Noureddine Ennair ist Director of Sales im Zürcher Verkaufsbüro von CNN und verhilft Schweizer Unternehmen zu einer globalen Plattform.Eigentlich passt seine Biografie ideal in eine Job Description für den globalen Mediaplayer CNN: Noureddine Ennair ist in Casablanca aufgewachsen und spricht neben Deutsch auch Französisch, Englisch und Arabisch. Er lebt seit 23 Jahren in der Schweiz und besitzt einen Schweizer und einen marokkanischen Pass. Verheiratet ist der Mediaspezialist mit einer Holländerin – folglich bringts ihr zweijähriger Sohn sogar auf drei Pässe. Seine Grundausbildung absolvierte Ennair im nordafrikanischen Geburtsland. Der Abschluss seines Studiums der Sprachwissenschaften und Anglistik an der University of Human Sciences in Casablanca ebnete ihm 1984 den Weg zu einer internationalen Karriere im Mediengeschäft.
Ennair kam aber aus anderen Gründen in die Schweiz. Er wollte seine Sprachkenntnisse vertiefen und studierte an der Zürcher Dolmetscherschule weiter. Noch war sein Bildungshunger nicht gestillt, weshalb er eine Ausbildung am Bieler Sawi folgen liess. 1993 gings dann mit Arbeiten richtig los. Er trat als Senior Mediaplaner bei Young & Rubicam in Zürich ein und war dort anfänglich für die Budgetierung und die Mediaplanung zuständig. 1996 stieg er zum International Media Director auf und übernahm die Verantwortung für den gesamten Bereich des Media Account Management.
Nach neun Jahren bei Young & Rubicam war er ab 2002 bei Universal-McCann in Zürich als Management Supervisor tätig – bis ihn eines Tages ein Anruf von CNN erreichte. «It’s the brand», meint er trocken auf die Frage, was ihn zu CNN gelockt hat. Noch vor dem Internetzeitalter habe der Nachrichtensender bereits das «global village» gelebt.
Seit Anfang Jahr ist Ennair nun Leiter des Zürcher Büros von Turner Broadcasting System Ltd. «Die Schweiz ist für CNN noch ein kleiner Markt, hat aber ein grosses Potenzial», meint der neue Director of Sales. Viele internationale Brands wie UBS, Credit Suisse, ABB, Novartis sind überall in der Welt präsent und sehen in CNN einen Sender, der ideal ihre «international minded» Zielgruppe abdecken kann. Bereits heute stammen zehn Prozent der gesamten Umsätze von CNN International Europe Middle East Africa aus der Schweiz.
CNN International Europe wird aus Büros in Paris und London betreut und verfügt über eine Europa-Zentrale in Berlin. Im neuen Verkaufsbüro in Zürich können Kunden ihre Werbung auf CNN je nach Zielpublikum «taylor made» in den verschiedensten Zielgebieten auf den 35 weltweiten Sendern von CNN wie zum Beispiel Europe, Asia Pacific, USA, aber auch Arabic.com bis hin zu CNN Türk schalten lassen. Neben dem türkischen Ableger mit 50 Prozent lokaler Beteiligung existiert in Madrid ein ähnliches Modell mit einem spanischen Partner.
In Deutschland ist CNN Gründungsmitglied und neben RTL zu 50 Prozent Teilhaber am deutschsprachigen Nachrichtensender n-tv und betreibt zusätzlich – «das ist kein Kannibalismus» – ein Fenster CNN Deutschland.
Als einer der Vorteile für Werbung auf CNN sieht Ennair die enge Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. «Wir verkaufen nicht nur Spotzeit, sondern entwickeln Marketinglösungen, zusammen mit dem Kunden. CNN setzt auf innovatives Sponsoring.» Als ein gelungenes Beispiel ist in jüngster Zeit weltweit die Siegesfahrt der Alinghi in einer Sponsoringsendung der UBS aufgefallen. Im UBS-Format «Inside Sailing» soll es auch in Zukunft unabhängig von der Sportschiene auf CNN Hintergrundinfos zum Segelsport geben. Zusammen mit Rolex wird ein Service-orientiertes Magazin mit dem Titel «Living Golf» produziert.
Erholung findet Ennair, wenn er sich die Rhythm’n’Blues-Gitarre um den Hals schwingt. Er besucht auch gerne Lokale mit Livemusik, und seit er vor drei Jahren an den Rheinfall gezogen ist, vermisst er in der Schweiz auch das Meer nicht mehr so stark.
Hat zwei Pässe und eine Passion fürs Meer: Noureddine Ennair.
Andreas Panzeri