Piatti, WSA und Rahn setzen auf Rosarot

Categories

Allgemein

Zu guter Letzt: Ein Häppchen Polemik

Heute ist der Redaktion ein Brief eines Lesers, der nicht sehr begeistert ist ob der Werbe-Kreativität in der Schweiz, ins Haus geflattert. Da die Werbebranche sich jährlich mit diversen Preisen schmückt, darf es auch mal wieder etwas Kritik sein:

Lang ist es her, als Künstler in ihren Ateliers noch Strich um Strich mit Metallfeder ihre Lithographien für den Deckel einer neuen Tabakdose anfertigten.

Ach, da kommt der schon wieder mit diesen nostalgischen Anfällen, werden Sie wohl meinen, hochgeehrter Leser. Doch sowie man sich das Knurren und Murren über 2 Minuten Verspätung der S3 mitanhören muss, so horcht meiner Polemik:

In Anbetracht des Bombardements an Kaufaufforderungen, welche – so scheint es – jährlich nur an Aufdringlichkeit gewinnen und Integrität verlieren, um schlussendlich als Bilderlärm oder auch nur Lärm in einem staubigen Winkel unseres Hirns verstaut zu werden, muss man sich überlegen, wieso der Mensch sich diesem Angriff nicht entzieht oder es wenigstens versucht.

Schaue mal fern, und alsbald wird entdeckt, dass man eigentlich Werbung sieht. Es gilt natürlich das Schweizer Fernsehen in Schutz zu nehmen; bemängelt wird jedoch die Grundtendenz. Eine weitere Errungenschaft der modernen Werbeforschung mit ihrem Arsenal an Freudianer, nervigen Telefonisten und Neurowissenschaftler ist jene, dass der Rückbehalt einer Werbung proportional zu ihrem Grade an Idiotie steht – was sich anscheinend auch die Autoren der neuen Fernsehgeneration zunutze machen.

So jetzt komm zum Punkt, höre ich euch murmeln. Sehr gerne…

Es kann nicht im Interesse eines gesunden Geistes sein, sich rituell von einer Plastikbüchse oder einem 2x2m-Plakat anbrüllen zu lassen, was man gefälligst zu kaufen hat, um ein anständiges Mitglied unserer Gesellschaft zu sein. Ob man sich nun einredet, man sei immun gegen Schleichwerbung oder seinen Kopf ganz bewusst unter einen Wasserfall von Information stellt, weil man doch einfach mal «abschalten» will, sind beides stille Kapitulation. Aber was oder wem gegenüber?

Selber weiss ich es auch nicht genau, aber ich bin fester Überzeugung, dass ein Kurswechsel in der Werbung von Nöten ist. Ich sage nicht, dass man sich wieder vor den Druckstein setzen soll, man sich ihn allerdings als Vorbild zu nehmen hat, denn schon lange habe ich keine Werbung mehr in meinem Zimmer aufgehängt. (Leserbrief von Luca S.)

Teaserbild: Keystone
 

APG|SGA: Basler Lieblingsplakat gewählt

Die Ausstellung «Schweizer Plakate des Jahres 2012» der APG|SGA in Basel ist mit regem Interesse der Bevölkerung zu Ende gegangen. Das regionale Lieblingsplakat der Besucher ist das Saisonplakat 2012/13 des Kulturbetriebes Kaserne Basel.

Die im Hof des Restaurants Kunsthalle in Basel ausgestellten Plakate, darunter 16 mit dem Swiss Poster Award ausgezeichnete Werke, erhielten regelmässig Besuch. Mit der Shortcut-App und per Internet wählte die Bevölkerung ihr beliebtestes regionales Plakat. Dies schreibt die APG|SGA in einer Mitteilung vom Dienstag.

Der klare Gewinner dieses Wettbewerbs ist das Saisonplakat 2012/13 der Kaserne Basel, auf dem ein «Raketen-Stieleis» abgebildet ist.

Kaserne-Basel_Plakat

Der zweite Platz besetzt das «Ferdinand Hodler»-Plakat der Fondation Beyeler und auf Rang drei klassierte sich der Zoo Basel mit dem Orang- Utan-Sujet.

Zoo-Basel_Menschenaffenaussenanlagen

Auch für die Teilnehmenden an der Abstimmung per Shortcut und Internet gab es etwas zu gewinnen: das iPad mini ging an Sabine Lauber aus Basel. Sie wählte das Gewinnerplakat der Kaserne Basel als ihren Favoriten.

Nächste Etappe

Der nächste Etappenort der Schweizer Tournee der «Plakate des Jahres 2012» ist Luzern. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 16. Mai 2013 statt. Bis am 23. Mai 2013 wird dort nebst den preisgekrönten Schweizer Plakaten auch regionales Schaffen aus Luzern gezeigt, das wiederum via Shortcut-App und im Internet zur Abstimmung frei steht.
 

Heads bewirbt «Züri wie neu»

«Fix my street» heisst die Initiative, die in Städten wie Montreal, Toronto, Manchester oder Dublin sicherstellt, dass die Bevölkerung die Stadtwerke rasch auf Mängel in ihren Strassen hinweisen kann. Diese Initiative ist nun auch, im Rahmen von eZürich, in der Limmatstadt angekommen.

Nur gilt für das wunderschöne Zürich: «If it ain't broke, don't fix it.» Deshalb hat Heads für die Initiative einen passenderen Namen gefunden: «Züri wie neu». Und mit einer Plakatkampagne will die Agentur auf das neue Angebot aufmerksam machen. Dass sich auch die fast perfekte Stadt noch verbessern kann, zeigen laut Mitteilung die Anregungen der Bevölkerung: 92 Meldungen in den ersten Wochen.

Die Initiative wird als Pilotprojekt während eines Jahres von der städtischen Dienstabteilung Geomatik + Vermessung koordiniert.

Verantwortlich bei Stadt Zürich – Geomatik + Vermessung: Christian Gees (Stadt Zürich), Lukas Handschin (Grün Stadt Zürich). Verantwortlich bei Heads Corporate Communication BSW: Marco Simonetti (Creative Director), Pablo Burkhalter (Grafik), Ralph Hermann, Nadia Francioso (Beratung).

zuriwieneu1

Wapico: Schweizer Rapsöl schwingt und fischt

Die Kommission Schweizer Rapsöl führt 2013 die bereits sechs Jahre laufende Kampagne «Schweizer Rapsöl – the power flower» fort. Die zwei neuen Sujets feiern wie jedes Jahr ihre Premiere im Frühling, wenn auf den Feldern der Raps goldgelb blüht.

Auf den Plakatwänden sind zwei Schwinger sowie ein Fischer zu sehen. Die Schwinger stehen für Herkunft und Stärke, die Fischer als Verbindung zum Gehalt an Omega-3 in ungewohnter Umgebung, so die Agentur. Eine Fortsetzung finden die Plakate in Inseraten und anderen Werbemitteln bis im Herbst 2013. Mit den Schwingern hat die KSR noch weitere Aktionen vor.

Verantwortlich bei der Kommission Schweizer Rapsöl: Stephan Scheuner (Geschäftsführer), Anja Ledergerber ( Marketing & Kommunikation). Verantwortlich bei Wapico: Olaf Pilleri (Beratung & Text), René Walker (CD), Lucien Cosandey (Grafik), Jonas Steiger (Beratung). Fotografie: Caspar Martig.

raps1_0
raps2_0

Marti macht Rolltreppen zu Laufstegen

Marti hat für das Shopping Seen neue Plakate gestaltet. Diese sind rund um und in Winterthur zu sehen.

Damit aus Rolltreppen Laufstege werden, braucht’s die charmante Gemütlichkeit des überschaubaren Quartiercenters, so die Agentur. So zum Beispiel diejenige des Shopping Seen. Dieses Differenzierungsmerkmal des sympathischen Quartiercenters im Gegensatz zum anonymen Grosscenter dramatisiert Marti in der neuen Plakatkampagne.

Verantwortlich bei Marti Communications: Thomas Krebs und Anita Kittel (Beratung), Sarah Massaoudi, Stefan Beck (Kreation). Foto: Fotosolar.

seen1

Zu guter Letzt: Ich trenne… aber was?

Der Nebelspalter hat die Swiss Recycling-Kampagne von Prime recycelt. So trennt etwa Christoph Mörgeli statt Pet-Flaschen von Alu-Dosen nun sich von seiner akademischen Reputation.

Die Kampagne diente ursprünglich der Sensibilisierung für das korrekte Trennen und Entsorgen (Werbewoche.ch berichtete). Während die einen Promis Recycling-Abfälle trennen, trennen Anderen den Schnaps von der Flasche drumrum oder Nordafrikaner von anderen Asylanten:

nebelspalter_zgl1

Werber lancieren Kinderbuch

Ludek Martschini (Illustration) und Andreas Troxler (Text), beide mit eigenem Werbebüro in Luzern, haben das «andere» Kinderbuch realisiert. Die Erstauflage umfasst 400 Exemplare.

Finanziert wurde das Buch über Crowdfunding und Supporter, die ihr Vorhaben jeweils mit 50 Franken unterstützt haben. Eine humorvolle Geschichte, liebevoll illustriert und voller Lebensweisheit, so die beiden in einer Mitteilung. Die Hauptfigur der Geschichte bildet ein tollpatschiger Hornochs. Er verlässt sein Zuhause, als er einen Eimer voll Wasser versehentlich umstösst. Im Dorf herrscht Wasserarmut. Umso schlimmer also sein Missgeschick. Nicht sein erstes. Er beschliesst durch den erneuten Vorfall, niemandem mehr zur Last zu fallen und verlässt sein Zuhause. Im nahegelegenen Wald trifft er auf den Frechdachs, der ihm eine Falle stellt. Sie werden Freunde und machen sich auf, das geheimnisvolle Rätsel der grossen Trockenheit im Dorf zu lösen.

Das Kinderbuch kostet 30 Franken und ist direkt bei Andreas Troxler erhältlich.

hornochs4
hornochs2
hornochs3

Ostschweizer PR-Netzwerk PROL bestätigt Vorstand

Das Ostschweizer Netzwerks von PR-Schaffenden PROL hielt am 16. April seine 38. Generalversammlung ab. Dabei wurde der siebenköpfige Vorstand für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.

Die diesjährige Generalversammlung der Public Relations-Gesellschaft Ostschweiz/Liechtenstein von Mitte April war gut besucht, so die PROL-Präsidentin Anita Schweizer in einer Mitteilung vom Montag. Die Teilnehmer stimmten allen Anträgen des Vorstandes zu. Stefan Kern wurde aus dem Vorstand verabschiedet.

Die sechs weiteren Vorstandsmitglieder und Präsidentin Anita Schweizer stellten sich für die neue Amtszeit zur Verfügung. Die GV bestätigte den Vorstand.
 

Kulturpreis der AZ Medien geht an Massimo Rocchi

Der Kulturpreis 2013 der AZ Medien geht an Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Massimo Rocchi. Die mit 25'000 Franken dotierte Auszeichnung würdigt Rocchi als wachen Zeitgeist und warmherzigen, scharfzüngigen Beobachter des Alltags.

1957 in Cesena geboren, lebt Massimo Rocchi seit dreissig Jahren in der Schweiz, seit zehn Jahren in Basel. Mit «äuä» spielte er sich 1994 in die Herzen der Schweizerinnen und Schweizer und hielt ihnen einen präzisen Spiegel vor. In «Circo Massimo» nahm der «Svitaliano» 2005 – fast prophetisch – Europa ins Visier und ab 2009 in «RocCHipedia» erklärte er den Schweizern ihr eigenes Land, wie es in einer Mitteilung der AZ Medien heisst. Mit dem Preis werde Massimo Rocchi nicht nur als Kabarettist und Bühnen-Sprachkünstler geehrt, sondern auch als Regisseur. Wie er mit leichter Hand, mit Liebe zum Detail sowie mit launigen Kommentaren Joseph Haydns Oper «Lo speziale» auf die Basler Bühne brachte, habe nicht nur das Publikum begeistert, sondern auch die Jury des Kulturpreises der AZ Medien (Sabine Altorfer Vorsitz, Christian Berzins, Christian Dorer, Ludwig Hasler, Peer Teuwsen und Maja Wanner) überzeugte: «Ein Theatermensch hat eine neue Wirkungsstätte gefunden».

Massimo Rocchi ist der 15. Kulturpreisträger. Die Auszeichnung wird ihm anlässlich einer Feier Anfang September überreicht. Der Kulturpreis der AZ Medien ging bereits an Scuola Teatro Dimitri, Tanzcompagnie Flamenco en route, Egon Ammen, Hugo Suter, Franz Hohler, Ruedi Häusermann, Sonja und Roger Kaysel, Klaus Merz, Samir, Sol Gabetta, Beat Zoderer, Max Lässer, Andreas Fleck (Werbewoche.ch berichtete) und Pedro Lenz (Werbewoche.ch berichtete).

 

Nugg.ad gründet Forschungs-Unit

Die Agentur Nugg.ad hat die eigenständige Forschungs-Unit «Audience & Research» gegründet. Diese soll Antworten liefern zu Fragen betreffend Online-Marketing.

Die neue Forschungs-Unit liefere fundierte Reports, Insights und Studien, so die Agentur in einer Mitteilung vom Montag. Ausserdem soll die Unit valide Erfolgsmessungen zur Effizienz von Online-Kampagnen bieten.

Geleitet wird die neue Unit von Anna Cremers, die als Director Statistics & Insights bereits seit mehreren Jahren die Statistik-Abteilung von Nugg.ad betreut. Die Unit biete dem Werbemarkt umfassende Kampagnenevaluierungen und Beratung sowie zielgerichtete Strategielösungen für Werbe-Vorhaben, so die Agentur. Im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Nugg.ad-Know-how würden Media-Entscheider bei Werbetreibenden und Agenturen umfassende Reports und Insights erhalten, um präzise Aussagen und Zusammenhänge über die Effizienz ihrer Kampagnen oder die Zusammensetzung ihrer Zielgruppen zu erhalten. Zusätzliche Ergebnisse seien auch aus der Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und Universitäten zu erwarten.

Zum Launch veröffentlicht die «Audience & Research»-Unit eine Studie zum Surfverhalten der Deutschen. «So surft das Netz» zeigt Affinitäten und Gewohnheiten der deutschen Online-Population. Die Studie steht ab sofort auf der Unit-Website zum Download bereit.

 

ZHDK sucht junge Designer

Vom 15. bis 19. Juli gehört das Departement Design der Zürcher Hochschule der Künste ZHDK bereits zum neunten Mal in Folge den Jugendlichen: Das Junior Design Programm bietet 12- bis 16-Jährigen einen Einblick in Designprozesse und Gestaltungstechniken, wie sie an der ZHDK gelehrt werden.

Insgesamt 112 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auch dieses Jahr wieder Design-Workshops besuchen können. Angeboten werden sieben themenspezifische Workshops und Vorlesungen. Ein Überblick über die verschiedenen Workshops ist auf der Website Junior.zhdk.ch ersichtlich. Die Anmeldung findet bis 13. Mai 2013 online statt. Pro Workshop stehen 16 Plätze zur Verfügung.

Dieses Jahr werden moderne Entwicklungen wie Digital Handmade oder eFashion genauer unter die Lupe genommen und es werden Logos, Games und T-Shirts gestaltet. Mit etwas Mut können die Jugendlichen gar in die Welt von 1001 Stop Motion-Geschichten oder in diejenige der Île de Sable eintauchen und entdecken, ob da tatsächlich gefrässige Seeschlangen und Kannibalen hausen. Zum Abschluss der Designwoche werden am 19. Juli von 18 bis 20 Uhr die Werke im Vortragssaal der ZHDK, Ausstellungsstrasse 60 in Zürich gezeigt. Der Anlass ist für Medienschaffende sowie Interessierte zugänglich.

zhdk1
get_footer();