Autor: admin
Kleine sitzen in den Nischen der Grossen
Aussenwerbung Klassische Plakatierer bekommen Konkurrenz von Firmen, die mit Aussenwerbung sonst nichts am Hut haben: Sie dringen mit E-Plakaten in deren Domänen ein – zunächst in Flughäfen.
Selbst Kinovermarkterin Cinecom verkauft seit September Screens, und zwar an 50 unabhängige Westschweizer Kioske. Demnächst stattet sie zudem schweizweit rund 140 Tankstellen- und Prontoshops von Coop mit Screens aus und vermarktet sie. An 75 Tamoil-Tankstellen ist auch IP Multimedia präsent. Das Pikante daran: CCP hält für Plakatwerbung an Tamoil- und Coop-Tankstellen Exklusivrechte, ebenso für Kleinplakate an unabhängigen Kiosken. Nun gelingt dort aber anderen Firmen der Einstieg – ausgerechnet über das elektronische Plakat.
Auch Citylights, ein kleiner Aussenwerber, wagt sich unter die Screen-Anbieter und vermarktet mittlerweile drei Bildschirme an stark frequentierten Zürcher Standorten. Bis Ende Jahr sollen zwölf weitere folgen. Und selbst vor Stadionwerbung macht die Lust auf Screens nicht halt. Die Cinecom vermarktet seit drei Wochen zwei 12-Quadratmeter-Screens sowie acht 42-Zoll-Plasmabildschirme im Eishockeystadion des EV Zug. Mit weiteren Stadien ist sie derzeit in Verhandlung. Diese Liste ist nicht vollständig und gibt keineswegs alle Screen-Aktivitäten der neuen Anbieter wieder. Doch die Frage stellt sich: Haben die grossen Plakatierer den rechtzeitigen Einstieg bei den «kleinen» Screens (21 bis 50 Zoll) verpasst?
Nur zielgenauer Content bringts
Doch bei CCP, das derzeit davon am meisten tangiert scheint, gibt sich CEO Beat Roeschlin gelassen. «Ich bewundere den Mut all jener, die früh auf dieses Medium aufspringen, aber ich glaube, wir tun einander nicht weh.» Er bezweifelt zudem, dass sich die Screens bezahlt machen, wenn sie lediglich wie eine Art Wechselträger eingesetzt werden. Werbung auf Screens, egal welcher Grösse, funktioniere nur in Kombination mit aktuellen Informationen, ähnlich wie dies Publiscreen in Bern-Belp probiere, sagt er. «Denn neben dem emotionalen braucht es noch ein rationales Element, damit der Konsument überhaupt hinschaut.» Optimal zielgruppenspezifisches Content Management aber bedinge einen redaktionellen Aufwand, der momentan noch zu teuer sei. Doch wenn dies einmal für die Werbetreibenden wesentlich günstiger zu haben sei, dann «werden auch wir einzelne unserer Positionen zu digitalen Kommunikationsplattfor- men umfunktionieren», sagt Beat Roeschlin.
Markus Knöpfli
Sieh, der grosse Umsatz liegt so nah
Sonderwerbeformen Ab 3. November ist auf Canal Poste auch regionale und lokale Werbung möglich. Die Post hofft, dass lokale Kunden den Umsatz dieses Werbekanals um mehr als 50 Prozent steigern werden.
Seit rund einem Monat stehen sie nicht mehr in den Poststellen, die silbergrauen Säulen mit den Röhrenbildschirmen, über die die Post Werbespots, Wetterinfos und TV-Programmhinweise für ihre wartenden Kunden ausstrahlte. Doch Canal Poste, wie die Post ihr Unterhaltungssystem nennt, hat nicht etwa ausgedient. Es wird modernisiert. Am 3. November startet es neu. Auf einen Schlag sollen wieder in über 200 grösseren Poststellen der Deutsch- und Westschweiz 320 21-Zoll-Flachbildschirme auf Stelen in Betrieb genommen werden. Nach und nach soll auch das bislang canal-freie Tessin erschlossen werden. «Da besteht sicher noch Potenzial», sagt Andreas Etter, verantwortlich für die Marktbearbeitung von Canal Poste.
Mit dem «Relaunch» sind einige Änderungen verbunden – zum einen technischer Art: Bisher wurde das «Programm» von Canal Poste wie ein TV-Programm ausgestrahlt und terrestrisch übertragen, entsprechend unflexibel war das System. Neu ist Canal Poste eingebunden in das IT-System der Post, wodurch jeder Screen einzeln ansteuerbar ist.
Das wiederum verändert das Werbeangebot: Neben einem gesamtschweizerischen und je einem sprachregionalen Netz für die Deutsch- und Westschweiz bietet Canal Poste neu auch neun regionale Netze sowie fünf Stadtnetze an. Die Erstbuchung läuft immer 14 Tage, danach sind auch einzelne Wochen möglich. Neu ist zudem lokale Werbung, also das Belegen einzelner Screens, möglich – für kleine Gewerbebetriebe, die nur in der engeren Umgebung werben wollen.
Gerade von diesem Kundensegment erwartet die Post aber den grossen Umsatz. Rund vier Millionen Franken soll Canal Poste nächstes Jahr insgesamt einfahren, fast dreimal so viel, wie 2002 erwirtschaftet wurden: 1,4 Millionen Franken. Mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes erwartet Etter allein aus der lokalen Werbung. «Der Verkauf in diesem Bereich ist jedenfalls sehr gut angelaufen», bestätigt er.
Da vorerst gleich viele Screens aufgestellt werden wie bisher, bleibt die gesamtschweizerische Reichweite von Canal Poste gleich hoch. Auch die Preise für das nationale und die sprachregionalen Netze ändern sicher nicht bis Ende 2004, erklärt Etter (siehe Tabelle). Und egal, welches Netz gewählt wird, der Sekunden-TKP für 14 Tage beträgt immer und überall 50 Rappen. Die Spots können zudem mit Dispensern bei den Screens gegen Aufpreis kombiniert werden.
Keine Philosophen mehr
Bei Canal Poste sind im Übrigen auch inhaltliche Neuerungen angesagt: Der Spruch des Tages sowie die TV-Hinweise entfallen ersatzlos, vorerst beschränkt man sich auf Nachrichten, Wetterinformationen und Spots – alles tonlos, versteht sich. Ein Loop dauert je nach Anzahl Spots sieben bis neun Minuten. Das entspricht in etwa der durchschnittlichen Wartezeit in den Poststellen. Für die News arbeitet Canal Poste neu mit grossen regionalen Tageszeitungen zusammen, deren Redaktionen die internationalen, regionalen und lokalen Nachrichten frei zusammenstellen und dreimal täglich aktualisieren können. «Selbst für Nachrichten über die Post gibt es keine Einschränkungen», versichert Etter. Diese bestehen aber bei den Werbespots, denn posteigene Produkte sollen in den Poststellen nicht konkurrenziert werden. «Die Aktivitäten von Postfinance schränken natürlich ein», sagt Etter. Im Klartext: Ban-kenwerbung wird man auf Canal Poste kaum zu sehen bekommen.
Canal Poste wird bereits seit 1997 angeboten. Die Akquisition von Werbezeit war zunächst einem externen Unternehmen übertragen worden, seit 1999 betreibt die Post den Verkauf aber selbst. Ein Akquisitionsmandat besitzt auch die Agentur Factum in Zürich. Das bleibt so, mit einer Ausnahme: Für die offenbar lukrative lokale Werbung wurde eigens die Firma P-Mediateam in Saland gegründet. Sie ist zwar keine Post-Tochter und verfügt auch nicht über einen Exklusivvertrag, steht aber doch in enger Verbindung mit der Post.
Soll für lokale Gewerbetreibende attraktiv werden: Canal Poste.
Andreas Etter.
Werbespots auf Canal Poste Nationales Netz Poststellen Kundenfrequenz/2 Wochen Grundpreis*
Schweiz 204 2194500 1097.–Deutschschweiz 163 1609608 805.–
Westschweiz 41 580272 290.–Regionale Netze Genf 15 184668 92.–
Waadt 14 173636 87.–Jura 10 108592 54.–Bern 19 211190 105.–Mitelland 17 149578 75.–Basel 21 236776 119.–Zürich 65 821634 411.–Zentralschweiz 19 151196 76.–Ostschweiz 6 174482 87.–Stadtnetze Stadt Lausanne 11 138040 69.–Stadt Bern 16 137778 87.–Stadt Basel 10 151548 76.–Stadt Zürich 31 336842 169.–Stadt Luzern 6 70706 36.–Swiss Cities** 89 1055584 528.–
*Der Preis entspricht einer Sekunde Ausstrahlung über einen Zeitraum von 2 Wochen.** Das Netz Swiss Cities umfasst neben Lausanne, Bern, Luzern, Basel und Zürich auch die Stadt Genf.
Quelle: Die Schweizerische Post
Markus Knöpfli
Vinum et circenses
Mit einer Weinprobe vom Feinsten liess es sich trefflich in die Eventwoche starten. Der Verlag Reader’s Digest lud Kunden in den zwar gemütlichen, aber leicht unterkühlten Mövenpick-Weinkeller in Zollikon.
Viel zu geniessen gabs auch an der Gambling-Night der SonntagsZeitung, die nach bewährter Manier ablief: Alle Anwesenden kriegten als Spielgeld 40000 Lucky-Dollar, die es innert zwei Stunden zu vermehren galt. Dazu warteten die einen Gäste mit vorher zurechtgelegten, komplexen Strategien auf. Andere versuchten es mit dem Lucky Punch und setzten alles auf eine Zahl – um bei einem Misserfolg sofort an die Bar zu dislozieren und sich für den Rest des Abends den offerierten Davidoffs hinzugeben.
Am besten spielten Sandra Haldi und Thomas Rüttimann. Der 500-Franken-Büchergutschein von Orell Füssli dürfte Haldi gerade recht sein. Sie hat bereits am Golfturnier der Idée-VfW eine Kiste Wein gewonnen – genug und abwechslungsreiches Material für winterliche Cheminée-Abende wäre somit vorhan-den. Und auch Rüttimanns
Siegercheck, ein 1000-Franken-Gutschein für Weineinkauf, dürfte wohl bald seiner finalen Bestimmung zugeführt werden. Womit sich der Kreis zum Anfang dieser Geschichte geschlossen hätte.
Black-Jack-Siegblatt mit 21 Punkten – wer solches öfter sah, kam in die Kränze.
Beat Fritschliess sich letzte Woche zu Genusssucht und Müssiggang verführen.
In den Caves Mövenpick lud Reader’s Digest zu einer breit angelegten
Degustation – die Versuchsstrecke reichte vom einfachen Languedoc-Tropfen bis hinauf zum Vega Sicilia. Die SonntagsZeitung wiederum bat zur alljährlichen Gambling-Night in die trendige Säulenhalle.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Veranstaltungen trifft, orten wir an den diversen Events der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.
Christoph Meier informierte Ruedi Geisselhardt (l.) und Paolo Placa (r.) von Reader’s Digest über seinen kürzlichen Jobwechsel.
Waren hingerissen von den kredenzten Weinen: Stephan Küng (l.), Initiative Media, und Guido Wietlisbach, OgilvyOne.
Tiefer Blick ins Glas: Manuela Gadient, MG Organisationen, Rolf Koller, Koller Della Piana Consulting, und Gerda Schröck (v. l.), Wirz.
Daniel Pauletto (l.), Hobby-Croupier und SoZ-Verkaufsleiter, mit Entertainer Dave Hertig, Ex-SoZ-Wirtschaftsredaktor.
Der Gewinnerreigen der Gambling-Night: Sandra Haldi, By Heart, Thomas Rüttimann, Zip Media, und Isabelle Kropf (v. l.), Publicitas.
SonntagsZeitung-Kundenberater Kurt Birrer mit Jacqueline Gervasi, Werbeleiterin bei Konica Minolta Photo Imaging.
Emmi-Werber Torsten Fankhänel (l.) mit Claudia Wilden, Cinecom, und Publimedia-Marketingleiter Markus Ehrle.
Jridé Huber mit Filippo Giarratana (l.) und Thomas Lang – er freut sich auf eine längere Südamerikareise – von dipl. Ing. Fust.
In der Sofaecke: Simon Walter, Wirz, Mascha Müller, AD bei Prime Communications, und Jean Pierre Kuhn (v. l.) von DD Com AG.
Ja, ja…Glück in der Liebe – Sabine Widmer von Metzger Lehner und Freund Ivan Schwendener waren schon bald pleite.
Ex-Publicis-Treffen an der Gambling-Night-Bar: Imre Sinka, Lajos Vizner, Reto Alborghetti und Stefan Maegli (v. l.).
Guido Käppeli von Schweizer Touristik zockte zusammen mit Freelance-Kommunikationsberaterin Andrea Waltzer.
Reto Dürrenberger (l.) und Daniel Izquierdo versorgten Janine Wettstein, Kommunikationsleiterin bei Smart, mit Spieltipps.
Publimedia-GL-Mitglied Moreno Cavaliere mit Andi Schaerer, Bürgi & Partner, und Sandro Prezzi (v. l.) von Optimedia.
Das charmante Empfangskomitee der Gambling-Night: Laura Colazzo, Angelika Heilemann und Martina Canonica (v. l.).
SF 2 und TNC lancieren Trendpool
«Trendpool» nennt sich ein neues TV-Kombi, das Publisuisse und Radiotele für junge Zielgruppen vermarkten.
Die Mezzeh-Palme
Gastronomie Noch sind Sina und Tommaso Sansos Tabule, Alrahib und Hommos Beiruti – vulgo Mezzeh – erst Insidern und mediterran angehauchten Gastrokritikern bekannt.
Koch es, schäl es oder vergiss es
Reisezubehör Katadyn, Hersteller portabler Systeme zur Wasseraufbereitung, plädiert mit einer Viva-Kampagne für mehr Vorsicht beim Trinkwassergenuss.
Europaweite Kampagne
Viele Reisende würden noch heute der Qualität des Trinkwassers zu wenig Bedeutung beimessen, ist der CEO überzeugt.
Eine europaweite Anzeigenkampagne und eine Informationsbroschüre sollen diesen Herbst Reisende auf die Gefahren hinweisen, die von verunreinigtem Trinkwasser ausgehen – und Katadyn-Produkte stärker bekannt machen.
Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet das Agentur-Team von Viva, Zürich, das Tränken und trübe Tümpel mit einem Katadyn-Schild als Trinkwasserquellen auszeichnet. Damit soll auch das letzte Kamel merken, dass durch Desinfektion und Filtration beinahe jedes Wasser trinkbar gemacht werden kann. Angesprochen werden aber nicht nur Tropenreisende. Trotz strenger Hygienevorschriften ist auch hier zu Lande längst nicht jeder Quell bedenkenlos geniessbar: Unlängst waren die Schweizer Gemeinden Kaltbrunn SG, Stein SG und Rohrbach BE wegen Trinkwasserverschmutzung in die Schlagzeilen gekommen.
Simone Keller
Viel zu tun für Agentur01
Nach einer Konkurrenzpräsentation hat Coop die Berner Agentur01 mit einem Teilbudget für 12 ganzseitige Inserate betraut. Das Schweizerische Rote Kreuz gehört neu ebenfalls zu den Kunden von Agentur01.
Ein schöner Saftladen
Getränkemarketing Für Rivellas Fruchtsaft-marke Michel realisierte Sulzer Sutter mit TV-Spots im Sitcom-Stil eine neue Markenwelt.
Mais oui, Michel ist Schweizer
Alle Filme sind von Condor Communications im Winterthurer «Café Alltag» gedreht worden. Die Location soll auch in Zukunft als Kulisse dienen, denn die Sitcom-Folge wird «über die nächsten Jahre kontinuierlich ihre Fortsetzung finden», wie Sulzer Sutter hofft. In die Rolle des Michel schlüpfte Schauspieler Christian Weber. Mit den Spots sollen die Konsumenten realisieren, dass Michel eine echte Schweizer Marke ist, wie Ana Labella erklärt. «Die meisten schliessen vom Namen her auf ein französisches Produkt.» Wahr daran ist nur die sprachliche Nähe: Das Label geht auf eine Familie Michel zurück, die bereits 1929 in der Westschweiz in einer Pionierleistung für das Gastgewerbe Fruchtsäfte portionenweise in Glasflaschen abgefüllt hatte. Mit der Übernahme durch Rivella können diese Säfte inzwischen von einem dicht ausgebauten Vertriebsnetz profitieren. Bis anhin ist das Logo des Stammhauses Rivella aber nur klein auf den Michel-Fläschchen zu entdecken. «Wir diskutieren derzeit noch darüber, die Verbindung in Zukunft stärker zu illustrieren», meint Labella. Im Gegensatz zu Rivella, das im grenznahen Ausland (Vorarlberg, Burgund oder Süddeutschland) sowie in Holland und Luxemburg verkauft wird, soll die Marke Michel vorerst nur in der Schweiz erhältlich sein. Sobald die Marke stark genug ist, soll sie Ausflüge ins Ausland unternehmen.
Das Logo des Mutterhauses Rivella soll noch deutlicher auf Michel-Flaschen erkennbar werden.
Rivella wirbt mit einem Laden für Michel-Säfte.
Andreas Panzeri
Ringier baut Osteuropa-Geschäft markant aus
Print Der Schweizer Medienkonzern Ringier übernimmt die serbische Tageszeitung Blic.
österreichische Investmenthaus Vienna Capital Partners. Auch in anderen
osteuropäischen Staaten übernimmt Ringier Beteiligungen von Gruner+Jahr, das sich in Osteuropa künftig auf Zeitschriften konzentrieren will. In
Rumänien ist es der Expres Verlag mit angegliederter Druckerei, der auch die Tageszeitung Evenimentul Zilei mit einer Auflage von 110000 Exemplaren herausgibt. In der Slowakei erweitert Ringier seine Beteiligung an der Boulevardzeitung Novy Cas von 49 auf 100 Prozent. Novy Cas weist eine Auflage von 154000 Exemplaren und eine Leserschaft von über einer Million aus. In Tschechien kauft Ringier die 25-Prozent-Beteiligung an seinen Verlags- und Druckunternehmen zurück.
Zweiter Anlauf
Samuel Helbling über die Nachfolge von Facts-Chef Hannes Britschgi
Zusammen mit der SonntagsZeitung galt das Nachrichtenmagazin als die erfolgreichste Neulancierung auf dem Schweizer Pressemarkt.
Inzwischen steht Facts am Abgrund, und als Folge davon ist Chefredaktor Hannes Britschgi in die Wüste geschickt worden. Wegen
«unterschiedlicher Auffassungen über die Weiterentwicklung», wie es im dürren Tamedia-Communiqué heisst. Tags darauf schreibt der
Tages-Anzeiger zu Recht, dass es Britschgi nicht geschafft habe,
Facts ein überzeugendes, attraktives Profil zu geben.
Zu Beginn lebte das Newsmagazin vom Punch, den abtrünnige
Weltwoche-Redaktoren ins Blatt brachten. Der zum Chefredaktor ad interim ernannte Stefan Barmettler ist einer von ihnen. Ob er als
Mann der Kontinuität und des Vertrauens genügend Ideen und
konzeptionelle Power für eine Neupositionierung des Titels hat, muss er jetzt beweisen. Unterdessen wird sich das Kandidatenkarussell weiterdrehen. Allein Tamedia-intern gäbe es schon zwei valable Kandidaten: Einmal Res Strehle, Chefredaktor des Magazins, der als Nachfolger von Roger Köppel die Samstagsbeilage des Tages-Anzeigers souverän weiterentwickelte und ihr neuen Drive gab. Aber auch Roger de Weck, der als Beirat respektive «Chefredaktor ohne Funktion» mit seinen Kommentaren omnipräsent ist und für deutsche, französische und Schweizer Blätter schreibt. Als Ex-Chef von Tages-Anzeiger und Die Zeit verfügt er zudem über ein gutes Netzwerk, Management- und
Führungserfahrung wie nur wenige Publizisten. Der Stachel, dass Roger Köppel von der Zeit zum «grössten Talent des Schweizer Journalismus» gekürt wurde, dürfte noch tief sitzen und den Ehrgeiz des Grandseigneurs zusätzlich anspornen, nochmals in die Niederungen der Redaktion
abzusteigen.
> Samuel Helbling, Chefredaktor
