Die Konklusion und gleichzeitig Zukunftsprognose von Karen Heidl zeigt die
Herausforderung und Chancen auf den Punkt auf, welchen alle Medien, insbesondere jedoch die Fachtitel im Internetzeitalter zu begegnen haben. «Medienmarken verlieren an Bedeutung», machte die Verlagsfachfrau und Medienberaterin klar. Das war natürlich keine leichte Kost für die rund 30 Besucher der Veranstaltung, denn gerade Fachtitel/Fachmedien konnten bis anhin dank qualitativ hochstehenden Fachinformationen ihre Marke in der Leserschaft verankern. Im Zeitalter des Internets hat sich dies jedoch geändert, so Heidl. Weil die User heute nicht mehr nach dem Namen eines Titels suchen würden, sondern nach relevanten (Fach-)Informationen. Das führt zu einem ganz anderen Verhalten bezüglich Branding, Lesermarketing und so weiter.
Im zweiten Referat zeigte Urs Schneider, Inhaber von Mediaschneider, auf, wie eine Media Agentur bei der Evaluation der Medien vorgeht. Etwas vom Wichtigsten ist für ihn die klar definierte Zielgruppe und der ständige Fokus auf diese. Gerade die Kompetenz, welche Fachmedien in ihren Gebieten ausweisen, könne einen Entscheid in Richtung Fachtitel lenken, weil in deren Umfeld Spezialisten gefunden werden, die im Briefing als Zielgruppe gefordert sind. Opinion-Leader erreiche man oft in Fachtiteln, und es mache oft Sinn, beispielsweise mit einer Beilage in einem Fachtitel zu werben, anstatt nach dem Giesskannenprinzip hohe Streuverluste in Kauf zu nehmen.
Nach den Referaten gab es einen Apéro sowie ein Mittagessen. Die Verantwortlichen der Sava freuten sich, dass dabei 18 der 28 Anwesenden die Chance nutzten, die Ausführungen weiter zu diskutieren und generell Erfahrungen auszutauschen. Den Besuchern wurden spannende Einblicke und Anregungen angeboten, die Chancen der eigenen Titel zu erhöhen, als Fachmedium bei Media-Agenturen berücksichtigt zu werden. Und bestimmt hat der eine oder andere Besucher nach der Sava-Veranstaltung die Parameter seines Fachmediums kritisch beleuchtet.