Das Medienhaus Ringier wird noch dieses Jahr eine tägliche Wirtschaftsszeitung im Tabloidformat auf den Markt bringen. Cash daily ist zudem als multimediale Plattform geplant, die auf verschiedenen Kanälen innerhalb eines Jahres wöchentlich eine Million wirtschaftsinteressierte Personen erreichen will. Zum Printprodukt sind Audio- und Videoapplikationen auf dem Internet und auf mobilen Plattformen geplant. Für das Projekt wurde der Verlagsfachmann Hans Ott (50) als Projektleiter verpflichtet. Ott war unter anderem Geschäftsführer der Herausgeberin der Wirtschaftsmonatszeitschrift Bilanz.Das Interview mit Thomas Trüb, Leiter Konzernbereich Wirtschaftsmedien von Ringier führte Pierre C. Meier.
Was heisst Cash daily für Cash als Wochentitel?Die Wirtschaftszeitung Cash bleibt als Wochentitel bestehen. Mit Cash daily wollen wir neues Potential an den Wochentitel heranführen. Inhaltlich werden sich die beiden aber wesentlich unterscheiden. Cash daily macht Tagesjournalismus, nicht gross recherchierte Geschichten.
Und für Cash TV?Bald haben wir nur noch am Samstag eine Pause ohne Cash. Cash TV am Sonntag kann sicher besser eingebunden werden. In Zukunft können und wollen wir die verschiedenen Medien stärker miteinander verbinden. Gleichzeitig beginnen wir mit einer elektronischen Zeitung, die täglich Audio- und Videobeiträge beinhalten wird. Eine Frühexperimentalform von WebTV!
Wie wird Cash daily verteilt?Noch nichts ist in Stein gemeisselt, es gibt im Moment vier bis fünf Optionen. Wir werden Cash daily voraussichtlich so verteilen, die Gratiszeitungen gemeinhin verteilt werden. Klar sind bis jetzt zwei Faktoren: gratis und am morgen. Wie genau verteilt wird und wie die Auflage sein wird, können wir momentan noch nicht sagen. Fokussieren werden wir aber auf den nationalen Markt. Wir lancieren die erste Tageswirtschaftszeitung der Schweiz und die kann nur national sein.
Was ist in Sachen Format und Umfang angedacht?Als Format ist Tabloid geplant, die Grössenordnung bei der Startauflage sind 20-24 Seiten.
Wann wird Cash Daily gelauncht?Der Launchtermin hängt noch von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel wie schnell wir eine Software hinkriegen, die pannenfrei funktioniert. Geplant ist eine Software, die im weitesten Sinn ein CMS ist, mit dem ich die verschiedenen Kanäle bedienen kann: Mobile, Video-, Audio-Applikationen. Meines Erachtens gibt es im Zeitungsbereich in dieser Art weltweit noch nichts. Wir werden hier sicher eine Pionierrolle spielen. Wir werden eine solide Tageszeitung in Printform machen aber gleichzeitig werden wir beginnen, mit neuen Formen und neuen Medien zu experimentieren.
Was ist die Rolle des Projektleiters Hans Ott?Ott begleitet das Projekt bis es zum Laufen kommt. Die Chefredaktion ist vollkommen offen.
Tangiert Cash daily andere Gratiszeitungsprojekte von Ringier?Dies hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Das Projekt Cash daily läuft unter dem Aspekt, einen neuartigen Medienverbund zu schaffen. Und weniger unter dem Aspekt, eine grossauflagige Gratiszeitung zu lancieren.
Bei den ersten Gerüchten hiess es, man suche Sponsoren. Wie sieht das heute aus?Ich habe zu diesem Thema ja schon viel gelesen, aber sie sind der erste, der mir diese Frage überhaupt stellt. An dieser Geschichte ist gar nichts. Es gibt eine ganz klassische Finanzierung über Anzeigen. In den elektronischen Medien wird es sicher neue Werbemöglichkeiten geben. Von Sponsoring kann aber keine Rede sein.