Nikes neuster Running-Gag
Sportmarketing Sechs Statisten prügeln sich im Auftrag von Nike Schweiz derzeit in Kinos um einen leeren Stuhl.
Sportmarketing Sechs Statisten prügeln sich im Auftrag von Nike Schweiz derzeit in Kinos um einen leeren Stuhl. Da sitzt man gemütlich im ausverkauften Kino, hat eben den neusten Nike-Spot «Musical Chair» gesehen und wartet leicht ungeduldig auf den Film. Plötzlich beobachtet man, wie sechs Typen, die zu spät gekommen sind, einen Platz suchen, während im Hintergrund die Musik des vorangegangenen Nike-Spots zunächst weiterläuft und dann abrupt endet. Rufe in der Stille: «Hee…hierher…hier hats noch einen Platz.» Worauf die sechs losrennen, über Zuschauer springen, den Seitengang hinaufwetzen und enttäuscht stehen bleiben, weil eben nur einer den freien Platz ergattern kann. Was wenige Minuten zuvor in ähnlicher Form im neusten Nike-Spot auf der Leinwand ablief, spielt sich nun im Kino ab. Live und scheinbar echt. Scheinbar. Denn das Ganze ist nur ein Promotionsauftritt, inszeniert von Stefan Heinrich. Der Marketingmanager von Nike Schweiz hat die sechs Kinobesucher, die den kurzen Auftritt professionell durchziehen, bei der Event-Agentur Spool gebucht. Der leere Platz ist von Nike reserviert. Die Statisten tragen keine Nike-Kleider. «Wir wollen, dass alles so echt wie möglich aussieht», sagt Heinrich. Szenenapplaus für den Nike-Gag
Auf die Idee mit dem aussergewöhnlichen Promotionsauftritt, bei dem am Ende der Kinovorstellung Nike-Play-Gadgets und -Flyers verteilt werden, kam der Marketingmanager vor einigen Wochen. «Es war ein Geistesblitz», sagt er. Die Idee fand bei der Führungsspitze des Sportausrüsters in der Schweiz sofort Anklang. Nur bei der Planung mit einigen Kinos lief nicht alles so, «wie wir es uns vorgestellt haben», resümiert Heinrich. Inzwischen hat Nike doch noch Filmsaal-Betreiber überzeugen können. In Bern fand die Premiere des Werbegags bereits statt. «Vor wenigen Tagen gab es sogar Szenenapplaus», freut sich der Marketingfachmann. Negative Reaktionen hätten sie keine registriert. «Die Leute haben den Gag verstanden.» Das erstaunt auch nicht, denn sie wurden zuvor vom Nike-Spot «Musical Chair», der über die Kinoleinwand flimmerte, bestens eingestimmt. Dort rennen nach der Aufforderung «Grab a chair» – «Schnapp dir einen Stuhl» – mitten in einem Profispiel plötzlich Zuschauer und Basketballspieler auf die letzten leeren Sitzplätze im Stadion zu. Am Ende liefern sich noch ein Zuschauer und ein Basketballspieler um den einen freien Platz ein unterhaltsames Duell, das nicht mal vor der Toilette Halt macht. Der Spot läuft in der Schweiz noch bis Ende Oktober und wurde von Nikes Hausagentur Wieden+Kennedy, New York, konzipiert.
Mit «Musical Chair» fahren die Kreativen dort fort, wo der Nike-Spot «Tag» aufgehört hatte. In «Tag», der Spot gewann 2002 den begehrten Grand Prix in Cannes, erhält ein ahnungsloser Pendler von irgendeinem anderen ein Anhängsel angeklebt. Bis er aber merkt, dass es ihm wohl besser ginge, wenn er das ihm angedrehte Ding wieder loswürde, haben bereits unzählige andere Pendler realisiert, was dem Kerl umgehängt wurde, und weichen ihm aus. Wie sie das tun, ist köstlich und diente Heinrich als Vorlage für seinen Schweizer Promobeitrag.
«Musical Chair» heisst der neue Nike-Spot, der gegenwärtig in Schweizer Kinos läuft und der Nike Schweiz veranlasste, die Spothandlung in die Realität zu transportieren.
Annelies Friedli
Auf die Idee mit dem aussergewöhnlichen Promotionsauftritt, bei dem am Ende der Kinovorstellung Nike-Play-Gadgets und -Flyers verteilt werden, kam der Marketingmanager vor einigen Wochen. «Es war ein Geistesblitz», sagt er. Die Idee fand bei der Führungsspitze des Sportausrüsters in der Schweiz sofort Anklang. Nur bei der Planung mit einigen Kinos lief nicht alles so, «wie wir es uns vorgestellt haben», resümiert Heinrich. Inzwischen hat Nike doch noch Filmsaal-Betreiber überzeugen können. In Bern fand die Premiere des Werbegags bereits statt. «Vor wenigen Tagen gab es sogar Szenenapplaus», freut sich der Marketingfachmann. Negative Reaktionen hätten sie keine registriert. «Die Leute haben den Gag verstanden.» Das erstaunt auch nicht, denn sie wurden zuvor vom Nike-Spot «Musical Chair», der über die Kinoleinwand flimmerte, bestens eingestimmt. Dort rennen nach der Aufforderung «Grab a chair» – «Schnapp dir einen Stuhl» – mitten in einem Profispiel plötzlich Zuschauer und Basketballspieler auf die letzten leeren Sitzplätze im Stadion zu. Am Ende liefern sich noch ein Zuschauer und ein Basketballspieler um den einen freien Platz ein unterhaltsames Duell, das nicht mal vor der Toilette Halt macht. Der Spot läuft in der Schweiz noch bis Ende Oktober und wurde von Nikes Hausagentur Wieden+Kennedy, New York, konzipiert.
Mit «Musical Chair» fahren die Kreativen dort fort, wo der Nike-Spot «Tag» aufgehört hatte. In «Tag», der Spot gewann 2002 den begehrten Grand Prix in Cannes, erhält ein ahnungsloser Pendler von irgendeinem anderen ein Anhängsel angeklebt. Bis er aber merkt, dass es ihm wohl besser ginge, wenn er das ihm angedrehte Ding wieder loswürde, haben bereits unzählige andere Pendler realisiert, was dem Kerl umgehängt wurde, und weichen ihm aus. Wie sie das tun, ist köstlich und diente Heinrich als Vorlage für seinen Schweizer Promobeitrag.
«Musical Chair» heisst der neue Nike-Spot, der gegenwärtig in Schweizer Kinos läuft und der Nike Schweiz veranlasste, die Spothandlung in die Realität zu transportieren.
Annelies Friedli
