Am 24. Juli wird im Tessin als Vorreiterkanton auf dem Weg zum digitalen Fernsehen der SRG die analoge terrestrische Verbreitung der TV-Programme abgeschaltet (siehe SRG macht das Tessin zum Pionier im Digi-TV). Zwar sollte der Wechsel ohne nennenswerte Probleme verlaufen, einige Tessiner Lokalpolitiker zeigen sich indes besorgt und reagierten mit einem parlamentarischen Vorstoss. Von der Umstellung sind im Tessib ca. 25’000 Fernsehapparate betroffen, die derzeit noch mit Antenne die TV-Programme empfangen.
Zum einen gebe es Randgebiete, in denen das neue Signal nicht empfangen werden könnten, behauptet etwa Grossrat Lorenzo Quadri in einer parlamentarischen Anfrage an die Tessiner Regierung. Zudem behauptet er, dass der benötigte Digitalempfänger teurer sei als die von der TSI als Mindestpreis genannten 150 Franken. Besonders ältere Menschen müssten sich für die Umstellung beraten lassen, da sie technisch nicht versiert seien, Und dies gehe ins Geld.
Die Grossräte fordern nun die Tessiner Regierung auf, bei der TSI zu intervenieren, damit der TV-Empfang überall garantiert bleibe. Ausserdem stelle sich die Frage, ob die SRG nicht den Konsumenten einen Teil der Kosten für die Anschaffung eines Digitalempfängers erlassen könne. Die TSI reagierte verärgert über den Vorstoss und erinnerte ihrerseits an den Beschluss des Bundesrats zur Einführung der digitalen terrestrischen Verbreitung (DVB-T), der für die gesamte Schweiz gelte. Bis 2009 soll die ganze Schweiz erschlossen sein. Mit der digitalen terrestrischen Verbreitung gehen eine bessere Bildqualität und der Empfang von mehr Sender einher. Derzeit schauen nach Schätzungen der SRG 10 bis 15 Prozent der Haushalte noch via Antenne fern.
TSI-Sprecher Paolo Rimoldi versicherte indes, dass das neue Signal im ganzen Kanton empfangbar sei und dass alles Mögliche unternommen worden ist, um den Übergang problemlos zu gestalten. In einer Gemeinde gebe es noch technische Probleme, dort bleibe aber das alte Signal in Kraft, bis das Problem behoben sei.
Das TSI hat zudem eine Helpline eingerichtet, bereits seien vergangene Woche 325 Anrufe eingegangen, meldet die Nachrichtenagentur SDA. Die Migros bietet im Tessin zudem per Zeitungsinserat Decoder für 88 Franken an.