Autor: Redaktion
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Welche Testimonials er sonst noch an den Haaren herbeigezogen findet, verrät Cyril Schicker, Texter und Content Manager bei Geyst, in unserer Serie «13 Fragen an».

1. Sie könnten Ihr Smartphone einen Tag lang mit dem einer anderen Person tauschen. Würden Sie? Und falls ja, mit wem?
Gerne doch. Hierzulande von diesem Strolch, der mir jüngst mein Mobile geklaut hat, europaweit betrachtet Prof. Dr. Dirk Boll, weil er das dortige Christie’s-Geschehen verantwortet und ich schon immer wissen wollte, was sich in seiner kunstschwangeren Welt abspielt.
2. Wofür würden Sie gratis arbeiten?
Da gibt es einen bunten Blumenstrauss an Möglichkeiten. Dufte sind alle. Zum Beispiel als Begleitung eines Duftforschers im Dschungel Indonesiens. Als Beobachter einer Wissenschafter-Crew, die alle Vorzüge von Flora und Fauna mit unserer Welt verflechten wollen (Bionik). Bauarbeiter, Wracktaucher, Goldschmied, Kontrolleur, Gerichtsdolmetscher, Muscheltaucher, Klein-kinderzieher, Liedermacher, Dompteur, Fahnder oder Strassengaukler, der mit Ballonen nachformt, was das Herz begehrt.
3. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?
Männersandaletten aus Leder – und alle anderen Männersandaletten. Wobei ich da keine Entscheidungsbefugnisse habe.
4. Welche Werbung sollte man verbieten?
Reinigungsmittel-Spots, bei denen die monotone Klaviatur der Gender-Klischees, Familien-Stereotypen bespielt werden. Und Werbung, bei denen Testimonials an den Haaren herbeigezogen worden sind. Wie einst Britney Spears und Skechers oder Guido Maria Kretschmer und Actimel, Cosma Shiva Hagen und Parship.de … Betäubend ist es auch, wenn ein junges Meitli auf einer Schaukel zwischen Wolkenkratzern rumgammelt und dabei genüsslich Jogurette isst.
5. Was hat Sie inspiriert, in die Werbe-/Kommunikationsbranche einzusteigen?
Das geschriebene Wort, flankiert von meiner schier unerschöpflichen Neugierde.
6. Wer war der amüsanteste Lunch-Partner?
Sir Bob Geldof. Der Lunch war nicht nur geniessbar, sondern vor allem trinkbar.
7. Gab es in Ihrem Leben einen Moment, als Sie dachten: Wow. Das ist super. Und es ist von mir!
Einen Moment für die Ewigkeit – meine Tochter!
8. Was tut Ihnen leid?
Dass sich meine Bandscheibe geziemt, als hätte sie jahrzehntelang untertags arbeiten müssen.
9. Fallen Sie auf Werbung herein? Wann?
Klar. Nur merke ich es nicht – ausser dass ich die Stirn in Sorgenfalten lege und inzwischen aussehe wie ein altes Haus. Und ja, selbst wenn ich weder Skechers trage noch Britney Spears höre, vergessen tu’ ich diese Kollaboration nie. Dabei ist sie sicher schon 15 Jahre alt.
10. Worauf können Sie unmöglich verzichten?
Uhr, Fahrrad, Sonne, Fleisch, Schreibstift, Notizbuch, Musik, Lesespässe, bis zuoberst zugeknöpfte Hemden, Tinte unter der Haut – meine Tochter. Und die Freiheit, keine Reihenfolge einhalten zu müssen.
11. Was möchten Sie nie über sich hören müssen?
Dass Goodluck Jonathan Männersandaletten trägt und dabei aussieht wie ich.
12. Wofür würden Sie unter keinen Umständen werben?
Goodluck Jonathan.
13. Welchen Werbeträger finden Sie abscheulich?
Tätowierte Fussballer-Unterarme, die Geburtsdaten oder Familienporträts in die Welt hinaustragen.
Cyril Schicker war einst Sportler, dann Anlageberater – um sich dann zum Chefredaktor (Punktmagazin) zu wandeln. Dazwischen gab er ein Kunstmagazin heraus, jetzt ist er Vater, Kolumnist, Blogger, Musikjournalist und Texter/Content Manager bei der Zürcher Kommunikationsagentur Geyst.
Die «13 Fragen» erscheinen sowohl Online wie auch in der Printausgabe der Werbewoche.
Umsetzung 13 Fragen: Thomas Häusermann
