Media Focus offeriert ab Mitte 2003 eine flexiblere Statistik der WerbeausgabenNoch bevor die Wemf Details zu ihrer für 2003 angekündigten Werbeausgabenstatistik bekannt gegeben hat, antwortet die Konkurrenz bereits mit einer markanten Aufrüstung ihres Angebots: Die Bezüger von Media Focus sollen ab Mitte 2003 von stark verbesserten Services profitieren können.Gegenüber heutigen Diensten verspricht die von Media Focus in Zürich präsentierte Angebotserweiterung mehr Flexibilität und viel zusätzlichen Komfort. Massgeschneiderte Reports – mit beliebig vom Kunden definierten Parametern – können direkt online geordert werden. Und dies in Minutenschnelle. «Wir bieten die Fakten – die Kunden können damit frei nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen arbeiten», fasst Jens Windel, VR-Delegierter von Media Focus, die Neuerung zusammen.
Dem AIS der Wemf wird ein schwerer Stand vorhergesagt
Mit diesem hoch gerüsteten Angebot kommt Media Focus der AG für Werbemedienforschung (Wemf) zuvor. Diese hatte im Juli ihren Advertising Index Switzerland (AIS), eine eigene regelmässige Statistik der Werbeausgaben, angekündigt. Mit häufigerer und rascherer Datenpublikation versprach die Wemf einen Trumpf, der gegenüber dem monatlich erscheinenden Media Focus stechen sollte. An der Zürcher Präsentation wurden die angekündigten Angebotsverbesserungen von Media Focus mit umso mehr Wohlwollen aufgenommen. Die Wemf habe einen harten Brocken vor sich, wenn sie einem so nutzerfreundlichen System Paroli bieten wolle, lautete die überwiegende Meinung der anwesenden Branchenvertreter.
Media-Focus-Kunden werden zwischen drei Versionen des Datenbezugs wählen können: Einer Expertlösung (für tägliche Intensivnutzer), einer Standardvariante (entspricht dem heutigen Angebot) und einer Light-Version (günstigste Version). Wie tief die Kunden für die eine oder andere Variante in den Geldbeutel greifen müssen, konnte CEO Lukas Zihlmann noch nicht sagen.
Die Einführung der verschiedenen Versionen – neu neben Deutsch jetzt auch in Französisch und Englisch lieferbar – erfolgt gestaffelt. Die Expertversion soll spätestens Ende des ersten Semesters 2003 im Markt sein. Auf die Standard- und die Lightversion müsse man sich bis Ende 2003 gedulden. Bis dann bleibe die alte Version in der gewohnten Form im Angebot.
Auch Media Focus will ab nächstem Jahr auf kürzere Publikationszyklen setzen. Aber vorerst nur für TV und ein eingeschränktes Sortiment an Tageszeitungen (die 35 grössten Titel), deren Werte ab nächstem Jahr wöchentlich publiziert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt solle auch noch die Aussenwerbung für die wöchentliche Publikation erfasst werden.
Wemf und Media Focus reden über eine Zusammenarbeit
Zwischen Wemf und Media Focus herrscht trotz der neuen Konkurrenzsituation keine dicke Luft. Im Gegenteil: Media Focus begrüsst die von der Wemf anerbotene Zusammenarbeit im Rahmen der Werbeausgabenstatistik (WW 26/02). Es hätten bereits Gespräche auf Geschäftsleitungsebene stattgefunden. «Harmonisierung und Kompatibilität der Studien waren dabei wichtige Themen, aber wir schliessen auch eine Zusammenarbeit bei der Datenerhebung nicht aus», sagte Zihlmann. Wemf-Chef René Schmutz bestätigte diese Gespräche. Konkrete Beschlüsse seien aber noch keine gefasst worden.
Jens Windel zeigte sich gegenüber der angekündigten Wemf-Konkurrenz selbstbewusst. «Wir verfügen über zehn Jahre Datenbestand in der Schweiz. Die Wemf startet hingegen bei null.» Trotzdem nimmt Windel die Konkurrenzierung durch die Wemf sehr ernst. «Die Wemf ist in ausgezeichneter Ausgangslage, denn sie hat mit ihren Produkten bereits eine starke Position im Markt.»
Daniel Schifferle
Fahrplan der Wemf-Konkurrenz
Bis der Advertising Index Switzerland (AIS), die angekündigte neue Werbeausgabenstatistik der Wemf, breit genutzt werden kann, wird es 2004. So viel Zeit braucht das Hochfahren dieses komplexen Systems. Laut Wemf-Chef René Schmutz startet im Januar 2003 die Datenerfassung. Ab Mitte Jahr beginne man mit der Veröffentlichung. Bedient würden während der ersten sechs Monate allerdings nur die Medien sowie die Mediaagenturen. «Die Daten machen ja auch erst wirklich Sinn, wenn die Vergleichbarkeit über mindestens ein Jahr möglich ist. Das können wir frühestens ab Januar 2004 anbieten», so Schmutz. (dse)
Neues Prognose-Tool
Media Focus, das sich mit seiner Werbeumsatzstatistik bisher auf die Vergangenheit beschränkte, will jetzt auch in die Zukunft schauen. Zu diesem Zweck lanciert die Firma ab Anfang Jahr ein Prognose-Instrument, das die Vorhersage der Bruttowerbeausgaben zum Ziel hat. Wie schon das Neukonzept für die Werbeumsatzstatistik wurde auch dieses Tool von Nielsen Media Research in Deutschland entwickelt, wo es bereits im Markt angeboten wird. (dse)