Trüber September

Werbestatistik Nachdem der Marktforscher Media Focus für den August die erste Zunahme des Bruttowerbeaufwands des Jahres melden konnte, gings im September wieder abwärts.

Werbestatistik Nachdem der Marktforscher Media Focus für den August die erste Zunahme des Bruttowerbeaufwands des Jahres melden konnte, gings im September wieder abwärts.Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde um 3,3 Prozent weniger geworben. Die Tageszeitungen fuhren mit einem Rückgang von 12,3 Prozent das bisher schlechteste Ergebnis ein. Publikumszeitschriften verloren nach dem August-Hoch (+20,7%) 2,6 Prozent, Fachzeitschriften büssten 10,7 Prozent ein. Gut sieht es hingegen beim TV aus (+12,3 %). Ebenso beim Radio, das um 14,8 Prozent zulegte und in diesem Jahr noch nie einen Verlust erlitten hat.

Zahl der Woche

Detailhandel Rund 120 Millionen Franken will Migros-Konzernchef Anton Scherrer in den nächsten drei bis fünf Jahren für ein neues Erscheinungsbild des Detaillisten ausgeben.

Detailhandel Rund 120 Millionen Franken will Migros-Konzernchef Anton Scherrer in den nächsten drei bis fünf Jahren für ein neues Erscheinungsbild des Detaillisten ausgeben. 120 000 000 Der Marktführer, der gemäss Media Focus 2002 rund 185 Millionen Franken in Above-the-line-Massnahmen investiert hatte, will mit einem
offeneren Schriftgut frischer und freundlicher erscheinen.

Aargau will vorbeugen und Werbung verbieten

Werbeverbote II Die Aargauer Regierung will die Werbung für Tabak und alkoholische Getränke stärker einschränken.

Werbeverbote II Die Aargauer Regierung will die Werbung für Tabak und alkoholische Getränke stärker einschränken.Sie will eine Motion von Lilian Studer (EVP) entgegennehmen, die verlangt, dass auch in und an öffentlichen Gebäuden nicht mehr für Tabak und Alkohol geworben werden dürfe. Das Verbot soll auch für alle von öffentlichem Grund aus einsehbaren Orte gelten. Der Nutzen für die Volksgesundheit und die Suchtvorbeugung sei grösser als der Verlust für die Werbewirtschaft, erklärte der Regierungsrat. Im Bereich Tabak würden jährlich 39 Millionen Franken für Sponsoring und 71 Millionen Franken für Werbung ausgegeben, so der Regierungsrat.

Neues Backlight System von ots

Ots-media bringt ein «Backlight System der Superlative», wie das Technologieunternehmen in Wil SG mitteilt.

Ots-media bringt ein «Backlight System der Superlative», wie das Technologieunternehmen in Wil SG mitteilt.Das patentierte Backlight-Wechselsystem «Revelation» ermöglicht bei hinterleuchteten Plakatvitrinen im Format A1 den Wechsel von bis zu vier völlig
unabhängigen Bildern mit fliessenden Übergängen und wählbarer Zeitdauer. Die 12-Bild-Animation arbeitet ohne teuren Computer. Die neue Erfindung ist bereits erfolgreich im Einsatz für Swatch, Rado oder Deutsche Bank.

Close-up erstmals mit Wemf-Leserdaten

Das Kinomagazin Close-up weist erstmals von der Wemf beglaubigte Leserschaftszahlen aus. Diese wurden im Auftrag der Vereinigung Schweizerische Zigarettenindustrie (CISC) ermittelt.

Das Kinomagazin Close-up weist erstmals von der Wemf beglaubigte Leserschaftszahlen aus. Diese wurden im Auftrag der Vereinigung Schweizerische Zigarettenindustrie (CISC) ermittelt.CISC wollte wissen, wie hoch der Anteil jugendlicher Leser (bis 18 Jahre) ist. Die unter 18-Jährigen machen laut Wemf 13 Prozent der Leserschaft von Close-up aus. 20,5 Prozent sind älter als 35 Jahre. Ab 2004 soll Close-up regelmässig in der Mach Basic ausgewiesen werden. Der Gratistitel erscheint monatlich in einer beglaubigten Auflage von 158113 Exemplaren.

TopJobsScout24 bringt Online-Inserate in Druck

Auch auf den Stellenplattformen JobScout24.ch und TopJobs.ch erfasste Stellen können jetzt ohne Medienbruch direkt in die Printmedien übermittelt werden.

Auch auf den Stellenplattformen JobScout24.ch und TopJobs.ch erfasste Stellen können jetzt ohne Medienbruch direkt in die Printmedien übermittelt werden.Auch auf den Stellenplattformen JobScout24.ch und TopJobs.ch erfasste Stellen können jetzt ohne Medienbruch direkt in die Printmedien übermittelt werden. Das Angebot namens Mediamanager besteht für die Schwesterplattformen AutoScout24 und ImmoScout24 seit Anfang Oktober. Es wird in Kooperation mit Publicitas betrieben. Mit dem Mediamanager können online aufgegebene Inserate direkt am Bildschirm nach eigenen
Layout- und Preis-Vorstellungen druckfertig gestaltet und in den
gewählten Printmedien platziert werden. Die Grundfunktionen stehen kostenlos zur Verfügung.

Dr. Knobel, Facharzt im Spital Lachen

Das Spital Lachen hat die Zuger PR-Agentur Dr. Peter P. Knobel AG mit seinem Kommunikationsetat betraut. Knobel setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation gegen mehrere Mitbewerber durch.

Das Spital Lachen hat die Zuger PR-Agentur Dr. Peter P. Knobel AG mit seinem Kommunikationsetat betraut. Knobel setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation gegen mehrere Mitbewerber durch.Das Gesundheitszentrum am oberen Zürichsee folge der Erkenntnis, dass sich ein Spital im Gesundheitsmarkt bewusst zu positionieren habe, schreibt die Agentur.

Prognos zweifelt an Medienhaus-Strategien

Zeitungen bleiben bis zum Jahr 2007 die stärkste Werbeträgergruppe in der Schweiz.

Zeitungen bleiben bis zum Jahr 2007 die stärkste Werbeträgergruppe in der Schweiz.Das sagt das Basler Forschungsinstitut Prognos in seinem Mediareport «Zeitungen 2007: Wandel nutzen – Wert erhalten» voraus. Prognos erwartet im kommenden Jahr ein Wachstum von 2,3 Prozent im Gesamtwerbemarkt. Die Werbeeinnahmen der Zeitungen sollen ab 2004 zwar zulegen, ihr Marktanteil aber von 43,7 (2002) auf 42,6 Prozent sinken. In ihrer Analyse kommen die Basler Medienexperten zum Schluss, dass die Medienhaus-Strategien der späten Neunzigerjahre auf den Prüfstand gestellt werden müssten. Die Prognos-Studie kostet 3900 Euro. Eine Zusammenfassung und das Inhaltsverzeichnis sind auf www.prognos-mediareports.com einsehbar.

Die Superstars von der Mühlehalde

Fundraising In einem neuen Spot von Ruf Lanz bittet das Blindenwohnheim Mühlehalde auch dieses Jahr um grosszügige Beiträge.

Fundraising In einem neuen Spot von Ruf Lanz bittet das Blindenwohnheim Mühlehalde auch dieses Jahr um grosszügige Beiträge.Hungerbäuche, Leprageschwüre und traurige Kinderaugen: Seit dem 18. Oktober versuchen – alle Jahre wieder – unzählige Organisationen über das Mitgefühl die Brieftaschen der Wohlstandsgesellschaft zu erreichen. Spende heisst das Zauberwort, das dem Bürger erlaubt, mit reinem Gewissen und steuerlichen Abzugsmöglichkeiten ins neue Jahr zu rutschen. Dass sich aber in Zeiten der Krise jeder selbst der Nächste ist, beweisen die Zahlen des GfS-Forschungsinstituts schwarz auf weiss: 2002 ist das gesamte Spendenvolumen in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent geschrumpft. Umso härter wird da der Kampf der rund 300 Zewo-anerkannten Organisationen um finanzielle Unterstützung. Eine davon ist die Stiftung Mühlehalde, die Trägerin des gleichnamigen Blindenwohnheims in Zürich ist. Dieses hat 2002 die Agentur Ruf Lanz um kreative Unterstützung beim jährlichen Spendenaufruf gebeten. Dass man etwas ganz anderes machen würde als alle anderen, stand für Danielle Lanz und Markus Ruf ausser Frage. «Wir wollten die blinden Menschen nicht als Behinderte darstellen, die unser Mitleid brauchen», so der CD.
Stattdessen appellierte das Kreativduo über die Lachmuskeln an die Herzen potenzieller Spender, indem sie zeigten, was geschieht, wenn sich die blinden Seniorinnen und Senioren – die sich in den Spots gleich selbst mimten – gegenseitig helfen müssen: Ein Spaziergang endet im See und eine Shoppingtour mit unpassenden T-Shirts.
Der Mut zum Humor hat sich für die Heimleitung bezahlt gemacht. Etwa 700 neue Gönner konnten in der Zeit von Mitte Oktober bis Ende Dezember gewonnen und die Spenden damit um 118 Prozent auf rund 800000 Franken gesteigert werden. Da mit dieser Summe der Finanzbedarf von 1,5 Millionen Franken aber noch lange nicht gedeckt ist, wartet das Wohnheim seit kurzem mit einem neuen Spot auf.
Die Magie schwarzer BrillenDiesmal wollte man mehr Heimbewohner in die Produktion einbeziehen, wie Markus Ruf erklärt. Schliesslich waren die drei Frauen der Vorgängerspots von der Presse regelrecht «gejagt» worden, sodass man am Schluss den Eindruck gewann, sie würden die schwarzen Brillen tragen, damit man sie nicht erkenne, schmunzelt der CD.
Diese schwarzen Brillen waren dann auch die zündende Idee für eine würdige Fortsetzung der letztjährigen Kampagne. Das Utensil ist nämlich das Markenzeichen eines der berühmtesten – und reichsten – Blinden der Welt: Stevie Wonder. Vier Wochen lang hat der Chorleiter der Mühlehalde mit den Bewohnern den Wonder-Hit «I just called to say I love you» eingeübt. In einer aufwändigen Produktion – das Studio lag im dritten Stock ohne Lift – inszeniert der Film eine Plattenaufnahme und enthüllt für alle hörbar, dass «nicht alle blinden Menschen mit Singen Millionen verdienen können».
Flankierend zum Spot, der sowohl im Fernsehen als auch in den Kinos läuft, hat Ruf Lanz ein Sujet für Tramplakate, Inserate und für
E-Boards kreiert. Aus drei schwarzen CDs der blinden Sänger Stevie Wonder, Ray Charles und Andrea Bocelli ist auf gelbem Hintergrund ein Blindenzeichen entstanden. Singen wollten die Belcanto-erfahrenen Stars von der Mühlehalde aber nur etwas von Stevie Wonder oder Ray Charles. Bocelli, so waren sich alle einig, sei «Kitsch».
Simone Keller

Pecunia non olet

Bankenmarketing Liebe geht durch den Magen und Werbung durch die Nase. Letzteres hat nun auch die Privatbank Julius Bär erkannt und spricht potenzielle Kunden über deren Olfaktorius an.

Bankenmarketing Liebe geht durch den Magen und Werbung durch die Nase. Letzteres hat nun auch die Privatbank Julius Bär erkannt und spricht potenzielle Kunden über deren Olfaktorius an.Unter dem Motto «Riechen Sie den Erfolg?» hat Jung von Matt/Limmat eine doppelseitige «Duftanzeige» kreiert. Die Essenz von frisch gemähtem Golfrasen, von Morgenluft in St-Tropez oder den Ledersitzen eines Aston Martin beweisen einmal mehr, dass Geld nicht stinkt. Da Düfte aber in aller Regel nicht von Dauer sind, empfiehlt die Zürcher Bank vermögenden Schnüfflern auf der Folgeseite, baldmöglichst mit dem Julius-Bär-Team Kontakt aufzunehmen.

Löcher im Laib

Fundraising Ein Symbol für Nahrung hat die Agentur Publicis in eines für Hunger verwandelt, um die Überflussgesellschaft wieder daran zu erinnern, dass in vielen Teilen der Welt immer noch Menschen den Hungertod sterben.

Fundraising Ein Symbol für Nahrung hat die Agentur Publicis in eines für Hunger verwandelt, um die Überflussgesellschaft wieder daran zu erinnern, dass in vielen Teilen der Welt immer noch Menschen den Hungertod sterben.Eindringlich, aber ohne Schockbilder wollten die Werber auf das Engagement von Terre des hommes aufmerksam machen. Als Visual dient ein Stück Brot. Die poröse Struktur des Laibes ist der Schlüssel zur kreativen Umsetzung: Substanz und Löcher – also Nahrung und keine Nahrung – sind nur Millimeter voneinander entfernt. In die Löcher wurde die Botschaft platziert: «Millionen von Kindern essen diesen Teil.» Wer mit gutem Appetit in eine Scheibe Brot beisst, soll daran erinnert werden.

Zahl der Woche:

Die 50 besten Medienkunstwerke

Die 50 besten Medienkunstwerke Fernsehen des Wettbewerbs Internationaler Medienkunstpreis 2003 sind ab 3. November in der Mitternachtsschiene auf SF2 zu sehen. Der amerikanische Medientheoretiker Tom Y. Levin moderiert die einstündigen Sendungen. «Die 50 Besten» zeigen alle nominierten Videos in voller Länge.
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