Gut Ding will Weile haben

Pierre C. Meier über die vier regionalen Splits des Tagesanzeigers und über neuen Wind in der Werbewoche-Redaktion.

Seit ungefähr zwei Jahren spricht man mittlerweile von der neuen Regionalstrategie für den Tages-Anzeiger. Und auch von einem neuen Layout ist immer wieder die Rede. Nun gilt es endlich ernst. Im November sollen die vier regionalen Splits realisiert werden. Und zwar nicht (wie manche zu wissen meinten) im Tabloidformat wie der seit März 2005 erscheinende Lokalsplit am linken Zürichseeufer, sondern als Broadsheet-Bund. Mit dieser Massnahme will Tamedia ihr Flaggschiff im Hauptverbreitungsgebiet stärken und gleichzeitig auch gegen die etablierten Lokalzeitungen antreten. Rolf Bollmann, der erfolgsgewohnte Macher von 20 Minuten, musste, wie schon andere vor ihm, erfahren, dass an der Werdstrasse halt alles ein bisschen länger dauert. Und noch etwas in eigener Sache. Luca Aloisi hat sich nach mehr als sieben Jahren bei der Werbewoche entschlossen, eine neue Herausforderung anzunehmen. Er wechselt die Fronten und wird beim Einrichtungshaus Pfister die PR und das Sponsoring mitverantworten. Luca Aloisi war Ressortleiter Marketing & Kommunikation und seit 2001 stellvertretender Chefredaktor. Die Werbewoche-Redaktion und ich persönlich danken ihm für seine langjährige Mitarbeit. Er war ein kritischer, aber immer fairer Journalist, der dank seinem Netzwerk in der Kommunikationsbranche stets über die neusten Entwicklungen informiert war. Luca war aber auch ein guter Kollege und Teamplayer. Wir werden ihn vermissen und wünschen ihm bei seiner neuen Tätigkeit viel Erfolg.
Es freut mich, dass wir seinen Nachfolger in den eigenen Reihen gefunden haben. Andreas Panzeri, seit 2001 bei der Werbewoche, ist der neue Ressortleiter Marketing & Kommunikation und amtet gleichzeitig auch als stellvertretender Chefredaktor. Als neuen Mitarbeiter in der Redaktion begrüssen wir Christian Lüscher. Seinen ersten Artikel für uns verfasste er über Tendenzen im Trendbereich Mobile Marketing.
 
> Pierre C. Meier, Chefredaktor, [email protected]

Swisscom startet Weblog-Versuchsballon

Anfang September will die Swisscom einen eigenen Blog zum Thema «Umwelt und Kommunikation» starten – erst einmal versuchsweise bis Ende Jahr.


Anfang September will die Swisscom einen eigenen Blog zum Thema «Umwelt und Kommunikation» starten – erst einmal versuchsweise bis Ende Jahr. Wie Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus gegenüber dem Tagesanzeiger sagte, beobachtet die Swisscom heute bereits aktiv die Bloggerszene und erstellt wöchentliche Reports. So erhalte man wertvolle Inputs, um Produkte und Dienstleistungen auf die Kundenbedürfnisse auszurichten, sagte Neuhaus.

Presserat pocht auf Schutz der Privatsphäre

Der Schweizer Presserat hat drei Beschwerden ganz oder teilweise gutgeheissen, in denen es primär um die Respektierung der Privatsphäre geht.


Der Schweizer Presserat hat drei Beschwerden ganz oder teilweise gutgeheissen, in denen es primär um die Respektierung der Privatsphäre geht.So wurde eine Beschwerde gegen die Toggenburger Zeitung genehmigt, bei der es um die Identifizierbarkeit eines noch nicht rechtskräftig verurteilten Mannes ging. Aufgrund eines im Januar erschienenen Berichts und eines Bildes sei der Mann für Dritte ohne grossen Aufwand identifizierbar gewesen, stellt der Presserat fest. Ausserdem sei der Betreffende unter einem Vorwand zur Unterredung mit dem Zeitungsredaktor gelockt worden und sei nicht über den Zeitungsbericht informiert worden. Auch über den Verwendungszweck eines während des Gesprächs aufgenommenen Bildes sei der Mann nicht informiert worden.
Auch die Schweizerzeit verletzte laut Presserat das Recht eines Angeschuldigten auf Anhörung. In einem von SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer verfassten und gezeichneten Artikel waren im Februar gegen einen Anwalt schwere Vorwürfe erhoben worden, ohne dass dieser dazu Stellung nehmen konnte.
Teilweise gutgeheissen wurde die Beschwerde einer Frau, über die das Westschweizer Magazin Femina im Dezember 2005 in anonymisierter Form einen Bericht veröffentlicht hatte. Die Frau hatte sich beim Presserat darüber beschwert, dass sie in dem Artikel identifizierbar war. So waren ihr Wohnort, die Anzahl Kinder und ihre seltene Krankheit erwähnt. In seiner Stellungnahme betont der Presserat, diese Hinweise seien in keinem Zusammenhang mit der Vergewaltigungsgeschichte gestanden und seien deshalb nicht angebracht gewesen.

Zwei neue St. Galler Publikationen zum Thema Heilen

Letter & Line, die St. Galler Agentur für Verlagsservice, will einen Teil vom Wellnesskuchen und meldet den Start von zwei neuen Zeitschriften rund ums Heilen.


Letter & Line, die St. Galler Agentur für Verlagsservice, will einen Teil vom Wellnesskuchen und meldet den Start von zwei neuen Zeitschriften rund ums Heilen. «Heilen heute» und «Marma – fernöstliche Heilkunst» erscheinen künftig vierteljährlich und sollen im ganzen deutschsprachigen Raum Verbreitung finden. Die beiden Gesundheitsmagazine sollen ausserdem einen sehr starken Bezug zur Praxis sowie grossen Servicecharakter aufweisen, so Verlagsleiter Marcus Caluori.Heilen heute wird von Anouk Claes und Marcus Caluori im Heilen heute-Verlag, St.Gallen herausgegeben und wird ab 6. September am Kiosk sowie im Abo erhältlich sein. Marma – fernöstliche Heilkunst erscheint erstmals am 29. September und wird von Marcus Caluori sowie Bobby & Andreas Feurer im Verlag von E-Druck AG, St.Gallen herausgegeben.

Wechsel in der Geschäftsleitung bei ConRadioTV

Martin Bürki übernimmt neu die Leitung von ConRadioTV. Er tritt die Nachfolge von Daniel Flück an.

Martin Bürki übernimmt neu die Leitung von ConRadioTV. Bürki tritt die Nachfolge von Daniel Flück an, der sich beruflich neu orientieren will und das Unternehmen Anfang September 2006 verlässt, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Eintritt von Bürki als Geschäftsleiter von ConRadioTV erfolgt per 1. Dezember. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Geschäftsleitung interimistisch durch Marc Friedli (Leiter audiovisuelle Medien der Espace Media Groupe) und Michael Schüpbach (Verkaufsleiter conRadioTV) wahrgenommen. Bürki arbeitet derzeit als Leiter Kommunikation bei Publisuisse. Zuvor war er in leitender Funktion bei der Publicitas in Bern tätig.

Mitlinks wirbt für Cardinal

Die Zürcher Webagentur Mitlinks hat mit der Brauerei Cardinal einen neuen Kunden gewonnen.


Die Zürcher Webagentur Mitlinks hat mit der Brauerei Cardinal einen neuen Kunden gewonnen. Die Zusammenarbeit mit Cardinal werde ab Ende September durch die erste Web-Kampagne lanciert, teilt die Agentur am Dienstag mit.

Werbeverbot für Tabakwaren sorgt in Solothurn für rauchende Köpfe

Der Solothurner Kantonsrat entscheidet am Mittwoch über ein neues Gesundheitsgesetz, das ein Werbeverbot für Tabakwaren vorsieht. Bereits in der Eintretensdebatte am Dienstag kam es zu hitzigen Diskussionen.


Der Solothurner Kantonsrat entscheidet am Mittwoch über ein neues Gesundheitsgesetz, das ein Werbeverbot für Tabakwaren vorsieht. Am Dienstag ist das Parlament auf das Gesetz eingetreten. Bereits in der Eintretensdebatte kam es zu hitzigen Diskussionen. Besonders umstritten ist das Verbot von Werbung und Sponsoring für Tabak auf öffentlichem Grund bzw. auf privatem Grund, wenn er von öffentlichem Grund aus eingesehen werden kann (siehe Kanton Solothurn will Tabakwerbung verbieten).CVP und SP setzten sich für ein Werbeverbot ein, weil sich die Werbung zu stark auf Jugendliche ausrichte. Das Werbeverbot bedeute Jugendschutz, erklärte SP/Grüne-Sprecherin Stephanie Affolter (Biberist). Die FDP hingegen forderte eine Streichung des Werbeverbots aus der Vorlage. Sie erachtete dieses als unzulässigen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit, wie es in ihrem Antrag heisst. Gleiches forderte die SVP in einem eigenen Antrag.
Die definitive Entscheidung fällt der Kantonsrat in seiner Sitzung vom Mittwoch. Die Regierung will das Gesetz freiwillig dem Volk unterbreiten. Am 24. September stimmt auch Baselland über ein Werbeverbot für Tabak und Alkohol ab. Bei einem Ja der Basler, prognostizierte die Wirtschaftszeitung Cash eine Verbotswelle, die durch die ganze Schweiz schwappt (siehe
Drohende Werbeverbote gefährden die Werbeindustrie).

Internetnutzung legt in der Schweiz 10 Prozent zu

Der Trend zur vermehrten Nutzung des Mediums Internet hält gemäss Wemf unvermindert an. Die dritthäufigste Anwendung ist das Lesen von tagesaktuellen Nachrichten, die vierthäufigste das Abrufen von Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften.

Der Trend zur vermehrten Nutzung des Mediums Internet hält gemäss des neusten Reports der Wemf AG für Werbemedienforschung unvermindert an. Die aktuellen Zahlen der 2. Welle von «MA Net 2006» zeigt Wachstumsraten von knapp 10 Prozent bei den regelmässigen Nutzern in Vergleich zum Vorjahr.
In der 2. Welle wurden von Oktober 2005 bis März 2006 12’125 Personen befragt. Im Vergleich zur 1. Welle hat die Internetgemeinde um weitere 100’000 User zugelegt (weiter Nutzerkreis WNK = Nutzung innerhalb der letzten sechs Monate). Dies entspricht einem Anteil von 71,8 Prozent aller Schweizer über 14 Jahre. Auch der enge Nutzerkreis ENK hat zugelegt: 190’000 Personen mehr als in der ersten Welle gaben an, das Internet mindestens mehrmals pro Woche zu nutzen. Im Vorjahresvergleich bedeutet diese ein Wachstum um 8 Prozent.

Internetmarkt noch nicht gesättigt Die Wemf interpretiert diese Zahlen dahingehend, dass der Internetmarkt sein volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Die Anzahl der Nichtnutzer nimmt zwar stetig ab, macht aber noch immer rund ein Fünftel der Schweizer ab 14 Jahren aus. Vor allem bei den Nichtnutzern zeigen sich regionale Unterschiede: Während in den Wirtschaftsräumen die Mehrheit das Internet nutzt, surfen in den Gebieten des Unterwallis, Schwyz, Uri, Jura und im Tessin mehr als ein Drittel überhaupt nicht im Netz.
Nutzungsverhalten Am häufigsten wird das Internet immer noch für E-Mail genutzt (81.8 Prozent). 71 Prozent nutzen es für Suchanfragen via Suchmaschinen. Am Dritthäufigsten wird das Netz aber bereits zum Lesen von tagesaktuellen Nachrichten genutzt, 43.3 Prozent gaben diese Antwortmöglichkeit an. 19.2 Prozent nutzen das Netz zur Abfrage von Artikeln aus Zeitungen und Zeitschriften, 17.8 Prozent für Fahrplanauskünfte, 12.8 Prozent für Online-Banking, 10.6 Prozent für Programm-Download, und 9.7 Prozent rufen Stellenengebote im Internet ab. Alle weiteren Nutzungsangaben bewegten sich unter 10 Prozent.

Die Studie ist als PDF bei der Wemf
einsehbar: http://wemf.ch/d/studien/manet.shtml

Ständerat ist gegen Interessenregister

Der Bund soll kein Register der Interessenbindungen der akkreditierten Bundeshaus-Journalisten anlegen müssen, fordert der Ständerat.


Der Bund soll kein Register der Interessenbindungen der akkreditierten Bundeshaus-Journalisten anlegen müssen. Die Staatpolitische Kommission SPK des Ständerates will eine Nationalratsmotion abschwächen. Der Nationalrat hatte mit 105 zu 52 Stimmen bei 20 Enthaltungen eine Motion von Jürg Stahl (SVP/ZH) gutgeheissen, dass Bundeshaus-Journalisten Parteibuch, Beteiligungen, Mandate und Mitgliedschaft in politisch relevanten Organisationen bekannt geben müssen (siehe Bundeshaus-Journalisten sollen Interessen offen legen müssen). Dies meldet die SDA am Dienstag.Die Transparenz, die bei den Parlamentsmitgliedern herrsche, müsse auch bei Medienschaffenden hergestellt werden, argumentierte Stahl. Die angestellten Medienschaffenden seien nicht mit Milizparlamentariern vergleichbar, entgegnete Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz. Die SPK beantragt ihrem Rat mit 7 zu 6 Stimmen, die Motion abzuändern. Der Bundesrat soll lediglich prüfen, inwieweit im Rahmen der Revision der Akkreditierungsverordnung die Interessenbindungen der Journalisten offen gelegt werden sollen.

Wieder mehr Besucher in Schweizer Kinos

Im ersten Halbjahr 2006 ist der Schweizer Film mit drei Titeln in den ersten zehn Rängen vertreten. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Besucherzahlen in den Schweizer Kinos um 11,5 Prozent.


Nach einem schwierigen Kinojahr 2005 geht es wieder aufwärts. Im ersten Halbjahr 2006 stiegen die Besucherzahlen in den Schweizer Kinos von rund 7,5 Millionen Eintritten im Vorjahr auf 8,4 Millionen. Dies entspricht einer Erhöhung um 11,5 Prozent.Der Schweizer Film ist gleich mit drei Titeln in den ersten zehn Rängen vertreten, teilt der Branchenverband Pro Cinema mit. «Grounding – Die letzten Tage der Swissair» (367 000 Besucher) liegt auf Rang 3, «Handyman» (194 000) auf Rang 8 und «Vitus» (166 000) auf Rang 10.
An der Spitze in den ersten 26 Wochen des Jahres liegt die amerikanische Animationskomödie «Ice Age 2», die von über einer Million Besuchern gesehen wurde. «Ice Age 2» ist erst der vierte Film überhaupt, der in der Schweiz mehr als eine Million Menschen ins Kino lockte. Zuletzt überschritt 2003 «Finding Nemo» die Millionengrenze. Rang 2 belegt mit rund 540 000 Eintritten der Thriller «The Da Vinci Code» nach Dan Browns Bestseller. Weitere US-Erfolgstitel sind «Brokeback Mountain», «Inside Man» oder «Mission: Impossible 3».

Zu guter Letzt: Anzeigen zum Anfassen

In der aktuellen Focus-Ausgabe lässt sich eine neue Werbeform bewundern: Die Thermoanzeige. Was bei blossem Blick wie ein gewöhnliches Inserat daherkommt, ändert bei Berührung plötzlich Form und Farbe und enthüllt Botschaften – wie von Geisterhand.


In der aktuellen Focus-Ausgabe lässt sich eine neue Werbeform bewundern: Die Thermoanzeige. Was bei blossem Blick wie ein gewöhnliches Inserat daherkommt, ändert bei Berührung plötzlich Form und Farbe und enthüllt Botschaften – wie von Geisterhand oder wie in Kindertagen die Briefe, die mit Geheimtinte geschrieben waren.
Und so funktionierts: Das Inserat ist mit spezieller Thermofarbe beschichtet, unterschiedliche Temperaturstufen sind möglich. Bei Berührung erscheinen die versteckten Botschaften. Sobald der Wärmeeinfluss nachlässt, verschwinden die Botschaften wieder und das Inserat sieht aus wie zuvor.

In den USA wird dieses Verfahren bereits angewendet. In Deutschland hat sich die Deutsche Telekom auf die Premiere mit dem Ad-Special eingelassen. Bei Wärmeeinfluss zeigt eine beschriftete Träne die Antwort auf die Frage, wie viele Tränen ein Telefon zu trocken vermag. Wahrlich berührend.

Pressetext Schweiz baut Personal und Leistung aus

Daniel Frey und Claude Weill planen die Nachrichtenproduktion und den Kundenstamm der Nachrichtenagentur Pressetext in Zürich binnen zwei Jahren zu verdoppeln.

Daniel Frey und Claude Weill verstärken das Team der Nachrichtenagentur Pressetext in Zürich. Per 1. September übernimmt Frey die Leitung von Pressetext Schweiz und Weill zeichnet für die Schweiz-Redaktion verantwortlich. Ziel des Duos ist es, sowohl die Nachrichtenproduktion als auch den Kunden- und Abonnentenstamm binnen zwei Jahren zu verdoppeln, heisst es in einer Mitteilung. Unterstützt werden die Medienprofis dabei von der Pressetext-Zentrale in Wien.Frey war viele Jahre als Telemarketer für Medienunternehmen tätig, zuletzt als selbständiger Kommunikationsberater und Verlagsleiter. Weill arbeitete als Redaktor für zahlreiche Printmedien, u.a. für die Werbewoche und für Persönlich. Ausserdem war er in den Online-Redaktionen von Bilanz online und Swisscontent tätig. Seine Aufgabe sei es, dem Nachrichtenservice in der Schweiz künftig verstärkt den Schweizer Pressetext-Stempel aufzudrücken, teilt Pressetext Schweiz mit.
Die Nachrichtenagentur Pressetext beliefert in der Schweiz täglich knapp 11.000 Abonnenten, davon rund 2.000 Journalisten.
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