Insgesamt wuchs der Umsatz um 0,6 Prozent auf 313 Millionen Franken, wie APG (Allgemeine Plakatgesellschaft) am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Während das Geschäft im Heimmarkt Schweiz zulegte, musste das Unternehmen im einzigen Auslandsmarkt Serbien wegen der Frankenstärke arg Federn lassen. Der Betriebsgewinn (Ebit) kletterte um 2,8 Prozent auf 68,1 Millionen Franken. Unter dem Strich verdiente APG einen Reingewinn von 53,3 Millionen Franken. Das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr.
«Wir können stolz sein und ein tolles Jahresergebnis ausweisen», sagte APG-Chef Markus Ehrle auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Insbesondere in der Schweiz sei der Umsatz um 1,3 Prozent auf 302,3 Millionen Franken gewachsen. Dabei schlug der Wettbewerb durch. Denn der Auftrag für die Plakatwerbung am Flughafen Genf ging auf den 1. Juli an einen lokalen Konkurrenten verloren. «Wenn wir diese Umsätze im zweiten Halbjahr gehabt hätten, hätten wir ein Wachstum von etwas über 3 Prozent gehabt», sagte Ehrle. Das Loch durch den verlorenen Auftrag konnten auch die Eidgenössischen Wahlen im Herbst nicht auffangen, weil das Vorjahressemester sehr gut gewesen war.
Weitere Aufträge verloren
Anderswo stach Hauptkonkurrent Clear Channel APG mit höheren Offerten aus. So beispielsweise bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ), wo Clear Channel ab ersten Januar die meisten der 1200 Plakatflächen bei den Bus- und Tramhaltestellen sowie bei den Depots und Garagen auf Zürcher Stadtgebiet vermarkten darf. Bisher hatte APG den Auftrag. Auch in Luzern geht der Konzessionsvertrag auf den 1. Juli verloren. Dennoch bleibe APG in beiden Städten die Marktführerin, sagte Ehrle. Denn andere Aufträge habe APG gewonnen. So organisiert die Firma weiterhin die Werbung für die Busse des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) und konnte überdies einen neuen Vertrag über die Werbung im ShopVille Zürich abschliessen. Auch in Lausanne setzte sich die APG im Kampf um die Konzession für die Plakatwerbung gegen ihre Mitbewerber durch. Zudem hat die APG in 17 Schweizer Bahnhöfen die Anzeigebildschirme der SBB durch Digitalanzeigen ergänzt. Insgesamt dürfte sich APG besser geschlagen haben als der gesamte Schweizer Werbemarkt, wenn man die Rabatte einbeziehe, sagte Ehrle.
Einbruch wegen serbischer Währung
In Serbien verhagelte die Schwäche der Lokalwährung Dinar das Ergebnis von APG, wie Finanzchef Beat Hermann erklärte. Der Umsatz sackte um 15,6 Prozent auf 10,8 Millionen Franken ab. In der Lokalwährung sei der Umsatz lediglich um 1,4 Prozent gesunken. Der Grund für den Rückgang seien die Wahlen im Vorjahr gewesen, für die viele Plakate aufgestellt worden seien. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in Serbien seien die Zahlen hervorragend, sagte Ehrle. Ein Verkauf des Geschäfts sei nicht beabsichtigt. Dem Druck aufs Geschäft begegnete APG mit Sparmassnahmen. Unter anderem wurden zehn Vollzeitstellen abgebaut. Das Unternehmen hat noch 570 Vollzeitstellen, die sich 628 Mitarbeiter teilen. Zudem gab APG die Übernahme der Firma Alpenplakat mit 6 Beschäftigten bekannt. Über den Kaufpreis schwieg sich Ehrle aus. Beim Blick in die Zukunft zeigte sich APG wie gewohnt sehr vage. Auf eine konkrete Prognose zur Geschäftsentwicklung der kommenden Monate werde verzichtet, sagte Ehrle. (SDA)