Presserat: Blick missachtet Opferschutz und verletzt Privatsphäre

Die Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin hat vom Presserat Recht erhalten. Der Blick habe mit dem Artikel «Sex-Skandal um SVP Politiker» vom 24. Dezember 2014 den Opferschutz missachtet und die Privat- und Intimsphäre der Politikerin verletzt.

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Blick veröffentlichte die vollen Namen und Porträt-Bilder der beiden mutmasslichen Beteiligten und fragte «Hat er sie geschändet?». Auch SVP- Kantonsrat Markus Hürlimann hatte sich wegen diesem und weiteren im Blick veröffentlichten Artikel beim Presserat beschwert. Mit ihrem ersten Artikel zur sogenannten Zuger Sex-Affäre habe die Zeitung den Journalistenkodex in mehreren Punkten verletzt, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des Presserats. Da Blick offensichtlich davon ausgegangen sei, dass es möglicherweise zu einem Sexualdelikt gekommen sei, habe er mit der Identifizierung des mutmasslichen Opfers den Opferschutz verletzt. Mit der späteren Einstellung des Verfahrens ist rechtskräftig festgestellt, das kein Sexualdelikt vorliegt. Ein möglicher sexueller Kontakt gehört nach Auffassung des Presserats eindeutig in den Bereich der geschützten Intimsphäre. Ein «entgegengesetztes überwiegendes öffentliches Interesse besteht in der Regel nicht», schreibt der Presserat.

Blick hatte geltend gemacht, dass ein intimer Kontakt zwischen der damaligen Co-Präsidentin der Alternative/die Grünen und dem damaligen SVP- Kantonalpräsidenten eine Dimension habe, die den Vorgang über den privaten Bereich hinaushebe. Dieser Argumentation folgte der Presserat jedoch nicht. Der Blick habe Privat- und Intimsphäre von Spiess-Hegglin verletzt. Auch dass sie sich später selbst in der Öffentlichkeit zu Wort meldete, lässt der Presserat nicht als Rechtfertigung gelten.

Auch Hürlimanns Beschwerde gutgeheissen

Auch die Beschwerde von Markus Hürlimann gegen mehrere Blick-Artikel hiess der Presserat teilweise gut. So stellt er fest, dass Blick die Privat- und Intimsphäre verletzt, unüberprüfbare Gerüchte publiziert und den Angeschuldigten nicht zu Vorwürfen angehört habe. «Was hinter verschlossenen Türen stattfand, kann nicht Gegenstand der medialen Berichterstattung sein», schreibt der Presserat. Hingegen durfte der Blick darüber berichten, dass Hürlimann vorübergehend wegen des Verdachts auf ein Sexualdelikt inhaftiert wurde. Dies ist laut Presserat ohne Zweifel von öffentlichem Interesse. Allerdings hätte Hürlimann zu diesen schweren Vorwürfen angehört werden müssen. Dass er über Nacht in Haft war, sei kein Grund gewesen, auf diese Anhörung zu verzichten. Der Verlag habe die Stellungnahme des Presserates so zur Kenntnis genommen, teilte Ringier-Sprecher Edi Estermann auf Anfrage mit. «Der Entscheid wurde redaktionsintern diskutiert und die von uns daraus abzuleitenden Massnahmen wurden getroffen.»

Affäre rechtlich abgeschlossen

Am Morgen nach der Landammann-Feier im Dezember 2014 war Jolanda Spiess-Hegglin gemäss eigenen Angaben ohne Erinnerungen an den vorigen Abend und mit Unterleibsschmerzen ins Spital gegangen. Ihr Kantonsratskollege Markus Hürlimann geriet daraufhin in den Verdacht, sie mit K.-O.-Tropfen gefügig gemacht zu haben. Hürlimann hatte dies stets bestritten. Es habe zwar eine Annäherung gegeben, diese sei jedoch einvernehmlich erfolgt. Rechtlich ist die Affäre abgeschlossen. Das Verfahren gegen Hürlimann wurde im vergangenen September eingestellt. (SDA)

Schlichtungsverfahren in der Telekombranche nehmen stark zu

Die Schlichtungsstelle Telekommunikation (Ombudscom) hat im vergangenen Jahr ein Viertel mehr Verfahren behandelt als im Vorjahr. Viele der Beschwerden betrafen Abonnemente, für die sich Handy-Nutzer ohne Wissen angemeldet hatten.

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Dies zeigt der Jahresbericht 2015 der Ombudscom, der am Dienstag publiziert worden ist. Gesamthaft wandten sich im Jahr 2015 rund 6450 Personen an die Schlichtungsstelle. Dies entspricht monatlich rund 537 Kundinnen und Kunden. Die Zahl der eigentlichen Schlichtungsverfahren nahm erstmals seit fünf Jahren bedeutend zu. Hauptbeschwerdegrund waren wie in den Vorjahren die ungewollten Vertragsabschlüsse per Telefon. Sie machten über ein Viertel aller Beschwerden aus. Auffallend sei, dass vielfach ältere Personen von den Telekomanbietern telefonisch in der Absicht kontaktiert würden, dass diese den angestammten Vertrag wechselten, liess sich Ombudsmann Oliver Sidler in der Mitteilung zitieren. «In den Beschwerden äusserten sie sich oft befremdet über die Abwerbepraxis der Anbieter.» Sie seien nicht umfassend über einen allfälligen Anbieterwechsel sowie die Vertragsdauer informiert worden.

Tückische Mehrwertdienste

Am zweithäufigsten beschwerten sich die Kunden über die Rechnungsstellung. Dies waren namentlich Beanstandungen über im Abonnement enthaltene Vergünstigungen, welche auf der Rechnung nicht mitberücksichtigt wurden, Beanstandungen über die Zahlungsfrist, neu verrechnete Gebühren für die Rechnung in Papierform und weitere Unklarheiten hinsichtlich der Rechnung. Auch zu den sogenannten Mehrwertdiensten gingen viele Reklamationen ein. Die verschärften Vorschriften zur Preisbekanntgabe ab dem 1. Juli 2015 und insbesondere die Verpflichtung, dass der Kauf oder die Aktivierung eines Abonnements zusätzlich bestätigt werden muss, hätten nicht zu einem Beschwerderückgang geführt, schreibt Ombudscom. Die offizielle, vom Fernmeldegesetz vorgesehene Schlichtungsstelle Telekommunikation vermittelt bei zivilen Streitigkeiten zwischen Kundinnen und Kunden sowie Fernmelde- und Mehrwertdienstanbietern im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom). (SDA)

Freicom: Neuauftritt für die Gemeinnützige Gesellschaft Kanton St. Gallen

2019 feiert die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons St. Gallen, die GGK SG, ihr 200-Jahr-Jubiläum. Einen neuen, von Freicom gestalteten visuellen Auftritt hat sie schon heute erhalten.

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Er soll aufzeigen, wie die geschichtsträchtige GGK in die Zukunft gehen möchte, wie sie ihre Aufgabe im Kanton St. Gallen wahrnimmt und die Freiwilligenarbeit fördert und pflegt. Eine moderne, warme Bildwelt soll die Idee der GGK in allen Produkten tragen. Das von Freicom entwickelte CI/CD wurde auch in einer neuen Webseite umgesetzt, die in ihrer einfachen Modernität generationenübergreifend Menschen einladen und abholen kann.

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Zusammen mit dem Fotografen Nico Schaerer hat Freicom eine neue Bildwelt realisiert. Die Idee: der moderne, individualisierte Mensch in Korrespondenz mit der Gemeinschaft. Die Bildsprache rückt bewusst den einzelnen Menschen im öffentlichen Raum ins Zentrum, achtet mit der eingehaltenen Distanz aber gleichzeitig darauf, seine Individualität nicht zu stark ins Spiel zu bringen.

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Verantwortlich bei GGK St. Gallen: Hubertus Schmid (Präsident GGK SG) Marco Dörig (Vorstand GGK SG). Verantwortlich bei Freicom: Karin Fagetti (Projekt-Gesamtverantwortung), Patrizia Fani (Kreation und Web-Design), Nina Boschetti (Polygrafie). Fotografie: Nico Schaerer.

Publizistischer Beirat der NZZ neu mit fünf externen Fachleuten

Die NZZ hat den publizistischen Ausschuss des Verwaltungsrates umgewandelt in einen publizistischen Beirat, dem auch fünf externe Fachleute angehören. Das Gremium wird geleitet vom früheren NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer.

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Als weitere externe Mitglieder gehören dem Beirat die frühere FDP- Fraktionschefin Gabi Huber, der Spiegel-Online-Chefredaktor Florian Harms, der frühere Avenir-Suisse-Chef und NZZ-Redaktor Gerhard Schwarz und Lucy Küng, Professorin für Medieninnovationen, an. Der Verwaltungsrat ist im Beirat vertreten durch Carolina Müller-Möhl und Christoph Schmid. Der publizistische Beirat berät den NZZ-Verwaltungsratspräsidenten in Fragen des Medienwandels, der digitalen Transformation und der daraus resultierenden Anforderungen an die Qualitätspublizistik. Entscheidungskompetenz hat das Gremium nicht. Diese liegt beim Verwaltungsrat. (SDA)

Millionenklagen gegen Salt

Mobilcom und Adarna, zwei Ostschweizer Firmen, die früher für Salt Geschäftskunden angeworben haben, verklagen den ehemaligen Partner auf Schadenersatz in Millionenhöhe.

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Wie die Sonntagszeitung berichtete, geht es dabei um vertraglich zugesicherte Provisionen und Umsatzbeteiligungen. Ausserdem werfen die Kläger Salt vertragswidriges Verhalten vor, das das Einstellen ihrer Agenturtätigkeit zur Folge gehabt habe. Adarna Schweiz fordert 2,6 Millionen Franken, Mobilcom Schweiz sogar 8,5 Millionen Franken. Aufgrund ausbleibender Provisionszahlungen in Millionenhöhe mussten Mobilcom 42 Mitarbeitende entlassen und Konkurs anmelden. Auch Adarna kündigte 16 Mitarbeitenden fristlos.

2015 hat Salt den meisten Vertriebspartnern, die vorher jahrelang für Orange gearbeitet haben, gekündigt. Wie das Unternehmen gegenüber der Sonntagszeitung bestätigt, konzentriert man sich neu verstärkt auf den direkten Kundenkontakt – den Vorwurf des vertragswidrigen Verhaltens allerdings weist man zurück. Man habe sich stets an den Vertrag und das geltende Agenturrecht gehalten.

Adarna-Geschäftsführer René Matzigner wirft Salt vor, das Unternehmen habe die langjährigen Geschäftspartner ausbluten lassen, indem ab der Kündigung keine Überweisung mehr ausgeführt worden sei – dies, obwohl während der dreimonatigen Kündigungsfrist noch gearbeitet worden und Neukunden vermittelt worden seien. Ausserdem wirft Matzinger Salt vor, darauf spekuliert zu haben, dass sich ein kleines Unternehmen ohnehin kein Gerichtsverfahren leisten könne und deshalb eine hohe Parteienentschädigung im Falle eines Sieges vor Gericht verlangt habe. Dieser Antrag wurde vom Zürcher Handelsgericht aber abgelehnt. (hae)
 

Historiker fordern fünfstelligen Schadenersatz von der Weltwoche

Am Dienstag wird am Zürcher Bezirksgericht die Zivilklage der Professoren Philipp Sarasin und Svenja Goltermann gegen die Weltwoche verhandelt.

In einer Artikelserie warf die Weltwoche unter der Feder des stellvertretenden Chefredaktor Philipp Gut den Historikern Sarasin und Goltermann «Beziehungskorruption» vor: Professor Sarasin sei bei Goltermanns Berufungsverfahren nicht in den Ausstand getreten, obwohl die beiden in der Vergangenheit ein «Liebesverhältnis» gehabt hätten.

Ein Vorwurf, der von beiden Beschuldigten vehement bestritten wurde und wird. Dennoch legte Gut in über einem Dutzend Texten seit Oktober 2014 nach und betonte immer wieder, die Geschichte stimme. Dies muss er nun vor Gericht beweisen. Das könnte aber schwierig werden, denn Gut beruft sich auf den Quellenschutz. In seinen Artikeln bezog er sich auf anonymisierte Gesprächsprotokolle aus Sarasins persönlichem Umfeld.

Sarasin und Goltermann wollen Genugtuung und Schadenersatz, der laut Sonntagszeitung im tiefen fünfstelligen Bereich liegen soll. Sie fordern, dass die Weltwoche die Anschuldigungen nie mehr wiederholen darf und das Urteil publizieren muss. Die erschienen Artikel müssen zudem aus dem Archiv gelöscht werden.

Nach Einschätzung der Sonntagszeitung haben die beiden intakte Erfolgschancen. Einerseits, weil die Weltwoche unter anderem schrieb, die «ausserhalb sozialhistorischer Fachzirkel weitgehend unbekannt[e]» Goltermann sei «nur dank Vitamin B in starken Dosen» zu ihrem Lehrstuhl in Zürich gelangt. Ausserdem wurde sie als «Körper der Nation» bezeichnet. Das sei «beste Munition für jeden Anwalt», schreibt die Zeitung. Andererseits, weil die Forscherin nach der Kampagne gegen sie in medizinischer Behandlung war und schliesslich krankgeschrieben wurde.

Im Herbst muss sich Gut im selben Fall nochmals vor der Staatsanwaltschaft verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat die Anklage nach der Strafanzeige der beiden Professoren erhoben. Gut wird mehrfache üble Nachrede und mehrfache Widerhandlung gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vorgeworfen. (hae)

Vier Pfoten: Zusammenarbeit mit Online-Plattformen für Kleinanzeigen

Der Tierhandel im Internet boomt. Weil auf Schweizer Kleinanzeigen-Plattformen viel Betrug geschieht, ist Vier Pfoten im Rahmen der neuen Kampagne «Tatort Internet» mit Anibis.ch und Tutti.ch im Gespräch, um umfassende Sicherheitsmassnahmen zu fördern.

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Immer mehr Menschen in der Schweiz kaufen Tiere über Online-Plattformen. Gleichzeitig häufen sich Betrugsfälle und Fälle von Tierquälerei im Zusammenhang mit dem Internet-Tierhandel. Zum Start der neuen Kampagne «Tatort Internet» hat Vier Pfoten bei den Online-Plattformen Tutti.ch, Anibis.ch und Preso.ch nachgefragt, wie ihre Policy für Tieranzeigen lautet und was sie konkret unternehmen, um Missbrauch und Kriminalität vorzubeugen. Fazit: Die führenden Schweizer Kleinanzeigen-Plattformen haben das Problem erkannt und versuchen mit verschiedenen Massnahmen, die Flut von unseriösen Angeboten auf ihren Seiten einzudämmen.

«Mit den grossen Plattformen Tutti.ch und Anibis.ch ist Vier Pfoten im konstruktiven Gespräch, um möglichst umfassende Sicherheitsmassnahmen zu etablieren», so Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von Vier Pfoten Schweiz. Massnahmen sollen Tiere und Konsumenten schützen «Wir haben einen sehr konkreten Massnahmenkatalog ausgearbeitet, den wir den Plattformen vorgelegt haben», so Oeschger. «Anhand der Antworten kann man erkennen, wie ernst die Unternehmen sowohl Tier- als auch Konsumentenschutz nehmen.» Die Massnahmen beinhalten die genaue Überprüfung der Verkäufer, verpflichtende Angaben zum Tier selbst wie etwa Informationen über die Gesundheit, das exakte Alter etc. sowie eine genaue Auflistung aller Tiere, die nicht verkauft werden dürfen. Zu letzteren gehören etwa Primaten, zahlreiche Wildtiere, trächtige sowie zu junge Tiere. Die Konsumenten sollen laut Vier Pfoten mit dem Vergleich der Plattformen eine gewisse Orientierung und ein Bewusstsein bekommen, welche Überlegungen im Zusammenhang mit Tierschutz, aber auch mit Betrugsbekämpfung wichtig sind. «Wir können leider nicht verhindern, dass Tiere in der Schweiz oder sonst wo online erworben werden. Es ist uns aber wichtig, dass Tiere nicht einfach als Ware, sondern als fühlende Wesen gesehen werden. Die Leute müssen wissen, dass hier extrem viel Missbrauch passiert», so Oeschger.

Recherchen in zehn Ländern fördern viele Betrugsfälle zutage

Für die internationale Kampagne «Tatort Internet» hat Vier Pfoten Recherchen in zehn Ländern durchgeführt. Auch in der Schweiz waren Käufer immer wieder mit Betrugsfällen konfrontiert; oft starb das neu erworbene Tier nach wenigen Tagen oder Konsumenten haben durch einen solchen Kauf beträchtliche finanzielle Schäden aufgrund von Tierarztkosten erlitten. «Es gibt unzählige Probleme», fasst es Oeschger zusammen. «Mangelnde Beratung, dubiose Quellen und Tierquälerei sind aber die gravierendsten.»

Abschliessend möchte Vier Pfoten in einer Mitteilung darauf hinweisen, dass auch Tierheime oftmals eigene Webseiten haben, auf denen Interessenten nach tierischen Gefährten suchen können. Unzählige Tiere warten dort auf liebevolle Besitzer. Vier Pfoten empfiehlt generell, sich bei der Anschaffung eines Tieres zuerst an die überfüllten Schweizer Tierheime zu wenden.

Medienbudget 2015: Leicht rückläufiges Gesamtvolumen

Spiegel startet Bezahlmodell im Internet

Der Spiegel-Verlag hat ein Bezahlangebot im Internet gestartet. Seit Montag bietet er ausgewählte Artikel aus dem Spiegel und von Spiegel Online für jeweils 39 Cent an.

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Das Bezahlangebot namens «Spiegel Plus» solle schrittweise ausgeweitet und weiterentwickelt werden, erklärte der Verlag. Neben dem Verkauf von Einzelartikeln sei geplant, künftig auch Zeitpässe als eine Art Flatrate-Modell anzubieten. Laut Verlag können die kostenpflichtigen Artikel mit dem roten Logo «Spiegel Plus» sofort gelesen werden. Bezahlen müssten die Leser erst, wenn ein Betrag von fünf Euro zusammengekommen sei. Die Bezahlung wird demnach über den Micropayment-Anbieter LaterPay abgewickelt. Mit dem Bezahlmodell wolle der Verlag, den Spiegel-Journalismus «im Digitalen noch stärker sichtbar machen und gleichzeitig neue Erlösmöglichkeiten» für das Online-Geschäft schaffen, erklärte Geschäftsführer Thomas Haas. Viele andere deutsche Nachrichtenportale verfügen bereits über Bezahlangebote. (SDA)

Raphael Bratschi neu bei APG|SGA

APG|SGA hat für den Ausbau der Aktivitäten im Bereich Mobile Media, Interactive und Data Collecting mit Raphael Bratschi einen erfahrenen Branchenkenner engagieren können. Bratschi nimmt seine Tätigkeit am 1. September 2016 auf.

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APG|SGA verstärkt die Aktivitäten im Bereich Mobile Media, User Activation und Data Collecting. Bereits im 2014 hat das Aussenwerbeunternehmen das Produkt «Double Impact» eingeführt, welches die Kombination von Plakaten und mobilen Endgeräten mittels Werbebanner ermöglicht. Erst kürzlich hat APG|SGA mit der Loyality-App Poinz und Swisscom das Pilotprojekt «Guess why beacons» erfolgreich umgesetzt (Werbewoche.ch berichtete). Das Unternehmen ist laut Mitteilung überzeugt, dass die mobile Internetnutzung im Kontext mit analoger und vor allem digitaler Aussenwerbung neue interaktive Werbeformen ergibt sowie innovative und datengestützte Aussteuerungsmöglichkeiten – gerade auch in Richtung programmatische Planung – erschliesst.

«Die Location und die Relevanz von ausgespielten Werbeinhalten werden immer wichtiger. Wir sehen einmalige Chancen in der Verknüpfung unserer Werbeträger mit mobilen Devices», meint Markus Ehrle, CEO APG|SGA.

Raphael Bratschi kennt das Aussenwerbegeschäft. Von 2008 bis 2010 war er bereits für APG|SGA als Key Account Berater tätig. Danach war er in verschiedenen Unternehmen für den digitalen Werbemarkt aktiv. Seit Herbst 2014 arbeitete er bei Adwebster als Sales Director & Business Development und verantwortete die Bereiche Vermarktung und Beratung. Raphael Bratschi nimmt seine Tätigkeit bei APG|SGA am 1. September 2016 auf und rapportiert direkt dem Leiter des Unternehmensbereichs Partner & Product Management, Beat Holenstein.

Planet 105 verstärkt Verkaufsteam

Planet 105 baut das Verkaufsteam aus. Ab Mitte August wird Morena Frehner neu zum Jugendradio stossen und das Sales-Team ergänzen.

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«Morena passt mit ihrem Lifestyle perfekt zum Konzept von Planet 105», so 105-Besitzer Roger Schawinski in einer Mitteilung. Die 19-jährige Frehner hat ihre Sporen in der Versicherungsbranche abverdient. Planet 105 will sich mit dem Ausbau des Sales-Teams noch intensiver den sich wandelnden Kundenbedürfnissen annehmen und mit massgeschneiderten Konzepten neue Wege in der Radiovermarktung beschreiten. Der Werbekunde soll dank umfassender Beratung und Teamwork noch stärker Teil von Planet 105 werden. «Dieser Prozess braucht Raum und Ressourcen. Mit Morena Frehner als zusätzliche Kundenberaterin wird diese Vision Realität», sagt Verkaufsleiter Kaczynski.
 

Weko bemängelt Service-public-Bericht

Die Wettbewerbskommission (Weko) bemängelt den Bericht des Bundesrats zum medialen Service public. Es werde zu wenig geprüft, wie weit der Service public gehen solle und ob ein Marktversagen vorliege, sagt Weko-Vizedirektorin Carole Söhner-Bührer.

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Das Weko-Sekretariat hatte diese Ansicht dem zuständigen Bundesamt für Kommunikation (Bakom) mitgeteilt, wie Söhner-Bührer am Montag auf Anfrage sagte. Sie bestätigte damit eine Meldung der NZZ am Sonntag. «Es handelte sich um einen Prüfungsauftrag, nicht um Kritik», betonte sie. Es sei nicht darum gegangen, in die Programmgestaltung der SRG einzugreifen. Nach Ansicht der Weko werde im Bericht jedoch zu stark vom Status quo ausgegangen. Aus Sicht des Wettbewerbs brauche es nur dort einen Service public, wo der Markt versage, sagte Söhner. Denkbar wäre aus ihrer Sicht auch, die Leistungen der SRG vorübergehend einzuschränken. «Dann könnte man solche Fragen evaluieren.»

Die Mediengewerkschaft Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) sprach am Montag von einem «Skandal». Die Weko schwenke mit ihren Forderungen kritiklos auf die Linie der Kreise ein, welche die SRG aus politischen wie marktwirtschaftlichen Gründen schwächen wollen. Zudem habe die Weko alle bisherigen Konzentrationen im privaten Medienbereich durchgewunken. Es mute daher merkwürdig an, «wenn die Weko beginnt, sich in die Medienpolitik einzumischen», kritisierte die Gewerkschaft, die gemäss eigenen Angaben über 3000 SRG-Mitarbeiter vertritt.

Weitere Schritte plant die Weko allerdings auch nicht. Die Weko habe lediglich im Rahmen einer Ämterkonsultation zum Service-public-Bericht Stellung genommen, stellte Söhner-Bührer klar. Der Bundesrat hatte den lang erwarteten Bericht Mitte Juni veröffentlicht. Darin schlägt er vor, dass die SRG weiterhin einen umfassenden Service public anbieten soll. Doch der Bundesrat erwartet Anpassungen beim Programm. Dieses soll sich deutlicher als bisher von kommerziellen Inhalten unterscheiden. Die Information solle noch mehr ins Zentrum rücken. (SDA)

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