guten Zeitungen wahrnehmen – ein einziger brillanter Artikel in einem No-Budget-Blatt hingegen kann bereits den Durchbruch bringen. Und ein einziger kompetenter Leser aus der Branche auch. Und hoppla, sind Sie entdeckt: als Meister, nicht als Lehrling.
5. Sollten Sie jung sein, können Sie auch renommierten Blättern jedes Thema verkaufen. Und zwar mit folgendem einfachen Trick. Sie sagen: «Alle meine Kollegen interessieren sich für…» Oder, falls der Redaktor nicht versteht: «Alle Jungen interessieren sich für…». Das muss nicht der Wahrheit entsprechen (der Einzige, der sich interessieren muss, sind Sie!), aber der Redaktor wird im Spiegel seine gefärbten Haare sehen, sich schämen und Ihr Thema ins Blatt nehmen. Jugend wollen sie alle.
6. Wollen Sie jemanden aus der Branche kennen lernen, fragen Sie ihn um Rat. Der Frage um Rat kann niemand widerstehen. Niemand. Man wird sich Ihren Namen merken. Sie fördern. Sie lieben.
7. Schreiben Sie aufmunternde Fan-E-Mails, falls einem Kollegen etwas gelungen ist. Jemanden, der einen lobt, hält jeder sofort für kompetent. (Achtung: Lügen Sie nicht – denn Schleimer leben auf glitschigem Grund. Und inflationäres Lob hat so viel Wert wie inflationäres Geld.)
8. Wenn Sie sich bei einer Redaktion bewerben, sagen Sie nie: «Ich will vor allem schreiben.»
Sagen Sie: «Mich fasziniert vor allem das Redigieren, Zeitungsmachen, der Kontakt zu guten, jungen Autoren…» Die Kollegen werden begeistert sein, einen begabten, willigen Sklaven einzustellen. Schreiben können Sie dann ab dem ersten Tag.So weit, Mbwana, die ausführliche Version des «Willkommen im Club!». Sollten Sie es bald auf einen Redaktionssessel schaffen, beginnt der nächste Abschnitt: das Spiel um die Macht. Doch davon das nächste Mal
Für erste Schreibübungen empfiehlt der Kolumnist kleine Tümpel.
.> Constantin Seibt ist Politik- und Wirtschaftsredaktor der WochenZeitung WoZ – und war schon im letzten Jahrhundert Journalist.

Totgesagte leben länger

Das ideale Motto für das 70-Jahr-Jubiläum der Weltwoche, das am Montag nur für geladene Gäste in den SBB-Werkstätten in Zürich-Altstetten stattfand.

Das ideale Motto für das 70-Jahr-Jubiläum der Weltwoche, das am Montag nur für geladene Gäste in den SBB-Werkstätten in Zürich-Altstetten stattfand.Denn die Weltwoche sei momentan über den Berg, auch wenn dies nicht an die allzu grosse Glocke gehängt werde, freute sich Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger – frisch gewählter FDP-Nationalrat – bei seiner Begrüssung. Das Magazin schreibe mittlerweile sogar schwarze Zahlen.Nicht zu bestreiten ist, dass die Jean Frey AG schon seit geraumer Zeit als einziger Verlag das ganze Jahr hindurch grosszügige Events veranstaltete. Was ja Rückschlüsse auf den Geschäftsgang zulässt.
Der Erfolg gewohnte Roger Köppel meinte jedenfalls in seiner Rede, dass der Weg etwas gar lang und «die Situation sehr intensiv» gewesen sei – wobei unklar war, ob er dabei die 70 Jahre Anlaufzeit oder die etwas schwierig gestaltete Anfahrt zum Event meinte; die gebuchten VBZ-Bus-Chauffeure bekundeten einige Mühe, den Eingang zum Festort zu finden.
Gastredner und SBB-CEO Benedikt Weibel letztlich wies noch einmal darauf hin, dass die Weltwoche in einem Zug erfunden wurde. Genau am 17. November 1933 hatten Karl von Schumacher und Manuel Gasser auf der Heimreise von Paris nach Zürich die Idee, die Weltwoche zu lancieren. Es entstand eine Art Erdbeben in der Schweizer Presselandschaft, das man bis heute nachhaltig zu spüren scheint.
So fiel wohl auch die Störaktion der WochenZeitung, erfunden vom ehemaligen Facts-Anzeigenleiter Kilian Gasser, auf fruchtbaren Boden. «70 Jahre frisch und froh, Köppel mach nur weiter so», titelten in WoZ-Gelb gehaltene Plakate bereits in der Passage des Bahnhofs Altstetten – und ebenso die auf den Toiletten aufliegenden Flyer. Die WoZ dankte auf diese Art als letzte wirklich unabhängige Wochenzeitung den von der Weltwoche zugespielten Abo-Konvertiten. Oder genauer gesagt: Die Leute, die eine Zeitung lieber von links nach rechts als ein Magazin von rechts nach links lesen.
Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel (M.) mit Markus Pekeler und Cary Steinmann (r.) von TBWA.

Cartier-Chef Horst Edenhofer (r.) und Swiss-Banking-Chairman Pierre Mirabaud zusammen mit Uli Rubner.

Standen Spalier für das Foto-Shooting beim Weltwoche-Jubiläum: Walter Bosch, Christoph Richterich und Roger Schawinski (v. l.).

Jean-Frey-CEO: Filippo Leutenegger (2. v. l.) zusammen mit Jean-Christophe Francet (l.), Servais Micolot und Sébastien Fabbi (r.).

Angeregte Unterhaltung: Werbe-Spezis Jean Etienne Aebi (l.) und Martin Spillmann (r.) mit Walter Rüegg von Rüegg Werbung.

Gratulation von der Mediaagentur Konnex für die Weltwoche: Monica Jäggi, Ronny Schmid, Corinne Kelly und Peter Döbeli (v. l.).

Ehrengast Thomas Borer (l.) mit Schweizer-Presse-Geschäftsführer Daniel Kaczynski (r.) und Weltwoche-Werber Christophe Guye.

André Benker, Hansueli Schweizer, Daniel Comte und Ruedi Wyler (v. l.) – drei ehemalige und ein künftiger (?) Werber des Jahres.

Weltwoche-Anzeigenleiter Christophe Waeber (l.) mit Ivan Schultheiss, heute bei APG, und Alexa Julier von der Weltwoche.

Kein schwarzer Peter: Laurence Saas von Mediaedge:CIA hatte mit Peter Menzato (l.) und Peter Kümmerli von Jean Frey viel zu lachen.

Auch in Geburtstagslaune: Caroline Nünlist (l.) von Zip-Media und Astrid Gartenmann von Publimedia.

Peter Hofstetter (r.) mit Kunde Kim Christensen, Feldschlösschen, und Freundin Conny Kristoffy.

Saab-Marketingleiter Arno Gunsch unterhielt sich während der Weltwoche-Fete angeregt mit Gilbert Fisch (r.) und Nik Meier (l.).

Jeanine Meier (l.) von British Airways und Michèle Chevin von JP-Morgan-Fleming wollten die Fete keinesfalls verpassen.

Weltwoche-Ladies Esther Würsten, Nadine Notter und Michelle Schödler (v. l.) sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

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