Die Medien- und Werbevermittlerin PubliGroupe hat im ersten Halbjahr 2006 einen Reingewinn von 28.6 Mio. Franken erzielt. Der Umsatz wurde um 2.9 Prozent auf 1035 Mio. Franken gesteigert. Alle Geschäftsaktivitäten haben zugelegt, meldete die PubliGroupe am Montag.
Im ersten Halbjahr schneidet das Waadtländer Unternehmen damit nicht ganz so gut ab wie im Vorjahr, in welchem ein durch Wertsteigerungen des Wertschriftenportfeuilles begünstigter Gewinn von 46.7 Mio. Franken ausgewiesen werden konnte. Das Finanzergebnis bewege sich auf normalem Niveau. Diese Wertsteigerungen nicht eingerechnet, hat sich das Nettoergebnis aber um 1.9 Prozent gegenüber Vorjahr verbessert.
Verbesserung in allen Hauptsegmenten Erwartungsgemäss seien die Werbeausgaben in den entwickelten Märkten stabil geblieben bzw. nur leicht angezogen, so die PubliGroupe. Asien und die Online-Medien sowie Kategorien der elektronischen Medien zeigten eine dynamischere Entwicklung als die Printmedien. Die Printmedien konnten ihre weiterhin starke Position aber mit Erfolg verteidigen.
Der grösste Beitrag zur Umsatzzunahme um 2.9 Prozent stammte aus der internationalen Division Publicitas Promotion Network (PPN), die 18.6 Prozent zulegte und vom Segment «Geschäfte im Aufbau» (Consulting/E-Business, Electronic, Digital & Interactive Media), das sich um 36.6 Prozent steigerte. PubliDirect legte 1.7 Prozent zu und PubliPresse ging um 0.9 Prozent leicht zurück.
Starke Zunahme der «Geschäfte im Aufbau» Die im Jahr 2005 getätigten Investitionen für die Entwicklung der Gruppe in den Bereichen Online und elektronische Medien (siehe
Publigroupe will mit elektronischen Medien einen Spitzenplatz) haben sich bezahlt gemacht. In der Halbjahresbilanz per Juli 2006 erzielte das Geschäft im Aufbau «Consulting/E-Business Electronic, Digital & Interactive Media» eine Umsatzsteigerung von 36.6 Prozent auf 40.3 Mio. Franken. Damit sei beinah schon der Break-even erreicht, schreibt die Gruppe.
Das Beratungsunternehmen Namics steigerte den Umsatz um 45.9 Prozent auf 13 Mio. Franken. Gerechnet wird mit weiterer Expansion.
Die Cinecom steigerte ihrem Umsatz um 32 Prozent auf 23.3 Mio. Franken. Dabei nahm die Kinowerbung um 9 Prozent zu. Die Cinecom profitiere nun von der Digitalisierung der Kinowerbung – das Medium Kino sei nun für lokale Werbeaufträge attraktiver. Fernsehwerbung nahm um 35 Prozent zu und durch die Vertretung des neuen Senders 3+ ist mit weiterer Umsatzsteigerung zu rechnen.
Web2com, die Vermarkterin von Werbung in interaktiven Medien, legte um 59.3 Prozent zu und erzielte einen Umsatz von 5 Mio. Franken. Damit wies dieses Segment zu erstem Mal schwarze Zahlen aus.
PubliDirect auf hohem Niveau Das Unternehmenssegment PubliDirect steigerte sich um 1.7 Prozent auf hohem Niveau von 52.6 Mio. Franken Umsatz – trotz Ausbaukosten für die neue Suchmaschine Local.ch und Erweiterung der Beteiligungen bei The Guide Company (siehe
PubliGroupe baut Beteiligung an The Guide Company aus).
Mit lokalen Telefonbüchern wurde ein Umsatzzuwachs von 12 Prozent erzielt, die gedruckten Gelben Seiten wuchsen um 4 Prozent bei unveränderter Auflage.
PubliPresse im schwierigen Umfeld Die Vermarktung des Werbeangebots der Schweizer Presse und ihrer Onlinedienste fand in einem schwierigen und kompetitiven Umfeld mit hoher Volatilität statt, schreibt die PubliGoupe. Der Umsatz nahm um 0.9 Prozent auf 767.7 Mio. ab. Zu leiden hatte die PubliPresse unter dem Rückgang der kommerziellen Werbung. Zum ersten Mal seit drei Jahren gingen auch die Immobilienanzeigen zurück (-3.4 Prozent). Einzig bei den Stellenanzeigen zeigte sich ein ungebrochener Wachstumstrend mit einem Plus von 18.7 Prozent.
Internationale Vermarktung von Pressewerbung Die Division Publicitas Promotion Network (PPN), die Pressewerbung international vermarktet, steigerte den Umsatz um 18.6 Prozent auf 183.9 Mio. Franken. Besonders erfolgreich war das Geschäft in Asien/Australien (+ 24 Prozent) und auch das Geschäft in Europa erholte sich merklich (+ 23.3 Prozent). Nord- und Südamerika sind weiterhin negativ (-7.7 Prozent).
Ausblick Eine Trendwende im Werbemarkt erwartet die PubliGrouope für dieses Jahr nicht mehr. Die im ersten Halbjahr festgestellten Tendenzen des Werbemarktes würden sich im zweiten Semester fortsetzen. Der Umsatz dürfte dank den ausländischen Märkten und den elektronischen Medien weiter zunehmen. Dazu beitragen werde auch die Vermarkterin von Radiowerbung, RadioTele AG, die seit Juli 2006 in die Gruppe integriert ist. Das Unternehmen will weiter rund 8 Mio. Franken in die Weiterentwicklung des Geschäfts investieren. Obwohl das operative Ergebnis im Rahmen der Erwartungen der Analysten lag, gab die Aktie der PubliGroupe bis am Mittag im Handel leicht nach.