ADC Awards 2014: Einsendeschluss verlängert

Die Anmeldefrist für die kommenden ADC Awards wird bis 13. Dezember 2013 verlängert.

Um an der Jurierung teilzunehmen, müssen neu sämtliche Arbeiten auf Adc.ch hochgeladen werden. In folgenden Kategorien werden zudem physische Anhänge verlangt, die der ADC Geschäftsstelle zugesandt werden müssen: Anzeigen, Plakate, Direktmarketing & Promotion, Klein-aber-fein, Design, Creative Media, Foto & Illustration, Art Direction und Text. Die detaillierten Spezifikationen zu den Einreichungen können unter Call for Entries 2014 heruntergeladen werden.

Die ADC Awards sind die jährlich stattfindenden Jurierungen des Art Directors Club Schweiz. Eine der wichtigsten und grössten Plattformen des Landes, um kreative Leistungen zu diskutieren und zu beurteilen. Sie umfasst längst nicht mehr nur Werbung, sondern praktisch alle Aspekte der Kreativwirtschaft wie Digital, Design, Film, Fotografie, Illustration und neu auch Sound.

Tamedia: Änderungen in den VR-Ausschüssen

Der Verwaltungsrat von Tamedia wählte an seiner Sitzung vom Freitag aus seinem Kreise Martin Kall in den Ernennungs- und Entlöhnungsausschuss und Pierre Lamunière in den Publizistischen Ausschuss.

Diese Wahlen erfolgen mit Wirkung per 1. Januar 2014, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit Wirkung per 31. Dezember 2013 werden Eric Hoesli aus dem Publizistischen Ausschuss und Tibère Adler aus dem Ernennungs- und Entlöhnungsausschuss austreten. In Vorbereitung der Umsetzung der «Verordnung gegen die Abzockerei» wird Christoph Tonini ebenfalls mit Wirkung per 31. Dezember 2013 aus sämtlichen Ausschüssen des Verwaltungsrates austreten und in Zukunft in seiner Funktion als Vorsitzender der Unternehmensleitung zur Teilnahme an den Sitzungen eingeladen.

Mobile beschert Werbemarkt starkes Wachstum

Der globale Werbemarkt wächst dank mobiler Technologien in den kommenden drei Jahren besonders stark und nachhaltig. Auch der Schweizer Markt wächst. Das prognostiziert Zenith Optimedia in der Studie «Advertising Expenditure Forecast».

Im kommenden Jahr werden die Olympischen Winterspiele, die Fussballweltmeisterschaft und die US-amerikanischen Zwischenwahlen den Werbemarkt beflügeln. Bei den starken Prognosen für 2015 und 2016 geht ZenithOptimedia von der Annahme aus, dass sich die (süd-)europäischen Märkte kontinuierlich erholen und keine neue Krise ausbricht.

Auch in der Schweiz zieht der Werbemarkt an, allerdings deutlich weniger dynamisch. «Das laufende Jahr wird noch mit einem etwa 1,0 Prozent abschliessen, aber für 2014 gehen wir von einem Wachstum um 1,6 Prozent aus, das sich 2015 und 2016 in moderaten Wachstumsraten von 0,7 und 0,8 Prozent weiter fortsetzt», erläutert Beat Krebs, CEO Zenith Optimedia Schweiz in einer Mitteilung. «Die grossen Werbungtreibenden sind oft multinationale Unternehmen, die stärker in aufstrebenden Märkten investieren, in denen noch relevante Marktanteilsgewinne möglich sind. Vor diesem Hintergrund ist es schwierig, an frühere Wachstumsraten anzuknüpfen.»

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Beat Krebs, CEO Zenith Optimedia Schweiz

Der global stärkste Wachstumstreiber für Werbung ist Mobile (jegliche Online-Werbung, die auf mobile Endgeräte ausgeliefert wird). Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets wächst auch der Medienkonsum über diese Endgeräte. Erstmals seit 20 Jahren entsteht so ein neuer Kanal, der die Mediennutzung steigert, ohne andere Medienkanäle zu kannibalisieren. So werden in den kommenden drei Jahren 36 Prozent

der zusätzlichen Werbeinvestitionen in mobile Werbung fliessen. Fernsehen wird als zweitgrösster Wachstumstreiber 34 Prozent der zusätzlichen Werbegelder anziehen, gefolgt von Desktop Online (25 Prozent). Trotz beträchtlicher Wachstumsraten bleibt Mobile zunächst noch ein überschaubarer Kanal, in den 2013 gerade einmal 2,7 Prozent der globalen Werbeinvestitionen fliessen. Bis 2016 sollen es jedoch 7,7 Prozent sein, womit Mobile Radio, Zeitschriften und Aussenwerbung überholen würde und somit zum viertgrössten Werbemedium avanciert.

«Gerade in der Schweiz werden die mobilen Endgeräte zunehmend populärer», so Krebs. «Die Verbreitung von Smartphones wird von 54 Prozent in diesem Jahr auf 78 Prozent in 2016 steigen. Bei den Tablets steigt sie von 19 Prozent auf 30 Prozent. Das sind internationale Spitzenwerte. Allerdings hinken wir in Schweiz der globalen Entwicklung noch hinterher, was die Akzeptanz mobiler Werbeformen im Werbemarkt angeht. Noch fliesst vergleichsweise wenig Geld in mobile Werbeformen. Hier hat der Schweizermarkt viel Potenzial.»

Gleiches gilt auch für die gesamte Online-Werbung in der Schweiz. So sieht die Prognose für Deutschland 2016 die Online-Werbung erstmals vor der Zeitungswerbung. In der Schweiz ist diese Konstellation trotz kontinuierlichem Wachstum der Online- Werbeinvestitionen und anhaltender Verluste der Zeitungen in naher Zukunft noch lange nicht abzusehen.

Über die Studie

Zenith Optimedia erstellt die vierteljährlichen Forecasts bereits seit 17 Jahren. Sie dienen der Werbewirtschaft als Barometer für die Planung ihrer Media-Aktivitäten und werden darüber hinaus von Medien, Werbeagenturen, Unternehmensberatern und Analysten genutzt. Seit Juni 2012 stehen die Daten der vergangenen und künftigen Netto- Werbeinvestitionen weltweit erstmals in einer Online-Datenbank unter Adforecast.com zur Verfügung. Mediensplits und Jahresvergleiche aller erhobenen Länder können in Grafiken und Diagrammen dargestellt und heruntergeladen werden. Auch die Mediengattungen lassen sich untereinander vergleichen. Für Kunden der Zenith Optimedia-Agenturen ist der Datenbankzugang kostenlos. Journalisten haben die Möglichkeit, die Datenbank eine Woche kostenlos zu testen. Die kostenpflichtige Studie «Advertising Expenditure Forecast» kann ausserdem weiterhin bestellt werden unter Zenithoptimedia.com.

Blue Spirit: Patrik Luther neu im Team

Blue Spirit Communications verstärkt die POS- & Trade-Kompetenz und holt Patrik Luther ins Team.

Mit Patrik Luther stösst ein ausgewiesener POS & Trade Professional zu Blue Spirit. Patrik hat in langjähriger Erfahrung auf Kundenseite (Consumer Electronics), bei Trade-Agenturen und im 3D-Produktionsbereich die verschiedenen Facetten der Verkaufsförderung von der Pike auf gelernt. Zuletzt hat er während mehr als drei Jahren als Geschäftsführer von Proretail sein akkumuliertes Know-How erfolgreich für Kunden wie BMW, Apple, Microsoft und Migros in Mehrwert am POS umgesetzt.

Für Blue Spirit Communications sei Patrik eine ideale Verstärkung, um das Kompetenzfeld Trade weiter auszubauen, so eine Mitteilung. Dies habe sich nach ersten gemeinsamen Projekten sehr schnell bestätigt. Per 1. Dezember 2013 wird Luther deshalb formell in die Organisation eingebunden, um als Senior Project Manager POS & Trade zu mindestens 50 Prozent die Projekte der Blue Spirit-Kunden unterstützen.
 

Migros: Hansueli Siber wird neuer Marketingchef

An ihrer Sitzung vom 6. Dezember hat die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) Hansueli Siber per 1. Januar 2014 zum neuen Leiter des Departementes Marketing und in die Generaldirektion des MGB gewählt.

Er tritt die Nachfolge von Oskar Sager an, der Ende Jahr aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des Marketings abgibt (Werbewoche.ch berichtete). Hansueli Siber leitet seit vier Jahren im Departement Marketing des MGB die Direktion Frische. In dieser Funktion hat er gemeinsam mit den zehn regionalen Genossenschaften und der Eigenindustrie die Preis-Leistungs-Führerschaft der Migros weiter ausgebaut und einzigartige Programme zur Verbesserung des Tierwohls sowie der sozialen und ökologischen Bedingungen bei der Produktion von Lebensmitteln initiiert.

Der 47-jährige Sohn einer Metzgerfamilie aus dem Zürcher Unterland hat eine Lehre als Fleischfachmann absolviert, später Ökonomie studiert und war bei verschiedenen nationalen und internationalen Handels- und Produktionsunternehmen tätig. Den Einstieg in seine erfolgreiche Karriere im Detailhandel fand er vor über 20 Jahren bei Denner.

«Hansueli Siber kennt alle Facetten des Detailhandels. Er ist ein ausgewiesener Marketingspezialist, denkt sehr kundenorientiert und unternehmerisch. Er bringt für diesen spannenden, aber auch anspruchsvollen Job fachlich und menschlich die idealen Voraussetzungen mit. In einem intensiven Evaluationsverfahren hat er sich gegen hochkarätige externe Kandidaten durchgesetzt», freut sich Herbert Bolliger, Präsident der Generaldirektion des MGB in einer Mitteilung. Die Neubesetzung der Leitung der Direktion Frische wird in den nächsten Wochen geregelt.

Eurobest: Gold für die Publicis-Bärte

Die Schweizer reisen mit schwerem Gepäck von Lissabon nach Hause. 1mal Gold, 4mal Silber und 7mal Bronze, so lautet die Edelmetall-Statistik beim diesjährigen «Eurobest European Festival of Creativity».

Die grosse Gewinnerin ist Publicis. Ihre Kampagne für L’Oréal holte Gold, Silber und Bronze. Ebenfalls sehr erfolgreich waren die Wendesätze von Leo Burnett für Swiss Life, die mit Silber und Bronze ausgezeichnet wurden. Über Silber freuen darf sich auch Wirz, dies für die Fundraising-Kampagne für die Christoffel Blindenmission. Draftfcb/Lowe, Havas Worldwide und Advico Y&R erhielten Bronze.

Leer ausgegangen ist dagegen die Agentur Jung von Matt/Limmat, die mit ihrem Projekt für die NZZ in der Kategorie «Interactive» auf der Shortlist war (Eine Zusammenstellung aller Schweizer Shortlist-Plätze finden Sie hier.) 

Gold

Kategorie Agentur Kunde
Craft: Print & Poster Publicis L'Oréal

Silber

Kategorie Agentur Kunde
Print Publicis  L'Oréal
Outdoor Leo Burnett Swiss Life
Design Wirz Christoffel Blindenmission
  Leo Burnett Emmentaler Switzerland

Bronze

Kategorie Agentur Kunde
Print Havas Worldwide Zürcher Kammerorchester
Outdoor Publicis L'Oréal
Direct Draftfcb/Lowe BMW (Schweiz)
Craft: Print & Poster Leo Burnett Swiss Life
Film Advico Y&R Sonntagszeitung
Radio Publicis Renault Suisse
  Draftfcb/Lowe Theater Rigiblick

Die Statistik nach Agenturen

Publicis 1 Gold, 1 Silber, 2 Bronze
Leo Burnett 2 Silber, 1 Bronze
Wirz 1 Silber
Draftfcb/Lowe 2 Bronze
Havas Worldwide 1 Bronze
Advico Y&R 1 Bronze

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Nahm für Publicis den Award entgegen: CD Grischa Rubinick. (Foto: imp)

Mit 237 Arbeiten (insgesamt 4‘700) hat die Schweiz beim diesjährigen Eurobest deutlich weniger eingereicht als in den beiden Vorjahren (2012: 325, 2011: 345, 2010: 256, 2009: 278). Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der Award-Seite (2012: 16, 2011: 16, 2010: 3, 2009: 8, 2008: 9).

Special Awards
 

Network of the Year:
1. DDB
2. BBDO
3. Publicis

Independent Agency of the Year:
1. Heimat, Berlin
2. Serviceplan, Munich
3. Forsman & Bodenfors, Gothenburg

Agency of the Year:
1. Serviceplan, Munich
2. Heimat, Berlin
3. DDB, Paris

Interactive Agency of the Year:
1. Forsman & Bodenfors, Gothenburg
2. SMFB, Oslo
3. Try/Apt Advertising Agency, Oslo

Advertiser of the Year:
Canal+

Young Creatives Competition

Bei der Young Creatives Competition mussten die Teilnehmer innert weniger Stunden eine integrierte Kampagne für eine Sprachschule entwickeln. Für die Schweiz nahmen Johannes Dörig (AD, Leo Burnett) und Niels Schäfer (AD, Wirz) teil. Gewonnen hat ein Team aus Slowenien, gefolgt von Kreativen aus Schweden (Silber) und Dänemark (Bronze). Alle Arbeiten werden auf Eurobest.com aufgeschaltet (voraussichtlich ab ca. 14. Dezember verfügbar).

Hintergründe zum Festival und mehr über die Schweizer, die nach Lissabon gereist sind, lesen Sie in der nächsten Printausgabe der Werbewoche (20. Dezember) sowie auf Werbewoche.ch. 

Eurobest: Alle Shortlists zusammen

Am Freitagmorgen wurden in Lissabon die letzten beiden Shortlists «Craft - Film» und «Integrated» veröffentlicht. Für die Schweiz gab es keine weiteren Plätze.

Damit bleibt alles beim Alten. Sieben Agenturen dürfen der Awardverleihung, die am Freitagabend stattfindet, entgegenfiebern: Publicis, Leo Burnett, Havas Worldwide, Jung von Matt/Limmat, Draftfcb/Lowe, Advico Y&R und Wirz.

Die Werbewoche ist vor Ort und hält Sie auf dem Laufenden.

Schweizer Shortlist-Plätze

 

Kategorie Agentur Titel Kunde
Print Publicis  Blonde L'Oréal
  Publicis  Black L'Oréal 
  Publicis  Red L'Oréal
  Havas Worldwide La Mer Zürcher Kammerorchester
  Havas Worldwide Midsummer Nights Zürcher Kammerorchester
  Leo Burnett Everything we need Swiss Life
  Leo Burnett Most important thing Swiss Life
  Leo Burnett Once Swiss Life
  Leo Burnett The End Swiss Life
Outdoor Publicis Blonde L'Oréal
  Publicis Black L'Oréal
  Publicis Red L'Oréal
  Leo Burnett Billboard Memory Sihlcity
  Leo Burnett Everything we need Swiss Life
  Leo Burnett Most important Swiss Life
  Leo Burnett Single Swiss Life
  Leo Burnett The Baby Swiss Life
  Leo Burnett Once Swiss Life
  Leo Burnett The End Swiss Life
Interactive JvM/Limmat Digital Newspaper Holder NZZ
Direct Draftfcb/Lowe The Fastest Christmas Song BMW (Schweiz)
Media Draftfcb/Lowe The Fastest Christmas Song BMW (Schweiz)
Design Advico Y&R ADC Yearbook 2013 ADC Switzerland
  Wirz Shadow Faces Christoffel Blindenmission
  Wirz Picknick Bag Tibits
  Leo Burnett The Swiss Wrestling Emmentaler Emmentaler Switzerland
Craft: Print & Poster Leo Burnett Everything we need Swiss Life
  Leo Burnett Most important thing Swiss Life
  Leo Burnett Once Swiss Life
  Leo Burnett The End Swiss Life
  Havas Worldwide La Mer Zürcher Kammerorchester
  Havas Worldwide Midsummer Nights Zürcher Kammerorchester
  Publicis Blonde L'Oréal
  Publicis Black L'Oréal
  Publicis Red  L'Oréal
Film Advico Y&R Nurse Merkel Sonntagszeitung
Radio Publicis Opel Renault Suisse
  Publicis Ford  Renault Suisse
  Publicis Peugeot Renault Suisse
  Publicis VW Renault Suisse
  Draftfcb/Lowe Theater Rigiblick plays the traffic news (2x) Theater Rigiblick
  Draftfcb/Lowe Theater Rigiblick plays the weather forecast (2x) Theater Rigiblick

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Das alte Kino São Jorge Cinema, in dem das Festival stattfindet. (Foto: Werbewoche)

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Shortlist Exhibitions unter freiem Himmel. (Foto: Eurobest)

Alle Listen und weitere Informationen finden Sie auf Eurobest.com.

Nachfolge bei Bubu gesichert

Hans Burkhardt übernahm die 1941 gegründete Firma im Jahre 1973 von seinem Vater Albert Burkhardt. Nun führen sein Sohn Christian Burkhardt und der langjährige Geschäftsleiter Thomas Freitag die Buchbinderei Burkhardt gemeinsam in die Zukunft.

Um den Weiterbestand der Unternehmung zu sichern, hat sich Hans Burkhardt um eine Nachfolgeregelung gekümmert. Per 1.1.2014 übernimmt sein Sohn Christian die Mehrheit der Aktien und ist gemeinsam mit Thomas Freitag für die Geschäftsführung verantwortlich.

Der 34-jährige Christian Burkhardt hat Betriebswirtschaft an der Universität Zürich studiert und promoviert. Er hat in verschiedenen Unternehmen im In- und Ausland gearbeitet. Zuletzt war er bei Holcim im Bereich Geschäftsentwicklung in Südostasien tätig. Nun freut er sich auf seine neue Aufgabe und auf die Übernahme der Buchbinderei Burkhardt in dritter Generation. Thomas Freitag ist gelernter Buchbinder, Techniker HF Polygrafie und Eidgenössisch diplomierter Verkaufsleiter. Als langjähriger Geschäftsleiter kennt der 47-Jährige das Geschäft und die Branche. Mit der Zusammenarbeit in der Geschäftsleitung soll die Kontinuität des Unternehmens sichergestellt werden.

Bild: Bubu.ch

Zur Sache: Bahnhofsvorstand

Jacques Pilet, Gründer und ehemaliger Chefredaktor von Le Nouveau Quotidien und L’Hebdo, äusserte diese Woche in einem Interview mit bazonline.ch Gedanken, die uns Journalisten zu denken geben müssten.

«Wir sollten uns fragen, ob wir unser Handwerk noch richtig verstehen. Sind wir noch auf der Höhe? Sind wir noch in der Lage zu überraschen? Ich bin mir da nicht so sicher. Wir sind oft zu nahe bei den politisch Verantwortlichen. Wir haben angefangen, die gleiche Sprache zu sprechen wie sie. Die Politik hat die Medien vollständig in Beschlag genommen. Wir verhalten uns wie Bahnhofsvorsteher. Wir fragen X und Y und wir schreiben, was sie sagen. Wir fragen Meinungen ab, so wie der Bahnhofsvorsteher Züge durchwinkt. Damit machen wir zwar niemanden mehr wütend, aber wir begeistern auch keinen mehr.» Jacques Pilet redet hier vom politischen Journalismus, aber meiner Ansicht nach gilt es für alle Bereiche und alle Medien. Eine Armada von Kommunikationsverhinderern achtet darauf, dass nur das publiziert wird, was in unzähligen Konferenzen abgesegnet wurde. Und was kommt dann raus? Weichgespülte, langweilige Geschichten, die keinen interessieren und die notabene auch keiner liest. Wer meint, dass wir als Fachmedium dieses Problem nicht haben, der irrt. Unzählige Diskussionen müssen ständig geführt werden, um den eigenen Text zu verteidigen. In vorauseilendem Gehorsam möchte der Befragte oder Interviewpartner all das streichen oder zumindest abschwächen, was einem Text oder einem Titel ein bisschen Pep geben würde. Wenn dann schliesslich noch der PR-Heini draufguckt, dann gute Nacht.

Unsere Leser sind in den meisten Fällen ja Kommunikationsspezialisten. Sie müssten also eigentlich wissen, wie gute Kommunikation funktioniert. Eine solche muss überraschend und interessant sein und (ganz wichtig!) sie muss zum Lesen animieren. Sonst kann sie nichts bewirken. Ist ja logisch. Aber ohalätz! Sobald es um die eigene Kommunikation, die eigene Firma oder das eigene Produkt geht, dann tönt die Sache ganz anders. «Könnte man dies nicht positiver formulieren?» oder «ich möchte diesen Satz lieber weglassen».

Das erinnert mich an meine Werbervergangenheit, wo irgendein Junior Product Manager eine Idee zwar «eigentlich toll» fand, aber gleichzeitig forderte, dass das Logo mindestens doppelt so gross sein müsste und der ganze Text positiver rüberkommen sollte. Mit dem Erfolg, dass eine gute Idee gekillt wurde.

Ich sehe mich heute nicht als Bahnhofsvorstand, der die Züge durchwinkt, ich zeige auch mal die rote Kelle.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Zu guter Letzt: Youtube-Werbung nervt

Je länger je weniger kann man sich Youtube-Videos anschauen, ohne von nerviger Werbung belästigt zu werden. Burger King macht das zum Thema der eigenen nervigen Youtube-Werbung – und diese wird dafür für einmal unterhaltsam.

Werbung auf Youtube ist sehr wirksam, vor allem in Bezug auf jüngere Zielgruppen. Das Problem: Sie hassen sie. Das hat Burger King erkannt und reagiert darauf mit einer selbstironischen Aktion. Das Ergebnis ist gelungen. Die Burger King-Werbung bietet den Youtube-Besuchern das, was sie auf der Plattform gesucht hatten: kurzweilige Unterhaltung, einen Überraschungseffekt und ein paar Lacher. Leider funktioniert das aber nur beim ersten Mal. (sis)

 

//www.youtube.com/watch?v=lRQEWDhoic4

Appetitanregende Anzeigen für Asag

WS Kommunikation hat eine Anzeigen-Serie für Asag entworfen. Sie soll die Marken des Autohändlers schmackhaft machen, indem sie Spezialitäten aus aller Welt präsentiert.

Asag Auto-Service plaziert in der neuen Ausgabe von Basel geht aus Tipps, welche die Verbindung zwischen den Herkunftsländern ihrer Händlermarken (VW, Audi, Seat, Škoda) und deren kulinarischen Spezialitäten thematisieren. WS Kommunikation konzipierte die vierteilige Anzeigen-Serie.

Verantwortlich bei Asag: Jasmine Gasser (Leiterin Marketing und Kommunikation). Verantwortlich bei WS Kommunikation: Reto Meyer (Gesamtverantwortung), Nadine Wolleb (Beratung), Markus Stöckli (Art Direction, Text), Joe Werner, Marion Philipp (Grafik).

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Der Motz von Butz: TV-Spots – glanzlos bis in die Haarspitzen

Die Werbung wird in den Fachzeitschriften wie auch in dieser wohlwollend hochgejubelt. Die Realität jedoch zeigt das Gegenteil.

Um was es hier geht: Schauen wir uns mal auf den Sendern RTL bis Kabel 1 einen Krimi an, dann müssen wir uns bei einem 90-Minuten- Film 30 Minuten Werbung zu Gemüte führen. Eine Tortur. Wo ist die gelobte und geliebte Werbung? 90 Prozent ist unglaubwürdig und durch die Wiederholung abgedroschen und negativ befrachtet. Ein katastrophales Urteil. Aber es entspricht der Realität. Was macht die Werbung falsch?

Meine Theorie: Gewisse Branchen bekämpfen sich um Marktanteile. Dazu gehören die Haarfärbeund Haarpflegeprodukte. Die dafür werbenden TVSpots treten besonders in Sendungen zu später Stunde auf. Wann gehen denn die Frauen zu Bett? In einem Block erscheinen manchmal bis zu drei dieser Haar-Beauty-Stories. Das Problem: Diese lassen sich vor allem für Männer nach 20 Sekunden kaum unterscheiden. Aber auch von meiner Frau nicht. Sie beginnen alle mit einer Lifestyle-Situati- on, zeigen die mikroskopische Wirkung (die ich nicht nachvollziehen kann) und enden mit einer tollen Haarpracht. Allen diesen Filmen liegt – wie mir scheint – dasselbe Briefing zugrunde. Und daraus resultiert auch dieselbe Lösung. Somit sind sie auf gleicher Höhe oder Tiefe angesiedelt und werden in der nächsten Werbeunterbrechung nochmals wiederholt.

Ein ähnliches Phänomen ist auch bei den Autooder Uhren-Spots anzutreffen. Da singt doch so einer: «Da, da, da – da, da, da.» Idiotisch gestylt, in einem Auto sitzend. Also was jetzt, frage ich mich? Aha, die Antwort ist, dass er abgeschleppt wird von einem Citroën. Dass es sich um einen Citroën handelt, ist nur meiner intensiven Recherche nicht entgangen. Übrigens, die Szene, wo einer in einem Auto sitzt und der Betrachter später feststellen kann, dass es sich um ein Auto handelt, welches gerade abgeschleppt wird, habe ich mindestens schon in drei Varianten gesehen. Hier bei Citroën aber nicht herausgefunden, warum dieser alte Film-Gag benützt wird.

Bei Breitling müssen zwei Piloten sofort zur Landung ansetzen, weil ihre Bräute auf sie warten. Beide Girls tragen denselben Namen und sehen sehr gleich sexy aus. So ein Scheiss kann ja wohl nicht bei einem Publikum, die eine Uhr für mehrere 1000 Stutz kaufen soll, ankommen. Die Suzuki-Wetterfee hat mir anfänglich gefallen. Jetzt aber geht sie mir auf den Wecker. Der Kinder- Schoko-Bon ist einer der doofsten Spots, den ich pro Abend mindestens dreimal über mich ergehen lassen muss.

Motz Schluss. Ach, da ist noch das Dummy von der Suva, welches bei der Arbeit abstürzt. Es fällt nämlich nicht auf den Boden der Fabrikhalle, sondern zu Hause bei seiner geliebten Frau auf den Gartentisch. Um diese Pointe zu begreifen, war die lästige Wiederholung vielleicht nötig. Bei mir jedenfalls. Liebe Kreative, ich werde das Gefühl nicht los, dass Ihr zu wenig mit den Kunden sprecht und zu viel den Beratern überlässt. Mein Aufsteller der Woche war das Mittagessen mit vielen ehemaligen GGK-Kolleginnen und -Kollegen, die mit Paul Gredinger zusammen gearbeitet haben, der leider mit 86 vor kurzem verstorben ist.

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Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]
 

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