Publigroupe: Arndt Groth folgt auf Hans-Peter Rohner
Arndt Groth wird neuer CEO von Publigroupe. Er löst Hans-Peter Rohner per 1. September 2012 ab. Rohner wird weiterhin als VR-Präsident zur Verfügung stehen, vorbehaltlich der Wiederwahl anlässlich der Generalversammlung vom 25. April 2012.
Publigroupe und vor allem das Geschäftssegment Media Sales mit Publicitas befinden sich seit einigen Jahren in einem Prozess weg von der reinen Printvermarktung hin zu einem zunehmend digitalen Fullservice-Anbieter, so die Werbevermarkterin in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Nominierung des neuen CEOs, der die operative Verantwortung für Publigroupe und sämtliche Beteiligungen per 1. September 2012 von Hans-Peter Rohner, Verwaltungsratspräsident und CEO, übernimmt, soll diese Entwicklung nochmals deutlich beschleunigen.
Der 47-jährige Arndt Groth ist deutscher Staatsbürger und seit 17 Jahren in verschiedenen Führungspositionen tätig, zuerst vor allem auf Verlegerseite bei den Verlagsgruppen Georg von Holtzbrinck, Handelsblatt und bei Interactive Media, damals ein Tochterunternehmen von Axel Springer. Seit 1998 ist Arndt Groth bei führenden Internet-Firmen respektive Vermarktungsorganisationen mit digitaler Ausrichtung beschäftigt. Der Diplom-Kaufmann war Geschäftsführer von Double Click in Deutschland und Interactive Media. Beim grössten europäischen Anbieter von E-Commerce-Shops ePages war Arndt Groth geschäftsführender Gesellschafter und CEO, bevor er 2008 zum global tätigen Vermarktungsnetzwerk Adconion wechselte. Bei Adconion gestaltete er als Europa-Präsident die Weiterentwicklung eines der weltweit grössten Plattformen für die Distribution und Monetarisierung digitaler Inhalte wesentlich mit. Nach der erfolgreichen Akquisition und Integration von Smartclip 2011 wechselte Arndt Groth im Februar 2012 in den Beirat der Adconion Media Group. Neben seinen operativen Aufgaben amtet der gebürtige Hamburger seit 2003 als Präsident des BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft).
Hans-Peter Rohner, CEO und Verwaltungsratspräsident von Publigroupe: «Mit Arndt Groth konnten wir einen ausgewiesenen Vermarktungsprofi digitaler Medien der ersten Stunde für die Rolle als CEO gewinnen, der gleichzeitig die Verlegerseite und das Printgeschäft im Detail kennt. Er ist optimal qualifiziert, um Publigroupe erfolgreich im digitalen Markt in der Schweiz und auf europäischer Ebene zu positionieren.»
Arndt Groth, zukünftiger CEO von Publigroupe: «Ich freue mich auf diese neue Herausforderung. Publigroupe ist eine Firma mit langer Historie, die über ihre zahlreichen Beteiligungen hervorragend aufgestellt ist, um neben der traditionellen Printvermarktung auch eine führende Vermarkterin digitaler Medien zu werden und ihren Kunden Dienstleistungen entlang der gesamten Marketingdienstleistungskette anbieten zu können. Egal ob auf Branding- respektive Display-, Search- oder Performance-Ebene, in jedem Geschäftssegment verfügt Publigroupe über Kompetenzen, die es gilt, weiter zu stärken und auszubauen».
Anleger reagieren positiv
Bereits im Dezember gab Publigroupe bekannt, dass sich Rohner künftig auf das Präsidium konzentrieren wolle. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen damals den Abbau von rund 200 Stellen bis im Jahr 2015 an. Auf Groth wartet bei der Publigroupe gemäss SDA keine leichte Aufgabe. Der Start ins Jahr sei miserabel ausgefallen, sagte Verwaltungsratspräsident Rohner an der Bilanzmedienkonferenz von Anfang März. Einen erneuten Stellenabbau bei der Publigroupe schloss er explizit nicht aus. Dem neuen Mann an der Spitze trauen Anleger offenbar zu, das Unternehmen auf den Erfolgspfad zurückzulenken. Er komme aus dem Online-Geschäft und verfüge über ein riesiges Netzwerk in Europa, hob ein Analyst der Bank Vontobel hervor. Mit Groth scheine gewährleistet, dass die künftige Positionierung der Publigroupe als Online-Unternehmen mehr als ein Lippenbekenntnis sei.
Auch die Anleger reagierten positiv auf die Ernennung des neuen Chefs. Der Publigroupe-Aktienkurs stand nach Börsenschluss 5,3 Prozent im Plus. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index schloss dagegen um 0,52 Prozent im Minus.

