Automobil Revue wurde frisiert

Seit Anfang Oktober erscheint die Automobil Revue mit neuem Gesicht. Zudem hat der Wochentitel einen fünften Bund für Gebrauchtwagenanzeigen bekommen.

Seit Anfang Oktober erscheint die Automobil Revue mit neuem Gesicht. Zudem hat der Wochentitel einen fünften Bund für Gebrauchtwagenanzeigen bekommen.Verlage Die vier Hauptbünde Aktuelles, Test & Technik, Wirtschaft & Politik und Sport enthalten künftig keine Rubrikenanzeigen mehr. Die neue Gestaltung ermöglicht grosszügigere Artikel und Fotostrecken. Die Änderungen wurden auch bei der französischsprachigen Schwester Revue Automobile eingeführt.

Kurth für gute Luft

Die Basler Werbeagentur Flavian Kurth ASW wurde vom Lufthygieneamt beider Basel mit der Ausarbeitung einer Sensibilisierungskampagne betraut. Sie setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation durch. Die Kampagne wird im Januar realisiert und umfasst Di

Die Basler Werbeagentur Flavian Kurth ASW wurde vom Lufthygieneamt beider Basel mit der Ausarbeitung einer Sensibilisierungskampagne betraut. Sie setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation durch. Die Kampagne wird im Januar realisiert und umfasst Direktmarketing-Massnahmen sowie Broschüren- und PR-Material.

Fisch Meier gewinnt Kuoni-Gesamtetat

Der Reisekonzern Kuoni hat seinen gesamten Kommunikationsetat für 2004 an Fisch Meier Direkt vergeben. Die Adliswiler Dialogagentur setzte sich gegen drei Mitbewerber durch.

Der Reisekonzern Kuoni hat seinen gesamten Kommunikationsetat für 2004 an Fisch Meier Direkt vergeben. Die Adliswiler Dialogagentur setzte sich gegen drei Mitbewerber durch.Etathalter war Spillmann Felser Leo Burnett. Eine Imagekampagne soll im ersten Halbjahr 2004 starten. Weitere Details wollte Agenturchef Gilbert Fisch nicht verraten.

Source lanciert neue Motorrad-Messe

Die Messe Schweiz hat Source mit der Kommunikation der neuen Schweizer Motorrad- und Roller-Messe Swiss-Moto beauftragt. Die Zürcher Designagentur hat sich in einer Konkurrenzpräsentation durchgesetzt. Das Mandat umfasst die Konzeption des Markenauft

Die Messe Schweiz hat Source mit der Kommunikation der neuen Schweizer Motorrad- und Roller-Messe Swiss-Moto beauftragt. Die Zürcher Designagentur hat sich in einer Konkurrenzpräsentation durchgesetzt. Das Mandat umfasst die Konzeption des Markenauftritts und die Umsetzung sämtlicher Kommunikationsmittel. Die Swiss-Moto findet vom 19. bis 22. Februar 2004 in der Messe Zürich statt.

Über allen Hügeln

Below-the-line Was hat Freeriding mit einem nackten Hinterteil zu tun? «Sehr viel», meinen die Kreativen der Luzerner Agenturniederlassung von Fruitcake.

Below-the-line Was hat Freeriding mit einem nackten Hinterteil zu tun? «Sehr viel», meinen die Kreativen der Luzerner Agenturniederlassung von Fruitcake.Bestreut man die rosa Backen noch mit etwas Puder, keimt – so die Überzeugung – beim Betrachter auch gleich die Sehnsucht nach verschneiten Hügeln auf. Mit dem Cards-for-free-Sujet für den Wintersportausrüster Rossignol reiht sich Fruitcake nach Advico Young & Rubicam für Hakle und Blue Spirit für Sloggi in die Gilde der Po-Werber ein. Nachträglich wurde in Luzern aber nicht Hand angelegt an unästhetische Fettpölsterchen oder Cellulitespuren. Schliesslich hatte der von Thomas Zimmermann abgelichtete Po – passend zum Slogan «Born to be a Freerider» – erst einige Monate in Windeln verbracht. Ob der Babypo wirklich als solcher erkannt und damit die Brücke zur Headline geschlagen wird, darf man leichten Herzens bezweifeln. Wer glaubt denn heute noch an so viel Authentizität in der Werbung?

Noch kein Ende der Schlankheitskur

Verlage Tamedia schrumpft den Overhead, strafft das Management und trennt sich von Beteiligungen.

Verlage Tamedia schrumpft den Overhead, strafft das Management und trennt sich von Beteiligungen.
Der Zürcher Medienkonzern Tamedia restrukturiert und läutet eine neue Sparrunde ein. Sie trifft den Bereich «Zentrale Dienste», wo rund 55 Stellen abgebaut werden. Damit sollen gegenüber dem Jahr 2002 23 Millionen Franken gespart werden. Die Struktur werde so der gegenwärtigen Kapazitätsauslastung angepasst, teilte Tamedia mit. Zugleich habe man sich an der «mittelfristig zu erwartenden Ertragslage der Medienbranche und der Strategie von Tamedia» orientiert.Diese Strategie heisst Konzentration auf Zeitungen, Zeitschriften und elektronische Medien. Strategisch unwichtige Beteiligungen stösst Tamedia ab (siehe Kasten). Der bisher von CEO Martin Kall geführte Bereich Beteiligungen wird aufgelöst. Der Minderheitsanteil an der Berner Zeitung sowie die Express Zeitung AG, über die Tamedia sich an 20 Minuten beteiligen will, werden dem Bereich Finanzen zugeschlagen. Die Filmproduktionsfirma Condor gehört künftig zu den elektronischen Medien, Werd Verlag und Finanz und Wirtschaft (FuW) zu den Zeitungen. Die Führung des Zeitungsbereichs wird zwischen Kall und dem bisherigen Leiter Jürg Brauchli aufgeteilt. Kall übernimmt den Tages-Anzeiger (TA) samt Magazin sowie Werd Verlag und FuW.
Der Bereich Zeitschriften besteht neu aus zentralen Einheiten für Leser-und Anzeigenmarkt. Die Verlagsleitungen entfallen. Den Lesermarkt führt die bisherige Facts-Leiterin Sari Simola, den Anzeigenmarkt übernimmt Bereichsleiter Alexander Theobald. Caroline Thoma und Roland Wahrenberger, Verlagsleiter von Annabelle und Schweizer Familie, verlassen Tamedia. Personalchef
Peter Höhener tritt aus persönlichen Gründen per Ende Jahr ab. Das Personalmanagement untersteht künftig Konzernsprecherin Franziska Hügli.
Abgeschlossen ist der Umbau bei Tamedia damit noch nicht. Durch den Kauf neuer Zeitungsdruckmaschinen werden bis Ende 2005 rund 50 weitere Stellen wegfallen. Dieses Jahr sollen die Analysen zur künftigen Ausrichtung des TA abgeschlossen werden. Für die Weiterentwicklung des Newsmagazins Facts werden die Würfel bereits im Herbst fallen.
tamedia:Was noch zum Verkauf steht Die Beteiligung am Verlagsauslieferer BD Bücherdienst AG (72%) hat Tamedia bereits an den Mitinhaber Stuttgarter Verlagskontor sowie den Diogenes Verlag verkauft, der die Firma 1985 gegründet hatte. Für die Bücher des Werd Verlags hat Tamedia einen mehrjährigen Vertrag mit BD geschlossen. Noch nicht über die Bühne ist die Abwicklung des Lettershops Regor in Rorbas. Er soll an einen noch unbenannten Interessenten verkauft werden. Eine Absichtserklärung wurde bereits unterzeichnet. Bei der
Waser Druck AG schliesst sich das Zürcher Medienhaus mit Meier+Cie. zusammen. Tamedia und die Herausgeberin der Schaffhauser Nachrichten bringen ihre Bogendruckereien in die gemeinsame Meier Waser Druck AG in Feuerthalen ein. Der Standort von Waser in Buchs wird aufgegeben. Die Wettbewerbskommission muss diesem Geschäft noch zustimmen.
(sm)
Stefano Monachesi

Plakate für Poeten

Plakate Die Schokolademarke Frigor wird zum Postillon d’amour und stellt dazu nicht ganz billige Werbefläche zur Verfügung: «Verkünden Sie Ihre Leidenschaft auf Plakaten.»

Plakate Die Schokolademarke Frigor wird zum Postillon d’amour und stellt dazu nicht ganz billige Werbefläche zur Verfügung: «Verkünden Sie Ihre Leidenschaft auf Plakaten.»Monatelang sollen sprachlich witzige, sinnliche oder verträumte Liebesbeweise Plakatwände in der ganzen Schweiz zieren. Die originellsten, von einer Jury bewerteten Botschaften werden jeweils eine Woche in den von den Gewinnern gewünschten Regionen ausgehängt. Mitmachen kann jedermann. Teilnahmekarten gibts im Frigor Multipack und auf der Website www.frigor-passion.ch, auf der man auch «leidenschaftliche e-cards» versenden kann, wie Marketing Manager Olivier Bailly bei Nestlé mitteilt. Die Kampagne startet diese Woche in 14 Städten, wurde von Hermès Communications, Genf, gestaltet und hat nur einen Nachteil: Was, wenn die Liebste im Ausland wohnt?

Ein Freund fürs Leben

Bankenmarketing Die Raiffeisenbank zielt mit einer neuen Kampagne auf die Bedürfnisse urbaner Kunden. Dazu setzt sie von Pucci Sulzer realisierte TV- und Kinospots ein.

Bankenmarketing Die Raiffeisenbank zielt mit einer neuen Kampagne auf die Bedürfnisse urbaner Kunden. Dazu setzt sie von Pucci Sulzer realisierte TV- und Kinospots ein.Schweizer verhalten sich polygam – wenn es um ihre Banken geht. Im Schnitt unterhält jeder Schweizer 1,7 Bankenbeziehungen. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Schweizer eine Partnerschaft mit der Raiffeisenbank eingegangen. «Zum grossen Teil dank unserer Leistungen und unserer Glaubwürdigkeit», sagt Thomas Gmünder, Werbeleiter beim Schweizer Verband der Raiffeisenbanken (SVRB). Zum anderen hätten die Mitbewerber diesen Trend «sicher nicht verhindert», ergänzt Gmünder verschmitzt. Um satte 35 Prozent ist der Kundenstamm der Raiffeisenbanken zwischen 1998 und 2002 gewachsen. Noch imposanter ist der Anstieg der Mitgliederzahl in den vergangenen vier Jahren: plus 44 Prozent. Rund 1,1 Millionen Schweizer sind nun auch Miteigentümer eines der rund 480 selbstständig und genossenschaftlich organisierten Geldinstitute. Als Folge davon vergrösserte sich die Bilanzsumme des Bankenverbands um knapp 40 Prozent (siehe Kasten).
Hohe Sympathiewerte
Ein positives Bild der Raiffeisenbanken zeichnen auch Imagestudien. So erkor Reader’s Digests Verbraucherstudie «European Trusted Brands» unter den einheimischen Marken Raiffeisen zum vertrauenswürdigsten Geldinstitut – weit vor den Kantonalbanken und den Finanzkonzernen UBS und CS Group.
Ebenso wenig erstaunt es, dass die Kleinbanken in der Branche die höchste Weiterempfehlungsrate aufweisen. Vom Vertrauens- und Kundenverlust bei den Grossbanken, sprich vom Gegentrend zur Globalisierung profitierte keine andere Bank so stark wie die Raiffeisengruppe. Gmünder führt diesen Effekt auf den starken und guten Brand des Instituts zurück, der im Unterschied zu den heterogen auftretenden Lokal- und Kantonalbanken ein einheitliches, wiedererkennbares Profil hat und dies seit Jahren. «Natürlich werden Bilder und Aussagen dem Zeitgeist angepasst und modernisiert», räumt der Werbeleiter ein. «Der Grundgedanke, wofür die Marke steht, aber bleibt.»
Historie als Markenbonus
Raiffeisens USP, die Kundennähe, wird nicht nur durch das flächendeckende Bankstellennetz gewährleistet. Sie gewinnt ihre Glaubwürdigkeit durch die traditionsbedingte, bodenständige soziale Stellung, die das Finanzhaus vorab in ländlichen Gebieten seit jeher innehat. Der grosse Markenbonus der solid-konservativen Bank geht vor allem auf die Historie des Instituts und die hohen moralischen Massstäbe ihres Gründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Dass sich das rurale Bild bis heute hält, hängt mitunter damit zusammen, dass die Raiffeisengruppe erst Anfang der Neunzigerjahre einen schweizweit einheitlichen Werbeauftritt entwickeln liess. Und es sollte nochmals einige Jahre dauern, bis man mit dem Start der Kampagne «Wir machen den Weg frei» 1998 den Schritt ins Medium TV wagte.
Mit der erfolgreichen Expansion in urbane Gebiete hat sich aber das Bedürfnisspektrum der Raiffeisenkunden erweitert. Zur bisherigen Kernkompetenz im Spar- und Hypothekarbereich, die auch in der Kommunikation im Vordergrund stand, sind die beratungsintensiveren Anlage- und Vorsorgebereiche hinzugekommen. Und genau in diesen Feldern haben die Kommunikationsverantwortlichen ein Manko festgestellt. Dieses Imageproblem galt es nun vor allem bei potenziellen Neukunden und -mitgliedern abzubauen.
Verlässlicher Partner
In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen für Kommunikation beim SVRB entwickelte die Zürcher Agentur Pucci Sulzer Strategie und Konzept zur Weiterentwicklung des seit 1998 erfolgreichen Markenversprechens, um Raiffeisen als beratungsstarkes Finanzunternehmen für Retailkunden bei der Zielgruppe zu verankern. «Wir zeigen nicht nur wie bisher, dass die Raiffeisenbank den Weg frei macht, sondern auf eine emotionale Art und Weise auch, wie sie das macht», sagt CD Däni Sulzer. «Nämlich als verlässlicher Partner, der einem in allen Lebensabschnitten beisteht und weiterhilft, wenn es um Geldangelegenheiten geht», ergänzt Gmünder.
Aus diesem Konzept entstanden im Kreativteam ein Kino- und drei TV-Spots, in denen kurze Lebensepisoden der dicken Freunde Tim und Marc das persönliche Verhältnis symbolisieren, das Raiffeisenbanken analog zu ihren Kunden pflegen. «Mit den Spots des isländischen Regisseurs Agust Baldursson und den flankierenden Anzeigen und Plakaten wollen wir die Kundennähe in den Mittelpunkt rü- cken und Raiffeisen als Partner für komplexe Finanzangelegenheiten wie die Eigenheim-Finanzierung, die Geldanlage und die Vorsorge positionieren», erklärt Berater Frank Mitteldorf. Der neue Auftritt lässt auch den bevorstehenden Weg erahnen, den die Regionalbankengruppe nehmen wird: vom nahezu ungebremsten Höhenflug zur Konsolidierung.
Raiffeisen ist die drittgrösste Schweizer BankMit 1300 Bankstellen sind die Raiffeisenbanken im ganzen Land vertreten. Nicht allein die räumliche Nähe, sondern «ausgeprägte Kundennähe» führt nach Darstellung des Instituts dazu, dass rund zwei Millionen Einwohner der Schweiz bei einer Raiffeisenbank Kunde sind. Über 1,1 Millionen Personen dürfen sich als Genossenschafter auch als Mitbesitzer einer der 480 Raiffeisenbanken wähnen. Der Verband aller dieser Institute wies am 30. Juni eine Bilanzsumme von 93,3 Milliarden Franken auf, er verwaltet 72,4 Milliarden Franken Kundenvermögen und steht damit an dritter Stelle im Schweizer Bankenmarkt. Im klassischen Kundengelderbereich (Spareinlagen, Kassenobligationen) halten die Bank-Genossen einen Marktanteil von 17 Prozent. Nahezu jeder vierte Hypothekarkredit in der Schweiz stammt von einer Raiffeisenbank, das ergibt eine Hypothekensumme von 71,2 Milliarden Franken und entspricht einem Anteil von 13 Prozent des schweizweiten Hypothekarmarktvolumens. (la)
Raiffeisenbanken und ihre Kunden sind wie gute Freunde und halten ein Leben lang zusammen.
Luca Aloisi

T’NT startet mit Etatgewinn

Anfang Oktober gründeten Annette Truniger und Georg Twerenbold die Eventagentur T’NT Events mit Büros im Zürcher Westend. Sie waren bisher bei der Marketingagentur Wunderman als Projektleiterin und Unit Director für den Eventbereich tätig. Das Angebo

Anfang Oktober gründeten Annette Truniger und Georg Twerenbold die Eventagentur T’NT Events mit Büros im Zürcher Westend. Sie waren bisher bei der Marketingagentur Wunderman als Projektleiterin und Unit Director für den Eventbereich tätig. Das Angebot von T’NT umfasst Corporate und Public Events, Incentives, Sponsoring und Promotionen. Zum Start konnte sich die junge Agentur bereits in einem Pitch gegen drei Mitbewerber durchsetzen und betreut nun das Promotions-Budget des Kräuter-Digestifs Fernet-Branca (Campari Schweiz). Ab Mitte Oktober ist Fernet-Branca mit einer dreimonatigen Promotion in der Deutschschweiz unterwegs.

Berliner Mut- und Mobilmachung

Deutsche Presse Neben politisch-ökonomischen Patentrezepten gegen die Zeitungsdepression gabs am diesjährigen Verlegerkongress auch redaktionelles Innovationsdenken. Und das kam ausgerechnet von einem Werber.

Deutsche Presse Neben politisch-ökonomischen Patentrezepten gegen die Zeitungsdepression gabs am diesjährigen Verlegerkongress auch redaktionelles Innovationsdenken. Und das kam ausgerechnet von einem Werber.
Wir haben keine Chance, aber die nutzen wir umso entschlossener und effizienter: Paradox am 49. Jahrestreffen des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) war nicht nur dessen «gedrückte Aufbruchstimmung» (Springer-Boss Matthias Döpfner). Auch viele Analysen und Anliegen, welche die rund 600, vornehmlich aus der Medienprovinz angereisten Teilnehmer beim Hauptstadttreffen austauschten, waren widersprüchlich.«Wir sind keine Konsensfetischisten», stellte BDZV-Präsident Helmut Heinen denn auch gleich zu Beginn klar. Und lieferte Gerhard Schröder, der zu Fuss aus dem nahe gelegenen Kanzleramt herbeieilte, um den Verlegern Mut und Beine zu machen, damit eine ungewollte Steilvorlage. Zwar sprach sich der deutsche Regierungschef grundsätzlich für eine Revision des «von der Marktrealität längst überholten» Pressefusionsgesetzes von 1976 aus. Doch die besonders von den Grossverlagen erhoffte verbindliche Zeitzusage blieb Schröder schuldig (siehe WochenInterview Seite 29). Und zwar mit dem Hinweis, die Betroffenen müssten sich vorab erst mal auf eine gemeinsame Position einigen.
Uneins waren sich die Branchenvertreter auch in der Frage, ob und allenfalls wie die Branchen-Cashcow «Rubrikenanzeige» in
ihrem papiernen Stall, den Zeitungen, gehalten werden kann. Während Heinen die anhaltende Schrumpfung des Auto-, Immobilien- und Stellenmarkts für «überwiegend konjunkturbedingt und durchaus wieder umkehrbar» hält, sieht Star-Werber Sebastian Turner im kommerziellen Kleinvieh nur mehr «unkreativen Ballast», den zukunftsfähige Zeitungen sowieso abwerfen müssten. Friedhelm Haak wiederum hält die Tendenzen zur Abwanderung ins Internet zwar nicht für begrüssenswert, aber doch unaufhaltsam. Zeitungen, die weiter bloss Millimeter vermieten statt online aufzurüsten, sind für den CEO der Hannoveraner Madsack-Gruppe «im Prinzip heute schon nicht mehr wettbewerbsfähig».
Zauberformel Digital Workflow
Durch konsequente Digital Workflows in der Anzeigen- und Abobewirtschaftung können mittelständische Verlage laut Haak nicht nur Rubrikenfressern wie eBay Paroli bieten, sondern auch ihre Personalkosten von durchschnittlich fast 50 auf «vernünftige 30 Prozent» senken. Madsack jedenfalls habe seine Mitarbeiterzahl seit Beginn der Umstellung vor zehn Jahren in etwa halbieren und so – trotz hoher Anfangsinvestitionen und der aktuellen Werberezession – inzwischen wieder in den schwarzen Bereich zurückkehren können. «An den Fliessbändern der Autofabriken stehen schliesslich schon lange ein paar Roboter statt hunderter Handwerker», begründete er die Vorbildfunktion jener Branchen, die ihren Strukturwandel bereits durchgemacht haben.
Wie die (verbands-)politischen stiessen auch solch unternehmerische Patentrezepte auf geteiltes Echo und verpufften – wie bei Selbstdarstellungen üblich – weit gehend wirkungslos. Kein Wunder, sassen im Publikum doch Zeitungskonzern-Manager neben Lokalverlegern und Anzeigenleiter neben Chefredaktoren. Aufhorchen liess vor allem Letztere dann Sebastian Turners Antwort auf die Podiumsfrage «Müssen wir den Werbeträger Nummer eins neu erfinden?». Der Vorstandsvorsitzende von Scholz & Friends forderte nämlich nicht wie erwartet sexy Sonderwerbeformen, sondern redaktionelle Reformen. Die wichtigste: Um sich von der Suchmaschine Online-Journalismus qualitativ deutlicher abzuheben, müsse die Zeitung noch stärker als «Findmaschine» begriffen und gestaltet werden.
«Im deutschen Kulturraum wurde bislang sträflich ignoriert, dass Leser durch ‹Tagesschau› oder Radio meist schon teilvorinformiert sind, bevor sie ihr Leibblatt zur Hand nehmen», so des Werbers These. Weswegen selbst in guten Artikeln häufig «30 bis 60 Prozent Redundanz, sprich Langeweile» stecke, die sich durch Content Management elegant eliminieren liesse. Als Beispiel diente dem heutigen ADC-Präsidenten die englischsprachige Montréal Gazette. Deren Artikel werden nach Möglichkeit in die drei aufeinander folgenden Kategorien «background», «news» und «outlook» unterteilt. Dass aus solch radikaler Leserführung zwangsläufig agenturmässiger Häppchenjournalismus resultiere, bestreitet Turner. «So kriegt man endlich direkten Zugriff auf die Filetstücke eurer Produkte.»
Forderte eine gemeinsame Verlegerposition: Gerhard Schröder.
Oliver Classen

JobChange

Michel Rutschmann, bisher Leiter Sales, Marketing und PR bei Daewoo Schweiz, wird neuer Geschäftsführer des Unternehmens. Er folgt auf Bock Yong Choi, der zur französischen Niederlassung des amerikanisch-koreanischen Autokonzerns wechselt. ...

Michel Rutschmann, bisher Leiter Sales, Marketing und PR bei Daewoo Schweiz, wird neuer Geschäftsführer des Unternehmens. Er folgt auf Bock Yong Choi, der zur französischen Niederlassung des amerikanisch-koreanischen Autokonzerns wechselt. …
Sandro Giovanoli kommt als Creative Director (CD) Text zur Zürcher Werbeagentur Advertising Art & Ideas. Er war als Texter bei Bolt, Publicis, Bosch & Butz und Euro RSCG sowie als Creative Group
Head bei Lintas Zürich und als CD Text bei der Dialogagentur Fisch Meier Direkt tätig.
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Die Zürcher Werbeagentur TBWA verstärkt sich mit Cary Steinmann. Als neuer Chefstratege der Agentur nimmt er Einsitz in die Geschäftsleitung von TBWA. Im April hat er Wirz Werbung verlassen, wo er ebenfalls als Planning Director für die Strategische Planung zuständig gewesen ist.
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Andrea Hemmi wird neue Kommunikationsleiterin beim Schweizer Reisekonzern Kuoni. Sie löst Stephan Wehrle ab, der das Unternehmen Ende Oktober nach 15-monatiger Tätigkeit auf eigenen Wunsch verlässt.
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Unisono hat sich mit Vera Matta verstärkt. Seit Anfang Oktober ist sie in der Projektleitung und im Event Management tätig. Neu bei Unisono ist auch Nathalie Moral. Sie übernimmt das Sekretariat und die Administration.
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Markus Will hat per 1. Oktober
die Leitung der neu geschaffenen Ringier-Abteilung Lesermarkt Zeitschriften Deutschschweiz übernommen. Er war bis anhin Leiter des Kundenkontakt-Centers und wird diese Aufgabe bis zur Wahl
eines Nachfolgers auch weiterhin betreuen.
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Die Fotoagentur Keystone trennt sich von ihrem Chefredaktor
Andreas J. Minor. Seine Aufgaben übernimmt ab sofort Cheffotograf Alessandro della Valle. Die Geschäftsleitung hat beschlossen, die Positionen Cheffotograf und Chefredaktor zusammenzulegen und in Chef vom Dienst umzubenennen.

Zahl der Woche

Mobilfunkmarkt Je mehr Handys mit Farbdisplay im Umlauf sind, desto stärker schwillt auch die Attraktivität mobiler Erotikservices an. Der meist benutzte Handy-Erotikdienst der Welt, Wapsexy .com, der scharfe Bilder und Videos aufs Handy verkauft, ve

Mobilfunkmarkt Je mehr Handys mit Farbdisplay im Umlauf sind, desto stärker schwillt auch die Attraktivität mobiler Erotikservices an. Der meist benutzte Handy-Erotikdienst der Welt, Wapsexy .com, der scharfe Bilder und Videos aufs Handy verkauft, verzeichnet monatliche Zuwachsraten der Seitenaufrufe per Handy von über 30 Prozent. Ein weiterer Trend: Erotikgames .Am beliebtesten ist Strippoker. Das Angebot von Wapsexy wird meistens während der Mittagspause und am Abend genutzt. Leute mit einem SonyEricsson sollen gemäss Marktstudie sexuell aktiver sein als Benutzer eines Nokias.
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