Das siegreich aus dem Konzessionsverfahren hervorgegangene Lokalfernsehen Tele Top hat am Montag in Winterthur sein Programm und die neuen Moderatoren vorgestellt. Zudem gab es seinen Umzug von Frauenfeld nach Winterthur bekannt. Gemäss Programmleiter Stefan Nägeli wird das frisch konzessionierte Tele Top ein Landfernsehen sein, das sich auch in der Stadt sehen lassen kann. Der sukzessive Ausbau des Programms soll per 1. November vorerst abgeschlossen werden. Tele-Top-Geschäftsführer Günter Heuberger informierte zudem über den Stand der Dinge bezüglich der noch hängigen Beschwerde im Konzessionsentscheid zum Versorgungsgebiet Ostschweiz, wo der ebenfalls zur Tele Top AG gehörende Sender Tele Säntis leer ausgegangen war.
Neu im Moderationsteam: Hönegger, Stotz und Fritschi
Zum bestehenden Moderationsteam stossen bis zum 1. August Kathrin Hönegger, Bernhard Stotz und Nicole Fritschi. Hönegger, die zur Zeit noch bei Radio Energy moderiert, und Stotz, vorallem bekannt aus Wohntraum TV, haben langjährige Erfahrung bei der Präsentation von Sendungen in Radio und Fernsehen. Fritschi war zuvor als Redaktorin und Produzentin bei U1 TV tätig. Stotz wird primär den täglichen Talk moderieren, Hönegger in Talk und News zu sehen sein und Fritschi sich vorerst auf die Newsmoderation konzentrieren. Bezüglich der Inhalte sagte Programmleiter Nägeli, man werde primär Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Kultur bringen, Boulevard hingegen nur am Rande. Der Service public régional stehe im Zentrum der Berichterstattung. Vis-à-vis Tele Züri wolle man zudem eher Ergänzungs- denn Konkurrenzprogramme bieten. Nebst den News und dem Talk sind weitere Programme in Planung.
Regionale und lokale Werbefenster
Ab dem 1. November soll der Programmaufbau, der sich über die nächsten Monate hinziehen wird, vorerst abgeschlossen sein. Dies beinhaltet ein 7-Tage-Programm, die vier statt zwei Mal wöchentlich ausgestrahlte Talksendung, eine sonntägliche Talksendung (Top am Sonntag) sowie die Programmfenster, welche auf die drei zum Sendegebiet gehörenden Kantone Zürich, Schaffhausen und Thurgau zugeschnitten sind. Die Newssendung soll um 18.00 Uhr mit einer Viertelstunde überregionaler Nachrichten beginnen, abgerundet von einem kurzen überregionalen Werbeblock. Darauf folgt eine weitere Viertelstunde mit lokalen Nachrichten (Programmfenster), die in den drei Gebieten produziert und gesendet werden, abgerundet von einem lokalen Werbeblock.
Drei Studios, 20 neue Stellen
Das bisher aus Frauenfeld sendende Tele Top wird nach Winterthur ziehen, wobei das Studio in Frauenfeld zur Produktion des Programmfensters für den Kanton Thurgau weiter bestehen wird. Für das Schaffhauser Programmfenster soll entweder mit dem Schaffhauser Fernsehen zusammengearbeitet oder ein neues Studio eingerichtet werden. Bis im November werden zu den bestehenden 20 Stellen ungefähr weitere 20 Stellen hinzukommen, insgesamt neun allein für die Studios in Frauenfeld und Schaffhausen. Tele Top erhält aufgrund der am 31. Oktober 2008 erhaltenen zehnjährigen Konzession jährlich 1,48 Millionen Franken von der Eidgenossenschaft.
«Ein politischer, kein juristischer Entscheid»
Die Tele Top AG hatte sich mit Tele Säntis auch für das Sendegebiet Ostschweiz beworben, die Konzession erhielt jedoch Tele Ostschweiz aus dem Hause St. Galler Tagblatt. Dagegen reichte die Tele Top AG Beschwerde. Diesbezüglich fand Tele-Top-Geschäftsführer Günter Heuberger an der Medienkonferenz klare Worte: Der Entscheid des UVEK sei politisch, nicht juristisch motiviert gewesen – so wie er eigentlich hätte sein müssen. Zudem habe der Bewertungskatalog des UVEK, den er im Verlauf der Beschwerdeverfahrens zu Gesicht bekommen habe, nicht dem Kriterienkatalog der Ausschreibung entsprochen. «Ich bin erschrocken, das ist ein Missbrauch des Ermessensspielraums durch die Behörde», sagte Heuberger. Darüber, wie lange sich das Verfahren noch hinziehen wird, wollte Heuberger nichts Verbindliches sagen. Es hänge vom Willen des Bundesverwaltungsgerichts ab. Der vom Gericht gefällte Entscheid ist endgültig. (elk)
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