Im ersten Halbjahr erzielte das Medienunternehmen einen Umsatz von 524 Millionen Franken (Vorjahr: 554,2 Millionen Franken). Dies entspricht einem Rückgang von 5,4 Prozent. Das Ebit sank um 31,6 Prozent auf 60,3 Millionen Franken (Vorjahr: 88,1 Millionen Franken), während das Ergebnis den Wert von 73,7 Millionen Franken (Vorjahr: 87.7 Millionen Franken) erreichte. Der Umsatzrückgang widerspiegle die durchzogene Entwicklung des Schweizer Werbemarktes, so Tamedia in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der Verband Schweizer Medien weist in seiner Inseratestatistik für die Tageszeitungen insgesamt einen Rückgang der Netto-Werbeumsätze von 10 Prozent aus.
Insbesondere die Stellenanzeigen erlitten einen Einbruch. Hier wurde ein Minus von 23 Prozent ausgewiesen. Besonders stark rückläufig entwickelten sich die Umsätze der Zeitung Tages- Anzeiger mit den Stellenbeilagen Alpha und Stellen-Anzeiger sowie von 24heures und Tribune de Genève, wie es in der Mitteilung heisst.
Zwei Drittel des Umsatzrückgangs seien auf das Geschäftsfeld Print Regional zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung weiter. Es sei für die Gruppe zentral, dass im Bereich Print Regional fortlaufend Massnahmen zur Ergebnisverbesserung umgesetzt würden. Dies sagte Tamedia-Chef Martin Kall gemäss SDA am Donnerstag an einer Telefonkonferenz.
Auch die Umsatzentwicklung des Geschäftsfeldes Digital blieb unter den Erwartungen. Das Geschäftsfeld trug 12,1 Prozent (Vorjahr 11,1 Prozent) zum Gesamtumsatz bei, während der Umsatzanteil des Geschäftsfelds Print Regional bei 47,2 Prozent (Vorjahr 48,7 Prozent) lag. Die Investitionen in die Redaktionen und der Ausbau der Rubriken- und Serviceportale hätten sich noch nicht im erhofften Ausmass ausbezahlt. Das Hauptproblem sei in diesem Zusammenhang der Werbeumsatz der mobilen Nutzer. «Über die Hälfte der Zugriffe auf 20 Minuten Online etwa geschehen über mobile Geräte», sagte Kall gemäss SDA weiter. «Wir haben also sehr viele Nutzer, die uns kommerziell nichts bringen.» Die grosse Herausforderung sei deshalb die Frage nach der Kommerzialisierung der mobilen Nutzung. Eine Möglichkeit wären gemäss Kall kostenpflichtige Inhalte auf den Nachrichtenportalen. Beim Onlineportal 20 Minuten wird diese so genannte Paywall aber ausgeschlossen. «Wenn überhaupt, gäbe es das nur beim Newsnetz», so Kall gemäss SDA. Bis Ende Jahr wolle man einen Entscheid fällen.
Das Geschäftsfeld Print National trug 40,8 Prozent (Vorjahr 40,2 Prozent) zum Umsatz bei. Der Konzernchef zeigt sich gemäss SDA an der Telefonkonferenz sehr zufrieden mit dem Bereich der Nationalen Printmedien. Man wolle in diesem Bereich weiter ausbauen.