Muse & Musse: Sabina Kocherhans

Muse & Musse Sabina Kocherhans Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Sabina Kocherhans: Die Expo.02 aus geschäftlichen Gründen wegen Manna und dem Coop Restaurant Biotavo

Muse & Musse Sabina Kocherhans Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Sabina Kocherhans: Die Expo.02 aus geschäftlichen Gründen wegen Manna und dem Coop Restaurant Biotavola.
Was lesen Sie gerade?
Kocherhans: «Chocolat» von Joanne Harris, als Inspiration für eine neue Coop-Kampagne. Mehr wird nicht verraten!
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Kocherhans: Laura Pausini.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Kocherhans: «The Sixth Sense», weil er mich immer wieder fasziniert.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Kocherhans: Beim letzten Migros-Spot.
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Kocherhans: www.amazon.de ist immer wieder gut.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Kocherhans: Auf meinen Palm Organizer.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Kocherhans: Den Moment geniessen.
Liebe ist …?
Kocherhans: … einander ohne Worte zu verstehen.

«Juriert wird, was in wenigen Sekunden ins Auge springt»

Remy Fabrikant über seine Erwartungen in der Jury von Cannes

Remy Fabrikant über seine Erwartungen in der Jury von CannesVon Andreas Panzeri Ab dem 16. Juni trifft sich in Cannes wieder die internationale Werbeszene. Während einer Woche werden am 49. Internationalen Werbefestival (IAF) die besten Arbeiten ausgezeichnet. Neben Gilbert Fisch in der «Direct Mail»-Fachjury ist für die Schweiz Remy Fabrikant, CD der Zürcher Werbeagentur JWT+Hostettler+Fabrikant, in die Jury «Press & Poster» berufen worden.
Sie wirken in diesem Jahr in der prestigeträchtigen Jury für «Press & Poster» von Cannes mit. Erfüllt Sie das mit einem gewissen Stolz?
Remy Fabrikant: Die Wahl in die Jury ist für mich selbstverständlich eine grosse Ehre. Man wird von der Leitung des Festivals ziemlich ausgiebig durchleuchtet. Man muss nachweisen, was man für die Werbeszene bislang geleistet hat, und es wird geprüft, ob man selber schon genügend wichtige Preise gewonnen hat.
In welchen anderen Jurys haben Sie bis jetzt mitgewirkt?
Fabrikant: ADC, Eurobest, Clio, Goldenes Ohr.
Was erwarten Sie von Cannes?
Fabrikant: Ich hoffe, dass die Schweiz mit ein paar Löwen dabei sein wird. Wir Schweizer kommen ein bisschen unter Druck, was internationale Awards betrifft. Wir sind zwar ein kleines Land, geben aber für Werbung und Kommunikation sehr viel Geld aus. Trotzdem sind wir bei wichtigen Preisen im Verhältnis zu unserem finanziellen Aufwand meistens untervertreten. Vor diesem Hintergrund sehe ich meine Präsenz in der Jury von Cannes als eine wichtige Aufgabe.
Gibt es eine Erklärung für diese magere Preisausbeute der Schweizer Werbung?
Fabrikant: Ich habe keine. Der oft ausgezeichnete angelsächsische Humor ist ein Stilmittel, das in der Schweiz nicht gross gepflegt wird. Diese Art Werbung ist aber nicht die einzig mögliche, die in Cannes Erfolg haben kann. Vor allem die Deutschen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass man auch mit anderen Ideen viele Preise gewinnen kann.
Liegt es am fehlenden Mut der Werbekunden, die in der Schweiz zu wenig Interesse für ausgefallene Ideen zeigen?
Fabrikant: Es braucht eine gewisse Grosszügigkeit im Denken, und diese fehlt in der Schweiz.
Welches sind für Sie die Kriterien, nach denen man eine Arbeit bewerten kann?
Fabrikant: Bestimmte Kriterien habe ich mir sehr wohl gesetzt. Ich hoffe aber, dass ich nicht durch das System bevormundet werde. Es sind 9047 Arbeiten eingereicht worden. Das sind 1000 weniger als im letzten Jahr. Aber wenn wir all diese Arbeiten in einer Woche jurieren wollen, dann kann ich mir ausrechnen, dass genau 15 Sekunden für die Beurteilung einer einzelnen Arbeit bleiben. Mit 15 Sekunden pro Sujet schaffe ich in einem ganzen Tag 2000 Wettbewerbsbeiträge, wenn ich acht Stunden ununterbrochen juriere. Also werden die Arbeiten gewinnen, die sofort wirken. Man wird kaum irgendwelche komplizierten, länderspezifischen Kriterien berücksichtigen können. Juriert wird, was ins Auge springt.
Welche Anzeigen erfüllen für Sie dieses wichtigste Kriterium?
Fabrikant: Das sind Sachen, die extrem reduziert sind, klar in der Aussage. Dazu müssen Sie den Leuten eine gewisse Relevanz mitgeben.
Ist Cannes für Sie der Massstab aller Dinge für neue Trends?
Fabrikant: Cannes ist der Massstab für alle Werbung, die in der Welt gemacht wird. Für die Kommunikation setzt Cannes immer noch die entscheidenden Trends.
Viele sagen, es gebe eine immer grössere Inflation von Preisen. Teilen Sie diese Meinung?
Fabrikant: Innerhalb von Cannes kann man nicht von einer Inflation sprechen. Im Gegenteil. Wenn man die Preise mit den Einsendungen misst, dann sind zehn bis fünfzehn Löwen auf 9000 Printsujets oder 4000 Filme natürlich eine sehr hochwertige Auszeichnung. Die Preise in Cannes sind äusserst rar und damit sehr wertvoll.
Welche Bedeutung geben Sie dem Lobbying in Cannes?
Fabrikant: Mit dem ausgeklügelten System der Jurierung wird ein Juror über das Lobbying kaum viel ausrichten können. Lobbying ist trotzdem sehr wichtig für ein längerfristiges Image. Da ich zum ersten Mal in Cannes in der Jury dabei bin, muss ich zuerst einmal sehen, was ich in diesem Bereich für die Schweiz erreichen kann.
Bis jetzt haben immer England und die USA sowie neuerdings auch Skandinavien die meisten Preise abgeräumt. Wird sich dies wiederholen?
Fabrikant: Da wird es wahrscheinlich einen Unterschied zwischen Print und Film geben. In Sachen Film bin ich überzeugt, dass die Amerikaner wieder viele Preise abräumen werden. «Print & Poster» ist aber die grosse Stärke des europäischen Kontinents.
Was erwarten Sie an neuen Entwicklungen?
Fabrikant: Ich denke, dass dieses Jahr schwächer sein wird als auch schon. Bedingt durch die wirtschaftlichen Umstände, hat die Kreation nicht so viele Freiheiten ausleben dürfen.
Wie wird sich Ihr persönliches Programm in Cannes gestalten?
Fabrikant: Wenn ich noch einmal die grosse Anzahl der Einreichungen vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, dann wird neben dem Jurieren nicht viel Zeit für andere Beschäftigungen bleiben. Ausser natürlich ein paar offizielle gesellschaftliche Anlässe.
Worauf freuen Sie sich ganz privat in Cannes?
Fabrikant: Ich freue mich vor allem auf viel Sonne, Meer und darauf, mit Martin Denecke eine Runde Golf zu spielen und auf ein Nachtessen mit Matthias Luchsinger. Durch die Auseinandersetzung mit Werbung kann man in dieser kurzen Zeit in Cannes viel lernen. Ein Goodie wird sein, dass ich als Jurymitglied viele neue Leute aus aller Welt kennen lerne.

Magnificum Eventicum!

Die (sehr) lange Eventwoche begann schon montags mit einer Housewarmingparty bei den Personal Consultants von Headaway & Stone im Zürcher Seefeld.

Die (sehr) lange Eventwoche begann schon montags mit einer Housewarmingparty bei den Personal Consultants von Headaway & Stone im Zürcher Seefeld.Von Beat Fritsch Die drei Inhaberinnen sind erfahrene Füchsinnen in der Personalvermittlung und haben sich auf je einen Bereich spezialisiert. Hélène Müller bewirtschaftet die Kommunikationsbranche, Irini Antonopoulos die Banken, und Leute aus dem Treuhandwesen lassen sich von Patricia Turk beraten.
Leider mussten sich die beiden Seniorpartner, Alfred Lord Headaway of Sussex und der «Honorable» Mister Miles Stone, entschuldigen lassen. Den Gerüchten nach eröffneten sie gleichentags auf ihren Gütern in Wales die traditionelle Fuchsjagd, bevor es ans 50-Jahr-Thronjubiläum der Queen ging. Nichtsdestotrotz adelte die Zürcher Werbe-Society die Party. An den feinen Häppchen, zubereitet von Bongusto-Catering, delektierten sich unter anderen Bonapartes Harry Sulzer, Kreativgenie Frank Bodin, DDB-Artbuyer Flavia Schlittler, Werbedoyen Urs Beer, Verlagsspezialist Urs Zeier, aber auch Publizist Roger de Weck mit Gattin Claudia. Normalerweise auf Green and Tee trifft sich Müller mit Martin Denecke, der ebenfalls mit seiner Anwesenheit dem Newcomer die Ehre erwies. Und last but not least sahen wir Kurt W. Zimmermann, Weltwoche-Verlagsleiterin Uli Rubner, Werber Erich Baumgartner, Mediafachmann Beat Krebs und Peter Urs Naef. Berichtenswert erscheint uns auch die Tatsache, dass diesmal nicht Werber, sondern Banker als Letzte nach Hause gingen – längst hatte es Mitternacht geschlagen.
Auch zum nächsten Anlass traf man sich im Seefeld, und zwar gleich um die Ecke. Mitte Woche weihte Reto Alborghetti seine neuen Büros ein. Der frühere WHA-Partner hat sich aus dem daily Werbebusiness verabschiedet und will in Zukunft nur noch als Communication Consultant tätig sein. Ebenfalls als Consultant unterwegs, allerdings im Bereich Media, ist Heinz Bischof. Der frühere Mitinhaber der Innomedia (heute Mediaplanning) ist gemäss Eigendeklaration «so ein bisschen am Rumschauen für etwaige Mandate». Mit Bischof ins Gespräch vertieft waren des Gastgebers Ehefrau, Andrea Alborghetti, Claudia Köhler von Freelance Connaction und Robi Sulser, freier Texter und Konzepter aus Hombrechtikon, der ganz im Gegensatz zum Klischee «Auffallen um jeden Preis» ein netter und bescheidener Werber ist. Ebenfalls auf Stippvisite beim neu gegründeten Unternehmen: BSW-Geschäftsführer Walter Merz, der sich als Werbepartygänger in letzter Zeit eher rar machte.
Für den Schlummertrunk trifft sich Werberin und Werber zum abendlichen Ausklang zurzeit im Bliss, eine der angesagteren Lounges in Zürich – Lounge ist übrigens Trenddeutsch für Bar mit Hängerecke für matte Geister. In lauen Sommernächten kann man dort neben «fancy» Drinks auch die grosszügige Terrasse gleich unter dem Kunsthaus geniessen. Fürs In-Publikum sorgt der gute Name, denn hinter dem Laden steht mit Mathias Lietha einer der Jungs von Blushin Pink – eine bei Werbern sehr beliebte Partydestination, die seit neuestem Gastrecht im V-Labor gefunden hat.
Nach dem Motto «Wir sind auch Berner!» traf sich am Donnerstag ein Teil der Zürcher Szene mit den Mutzen in der Bundeshauptstadt. Die Publimedia lud dort zum Terrassenfest 02; eine Fete vom Allerfeinsten, besonders was die Kulinarik anbelangte. So viel Käse wurde uns schon lange nicht mehr vorgesetzt! Im Ernst – mit Affineur Christoph Bruni aus Thun kam wohl einer der besten Schweizer Käsehändler angereist. Cateringchef Urs Hauri, früher Küchenchef im Berner «Schweizerhof», traf mit ihm eine exzellente Wahl. Allerdings holte er sich damit auch Konkurrenz ins Haus. Des Chefs warme Feinheiten gingen ob der Begeisterung über die Käseauslage beinahe vergessen. Und sogar der kulinarisch bewanderte Shortlistautor muss zugeben, dass ihm einige bisher gänzlich unbekannte Spezialitäten kredenzt wurden, etwa ein ganz edler Blauschimmelkäse aus Asturien.
Mit von der Partie waren neben Otto Meier, Daniel Strobel und Markus Ehrle von der Publimedia auch Bund-Verlagsleiter
J. Pepe Wiss, die Anzeigenleiter Raoul Wanger vom Bund und Michi Seiler von der Berner Zeitung. Aber auch Fred Dietiker von den SMP oder Hansueli Rawyler und Samir Saydjari von Opel Schweiz.
Den ausnahmsweise längeren Weg zu einem Anlass nahmen Urs Schneider von Mediaschneider und Stefan Hostettler von OMD Zürich-City in Kauf. Und Sawi-Direktor Jürg Engi schätzte es, dass er von Biel her kommend für einmal nur halb so weit fahren musste wie für andere Events.
Tags darauf langten die Berner gleich nochmal tüchtig zu. Im alten Von-Roll-Areal gabs als Wochenabschluss ein Mega-Eventicum. Organisiert von der gleichnamigen Agentur aus der Polyconsult-Gruppe, die mit ihren Partnern Modernlight und Punktocrealine zur Riesensause lud.
Die Berner erwiesen sich dabei als absolut multikulturell und weltoffen: Zuerst stand ein Zürcher Komiker auf der Bühne, als Moderator folgte der Basler Jörg Kressig. Ansonsten hörte man mehrheitlich diesen charmanten Sprachfehler namens «Bäärndüütsch»; tout Werbe-Berne schien versammelt. Ein nettes und anständiges Werbervolk. Wir waren bass erstaunt. Bei Begrüssung und Showblocks hört man noch zu und applaudiert danach lange. Dazu steht die Mehrzahl der Gäste vor der Bühne und nicht an der Bar. Und irgendwie dünkten uns die Berner auch sonst weniger exaltiert und abgedreht als die Boys und Girls aus der Zürcher Szene. Wir wissen heute noch nicht weshalb (eventuell weniger anstrengende Kunden? Weniger Stress? Weniger Alkohol? Weniger pssst!!) – und werden darum gelegentlich sicher wieder mal aus Bern berichten.
Beat Fritsch

hatte als Eventikus der WerbeWoche mal wieder eine härtere Partywoche hinter sich. Headaway & Stone, Alborghetti Communication, Bliss, Publimedia, Eventicum, Modernlight und Punktocrealine hiessen die Gastgeber. Wer sich an Partys am Limmat-, Aare- oder Rheinufer und beim organisierten Herumstehen sonstwo trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur ([email protected]). Weitere Veranstaltungstipps so-wie noch mehr Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

20 Minuten will Close-up und PC-Tip

Nach erfolgreicher Kooperation mit Good-News hat das Gratisblatt Appetit auf mehr

Nach erfolgreicher Kooperation mit Good-News hat das Gratisblatt Appetit auf mehrDie Kooperation zwischen der Gratiszeitung 20 Minuten und dem Monatsmagazin Good-News (GN) ist offenbar für beide eine Win-Win-Situation. GN, das seit März in einer abgespeckten Variante (24 statt 48 Seiten) einmal pro Monat 20 Minuten beigelegt wird, hat so seine Auflage von 40000 Exemplaren verachtfacht, seine Verbreitung massiv ausgeweitet und einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht. Dadurch gewinne GN pro Monat durchschnittlich etwa 200 Abos (à 30 Franken) für die weiterhin erscheinende 48-seitige GN-Vollversion, sagt GN-Projektleiterin Sharon Lehmann. Zudem konnte das Heft, das vom Musik- zum Lifestylemagazin mutiert ist, dank Inseratekombi mit 20 Minuten die Anzeigeneinnahmen mehr als halten.Umgekehrt hebt 20-Minuten-Verlagsleiter Rolf Bollmann hervor, dass 20 Minuten durch GN an Image gewonnen und den Zugang zu GN-Anzeigenkunden (Getränkebranche, Banken, Versicherungen) gefunden habe. «Deshalb schauen wir uns nach weiteren Partnern um», sagt Bollmann. Am liebsten wären ihm jede Woche ein oder auch zwei weitere Printprodukte etwa aus den Bereichen Kino, EDV/Telekommunikation, Auto, Reisen, Sport oder Kochen. Auf zwei Titel hat er bereits ein Auge geworfen: Aufs Kinomagazin Close-up (160000 Exemplare) und den PC-Tip (75 000).
Dort gibt man sich jedoch ahnungslos. Jean-Claude Bruhin, Marketingleiter bei der Close-up-Herausgeberin RMB, lässt ausrichten, dass eine Kooperation mit 20 Minuten nicht geplant sei. Jacqueline Ort, Marketingleiterin der PC-Tip-Herausgeberin IDG, gibt dagegen immerhin zu, den PC-Tip und 20 Minuten auch schon in Gedanken ineinander geschoben und über Kooperationen nachgedacht zu haben. Überzeugt sei sie allerdings nicht, nachgerechnet habe sie auch nicht, und im Verlag sei die Idee noch nie diskutiert worden. Markus Knöpfli

Etat-News: Media Consulting bewirbt auch Stoff

Die Design- und Brandingagentur Media Consulting Group im appenzellischen Bühler hat einen Neukunden aus Deutschland gewonnen:

Die Design- und Brandingagentur Media Consulting Group im appenzellischen Bühler hat einen Neukunden aus Deutschland gewonnen:Etat-News Media Consulting bewirbt auch Atoff
Für den international tätigen Stoffhersteller Brennet AG mit Sitz in Bad Säckingen entwickelt die Agentur ein neues Erscheinungsbild. Als erstes Projekt wird der Webauftritt von Brennet neu gestaltet.
TBS Identity für Alea Europe Die Zürcher Kommunikationsagentur TBS Identity gestaltet den neuen Auftritt des Rückversicherers Alea Europe. Der Konzern mit Sitz in Basel steht nach einem Besitzerwechsel und im Rahmen einer Neuausrichtung vor der Aufgabe, sich im europäischen Markt klar zu positionieren. TBS Identity sicherte sich das Mandat, das alle Bereiche der Marketingkommunikation umfasst, in einem Pitch.

Kopf der Woche: «England und Schweden haben eine ähnliche Werbekultur wie Holland»

Martijn Simoons verstärkt als AD das Team von McCann-Erickson, Genf

Martijn Simoons verstärkt als AD das Team von McCann-Erickson, GenfKopf der Woche
«England und Schweden haben eine ähnliche Werbekultur wie Holland»
Seiner französischen Frau zuliebe verliess Martijn Simoons sein geliebtes Amsterdam, um sich in Genf niederzulassen. Einen Kompromiss musste allerdings auch seine in den französischen Alpen geborene Ehefrau eingehen und in die Nähe von Genf ziehen – für Martijn Simoons stand ein Job in Frankreich nie zur Diskussion. Die französische Kultur sei ihm noch zu fremd. Auch die Sprache spreche er, trotz seiner französischen Partnerin, noch nicht geläufig. So verfolgte er, obwohl im benachbarten Frankreich lebend, die aufregenden Präsidentschaftswahlen eher wie ein Aussenstehender. Und mit dem frankofonen Humor muss er sich erst noch anfreunden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Deutschland.
Die Schweiz ist das erste Land, für das der 29-Jährige Holland verlässt, um sich beruflich zu verändern. Genf empfindet er als internationale Stadt, und die Schweiz steht ihm als Land näher als Frankreich. Die Schweizer seien wie die Holländer: weltoffen und vor allem daran interessiert, was ausserhalb ihrer Landesgrenzen geschehe. Er denkt, dass die Schweiz gut daran tue, sich den Beitritt zur Europäischen Union wohl zu überlegen. Insgeheim bewundert er die Schweizer für ihren Mut zum Alleingang. Simoons könnte sich auch gut vorstellen, dereinst in England oder Schweden zu arbeiten, weil die Werbekultur dieser beiden Länder derjenigen von Holland sehr ähnlich sei, meint er.
Das Agenturleben in Holland sei viel hektischer als hier in der Schweiz, stellt Martijn Simoons nach dreimonatiger Arbeit bei McCann-Erickson, Genf, fest. In den Agenturen der Niederlande störten ihn vor allem Einzelkämpfer, die ohne Rücksicht auf ihre Kollegen die eigenen Ideen mit allen Mitteln verteidigten, um Erfolg zu haben. Bei McCann, Genf, gefällt ihm gerade darum der Teamgeist und der gegenseitige Respekt, mit dem man gemeinsam zu einem guten Resultat kommen wolle. Andererseits dürfe jedermann frei seine Meinung äussern, auch wenn diese kritischer Natur sei, ohne gleich eingeschüchtert zu werden.
Zur Werbung hat der Holländer ein eher distanziertes Verhältnis, und beeinflussen lässt sich Martijn Simoons darum eher durch den persönlichen Kontakt mit andern Menschen. Martijn Simoons möchte vor allem seine Erfahrung mit Grosskunden in das Team einbringen. Eine Herausforderung bei der Genfer Agentur ist für ihn andererseits die Internationalität des Teams. Werbung ist für ihn solides Handwerk. Wer sich aber vom Durchschnitt abheben wolle, müsse bereit sein, verstehen zu wollen, was in der Welt geschieht, auch wenn vieles nur schwer nachvollziehbar sei und dem eigenen Denken widerstrebe, glaubt er. Anita Vaucher

Nur im Nebensatz erwähnt

Privat-TVs und -Radios im Goldenen Dreieck sind in Tamedia-Hand

Privat-TVs und -Radios im Goldenen Dreieck sind in Tamedia-HandVon Markus Knöpfli Mit dem Einstieg bei der LH-Holding hat die Tamedia wesentlichen Einfluss auf Radio und TV im Goldenen Dreieck. Denn über die Basler Medag vermarktet sie neben Radio Basilisk auch Tele Basel, und über die 49-Prozent-Beteiligung bei der Berner Zeitung redet sie auch bei Conradio, Radio ExtraBern und TeleBärn mit.
Über die eingekaufte LH-Holding und deren Tochter Medag, vermarktet die Tamedia nicht nur Radio Basilisk, sondern auch Tele Basel. Die Medag ist die Exklusiv-Buchungsstelle für Werbung auf Tele Basel. Doch derzeit tut die Tamedia so, als sei ihr dieser Aspekt des Basilisk-Deals unwichtig oder beinahe entgangen. An der Pressekonferenz vor eineinhalb Wochen wurde darüber jedenfalls kein Wort gesagt. Und darauf angesprochen spielte Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier die Sache herunter: Tele Basel? – Ach ja, es sei in der Konzernleitung einmal erwähnt worden, aber nur in einem Nebensatz. Nebenbei: Nicht einmal Tele Basel hielt diesen Aspekt in seiner Berichterstattung für erwähnenswert.
Finanziell ist dieser Aspekt des Basilisk-Deals tatsächlich (noch) kaum erwähnenswert, strategisch hingegen schon. Denn die Medag in Basel, die Belcom in Zürich und die Conradio in Bern haben zwei Dinge gemeinsam: Sie vermarkten jeweils eines der lokalen Radios sowie das lokale Privat-TV, und sind entweder ganz oder – im Fall der Conradio – immerhin zu 49 Prozent in der Hand der Tamedia. Was für die Vermarktung gilt, hat auch in vermindertem Mass für die Medien selbst Gültigkeit: Tele Züri, Radio 24, Radio Basilisk sind ganz in Tamedia-Hand, und über ihren 49-Prozent-Anteil an der Berner Zeitung sind die Zürcher an ExtraBern und Tele Bärn beteiligt. Einzig Tele Basel ist weitgehend unabhängig, weil ihre Trägerin eine Stiftung ist. Über den LH-Verwaltunsgrats-präsidenten Hans-Ruedi Ledermann ist die Tamedia immerhin im siebenköpfigen Stiftungsausschuss vertreten. Kurz: Der Medienkonzern redet künftig ein gewichtiges Wörtchen bei den elektronischen Medien im Goldenen Dreieck mit oder bestimmt gar deren Geschicke.
Das ist der Ist-Zustand. Doch weshalb soll es so bleiben? Hartmeier sagt offen, dass die Tamedia daran interessiert sei, zumindest den Bereich Radio mit Zukäufen zu erweitern. Gerüchtweise ist denn auch zu hören, dass bereits Gespräche mit der Berner Zeitung laufen, mit dem Ziel, der Tamedia Radio ExtraBern oder Conradio ganz zu überlassen. «Wenn das so wäre, würde ich es Ihnen nicht sagen», sagt Hartmeier auf Anfrage. Und auf den Hinweis, das sei kein Dementi, entgegnet er: «Tamedia und die Espace Media Groupe (EM) haben traditionellerweise eine gute Beziehung.»
Aus Bern war keine Stellungnahme erhältlich. Doch aus Sicht der EM-Groupe wäre ein Verkauf zumindest von Conradio sinnvoll. Wenn künftig die ganze Vermarktung der elektronischen Medien im Goldenen Dreieck in einer Hand liegen würde, könnten Synergien besser genutzt und gemeinsame Angebote einfacher ausgearbeitet werden (Pool, Kombi mit 20 Minuten…). Hartmeier betont, dass die Tamedia künftig in der Radiobranche mehr Professionalisierung, Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit bringen will. Tatsächlich gäbe eine Zentralisierung der angeschlagenen Privatradio- und -TV-Branche einen starken Impuls und den zerstrittenen Vermarktern Radiotele und IP Multimedia einen Tritt in den Hintern. Dies böte Gewähr, dass finanziell angeschlagene Radios wie ExtraBern (WW 21/02) sich wieder aufrappeln oder dass TV-Defizite wie das von Tele Bärn (15 Millionen Franken) vermindert werden.
Rosigere Zeiten für Tele Basel

Seit Januar 2002 gilt zwischen der Tele Basel und der Medag ein neuer Vermarktungs-Vertrag (ohne Sponsoring) – rechtzeitig zum Besitzerwechsel bei der Medag. Den Unterschied beschreibt der Geschäftsführer von Tele Basel Willy Surbeck so: «Die Medag hatte vorher ungeheure Exklusivitäten, war aber nicht gezwungen, irgendwelche Gegenleistungen zu erbringen.» Zwar bleibe die Medag Exklusivbuchungsstelle für Tele Basel, nicht aber einzige Akquisiteurin. Vorher seien Drittakquisiteure praktisch ausgeschlossen gewesen, heute würden sie fast gleich viel erhalten wie die Medag. Und je grösser das Volumen eines Drittakquisiteurs sei, desto kleiner werde der Handlinganteil der Medag – auch in absoluten Zahlen. Zudem sei der neue, dreijährige Vertrag jederzeit kündbar, falls die Medag die vereinbarten Umsatzerwartungen nicht erbringe.
Das zeitigt bereits Erfolg: Bei der Medag akquirieren heute doppelt so viel Personen wie noch letztes Jahr für Tele Basel – und ihr Umsatz ist gemäss Surbeck, verglichen mit den ersten fünf Monaten des Vorjahres, doppelt so hoch. Dazu kommt der Umsatz weiterer Akquisitionsfirmen.
Das weckt den alten Argwohn, wonach die Medag bisher die Werbeströme primär auf die Mühlen von Radio Basilisk geleitet und Tele Basel unterernährt habe. «Ein solcher Verdacht kam uns auch schon, doch mit dem neuen Vertrag haben wir ihn
nun ausgemerzt», bestätigt Heinrich Löffler, Ausschusspräsident der Tele-Basel-Trägerin Stiftung Kabelnetz.

Kleingeld bitte in den Müll

Publicis will mit einer Guerillakampagne das Zahlungssystem Cash populär machen

Publicis will mit einer Guerillakampagne das Zahlungssystem Cash populär machenVon Luca AloisiFünf Jahre ist das elektronische Zahlungssystem Cash schon alt. Trotz hoher Dichte der EC-Karten leidet das System an mangelnder Akzeptanz und Bekanntheit. Mit der Expo.02 und einer kapillar gestreuten Publicis-Kampagne soll sich das nun ändern.
Ursprünglich sollte Cash – ein Produkt der Schweizer Banken und der Schweizerischen Post, das von Europay vermarktet wird – als exklusives Expo-Zahlungsmittel eingesetzt werden. Doch dann wurde die geplante Monopolstellung, die eine ultimative Marktdurchdringung für das bargeldlose Bezahlen ohne PIN-Code hätte sein können, wieder fallen gelassen.
Dem Kurswechsel der Organisatoren hatte sich die kommunikative Begleitung anzupassen, sagt David Jäger, Projektleiter bei Europay. So wie sich die Ausgangslage präsentierte, musste der Kleinste unter den 12 offiziellen Expo.02-Partnern sein relativ bescheidenes Budget umso effizienter einsetzen, um im medialen Expo-Hype aufzufallen und um die quantitativen wie qualitativen Ziele zu erreichen.
Jäger verschweigt denn auch nicht, dass die nachhaltige Etablierung im Markt bargeldloser Zahlungsmittel von vielen Faktoren abhängt und dass der Positionierungsauftritt mit der Expo als Kommunikationsplattform für Cash fast existenziell ist. «Dieses ist ein sehr massgebendes halbes Jahr im Lebenszyklus des Zahlungsmittels», verdeutlicht Jäger. Nach «nicht sehr befriedigenden» ersten Jahren befinde sich Cash noch in der Entwicklungsphase, weshalb man jetzt auf einen nachhaltigen Effekt hofft. Mit einer auffälligen Guerillakampagne allein sei es nicht getan. Zur Erklärung des Zahlungsmittels ist deshalb nebst der Basiskampagne, Information, Partneraktivitäten und PR auch ein dominanter personeller Auftritt vor Ort unabdingbar.
Eine «werbefreie» Expo.02 erfordert spezielle Kampagnen
Beim Pitch um die Kommunikationsmassnahmen der Strategie «Cash – das Zahlungsmittel an der Expo.02» setzte sich der bisherige Etathalter Publicis durch. CD Markus Gut spricht aber nicht von einer Kampagne. «Für uns ist das eine Aktion, eine Bewegung», die er entsprechend wahrgenommen sehen möchte. «Wir fordern die Schweizer zur Münzentsorgung auf», fasst er die humorvolle Werbeidee zusammen.
Diese Dramatisierung drängte sich auf, weil Kleingeld auf dem Expo-Gelände überflüssig ist. So einfach die Botschaft auch ist, so direkt wird sie transportiert. Das Schwergewicht des Budgets rollt in die Guerillaaktionen. Diese werden mit dem restlichen Etat über die klassischen Werbemittel Plakat und Inserate verstärkt. Weil die Werbeflächen unüblich sind, erreicht der stringent umgesetzte Aufruf trotz relativ günstiger Mittel eine hohe Streuung und Visibility.
Kleber und Wildplakate werden auf Abfalleimern, Containern, Baumulden, Brunnen und Kanaldeckeln angebracht. Um den Stopp- und Reminder-Effekt zu steigern, scheut sich Europay selbst vor Platzierungen nicht, die die Legalitätsgrenze «neu ausloten»: mit «Münzentsorgungs»-Baumulden an zentralen Stellen oder mit Cash-verzierten Brückengeländern an der «werbefreien» Expo.02 – um nur zwei Beispiele zu nennen. Gegen allfällige Klagen habe man sich gefeit und eine Werbekriegskasse bereit gestellt, gibt der Auftraggeber unumwunden zu.
Push-and-pull-Methode soll den Markt ankurbeln
Laut sollte der Cash-Auftritt sein. Denn: Die Diskrepanz zwischen der hohen Inhaberdichte und der tiefen Akzeptanz begründet Marketingleiter Jäger mit dem – national betrachtet – noch dünnen Cash-Stellen-Netz. Zwar sind mehr als 3,8 Millionen Karten mit dem Cash-Chip in der Schweiz im Umlauf. Doch erst zehn Prozent der Inhaber nutzen sie, und eher selten. Gleichwohl gibt man sich zuversichtlich: «Auch die EC-Karte brauchte lange, bis sie sich durchgesetzt hat», sagt Jäger. Ob der Vergleich berechtigt ist, sei dahin gestellt, denn in den vergangenen Jahren hat sich mit der Technologisierung auch die Produktwahrnehmung beschleunigt. Die relativ tiefe Wahrnehmung und das hohe Marktpotenzial des Zahlungsmittels bleiben deshalb augenfällig.
Nicht allein marketingspezifische Probleme dürften den Durchbruch bisher verzögert haben: Den hohen Aufrüstungskosten, den Gebühren sowie der Kommision für die Vertragspartner stehen die bescheidenen Kaufbeträge gegenüber, die mit Cash-Geräten abgewickelt werden. Die Frage, ob sich die Investition gemessen am potenziellen Volumen lohnt, hängt letztlich vom Konsumentenverhalten ab.
Mit der Ansprache der geschätzten drei Millionen elektronisch Zahlenden an der Expo.02 soll nicht nur deren Verständnis erhöht werden. Übergeordnet geht es darum, die Skepsis auf Konsumenten- und auf Händlerseite abzubauen und neue Kunden für weitere Akzeptanzstellen zu gewinnen. Dazu verfolgt Europay eine gezielte regionale Entwicklungsstrategie mit Push-and-pull-Charakter. Als symbolisches Ziel sieht Jäger ein ausgebautes Netz, dank dem die Zusatzfunktion auf den Post- und EC/Maestrocards zwei- bis viermal täglich eingesetzt würde.
Europay peilt 40 Prozent bargeldlose Transaktionen an
Vorerst weist die breit angelegte Kampagne das erwünschte Audience-Ausmass auf: An allen möglichen und unmöglichen Stellen machen blaue Kleber auf die Kleingeldentsorgung und deren Grund aufmerksam. Ob auf die ausgefallene Expo.02-Cash-Kampagne ein Nachfragesog bei den Endkonsumenten folgt, bleibt abzuwarten. Angepeilt sind 40 Prozent bargeldlose Transaktionen. Wie gross hiervon der Cash-Anteil sein soll, will Europay aber nicht bekannt geben.
Immerhin: Selbst ein moderater Entwicklungsschub würde für die bisher flache Trendkurve einen positiven Durchbruch bedeuten. Schon heute steht fest, so Berater Christian Siegrist, dass auf die Expo-Aktion eine Imagekampagne folgen wird, die die gleiche neue optische Welt aufnimmt. An Stelle der bisherigen Farbe Rot und der Dramatisierung des Chips kommt neu Blau mit hellen Ellipsenlinien zum Zug, mit denen die Wertigkeit materieller Zahlungsmittel nachempfunden wird. Verstärkt wird diese Positionierung mit dem ebenso neuen Claim «Pay the easy way».

Vier Arbeiten wurden ausgezeichnet/ 17/02: Ausgezeichnet «Alles Kokain oder was?»

Vier Arbeiten wurden ausgezeichnet 17/02: Ausgezeichnet «Alles Kokain oder was?» Leider ist bei der Berichterstattung über die Jurierung der Wettbewerbsarbeiten der ADC/BSW-Kreativschule ein Missverständnis entstanden. Wir möchten darauf hinw

Vier Arbeiten wurden ausgezeichnet 17/02: Ausgezeichnet «Alles Kokain oder was?»
Leider ist bei der Berichterstattung über die Jurierung der Wettbewerbsarbeiten der ADC/BSW-Kreativschule ein Missverständnis entstanden. Wir möchten darauf hinweisen, dass nicht nur drei Sujets ausgezeichnet wurden, sondern deren vier. Ebenfalls nach Cannes zum «Young Creatives Programme» reisen Philipp Aebischer (AD) und Michel Reichmuth (Text), beide von der Agentur TBWA Switzerland AG, Küsnacht. Wir bitten die beiden Herren für den Übermittlungsfehler um Verzeihung.
Nadja Jäggli,ADC/BSW-Kreativschule,
Zürich

Satte 24 Millionen

Was beide Parteien bis Sonntag dementierten und montags nun doch unterschrieben, wurde tags darauf öffentlich gemacht:

Was beide Parteien bis Sonntag dementierten und montags nun doch unterschrieben, wurde tags darauf öffentlich gemacht:Die Zürcher Tamedia verleibt sich das Basler Stadtradio Basilisk sowie die LH-Holding ein. Und versetzt der Basler Mediengruppe (BM), die sich mit dem Verkauf der Jean Frey AG ja kürzlich erst in die Regionalliga verabschiedet hat, damit bereits die erste schmerzhafte Heimniederlage. Die Ära des frisch gebackenen Tamedia-CEO Martin Kall beginnt mit einem Paukenschlag.Das Kronjuwel der ebenfalls zu 100 Prozent übernommenen LH-Holding heisst Medag AG und vermarktet neben Basilisk auch Tele Basel. Diesen strategischen Mehrwert sowie allfällige Synergieeffekte mit Belcom mochte Tamedia-Sprecher Peter Hartmeier aber ebenso wenig kommentieren wie den von BM-Chef Beat Meyer als «horrenden und für uns deshalb inakzeptablen» Kaufpreis von knapp 24 Millionen Franken. Diese Zahl kommt einem im Zusammenhang mit Privatradios bekannt vor, weshalb Roger Schawinski auf Anfrage auch prompt witzelt, «die hat Basilisk-Geschäftsführer Christian Heeb bei mir abgeschaut». Schawinski spielt damit wohl gemerkt auf die gemeinsame Gründungszeit bei Radio 24 an – und nicht auf jene 92 Millionen Franken, die Tamedia vergangenen Herbst für seine Belcom AG bezahlt hat. (oc)

Wolken am Berner Medienhimmel

Trotz Umsatzsprung und Konzerngewinn hat die Espace Media Groupe wieder mehr Sorgenkinder

Trotz Umsatzsprung und Konzerngewinn hat die Espace Media Groupe wieder mehr SorgenkinderVon Markus Knöpfli Ertragseinbusse trotz Auflagensprung bei der Berner Zeitung, knapp schwarze Zahlen bei Radio ExtraBern: Auch wenn sich die Bilanz 2001 der Espace Media Groupe in bestem Licht zeigt, hat die Gruppe einige Probleme. Nun setzt sie verstärkt auf das lokale Geschäft.
Bei der Espace Media Groupe (EM Groupe) sind die angriffigen, bisweilen polternden Töne des letzten Jahres verklungen. An der Bilanzpressekonferenz wurden jedenfalls moderate und auch nachdenkliche Worte geäussert, die sich sogar im Geschäftsbericht der Gruppe niederschlugen.
Dort wirft Verwaltungsrats-präsident Charles von Graffenried mehrere grundsätzliche Fragen auf, unter anderem folgende: «Wird sich die Espace Media Groupe, eingeklemmt zwischen der immer stärker und umfassender werdenden Medienmetropole Gross-Zürich und der Romandie, mittel- und langfristig noch behaupten und eigenfinanziert mit der bisherigen Dynamik weiterentwickeln können?»
Die Fragen sind rhetorischer Natur, doch einige Abschnitte später ist dann doch der Ansatz einer Antwort zu finden: «Noch glauben wir daran, dass unsere Zukunft als multimediales Medienunternehmen Gewinn bringend und schwergewichtig in der Region Espace Mittelland liegt.»
Der Zweifel, der hier mitschwingt, mag angesichts des Geschäftsberichtes 2001 auf den ersten Blick erstaunen. Immerhin konnte die EM Groupe den Umsatz um 25 Prozent auf 259,9 Millionen Franken steigern. Diesen «gewaltigen Schub» führt Konzernchef Albert P. Stäheli auf die Übernahme der Automobil-Revue-Gruppe sowie den Einbezug der Druckerei Schaer Thun AG und der Berner Oberland Medien AG zurück. Mit den Akquisitionen sind einmalige Integrationskosten verbunden, die sich – neben dem ungünstigen wirtschaftlichen Klima – im Ergebnis bemerkbar machen. Umgekehrt hatte die EM Groupe aber 60 Prozent der Aktien am Kunstbuchverlag Benteli an die NZZ verkauft.
Die Gruppe weist denn auch einen Konzerngewinn von 18,2 Millionen Franken aus, der um 5,9 Millionen unter dem Vorjahreswert liegt, dennoch stellt er aber «im Branchenvergleich ein Spitzenresultat» dar, wie CEO Stäheli festhielt.
EM Groupe rechnet erstmals mit Defizit bei Radio ExtraBern
Dass die Zahlen nicht nur «erfreulich» sind und deshalb nachdenklich stimmen, zeigt sich in einzelnen Geschäftsbereichen. So reduzierte sich der Ertrag des Flaggschiffs Berner Zeitung (BZ) um 5,5 Millionen Franken auf 128,4 Millionen Franken. Dies macht umso hellhöriger, als die BZ als einzige grössere Zeitung ihre Auflage dank neuer Splits im Berner Oberland markant um 18,7% (auf 162200 Exemplare) steigern konnte, was ihr aber (noch) kaum Nutzen brachte.
Im Gegenteil: Gemessen an den Anzeigenseiten gehört die BZ mit einem Verlust von 12,3% zu den vier Hauptverlierern unter den zwölf grossen Tageszeitungen (Tages-Anzeiger: minus 17,9%, Bund: minus 12,8%, NZZ: minus 12,5%). Kommt hinzu, dass der im Oktober lancierte siebte BZ-Split Solothurner Tagblatt (ST) kaum vom Fleck kommt (siehe Interview). Nebenbei: An Tamedia, die zu 49% an der BZ beteiligt ist, wurden etwa 5,5 Millionen Franken abgeliefert (Vorjahr: rund 10 Millionen Franken).
Nach wie vor tiefrot, mit einem Minus von 1,7 Millionen Franken, präsentiert sich die Rechnung von Tele Bärn. Dort war der Nettoertrag mit 2,9 Millionen Franken um rund 200000 Franken tiefer als im Vorjahr. Dieses Jahr erwartet Stäheli allerdings eine leichte Reduktion des Defizits auf 1,5 Millionen Franken, weil auch lokale Gewerbetreibende vermehrt das Medium TV für ihre Werbung nutzen würden. Der kumulierte Aufwand für Tele Bärn beläuft sich seit dem Start im Jahr 1995 auf 15 Millionen Franken.
Als «Sorgenkind» bezeichnete Stäheli Radio ExtraBern, das mit einem Nettoertrag von 3,2 Millionen Franken (Vorjahr: 3,6 Millionen) nur gerade eine ausgeglichene Rechnung ausweist. Für das laufende Jahr rechnet der Konzernchef sogar zum ersten Mal nach zehn schwarzen Jahren mit einem Defizit von 100000 bis 200000 Franken. Um wegen gesunkener Hörerzahlen den Anschluss bei nationalen Werbekampagnen nicht noch mehr zu verlieren, wünscht sich Stäheli Radio 24 als Partner zum bestehenden City-Pool (ExtraBern, Basilisk, Pilatus). Weiter vertrat der CEO die Meinung, dass es in der Region Bern «nur Platz für 1,5 Radios» habe.
Im Druckbereich kommen auf die EM Groupe Investitionen für ein neues Druckzentrum in der Höhe von 120 Millionen Franken zu, verteilt auf die Jahre 2002 bis 2005. Ob auch «Der Bund» dort einbezogen wird, ist noch Gegenstand von Verhandlungen.
Bewusste Inkaufnahme von möglicher Kannibalisierung
Eine erste Strategie hat die EM Groupe auf die aufgeworfenen Fragen ihres VR-Präsidenten bereits gewählt: Weil das lokale Anzeigengeschäft im Gegensatz zum nationalen gemäss Stäheli «erstaunlich gut läuft», wird man künftig den lokalen Markt, der stabiler sei als der nationale, noch stärker bearbeiten. «Bisher war uns der Inserateertrag in den BZ-Splits relativ egal. Jetzt sehen wir dort aber noch Potenzial», sagt Stäheli. Die erste Massnahme: Das ST wird noch lokaler ausgerichtet, andere Splits werden nachziehen. Dabei nimmt Stäheli bewusst in Kauf, dass lokale EM-Medien (unter anderem Berner Bär, Burgdorfer Tagblatt) kannibalisiert werden könnten.
Espace Media Groupe in Zahlen

in Mio. Fr. 2000 2001 Veränderung in %
Konzernumsatz 208,3 259,9 24,8
Konzerngewinn 24,1 18,2 – 24,5
Cashflow 20,5 14,6 – 28,8
Nettoertrag Berner Zeitung 133,9 128,4 –  4,1
Korrigendum

Im Artikel «Pool der Millionen Konflikte» in der WerbeWoche-Ausgabe 20/02 schrieb Markus Knöpfli von einem angeblichen «Boykott» des Vermittlers Radiotele gegenüber dem Sender Hitradio Z. Dabei konnte der Eindruck entstehen, dass der im Artikel erwähnte Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger von «Boykott» gesprochen oder einen solchen zugegeben habe. Dieser Eindruck wäre falsch. Das Wort Boykott ist im Gespräch mit Kilchsperger nie gefallen, sondern wurde vom Autor selbst – und in diesem Zusammenhang klar unzutreffend – gewählt. Denn Radiotele leitet weiterhin Kundenaufträge an Hitradio Zweiter.

Aufgefallen: Vorsicht, liebe Frauen.

Leder der neuen Kleiderkollektionen macht schwach...manchmal sogar sehr schwach.

Leder der neuen Kleiderkollektionen macht schwach…manchmal sogar sehr schwach.Aufgefallen Vorsicht, liebe Frauen.
Je nach Bekleidungsdichte lässt es uns dämlich und dämlicher wirken. Während ein Herren-Lederschuh im weiblichen Gehirn Assoziationen zu einem Kopfkissen auslöst, ist die aphrodisische Wirkung eines ganzen Lederanzuges (by Versace) noch um ein Vielfaches stärker. Hier kommt das weibliche Geschlecht gleich in Scharen zum Erliegen, wobei zuvor auch noch die Hüllen (wenn auch nur spärlich vorhanden) fallen gelassen werden. Denn weibliche Haut will Leder fühlen, immer. Genauer gesagt, nackte Haut. Ein kleiner Tipp, um des Geschlechts-Images willen: gleich im Lederanzug aufkreuzen. Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Rückrufaktionen Von Carmelo Buffoli
Werbung hält nicht immer das, was sie verspricht. Die neuste Innovation einer Anti-Falten-Crème kann nicht sämtliche Krähenfüsschen, Lach- oder Zornesfältchen wie von Zauberhand über Nacht verschwinden lassen. Aber, na ja, einen Versuch ist es doch wert. Auch wenn die Fältchen durch das Zauberelixier nur ein wenig geglättet werden, ist das auch schon was. Beim morgendlichen Blick in den Spiegel sieht das Gesicht doch tatsächlich irgendwie glatter aus, oder träume ich? Und wie ist es mit der neusten Entwicklung vom edelsten aller Edelstahl-Messersets? Sie sollen schneiden auf Lebzeit – ohne jemals nachgeschliffen zu werden. Da kann man von Glück reden, dass viele Produkte eine Rückgabegarantie haben und man das Geld zurückerstattet bekommt. Schliesslich ist das nicht mehr als kundenfreundlich. Was soll man auch sonst tun, wenn das Produkt bereits beim ersten Gebrauch auseinander fällt! – Auch Autohersteller initiieren so genannte Rückrufaktionen, um beispielsweise sich selbst auslösende Airbags auszutauschen.
Warum gibt es bei schlechter Werbung keine Rückrufaktionen? Der Ärger ist doch genauso gross, wenn ich eine Broschüre durchlese, in der ich in jedem Satz mindestens drei Schreibfehler finde und mich fragen muss, was die Broschüre verkaufen will? Oder ich schaue mir einen TV-Spot an, bei dem ich mich hinterher frage, für welches Produkt geworben wurde. Rückrufaktionen in der Werbung könnten viel zur Lösung dieses Problems beitragen. Ist eine Broschüre fehlerhaft, wird diese zurückgezogen, und im Handumdrehen hat man einen gut leserlichen, fehlerfreien Prospekt im Briefkasten. Ich wiederhole mich: Das ist nicht mehr als kundenfreundlich! Warum soll mit Werbung, die nichts taugt, anders umgegangen werden als mit fehlerhaften Produkten? [email protected] Carmelo Buffoli ist Inhaber von Buffoli und Partner GmbH, ASW.
Business Lunch

Im Pfirsichrot ist die Welt noch (nicht) ganz in Ordnung M ir hats im umgebauten Restaurant im Hotel Tiefenau gehörig den Atem verschlagen. Dieses Pfirsichrot der Stofftapete dominiert den Raum, verliert sich aber mit der Zeit und tritt zurück gegen die im Goldton gehaltenen Farbtafeln. Ein schöner Sinnesrausch.
Die Tische sind schön und schlicht gedeckt. Die an die Biedermeierzeit erinnernden Stühle, mit dezentem Braun überzogen, vermitteln den Eindruck eines frechen Ambientes – das weckt Ansprüche an die Gastronomie, die sich nicht erfüllen. Die Karte (Englisch/Deutsch) ist in einer unsäglichen rhomboidartigen Form. Ein Business Lunch wird nicht angeboten, dafür sind die Tagesspezialitäten anregend und ausreichend genug, um sich ein Menü in der Höhe von etwa 50 Franken zusammenzustellen.
Erster Gang: Die spanische Gurkensuppe erwies sich als raffiniert gewürzte kalte Vorspeise, die durchaus höhere Weihen verdient. Der gemischte Salat indessen bestand aus grünen Blättern, Karotten aus dem Waro-Sack und Maiskörnern aus der Denner-Büchse. Weg damit. Das hat in einer modernen Küche nichts mehr zu suchen. Spannend indessen waren die zum Entree gereichten Linsenbrotcrackers mit Curry-Paste, Thunfisch und Sambal-Oelek. Zweiter Gang: Saibling mit Karotten und Reis. Fad, flau, lieblos – und so unästhetisch angerichtet, dass man nicht versteht, wie viel Aufwand aufs Äussere gelegt wird, das nicht im Teller fortgesetzt wird. Schade. Der Wrap aus Bündnerfleisch, Gorgonzola und Salat war gut, nahrhaft – doch hätten nicht wieder die gleichen Salate zur Dekoration auf dem grossen Glasteller auftreten sollen. Da capo: Weg damit.
Die Weinkarte ist vielversprechend: Schöne offene Crus zu vernünftigen Preisen. Freilich, der Texter der Weinkarte hat Nachhilfeunterricht nötig. Folgende Adjektive wurden zur Beschreibung aufgeboten: charaktervoll, kräftig, spritzig, fröhlich, freundlich, urchig, speziell. Hm. Speziell ist der Garten: Den sollte man im Sommer nicht verpassen und sich eines jener Zürcher Gerichte vornehmen, die noch immer auf der Karte der ehemaligen Züri-Stube stehen. Was hier an einem Mittag angeboten wurde, kann noch nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen sein. Hoffentlich nicht, denn das Ambiente ist eine Bereicherung für Zürich. Carlo Bernasconi [email protected]
Restaurant, Lounge & Bar Orson’sSteinwiesstrasse 8
8032 Zürich
Tel. 01 267 87 02
[email protected]
www.orsons.ch
Bewertung

Essen ………………….. 2
Getränke ………………4
Bedienung …………….3
Businessfaktor ……….3
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

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