Die Ratlosen aus dem Medienland

Statt Orientierungshilfe gabs am Dreikönigstreffen diesmal nur Ohnmachtserklärungen

Statt Orientierungshilfe gabs am Dreikönigstreffen diesmal nur OhnmachtserklärungenVon Oliver Classen Zu Jahresbeginn weithin sichtbare Pflöcke einschlagen: Halten konnte dieses Versprechen an der 5. Dreikönigstagung des Medieninstituts vom Verband Schweizer Presse einzig der Vorarlberger Verleger Eugen Russ. Und dies auch nur dank der Kritiklosigkeit seiner Schweizer Kollegen. Deren Diplomatie verhinderte einmal mehr jede ernsthafte Auseinandersetzung.
Was Sokrates in sechs Worten sagte, nimmt in der redseligen Verlagsbranche heute acht Referate, ein Podiumsgespräch und somit einen lieben langen Arbeitstag in Anspruch. Die offizielle Tagungslosung lautete zwar «Auf die unsichtbaren Werte kommt es an».
Prägend und in den prognostischen Vorträgen förmlich mit Händen zu greifen war im Zürcher World Trade Center (WTC) jedoch das ins Kollektive erweiterte Bekenntnis «Ich weiss, dass ich nichts weiss». Wobei einzelne Branchenexponenten durchbli-cken liessen, dass sie im vergangenen Krisenjahr durchaus Einsichten gewonnen hätten, diese der Konkurrenz jedoch nicht «einfach so» unter die Nase reiben wollten.
Statistereien und ein politisch überkorrektes «No comment»
Zum Beispiel Publicitas-Chef Hans-Peter Rohner. Der Hauptsponsor des Networking-Anlasses kaschierte seine Konzeptlosigkeit mit einer zahlenüberfrachteten Powerpoint-Präsentation. Ausser nicht ganz uneigennützigen Allgemeinplätzen – wie «die zunehmende Fragmentierung der TV-Nutzung verbessert die Print-Perspektiven» oder «der herrschende Branchenkonsens in Sachen Preisstruktur sichert unser aller Zukunft» – und Exotisch-Unverbindlichem (dass etwa China bis 2008 zur zweitgrössten Werbenation avancieren wird) bot Rohners «Trendanalyse» wenig Aufschlussreiches. Heikel wurde der Auftritt des mächtigsten Schweizer Medienmanagers, als er die Frage des stets brillant moderierenden Karl Lüönd nach der Glaubwürdigkeit der Break-even-Meldungen von 20 Minuten mit einem «No comment» quittierte – und damit jede Diskussion im Keim erstickte.
Ähnlich erkenntnisarm waren auch die Werbemarkt-Vorhersagen von Bruno Widmer, derzeit VR-Präsident des Schweizer Ablegers von Advico Young & Rubicam. Dass Direkt- und Internetmarketer zunehmend am Kuchen der klassischen Werbung knabbern, ist ebenso sattsam bekannt wie die allmähliche Verschiebung globaler Werbebudgets von Nordamerika und Europa in den Rest der Welt. Solche Binsenweisheiten wirken auch nicht erhellender, wenn sie von Widmers Oberboss, WPP-CEO Martin Sorel kolportiert werden. Durch Sorells Anrufung und die diskrete Aussparung des hiesigen Markts wurde die Verlegenheit um zukunftstaugliche Indizien und Argumente, die der wohl weltgewandteste Schweizer Werber mit seinen Kollegen heuer teilte, erst so richtig offenbar.
«Die Zeitung als Wertstoff» und andere Erfolgsrezepte
Vor diesem Hintergrund hatte der einzige ausländische Referent leichtes Spiel. Nicht, dass der 30-minütige Werbespot, den Eugen Russ vor der rund 300-köpfigen Managergemeinde für sein Vorarlberger Medienhaus schaltete, uninteressant gewesen wäre. Im Gegenteil: Die Energie und Konsequenz, mit der er seinen Provinzverlag zur crossmedialen Dienstleistungsplattform aufgerüstet hat, könnte für einige Anwesende durchaus Vorbildcharakter haben. Das gilt auch für die hauseigene Rezyklierung gelesener Zeitungen, die für Russ «auch physisch ein Wertstoff» sind, mit dem man sorgsam umgehen sollte.
Umso erstaunlicher, ja erschreckender, dass keiner der potenziellen Nachahmer die bei so rosaroten Aussichten besonders nahe liegende Finanzierungsfrage stellte. Dafür aber reichte der Mut offenbar nicht. Oder das Interesse. Beides wären indes keine ermutigenden Zeichen fürs im WTC eingeläutete dritte Krisenjahr der Branche. Man darf gespannt sein, ob der sich 2003 weiter verschärfende Konkurrenz- und Margendruck beim nächsten Dreikönigstreffen statt der üblichen Glacéhandschuhe zur Abwechslung mal Boxhandschuhe zum Einsatz kommen lässt.

Ordnung herrscht!

Seit Anfang Jahr geht die Stadt Zürich schärfer gegen Wildplakatierer vor

Seit Anfang Jahr geht die Stadt Zürich schärfer gegen Wildplakatierer vorKaum eine Baustellenwand oder eine Hausmauer in Zürich, die nicht mit farbigen Kleinplakaten beklebt ist. Ob sie einige Tage oder nur eine Stunde hängen, Wildplakate prägen das urbane Bild. War früher unkontrollierter Wildwuchs die Regel, bieten seit den Siebzigerjahren Firmen ihre Dienste in der kontrollierten Kleinplakatierung an. Alive und Propaganda, die von sich behaupten, die grössten Anbieter in der Schweiz zu sein, sind zwei davon. Ihre Plakateure beklebten Mauern und Wände und kassierten hie und da eine «Parkbusse», wie Propaganda-Inhaber Sandro Galli die Polizeisanktionen bei unerlaubter Plakatierung nennt. Dieser «Tarif» dürfte in nächster Zeit massiv angehoben werden. Denn die stärkere Präsenz des immer beliebteren Mediums ist der Zürcher Stadtverwaltung schon länger ein Dorn im Auge. Enorme Kosten bei der Beseitigung (eine Million Franken pro Jahr) sowie der verstärkte Druck privater Grundeigentümer und Ladenbesitzer, zwangen die Stadt zum Handeln, wie Bernhard Liechti vom Amt für Städtebau erklärt. Seit 1. Januar werden Plakateure nicht mehr im Ordnungsbussenverfahren bestraft, sondern vor dem Polizeirichteramt verzeigt. Zudem wird das Bussgeld massiv angehoben. Plakatieren ist nur auf offiziell bewilligten Stellen oder Plakatsäulen der Stadt erlaubt. Absprachen zwischen Wildplakatierer und Privaten für den Aussenbereich sind nichtig.
Von der Regelung betroffen sind nicht nur die Anbieter der Wildplakatierung. Auch Kleinveranstalter kultureller Anlässe haben das Nachsehen: Die Restriktionen führten zu einer massiven Reduktion von Klebstellen. Im Bereich Kultur bietet die Stadt allerdings als Gegenleistung rund 120 spezielle Kultursäulen an, zudem seien die Gelder für einen weiteren Ausbau bereits gesprochen, meint Liechti: «Wir wollen Kulturwerbung fördern.»
Bereits 1999 kündigten die Behörden eine härtere Gangart im Umgang mit Wildplakaten an. Seither hat sich Steff Gruber, Inhaber von Alive, mit sechs Akquisiteuren um den Aufbau von Plakat.com – einem bewilligten Stellennetz für Kleinplakate – bemüht. Gruber bewirtschaftet heute rund 1000 Plakatstellen, die sich aus 800 Indoor- und 70 Outdoor-Stellen sowie neu 120 Abfall-Containern zusammensetzt. Bis Ende 2003 sollen es 2000 sein.
Konkurrentin Propaganda bietet ihren Kunden ebenfalls gut 1000 Kleinplakatstellen an, dabei ist der Anteil der behördlich genehmigten Stellen aber verschwindend klein. Doch auch an der Rötelstrasse, dem Sitz von Propaganda, bemüht man sich um einen stetigen Ausbau eines solchen Netzes, schliesslich wolle man Konflikte vermeiden, versichert Galli. Die neue Regelung hat bereits erste Opfer gefordert: Ende Jahr musste Propaganda 25 ihrer insgesamt 75 Mitarbeiter entlassen. «Wir sind zwar in der ganzen Schweiz tätig, aber Zürich ist der grösste Markt», erklärt Galli. Für das laufende Jahr rechnet er zudem mit «starken Umsatzeinbussen» im Raum Zürich.
Propaganda und Alive stellen sich auch Zusammenarbeit vor
Bei Alive freut man sich derweil über neue Kundschaft, wie Gruber verrät. Eine Zahl nennt er keine, es handle sich aber unter anderen um grosse Kulturveranstalter, die bisher auf Wildplakate verzichtet hätten. Trotz dieser Tendenz im Kundenbereich, rechnet Gruber nicht damit, dass die behördlichen Sanktionen rasch einen Einfluss auf seine Bilanz haben werden: Die Akquisition der Plakat.com-Stellen hat Alive bis heute ungefähr 1,2 Millionen Franken gekostet. Für den zusätzlichen Ausbau rechnet Gruber mit «mehreren Hunderttausenden von Franken».
Wenn die Stadt ihre Bestrebungen wie geplant rigoros umsetzt, müsste auch Propaganda in Zürich ihre Strategie ändern. Gegenüber einer möglichen Zusammenarbeit – wie sie bereits für die Bewirtschaftung der Kultursäulen besteht – zeigen sich Galli und Gruber offen. Eine gemeinsa-
me Infrastrukturnutzung können sich beide «sehr gut» vorstellen. Konkrete Projekte gäbe es aber noch keine. Simone Keller

Schmetterlingstrommel

Giger & Partner lanciert als neue Hausagentur Schulthess’ neuste Waschtechnologie

Giger & Partner lanciert als neue Hausagentur Schulthess’ neuste WaschtechnologieVon Luca Aloisi Das Schulthess-Image scheint fleckenlos zu sein. Aber im gesättigten Waschmaschinenmarkt tut eine klarere Markenprofilierung Not. Die neue Hausagentur des Waschmaschinenherstellers, Giger & Partner, verkörpert die Markenwerte unter anderem mit einem textilen Schmetterling.
Mit einem Umsatzanteil von rund 83 Prozent ist das Geschäftsfeld Waschtechnik nach wie vor der tragende Pfeiler und eine der beiden Kernkompetenzen der Schulthess Group. Doch der Umsatz im gesättigten Schweizer Markt – 20 Prozent im Segment Privathaushalte und über 50 Prozent im Gewerbe – stösst an Wachstumsgrenzen. Zudem brachte die wirtschaftliche Entwicklung nicht die erwartete leichte Marktbelebung.
Gemäss Bundesamt für Statistik nahm der Wohnungsbau auch im 3. Quartal 2002 ab. Und das, nachdem das Schweizer Baugewerbe bereits 2001 gegenüber dem Vorjahr auf weniger Baustellen zu tun hatte. Auf Anbieterseite sieht sich das in Wolfhausen domizilierte Unternehmen mit Preiskämpfen und erodierenden Margen konfrontiert.
Da tut es gut zu wissen, dass die Schweizer Marke im Exportgeschäft in den Hauptmärkten England, Frankreich und Italien «sehr gut etabliert ist und zunehmend eine starke Stellung einnimmt», so das Unternehmen.
Dem rauen Umfeld auf dem Heimmarkt begegnet Schulthess mit einer klaren Verpflichtung zum Entwicklungs- und Produktionsstandort Schweiz. Entsprechend sind die Geräte im oberen Qualitäts- und Preissegment angesiedelt. Um an dieser Qualitätsstrategie festzuhalten, setzt CEO Rudolf Kägi weiterhin auf eine überdurchschnittliche Innovationstätigkeit.
CFO Max M. Müller begründet die Erholung des Aktienkurses vom Jahrestief im Oktober nicht mit der bevorstehenden Technologielancierung. Vielmehr nennt er die Solidität der Firma sowie das Wachstum im Exportgeschäft als Belege für gute Zukunftsaussichten – und die Neuentwicklung für einen klaren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz: Pünktlich zur Baumesse Ende Januar führt Schulthess eine um 10 Prozent vergrösserte Waschtrommel ein.
Der Abschied von der Leichtathletik fällt nicht schwer
Bei unveränderten Aussenmassen erzielt die Free-Floating-Technologie in den Spirit-Modellen bessere Raumverhältnisse und einen wirkungsvolleren Waschvorgang. Die Programmzeiten können weiter verkürzt, der Wasser- und Energieverbrauch gesenkt werden.
Während die Marketingverantwortlichen bisher die kurzen Programmzeiten bewerben liessen – mit etwas gar alltäglichen Leichtathletik-Visuals –, schwenken sie jetzt um auf Emotionen.
Die Strategie, die sie mit Giger & Partner entwickelt haben, soll sowohl Frauen und Männer ansprechen. «Während im Einfamilienhaus eher die Frau den Kaufentscheid trifft, sind es beim Einkauf für Mehrfamilienhäuser oder im Gewerbe Männer», begründet Rémy P. Giger den Abschied von den Sportsujets. Die Tonalität der Kampagne ist ein Mix aus emotionalen Elementen – Stoffe, Leichtigkeit, stilisierter Schmetterling – sowie technischen Fakten. Der Schmetterling in Schulthess’ Hausfarben bildet zudem den Link zur Natur, der mit der nachhaltigen Produktion in Einklang steht.

Kopf der Woche: Gianni Schneiter ist neuer Creative Director bei Renzen & Partner in Aarau

«Der offizielle Übergang in diese Funktion gestaltete sich fliessend»

«Der offizielle Übergang in diese Funktion gestaltete sich fliessend»Kopf der Woche:Gianni Schneiter ist neuer Creative Director bei Renzen & Partner in Aarau
Sein erstes Konzept realisierte er im Alter von elf Jahren: «Ich taufte mich von Hans-Rudolf in Gianni um.» In die Werbung ist «Gianni» aber «erst später gegangen worden» – von seiner damaligen Freundin Verena, die ihm ein Texter-Stelleninserat mit dem Titel «Chance für junge Lehrer» hinlegte.
So landete der Basler nach einigen Semestern Germanistik und Philosophie in Luzern bei der Werbeagentur Edgar Küng BSW. Kurz darauf ging es nach Zürich zu Gisler&Gisler/BBDO, wo Max Rindlisbacher sein grosses Vorbild wurde. «Von ihm lernte ich die Liebe zur Kommunikation. Gebi Schregenberger lehrte mich das Pokern. Und er kaufte mir einen anständigen Veston, damit ich auch an Präsentationen teilnehmen konnte.» Schneiter bedauerte immer weniger, dass er sein Studium nicht abgeschlossen hatte.
Er gründete mit Fedor Frank die Freetext, die auch für G&G weiterarbeitete, bis er dann in der Werbeagentur Hürzeler & Schneiter AG in Zollikon Partner wurde. Dann zog es den jungen Werber ins Ausland. Schneiter verbrachte acht Jahre in Südfrankreich mit dem Aufbau einer Ferienanlage. «Ein wichtiges Time-Out in einer anderen Kultur.» Die Scheidung war Anlass, wieder ganz in die Werbung und in die Schweiz zurückzukehren. Er gründete die Konzeptfirma Braintrain AG und zog in den Kanton Aargau.
Seit sechs Jahren verfasst die Braintrain AG Texte und Konzepte für Renzen & Partner. Die dabei gewonnenen Pitches liessen das Verhältnis immer enger werden. «Da ich vorher schon heimlicher CD war und das Agenturteam gut kannte, gestaltete sich der offizielle Übergang in diese Funktion fliessend.» Weiterhin arbeitet er über die Braintrain AG, die auch eigene Kunden betreut, in einem festen Vertragsverhältnis für Renzen & Partner, ist also «selbstständig geblieben, weil sich dieses Modell über Jahre eingespielt hat».
Derzeit bereitet das sehr junge Team von Renzen & Partner die Kommunikationsaktivitäten zum Jubiläum 200 Jahre Kanton Aargau vor. «Eine Riesenkiste mit TV- und Radiospots, Inseraten und Plakaten.» Und vor allem ein interessantes Kommunikationsexperiment: 200 Leute aus dem Aargau äussern sich in Testimonials zu ihrem Kanton. «Da entsteht ein gewaltiges Forum für Lob, Kritik, Träume, Ideen, Wünsche, quasi ein repräsentatives Stimmungsbarometer der Heimatgefühle.»
Schneiter lebt «als Single in Aaraus Pampa», geht in seiner Freizeit gerne nach Zürich oder in seine Heimatstadt Basel. Und so oft wie möglich in den Midi, wo er ein altes Steinhaus restauriert. «J’ai la maladie des pierres, haue auch ab und zu eine Skulptur in einen Stein.» Zwischendurch schreibt und publiziert er Kurzgeschichten. «Ich mag alle Formen von Kommunikation.» Andreas Panzeri

Wenn Pistenrowdys auf die schiefe Bahn geraten

SuvaLiv will mit Ruf Lanz die Skipisten sicherer machen

SuvaLiv will mit Ruf Lanz die Skipisten sicherer machenUnter den Freizeitunfällen belegen die Wintersportarten Skilaufen und Snowboardfahren (im Jahr 2000 über 32000 Unfälle) den wenig rühmlichen zweiten Platz. Immerhin: Auch wenn die Zahl der Verunfallten wetterbedingte Schwankungen unterliegt und kein eigentlicher Trend feststellbar ist, steht dennoch fest, dass die Kosten für die Suva zurückgegangen sind. Lagen diese vor fünf Jahren noch bei 210 Millionen Franken, waren sie laut Susan Huber-Brun, Marketingverantwortliche bei der Suva, in der Wintersaison 2000/01 rund 15 Prozent tiefer.Trotz dieser ermutigenden Entwicklung ist es eine Tatsache, dass Schneehasen sich oft überschätzen und zu schnell fahren. Wegen der gestiegenen Fahrerdichte auf den Pisten kommt es bei Unfällen immer häufiger zu schweren Verletzungen.
Rücksichtslosigkeit als meistgenannte Unfallursache bei der angepeilten Kernzielgruppe der 20- bis 30-jährigen Schneesportler anzuprangern, stellte die neue Betreuerin des Präventionsetats Ruf Lanz vor eine nicht sonderlich leichte Aufgabe: Kommunikation mit dem Drohfinger oder Anbiederungen kommt beim Zielpublikum nicht an.
Die cool-ästhetische Welt des Quentin Tarantino
«Wir haben die Botschaft auf eine prägnante und überraschende Art dramatisiert», sagt Konzepter Markus Ruf. Wintersportmützen, die mit Einschnitten an Vermummungsmasken von Ganoven erinnern, versinnbildlichen die kriminelle Fahrweise von Rowdys und verdeutlichen die Aufforderung «Fahren Sie auf der Piste nicht wie ein Verbrecher».
Vom Krimigenre der Kampagne hat sich auch Regisseur Michael Fueter für das Hauptwerbemittel TV-Spot inspirieren lassen. Mit einer Filmsprache, die der cool-ästhetischen Welt eines Quentin Tarantino gleicht, baut er Spannung auf: vom Ami-Schlitten, der quietschend in eine Tiefgarage rollt, zum Fahrer, der bedrohlich langsam Handschuhe und Mütze anzieht und dann eine doppelläufige Knarre aus dem Kofferraum zu nehmen scheint.
Werbung soll auch am Point of danger wirken
Diese entpuppt sich als ein Paar Skistöcke, die dem Skifahrer gehören. «Flankierend dazu werden wir am ‹Point of danger› mit einer Reihe von unkonventionellen Massnahmen aufwarten», sagt Ruf. Dazu gehören Plakate mit der eindringlichen Headline «Das ist keine Stoppuhr. Rasen lohnt sich nicht» direkt neben den Uhren an der Bergstation der Skilifte und Sesselbahnen. Luca Aloisi

News: Via und Aero Revue bleiben weiterhin bei Vogt-Schild

Das Solothurner Medienhaus Vogt-Schild/Habegger Medien AG (VS/H) hat zwei bedeutende Corporate-Publishing-Verträge erneuert.

Das Solothurner Medienhaus Vogt-Schild/Habegger Medien AG (VS/H) hat zwei bedeutende Corporate-Publishing-Verträge erneuert.News: Via und Aero Revue bleiben weiterhin bei Vogt-Schild
Für die SBB gibt VS/H als Generalunternehmen weitere drei Jahre lang das Reisemagazin Via heraus. Der Verlag erhielt das Mandat nach einem offiziellen Submissionsverfahren, zu dem sieben mittlere und grosse Schweizer Medienunternehmen eingeladen waren. Via, das zehnmal jährlich in einer Auflage von 230000 Exemplaren erscheint, erhält Anfang Mai ein neues inhaltliches und visuelles Konzept. Mit dem AeroClub der Schweiz hat VS/H ebenfalls einen neuen Dreijahresvertrag über die Herausgabe der Verbandszeitschrift AeroRevue abgeschlossen.
EVP-Nationalrat will Verbot für SexinserateDen Schweizer Tageszeitungen droht ein neuer Einnahmenausfall: EVP-Nationalrat Heiner Studer plant eine Motion gegen Sexanzeigen. Wie die Pendlerzeitung 20 Minuten berichtete, soll nach Studers Willen nur noch in Publikationen, die für Minderjährige nicht zugänglich sind, für Sexangebote geworben werden dürfen. Allerdings geht es dem Aargauer Politiker und Vater nicht allein um Jugendschutz. Vielmehr ist er der Ansicht, die Rekordzunahme an Prostituierten im Zürcher Milieu stehe im Zusammenhang mit den Sexinseraten in Tageszeitungen.
Stellenabbau bei Blick und WeltwocheDie Redaktion der Boulevardzeitung Blick wird um 4,4 Vollstellen verkleinert. Es kommt zu vier Entlassungen und einer vorzeitigen Pensionierung. Damit könne rund eine Million Franken eingespart werden. Schon vor dem jetzigen Schritt seien Stellen eingespart worden, indem Abgänge nicht ersetzt wurden. Gespart wird auch bei der Weltwoche: Auf Redaktionsebene sollen die Kosten um zehn bis 15 Prozent gesenkt werden, erklärte Chefredaktor Roger Köppel auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Vier Stellen werden gestrichen. Welche Ressorts betroffen sind, sagte Köppel nicht.

Das Rezept heisst: Kochen

WHS bereitet für Annemarie Wildeisens Kochzeitschrift eine leckere Markenmahlzeit zu

WHS bereitet für Annemarie Wildeisens Kochzeitschrift eine leckere Markenmahlzeit zuVon Amdreas Panzeri Knapp ein Jahr nach ihrem Launch ist Annemarie Wildeisens Kochen bereits zur Kochzeitschrift Nummer eins avanciert. Jetzt setzt Weber Hodel Schmid noch mehr Dampf auf und bewirbt Kochen mit einem neuen Logo, einem viel versprechenden Rezept und viel Würze.
Das zehnmal jährlich erscheinende Kochen ist mit einer Auflage von 90000 Exemplaren und gegen 400000 Lesern die grösste unabhängige Kochzeitschrift der Schweiz. «Das Heft erreicht sogar mehr Frauen als Annabelle oder Bolero», schwärmt Reinhold Weber von seinem neusten Medienkunden.
Kochen ist ein Produkt der real existierenden Köchin Annemarie Wildeisen. Noch während sie beim Zürcher Meyer Verlag als Chefredaktorin von d’Chuchi amtete, machte sie sich selbstständig, gründete das Konkurrenzprodukt Kochen und weckte damit bei der AZ Medien Gruppe den Appetit von Verleger Peter Wanner. «Kochen ist als einzige Kochzeitschrift der Schweiz an keinen Sponsor gebunden», sagt Weber. Kein unwesentliches Detail, denn es macht das Heft interessant und auch frei für die Werbung jeglicher Marken.
Glücklich ist, wer heute weiss, was er morgen kochen soll
Weil der Meyer Verlag inzwischen aufgelöst ist und auch d‘Chuchi nach einem zwar erfolgreichen Relaunch durch Hanspeter Eggenbergers Editorialfirma Duktus mit allen Abonnentinnen als wohl schmeckende Zutat in den Kochtopf der AZ Medien Gruppe gekippt worden ist, hat Kochen seither eine Entwicklung fast wie im Dampfkochtopf durchgemacht.
Beim Verleger in Baden ist der Hunger aber noch nicht gestillt. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Projektphase steht für Verlagsleiter Ueli Eckstein jetzt noch «die klare Positionierung der Marke Kochen an».
Diese Aufgabe ist der Agentur Weber Hodel Schmid (WHS) gestellt worden – nach einer Konkurrenzpräsentation gegen den früheren Etathalter und eine andere «eher DM-lastige Bude», wie Weber meint. Dass WHS nicht wie bisher mit Mailings an potenzielle Abonnentinnen, sondern mit ganz anderen Rezepten werben will, ist bei Wildeisen sofort auf Interesse gestossen. Ihr Kochen soll verjüngt werden.
WHS hat dazu ein neues Logo zusammen mit einer neuen Gestaltung der Titelseite entwickelt. Dieses «Nachwürzen» wurde in einer «sehr intensiven und ausgiebigen Diskussion» zusammen mit Chefredaktorin und Köchin Wildeisen vorgenommen. Bei diesem kreativen Abschmecken hat WHS auch den neuen Marken-Claim «Jeden Tag geniessen» entwickelt.
Aussergewöhnlich, weil bemerkenswert unprätenziös, ist der Hauptgang für die neue Kampagne für Kochen gestaltet worden. «Es ist keine Werbung – und deshalb fällt es auf», ist Berater Patrick Naef überzeugt. «Wir wollen keine farbigen Bildchen verkaufen, sondern die Zeitschrift», fasst Weber die «atypische» Idee mit den täglichen Einkaufszetteln zusammen. Man wollte «mit wenig Geld viel Effekt erzielen».
Schlicht, und gerade deshalb sehr auffallend, sollen diese Einkaufszettel ohne Grafik und andere Menübeilagen in massiver Streuung das Land überfluten. «Wir wollen während Wochen täglich die Leute mit neuen Rezepten beglücken», meint Weber und freut sich schon auf die Spötter, die in der Gestaltung dieser täglich wechselnden Einkaufszettel «eine Tagi-Kampagne für Kochen» entdecken.
Aus Kostengründen allerdings nicht im Tages-Anzeiger («den konnten wir uns leider nicht leisten»), sondern zwei Wochen lang in ganzseitigen Anzeigen im Pendlerblatt 20 Minuten sowie in der Mittelland Zeitung soll die Werbung mit dem Claim «Jeden Tag geniessen» ab 16. Januar nun «über Gebühr dramatisiert» werden. Flankiert werden die Anzeigen von Plakaten an ausgewählten Passantenlagen, im ÖV sowie in Shoppingzentren.
Wildeisen wärmt in 20 Minuten «Kochen in 20 Minuten» auf
Um richtig auffallen zu können, wurden in Zürcher Trams die Aushänge auf einzelne Linien mit jeweils drei Plakaten pro Tramwagen konzentriert. 27 verschiedene Rezepte stehen für die Kampagne zur Verfügung. Das Spektrum reicht dabei von der Fleisch- und Fischabteilung quer durch den Gemüsegarten.
Unterstützt wird die Kampagne für Kochen vom Verlag durch eine auf 200000 verdoppelte Auflage der Januarausgabe. George Schifferle von Pan Communications wird dazu auch ein Mailing an 100000 Adressen verschicken.
Ein willkommener Zufall ist schliesslich die Tatsache, dass Wildeisen früher ein Buch mit dem Titel «Kochen in 20 Minuten» veröffentlicht hat. So lässt sich diese Rezeptsammlung problemlos im Pendlerblatt 20 Minuten noch einmal aufwärmen. Damit kann auch die Kompetenz von Annemarie Wildeisen entsprechend unterstrichen werden, denn die rührige Köchin weiss nicht nur mit Pfannen zu hantieren, sie hat bis jetzt mehr als 15 Kochbücher herausgegeben.

Etat-News: Maurice Lacroix tickt bei Springer & Jacoby

Etat-News Maurice Lacroix tickt bei Springer & Jacoby Die Schweizer Uhrenmarke Maurice Lacroix hat die Hamburger Springer & Jacoby (S&J) mit dem globalen Werbeetat betraut, der bisher von Jung von Matt/Limmat betreut wurde. Die Agenturgruppe

Etat-News Maurice Lacroix tickt bei Springer & Jacoby
Die Schweizer Uhrenmarke Maurice Lacroix hat die Hamburger Springer & Jacoby (S&J) mit dem globalen Werbeetat betraut, der bisher von Jung von Matt/Limmat betreut wurde. Die Agenturgruppe setzte sich im Pitch gegen den Etatverteidiger und vier Mitbewerber durch. Der erste S&J-Auftritt soll die Modelle weiterhin als «Die Klassiker von morgen» positionieren.
Inhalt & Form für Zingg-Lamprecht Die Kommunikationsagentur Inhalt & Form, Zürich, hat den Etat für die Gesamtkommunikation von Zingg-Lamprecht gewonnen. Das Zürcher Einrichtungshaus wurde bisher von Wacker und Rosser betreut.
Zwei Neukunden für Virus Die Bieler Werbeagentur Virus gewann zum Jahresabschluss zwei Neukunden. Vom Pharmakonzern Roche wurde sie beauftragt, für eines seiner Medikamente neue Massnahmen für den Aussendienst zu definieren und realisieren. Ebenfalls auf Virus setzt der Bieler Büromaterialhersteller Biella-Neher AG. Kunde und Agentur wollen gemeinsam Kommunikationsmassnahmen für die Geschäftsbereiche Biella Design und Biella Calendar entwickeln. Gestartet wird mit einem neuartigen Verkaufsbooklet.
McCann-Erickson wirbt für die Blind Fashion Show Nach einer Agenturevaluation hat der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen (SZB) McCann-Erickson Schweiz beauftragt, für die erste Schweizer Blind Fashion Show zu werben. Mit dieser Veranstaltung feiert der SZB seinen 100. Geburtstag. Die Show richtet sich an Sehende und Blinde und findet am 25. und 26. März in Zürich und Lausanne statt. Die von jungen Schweizer Designern präsentierte Mode kann von sehbehinderten Gästen mit den Händen erfahren werden, während Informationen in Brailleschrift zur Verfügung stehen. Für McCann-Erickson sprach nach eigenen Angaben das «strategische und kreative Niveau».

Hartmeiers heilsamer Handstreich

Der neue Tagi-Chefredaktor entschlackt und optimiert seine Führungscrew

Der neue Tagi-Chefredaktor entschlackt und optimiert seine FührungscrewVon Oliver Classen Gerade mal einen Monat im Amt des Chefredaktors und schon folgt der erste Paukenschlag: Mit seiner im Eiltempo durchgezogenen Reform der Kaderstruktur will Peter Hartmeier für mehr Inhaltsakzente und Effizienz beim Tages-Anzeiger sorgen. Schlüsselfunktionen kommen dabei dem Blauen Bund und den beiden Nachrichtenchefs zu.
Dem redaktionellen Wasserkopf eine Drainage verpassen, ohne viel Know-how abfliessen zu lassen: So beschreibt der sichtlich unter kreativer Hochspannung stehende Nachfolger von Philipp Löpfe, der zuletzt fünf gleichgestellte Stellvertreter um sich scharte, seine kleine personelle Palastrevolution. Statt über eine ganze Ersatzmannschaft verfüge er mit Daniela Decurtins und Roland Schlumpf nun über «zwei flinke rechte Hände», die ihn im planerischen (Schlumpf) und publizistischen (Decurtins) Tagesgeschäft «punktuell entlasten und ergänzen» sollen.
Alte Köpfe, aber keine alten Zöpfe im neuen Organigramm
Die wichtigere Neuerung innerhalb der höchsten Redaktionsstufe dürfte indes die Ernennung der Hartmeier besonders nahe stehenden Rita Flubacher und Hanspeter Bürgin zu blattmachenden Nachrichtenchefs sein – Bürgin kehrt von der Aargauer Zeitung, bei der er zuletzt als Korrespondent in Berlin arbeitete, zum Tages-Anzeiger zurück. Von dieser funktionalen Differenzierung verspricht sich der Ex-Unternehmenssprecher «eine deutliche Erhöhung unserer Reaktionsgeschwindigkeit» sowie die bessere Vernetzung übergreifender Themen wie Klonbabys oder World Economic Forum. Die traditionelle Ressortstruktur stehe zwar nicht zur Disposition, eine stärkere themenorientierte Kooperation der einzelnen Bünde dafür aber ganz oben auf der Reformagenda.
Alter und Geschlecht haben laut Hartmeier bei den Rochaden keinerlei Rolle gespielt. Über den vergleichsweise respektablen Frauenanteil sei er jedoch «sehr, sehr froh». Dennoch fällt auf, dass die Mittdreissiger (mit Ausnahme von Decurtins) ins zweite Glied der Ressortleiter versetzt wurden. Auch wenn diese, wie der Leiter des Blauen Bunds, Peter Haerle, weiterhin matchentscheidende Positionen bekleiden: Der von Ex-Chefredaktor Roger de Weck 1992 eingeläutete Generationenwechsel – damals auch noch keine 40 Jahre alt – ist erst einmal auf Eis gelegt. Übrigens: Bei de Weck segelte der von Hartmeier zum Schlüsselressort stilisierte Zürich-Bund mit Stadt und Region (inklusive des ab Juni
als Stadtmagazin erscheinenden Züritipps) bereits unter einer Flagge. Hartmeier behauptet denn auch gar nicht, dass seine Ideen neu seien: «Auf dem Papier existierte das meiste schon; mein Job ist jetzt die Um- und Durchsetzung.»
Nächster zentraler Programmpunkt im ambitiösen Änderungskatalog des Tagi-Chefredaktors wird – nach der Überarbeitung des sechsten (Gesellschafts-) Bunds Anfang März – die optische wie inhaltliche Akzentuierung
der diversen Bundaufschlagseiten sein. Dies nicht zuletzt im Blick auf die anstehende hausinterne Tabloidkonkurrenz namens Express. Hartmeier betrachtet seine Ressortschaufenster als «bewusst zu pflegendes und einzusetzendes Differenzierungsmittel gegenüber den Gratisblättern».
Dem Berufsoptimisten bleibt Zeit für mehr Überraschungen
Dass ihn der auf Frühling angekündigte Umbau des ZürichExpress zum Express in zusätzlichen Zugzwang bringt, mag Hartmeier zwar nicht bestätigen; seine Betonung, dass die Tamedia-Verlegerfamlilie ebenso wie die Unternehmensleitung unabhängig von der Absatzentwicklung grössten Wert auf personelle Kontinuität legen, spricht indes Bände. Bedeutet es letztlich nichts anderes, als dass der von Hartmeier für den Moment sicher ausgefüllte Chefredaktorensessel ohne Stabilisierung der Auflage schnell wieder zum Schleudersitz werden kann. Bis dahin bleibt dem Berufsoptimisten aber wohl noch einige Zeit für weitere Überraschungscoups – organisatorische, aber hoffentlich auch publizistische wie die Sicherheitsnummer zum Jahreswechsel oder die aktuelle Nordkoreaserie.

Telesuisse ringt um Details

Der Verband der Schweizer Regionalfernsehen, Telesuisse, steht vor einem Dilemma.

Der Verband der Schweizer Regionalfernsehen, Telesuisse, steht vor einem Dilemma.Denn laut der bundesrätlichen Botschaft zum Radio- und Fernsehgesetz, die noch kurz vor Weihnachten verabschiedet wurde, sollen nur zehn bis zwölf Sender Gebührengelder bekommen. Damit steht aber die Telesuisse mit ihren 18 Mitgliedern vor einer schwierigen Ausmarchung: Wer soll zum Zuge kommen und wer leer ausgehen?«Fragen zur Höhe des Gebührensplittings und der Anzahl der zu konzessionierenden Sender schon heute zu beantworten, könnte zu unrealistischen Vorstellungen oder emotionalen Auseinandersetzungen führen», befürchtet Telesuisse-Präsident Filippo Lombardi. Deshalb habe er für den 31. Januar eine ausserordentliche GV einberufen, bei der eine gemeinsame Linie erarbeitet werden soll. Trotz präsidialer Ermahnung zur Zurückhaltung haben einige Regional-TV-Chefs bereits Stellung bezogen. Seite 12

Gerangel im stillen Örtchen

Zwei Firmen wollen Werbung an Orten schalten, an die alle mal müssen

Zwei Firmen wollen Werbung an Orten schalten, an die alle mal müssenVon Markus Knöpfli Seit sieben Jahren platziert die Frauenfelder Firma Face Werbung in Toiletten – nun macht ihr die junge Brandsetter AG die Klowände streitig. Der Grund fürs Interesse: Die stillen Örtchen lassen sich vortrefflich nach Zielgruppen selektionieren. Zudem glaubt die Newcomerin, dass sich ein allfälliges Tabak- oder Alkoholwerbeverbot mit WC-Werbung umschiffen lässt.
Im Handelsregister steht zwar Brandsetter AG, in der Öffentlichkeit tritt die im September gegründete Firma mit Sitz in Brugg aber als Brands.ch auf. Mehrheitsaktionär und VR-Präsident ist Guido Honegger, Inhaber des Internetdienstleisters Green.ch. Idee und Konzept von Brands.ch stammen aber von Martin Rüetschi, der einen Anteil von 49 Prozent hält und als CEO fungiert. Rüetschi war schon im Werbe- und Medienbereich tätig, unter anderem bei der 1998 liquidierten Print Net GmbH in Rüschlikon.
Derzeit ist Rüetschi daran, Frames, das erste Brands.ch-Produkt, zu etablieren. Frames sind Alurahmen für A4-Werbeplakate, die in Toiletten von Restaurants, Hotels, Casinos, Bahnhöfen oder Raststätten angebracht werden. Weitere Frames im Format A3 kommen am Point of Sale (POS) von Coiffeursalons, Solarien, Sportanlagen und Fitnesscentern zu hängen. Brands.ch bietet die Frames in zwei Kategorien an: Frames-Toilet und Frames-POS.
Der Fokus auf diese beiden Arten von Plakatstellen hat einen Grund: hohe Frequenzen (70 Prozent aller Restaurantbesucher müssen mal) und lange Kontaktzeiten. 48 Sekunden sollen es durchschnittlich bei den Toiletten sein, 5 Minuten beim Coiffeur und 25 Minuten in Solarien. Ausweichen ist fast unmöglich.
Seit Mitte Dezember ist bei Brands.ch der Verkauf angelaufen. Derzeit können ausschliesslich in den Kantonen Aargau und Zürich 1500 WC-Werbeflächen gebucht werden. Das Angebot wird ausgebaut. Bis Ende 2004 will Rüetschi rund 35000 WC-Stellen in der ganzen Deutschschweiz im Angebot führen, Ende 2005 soll dann die ganze Schweiz erschlossen sein. Derzeit ist Brands.ch mit dem Flughafen Zürich und mit diversen Restaurantketten in Verhandlung. Auch Kinos oder Arztpraxen könnten dazukommen.
Brands.ch will die Werbung auf Lastwagenplanen ausdehnen
Rüetschis Zeitplan richtet sich nach dem Plan der EU, ab 2005 ein Tabakwerbeverbot einzuführen. Weil dann wohl auch die Schweiz nachziehen wird, könnte dies der WC-Werbung Auftrieb verleihen. «Voraussichtlich soll Tabakwerbung nur an öffentlichen Plätzen, nicht aber am POS verboten werden», sagt Rüetschi und folgert: «Restaurants sind häufig POS für Raucherwaren, deshalb wäre Tabakwerbung auf deren Toiletten weiterhin erlaubt.» Kein Wunder, bezeichnet er sein Produkt im Blick auf ein mögliches Tabak- oder Alkoholwerbeverbot schon jetzt als «Diamanten».
Als besonderen USP der WC-, aber auch Coiffeurwerbung unterstreicht er das einfache Selektionieren nach Geschlecht, Alter, Szene, Kaufkraft oder geografischen Kriterien. Brands.ch erhebt die Besucherfrequenzen einmal pro Monat bei den Lokalbetreibern. Die Kunden können jede einzelne Stelle selbst online buchen. Offerten sind so kaum nötig.
Neben dem Frame-Standbein will Brands.ch ab 2004 weitere Produkte lancieren. Gedacht wird an Heckscheibenwerbung auf Privatautos oder an aufgedruckte «Plakate» auf den Planen von Lastwagen.
Seit sieben Jahren ist mit Face eine andere Firma in einem ähnlichen Markt tätig wie Brands.ch. Mit ihrer «Klommunikation» ist Face bereits schweizweit tätig, kam 2002 insgesamt auf einen Umsatz von 4,8 Millionen Franken und hat zahlreiche zusätzliche Angebote wie Werbeplakate in Duschen von Bädern und Saunas, Werbung auf Pizzaschachteln oder Bierdeckeln. Die Werbeplakate können zudem mit Dispensern und der Abgabe von Gratismustern kombiniert werden. Dan Furrer, Gründer von Face, reagiert deshalb gelassen auf die neue Konkurrenz. Es hätten schon viele vergeblich versucht, in diesen Markt einzusteigen, sagt er. Andererseits spricht er davon, dass letztes Jahr die Nachfrage nach Face-Werbeflächen grösser war als das vorhandene Angebot. Es gibt also Ausbaupotenzial.
Face kooperiert neuerdings auch mit dem Hygiene-Dienstleister CWS, der mit seinem Marktanteil von gut 80 Prozent für Face einen grossen Logistikanteil übernimmt. Das spart nicht nur Kosten, Furrer kann nun auch alle «seine» WCs und Duschen innert zweier Tage mit Plakaten und Produkten bestücken.
zwei Firmen kämpfen um toiletten Face Brands.ch
Gründung 1995 2002
Niederlassungen in Frauenfeld (Hauptsitz), Brugg
Lugano, Sierre (Forel)
Umsatz 2003 (budgetiert) 5–6 Mio. 4–5 Mio.
Anzahl Mitarbeiter 32 12 inkl. Teilzeiter
Anzahl Toilettenflächen rund 3000, ganze CH 1500 ZH/AG
(Stand Januar 03)
Abgeltung pro Fr. 12.– pro Fläche und Fr. 20.– pro benutzter Frame
Toilettenfläche Monat (Basispreis) und Monat
Kosten pro Fr. 44.– / Monat (Basispreis), Fr. 35.– / 14 Tage
Toilettenfläche kombinierbar mit Dispenser 50 Stück: Fr. 31.50
100 Stück: Fr. 29.75
Aushangdauer 14 Tage oder ein Monat 14 Tage (Termine wie APG)
Onlinebuchung nein möglich
Weitere Angebote Robidog, Pharmanet, POS Coiffeur (A4)
Beautynet, Showerpower, POS A3 (z.B. in Solarien)
Liftwerbung, Skilifte,
PizzAd, Bierdeckel
Homepage www.faceag.ch oder www.brands.ch
www.theface.ch

Ausserdem: Erich Baumgartner wird neuer Managing Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Lowe.

Ausserdem:Erich Baumgartner wird neuer Managing Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Lowe. Er ersetzt Daniel Keller, der Ende April aus der Zürcher Werbeagentur ausscheidet. Baumgartner, seit über 20 Jahren in der Kommunikationsbranche,

Ausserdem:Erich Baumgartner wird neuer Managing Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Lowe. Er ersetzt Daniel Keller, der Ende April aus der Zürcher Werbeagentur ausscheidet. Baumgartner, seit über 20 Jahren in der Kommunikationsbranche, war zuletzt selbstständig tätig gewesen, nachdem er Ende 2001 als Beratungsleiter bei Matter & Partner ausgeschieden war.
Anfang Mai übernimmt Roger Urs Zbinden das Amt des Leiters Japan/Korea bei Schweiz Tourismus. Er tritt in Tokio die Nachfolge von Jean-Philippe Benoît an, der die Vermarktungsorganisation per Ende Jahr verlässt. Zbinden war bisher unter anderem als Verantwortlicher für neue Medien bei der Neuen Zürcher Zeitung und als Country Manager Schweiz beim Softwarehaus Day Interactive tätig. Seit 2001 ist er CEO der Tamedia-Produktionsfirma Condor Communications.
Die BSW-Agentur OgilvyOne hat die neu geschaffene Stelle des Client Service Director ab 13. Januar 2003 mit Danja Koth (Bild) besetzt. Marie-Françoise Ruesch, die seit August 2002 als Senior Account Director zum Team gehört, wird neu Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.
Christina von Hahn ist ab sofort neue Anzeigenleiterin der Schweizer Familie. Sie übernimmt die Leitung des Aussen- und Innendienstes von Peter F. Müller, der die Zeitschrift Ende November verlassen hat. Von Hahn war bisher unter anderem für IP Multimedia, Real Media und Publisuisse tätig.
Nach über 35 Jahren Engagement in der Allgemeinen Plakatgesellschaft und der Affichage Holding lässt sich Peter Stebler per Ende Jahr vorzeitig pensionieren. Stebler war zuletzt Geschäftsführer der Wiener Affichage-Tochter Europlakat International (EPI). Nachfolger wird Thomas Rainer, der bereits als Berater für die APG tätig war. Er wird die EPI-Geschäfte gemeinsam mit François-Guy Sambron vom zweiten Hauptaktionär JC Decaux führen.
Felix Traber (40) übernimmt bei der Pendlerzeitung 20 Minuten ab 1. April 2003 den Job als drit-te Blattmacher neben Markus Eisenhut und Dieter Liechti. Traber arbeitete zuletzt als stellvertretender Auslandchef beim Blick. Traber wird damit Nachfolger von Matthias Gröbli, der auf Ende Februar gekündigt hat.
Béla E. Papp wird Anfang Februar neuer Leiter von Ringier Ungarn und ersetzt Christoph Tonini, der als Leiter Finanzen zu Tamedia wechselt. Ringier Rumänien, das bisher ebenfalls Tonini unterstand, wird ab März 2003 von Silvia Lepiarczyk geführt.
Pascal Scherrer, bisher Redaktionsleiter von Radio 24, wechselt zum Pendlerzeitungsprojekt Express von Tamedia. Dort übernimmt er die Position eines Blattmachers. Gemäss Projektleiter Marius Hagger wird der Express voraussichtlich über ein Blattmacher-Trio verfügen, zu dem auch Chefredaktor Marco Boselli gehören wird. Zum Express stossen neben Scherrer auch Daniel Eggspühler als Art Director und Barbara Siegrist als Leiterin des Magazinteils.
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