Ogilvy & Mather: Weltweite Kampagne zum Launch des neuen Ford Focus realisiert

Die Agentur Ogilvy & Mather hat für Ford eine Kampagne entwickelt. Zum Einsatz kommen TV-Spots, Plakate und Händlerinserate.

Der neue Ford Focus bringe frischen Wind in die Kompaktklasse, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Mit seinen zahlreichen serienmässigen Features und Assistenzsystemen lasse er seine Konkurrenz technologisch überholt aussehen. Daher stehe der Gedanke «Start more than a car» im Mittelpunkt der Kampagne. Drei 20-sekündige TV-Spots sollen in einer ersten Welle die Funktionsweise je eines Assistenzsystems demonstrieren. Gefeatured werden der Einpark-Assistent, der Toter-Winkel-Assistent und der Fahrspur-Assistent. Flankiert werden die TV-Spots von Plakaten und Händlerinseraten.

Die Kampagne ist gemäss Mitteilung ein Novum für Ford: Zum ersten Mal in seiner Geschichte startet Ford einen Werbeauftritt der in sämtlichen Märkten weltweit zum Einsatz kommt. Start der Kampagne in der Schweiz ist der 8. April.

Verantwortlich bei Ford Motor Company (Switzerland): Danijel Dzihic (Marketingdirektor Ford Schweiz), Duri Sulser (Leiter Kommunikation & Events), Marc Brunner (Brand Manager PW). Verantwortlich bei Ogilvy & Mather: Thomas Bolliger (CD), Priska Meyer (AD), Fabian Küchler (Text), Sabine Furrer (Beratung), Nicolas Vetsch (Assistenz).

 

Schaerer und Partner setzt für AGV auf die fünf Sinne

Die Lenzburger Agentur Schaerer und Partner hat den Geschäftsbericht der Aargauischen Gebäudeversicherung 2010 realisiert.

Den Leitgedanken der Prävention aufnehmend, wurde bei der konzeptionellen Umsetzung auf die fünf Sinne gesetzt, wie es in einer Mitteilung heisst. Denn: Verlässt sich der Mensch vermehrt auf seine Sinne, kann er Unfälle verhindern. Man kann sich gegen Feuer und Elementarschäden versichern, aber vorzubeugen ist immer besser als zu heilen. So heisst die Lösung «Prävention»: das Kernanliegen der AGV.

Der 116 Seiten starke Geschäftsbericht ist auf FSC-zertifiziertem, chlor- und säurefreiem Naturpapier gedruckt und enthält eine Fülle von Informationen, die mehrere Sinne ansprechen.

Verantwortlich bei Schaerer und Partner: Andi Schaerer (Gesamtleitung), Denise Fricker (Beratung), Patrick Crivellari (AD), Stephan Bretscher (Grafik, Layout). Projektleitung und Koordination AGV: Christina Troglia, Generalsekretärin. Fotografie: Hannes Kirchhof, Studio für Werbefotografie

schaerer

Zu guter Letzt: Die Spaten-Hackerin

Die Tatwaffe: ein Klappspaten. Die Täterin: eine georgische Rentnerin. Das Opfer: das armenische Internet. Die Folgen: verheerend.

Eine 75-jährige Rentnerin aus Georgien machte sich auf, die Erde mit ihrem Klappspaten nach Altmetall zu durchsuchen, das sie dann einem Händler weiterverkaufen wollte. Dabei stiess sie auf ein Glasfaserkabel, das sie kurzerhand durchtrennte – offenbar in der Annahme, dies ebenfalls zu Geld machen zu können. Dummerweise handelte es sich bei der Leitung um das zentrale Internetkabel, das Georgien mit Armenien verbindet. Und ebenfalls dummerweise laufen 90 Prozent des armenischen Internetverkehrs über Georgien. Die logische Konsequenz: Grosse Teile Armeniens mit seinen 3,2 Millionen Einwohnern waren für mehr als fünf Stunden offline.

Die arme Frau, die wohl nur ihre spärliche Rente mit dem Verkauf von Altmetall etwas aufbessern hat wollen, wurde daraufhin gnadenlos festgenommen. Sie wird jedoch aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters bis zum Ende der Ermittlungen und ihrem Prozess auf freien Fuss gesetzt – was wir ihr von Herzen gönnen. Sie soll übrigens gemäss Innenministerium «keine Komplizen» gehabt haben. Beruhigend – eine Spaten-Hacker-Gang hätte den Georgiern gerade noch gefehlt.
 

Schweizer lassen sich bei der Klappe feiern

Im Theater Kehrwieder in Hamburg sind gestern Donnerstag die Awards für den Filmwettbewerb Die Klappe vergeben worden. Spillmann Felser Leo Burnett und Pius Walker haben zusammen 8 der 45 Preise gewonnen.

Die Klappe gilt als der wichtigste Wettbewerb für «Bewegtbild» im deutschsprachigen Raum. Organisiert wird das Festival vom Kommunikationsverband. Eingeladen sind Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 274 Beiträge – 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr – wurden von der Jury bewertet. Diese besteht aus Filmleuten, Auftraggebern und Vertretern der Medien Horizont, Werben & Verkaufen sowie Werbewoche. 12 Arbeiten aus der Schweiz schafften es auf die Shortlist. Das einzige in Hamburg vergebene Gold für eine Gesamtkampagne gab es schliesslich für Sunrise mit den witzigen SMS-Spots von Spillmann Felser Leo Burnett, dazu noch eine silberne Klappe für die Idee. Ebenfalls Bronze gewann SFLB mit einem Spot für die Migros Klubschule. Dazu eine Shortlist für die Schlepper der schweren Steine für Schweiz Tourismus. Fünf Klappen gingen an die Agentur von Pius Walker. Silber für Möbel Pfister, Silber für den Flashmob «Zonenplan» als Viralfilm für Greenpeace, Silber für die Kamera des Rega-Films «Der Himmel kann warten» sowie je eine weitere Bronze für den Gesamteindruck und Sound. Als dritter Teilnehmer aus der Schweiz schaffte es Seed Audio Visual Communication auf die Shortlist mit einem Industriefilm «Kuss» für Ricola. Nur ein einzelner Schweizer Beitrag einer vierten Agentur blieb in Hamburg ohne Preis.

Andreas Panzeri
 

Schweizer Sportfernsehen mit steigenden Nutzungswerten

Im Monat März wurden beim Schweizer Sportfernsehen die bisher höchsten Nutzungswerte seit Sendestart gemessen.

Die Zuschauerentwicklung des Schweizer Sportfernsehens folge weiterhin einem positiven Trend, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Steigende Nutzungswerte, aber auch immer häufiger erreichte Top-Werte bei den Marktanteilen und Reichweiten zeigten, dass sich die Programmgestaltung des SSF positiv auf das Sehverhalten der Zuschauer auswirke. Gerade die durchschnittliche Nutzung sei ein wichtiger Indikator für die Qualität des Programms. Mit Programmhighlights wie den Spielen des Schweizer Fussballcups, der Handball Champions League oder des Zürich Open habe das SSF die Zuschauer im März länger als bisher vor den Bildschirmen halten können.

 

Ringier: Konzerngewinn vervierfacht

Das Ergebnis 2010 sei «sehr erfreulich», sagte Ringier-CEO Christian Unger, als er in Zürich das vergangene Geschäftsjahr seines Konzerns präsentierte. Tatsächlich konnte Ringier gegenüber 2009 seinen Konzerngewinn auf 61,8 Millionen Franken beinahe vervierfachen – und dies bei fast gleich bleibendem Umsatz. Der Gewinn sei wesentlich auf die happigen Restrukturierungen von 2008 und 2009 und auf kostenbewusstes Haushalten zurückzuführen, sagte Unger.

Erklärungsbedarf besteht bei den Umsatzzahlen. So schlug sich die anziehende Konjunktur bisher bei Ringier nur gerade in der Schweiz und Deutschland in positiven Zahlen nieder. Hier legte das Zürcher Verlagshaus einen Umsatzzuwachs von 11,8 Prozent vor, was wesentlich den steigenden Anzeigenerlösen zu verdanken sei, wie Marc Walder, CEO von Ringier Schweiz und Deutschland, erklärte. In den Ländern Zentraleuropas, Asiens und auch im Schweizer Druckgeschäft hingegen verzeichnete Ringier nach wie vor rückläufige Umsätze. In diesen Märkten werde die wirtschaftliche Erholung erst jetzt langsam spürbar, sagte Unger.

Joint Venture in Osteuropa erschwert direkten Vergleich

Die Umsatzentwicklung insbesondere in Zentraleuropa ist ohnehin kaum mit dem Vorjahr vergleichbar. Dies hat mit dem 50:50-Joint Venture zu tun, das Ringier und Axel Springer vor einem Jahr in den Ländern Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Serbien eingegangen sind. Allerdings konnte dieses aus kartellrechtlichen Gründen noch nicht vollständig umgesetzt werden: Für Ungarn liegt noch keine Bewilligung vor, weshalb Ringiers eigene Aktivitäten in diesem Land noch vollkonsolidiert in der aktuellen Rechnung erscheinen. Hingegen flossen Ringiers Länderergebnisse von Serbien, Slowakei und Tschechien ab Mitte 2010 nur noch zu 50 Prozent in die Rechnung ein, doch ist umgekehrt die Hälfte des Springer-Geschäfts in Polen und Tschechien in Ringiers Rechnung konsolidiert. Ebenfalls grossen Einfluss auf den Zentraleuropa-Umsatz hatten die Währungseffekte. Dies alles führte in Zentraleuropa zu einem Umsatzminus von fast 20 Prozent, was wiederum den gesamten Konzernumsatz um 2,5 Prozent nach unten drückte. Würde man diese speziellen Umstände nicht berücksichtigen, läge der Konzernumsatz in etwa auf dem selben Stand wie 2009, sagt Unger.

Ausgleichszahlungen von Axel Springer

Das Joint Venture Ringier Axel Springer Media AG wirkte sich aber auch noch in anderer Hinsicht auf den Konzernumsatz aus – und zwar in Form von Ausgleichszahlungen von Axel Springer an Ringier. Dies geht aus dem Jahresbericht hervor. Mit andern Worten: Ringier profitiert vom Joint Venture nicht nur langfristig durch die Marktausweitung und die gemeinsame Marktführerschaft in einigen Ländern, sondern auch kurzfristig finanziell. Was Unger zudem gegenüber der Werbewoche preisgab: Der Ringier-Konzern, der in Rumänien aktiv ist und dort auch bleiben möchte, will von Edipresse dessen Rumänien-Geschäft hinzu kaufen. «Derzeit laufen Gespräche», sagte Unger. Edipresse ist jedoch in Rumänien seinerseits schon mit Axel Springer in einem 70/30-Joint-Venture liiert – der Hauptgrund, weshalb bislang Rumänien bei Ringier Axel Springer Media AG ausgeklammert blieb. Würde es Ringier aber gelingen, den Edipresse-Anteil zu übernehmen, könnte das Joint-Venture zwischen Edipresse und Axel Springer aufgelöst werden – und der Integration Rumäniens bei Ringier Axel Springer Media AG stünde nichts mehr im Wege.

Online bringt 20 Prozent des Schweizer Umsatzes

Die Erlöse in den einzelnen Segmenten zeigen, dass das Digitalgeschäft ein besonders starkes Wachstum verzeichnete, es stieg auf 130,1 Millionen Franken und macht mittlerweile 10,3 Prozent des Konzernumsatzes aus. Anders bei Ringier Schweiz und Deutschland: Hier kommt das Digitalgeschäft auf einen Umsatzanteil von 13,4 Prozent: Darunter fällt aber nur das transaktionsbasierte Online-Geschäft – konkret die Umsätze der Scout24-Gruppe oder von geschenkidee.ch. Rechnet man auch die Umsätze aus den App-Verkäufen oder die Werbeumsätze auf Titel-Websites ein, erreichen die digitalen Erlöse laut Marc Walder 20 Prozent.

Baustelle bei Cash.ch, keine Sorgen mit Bolero

Im Gespräch mit der Werbewoche sagte Walder zudem, dass Ringier in der Schweiz nur noch eine Baustelle habe: Cash.ch. Es sei eine Herausforderung, dieses Wirtschaftsportal ohne Printtitel zu monetarisieren, meinte er. CashTV hingegen laufe auf kleinem Feuer selbsttragend. Keine Sorgen bereiten Walder die stark sinkenden Leserzahlen von Bolero. Den Frauentitel habe man nach der Lancierung von SI Style als Premiumprodukt für die Uperclass unter den Frauen positioniert – und in dieser Zielgruppe seien die Leserinnenzahlen «nicht wirklich matchentscheidend», meinte Walder. Im Werbemarkt laufe der Titel jedenfalls hervorragend. Überhaupt ist Walder mit den Titeln in der Schweiz grösstenteils sehr zufrieden. Selbst L’Hebdo, TV8 und Illustré, die gemäss Wemf-Inseratestatistik weiterhin rückläufige Anzeigenvolumina im zwestelligen Prozentbereich ausweisen, stünden in Wirklichkeit «solid bis sehr gut da», sagte er. Die selbstdeklarierten Minuszahlen in der Statistik seien auf EDV-Probleme zurückzuführen, denen man noch nicht auf die Schliche gekommen sei.

Ringier will die Marke Energy ausweiten

Der CEO von Ringier Schweiz und Deutschland äusserte sich ferner zu TV-Plänen (die Werbewoche berichtete). Und er bekräftigte einmal mehr, dass Ringier im Bereich Entertainment daran interessiert wäre, die Marke Radio Energy über Zürich und Bern hinaus auch auf andere Schweizer Regionen auszuweiten – insbesondere nach Basel und in die Innerschweiz. Ein Versuch, Radio Basel von Christian Heeb auf NRJ-Kurs zu bringen, ist letztes Jahr allerdings gescheitert. Wie es weiter gehen soll, liess Walder offen. Es gebe zwar Pläne, doch seien diese noch nicht spruchreif, sagte er. Da man in der Schweiz von Gesetzes wegen maximal zwei UKW-Sender besitzen kann, kommen für Ringier nur noch Kooperationen, allenfalls auch Minderheitsbeteiligungen, in Frage.

Markus Knöpfli

Ringier in Zahlen (in Mio Fr.)

2010 2009 Veränderung in %
Konzernumsatz 1263.9 1296.1 – 2.5
– Umsatz CH + D 613.7 548.9 + 11.8
– Umsatz Zentraleuropa 336.4 418.8 – 19.7
– Umsatz Asien/Pazifik 50.3 52.0 – 3.2
– Umsatz Print CH 263.5 276.4 – 4.6
Konzerngewinn 61.8 17.2 +359.8
Cashflow 161.1 93.8 + 71.8
Anzahl Mitarbeiter 7752 7448 + 4.1

 

Willisauer Bote lanciert E-Paper

Ab sofort ist der Willisauer Bote/Wiggertaler Bote auch als E-Paper erhältlich. Die zweimal wöchentlich erscheinende Zeitung wird jeweils bereits am Vorabend des Erscheinungstages online gestellt.

Abonnenten der Printausgabe erhalten kostenlosen Zugang zum E-Paper, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Angeboten werden auch reine E-Paper-Abos für ein halbes oder ein ganzes Jahr zu einem reduzierten Preis. Bis Ende Mai ist das E-Paper zum Testen für jedermann frei zugänglich unter Willisauerbote.ch.

Der Willisauer Bote erscheint im 125. Jahrgang und ist zusammen mit seinem Kopfblatt Wiggertaler Bote die Zeitung für das Amt Willisau und den Kanton Luzern mit einer beglaubigten Auflage von 9'215 Exemplaren.
 

Starlet will Affichage-Verwaltungsrat neu besetzen

Die Aktionärsgruppe um die Gesellschaft Starlet Investment hat im Hinblick auf die nächste Generalversammlung von Affichage vom 26. Mai 2011  fünf Kandidaten für die Wahl in den Verwaltungsrat und die Abwahl eines Verwaltungsrats, dessen Mandatszeit 2012 endet, vorgeschlagen.

Affichage klärt zurzeit die Ordnungsmässigkeit dieses Antrags ab, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktionärsgruppe um die Gesellschaft Starlet Investment hält 5.27 Prozent des Aktienkapitals der Affichage Holding.

Affichage hatte gemäss SDA für 2010 wegen einer gescheiterten Ausland-Expansion namentlich in Griechenland einen Verlust von 52,3 Millionen Franken ausgewiesen. Der Umsatz fiel um
10,5 Prozent auf 304,3 Millionen. Zwei Aktionäre haben in Genf eine Klage gegen einzelne frühere und heutige Organvertreter eingereicht. Affichage selbst klagte gegen den ehemaligen Geschäftspartner in Griechenland.
 

«Die Werbewoche» auf Star TV: Klappe Awards 2011

Am Donnerstag 7. April finden die Klappe Awards 2011 in Hamburg statt. «Die Werbewoche» auf Star TV nimmt diesen Event zum Anlass, um eine Auswahl an prämierten Schweizer Spots zu zeigen.

Mit von der Partie sind Spillman Felser Leo Brunett mit den witzigen SMS-Spots für Sunrise, die gleiche Agentur mit einem Film für die Migros Klubschule und Pius Walker mit seinem Spot für Möbel Pfister sowie mit einem feinfühligen Film für Rega.

«Die Werbewoche», Donnerstag 7. April um 19:45 Uhr auf Star TV.

Coop: Urs Meier ist neuer Mediensprecher

Coop hat einen neuen Mediensprecher. Urs Meier verstärkt das Team um Susanne Sugimoto und wird neben Denise Stadler und Sabine Vulic für Coop sprechen.

Meier ist seit 1. April 2011 bei Coop und arbeitete zuletzt beim amerikanischen Filmkonzern Warner Bros. Pictures in Zürich, wie Coop in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Er war dort für die PR-Belange zuständig. Urs Meier studierte Phil. I an der Uni Basel und arbeitete unter anderem mehrere Jahre als Kantonalsekretär bei der CVP Basel-Landschaft, bevor er 2005 zu Warner Bros. wechselte.

Youtube plant «Fernsehkanäle»

Nach einem Bericht der Zeitung Wall Street Journal plant die Google-Tochter die Einführung einer Reihe von Kanälen, auf denen dann fünf bis zehn Stunden professionell produzierte Unterhaltung die Woche laufen sollen.

Youtube spreche gerade mit Hollywood-Agenten, um die nötigen Inhalte zu beschaffen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eingeweihte Personen. Bereits seit einiger Zeit häufen sich die Indizien, dass Youtube erwachsen werden will. Kleine Internetfilmchen, zumeist von Amateuren gedreht, haben die Plattform gross gemacht. Jeden Tag werden aktuell Videos in einer Gesamtlänge von sechs Jahren hochgeladen. Zwei Milliarden Videos wurden 2010 täglich abgerufen, das sind 40 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Mit seinem Partnerprogramm verhilft Youtube auch privaten Nutzern zu Werbeeinnahmen, die 2010 zum zweiten Mal in Folge um fast 300 Prozent gestiegen sind.

Doch die Befürchtung ist, dass die Begeisterung für Amateur-Videos und privat aufgenommene Babys und Hundewelpen irgendwann nachlässt. Dem scheint Youtube mit professionell produzierten Sendungen vorbeugen zu wollen. Erst vor einem Monat hatte Youtube die Webvideo-Firma Next New Networks gekauft. Nach Angaben des Wall Street Journa“ sind zunächst 20 Kanäle geplant, etwa zu den Themen Sport und Kunst. Noch vor dem Jahresende soll es losgehen. Die Produktion der Inhalte will sich Youtube demnach bis zu 100 Millionen Dollar kosten lassen. Das könnte sich letztlich rechnen, wenn die Zuschauer länger bei Youtube verweilten und entsprechend auch mehr Werbung konsumierten. Darüber finanziert sich das Portal. (SDA)
 

«Tagesschau»-Beitrag: Recht am eigenen Bild verletzt

Die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens hat mit der Ausstrahlung eines Beitrages über Depressionen das Recht am eigenen Bild verletzt. Vom Vorfall ist der ehemalige Pressechef des Eidg. Finanzdepartements, Dieter Leutwyler, betroffen.

Die «Tagesschau» strahlte in ihrer Hauptausgabe Ende Februar einen Beitrag zum Thema Depressionen und Stigmatisierung aus. Im Beitrag war Dieter Leutwyler, ehemaliger Pressechef von Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz, bei seiner Arbeit im Bundeshaus zu sehen.

Die «Off»-Stimme in der «Tagesschau» warnte während der Ausstrahlung der Bilder, übermässige Belastung am Arbeitsplatz könne schnell zu Depressionen führen. Der Vermerk, dass die gezeigten Aufnahmen Symbolbilder waren, fehlte. Er sei im Beitrag eindeutig identifizierbar gewesen und habe nach der Sendung auch einige Reaktionen erhalten, sagte Dieter Leutwyler am Donnerstag zu einem Artikel der Zeitungen «Bund» und «Tages-Anzeiger». Das Schweizer Fernsehen habe mit dem Beitrag das Recht am eigenen Bild verletzt. Leutwyler ist mittlerweile Kommunikationschef der Sicherheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft.

Die im Beitrag verwendeten Archivbilder seien zur Veranschaulichung gebraucht worden. Leutwyler sei in einer Bildsequenz knapp drei Sekunden zu sehen gewesen, sagte SF-Mediensprecher Marco Meroni. «Es bestand kein direkter Zusammenhang zur Person, etwa mit einem Wortbeitrag».

Die gezeigten Aufnahmen könnten dennoch suggerieren, dass der Dargestellte an Depressionen leide. SF habe eine Szene gebraucht, die so nicht hätte verwendet werden dürfen. «Dafür haben wir uns entschuldigt und den Beitrag von der Internetseite genommen.» Damit sei der Fall für ihn erledigt, sagte Leutwyler. Er werde keine rechtlichen Schritte einleiten. (SDA)
 

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