Radio Tropic fühlt sich ungerecht behandelt

Gemäss dem im März 2006 verabschiedeten neuen Bundesgesetz für Radio und Fernsehen bestimmt der Bundesrat die Anzahl und Ausdehnung der Versorgungsgebiete der lokalen Radioveranstalter neu.

Gemäss dem im März 2006 verabschiedeten neuen Bundesgesetz für Radio und Fernsehen (RTVG) bestimmt der Bundesrat die Anzahl und Ausdehnung der Versorgungsgebiete der lokalen Radioveranstalter neu. Die neuen UKW-Richtlinien sehen im Kanton Zürich für die konkurrierenden Radios aus Sicht von Radio Tropic eine ungleiche Verteilung vor, wie der Lokalsender am Montag bekannt gab. Das Stadtzürcher Radio soll gemäss den geplanten Richtlinien ein Sendegebiet erhalten, welches flächenmässig nur halb so gross wie das seiner Konkurrenten ist. Aus diesem Grund plant Tropic plant bis zum 22. Januar 2007 eine Stellungnahme an das Bakom einzureichen, in welcher es fordert, die neuen UKW-Richtlinien dahingehend zu überarbeiten, damit Tropic nicht mehr gegenüber der Konkurrenz benachteiligt sein wird. Radio Tropic sendet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch und strahlt Musik aus der Karibik, aus Lateinamerika, aus Afrika sowie aus Asien aus. Radio Tropic hat bisher keine Subventionen erhalten, sondern finanzierte sich wie seine Konkurrenten über den Verkauf von Werbezeit. Auch unter den neuen Richtlinien wird Radio Tropic kein Gebührensplitting erhalten. Erschwerend kommt jedoch neu hinzu, dass seit 2006 auch Radio Zürisee, Radio Top und Radio Argovia bis in die Stadt Zürich senden dürfen.

N. Becker PR wandelt sich zu Polykomm

Die Luzerner Firma Polykomm übernimmt die Kommunikationsaktivitäten der Firma Alfred N. Becker PR. Das neu gegründete Unternehmen ist wie schon sein Vorgänger in den Bereichen Messekommunikation, Kommunikationsberatung, Projektmanagement und Schulung.

Die Luzerner Firma Polykomm übernimmt die Kommunikationsaktivitäten der Firma Alfred N. Becker PR. Das neu gegründete Unternehmen ist wie schon sein Vorgänger in den Bereichen Messekommunikation, Kommunikationsberatung, im Projektmanagement und in der Schulung tätig. Geschäftsführer und Mehrheitsteilhaber der Kommunikationsagentur ist Albert Schwarzenbach, beteiligt an der neuen Firma bleibt Alfred N. Becker. Folglich scheidet Albert Schwarzenbach aus der Geschäftsleitung der Messe Luzern aus, er wird künftig aber weiterhin im Mandatsverhältnis für das Messewesen tätig sein.

Zu guter Letzt: Pizzawerbung löst Morddrohungen aus

Auch auf der anderen Seite des Teichs wird zurzeit heftig ins Werbefettnäpfchen getreten. Die amerikanische Pizza-Fastfood-Kette Pizza Patron hatte lediglich ihren Umsatz ankurbeln wollen.

Auch auf der anderen Seite des Teichs wird zurzeit heftig ins Werbefettnäpfchen getreten. Die amerikanische Pizza-Fastfood-Kette Pizza Patron hatte lediglich ihren Umsatz ankurbeln wollen. Nicht berücksichtigt haben die Amis jedoch, dass ihr Werbeslogan «Aceptamos pesos» (wir akzeptieren Pesos) bei einigen Kunden sauer aufstossen könnte. Denn viele Einheimische empfanden es als Affront gegen die Vereinigten Staaten, dass ein US-Unternehmen – das hundert Kilometer von der Grenze entfernt domiziliert ist – mexikanisches Geld annimmt. Als Reaktion auf die Werbung füllten zig Beschwerde-Mails die Inbox von Pizza Patron – darunter sogar einige Morddrohungen. Einschüchtern lässt man sich bei dem Fastfood-Restaurant jedoch offensichtlich nicht; und führt die Promotions-Aktion bis Ende Februar 2007 tapfer weiter.

NZZ geht mit Media Views in die zweite Runde

Die NZZ bietet dem Nachwuchs der Mediaszene auch im 2007 wieder die Gelegenheit, vom Wissen und von den Erfahrungen renommierter Referentinnen und Referenten zu profitieren. «Media Views» ist ein insgesamt fünftägiger Intensiv-Workshop für Mediaplaner mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung.

Die NZZ bietet dem Nachwuchs der Mediaszene auch im 2007 wieder die Gelegenheit, vom Wissen und von den Erfahrungen renommierter Referentinnen und Referenten zu profitieren. «Media Views» ist ein insgesamt fünftägiger Intensiv-Workshop für Mediaplaner mit zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung und wurde erstmals im Frühling 2006 mit 17 jungen Mediaplanerinnen und Mediaplanern aus den grössten Mediaagenturen im Raum Zürich erfolgreich durchgeführt. Bereits am 19. Januar 2007 geht es mit dem ersten Kursblock los: 17 Nachwuchsleute aus Schweizer Agenturen erhalten die Chance «Media Views» zu erfahren und vom internationalen Expertenwissen aus verschiedensten Themenbereichen wie Mediaplanung, Crossmedia, Trends, Perspektiven sowie Präsentationstechnik für ihren Berufsalltag zu profitieren.

Mach Corporate & Werbung fertigt Website für Steinform Kistler

Die Badener Agentur Mach Corporate & Werbung hat Steinform Kistler einen neuen Webauftritt verpasst. Auf der neuen Website sind Bilder der unterschiedlichen Steine übersichtlich dargestellt. Viele Fotografien zeigen ausserdem die Vielfalt der möglichen Anwendungen.

Die Badener Agentur Mach Corporate & Werbung hat Steinform Kistler einen neuen Webauftritt verpasst. Auf der neuen Website sind Bilder der unterschiedlichen Steine übersichtlich dargestellt. Viele Fotografien zeigen ausserdem die Vielfalt der möglichen Anwendungen in Küche und Bad sowie bei Böden, Tischen und Cheminées. Die zur Herstellung von steinernen Produkten nötigen Schritte werden nicht nur beschrieben, sondern auch in Kurzfilmen präsentiert. Zur Planung, dem Lager, der Produktion und der Montage sind Clips in die Website integriert. Steinform Kistler importiert aus der ganzen Welt Steine für Küchen, Bäder, Böden, Tische und Cheminées. Die Steinspezialisten aus Reichenburg bearbeiten und veredeln mehr als 200 Granit- und Marmorsorten für den europäischen Markt.

Net-Metrix startet mit Rekrutierung für Net-Tracking

Seit gut einem Monat wird das neue Internet-Panel der Net-Metrix Internetforschung rekrutiert, welche die Internetnutzung der Schweizer untersucht. Im zweiten Quartal 2007 werden erste Daten erwartet, teilten die beiden Partner Mediapulse und WEMF am Montag mit.

Seit gut einem Monat wird das neue Internet-Panel der Net-Metrix Internetforschung rekrutiert, welche die Internetnutzung der Schweizer untersucht. Im zweiten Quartal 2007 werden erste Daten erwartet, teilten die beiden Partner Mediapulse und WEMF am Montag mit. Die Produktpalette umfasst Net-Audit, Net-Profile, Net-Tracking und Net-Base, welche auf unterschiedliche Forschungsergebnisse anbieten. In die Panelmessung werden rund 3000 Internetnutzer aufgenommen, mit dem Ziel, detaillierte Aussagen über Entwicklungen der Schweizer Onlinenutzung machen zu können. Die Internetnutzung der Panelisten wird zuhause durch eine auf dem Rechner installierte Software gemessen. Ausser Haus können sich die Teilnehmer über ein Portal ins Internet einloggen, wobei ihre Nutzung ebenfalls aufgezeichnet wird. Gemessen wird auch die Nutzung verschiedener Internetapplikationen wie Google Earth oder iTunes sowie jene von Streaming-Angeboten, welche im Zeitalter von YouTube, Web-Radio und Web-TV zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine automatische Themen-Kategorisierung aller Websites soll es zusätzlich ermöglichen, die Interessen der Schweizer Internetnutzer aktuell abzubilden und Trends frühzeitig zu erkennen. Die Forschung der Net-Metrix Module basiert auf einer gemeinsamen Grundlagenerhebung, Net-Base. Aus jährlich rund 42’000 Interviews werden die Universen und Strukturen der Schweizer Internet-Community festgestellt.

Karl F. Schneider kommuniziert für Help.ch

Die PR- und Kommunikationsagentur Karl F. Schneider mit Sitz in Schlieren betreut neu das Schweizer Internetsuchportal Help.ch. Mit über 50 Suchmaschinen ist Help.ch hierzulande der anzahlmässig grösste Anbieter von Branchensuchportalen.

Die PR- und Kommunikationsagentur Karl F. Schneider mit Sitz in Schlieren betreut neu das Schweizer Internetsuchportal Help.ch. Mit über 50 Suchmaschinen ist Help.ch hierzulande der anzahlmässig grösste Anbieter von Branchensuchportalen wie beispielsweise Essen.ch, Autos.ch, Reisebuero.ch, Casinos.ch oder Krankenversicherung.ch. Die Betreibergesellschaft Help Searchengines mit Sitz in Zürich hat 2006 ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert.

Hans-Peter Baumgartner verlässt Samsung

Sales und Marketing Director Hans-Peter Baumgartner verlässt die Schweizer Zweigniederlassung von Samsung Electronics Austria per sofort. Baumgartner wird ausserhalb der Unternehmung neue Herausforderungen annehmen.

Sales und Marketing Director Hans-Peter Baumgartner verlässt die Schweizer Zweigniederlassung von Samsung Electronics Austria per sofort. Baumgartner wird ausserhalb der Unternehmung neue Herausforderungen annehmen. Samsung bedauert diesen Schritt. Baumgartner war seit Juni 2006 massgeblich daran beteiligt, die Zürcher Zweigniederlassung von Samsung im Schweizer Markt aufzubauen. Zuvor führte Baumgartner als Business Unit Leiter den Bereich IT innerhalb der Sedico-IT, welche unter anderem Generalimporteur für Samsungs IT-Produkte war. Bis eine Nachfolgeregelung für Hans-Peter Baumgartner getroffen ist, kümmern sich die jeweiligen Verantwortlichen von IT, Consumer Electronics und Home Appliances (Haushaltsgeräte) um sämtliche Anliegen der Kunden.

Coop vergibt Druckauftrag an fünf Unternehmen

Ab dem Jahre 2008 wird die Coop Presse, der grösste Druckauftrag der Schweiz im Bereich der Zeitungsproduktion, von fünf Druckereien abgewickelt. Künftig kommen Coopzeitung, Coopération und Cooperazione neu auch bei der Espace Media Groupe auf Papier.

Ab dem Jahre 2008 wird die Coop Presse, der grösste Druckauftrag der Schweiz im Bereich der Zeitungsproduktion, von fünf Druckereien abgewickelt. Künftig kommen Coopzeitung, Coopération und Cooperazione neu auch bei der Espace Media Groupe auf Papier. Trotz dieser Teilauflage in Bern behält die Druckerei der Basler Zeitung Medien ihre Stellung als federführender Partner. Ebenfalls bestehen bleibt die Zusammenarbeit mit dem CIE Centre d’impression Edipresse, dem Ringier Print sowie mit dem St. Galler Tagblatt, wie Coop am Montag mitteilte. Die Druckverträge sind auf eine Dauer von drei Jahren abgeschlossen und umfassen ein Auftragsvolumen in der Grössenordnung eines zweistelligen Millionenbetrages. Damit lässt Coop ihre Kundenzeitung auch in den kommenden Jahren ausschliesslich in der Schweiz produzieren. Die Coop Presse zählt fast 2,5 Mio. Exemplare Auflage und wird nach Angaben des Grossverteilers von rund 3,3 Mio. Personen gelesen. Sie ist damit die grösste Wochenzeitung der Schweiz und erscheint auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

Affichage und Publicis küren Basel zur neuen Hauptstadt

Seit dem 3. Januar rätselte die Werbebranche darüber, wer hinter der Kampagne «Die Schweiz wählt eine neue Hauptstadt» steckt. Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Affichage Auftraggeberin. Auch steht die Gewinnerstadt nun fest; Basel machte das Rennen. Umgesetzt wurde die Kampagne von Publicis.

Seit dem 3. Januar rätselte die Werbebranche darüber, wer hinter der Kampagne «Die Schweiz wählt eine neue Hauptstadt» steckt. Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Affichage, zu der auch die APG gehört, ist die Auftraggeberin. Sie wandelt auf den Spuren ihrer Angie-Becker-Kampagne und konnte mit der Hauptstadt-Kampagne erneut einigen Wirbel auslösen. Umgesetzt wurde die Kampagne von der Agentur Publicis. Affichage habe beweisen wollen, dass mit Hilfe von Aussenwerbung effizient Mobile Marketing betrieben werden könne, heisst es in einem Communiqué. Sie habe mit einem Minimum an Intensität, nämlich lediglich 800 Plakaten, ein Maximum an Effekt erzielen können. Dazu kommt, dass sich die Kampagne wohl gleich selber finanzierte: Die Plakate forderten die Betrachter nämlich auf, gegen eine Gebühr von 50 Rappen an einem SMS-Voting teilzunehmen. Die Kampagne demonstriert laut Affichage integrierte Aussenwerbemöglichkeiten sowie die Interaktion des klassischen Mediums Plakat mit moderner SMS-Kommunikation. Umsetzung von Publicis Affichage beauftragte die Werbeagentur Publicis mit der kommunikativen Umsetzung. Mit der Idee, den Case als politische Wahlkampagne zu verpacken, wollte Publicis laut Mitteilung drei Ziele verbinden: den eingesetzten Werbemedien gerecht werden, eine breite Öffentlichkeit ansprechen und Journalisten und Opinion-Leader neugierig machen. Die Kampagne führte zu zahlreichen Spekulationen in Blogs, Kommentare und Leserbriefe in Zeitungen oder Interviews mit Stadtpräsidenten. All dies war der Wahlbeteiligung förderlich, zumal sich auch noch Bundesbern einschaltete. Zum einen monierte die Bundeskanzlei die Verwendung des Schweizerwappens und zum anderen rief sie alle Bundesangestellten zu einem Wahlboykott auf.
Luzern auf dem Trittbrett Dass eine gute Idee immer auch Mitfahrer aufs Trittbrett lockt, zeigt die Website Neuehauptstadt.ch. Sie unterscheidet sich von der «echten» Wahlwebsite nur durch einen fehlenden Bindestrich; die von Affichage getragene URL lautet www.neue-hauptstadt.ch. Wer versehentlich die nachgeahmte Adresse eingibt, landet auf der offiziellen Website der Stadt Luzern.
Basel gewinnt Die Teilnehmer am SMS-Voting lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Basel gewinnt mit 42,4 Prozent der Stimmen hauchdünn vor Zürich mit 41,9 Prozent. Bern erzielt 13,7 und Genf nur 2,9 Prozent. In der Westschweiz hatte die Kampagne also anscheinend nicht den gleichen Widerhall wie auf unserer Seite der Sprachgrenze. Das Voting endet am 14. Januar um Mitternacht.
Netto-Erlös an Surprise Der Netto-Erlös aus dem SMS-Voting wird übrigens dem krisengebeutelten Strassenmagazin Surprise von Basel gespendet. Die detaillierte Auswertung der interaktiven Kampagne wird allen Interessierten zu gegebener Zeit zur Verfügung gestellt. Das Psychologische Institut der Uni Zürich erarbeitet eine eigene Studie aufgrund dieser Daten.

Auch Blogger müssen die Gesetze achten

Weblog-Autoren dürfen Persönlichkeitsrechte nicht mit Füssen treten. Wie Journalisten müssen sie mit rechtlichen Folgen rechnen, wenn sie unflätige Bemerkungen austeilen.

Weblog-Autoren dürfen Persönlichkeitsrechte nicht mit Füssen treten. Sie müssen mit rechtlichen Folgen rechnen, wenn sie unflätige Bemerkungen austeilen. Die Sonntagszeitung schreibt, dass Blogger medienrechtlich Journalisten gleichgestellt seien. Der Einwand «Das ist doch bloss Hobbypoesie in Tagebuchform» gelte nicht. Theoretisch könne selbst eine Beschimpfung unter vier Augen vor dem Richter enden, sofern sich die Persönlichkeitsverletzung bezeugen lässt. Zahlreiche Schweizer Blogs wie Medienspiegel.ch, Blattkritik.ch oder der inzwischen eingestellte Pendlerblog widmen sich der Medien- und Journalistenszene. Bei unwahren, irreführenden oder unnötig verletzenden Äusserungen über Journalisten und ihre Arbeitgeber kann laut Sonntagszeitung neben Verletzung von Persönlichkeitsrechten auch unlauterer Wettbewerb (UWG) geltend gemacht werden. Die Höhe der möglichen Genugtuungssumme, die vor Gericht gesprochen werden könnte, hängt von der Bedeutung der Publikation ab. Es spielt also eine Rolle, ob eine Bemerkung in einem Massenblatt oder einem Kleinstblog fällt. Prominente Personen, wie es Chefredaktoren oder Kolumnisten sind, müssen laut Gesetz eine dickere Haut haben als unbekannte Personen. Blattkritik.ch darf also gemäss der Sonntagszeitung den Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel als Tettamanti-Adoptivsohn und Frauenversteher bezeichnen. Das sei weder ehrenrührig noch unnötig verletzend. Doch den Ausdruck «Idiot», der bei Westwatch fiel, müsse sich Roger de Weck nicht gefallen lassen.
Blogger müssen also auch in den unendlichen Weiten des Internets nach den gesetzlichen Regeln spielen, so das Fazit des Sonntagszeitungs-Artikels. Man wird allerdings den Eindruck nicht ganz los, dass Autor Michael Soukoup seinen Kollegen Barnaby Skinner rächen wollte, der auf Henusodeblog.blogspot.com von Blogger Bugsierer verunglimpft und als Urheber von «Bullshit-Journalismus» tituliert wurde. Soukoups Beitrag allerdings folgt den Regeln des Anstands und würde einer Überprüfung durch den Richter bestimmt standhalten.

Zu guter Letzt: SP und SVP vereint im Werbepech

Die SVP und die SP haben – so unterschiedlich sie politisch auch ausgerichtet sind – neuerdings etwas gemeinsam: Beide haben sich in ein Werbefettnäpfchen gesetzt. Im einen Fall geht es um Gestein, im anderen um Getier.

Die SVP und die SP haben – so unterschiedlich sie politisch auch ausgerichtet sind – neuerdings etwas gemeinsam: Beide haben sich in ein Werbefettnäpfchen gesetzt. Die SP wirbt im Wahljahr 2007 mit der Silhouette des Matterhorns in ihrem Logo. In Zermatt ist das nicht auf Begeisterung gestossen. Zermatt sei gegen eine Verpolisisierung des Matterhorns, sagte der Zermatter Tourismusdirektor Roland Imboden am Donnerstag gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens (SF). Man habe die Partei deshalb in einem Brief aufgefordert, von dieser Darstellung wieder Abstand zu nehmen. SP-Parteipräsident Hans-Jürg Fehr hingegen will weiter mit dem Matterhorn werben. Das Matterhorn stehe nicht in Privatbesitz und sei nicht patentiert, sondern ein Symbol für den Gipfel. Genau dort wolle die Partei hin, sagte Fehr gegenüber SF. Den Gipfel der Wählerstimmen will bestimmt auch die SVP erreichen. Sie setzt aber werbetechnisch nicht auf Gestein, sondern auf Getier. Zum Maskottchen des laufenden Wahljahres ernannte die Volkspartei den Geissbock «Zottel» und stellte ihn im letzten Oktober an einer Veranstaltung vor. Die Stiftung für das Tier im Recht hat die Partei nun deswegen angezeigt und bemängelt, dass ihr für die Auftritte des Tiers die nötige Bewilligung fehlt. Antoine F. Goetschel, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Stiftung für das Tier im Recht, bestätigte auf Anfrage der SDA einen entsprechenden Bericht der NZZ am Sonntag.
Goetschel sagte, dass die Auftritte des Geissbocks kaum eine Tierquälerei darstellten. Möglicherweise werde aber die Würde des Tieres verletzt. Dies abzuklären sei Sache des kantonalen Veterinäramtes, wenn es entsprechenden Bewilligungen bearbeite. Mit ihrer Anzeige hege die Stiftung für das Tier im Recht keine politischen Absichten.
«Der eine oder andere bei uns hätte eigentlich wissen müssen, dass es eine Bewilligung braucht – aber wir haben schlicht nicht dran gedacht», meinte SVP-Pressesprecher Roman Jäggi gegenüber der NZZ am Sonntag. Auf ihrer Homepage bezeichnete die SVP die Anzeige als völlig absurd. Es gehe dem Tierschutz darum, Politik gegen sie zu betreiben. Über eine Webcam könne sich schliesslich die ganze Schweiz davon überzeugen, wie gut es
«Zottel» habe. Wie gemein: Da denken sich die Parteien so originelle und einzigartige Werbemassnahmen aus und kriegen dafür von missgünstigen Menschen nur Haue oder werden gar vor den Kadi gezerrt. Den armen, gebeutelten Werbeleitern von SP und SVP kann man wohl nur noch ein interparteiliches Treffen zwecks Austauschs von Anti-Bashing-Tipps empfehlen.
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