In Zeiten des Zeitungssterbens begibt sich die Printbranche verstärkt auf die Suche nach alternativen Geschäftsmodellen, die das eigene Überleben in der Zukunft sichern sollen. Dass nicht alle der diesbezüglich hervorgebrachten Ideen und Experimente den gewünschten Erfolg bringen, musste kürzlich das Chicagoer Startup-Unternehmen The Printed Blog schmerzlich zur Kenntnis nehmen. «Wir versuchen, die erste gedruckte Tageszeitung auf die Beine zu stellen, die ausschließlich aus Blog-Einträgen und anderen User-generierten Inhalten besteht», hatte Joshua Karp, Gründer und Herausgeber des Printed Blogs, laut Pressetext noch im Januar voller Zuversicht anlässlich des Starts des innovativen Projekts erklärt. Nun musste Karp aber offiziell das Scheitern seines ambitionierten Experiments eingestehen. Als Grund nennt der Projektinitiator vor allem wirtschaftliche Ursachen, die eine Weiterführung der Blog-Zeitung unmöglich gemacht hätten.
«Mit großer Trauer muss ich verkünden, dass der Printed Blog aufgrund des Fehlens von externen Investmentgeldern seine Publikation einstellen muss», schreibt Karp in einem Blog-Eintrag auf der Projekthomepage. Trotz bedeutender persönlicher Investitionen und der zusätzlichen Verwendung von sechs bis sieben Kreditkarten sei er nicht in der Lage gewesen, das Mindestmaß an Geldern für die nächste Entwicklungsstufe aufzutreiben. «Letztendlich hat uns die finanzielle Realität keine andere Wahl gelassen, als die Herausgabe sofort auf unbestimmte Zeit einzustellen», schildert Karp. Sein Ziel, eine von Grund auf neue Form eines Nachrichten-Printprodukts zu schaffen, habe er somit zwar nicht erreichen können. «Ich blicke aber dennoch optimistisch in die Zukunft und glaube, dass die nächsten paar Jahre dem Journalismus eine der aufregendsten Zeiten überhaupt bringen werden. Die Branche befindet sich an der Kippe zu einem grundlegenden Wandel», betont Karp.