China: Yahoo unter Beschuss der Musikindustrie

Unter der Führung ihres internationalen Verbands IFPI haben elf Musikproduktionsgesellschaften die chinesische Ausgabe des Internet-Portals Yahoo verklagt. Sie beschuldigen Yahoo China, Musik ohne Lizenzrecht zu verbreiten.

Unter der Führung ihres internationalen Verbands IFPI haben elf Musikproduktionsgesellschaften die chinesische Ausgabe des Internet-Portals Yahoo verklagt.  
Sie beschuldigen Yahoo China, Musik ohne Lizenzrecht zu verbreiten. Die Kläger – darunter Konzerne wie Warner oder Sony BMG – verlangen laut SDA einen Schadenersatz von etwa 870 Mio. Franken. Das Portal habe Nutzern durch Verlinkung den Zugang zu nicht autorisierten Downloads von 229 chinesischen und englischsprachigen Titeln ermöglicht. Die Beklagte sieht’s anders: Für die Inhalte von Drittanbietern sei man nicht verantwortlich, wird ein Sprecher der chinesischen Yahoo-Betreiberin Alibaba in einer Meldung der SDA zitiert.
 
Mit der Klage setzt die Musikbranche ihre Versuche fort, juristisch gegen die illegale Verbreitung ihrer Angebote in China vorzugehen. Im letzten November hatte IFPI erfolglos gegen die Internet-Suchmaschine Baidu.com geklagt. Ein Erfolg vor Gericht hat für die Musikfirmen grosse Bedeutung: Laut Branchenkennern machen digitale Musikinhalte 20 bis 30 Prozent des China-Jahresumsatzes der Musikriesen wie Warner Musik oder Universal aus. Anderswo in der Welt sorgten diese Produkte im Durchschnitt nur für zehn Prozent der Umsätze.

USA: Kodaks Think Ink Kampagne rollt an

Wussten Sie dass Druckertinte dreimal teurer ist als hochklassiger Champagner? Diesen Fakt reibt Kodak den US-Konsumenten dieser Tage mit der «Think Ink» Kampagne unter die Nase. Damit steigt das Unternehmen mit einer ihrer grössten Kampagne in den stark umkämpften Tintenstrahldrucker- und Druckerpatronenmarkt ein.

Wussten Sie dass Druckertinte dreimal teurer ist als hochklassiger Champagner? Diesen Fakt reibt Kodak den US-Konsumenten dieser Tage mit der «Think Ink» Kampagne unter die Nase. Damit steigt das Unternehmen mit einer ihrer grössten Kampagne in den stark umkämpften Tintenstrahldrucker- und Druckerpatronenmarkt ein.  
Bisher galt die Formel: Das Gerät selbst wird mit Verlust verkauft, dieser wird plus sattem Gewinn über den Verkauf von überteuerten Patronen wieder eingespielt. Kodak will nun dieses Modell auf den Kopf stellen: Während sich ihre Tintenstrahldrucker im oberen Preissegment bewegen (149 bis 299 US-Dollar), sind die Preise für die Patronen markant tiefer als jene der Konkurrenten (9.99 Dollar für schwarze und 14.99 für Farbpatronen).
 
Doch eine Umkehr im Markt herbeiführen und Konsumenten vom neuen Produkt überzeugen ist eine herkulische Aufgabe und die jetzt angelaufene Kampagne eine der grössten von Kodak je gefahrenen. Grösse allein reicht aber nicht, die Strategie muss zudem facettenreich und ambitioniert sein. So sind virale Massnahmen des Concept Studio mit zwei Typen namens Nathan und Max bereits gestartet: Auf Inkisit.com sind sie zu Hause, ihre Clips in die YouTube geschleust und auf MySpace sind sie auch schon präsent. Die klassischere «Think»-Kampagne von Ogilvy & Mather Worldwide wird am Fernsehen, im Print wie auch Online zu sehen sein, wie auf Adage.com zu lesen ist.

Publiconnect avanciert mit Publisherconnect zum Branchenleader

Seit knapp einem Jahr auf dem Markt und schon ein Renner. Publisherconnect ist ein Dienstleistungs- und Programmpaket, von dem Verleger bei der Handhabung ihrer Inserate und der Koordination zwischen Online und Print profitieren können.

Seit knapp einem Jahr auf dem Markt und schon ein Renner. Publisherconnect ist ein Dienstleistungs- und Programmpaket, von dem Verleger bei der Handhabung ihrer Inserate und der Koordination zwischen Online und Print profitieren können.Mit dem St. Galler Tagblatt gelang vor bald einem Jahr das Pilotprojekt. Seither haben sich 13 Verlagshäuser für Publiconnect entschieden, wie es in einer sda-Meldung vom 7. März heisst. Dieses Jahr konnten bereits sieben Online-Marktplätze mit der Publisherconnect-Software erstellt werden. Publiconnect bietet Verlegern ein Paket, das alle bereits bestehenden Lösungen der Publicitas
für das Rubrikgeschäft beinhaltet, respektiv erweitert.Publiconnect bietet professionellen Kunden und Verlegern Lösungen für die Handhabung ihrer Rubrikinserate. Zum einen werden Lösungen angeboten, um Inserate optimal zu platzieren. Andererseits wird die Akquisition und Gestaltung von Inseraten leicht gemacht. Mit dem Publisherconnect-Paket können sowohl Online-Marktplätze erstellt werden als auch Online und Print dank einem CMS koordiniert werden.

HP bald standardmässig mit Desktop-Linux

Hohe kundenseitige Akzeptanz gegenüber dem Opensource-Betriebssystem Linux zwingt den Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) offenbar zur Erwägung, ab Werk mit Linux ausgestattete Notebooks und Desktop-Geräte auszuliefern.

Hohe kundenseitige Akzeptanz gegenüber dem Opensource-Betriebssystem Linux zwingt den Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) offenbar zur Erwägung, ab Werk mit Linux ausgestattete Notebooks und Desktop-Geräte auszuliefern.  
Der Branchendienst Computer Reseller News (CRN) zitiert den bei HP für Linux-Marketing zuständigen Direktor Doug Small, laut dem es eine rasant steigende Nachfrage für Linux gebe. Anscheinend bahnen sich bei HP Geschäfte über mehrere tausend Linux-Desktops aus, wie Smalls verät. Details dazu wollte er laut dem Bericht jedoch nicht nennen. HP, das in der Statistik der in Lizenz weiterverkauften Computer gemäss Informationen von Heise.de im vorigen Quartal den bisherigen Spitzenreiter Dell ablöste, hatte bereits früher mit Linux bestückte Computer ausgeliefert, doch war zu dem Zeitpunkt der Widerhall nur leise. Auch bei Konkurrent Dell denkt man laut Heise über Linux-Vorstösse nach.

EU löst ihre Probleme im nächsten Leben

Die EU hofft auf die möglichen Chancen, die ein zweites Leben bietet. Adidas, IBM, Greenpeace und seit kurzem die PR-Agenturgruppe Trimedia – sie alle markieren bereits Präsenz in der virtuellen Parallelwelt von Second Life.

Die EU hofft auf die möglichen Chancen, die ein zweites Leben bietet. Adidas, IBM, Greenpeace und seit kurzem die PR-Agenturgruppe Trimedia – sie alle markieren bereits Präsenz in der virtuellen Parallelwelt von Second Life. Mit Hilfe einer Vertretung in Second Life hofft die EU, bei bestimmten Themen die schwache Kommunikationsarbeit mit EU-Bürgern zu verbessern. Dies ist auf pressetext.austria zu lesen. «Mit einem EU-Büro in Second Life», so Mikolaj Dowgielewicz, Sprecher der EU-Kommission, «wollen wir näher an die EU-Bürger herantreten». Dowgielewicz ist sich allerdings noch nicht darüber im Klaren, wie der Second-Life-Auftritt der EU genau aussehen soll. Beim ganzen Auftritt handele es sich aber mehr um ein Projekt der Kommunikationsabteilung, und weniger um das der gesamten EU.
Hoffentlich packt die EU ihre Chance beim Schopf und stellt einen verbesserten Kontakt mit ihren Bürgern her. Second Life bietet nämlich die einmalige Möglichkeit, in einem nächsten Leben das nachzuholen, was man in diesem versäumt hat.

Zu guter Letzt: Entlassungen und hohe Sterberate bei Journalisten – Tendenz steigend

In Moskau ist eine Journalistin entlassen worden, nachdem sie über die Brutalität von Spezialeinheiten während einer Anti-Kreml-Demo berichtet hatte. Fünf Monate nach dem Mord an Anna Politkowskaja bangen Journalisten immer mehr um ihre (Presse)freiheit.

In Moskau ist eine Journalistin entlassen worden, nachdem sie über die Brutalität von Spezialeinheiten während einer Anti-Kreml-Demo berichtet hatte. Fünf Monate nach dem Mord an Anna Politkowskaja bangen Journalisten immer mehr um ihre (Presse)freiheit.Irina Vorobeva wurde vom staatlichen Radiosender, bei dem sie arbeitete, verboten, über die Ausschreitungen an der Anti-Kreml-Demo zu berichten. Also gab sie ein Interview im unabhängigen Radio Echo Moskvy. Ihre Aussagen bewirkten die sofortige Kündigung. Aber nicht nur der Staat wirft Journalisten Knüppel zwischen die Beine: Erst vor wenigen Tagen wurde Daniele Mastrogiacomo, ein italienisch-schweizerischer Korrespondent der Zeitung La Repubblica von Taliban-Kämpfern entführt.
Journalisten werden oft des Vorwurfs bezichtigt, Jagd auf unschuldige Opfer und Politiker zu machen, um die saftigste Geschichte zu ergattern und sie dann mit der eigenen Boulevard-Sauce zu würzen. Doch allein letztes Jahr wurden laut Reporter ohne Grenzen 81 Journalisten getötet, mindestens 871 festgenommen und 56 entführt. Drohungen rechnet man in vierstelligen Zahlen, Kündigungen werden nicht erfasst. So schlimme Zahlen hatten wir seit 1994 nicht mehr.
Solange staatliche und militär-ähnliche Institutionen Zensur und Gewalt ausüben können, wird es Journalisten geben, die sich quer stellen und für die Pressefreiheit kämpfen. Nicht, weil sie die aufsehenerregendsten Nachrichten als erste veröffentlichen wollen, sondern weil zu viele Menschen unter dem Stillschweigen leiden müssen.

Dominique von Burg wird Nachfolger von Peter Studer

Auf den Zürcher folgt ein Genfer: Der neue Präsident des Presserates ab dem 1. Januar 2008 heisst Dominique von Burg. Er übernimmt das Amt von Peter Studer, der Ende Jahr nach über sechs Jahren im Amt von seiner Funktion zurücktritt.

Der neue Präsident des Presserates ab dem 1. Januar 2008 heisst Dominique von Burg. Er übernimmt das Amt von Peter Studer, der Ende Jahr nach über sechs Jahren im Amt von seiner Funktion zurücktritt.  
Wie die Stiftung Schweizer Presserat am Donnerstag mitteilte, gehört Dominique von Burg dem Gremium seit 2000 an. Der 61-jährige Journalist war bis im Herbst 2006 Chefredaktor der Tribune de Genève, wo er nach wie vor als Lokalredaktor tätig ist. Seine journalistische Laufbahn begann nach einem Phil. I.-Studium in Geschichte und Französisch 1969 mit einem Stage bei der Tribune de Genève. Danach arbeitete er von 1980 bis 2000 für das Westschweizer Fernsehen, etwa als Reporter bei «Temps Présent», als Chefredaktor des «Teléjournal» und Produzent von «Droit de cité», bevor er als Chefredaktor der «Tribune de Genève» wieder zu den Printmedien wechselte.
 
Der 1972 gegründete Presserat überwacht die Einhaltung medienethischer Grundsätze und prüft gemäss Angaben der SDA jährlich über hundert Beschwerden. Meist geht es um Verstösse gegen den gebotenen Respekt vor der Privatsphäre, etwa bei der Namensnennung von Personen in Strafuntersuchungen. Initiiert wurde der Presserat vom Schweizerischen Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ). Ende 1999 wurde eine neue Trägerschaft gegründet, der neben dem SVJ auch die Mediengewerkschaft Comedia, das Syndikat Schweizer Medienschaffender (SSM) und der Verein Konferenz der Chefredaktoren angehören.

Studie: Frauen ab fünfzig sind stolz auf ihr Alter

91 Prozent der Frauen über 50 finden, es sei an der Zeit, die vorherrschenden Ansichten über «Frauen und Älterwerden» zu verändern. Dies ergab eine weltweite Umfrage unter Frauen der Generation 50+, welche die Marke Dove (Unilever) in Auftrag gegeben hat.

91 Prozent der Frauen über 50 finden, es sei an der Zeit, die vorherrschenden Ansichten über «Frauen und Älterwerden» zu verändern. Dies ergab eine weltweite Umfrage unter Frauen der Generation 50+, welche die Marke Dove (Unilever) in Auftrag gegeben hat. Heute, wohl nicht zufällig, am internationalen Frauentag, wurden die Ergebnisse veröffentlicht.Die Befragung war Teil der Dove Pro Age-Studie «Schönheit – keine Frage des Alters». Diese wurde im Rahmen der Einführung der neuen Pro Age Pflegeserie durchgeführt. Einige interessante Ergebnisse traten dabei zu Tage: 86 Prozent der befragten Frauen sind sogar stolz auf ihr Alter. Die Mehrheit beschreibt sich selbst als jung (59 Prozent), lediglich 16 Prozent als alt. Quintessenz der Umfrage: Frauen über 50 fühlen sich heute zu jung, um alt zu sein.
93 Prozent der Befragten glauben auch, dass in der Gesellschaft falsche Vorstellungen von Frauen über 50 bestehen. Genannt wurde unter anderem Unproduktivität für die Gesellschaft und Desinteresse am Sex.
Bereits in den vergangenen Jahren hat Dove mit Frauen geworben, die nicht dem Idealbild der Mediengesellschaft entsprechen. Mit Pro Age möchte Dove besonders älteren Frauen helfen, sich schön zu fühlen, aber auch für eine positivere Einstellung gegenüber dem Älterwerden werben.

Rabatte überdenken

Rabattpolitik Weil immer mehr Verlage und selbst die Publicitas den Media-Agenturen Entgelt- oder Honorarformen anbieten, sorgt sich der Verband Schweizerischer Werbeauftraggeber um die Unabhängigkeit der Mediaplaner.

Rabattpolitik Weil immer mehr Verlage und selbst die Publicitas den Media-Agenturen Entgelt- oder Honorarformen anbieten, sorgt sich der Verband Schweizerischer Werbeauftraggeber (SWA) um die Unabhängigkeit der Mediaplaner. «Der SWA bleibt bei seiner Haltung, dass die Auftraggeber die Media-Agenturen bezahlen – und niemand sonst», hält SWA-Direktor Jürg Siegrist nach einer SWA-Vorstandssitzung fest. Die Folge aus der Sicht des SWA: Direktbuchungs- oder Handlingsentschädigungen sind bloss weitere Rabatte und müssen den Auftraggebern weitergegeben werden. Darum verlangt Siegrist volle Transparenz seitens der Verlage und der Agenturen.Doch der SWA belässt es nicht bei Appellen. Er beschloss, die gesamte Nachlass- und Rabattregelung in der Branche unter die Lupe zu nehmen und das System von Grund auf zu überdenken. Ob Jahresumsatzprämie, Beraterkommission, Mengenrabatte, Handlings- und Direktbuchungsentschädigung – es soll alles zur Disposition stehen.

Basel West kreiert neuen Newsletter für Baloise

Die Baloise Fund Invest BFI informiert neu mit einem halbjährlichen Newsletter über Marktentwicklung von Kapitalfonds. Konzipiert und gestaltet hat diesen die Agentur Basel West.

Die Baloise Fund Invest BFI informiert neu mit einem halbjährlichen Newsletter über Marktentwicklung von Kapitalfonds. Konzipiert und gestaltet hat diesen die Agentur Basel West. Mit den Fonds News erhalten Kunden sowie ausgesuchte Adressaten der Baloise Versicherungen und der Baloise Bank Soba Tipps für aussichtsreiche Anlagen und für eine sichere Vorsorge. Dazu gehört auch ein langfristig konzipierter Kapitalschutzfonds, der nach unten abgesichert ist und einen Mindestertrag garantiert. Schwerpunktthema der Erstausgabe ist die Anlegerpsyche, die irrationalen Verhaltensmuster, die sich sowohl bei privaten wie bei Profis beobachten lassen. Der Newsletter erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache.

Lesesonntag von Baden bis Solothurn

Sonntagspresse Die AZ-Mediengruppe will im September die siebte Ausgabe der Mittelland Zeitung lancieren.

Sonntagspresse Die AZ-Mediengruppe will im September die siebte Ausgabe der Mittelland Zeitung lancieren.Man mag sich fragen, warum der Entscheid nicht schon früher fiel. Es ist ja  hinlänglich bekannt, dass die Bewirtschaftung des sonntäglichen Zeitfensters zu den Erfolgsmodellen der jüngeren Zeitungsgeschichte zählt und dass sich die Sonntagsblätter im Leser- wie auch im Anzeigenmarkt erfolgreich positionieren konnten. Doch jetzt ist es sicher: Verleger Peter Wanner (Aargauer Zeitung und Limmattaler Tagblatt) und seine in der Mittelland Zeitung kooperierenden  Verbündeten (Solothurner Zeitung, Zofinger Tagblatt sowie Basellandschaftliche Zeitung) wollen im kommenden Herbst eine siebte Ausgabe der MZ auf den Markt bringen. Noch fehlt zwar die Zustimmung der Dietschi AG, die das Oltener Tagblatt herausgibt. Dort laufen gegenwärtig Detailabklärungen, das Einverständnis gilt aber als weitgehend sicher. Die erste Ausgabe der Mittelland Zeitung am Sonntag soll am 16. September in einer Auflage von 200 000 Exemplaren erscheinen.
In der Debatte um die geeignete Variante, wie der Aargauer, Solothurner und basellandschaftliche Lesesonntag am besten zu erobern sei, verwarfen die  Beteiligten einen eigenständigen Titel und sprachen sich auch gegen die Variante eines kostenlosen Sonntagsblatts aus. «Sowohl im Leser- wie auch im Anzeigenmarkt ist eine siebte Ausgabe die betriebswirtschaftlich vernünftigste Lösung», sagt Ueli Eckstein, COO und Leiter Printmedien der AZ-Mediengruppe. Eckstein argumentiert, dass man mit einer siebten MZ auf dem bereits bestehenden Kundenstamm aufbauen und so den Abonnenten einen echten Mehrwert bieten könne. Diesen Vorteil hätten die nationalen Sonntagsblätter nicht, obwohl sich Ueli Eckstein durchaus den SonntagsBlick oder die NZZ am Sonntag als eine siebte Ausgabe des jeweiligen Mutterblattes vorstellen könnte.
Produktion wie unter der WocheMit ihrem Entscheid geben die Beteiligten grünes Licht für die Projektarbeit. Das Rohkonzept sieht vor, dass die Aargauer Zeitung den Mantelteil mit News aus Inland, Ausland, Wirtschaft, Sport und Lifestyle produziert und die Partnerverlage nach erprobter Art im Verbund der Mittelland Zeitung ihre Blätter kantonalisieren und regionalisieren. In ihre publizistische Hoheit fallen auch die Inhalte der Frontseite. Die Sonntagsausgabe soll sich in Gestaltung und Inhalt klar von den Ausgaben unter der Woche abheben. Wie die AZ-Mediengruppe mitteilt, soll die Sonntagsausgabe bei allen Partnerverlagen ins Tageszeitungsabonnement integriert werden. Der voraussichtliche Aufpreis pro Ausgabe beträgt 50 bis 90 Rappen. Abonnenten erhalten ihr Blatt mit sonntäglicher Frühzustellung bis 8.30 Uhr in den Briefkasten.
Das Blatt wird auch schweizweit an den Kiosken erhältlich sein. Die Platzierung nationaler und regionaler Anzeigen ergibt sich logischerweise aus dem nationalen und regionalen Teil des Blattes. Der Stellenmarkt wird vom Samstag auf den Sonntag verlegt. Ob die Publicitas, die bereits das Anzeigengeschäft der Wochenausgaben besorgt, die Vermarktung des Sonntagsblatts übernehmen wird, ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen.    
Steigende Konkurrenz in BasellandOb und wie sich die siebte Ausgabe der Mitelland Zeitung auf dem Sonntagsmarkt auswirken wird
, bleibt abzuwarten. Die Südostschweiz am Sonntag, womit Verleger Hanspeter Lebrument im Mai 2006 dem Bündner Lesepublikum seine Interpretation eines Lesesonntags bescherte, dürfte den Entscheidungsprozess im Aargau begünstigt haben. Noch hat die Südostschweiz am Sonntag nicht den gewünschten Erfolg. «Das Blatt könnte mehr Inserate vertragen», meint Lebrument nüchtern. Indessen verschärft sich die Konkurrenzsituation zwischen Basler Zeitung und Basellandschaftlicher Zeitung. Nach gescheiterten Kooperationsverhandlungen zwischen den Verlegern Matthias Hagemann und Mathis Lüdin wurde Lüdins Basellandschaftliche Zeitung im letzten September neues Partnerblatt im Verbund der Mittelland Zeitung. Ab Herbst dehnt sich die MZ jetzt auch am Sonntag bis in die Agglomerationsgemeinden von Basel aus. Nach Lüdins Kooperation hatte die Basler Zeitung die regionale Berichterstattung massiv verstärkt und prüft jetzt, ob ein Einstieg in den Sonntagsmarkt ökonomisch sinnvoll wäre.
BaZ-Verleger Matthias Hagemann verneint entschieden kausale Zusammenhänge zwischen seinen Überlegungen und den Aktivitäten der Konkurrenz. «Die Mittelland Zeitung bringt uns keineswegs in eine Zwangslage.» Entsprechende  Gesprächsangebote, die BaZ könnte mit der MZ am Sonntag kooperieren, verhallten dem Vernehmen nach am Rheinknie ohne Echo. Verleger Hagemann hegt grosse Zweifel an der Rentabilität des regionalen Sonntagsgeschäfts. «Wir sehen das ja in Graubünden, dass es nicht läuft.» Dort finde lediglich eine Verschiebung der Inserate auf den Sonntag statt. Falls sich nationale Werbeauftraggeber nicht für einen wie immer gearteten Sonntagstitel aus dem Hause Basler Zeitung erwärmten, «machen wirs nicht», sagt der Verleger.
25 neue RedaktionsstellenPatrick Müller (32),
seit drei Jahren  Blattmacher und Nachrichtenchef beim SonntagsBlick, wird Chefredaktor der MZ-Sonntagsausgabe, wobei AZ-Chefredaktor Peter Buri die publizistische Gesamtverantwortung von Aargauer Zeitung und MZ trägt. Für die Sonntagsausgabe sollen 25 neue Stellen in den Redaktionen geschaffen werden. Zwölf Stellen benötigt allein die neue Mantelredaktion, weitere zehn bis fünfzehn Stellen verteilen sich auf die Regionalressorts der Partnertitel. Zusätzliche Stellen gibt es auch für den Druck und vor allem für die Zustellung. Man rechnet mit 500 neuen Mitarbeitenden, die vorwiegend teilzeitlich arbeiten werden.  
René Worni

Wirz Corporate baut Public Relations aus

Per 1. Mai 2007 stösst René Loner als Leiter Public Relations zu Wirz Corporate, der auf Corporate Branding und Public Relations spezialisierten Tochter der Wirz Gruppe. In dieser Funktion nimmt er ebenfalls Einsitz in die Geschäftsleitung.

Per 1. Mai 2007 stösst René Loner als Leiter Public Relations zu Wirz Corporate, der auf Corporate Branding und Public Relations spezialisierten Tochter der Wirz Gruppe. In dieser Funktion nimmt er ebenfalls Einsitz in die Geschäftsleitung von Wirz Corporate unter dem Vorsitz von Urs Binggeli. In den vergangenen fünf Jahren betreute Loner als selbstständiger Berater Unternehmen und Organisationen, deren Kommunikationsmandate er mehrheitlich in die neue Konstellation einbringt. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Agenturen, so baute er etwa die PR-Unit der Werbeagentur Jung von Matt/Limmat auf und war als Berater für Finanzmarktkommunikation bei Wirz Investor Relations tätig.
get_footer();