Königlich eingefärbte Agentur

Mitten im Jahreslauf haben vier Medien- und Verlagsfachleute unter dem Namen Purpur, AG für Publishing und Communication, an der Zürcher Kanzleistrasse zusammengefunden:

Mitten im Jahreslauf haben vier Medien- und Verlagsfachleute unter dem Namen Purpur, AG für Publishing und Communication, an der Zürcher Kanzleistrasse zusammengefunden:Mitten im Jahreslauf haben vier Medien- und Verlagsfachleute unter dem Namen Purpur, AG für Publishing und Communication, an der Zürcher Kanzleistrasse zusammengefunden: Dario Benassa, CD, Berater, Konzepter und Mitherausgeber von Bolero, Kreativpartner Hansjörg Keller, Mediaberaterin Karin Jost von Jost Media sowie Texterin und Konzepterin Franziska Zydek.Die junge Agentur spezialisiert sich auf Corporate Publishing. «Wir betreuen alle Kommunikationsmassnahmen von Unternehmen ausser Werbung», sagt Geschäftsführer Benassa. Das Angebot von Purpur, von Geschäftsberichten bis zu Kundenzeitschriften, sieht er denn auch nicht als Konkurrenz zur Werbung, sondern als ergänzende Massnahmen. «Corporate Publishing liegt im Trend», so Benassa, «weil man mit Werbung allein nicht alle Kunden erreicht.» Als ersten Hauptkunden hat Purpur Ikea gewonnen und produziert die Kundenzeitschrift View. (ba)

Remember 2001!

Das Partyjahr neigt sich, Gott seis gedankt, dem Ende zu.

Das Partyjahr neigt sich, Gott seis gedankt, dem Ende zu.Von Beat Fritsch Kurz vor der Weihnachtspause bemerkt sogar das durch viele Events gestählte Shortlistteam Verschleisserscheinungen. Der Job ist nicht einfach, die Fiestas gehen an die Substanz, sprich Nieren und Lebkuchen.
Ebenso das Handling der Sujets; es ist alles andere als einfach, wovon Shortlistfotograf Dominic Ott ein Liedchen singen könnte. Nicht immer kann er auf die uneingeschränkte Mitarbeit der Modelle zählen. Dass vor allem Frauen in der Hitze des Partygefechts gerne mal die Zunge rausstrecken, ist nichts Neues. Raoul Stöhlker, der an der Facts-Bingo-Night von Beat Schlatters Bingo-Domina angeleint und im Passgang vorgeführt wurde, drohte im Falle von Veröffentlichung gar mit Anwalt. Nur Pech, dass besagter Anwalt das Bild auch höchst amüsant fand und mit dem Shortlistautor sofort ein Stillhalteabkommen schloss.
Natürlich gibts auch die andere Sorte Partyvolk, die sich umso bereitwilliger und in jedem Zustand vor die Shortlistkamera stellt. D.S. von IP Multimedia oder die Crew von RMB beispielsweise haben wir an so vielen Events getroffen und abgelichtet, dass auf ein weiteres Bild verzichtet wird. Ganz im Gegensatz zu Roger Baur, der ebenso oft abgebildet wurde – er arbeitet neben der Pflege diverser eigener Firmen tatsächlich beim Internetvermarkter Qualiclick. Und dank seiner zusätzlichen Fotomodell-Jobs ist seine Präsenz auf Werbeflächen jeglicher Art so übermässig, dass wir nicht hintenanstehen wollen.
Manuel Nappo ist auch so ein Spezialfall. Um seinem Image gerecht zu werden, muss man ihn schon mit mindestens zwei Frauen auf der Kühlerhaube seines Porsche ablichten. Wobei er ein peinlich genaues Augenmerk darauf hatte, dass die Ladys ja keine Nieten und Ösen auf den Hinterteilen ihrer Jeans trugen – wegen der Kratzer auf seinem schönen Auto.
Die Events gabs 2001 in allen möglichen Qualitätsstufen. Von schlecht bis schlicht sensationell. Die Schlechten schluckten wir runter, was oft auf den Magen schlug, ärgerten uns im Stillen und erstatteten ganz neutral Anzeige. Und die Guten lobten wir manchmal über den saftig grünen Klee.
Zu den Guten gehörte schon immer Grillchef Markus Marchel, an dessen BBQ-Partys man Nachwuchs wie sonst selten sieht. Der Event ist ein Kinder- und Elternparadies, in dem sich alle wohl fühlen. Dieses Jahr fand er beim El Torre an den Gestaden der Limmat in Zürich-West statt. Chic war auch die Golbach-Center- oder die RMB-Taufe.
Den Patzer des Jahres leisteten sich übrigens die von uns in dieser Rubrik so liebevoll umsorgten Bolero-Ladys Sithara Atasoy und Martina Allenspach – und das, nachdem wir uns immer viel Mühe gegeben hatten, ihre Namen richtig zu schreiben. In einer Bolero-Bildlegende wurde der Shortlistautor tatsächlich als Mitarbeiter der Firma Bluewin apostrophiert. Was nicht zu verwechseln wäre mit Blaukreuz.
Neben all den Partys steht ab und zu – aber doch eher selten – auch mal eine Fachveranstaltung an. Die Kreativausmarchung des Art Directors Club of Europe beispielsweise ist eine enorm spannende Angelegenheit. Und zwar weil die anwesende Presse, ganz im Gegensatz zur Jurierung im eigenen Land, bei der Punktevergabe mit dabei ist und genau zuschauen darf, wie und was gemauschelt wird. So etwas nennt man echte Transparenz!
Beat Fritsch

sagt mal deutsch und deutlich, was dieses Jahr ein guter Werberevent war, wer eine besondere Nennung verdient und wer sich vor der Linse am besten produzierte. Und wünscht allen Leserinnen und Lesern dieser Kolumne jetzt schon All the Best fürs 2002.
Auch im nächsten Jahr wird von uns kaum eine Party ausgelassen. Wie immer wird recherchiert, wer sich aus der Werbeszene wo blicken lässt. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo che.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www. werbewoche.ch

Hofsprecher und Hofnarr zugleich

Der reformierte Kirchenbote für acht Kantone erhält ein neues Konzept und Layout

Der reformierte Kirchenbote für acht Kantone erhält ein neues Konzept und LayoutVon Markus Knöpfli Auf das Jahr 2002 hin wird eine Reihe reformierter Mitgliederzeitungen erneuert. Die drittgrösste von ihnen, der interkantonale Kirchenbote, erscheint neu in acht Kantonen im Kopfblattsystem mit 13 Splitausgaben. Ohne Anzeigen.
Am 28. Dezember erscheint der interkantonale Kirchenbote, die Mitgliederzeitung der evangelisch-reformierten Kantonalkirchen von Basel-Stadt, Baselland, Solothurn, Schaffhausen, Luzern, Obwalden, Schwyz und Uri, erstmals mit neuem Konzept und Layout in 160000 Haushalten. Das Layout stammt vom Zürcher Grafiker Karl Heinz Gebert (NZZ Folio, Nikon News).
Der bisherige interkantonale Kirchenbote hatte einen gemeinsamen Mantel und im zweiten Bund verschiedene Regionalteile. Neu jedoch soll das Blatt näher zu den Gläubigen und erscheint deshalb im Kopfblattsystem mit 13 kantonalen und teils auch regionalen Splits.
Auch das journalistische Konzept ändert. Statt wie bisher primär PR- und Pressetexte kirchlicher Gruppen und Gremien abzudrucken, soll die Redaktion in Basel mit ihren insgesamt 520 Stellenprozenten nun das kirchliche Geschehen in den Kantonen beobachten und recherchieren, gemäss Leitbild «in kritischer Loyalität zur Kirche».
Jörg Ferkel, Präsident der Herausgeberkommission, sagt es so: «Der Kirchenbote soll nicht nur 100-prozentiger Hofsprecher, sondern auch Hofnarr sein.» Die Grenzen sind allerdings klar: Die Kantonalkirchen und Gemeinden finanzieren das Blatt. «Deshalb besteht auch eine innere Abhängigkeit», sagt Ferkel. Der neue Chefredaktor Tilmann Zuber, Pfarrer, MAZ-Absolvent und zeitweise Leitender Redaktor beim Zürcher Kirchenboten, will aber durchaus auch heisse Eisen anpacken.
Zudem soll das Blatt explizit nicht nur Kirchenmitglieder, sondern auch Kirchenferne ansprechen. Unter anderem mit Themen, die auch mal kirchenintern provozieren, wie die kürzlich erschienene Nummer zum Thema Esoterik.
Der interkantonale Kirchenbote hat ein jährliches Budget von 1,2 Millionen Franken, Versandkosten exklusive. Auf Inserateeinnahmen wie etwa beim Zürcher Kirchenboten (siehe Kasten) wird verzichtet. Zwar bestehe gemäss Publicitas ein gewisser Markt, sagt Ferkel, das würde jedoch lediglich die Mehrkosten für die dafür notwendige Erweiterung des Blattes auf 16 Seiten decken. «Zudem wollten wir jetzt das Fuder nicht überladen», sagt Ferkel.
Übrigens: Die Kirchenboten von St.Gallen (70000 Exemplare) und Glarus (8700 Exemplare) erhalten ebenfalls per 2002 ein neues Design. Der St.Galler Kirchenbote wurde vom Büro TGG in St.Gallen gestaltet. Der Glarner Kirchenbote hingegen gehört derzeit noch zum interkantonalen Kirchenboten, sprang beim Neukonzept aber ab, aus Angst, der Kanton werde von der Basler Redaktion nicht genügend abgedeckt. Neu heisst das Blatt Reformiert GL. Layout und Inhalt des Mantels stammen von den Reformierten Medien in Zürich.
Andernorts sind Inserate nicht Tabu

Der Berner Sämann und der Kirchenbote des Kantons Zürich sind mit 287000 beziehungsweise 260000 Exemplaren nicht nur die grössten kirchlichen Mitgliederzeitungen, sie nehmen seit gut einem Jahr auch Inserate an. Grund: Die allgemeine Finanzknappheit der Kirchen. Beide Blätter haben strenge Kriterienkataloge. Der Zürcher Kirchenbote besorgt seine Inserateakquisition selbst (eine Seite kostet 8000 Franken), der Sämann hat sie verpachtet. Beim Kirchenboten rechnet man dieses Jahr mit rund 60000 Franken Werbeeinnahmen, im 2002 mit 100000 Franken. Keine Zahlen gibt es beim Sämann, nur so viel: Die Inserate decken nicht nur die Zusatzkosten.

Muse & Musse: Bea Hubschmid

Muse & Musse Bea Hubschmid Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Bea Hubschmid: «Blickfang», eine Messe für Möbel-, Licht-, Mode- und Schmuckdesign im Kongresshaus Zü

Muse & Musse Bea Hubschmid Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Bea Hubschmid: «Blickfang»,
eine Messe für Möbel-, Licht-, Mode- und Schmuckdesign im Kongresshaus Zürich.
Was lesen Sie gerade?
Hubschmid: «Das Haus am Potomac» von Mary Higgins Clark. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Zeile.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Hubschmid: «Best of Corrs» könnte ich stundenlang lauschen, weil es einfach wunderschöne Musik ist.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Hubschmid: «Cinema Paradiso». Ist schon ein älterer, aber für mich immer noch einer der schönsten Filme.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Hubschmid: Ich schalte den Fernseher immer vorher aus.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Hubschmid: www.perlentaucher.de
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Hubschmid: Auf viel Sonne und Ferien am Meer.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Hubschmid: Das, worauf ich spontan Lust habe.
Liebe ist…?
Hubschmid:…nicht auf eine kurze Antwort reduzierbar.

Ausserdem: Mit der Schliessung der Lausanner Filiale kommt es zu Veränderungen in der Führung der Werbeagentur Publicis in Zürich (siehe auch Seite 5).

Ausserdem Mit der Schliessung der Lausanner Filiale kommt es zu Veränderungen in der Führung der Werbeagentur Publicis in Zürich (siehe auch Seite 5). Ab Januar 2002 übernimmt Cornelia Harder von Fredy Collioud die Funktion als Managing Director.

Ausserdem Mit der Schliessung der Lausanner Filiale kommt es zu Veränderungen in der Führung der Werbeagentur Publicis in Zürich (siehe auch Seite 5). Ab Januar 2002 übernimmt Cornelia Harder von Fredy Collioud die Funktion als Managing Director. Collioud, der Publicis Zürich seit 15 Jahren geleitet hat, bleibt GL-Vorsitzender. Pascal Schaub wird Leiter Strategische Planung an Stelle von Diana Strebel, deren Austritt bereits Ende November bekannt gegeben wurde. In der Beratung übernehmen die bisherigen Groupheads Jean-Marie Egger, Christian Siegrist und Lukas Tenger ab Januar drei neue Units.
Die neue Verlagsleiterin der Glückspost heisst Sari Simola und wird ihren Job Mitte Januar antreten.
Ab 1. Februar wird Andreas Waldis neuer Marketingleiter von Ringier TV. Der Werbeleiter übernimmt die Verantwortung für Vermarktung, Kommunikation, Sponsoring und PR der Ringier-Fernsehaktivitäten.
AD Martin Widmer kehrt zur Werbeagentur Leuenberger zurück. 1997 hatte Widmer die Bieler Kleinagentur verlassen und unter anderem bei McCann-Erickson, Genf, und zuletzt bei Publicis, Lausanne, gearbeitet.
Urs P. Gasche hört nach fünf Jahren als publizistischer Leiter und Geschäftsführer des Gesundheitsmagazins Puls-Tipp auf. Ab Januar wird er nur noch als Berater für das Magazin tätig sein. René Schuhmacher, publizistischer Leiter und Geschäftsführer der Schwesterpublikationen K-Tipp und Saldo, übernimmt Gasches Funktionen.
Bruno Vonwil wird neuer Geschäftsleiter des Luzerner Maihof Verlags. Er löst per
1. April 2002 Peter Gross ab, der im Sommer pensioniert wird.

News: Havas Advertising wird Havas

Die französische Werbegruppe Havas Advertising vereinfacht ihren Namen zu Havas. Sie hat diesen Markennamen für 4,5 Millionen Euro vom Medienkonzern Vivendi Universal gekauft.

Die französische Werbegruppe Havas Advertising vereinfacht ihren Namen zu Havas. Sie hat diesen Markennamen für 4,5 Millionen Euro vom Medienkonzern Vivendi Universal gekauft.News Havas Advertising wird Havas Mit dieser Umbenennung kehrt der Konzern zu seinem ursprünglichen Namen zurück. Der Zusatz «Advertising» wurde 1996 angehängt, um das Unternehmen von den anderen Einheiten der mittlerweile aufgelösten Mediengruppe Havas zu unterscheiden.
Zeitungsfusion in Springers Berlin Der Axel Springer Verlag (ASV) legt seine Tageszeitungen Die Welt und Berliner Morgenpost zusammen. Die Redaktionen und Verlage werden im Laufe des nächsten Jahres vereinigt. Beide Blätter erscheinen weiterhin als eigenständige Titel. Gemeinsamer Herausgeber wird per 1. April 2002 der derzeitige ZDF-Intendant Dieter Stolte. Die Chefredaktion übernimmt der Chefredaktor der Welt, Wolfram Weimer.
Gewichtige Abgänge bei AOL und VivendiBei den Medienriesen AOL Time Warner und Vivendi Universal stehen zwei gewichtige Abgänge bevor. AOL-CEO Jerry Levin tritt im Mai 2002 zurück. Sein Nachfolger wird Richard Parsons, einer der beiden Chief Operating Officers. Sein Amt im Frühling niederlegen will auch Edgar Bronfman, Vizechef von Vivendi Universal. Bronfman bleibt aber Mitglied des Vivendi-Vorstands.
WPP will Berlin CameronDie Werbeholding WPP will Berlin Cameron übernehmen und zum neuen Hauptquartier des Netzwerks Red Cell machen. Dies berichtet Advertising Age, das selbst Kunde der New Yorker Agentur ist. Durch die Übernahme könnte WPP gleich zwei Probleme lösen: Red Cell, bisher nur mit der wenig profilierten Agentur Cole & Weber aus Seattle vertreten, erhielte mehr Gewicht in den USA, und mit Chairman Andy Berlin wäre ein Nachfolger für Red Cells CEO Luca Lindner gefunden, der zu D’Arcy wechseln will.

Ich wasch mich gerne wie Marlene

Auch Kaiser Wilhelm II. liess sich für Werbung mit Prominenten einspannen

Auch Kaiser Wilhelm II. liess sich für Werbung mit Prominenten einspannenBlubb», piepste Verona Feldbusch im Spinatspot, und «Da weiss man, was man hat», heisst es weiterführend im Untertitel zum Buch «Promis in der Werbung». Erschienen ist die reich bebilderte Dokumentation zu einer gleichnamigen Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Diese ist in Bonn noch bis zum 7. April 2002 zu sehen. «Lux, die Seife der Filmstars», «Ist Zlatko prominent?» oder «James Bond fährt BMW» heissen die Titel zu den Aufsätzen, mit denen das Buch über Promi-Werbung zum interessanten Sachbuch wird. «Bindet uns Gottschalk ein Gummibärchen auf mit seiner Werbung für die gelben Aktien?», lassen sich die Fragen zusammenfassen, zu denen Museumsdirektor Hermann Schäfer, Werber Holger Jung, Marktforscher Achim von Kirschhofer oder Wirtschaftsjournalistin Dorothee Rothfuss eine Antwort suchen.
Schon 1895 hat übrigens die Koblenzer Kellerei Deinhardt die Kellereibesuche von Wil-helm II. erfolgreich für Sektwerbung genützt. Geblieben von dieser Grundidee ist die Überzeugung, dass besonders bei teuren und prestigeträchtigen Waren die Werber gerne auf Adelige oder ihre heutigen Nachfahren wie Kaiser Franz Beckenbauer, Quasselprinz Gottschalk oder Froschküsserin Verona Feldbusch setzen.
«Prominente in der Werbung» ist im Verlag Hermann Schmidt in Mainz erschienen und kostet 53 Franken. ISBN 3-87439-585-5. Andreas Panzeri

Der Zahltag kommt erst später

Die Thurgauer Leser haben erstmals die Wahl zwischen St.Galler Tagblatt und Thurgauer Zeitung

Die Thurgauer Leser haben erstmals die Wahl zwischen St.Galler Tagblatt und Thurgauer ZeitungVon Markus Knöpfli Vor einem Jahr wurde die Thurgauer Zeitungslandschaft um-gepflügt. Nun steht beim Platzhirsch Thurgauer Zeitung – Die Neue erstmals die Aboerneuerung an. Konkurrent Mittelthurgauer Tagblatt hat den Braten gerochen und wirbt verstärkt um Abonnenten. Das Rennen dürfte spannend werden.
Seit einem Jahr stehen sich im Thurgau zwei Tageszeitungen gegenüber: die aus sechs Regionalzeitungen fusionierte Thurgauer Zeitung – Die Neue (TZ, Auflage: 42000 Exemplare) der Thurgauer Medien AG und das einjährige Mittelthurgauer Tagblatt (MTT) und dessen ältere Schwester Bodensee Tagblatt (BT), beides Thurgauer Splits des St.Galler Tagblatts.
Heute präsentiert sich die Situation insbesondere im Mittelthurgau als weitaus spannender als noch vor zwölf Monaten. Bei der TZ stehen erstmals Aboerneuerungen an, denn das Blatt, das in rund 60 Prozent der 26000 Haushalte der Bezirke Kreuzlingen und Weinfelden abonniert ist, konnte am 3. Januar 2001 die meisten Abos seiner Vorgängertitel weiterführen. Anders das MTT: Es konnte lediglich etwa 50 BT-Abonnenten übernehmen und kommt nach dem Start mit 10000 Streuexemplaren mittlerweile auf 1000 Jahres- und rund 1000 derzeit laufende Probeabos. «Ich hatte allerdings mehr erwartet», sagt Verlagsleiter Daniel Ehrat.
Nun also harrt man in Frauenfeld und St.Gallen vor allem der Abonnentenreaktionen aus Weinfelden und Kreuzlingen. Ende Januar sollte das Resultat feststehen. «Der Zahltag kommt erst», bestätigt TZ-Verlagsleiter Urs Bucher, der nicht mit einem markanten Einbruch rechnet. Bei der TZ würden primär Leute abspringen, denen die neue Zeitung zu umfangreich und zu teuer wurde. Doch da biete das MTT keine Alternative. Zudem werde die TZ ihre wöchentliche Grossauflage weiterführen (insgesamt 90000 Exemplare), um mit diesem «nicht zu unterschätzenden Marketinginstrument» neue Schnupperabos zu generieren. Buchers Devise für die nächsten zwei Jahre heisst deshalb «Bestand halten».
Thurgauer Zeitung liegt noch unter Anzeigenbudget
Der «Angreifer» MTT hingegen hat eine Oktoberoffensive mittels Plakaten und Mailings gestartet. Bis Ende 2002 hofft Ehrat auf eine Steigerung auf 3000 Abos, 1000 weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel. Dabei setzt das MTT aber auch auf eine Kooperation mit drei Gemeinden, die jetzt noch mit der TZ zusammenarbeiten. Deren amtliche Anzeiger werden ab Januar beim MTT zu je einem integrierten Zusatzbund – womit dieses im fraglichen Gebiet einmal wöchentlich in sämtliche 2970 Haushalte kommt. «Wenn diese Massnahme nicht greift, dann werden wir es auch in Zukunft schwer haben», sagt Ehrat, der nicht verhehlt, dass das MTT «mit dem Stempel St.Gallen zu kämpfen» hat.
Letzteres zeigt sich wohl auch im Inseratebereich. Zwar liegt das MTT mit etwa einer halben Anzeigenseite pro Ausgabe gemäss Ehrat «etwas über Budget», Todesanzeigen aus dem Mittelthurgau – ein wichtiger Akzeptanzmesser – fehlen jedoch, anders als im Oberthurgau, wo das BT die Nase vorn hat. Ein Zusammenlegen des MTT mit dem BT oder gar ein Aufgeben im Mittelthurgau schliesst Ehrat aber für nächstes Jahr kategorisch aus.
Bei der TZ lag man bezüglich Inseratevolumen bis Mitte Jahr über dem budgetierten Plus von 20 Prozent gegenüber dem letztjährigen Volumen der Vorgänger-TZ. Nationale und gesamtkantonale Anzeigen waren zahlreicher vorhanden, auch dank der Mitgliedschaft im Kombi 1 und in der Nordostschweiz. Ab Juli war aber der Inserateeinbruch auch bei der TZ zu spüren. «Wir liegen zwar noch immer über dem Vorjahreswert der Vorgänger-TZ, aber doch unter Budget», sagt Bucher.
Was die Beurteilung der Inhalte angeht, sind sich beide Seiten weit gehend einig. TZ-Chefredaktor Andreas Netzle, der seinem Blatt in diesem Herbst ein neues Layout und auch ein neues journalistisches Konzept verpasst hat, bringt es auf den Punkt: «Besonders auf kantonaler Ebene sind wir umfassender, vom journalistischen Handwerk her ist das MTT hie und da (noch) besser.» Auf den Oberthurgau treffe dies jedoch nicht unbedingt zu, weil dort beide Blätter häufig dieselben Korrespondentenberichte haben. Das zeigt: Der derzeitige Hauptkampf konzentriert sich auf den Mittelthurgau.
St. Galler Tagblatt plant Relaunch

Das Layout des zur NZZ-Gruppe gehörenden St.Galler Tagblatts wird per September 2002 überarbeitet. Den Auftrag dazu erhielt die freie Mediendesignerin Katja Hösli, die schon für das bisherige Layout verantwortlich war und auch die verlagseigenen Sportmagazine Drive und Smash gestaltete.

«Wir haben alles unternommen, um den Standort Lausanne zu halten»

Cornelia Harder, Managing Director von Publicis, Lausanne, zur Agenturschliessung

Cornelia Harder, Managing Director von Publicis, Lausanne, zur AgenturschliessungNach beinahe 50-jährigem Bestehen geht die bewegte Agenturgeschichte von Publicis, Lausanne, Anfang nächsten Jahres zu Ende. Bis zuletzt hat Publicis-Direk- torin Cornelia Harder versucht, den Standort in der Westschweiz zu halten. Fünf Mitarbeiter müssen noch untergebracht werden.Vor gut sechs Jahren haben Sie die Direktion von Publicis, Lausanne, damals noch BEP Publicis FCB, übernommen. Welche Bilanz ziehen Sie heute?
Cornelia Harder: Ich habe diese neue Aufgabe mit vielen Erwartungen und relativ wenig Erfahrung angetreten. Ich merkte sehr bald, dass die Situation, wie sie sich hier im Westschweizer Markt präsentierte, nicht ganz einfach war. Ich musste schon bald die Kostenbremse ziehen, weil die Gefahr drohte, dass Publicis, Lausanne, in die roten Zahlen geriet. Dieser schwierigen Anfangsphase folgte dann der Aufschwung, nicht zuletzt dank eines Grosskunden. Mit Swisslotto konnten wir ein weiteres nationales Budget betreuen. Später erfolgte die Akquisition der Agentur von Alphonse Garcia, verbunden mit dem Umzug in grössere Lokalitäten. Ich bin auch überzeugt, dass wir alles unternommen haben, um diesen Standort zu halten. Doch leider stehen die Zeichen für die Zukunft nicht auf Wachstum.
Vor Ihrem Stellenantritt hat die Direktion in Paris die Zusicherung gegeben, dass der Standort Lausanne für sie wichtig sei. Wieso hat sich das jetzt geändert?
Harder: Ausschlaggebend sind sicher die Konzentration grosser Brands auf die Deutschschweiz auf nationaler Ebene und die zunehmende Globalisierung. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Schweizer Unternehmen rund 80 Prozent ihrer Werbeinvestitionen in der Deutschschweiz tätigen.
War der Wegfall des Nestlé-Budgets ausschlaggebend?
Harder: (zögert) Nicht nur.
Ihre Aufgabe war es ja auch, die Agentur auf Vordermann zu bringen. Was ist falsch gelaufen?
Harder: Falsch gelaufen ist nichts. Die Situation im Markt hat sich verändert, die Publicis-Gruppe schliesst damit eine konsequente Restrukturierung in der Schweiz ab und schafft so die Grundlagen für ein starkes Angebot in der integrierten Kommunikation. In der Gruppe selber gab es Veränderungen. Die Agentur in Zürich operiert seit Jahren erfolgreich, dann kam neu die Dialog-Marketingagentur Fisch Meier Direkt hinzu. Optimedia in der neuen Zusammensetzung liess die Gruppe nochmals wachsen. Die Gruppe hat ausserdem Saatchi & Saatchi gekauft. Damit verfügt das Netzwerk über eine weitere Agentur in der Westschweiz, was so vor sechs Jahren auch nicht geplant gewesen war.
Dass Agenturen wie Saatchi & Saatchi, McCann-Erickson und Euro RSCG ihre Niederlassungen in der Romandie haben, zeigt doch auch, dass der Westschweizer Markt nicht ausgetrocknet ist?
Harder: Struktur und Organisationsform einer Agentur spielen eine grosse Rolle. Publicis, Lausanne, war eine eigenständige AG mit allem Aufwand, der dazu gehört. Für eine Agentur wie Publicis, mit dem entsprechenden Anspruch des Networks, ist ein Überleben nur mit einem gesunden Mix aus Network- und Lokalkunden möglich. Diese grossen Unternehmen sind jedoch auf Zürich ausgerichtet.
Aber Publicis, Lausanne, zählte zu seinen Kunden so bedeutende Unternehmen wie Swisslotto, Nestlé, Expo.02 und die Versicherungsgesellschaft La Suisse.
Harder: Das zeigt eigentlich, dass wir gute Arbeit geleistet haben. Tatsache ist aber, dass wir den Nestlé-Schokoladeetat verloren haben und das Expo.02-Budget nächstes Jahr ausläuft. Es ist auch richtig, dass wir als Networkagentur eher grössere Kunden hatten und das Klumpenrisiko entsprechend gross war.
Profitiert Publicis von der momentan eher morosen Wirtschaftslage, um die Schliessung zu rechtfertigen?
Harder: Vielmehr haben wir einen harten Entscheid getroffen, aber zu einem Zeitpunkt, als wir auch noch die Konsequenzen, das heisst die Kosten, die rund um diese Schliessung entstehen, tragen konnten.
Wie viele Mitarbeiter sind von der Schliessung betroffen?
Harder: 15, wovon für 10 Personen bereits Lösungen gefunden werden konnten. Wir verhandeln mit jedem einzelnen Mitarbeiter und sind unter anderem auch im Gespräch mit Saatchi & Saatchi hier in der Westschweiz, um sie zu platzieren.
Und was bedeutet für Sie die Ernennung zum Managing Director von Publicis, Zürich?
Harder: Natürlich freue ich mich über diese Nominierung und Herausforderung. Aber im Augenblick engagiere ich mich noch voll für meine Mitarbeiter. Interview: Anita Vaucher

Das Ende der Nacktheit.

Bei der SonntagsZeitung (SoZ) sind Redaktoren, die Kommentare schreiben und deshalb gelegentlich mit einem Foto im Blatt erscheinen, zu einem strategischen Shooting aufgeboten worden.

Bei der SonntagsZeitung (SoZ) sind Redaktoren, die Kommentare schreiben und deshalb gelegentlich mit einem Foto im Blatt erscheinen, zu einem strategischen Shooting aufgeboten worden. Tenübefehl: Krawatte. Ziel des Manövers: Im Stellungskampf gegen die NZZ am Sonntag sollen die Schreiber der SonntagsZeitung in Sachen Kompetenz und Seriosität nicht weiter so nackt wirken. Ob die neue Denke allerdings mit einem simplen Binder erreicht werden kann, darf bezweifelt werden. In der letzten Ausgabe der SoZ wurde unter dem Titel «Endlich geht den Männern der Knopf auf» nämlich in einem strategisch völlig anders gestylten Titel über die Abschaffung des Krawattenzwangs in Casinos, Banken und Nobelhotels berichtet. Untertitel: «Zeit, das atemraubende Teil einzumotten!»Chili ohne wind. In Zukunft können die mexikanischen Spezialitäten im Tres Kilos in Zürich trotz der Beigabe von braunen Bohnen und anderen, die Verdauung befördernden Ingredienzen störungsfrei genossen werden. Dafür sorgen laut der neuesten Kampagne von Jung von Matt/ Limmat kleine Duftbäumchen, die im Restaurant diskret und direkt an die Stuhllehnen gehängt wurden. Und was auf dem 12-Quadratmeter-Plakat und Anzeigen noch als Symbolik daherkommt, wird zuvörderst real mit grünen Tannenbäumchen umgesetzt. Geplant sind auch Postkarten mit perforiertem, duftendem Key Visual.
Dekoratives Glatteis. Die Eiszapfen erstrahlen imposant wie eine Dekoration in Las Vegas. Doch die Show findet in Wallisellen statt. Dort wurde der Turm des Glattzentrums zum grössten Weihnachtsgeschenk der Schweiz gestylt. Mehr als 50000 Lampen, 6670 Quadratmeter textiles Netzgewebe und eine Unmenge Draht- und Nylonseile wurden von Christinger Partner AG unter der Leitung von Daniel Weissbaum rund um das braune Gebäude drapiert.
X’02 wird weiter ausgebaut. Vom 20. bis 22. August 2002 findet die Marketingmesse X zum fünften Mal statt. Als Projektleiter für die X’02 wurde neu Andreas Stalder verpflichtet. Er war zuvor Aussteller im Bereich Telekommunikation und besitzt gute Messekenntnisse. Er wird unterstützt von Sybille Hatt, Projektassistentin, und Ajas Kulici, Verkaufsberater.
Luxussuiten für Studenten. Wer zurzeit an den Anschlagbrettern der Unis Zürich, Basel, Bern oder St.Gallen nach einer Wohnung sucht, dem werden bei der momentanen Wohnungsknappheit die Angebote für luxuriöse 141/2-Zimmer-Wohnungen mit See-, Rhein- oder Altstadtblick ins Auge stechen. Aber Obacht, die Telefonnummern zum Abreissen entpuppen sich als Nummern des Abodienstes von Stocks – mit dem Versprechen, sich dank lukrativer Anlagetipps ebensolche Traumwohnungen leisten zu können. Hinter der ironischen Bauernfängerei steckt das Team um CD Daniel Matter und AD Philipp Skrabal der Zürcher Agentur Matter & Partner.
Wild auf Plakat. Auf den 1. Januar 2002 ändert die Plakanda ihren Namen in Clear Channel Plakanda und vollzieht damit auch im Auftritt gegen aussen ihre Zugehörigkeit zur weltweiten Nummer 1 in den Bereichen Aussenwerbung, Radio, Liveveranstaltungen und Promotionen. Die Namensänderung wird von Lesch + Frei, Zürich, mit einem schönen Wildmenü kommuniziert. Die Plakate mit der wilden Idee hängen bis Mitte Januar in der deutschen Schweiz. Verantwortlich bei Clear Channel Plakanda: Beat Roeschlin (GM Switzerland) und Lucia Tellenbach.
Fritz und Fränzi im Gebüsch: Der TV-Spot für die Eltern/Jugend-Zeitschrift Fritz und Fränzi mit den Rockern und ihren Kinderstimmen war originell. Pädagoginnen wunderten sich, wieso ein Heft für fortschrittliche Erziehung aber keine Rockerbräute zeigte! Wirz Fraefel hat jetzt einen neuen Spot realisiert, in dem eine intakte Osterhasenfamilie unter dem Tannenbaum fröhlich Weihnachten feiert. Die Botschaft: Geschenkabo! Obwohl die Gratisnummern von Fritz und Fränzi reissenden Absatz gefunden haben, wartet das Magazin für Eltern schulpflichtiger Kinder nach wie vor auf genügend Abonnenten, um an Ostern noch fröhlicher zu sein.
Interreligiöses Experiment. Der Sämann, Mitgliederzeitschrift der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Bern, wird im Januar ausnahmsweise mit dem Titel Z’Visite und mit einer Auflage von 350000 statt mit 287000 Exemplaren erscheinen. Er wird erstmals an alle reformierten, römisch- und christkatholischen Kirchenmitglieder, an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde sowie an Muslime verschickt oder verteilt.
Editorial

Zurück zur Normalität Der überflüssigste Kalauer des zu Ende gehenden Jahres lautet: «Nichts mehr ist wie zuvor.» Gebetsmühlenhaft wird uns diese Formel seit dem 11. September um die Ohren gehauen.
Zugleich wird das Ende der Spassgesellschaft beschworen und gegen die Vergnügungslust gewettert. Ja, auch Fundamentalisten in unseren Reihen haben ihre Hochzeit. Und die Busspredigten heimischer Kulturkritiker und Apokalyptiker wollen nicht enden. Doch ihre Zeit läuft ab, denn unser System macht keine Anstalten zu kollabieren. Mit andern Worten: Wir haben der Krise getrotzt, Normalität macht sich breit. Nicht zuletzt dank der Medien. Sie räumen mit der Unübersichtlichkeit der Welt auf, indem sie die Ereignisse Personen zurechnen. Man braucht Schuldige, damit man die Komplexität der Welt in den Griff bekommt. Wer den Fernseher einschaltet oder Zeitungen liest, kann sich darauf verlassen, dass sich das Chaos der Welt in Ereignisse und Menschen ordnet. Denn Massenmedien lösen alle politischen und sozialen Beziehungen in Ereignisse mit News Value auf. Ihre eigentliche Botschaft lautet: Die Ereignisse wechseln, doch der Senderahmen bleibt konstant. Auch morgen ist das Leibblatt wieder im Briefkasten und um halb acht abends die «Tagesschau» auf Sendung. Massenmedien funktionieren wie Mythen. Sie geben ein Bild von den bedrohlichen Mächten der Welt und weben ein Sicherheitsnetz aus Storys.
Nach dem Ende des Internethypes und der Bauchlandung der Schweizer Privatfernsehszene steht uns mit der NZZ am Sonntag und dem Relaunch der Weltwoche ein spannendes Printfrühjahr 2002 bevor. Samuel Helbling, Chefredaktor

Kopf der Woche: «Westschweizer müssen ihre Komplexe gegenüber Deutschschweizern ablegen»

Patrick Zanello ist seit dem 1. Dezember neuer Direktor von Publimedia, Genf

Patrick Zanello ist seit dem 1. Dezember neuer Direktor von Publimedia, GenfKopf der Woche «Westschweizer müssen ihre Komplexe gegenüber Deutschschweizern ablegen»
Seit Anfang Dezember ist der 34-jährige Patrick Zanello Direktor von Publimedia, Genf, nachdem er vorher während fünf Jahren bei Publicitas Léman als Werbeverantwortlicher für die Tageszeitung Le Matin tätig gewesen war. Doch seine Affinität zur Werbung hatte er schon viel früher entdeckt.
Anstatt nach dem Gymnasium ein Studium zu beginnen, half Zanello im elterlichen Betrieb aus, weil der Vater krank geworden war. Beim Vorbereiten des Ausstellungsstandes, der das Unternehmen an einer Messe präsentieren sollte, hat es ihn dann gepackt. Von da ab war ihm klar, dass seine berufliche Zukunft mit Werbung und Kommunikation zu tun haben musste.
Nach einem Stage bei einem privaten Radiosender schrieb er sich am Sawi für den Werbeassistentenkurs ein. Der Zufall wollte es, dass bei der damaligen Genfer Tageszeitung La Suisse eine hauseigene Werbeabteilung aufgebaut und so dem jungen Stellenbewerber der berufliche Einstieg in die Werbung ermöglicht wurde. Bevor er sich in der Agentur Heimann weiterbildete und dann zur La Suisse zurückkehrte, um in sehr jungen Jahren eine leitende Funktion zu übernehmen, lebte er für kurze Zeit seine philanthropische Ader aus. Er ging für fünf Monate nach Südamerika, um mit Freunden einen Kinderhütedienst aufzubauen.
In Sachen humanitärer Hilfeleistung hat Patrick Zanello seine eigene Philosophie. Anstatt Spendegelder an eine Organisation zu schicken, geht er mit seinem Geld lieber gleich selbst zu den Bedürftigen und hilft an Ort und Stelle. Als kleiner Junge träumte er übrigens davon, einmal sehr, sehr viel Geld zu verdienen, um es nicht etwa für sich selbst mit vollen Händen auszugeben, sondern grosszügig an andere verteilen zu können.
Mit der Niederlassung von Publimedia, Genf, möchte der frisch gebackene Direktor noch näher zum Kunden gehen. Es gilt ja nicht nur, die Grosskunden auf dem Platz Genf zu betreuen. Das One-to-one-Marketing, wie Zanello es sich vorstellt, muss auch in Sion garantiert sein. Ein wichtiges Anliegen ist die Entwicklung des Webangebotes. Obwohl die Mehrzahl der Publimedia-Kunden die Printwerbung noch bevorzugt, will Zanello zusammen mit seinen Mitarbeitern gerüstet sein. Denn er ist felsenfest davon überzeugt, dass es ein Kundensegment gibt, das in Zukunft eher auf die Werbung im Internet als auf Printwerbung setzt. Und schliesslich gelte es für Publimedia, Genf, auch, den Westschweizer Markt gegenüber demjenigen jenseits der Sprachbarriere noch stärker zu verteidigen. Dafür müssten die Westschweizer aber endlich ihre unberechtigten Komplexe gegenüber der Deutschschweiz ablegen und mehr Selbstbewusstsein zeigen, ist Patrick Zanello überzeugt. Anita Vaucher

Von der Streitkultur profitieren vor allem die Kunden

Sybille Erdmann, Mitinhaberin der Agentur für Brand Identity und Kommunikation Erdmannpeisker, ist überzeugt: «In Biel liegt die Zukunft.»

Sybille Erdmann, Mitinhaberin der Agentur für Brand Identity und Kommunikation Erdmannpeisker, ist überzeugt: «In Biel liegt die Zukunft.»Zusammen mit Partner Gabriel Peisker und sechs Mitarbeitern hat Erdmann ein neues Domizil an der Bieler Mattenstrasse bezogen. Die Agentur entstand aus der Zusammenarbeit der beiden Partner bei der MCC Smart GmbH, wo Erdmann als Leiterin Handelskommunikation und Peisker als Leiter Corporate Identity tätig waren. Smart ist zwei Jahre nach der Gründung der eigenen Agentur auch immer noch der wichtigste Kunde von Erdmannpeisker. Daneben hat das junge Unternehmen aber auch die CS sowie regionale Kunden wie den Uhrenhersteller Alfex, den Produzenten von Mikromotoren RMB und das Bahnunternehmen Regionalverkehr Mitelland gewonnen. Auf Grund einer mittlerweile etablierten Streitkultur ergänzen sich beide Partner fachlich bestens: Erdmann kommt aus der Industrie und arbeitete als Bereichsleiterin Werbung und Handelsmarketing für Bosch und Blaupunkt in Deutschland, Peiskers Karriere führte ihn zuletzt zur Brandingagentur Interbrand Zintzmeyer & Lux, wo er als Senior Designer und Berater tätig gewesen war. (ba)
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