Kennen Sie Rayneer? Den Namen sollten Sie sich merken. In der Bilanz vom 1.4.13 steht: «Rayneer erkennt den Musikgeschmack des Zuschauers anhand des Facebook- Profils und erstellt ein personalisiertes Musikfernsehen.» Rayneer ist eine von Goldbach vermarktete App im Beta-Modus. 10,8 Millionen App-Downloads verzeichneten die beiden grossen Stores von Google und Apple gemäss Prioridata.com im September in der Schweiz. 5 Millionen Downloads sind Game- Apps, 800 000 Social-Media-Apps und rund 2 Millionen Tool-Apps. Der entfesselte Mobile- Boom hat die App-Produktion explodieren lassen. Ob zur Unterhaltung, zur Kommunikation oder zur Verrichtung von Tätigkeiten aller Art, Apps erobern unseren Alltag. Rayneer zeigt, weshalb: Erfolgreiche Apps basieren auf einer klaren Idee, haben einen konkreten Nutzen, sind intuitiv bedienbar, spielerisch, laufend aktualisiert und sie liefern personalisierte Inhalte. Mit klassischer Konzept- und Umsetzungsdenke in Papier- und Website-Formaten mit starren Inhalten, eingeschränkten Aktionsmöglichkeiten, fehlendem Echtzeiterlebnissen und Entwicklungsprozessen, die sich über Abteilungen und Monate erstrecken, ist in dieser User-Welt nichts mehr zu holen. Zum Glück gibt es Apps für Werber und Werber, die erste Kampagnen mit Apps gestalten. Klappe zu, Apokalypse now:
Was im Hirn abläuft, wenn Ideen entstehen, ist dank dem bekannten Hirnforscher und Bestseller-Autor Daniel Goleman relativ gut erforscht: Das Hirn befindet sich in einem entspannten Ruhezustand, dem so genannten Alpharhythmus – beispielsweise beim Spazieren, Duschen, Musikhören oder Plaudern – jeder hat da seine eigenen Alpha-Momente. Und dann, ohne Ankündigung, verbindet ein Impuls, der Gamma Spike, zwei entfernte Hirnregionen und lässt eine völlig neue, nie dagewesene Gedankenkombination entstehen: das Aha-Momentum. Brauchbare Ideen entstehen aber nur dann, wenn zuvor auch fleissig Gedankenzufuhr betrieben wurde. Die Frage ist, wie wir unser Wissen in einer Zeit höchster Vielfalt und Dynamik überhaupt à jour halten können. Ich stelle Ihnen dazu drei Apps vor, die ich selber seit mehr als einem Jahr intensiv nutze. die Beiträge gruppieren und sehr einfach wiederfinden. Die Beiträge werden mit Bildern und grossen Titeln angezeigt. Die Recherche mit Pocket macht Spass, und die App funktioniert auch in allen gängigen PC-Browsern perfekt.
Die Evernote-App für alle Fälle
Vergleichbar mit einem herkömmlichen Ablagesystem lassen sich themenspezifische Ordner anlegen. Jeder Ordner lässt sich mit beliebig vielen Notizen füllen. Eine Notiz ist ein File, in das Sie über alle denkbaren Methoden Beiträge erfassen können. Sie sind unterwegs, fotografieren oder filmen das Plakat einer Konkurrenzwerbung, legen eine entsprechende Notiz an und schreiben oder sprechen einen Kommentar dazu. Es lassen sich auch Links reinkopieren und – mein Favorit – PDFs integrieren. Sie können einzelne Notizen oder ganze Ordner für andere frei schalten, indem Sie eine URL generieren und diese auf einem beliebigen Kanal zugänglich machen. Dem Empfänger bietet sich eine speziell gepflegte Ansicht der Notiz, vergleichbar mit einer Webseite. Evernote eignet sich daher auch sehr gut für die teamübergreifende, dynamische Projektarbeit oder im Austausch mit Kunden – beispielsweise für Briefings oder Genehmigungsverfahren. Evernote ist überdies sehr innovativ und bietet ständig willkommene Vereinfachungen und neuartige Features.
Vine – Die Video-Revoluzzer-App
Keine kreative Kampagne ohne Vine- App! Mit dieser Video-App von Twitter können 6-Sekunden-Kurzgeschichten mit Endloschlaufe im Stop-and-go-Verfahren realisiert und ins Vine-Social-Netzwerk hochgeladen werden. Optional können die Videos auch direkt aus der App
Die Pulse-App für Quellenvielfalt
Entscheidend ist die Qualität und Vielfalt der Quellen. Die Pulse-App ist mit über 30 Millionen Usern grösste News-App und Träger des Apple Design Award. Pulse bietet Zugang zu den Inhalten der weltweit führenden Medienanbietern, darunter auch zu zahlreichen aus der Schweiz. Eigene Lieblingsquellen lassen sich nach Bedarf hinzufügen. Die Quellen sind kategorisiert nach Themen (u. a. Technology, Sports, Business, Lifestyle und Entertainment) oder man abonniert sich Best-of-Kollektionen (z. B. Best of Lifestyle), Special Interests (z.B. Who What Wear) oder die News seiner Lieblingsmarke (z. B. Coca- Cola Conversations». Hat man eine Quelle abonniert, werden die News in der App angezeigt und laufend aktualisiert. Jeder Beitrag lässt sich aus der App-Umgebung direkt via Social-Media-Netzwerk, E-Mail oder Social Bookmarks mit eigenem Kommentar versehen, weiterverbreiten respektive sammeln.
Die Pocket-App für rasches Ablegen und Auffinden
Beim Durchstöbern Ihrer Quellen stossen Sie an ereignisreichen Tagen Klick für Klick auf Beiträge, die Ihnen wissenswert erscheinen. Mit der Pocket-App lassen sich Beiträge aus Blogs- und Webseiten mit dem «Add to Pocket»-Button ablegen und mit Tags (Stichworten) versehen. Mit diesen Tags lassen sich auf Twitter, Facebook und Tumblr veröffentlicht werden. Auch ein Einbetten in Blogs und Webseiten ist mit dem entsprechenden URLCode problemlos möglich. Vine ist das perfekte Gadget für Kampagnen mit User Generated Content. Unterhaltungs-Dino Disney lässt aktuell Besucher seiner Parks im Rahmen eines Wettbewerbs mit Name «Vine Your Disney Side» originelle Erlebnis-Videos posten. Die zum Studium empfehlenswerte Kampagne finden Sie auf http://disneysidecontest. com/.
Passend zur Apokalypse – die Dead-Yourself- App
Unser letzte App ist eine Eigenentwicklung von Fox International Channels. «Verwandle dich in einen erschreckend fotorealistischen Zombie aus der Horror-Serie The Walking Dead.» Diese App ist nichts für Ästheten. Verblüffend ist die Einfachheit, mit der sich mit wenigen Klicks und vielen Lachern ein braves Gesicht in ein grässliches Zombie-Face verwandeln lässt. Zur Auswahl stehen Zombie- Augen, Zombie-Münder und weitere Accessoires aus der Serie. Natürlich lässt sich das schauerliche Ergebnis postwendend auf Facebook, Twitter und in der Beisser-Gallerie zur Abstimmung veröffentlichen. Was früher mit Photoshop Stunden in Anspruch nahm, ist mit dieser App in wenigen Sekunden realisierbar. Apps fluten die Bildschirme. Aber das muss nicht die Apokalypse bedeuten. Im Gegenteil! Welche Apps haben Sie im Einsatz? Entfachen Sie mit Ihrem Beitrag auf http://huerlimanncc.com eine spannende Diskussionsrunde.
Beat Hürlimann