Andy Lehmann gewährt erstmals Einblick in die Kundenliste von Mediahaus SeefeldAls er vor knapp einem Jahr sein Mediahaus Seefeld gründete, wollte Andy Lehman vor allem eines sein: unabhängig. Sein erklärtes Ziel war es zudem, die klassische, inhabergeführte Mediaagentur wieder auferstehen zu lassen – ganz nach dem Credo: Alles aus einer Hand, von der Strategie bis zum Controlling. «Inzwischen haben wir unseren ursprünglichen Approach qualitativ nochmals erweitert», erklärt Lehmann.Auf Grund der Nachfrage im Markt biete man zusätzlich Media-Consulting-Leistungen sowie Sportsponsoring-Beratung an. «Kunden wünschen heute häufig schon intensivse und oftmals spezialisierte Beratung, bevor es überhaupt darum geht, klassische Mediaagenturleistungen zu beziehen», beschreibt Lehmann die veränderte Marktsituation.
Rund 60 Prozent des Income von Mediahaus Seefeld stammen aus klassischen Fullservice-Mediaagenturleistungen. Einen gewichtigen Anteil, nämlich rund einen Viertel, verdient Lehmann nach eigenen Angaben mit Media-Consulting. Die restlichen rund 15 Prozent des Betriebserlöses gehen aufs Konto Sport-Sponsoring.
Das Start-up von Mediahaus Seefeld zeigt ein getreues Abbild der aktuellen Werbemarktkrise. Eine ihrer Hauptmerkmale sind die immer unregelmässiger frei- gegebenen Mediabudgets. Damit werde man auch in Zukunft leben müssen, bedauert der Mediaspezialist. Denn mit der Krise habe sich bei den Werbeauftraggebern ein Verhalten eingespielt, das die Zukunft der Mediaarbeit langfristig formen wird.
«Der kostenbewusste Umgang mit den Werbebudgets prägt die Auftraggeber in dieser Phase nachhaltig», ist Lehmann überzeugt. Qualität in der Beratung und Flexibilität in der Abwicklung seien jetzt zunehmend gefragt, vor allem bei den traditionellen Schweizer Markenartikel- und Handelsunternehmen.
Kurzfristigkeit und allzu grosszügige Medien
Der gesamten Branche fehlt gemäss Lehmann der Optimismus der grossen Zugpferde der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre. Jene trendigen Werbeinvestoren aus der Telekom-, IT- oder Finanzbranche, die schnell grossen Werbedruck aufbauten – und im Gefolge auch alle übrigen Branchen nachhaltig mobilisierten. Er ist aber überzeugt, dass sich dies schnell wieder ändern und kurzfristiges Denken wieder einer mittelfristigen Planung weichen wird.
Eine aktuelle Gefahr sieht Lehmann in einer wachsenden Verhandlungsbereitschaft der Medien, wie sie unter anderem mit dem reichlich gewährten Freespace als Antwort auf die ausgeübte Einkaufskraft zum Ausdruck komme. «Unter dem aktuellen Druck machen die Medien und die Mediaagenturen Fehler, die langfristig Folgen haben könnten.» Wenn sich der Markt mal an flexible Preise gewöhnt habe, sei das Rad nicht mehr so leicht zurückzudrehen, warnt Lehmann. Unter diesen Umständen könnten die Medien von einem erneuten Aufschwung nur parziell profitieren.
Daniel Schifferle
Kundenliste Mediahaus Seefeld
Klassische Mediaagenturdienstleistungen (von der Strategie bis zum Controlling):
Athleticum Sportmarkets AG, Balena AG, Brasil Life Activ GmbH, Bataillard AG, Ergoline AG, Glas Trösch Holding AG, Katadyn AG, Lista Schweiz AG, Marie Claire AG, Maison du Vin (Genf), Portable Shop Schweiz AG, PRS – PET-Recycling Schweiz, Rio Mare, Steinfels Weinauktionen, Tilsiter Switzerland, Trojka Wodka.
Sponsoring-Beratung: Sportart AG, Viva AG, Schweizerische Eishockey-Nationalliga, Spenglercup, FC Zürich, Science Com AG, diverse Direktkundenmandate.
Agenturen, mit denen Mediahaus Seefeld auf Kundenprojekten partnerschaftlich zusammenarbeitet:Hesskiss, GFS Communication, Erat, Thoma & Herzog, Boxx, Viva AG.